Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 14

Thema: PSA-Anstieg nach Radikal-OP der Prostata

  1. #1
    Registriert seit
    30.07.2007
    Beiträge
    21

    PSA-Anstieg nach Radikal-OP der Prostata

    Hallo,
    die OP war im Juli 2007 mit Nervenerhalt, Karzinom rechts bis 1mm vor der Hülle. Bis 12/2008 PSA nicht nachweisbar. In 12/2008 0,051, jetzt 0,079. Der Urologe rät zur Bestrahlung. Ist das nicht zu früh? Sollte der Wert nicht erst 0,20 erreichen?
    Wer hat hier Erfahrung bzw. selbst eine Bestahlung nach der OP hinter sich
    Herzlichen Gruß Jürgen

  2. #2
    Registriert seit
    04.05.2006
    Ort
    Mannheim
    Beiträge
    1.159
    Hallo,

    hier hat sich die Meinung geändert. War man früher der Ansicht, dass eine Rezidiv-Bestrahlung bei einem PSA-Wert von 0,8 bis 1,5 erfolgen sollte, spricht man heute schon von PSA-Werten von 0,1 und 0,2.

    Grund: Je niedriger der PSA-Wert, um so kleiner die Krebsmasse, um so erfolgreicher die Bestrahlung.

    Dein Urologe scheint die Grenze noch weiter nach unten zu treiben und ist offensichtlich ein sehr vorsichtiger Mann.

    Vielleicht gibt Daniel Schmidtnoch seine Meinung als Fachmann ab.

    Ich selbst hatte vor 9 Jahren eine erfolgreiche Rezidivbestrahlung ohne nennenswerte Nebenwirkungen damals noch 3-D-konformal hinter mich gebracht.

    Gruß

    Hansjörg Burger
    Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

  3. #3
    Registriert seit
    24.10.2008
    Beiträge
    1.888
    Ein bisschen mehr Infos bräuchte man schon:
    Tumorstadium
    Gleason Score
    Anzahl der entfernten Lymphknoten, Lymphknoten befallen?
    initialer PSA-Wert
    Resektionsstatus
    Alter
    aktueller Kontinenzstatus
    Nebenerkrankungen


    Danach wäre eine Empfehlung etwas einfacher.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  4. #4
    Anonymous1 Gast
    Zitat Zitat von Daniel Schmidt Beitrag anzeigen
    Ein bisschen mehr Infos bräuchte man schon:
    Tumorstadium
    Gleason Score
    Anzahl der entfernten Lymphknoten, Lymphknoten befallen?
    initialer PSA-Wert
    Resektionsstatus
    Alter
    aktueller Kontinenzstatus
    Nebenerkrankungen


    Danach wäre eine Empfehlung etwas einfacher.
    Wunderbar auf den Punkt gebracht, Daniel. Statt hier in den wahrlich umfangreichen Hinweisen zur Persönlichen PK Historie eine Riesenlatte an Fakten aufzuzählen, bei denen ein Neuling weitestgehend überfordert sein dürfte, sollte man lieber die wenigen wichtigen Fakten verlangen. Details kommen dann ja automatisch im Thread.

    Grüße Dieter

    Das reicht für ne Doktorarbeit:

    Wie schreibe ich meine PK-Historie? Die Prostatakrebshistorie

    Für eine gute Kommunikation über eine Krankheitssituation sind ausführliche, mindestens aber ausreichende Daten dringend erforderlich. Auch ist es nicht empfehlenswert die Daten in einem langen Text zu verstecken. Wir brauchen einen schnellen und trotzdem genauen Übersicht der Prostatakrebs Geschichte oder eine Prostatakrebs-Historie, abgekürzt, eine PKH.
    Wir bleiben hier bei einer minimalen Form.
    Dazu müssen wir die wesentlichen Abkürzungen kennen, von denen aber viele auch ohne nachlesen zu müssen noch einen Sinn ergeben sollen. Sonst verstehen neudiagnostizierte Patienten das System nicht:


