Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katheter
Michi St.
26.10.2008, 23:51
Hallo Forum,
mein Name ich Michael und ich möchte mich hier für meinen Vater informieren.
Bei meinem Vater (geb. 1936) wurde 1998 ein verkapseltes Prostatakarzinom festgestellt. Unter Abwegung der Vor- und Nachteile einer Prostataentfernung, hat er sich seinerzeit gegen eine OP entschieden. Er bekam Bestrahlungen und Hormontherapien (3-Monats-Spritze). Vor einem Jahr begann das Karzinom zu wachsen. Er hatte massive Blutbeimengungen und mehrere Nierenstaus beidseitig. Vor 8 Monaten bekam er an beiden Niere Schienen. Vor 4 Monaten wurde links ein Nierenkatheter und auf Grund des platzgreifenden Karzinoms ein Harnleiterkatheter gesetzt.
Obwohl der Krebs hormonrefraktär ist, bekommt er weiterhin die Hormontherapie. Gegen die Schmerzen und zur Verbesserung des Nährstoff- und Immunstatus nimmt er ein Naturmittel. Inzwischen wurde die Diagnose ausgeweitet auf „maligne Lymphome", soll zur Zeit aber nur beobachtet werden. Eine OP sei nicht mehr durchzuführen, da die Verwachsungen mit Nervengewebe zu sehr fortgeschritten seien. Als letzte Therapiemöglichkeit soll zu gegebener Zeit eine Chemo mit Docetaxel + Cortison begonnen werden. Der PSA liegt bei 0,7 und der Gleason-Score ist 7 (4+3). Wie sicher der Gelason-Score auf Grund der jahrelangen Hormontherapie
ist, wer weiss.
Seit dem mein Vater das Naturmittel nimmt, benötigt er keine Schmerzmittel mehr und durch die Verbesserung des Nährstoffhaushaltes geht es ihm wirklich gut. Vielleicht können es hier einige nachvollziehen, sein Hauptproblem sind die Katheter und er hat die Hoffnung, diese vielleicht nochmal los zu werden. Gibt es Möglichkeiten außer, was ihm vorgeschlagen wurde, statt Harnröhrenkatheder ein Bauchkatheter zu setzen. Ich habe von der Möglichkeit gehört, den Urin über den Darm abzuleiten. Meine 2. Frage wäre, macht eine Hormontherapie überhaupt noch Sinn, wenn der Tumor hormonresistent ist. Ich denke, dass das Testestoron ja auch positive Wirkungen hat.
Über Antworten würde ich mich freuen.
Gruß
Michael
Hallo MIchael,
zu dem Problem kann ichleider nicht viel beitragen.
Mich würde allerdings interessieren, um welches Naturmittel es sich handelt, das Dein Vater nimmt und davon schmerzfrei geworden ist.
Für kurze Info wäre ich dankbar.
Petra
Heribert
27.10.2008, 12:47
Hallo Michael,
auch wenn der Krebs als hormonrefraktär gilt, befinden sich noch eine ganze Reihe von Tumorzellen im Körper Deines Vaters, die noch hormonsensibel sind. Deren Wachstum wird durch die Antiandrogene Therapie auch weiterhin blockiert.
Bei der primären Hormontherapie werden je nach Stadium ein großer Teil der Krebszellen in die Apoptose geschickt, sterben also ab. Der hormonsensible Teil wird blockiert und der hormonrefraktäre Teil benötigt zum Wachsen kein Testosteron.
Würde man die Hormonblockade aufgeben, fingen die hormonsensiblen, also die blockierten Zellen auch das uferlose Wachsen an und es ginge noch schneller bergab.
Alles Gute für Deinen Vater und herzliche Grüße
Heribert
Michi St.
27.10.2008, 16:15
Hallo MIchael,
zu dem Problem kann ichleider nicht viel beitragen.
Mich würde allerdings interessieren, um welches Naturmittel es sich handelt, das Dein Vater nimmt und davon schmerzfrei geworden ist.
