Neuen Diskussionsstoff liefern die in der HAROW-Sitzung vorgestellten Daten. HAROW ist eine deutsche Versorgungsforschungsstudie in Zusammenarbeit mit der Stiftung Männergesundheit, die vom Unternehmen Gazprom unterstützt wird.
Seit 2008 wurden in die über fünf Jahre laufende Untersuchung 2848 Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom eingeschlossen. Rund die Hälfte der Patienten wurden sofort operiert, 15 Prozent wurden aktiv überwacht, weitere 5 Prozent ohne feste Kontrolltermine überwacht, berichtete Dietrich Schnell aus Berlin.
Von den 376 Patienten der AS-Gruppe ist bisher - bei einem Follow-up von im Schnitt 1 bis 1,5 Jahre - keiner am Prostatakrebs gestorben, und bei 46 Patienten (12 Prozent) wurde die AS gestoppt - bei den meisten aufgrund einer Progression.
Die Verlaufszeit der Studie ist noch zu kurz, um über die AS-Strategie ein Urteil zu fällen, waren sich die Beteiligten einig. Aber die Zukunft der aktiven Überwachung und Behandlungsempfehlungen bei lokal begrenztem Prostata-Ca können nur aus der Versorgungsforschung abgeleitet werden, sagte Professor Lothar Weißbach aus Berlin.