    1. Abkürzungen
    PK = Prostatakrebs
    PKHistorie = PK-Historie (Englisch PCD = PC-Digest)
    Biop = Biopsie – Gewebeentnahme , oft auch Bx
    Diag = Diagnose, oft auch Dx
    Therap = Therapie, oft auch Tx
    PSA = Prostata-spezifisches Antigen in ng/ml
    bPSA = Basis-PSA, d.h. der letzte PSA-Wert vor der Biopsie; manchmal auch
    aPSA = Anfangs-PSA
    T = Testosteron in ng/ml (In USA: ng/dl, 400 ng/dl = 4 ng/ml, manchmal auch mit nmol/l )
    Normaler Bereich 3 - 10 ng/ml, häufigst 4 - 7 ng/ml
    Kastrationsniveau: < 0,2 ng/ml
    Das < Zeichen bedeutet "weniger als"
    DHT = Dihydrotestosteron, bildet sich aus T mittels eines speziellen Enzyms.
    Sowohl T als auch DHT fördern das Wachstum des Prostatakrebses,
    wobei DHT viel potenter als T ist.
    THERAPIE (BEHANDLUNG)
    RP = Radikale Prostatektomie (Entfernung der Prostata)
    BT = Brachytherapie
    EBRT = Externe Bestrahlungstherapie
    IMBRT = Intensitätsmodulierte Bestrahlungstherapie
    Diese Abkürzungen werden oft verwechselt mit der Brachytherapie, auch BT
    Wir benutzen: Brachy T oder SI - Seed-Implantation
    AA = Antiandrogen (z. B. Casodex oder Flutamid)
    (Androgene sind männliche Hormone, meist Testosteron)
    AB = Androgen-Blockade (Blockade der Androgenproduktion)
    AB1 = AB mit 1 Medikament
    AB2 = AB mit 2 Medikamenten
    AB3 = AB mit 3 Medikamenten
    ADT = Androgen Deprivations-Therapie, dasselbe wie AB (Deprivation = Entzug). So gibt es auch ADT1, ADT2 und ADT3
    DHB = Das Leibowitz-Protokoll der Dreifachen Hormonblockade,
    AB3(L + C150 mg + P) während 13 Monate als Ersttherapie.

    Im konkreten Fall sollte man auch die Art der Medikamente hinzuschreiben, z. B.
    AB3 (Zoladex oder Trenantone + Casodex 50 mg + Proscar)
    AB2 (Zoladex oder Enantone + Casodex 150 mg)
    AB2 (Casodex + Proscar)
    AB1 (Casodex) oder schlicht "nur Casodex"
    AB1 (Trenantone oder Enantone oder Zoladex)
    DIESER TEIL NUR FÜR VETERANEN:
    IAB = Intermittierende Androgenblockade (oder auch IADT)
    Die IAB besteht aus Zyklen, jeder Zyklus besteht aus einer AB- (ADT-) Periode, gefolgt von einer Pause.
    Eine AB3 im 2. Zyklus wird mit 2AB3 angegeben (als Beispiel)