Für kurze Info wäre ich dankbar.
Petra
Hallo Petra,
http://www.aol.in/news/story/2008042905489026000011/index.html
@ Heribert
Hallo Heribert,
vielen Dank für die Information. Die Ärzte sagten, sie wüssten nicht ob es etwas bringt, oder nicht. Es soll zumindest nicht schaden.
Deine Erklärung macht Sinn.
Gruß,
Michael
Hans (GL)
27.10.2008, 16:27
Hallo Michael,
zu den beschriebenen Verwachsungen erscheint der PSA-Wert mit 0,7 gering zu sein.
Ist überprüft worden, ob der Krebs nicht neuroendrokrin geworden ist?
Viele Grüße
Hans
Michi St.
27.10.2008, 18:08
Hallo Michael,
zu den beschriebenen Verwachsungen erscheint der PSA-Wert mit 0,7 gering zu sein.
Ist überprüft worden, ob der Krebs nicht neuroendrokrin geworden ist?
Viele Grüße
Hans
Hallo Hans,
das weiss ich gar nicht, diesen Begriff höre ich heute zum ersten Mal.
Werde mal beim Urologe nachfragen.
Besprochen wurde, dass in einem bestimmten Stadium kein PSA mehr ausgeschüttet wird und daher der PSA-Wert nicht immer aussagekräftig ist.
Zum Thema Hormonblockade gibt es auch Berichte, in denen geschrieben wird, dass die Tumorzelle selbst in der Lage ist, Testosteron zu produzieren.
Gruß,
Michael
Neuroendokrine Tumore
Hallo, Michael, bitte hier (http://www.uke.uni-hamburg.de/kliniken/medizinische-klinik-1/index_17549.php) lesen.
"Man kann einen Menschen nicht lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken"
(Galileo Galilei)
Gruß Hutschi
Hans (GL)
27.10.2008, 21:21
Hallo Michael,
mein Onkologe ist sehr umtriebig und befürchtet, hoffentlich zu Unrecht, neuroendrokrines Geschehen bei mir.
Kleinzelliges Krebswachstum sind lt. seiner Aussage nicht mit Standarttherapien zu behandeln.
Als Link über neuroendrokine Differenzierung bei Prostatakarzinom sende ich Dir:
http://www.prostata-sh.info/read.php3?id=1091
http://www.prostata-sh.info/read.php3?id=2656
http://www.prostata-sh.info/read.php3?id=2655
Ich wünsche Deinem Vater, einen "normalen" Tumor.
Viele Grüße
Hans
WinfriedW
27.10.2008, 21:37
... der Gleason-Score ist 7 (4+3). Wie sicher der Gelason-Score auf Grund der jahrelangen Hormontherapie ist, wer weiss.Ist das in dieser Situation in irgendeiner Weise von Interesse?
... Meine 2. Frage wäre, macht eine Hormontherapie überhaupt noch Sinn, wenn der Tumor hormonresistent ist. Ich denke, dass das Testestoron ja auch positive Wirkungen hat.Wurde der Testosteronwert denn mal gemessen? Wie hoch ist er?
WW
Michi St.
27.10.2008, 22:39
Hallo Hutschi,
Hallo Hans,
danke für die Links. Es ist ja bei 1% sehr selten, wollen mal nicht das Schlimmste vermuten.
Ist das in dieser Situation in irgendeiner Weise von Interesse?
Wurde der Testosteronwert denn mal gemessen? Wie hoch ist er?
WW
Hallo Winfried,
Der Gleason-Score-Wert ist ja ein Marker für die Agressivität und kann durch die jahrelange Hormonbehandlung verfälscht sein. Interessant ist es in dem Zusammenhang, da ja die Therapiemöglichkeiten auch nach diesem Wert ausgerichtet werden.
Wir haben Morgen einen Besprechungstermin beim Urologen/Onkologen, werde mal den aktuellen Testosteronwert erfragen.
