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Thema: Zielsetzung: Übertherapie reduzieren

  1. #41
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    Hallo Knut,

    ich danke für den Hinweis. Leider schaue ich zum Schutz meiner Nerven nicht mehr regelmäßig in das Forum. Deshalb habe ich die Sache verpasst.

    Eine Frage bleibt bei mir trotzdem. Ich werde diese in dem genannten Thread stellen.

    Gruß
    Wolfgang

  2. #42
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    Ist Watchfull Waiting veraltet?

    Zitat Zitat von Reinardo Beitrag anzeigen
    Hallo. Den Unterschied zwischen Active Surveillance und Watchful Waiting sehe ich ebenfalls als etwas gekuenstelt an, das Abwarten, bis Beschwerden einsetzen, sogar als nicht akzeptabel.

    Gruss, Reinardo
    Watchfull Waiting stammt aus der Zeit, bevor es das PSA gab. Actice Surveillance ist sozusagen moderner.

    Trotzdem ist das WW-Konzept aus meiner Sicht für bestimmte Patienten weder veraltet noch falsch. Je nach Krebs-Situation, Alter und Begleiterkrankungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die befürchteten krebsbedingten Beschwerden niemals eintreten, weil der Betroffene vorher an etwas anderem stirbt.
    Der Vorteil von WW: keine Übertherapie, denn nur jemand mit Beschwerden wird auch behandelt.

    Eine der wichtigsten und meistzitierten Studien zur Therapie des lokal begrenzten Prostatakrebses vergleicht die Radikale Prostatektomie mit WW (695 Pat zw. 1989 und 1999 eingeschlossen und 15 Jahre nachbobachtet; Anna Bill-Axelson et al. NEJM 2011).
    Zei sehr wichtige Ergebnisse:
    • Bei Männern bis 65 erzielt die Radikaloperation ein sign. besseres Überleben als WW,
    • über 65 Jahre nicht (und das, obwohl noch nicht mal das PSA eingeflossen ist).


    In die gleiche Richtung aber mit PSA geht die Studie von Prof. Studer bei 1000 Patienten. Die Frage war: Sofort behandeln oder erst bei Beschwerden?
    das Ergebnis:
    • Im Alter unter 70 zeigte sich erst ein Unterschied ab einem PSA von 20 ng/ml bei Diagnose,
    • im Alter über 70 sogar erst ab einem PSA von über 50 ng/ml bei Diagnose (Studer et al., JCO 2006)


    Beste Grüße

    MS

  3. #43
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    Zitat Schostak:
    Actice Surveillance ist sozusagen moderner.

    Lieber Martin,
    Kannibalismus mit Messer und Gabel ist sozusagen moderner.

    Spass beiseite.

    Mit 60 Jahren, habe ich mich bei der Erstdiagnose als Grenzfall für WW gesehen und glücklicherweise Ärzte gefunden, die bereit waren, mein Vorgehen zu begleiten – ein Urologe war damals nicht dabei.

    Es ist wie Sphärenmusik für mich, aus berufenem*) Munde zu hören: „Trotzdem ist das WW-Konzept aus meiner Sicht für bestimmte Patienten weder veraltet noch falsch. Je nach Krebs-Situation, Alter und Begleiterkrankungen ...“

    Ein glückliches Jahr 2012 und viel Freude im neuen Wirkungsbereich wünscht

    GeorgS
    -------------------------------
    *) nachträglich Glückwunsch zur Berufung an die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Das Thema der Antrittsvorlesung „Der geplagte Mann - Fortschritte in der Prostatakrebstherapie“ im Dezember 2011 hat mein Interesse geweckt. Gibt es einen Link dazu?
    Bei www.myProstate.eu ist meine Geschichte hier einsehbar.

  4. #44
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    Zitat Zitat von GeorgS Beitrag anzeigen
    nachträglich Glückwunsch zur Berufung an die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Das Thema der Antrittsvorlesung „Der geplagte Mann - Fortschritte in der Prostatakrebstherapie“ im Dezember 2011 hat mein Interesse geweckt. Gibt es einen Link dazu?
    Danke für den Glückwunsch.
    Hier der Link zur Pressemeldung:
    http://www.med.uni-magdeburg.de/Pres...+Schostak.html

    Grüße,
    MS

  5. #45
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    Danke für den Link. Die Pressemeldung kannte ich bereits.
    Hätte über die „die verschiedenen Meilensteine in der Prostatachirurgie“ gerne mehr erfahren, z. B. ob dadurch bei Harnverhalt eine Tumorlastverringerung ohne kurative Perspektive eine erwägenswerte Option ist.

    Grüße zurück
    GeorgS
    Bei www.myProstate.eu ist meine Geschichte hier einsehbar.

  6. #46
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    Hallo GeorgS,
    ich hatte im letzten Jahr einen Harnverhalt und kann aus der Erfahrung sagen, wenn es denn soweit ist gibt es kaum noch eine andere Option als die TURP, wenn man eine RPE nicht will. Oder wie ist Deine Frage gemeint?
    Gruß Jürgen

  7. #47
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    Zitat Jürgen:
    ich hatte im letzten Jahr einen Harnverhalt und kann aus der Erfahrung sagen, wenn es denn soweit ist gibt es kaum noch eine andere Option als die TURP, wenn man eine RPE nicht will.
    Oder wie ist Deine Frage gemeint?

