Penis-Rehabilitation
Da du auch Erektionsstörungen angesprochen hast, hier ein paar Bemerkungen dazu:
Werden bei einer Operation im kleinen Becken (z.B. Prostatektomie) die für die Erektion verantwortlichen Nerven beschädigt, so kann es durchaus sein, dass sich die Nerven innerhalb der nächsten 18 Monate wieder regenerieren. Deshalb hat man sich früher bei einer durch eine Prostatektomie hervorgerufenen ED erst einmal passiv verhalten und abgewartet. Heute wird das anders gesehen. Wenn der Penis lange nicht benutzt wird, kommt es wegen der im schlaffen Zustand unzureichenden Durchblutung und der fehlenden Schwellkörperaktivitäten zu einem Um- und Abbau (Atrophie) des Schwellkörpergewebes. So veränderte Schwellkörper können keine befriedigende Erektion mehr bewirken. Durch die verminderte Elastizität wird der Blutabfluss aus dem Penis nicht ausreichend verhindert, es kommt zu einem sogenannten "venösen Leck" (Fachbegriff: veno-okklusive Dysfunktion). Deshalb ist es wichtig, möglichst bald nach der Operation wieder für regelmäßige Erektionen zu sorgen. Dazu kann man nach der Op mit einem entsprechenden Gerät (Rigiscan®) feststellen, ob nächtliche Erektionen wenigstens noch ansatzweise vorhanden sind. Ist dies der Fall, so erhält der Patient regelmäßig (meist täglich) einen niedrig dosierten PDE-5-Hemmer (Cialis, Levitra, Viagra), andernfalls 3mal wöchentlich SKAT. Diese Behandlung wird über mindestens 3 Monate durchgeführt. Leider ist diese neue Erkenntnis noch wenig bekannt und wird daher längst nicht bei allen Patienten angewandt.
Günther
Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)