Gruss,
Michael
WinfriedW
27.10.2008, 22:51
.... Interessant ist es in dem Zusammenhang, da ja die Therapiemöglichkeiten auch nach diesem Wert ausgerichtet werden.Aha!
Was würde sich deiner Meinung nach an der Therapieempfehlung ändern, wenn der Gleason Score statt 7 jetzt 8, 9 oder vielleicht auch 6 wäre??
WW
Michi St.
28.10.2008, 09:20
Aha!
Was würde sich deiner Meinung nach an der Therapieempfehlung ändern, wenn der Gleason Score statt 7 jetzt 8, 9 oder vielleicht auch 6 wäre??
WW
Guten Morgen Winfried,
nach meinen laienhaften Verständnis spricht ein Gleason Score von 8 eher für die Hormonresistenz als ein Gleason Score von 6. Mir geht es um folgendes: Mein Vater ist 72 und jeder chem. Eingriff in das Immunsystem belastet. Wir haben es sehr stark gemerkt, als er auf Grund der starken Schmerzen sehr hohe Dosen von Schmerzmedikamenten genommen hat. Seit dem er diese Schmerzmittel nicht mehr nehmen muss, "blüht" er regelgerecht auf. Damals hatte er sehr viele Infektionen, was ich auf die Schwächung der Abwehrkräfte zurückführe. Wir denken in Hinsicht auf Medikamente, so wenig wie möglich, aber soviel wie nötig. ... und da ist die Einstufung der Agressivität des Tumors schon ein wichtiger Entscheidungsfaktor.
Gruss,
Michael
WinfriedW
28.10.2008, 10:51
... Gleason Score von 8 eher für die Hormonresistenz als ein Gleason Score von 6. Nein!!
Der Gleason Score hat zunächst nichts mit der Frage zu tun, ob der Tumor hormonrefraktär ist oder nicht.
Hormonrefraktär ist der Tumor dann, wenn er trotz niedrigem Testosteron im Kastrationsbereich und trotz aller weiteren hormonellen Manipulationen weiter wächst.
... und da ist die Einstufung der Aggressivität des Tumors schon ein wichtiger Entscheidungsfaktor.Wenn die Tumorkontrolle ohne Medikamente gelingt, dann wäre es Prima. Dann solltet ihr sie weg lassen.
Der Gleason Score bring dich dabei aber nicht weiter. Schau dir z. B. die Krankheitsverläufe von Michael, HansiB und mir an. Wir haben alle drei Gleason 4+4=8. Dennoch sind die Krankheitsverläufe völlig unterschiedlich und wir nehmen jeweils andere Medikamente.
WW
Hallo Michael,
wir nehmen alle 3 verschiedene Medikamente, oder gar keine wie ich lange Zeit. Unsere "Medikamentenvergiftung" ist nicht vergleichbar. Nur hat sich bei mir durch die DNA-Z. Kontrolle sichtbar gemacht, die Bösartigkeit sehr verschlechtert. Ich bin mitlerweile bei einer multiploiden DNA Z. Verteilung, der schlechteste Wert.
Bei mir stammt der GS aus nur 3 Stanzen, bei den 2 Freunden aus dem OP Material. Das mag auch eine Unsicherheit bringen und den sehr unterschiedlichen PCa Verlauf erklären.
Gruß Konrad
Michi St.
28.10.2008, 12:11
Hallo Winfried,
Nein!!
Der Gleason Score hat zunächst nichts mit der Frage zu tun, ob der Tumor hormonrefraktär ist oder nicht.
.. da habe ich das, was ich gelesen habe, falsch interpretiert.
Wenn die Tumorkontrolle ohne Medikamente gelingt, dann wäre es Prima. Dann solltet ihr sie weg lassen.
