Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweieinhalb Jahre nach Start der HAROW-Studie
Heribert
15.02.2011, 11:41
Hallo liebe Mitstreiter,
seit beginn der HAROW-Studie im Sommer 2008, sind dem Forum bestimmt viele Neubetroffene beigetreten.
Mich würde nun interessieren, wer von den Neubetroffenen von seinem Arzt / Urologen / Strahlentheapeuten auf diese Studie hin angesprochen wurde und als weitere Frage sich mit den entsprechenden Fragebögen angemeldet hat.
Für die Forumadministration ist es sicher kein Problem die Zahlen der Neuzugänge seit Juli 2008 zu ermitteln. Ich kann mir auch vorstellen, dass hierzu ein anonymisiertes Voting der Neuzugänge mit der Forumsoftware möglich wäre.
Durch den Beitrag von Felix (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?6310-Eigenes-Rezidiv-Forum&p=54711#post54711) in "Hilfe und Faq" aufmerksam gemacht, habe ich immer mehr den Verdacht, dass mit dieser Studie ein hochbezahltes Windei gelegt wurde.
Über Antworten würde ich mich freuen. Gerade weil die Studie anonymisiert läuft, vermag ich den bisherigen Erfolgsbeteuerungen der Verantwortlichen keinen Glauben schenken.
Gruß Heribert
Für die Forumadministration ist es sicher kein Problem die Zahlen der Neuzugänge seit Juli 2008 zu ermitteln.
Doch.
Ralf
Heribert
16.02.2011, 18:30
Hallo nochmal,
mich würden ja schon einige Antworten Neubetroffener von der Sinhaftigkeit der HAROW-Studie überzeugen, die bestätigen, dass ihre Ärzte sie auf die Studie aufmerksam gemacht haben.
Gruß Heribert
Hallo Heribert,
dieses Forum wurde am 1.5.2006 von der vorherigen Joomla-Software auf die aktuelle Software und das vorliegende Format umgestellt, also vor fast fünf Jahren. In dieser Zeit wurde in Deutschland bei rund 250.000 Männern neu Prostatakrebs festgestellt. Aktuell sind 2.733 Benutzer registriert; wie viele davon "Altbestand" sind, weiß man nicht. Wenn wir vereinfacht sagen, dass in den fünf Jahren 2.500 hinzugekommen sind, dann ist das gerade ein Prozent der Neudiagnostizierten. Meines Wissens nehmen etwa 500 Männer aktuell an der HAROW-Studie teil. Wieder ein Prozent davon wären fünf. Das ist in etwa die Größenordnung, in der registrierte Forumsteilnehmer an der Studie teilnehmen. Aber: Nur 356 von 2.733 registrierten Teilnehmern sind tatsächlich im Forum aktiv, das ist etwa jeder siebte. Bleibt also maximal einer übrig, der sich äußern könnte.
Melde Dich!
Ralf
Stiftung Männergesundheit
17.02.2011, 09:10
Hallo Heribert,
aktuell wurden von den z. Zt. 298 Studienzentren 1948 Patienten in die Studie eingeschlossen. Jeder Patient, der die Einschlusskriterien erfüllt und an der Studie teilnehmen möchte, muss eine Einverständniserklärung unterschreiben. So ist auch nachprüfbar gesichert, dass diese Patienten tatsächlich existieren.
Sämtliche Daten werden unter einer Patientenidentifikationsnummer für jeden Patienten erhoben und damit in pseudonymisierter - nicht anonymisierter - Form gespeichert und ausgewertet.
HAROW fordert von den Patienten einen noch höheren Dokumentationsaufwand als von den Ärzten: Die Patienten beantworten in regelmäßigen Abständen Fragen zu Ihrer Lebensqualität und zur Kommunikation mit ihrem Arzt. Zusätzlich werden über das Patiententagebuch die Gesamtkosten einer Behandlung und mögliche adjuvante Therapiemaßnahmen erfasst.
Seit Beginn der Studie wurden zwei Zwischenberichte erstellt und die Ergebnisse in der Presse veröffentlicht. Gerne geben wir Ihnen hier ein kurzes Resümee:
In die erste Zwischenauswertung 2009 (10 Monate nach dem Start der Studie) wurden noch keine Verlaufsdaten einbezogen, sondern zunächst die Eingangsdokumentationen ausgewertet. Diese Daten lieferten erste Ergebnisse zur Patienten- und Tumorcharakteristik und Behandlung:
Durchschnittsalter 67,5 Jahre
Begleiterkrankungen durchschnittlich zwei, i. d. R. Diabetes mellitus
Häufigste Tumorgruppe: T1c
Gleason-Score kleiner/gleich 6 bei mehr als der Hälfte der Patienten
Risikostratifizierung: 61 % der Patienten gehörten in die low-risk-Kategorie
47 % der Patienten entschieden sich für eine Operation, 9 % für Active Surveillance, 7 % für eine Betrahlung, eine Hormontherapie oder eine kombinierte Behandlung
Der Focus der zweiten Zwischenauswertung 2010 lag auf der Patient-Arzt-Interaktion. Das erfreuliche Ergebnis:
knapp 96 % der Patienten geben an, von ihrem Urologen über verschiedene Therapiemöglichkeiten informiert worden zu sein
90 % der Patienten haben einen festen Ansprechpartner in der urologischen Praxis
80 % fühlen sich in die Therapieentscheidung einbezogen
40 % der Urologen sind auch außerhalb der Sprechzeiten für Ihre Patienten da
Wie Defizite behoben werden können - beispielsweise bei der Zweitmeinung und der Einbeziehung der Selbsthilfegruppen - wird jetzt diskutiert und in entsprechende Maßnahmen umgesetzt.
Ein wichtiges Zeil der Studie ist es, eine Datenbasis zu schaffen, aus der abzuleiten ist, welche Patienten mit wenig invasiven Strategien behandelt werden können. Dazu sind längerfristige Verlaufsdaten erforderlich, weshalb die HAROW-Studie auch eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren hat.
Günter Feick
17.02.2011, 11:25
Liebe Mitstreiter,
im BPS Magazin 3/2010 http://www.prostatakrebs-bps.de/images/stories/magazin/BPS_Magazin_03_2010.pdf#page=17&view=FitB (http://www.prostatakrebs-bps.de/images/stories/magazin/BPS_Magazin_03_2010.pdf#page=17&view=FitB)wurde auf den Seiten 15 u. 16 ebenfalls über den Stand der HAROW Studie berichtet.
Günter
Heribert
17.02.2011, 15:52
Hallo,
die Zwischenberichte zur HAROW-Studie sind mir, soweit veröffentlicht, bekannt. Ich lese nicht nur hier, sondern auch auf den Seiten des BPS direkt.
Lieber Ralf, Deine Rechnung bezieht sich leider nur auf die an der Studie Beteiligten, nicht aber auf die Männer, die seit Juli 2008 sich im Forum angemeldet haben. Meine Frage lautete doch auch, ob von den hier Angemeldeten überhaupt schon jemand von seinem Urologen auf die Studie aufmerksam gemacht wurde.
Also nicht: "Melde Dich!" sondern "Bitte meldet Euch!" ;-)
Gruß Heribert