    2. Die Prostatakrebshistorie anhand eines Beispiels.
    Punkt 1
    NAME oder ein Schutzname und das GEBURTSJAHR
    Anton Zimmermann oder auch ein Schutznamen, wie Antonius
    Beispiel:
    1. Anton Zimmermann (1942)
    Punkt 2.
    MONAT/JAHR der ersten PK DIAGNOSE - Diagn. 5/99 und der PSA-Wert vor der Diagnose - bPSA (Beginn PSA oder Basis PSA) Beides getrennt durch ein Semikolon.
    Beispiel:
    1. Anton Zimmermann (1942)
    2.. Diagn. 05/99; bPSA 7,3
    Punkt 3
    PROSTATAVOLUMEN (ProstVol.)
    Inhalt angegeben in ccm (Kubikzentimeter),
    Anmerkung:
    Normale Werte sind 18 ccm bis 25 ccm. Viel höhere Werte deuten auf eine vergrößerte Prostata (Hyperplasie) hin, das hat nichts mit Krebs zu tun. Die Prost.Vol.-Bestimmung ist mittels TRUS (TransRektaler UltraSchall) möglich, eine Technik, womit auch ein Bild der Prostata gemacht werden kann und wobei manchmal auch ein Tumor festgestellt werden kann.
    Beispiel:
    1. Anton Zimmermann (1942)
    2. Diagn: 05/99; bPSA 7,3;
    3. ProstVol. 22
    Punkt 4
    KLINISCHES STADIUM (engl. Clinical Stage) nach dem TNM-Schema,
    T = Tumor, N = Nodule = Lymphknoten, M = Metastase(n)
    Anmerkung:
    Jeder dieser drei Buchstaben bekommt eine Ziffer, z. B. T3N1M0 oder T2bN0M0; Falls nicht bestimmt oder nicht bestimmbar, wird ein x statt einer Ziffer hingeschrieben. Die T-Ziffer sagt etwas über die Ausdehnung des Prostatatumors. N, Nodule bedeutet Knoten, Lymphknoten.
    N0 bedeutet keine feststellbaren Metastasen in den Lymphknoten.
    N+, N1 oder N2 bedeutet Metastase in den Lymphknoten (befallen), die Ziffer gibt das Ausmaß an. Falls das Ausmaß nicht gut bestimmbar, wird N+ geschrieben.
    M1, M2 bedeuten: Es gibt PK-Tumoren im Körper, z. B. in den Knochen.
    M0 bedeutet: keine feststellbaren PK-Tumoren im Körper
    Der Urologe kann meist sagen, was Ihr TNM-Stadium ist, das steht auch in Ihrer ärztlichen Beurteilung.
    Manchmal wird ein "p" als Vorbuchstabe verwendet um damit zu kennzeichnen, dass ein Pathologe den Wert bestimmt hat, z. B. in pT3bpN1Mx.
    Beispiel:
    1. Anton Zimmermann (1942)
    2. Diagn: 05/99; bPSA 7,3;
    3. Prost.Vol. 22;
    4. T3,N+,M0
    Punkt 5
    GLEASON SCORE oder GLEASON-SUMME (GS) (ein Maß für die Aggressivität des PK).
    Anmerkung:
    Dieser wird vom Pathologen bestimmt. Dazu macht der Urologe eine Gewebeentnahme, meist Stanzbiopsie. Die Proben werden vom Pathologen in Wachsblöcke eingebettet, davon dünne Schnitte genommen und diese unter einem Mikroskop ausgewertet. Die Wachsblöcke sind Eigentum des Patienten und werden sehr lange bewahrt. In Deutschland ist die Aufbewahrungsfrist fünf Jahre. Die Blöcke können ggf. zu einem anderen Pathologen geschickt werden für eine "Zweite Meinung" ("second opinion").
    Der Pathologe schreibt einen Bericht an den Urologen und er meldet u.a. den Gleason Score oder den Grad. Zum Beispiel GS(3+5) oder GIII.
    Dr. Donald Gleason hat den Prostatakrebs in fünf Stufen der "Entdifferenzierung" eingeteilt, 1, 2, 3, 4 und 5. Der Krebs "entdifferenziert" die Zellen, und wenn er das sehr stark tut, ist er sehr aggressiv, wenn er das ganz wenig tut, ist er wenig aggressiv (hochdifferenziert). Die Stufe 1 ist hochdifferenziert, fast gesund, die Stufe 5 ist als Zelle sehr stark verändert, das Gewebe zeigt große Unordnung, sehr aggressiv.
    Der GS besteht aus zwei Ziffern. Die erste Ziffer identifiziert das, was der Pathologe am meisten in dem befallenen Gewebe erkennt, also das häufigste Tumorgewebe. Die zweite Ziffer gilt für das zweithäufigste Tumorgewebe. Beide Zahlen werden dann zusammengezählt und ergeben den Gleason Score. Deswegen ist zum Beispiel GS(5+3) schlechter als GS(3+5), obwohl beide die Summe 8 liefern. Das Grading nach dem deutschen Pathologisch-urologischen Arbeitskreis, z.B. GI, GII oder GIII (manchmal schreibt man G1, G2, G3) ist eine andere Art, die Aggressivität festzustellen. Sie kann manchmal noch durch a und b nach Helpap unterteilt sein. Das Grading kann mit der Summe der beiden Zahlen des GS wie folgt verglichen werden:
    GI stimmt in etwa überein mit GS 2 bis 4
    GII stimmt in etwa überein mit GS 5 bis 7
    GIII stimmt in etwa überein mit GS 8 bis 10
    Es gibt in Deutschland eine weitere Differenzierung nach Helpap:
    GIa, GIb, GIIa, GIIb, GIIIa, GIIIb
    Beispiel:
    1. Anton Zimmermann (1942)
    2. Diagn: 05/99; bPSA 7,3;
    3. Prost.Vol. 22;
    4. T3N+M0;
    5. GS(3+5)8
    Punkt 6
    Therapie mit Datum
    Hiernach folgen Angaben über die Behandlung, die Therapie (Therap). Jeder Beginn und jede Änderung müssen mit einem Datum versehen sein. Falls andere Therapieformen, z. B. Cryotherapie, HIFU o.ä. gewählt wurde, dann bitte ohne weitere vereinbarten Kürzel angeben.
    Punkt 7
    PSA-Verlauf mit Datum. Dabei sollte das Datum nach den obigen Vereinbarungen möglichst vor der Therapieangabe stehen. Die Angaben über den Verlauf der PSA-Werte sind meist nur interessant nach Beginn einer Therapie.
    Beispiel:
    1. Anton Zimmermann (1942)
    2. Diagn: 05/99; bPSA 7,3;
    3. Prost.Vol. 22;
    4. T3N+M0;
    5. GS(3+5)8
    6. Therap.: 06/99 RP
    7. PSA-Verlauf
    07/99 - 0,02
    10/99 - 0,02
    01/00 - 0,05
    04/00 - 0,09
    07/00 - 0,20
    Punkt 8
    In die Liste der PSA-Werte sollten dann ebenfalls mit Datum alle Therapiemaßnahmen und auch alle Medikament einschließlich der alternativen Methoden oder Nahrungsergänzungsmittel oder Ernährungsumstellungen dazwischen geschoben werden, so dass man erkennen kann, wann welche Maßnahmen getroffen wurden und welche Auswirkungen sie auf den Prostatakrebs hatten:
    Beispiel:
    1. Anton Zimmermann (1942)
    2. Diagn: 05/99; bPSA 7,3;
    3. Prost.Vol. 22;
    4. T3N+M0;
    5. GS(3+5)8
    6. Therap.: 06/99 RP
    7. PSA-Verlauf
    07/99 - 0,02
    10/99 - 0,02
    01/00 - 0,05
    04/00 - 0,09
    07/00 - 0,20
    07/00 Externe Bestrahlung
    08/00 - 0,18
    11/00 - 0,15
    02/01 – 0,21
    03/01 – Beginn der ADT3 mit Zoladex, Casodex 150 mg, Proscar
    03/01 – Selen, Vitamine etc. Zusatzernährung
    05/01 – 0,18
    08/01 – 0,07
    11/01 – < 0,04
    02/02 – <0,04
    Damit ist auf einen Blick schon viel Klarheit geschaffen zur Diagnose. Natürlich kann mehr Information in beschreibender Form gegeben werden. Zum Beispiel: "Bin Diabetiker" oder "PK und/oder BK (Brustkrebs) kommen in der Familie vor".
    Diese acht Punkte sollten immer angegeben werden, wenn dies möglich ist.