WW
... das Problem ist, in welchen Zeitabständen die nötigen Kontrollen, wie Szintigramm, MRT, Röntgen usw. gemacht werden. Wie gesagt bekommt mein Vater die 3-Monats-Spritze und dieses Naturmittel aus verschiedensten Nährstoffen wie Aminosäuren und Antioxidantien wie Selen, Vit. E, SOD usw. Die Schmerzen sind dadurch weg, aber ingesamt ist man nur schlauer, wenn man aus dem Rathaus kommt. In wie weit die enthaltenen Nährstoffe auch Nährstoffe für den Tumor sind, weiss man wohl erst hinter her. Z.B. habe ich gelesen, dass Antioxidantien bei einer möglichen Chemotherapie kontraproduktiv sein können, da durch den Zellschutz auch die kranken Zellen vor der Wirkung der Chemo geschützt werden könnten. Unser Ansatz ist, dass Immunsystem zu unterstützen, den Tumor so lange wie möglich in Schach zu halten, bzw. das Wachstum zu entschleunigen.
Gruss,
Michael
Michi St.
28.10.2008, 12:33
Hallo Konrad,
ich habe mir Deinen Krankheitsverlauf angesehen und es beruhigt mich, dass Du als "alter Hase" zusätzlich auch auf Naturprodukte setzt.
Als Angehöriger ist man ja in einer Zwickmühle, was die Empfehlungen angeht.
Man ist ständig zwischen Hoffen und Bangen, steht aber ingesamt sehr hilflos
da. Eigentlich sollte mein Vater schon vor einem Jahr mit einer Chemotherapie beginnen und sein Urologe ist nicht sehr begeistert von der Entscheidung, diese Möglichkeit möglichst weit nach hinten zu schieben. Er hatte damals, durch die Bakterieninfektionen auf Grund der Blasenspülungen, sehr oft Fieber und sein allgemeiner Gesundheitszustand hätte sich sicher unter einer Chemotherapie verschlechtert. Zum jetzigen Zeitpunkt sollen noch keine Knochenmetastasen vorhanden sein und wir meinen das die Chemotherapie, die nur eine schmerzlindernde Möglichkeit wäre, erst als letzte Option genutzt werden sollte. Vielleicht sehen wir es auch falsch, aber was ist in diesem Zusammenhang schon richtig.
Ich wünsche Dir, dass bei Deiner Therapie, dass Maximum an richtigen Entscheidungen getroffen wird.
Gruss,
Michael
Tochter75
31.10.2008, 20:22
Zum Thema Bauchdeckenkatheter:
Mein Vater hat seit Mai 2007 einen mit Ventil. Er ist damit sehr zufrieden, will sich keine weitere OP zumuten. Dank des Ventils braucht er keinen Beutel und er hat ganz normal den Druck, Wasser zu lassen, dann geht er auch ganz normal zu Toilette, nur öffent er dann eben das Ventil und lässt den Urin ab. Alle 5-6 Wochen wird der Katheter durch das alte Loch problemlos gewechselt. Im Sommer konnte er auch ohne Schwierigkeiten eine Badehose tragen, weil das Loch so tief ist, dass es durch eine Badehose verdeckt wird. Mein Vater meint, es sei für ihn angenehmer, mit dem Suprapubischen Katheter zu leben, als befürchten zu müssen, dass er evt. durch eine OP inkontinent wird. Das Gefühl der Normalität ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass er, obwohl nichts passieren würde, wenn er unterwegs das Gefühl hat, dringend Wasser lassen zu müssen, es sich genauso verkneift, als wäre noch alles in Ordnung. Weil der Druck eben normal ist. Probleme mit Infektionen gab es nie.
Gruß, Melanie
Michi St.
01.11.2008, 09:28
Hallo Melanie,
vielen Dank für die Information. Ich werde den Urologen fragen, ob diese Alternative für meinen Vater geeignet wäre. Für die Psyche wäre diese "Normalisierung" der Harnentleerung sicher vorteilhaft.
Gruss,
Michael