    Hallo Jürgen,

    da mein PK inoperabel sei, assoziierte ich „die verschiedenen Meilensteine in der Prostatachirurgie“ nicht mit TURP oder RPE, sondern mit Lasertherapie, Stents, o. ä. im Sinne der „Zielsetzung: Übertherapie reduzieren“ und als ästhetische Palliativ-Alternative zum Bauchkatheder mit Beutel. In der Antrittsvorlesung hoffte ich, mehr über „das GreenLight-Laser Verfahren auch für zumeist ältere Patienten geeignet“ zu erfahren.

    Habe mich zwischenzeitlich hier informiert:
    http://urologie.charite.de/klinik/le...enlight_laser/

    Jürgen,
    es ist nur vorausschauend angedacht. Habe keine längeranhaltenden Miktionsprobleme. Gelegentlich dünner Harnstrahl aus nicht festzumachendem Anlass und dann hilft mir ein Tipp*) meines inzwischen nicht mehr praktizierenden Hausarztes.

    Wie war es bei Dir? Hat Dich der Harnverhalt plötzlich heimgesucht oder durch Symptome angekündigt?
    Kontext: Mein Jüngster will im Juni heiraten und ich würde das Tanzbein ungern mit einem Urinbeutel schwingen, sollte es zu einem Harnverhalt kommen.

    Gruß

    GeorgS

    PS.
    heute im Forum aufgestöbert. Ein Bauchkatheder mit Ventil - eine erwägenswerte Alternative bei Harnverhalt:
    „... es sei für ihn angenehmer, mit dem Suprapubischen Katheter zu leben, als befürchten zu müssen, dass er evt. durch eine OP inkontinent wird.“
    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...1921#post31921

    und das bei dieser umwerfenden Vorgeschichte:
    „Heute (27.05.2011) jährt es sich zum vierten Mal, dass mein Vater mit einem PSA von 783 und akutem Nierenversagen erstmals als PK erkrankt diagnostiziert wurde. Und er lebt noch immer.“
    http://forum.prostatakrebs-bps.de/sh...h-der-Diagnose

    -------------------------
    *) Mein „alternativer“ Hausarzt empfahl mir eine Art „Dilatations-Technik“. Simpel, sehr effektiv und unblutig. Leider gerät dieses Erfahrungswissen zunehmend in Vergessenheit, meinte der Doktor.
    http://www.prostatakrebse.de/informa...lbs-index.html
    KISP =>Forumextrakt =>Nebenwirkungen =>Miktionsbeschwerden
    Bei www.myProstate.eu ist meine Geschichte hier einsehbar.

  8. #48
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    Hallo GeorgS,
    über nennenswerte Miktionsprobleme hatte ich auch nicht zu klagen, bis sich dann innerhalb von 8 Stunden der Harnverhalt entwickelte und ich nachts um 2:00 Uhr in die Notaufnahme mußte. Auch bei den vorangegangenen Routine-US Untersuchungen hatte sich wohl nichts von einem Verhalt angedeuted.
    Ich habe mich dann für das Plasma Vaporisation Verfahren entschieden, bei dem die Verdampfung und die elektrische Schlinge kombiniert sind. Das entfernte Gewebe kann pathologisch untersucht werden.
    Gruß Jürgen

  9. #49
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    Plasma Vaporisation Verfahren

    Zitat GeorgS:

    Mein Jüngster will im Juni heiraten und ich würde das Tanzbein ungern mit einem Urinbeutel schwingen, sollte es zu einem Harnverhalt kommen.

    Hallo Jürgen,

    habe auf der Hochzeit im Juli mit der Braut getanzt - ohne Harnverhalt und ohne Urinbeutel.
    Du hast das Plasma Vaporisation Verfahren als Therapieoption bei plötzlichem Harnverhalt erwähnt.
    Hätte gern mehr über die Nebenwirkungen erfahren, um gewappnet zu sein und ohne Zeitdruck entscheiden zu können.

    Gruß
    GeorgS
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  10. #50
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    Meldung zur HAROW-Studie

    Meldung zur HAROW-Studie in folgendem Artikel der ÄrzteZeitung

    Glaubenskrieg um Prostatakrebs

    Bei Niedrig-Risiko-Prostata-Ca wird aktive Überwachung als Strategie nur bei zehn Prozent der Patienten genutzt.
    Neuen Diskussionsstoff liefern die in der HAROW-Sitzung vorgestellten Daten. HAROW ist eine deutsche Versorgungsforschungsstudie in Zusammenarbeit mit der Stiftung Männergesundheit, die vom Unternehmen Gazprom unterstützt wird.
    Seit 2008 wurden in die über fünf Jahre laufende Untersuchung 2848 Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom eingeschlossen. Rund die Hälfte der Patienten wurden sofort operiert, 15 Prozent wurden aktiv überwacht, weitere 5 Prozent ohne feste Kontrolltermine überwacht, berichtete Dietrich Schnell aus Berlin.
    Von den 376 Patienten der AS-Gruppe ist bisher - bei einem Follow-up von im Schnitt 1 bis 1,5 Jahre - keiner am Prostatakrebs gestorben, und bei 46 Patienten (12 Prozent) wurde die AS gestoppt - bei den meisten aufgrund einer Progression.
    Die Verlaufszeit der Studie ist noch zu kurz, um über die AS-Strategie ein Urteil zu fällen, waren sich die Beteiligten einig. Aber die Zukunft der aktiven Überwachung und Behandlungsempfehlungen bei lokal begrenztem Prostata-Ca können nur aus der Versorgungsforschung abgeleitet werden, sagte Professor Lothar Weißbach aus Berlin.



    http://www.aerztezeitung.de/medizin/...stata-Karzinom

    Winfried

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