  5. #5
    Registriert seit
    30.07.2007
    Beiträge
    21

    PSA-Anstieg nach Radikal-OP der Prostata

    Erst einmal herzlichen Dank für die Antworten.
    Diagnose: Prostata-Karzinom ICD10C61
    Tumorstadium: cT2b
    Histologie: Adeno-Karzinom,Gleason-Score überwiegend 3+4=7, in der Farktion rechts medial 4+4=8
    PSA:11 ng/ml
    Stanzbiopsien 8 von 12 poitiv ( beide Seitenlappen
    Lymphknoten, SSamenleiter, Samenbläschen waren nicht befallen. Am Schnitt wurden keine Krebszellen entdeckt.

    Knochenszintgramm ohne Befund.
    Der krebs lag im rechten Prostatalappen bis 1 mm vor der Kapsel.
    Op mit beiderseigen Nervenerhalt. Habe trotz Viagra nur eine halbsteife Erektion.
    Kontinenz nicht 100 %ig, brauche aber keine Einlagen

  6. #6
    Registriert seit
    30.07.2007
    Beiträge
    21
    noch eine Ergänzung. Die Lymphknoten im Becken wurden entfernt, mein Alter ist nun 65, keine weiteren Erkrankungen, bin noch recht sportlich

  7. #7
    Registriert seit
    24.10.2008
    Beiträge
    1.888
    Ich würde jetzt bestrahlen.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

  8. #8
    Registriert seit
    30.07.2007
    Beiträge
    21
    Hallo,
    soweit ich vom Urologen weiss, werden auch hier 3 Strahlenquellen angewandt. Gibt es schon neuere Methoden. Am 15.4, habe ich den termin in der Strahlenklinik
    Gruß Jürgen

  9. #9
    Registriert seit
    30.07.2007
    Beiträge
    21
    Danke für die Antwort. Also nicht noch 3 Monate warten, um zu sehen, ob sich der Wert ändert?

  10. #10
    Registriert seit
    24.10.2008
    Beiträge
    1.888
    Zitat Zitat von welogi Beitrag anzeigen
    Danke für die Antwort. Also nicht noch 3 Monate warten, um zu sehen, ob sich der Wert ändert?
    Müssen Sie nicht, können Sie aber. Wenn Sie sich unsicher fühlen, warten Sie ab.
    Der Strahlentherapeut.

    Alle Angaben sind nur Empfehlungen und basieren auf die verfügbaren Informationen. Sie ersetzen keinesfalls eine persönliche Beratung und Betreuung durch den behandelnden Arzt. Keine Arzthaftung.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •