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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erhöhter PSA-Wert



Anne82
13.05.2017, 07:42
Hallo,
ich habe mich vor kurzem hier angemeldet und mache mich seit Tagen verrückt, mein Vater hat einen erhöhten PSA-Wert von 6.5 vor drei Monaten lag der Wert bei 5,6 ,der Urologe möchte eine Stanzbiopsie machen, weil er der Meinung ist, das es sich höchstwahrscheinlich um Prostatakrebs handelt.

Meine Frage, ist der Wert meines Vaters wirklich riskant, und wenn es sich um Prostatakrebs handelt wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, das sich Metastasen gebildet haben.

Auf Antworten würde ich mich sehr freuen.

Wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

Michi1
13.05.2017, 07:48
Erst eine Biopsie wird dir Gewissheit bringen. Er würde die so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ist meine Meinung.

Anne82
13.05.2017, 07:55
Danke für die schnelle Antwort , wir haben am Dienstag einen Termin, ich hoffe das dann schnell die Stanzbiopsie erfolgt.
Ist Wert denn sehr erhöht ?

Harald_1933
13.05.2017, 09:00
Guten Morgen Anne,

der erhöhte PSA-Wert könnte auch andere Ursachen haben. Es könnte z.B. eine Entzündung vorliegen. Wie alt ist denn Dein Vater? Die 82 hinter Deinem Benutzernamen deuten doch nicht auf sein Alter hin? Vor einer Biopsie würde ich in 3 Monaten noch einmal PSA im gleichen Labor ermitteln lassen. Oder hat der Urologe den Wert selbst ermittelt?

Gruß Harald

Hvielemi
13.05.2017, 09:50
..., ist der Wert meines Vaters wirklich riskant, und wenn es
sich um Prostatakrebs handelt wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit,
das sich Metastasen gebildet haben.

Liebe Anne

Erstmal kennen wir nur zwei PSA-Werte.
Die sagen, dass mehr PSA im Blut deines Vaters sei, aber nicht,
ob das von einer Prostata-Entzündung komme, oder von einem -Krebs.

Gibt es denn frühere PSA-Werte, z.B. von Jahres-Checks?
Daraus könnte man Aussagen ableiten über den Verlauf,
also ob der für die eine oder andere Quelle typisch sei.

Der Wert von 6.5ng/ml ist nicht hoch. Aber schon 5.6 war Anlass
genug für den Urologen, das drei Monate später zu überprüfen.
Wenn der Anstieg auf einen Krebs zurückzuführen wäre,
würde sich der bei gleichbleibendem Anstieg etwa einmal pro
Jahr verdoppeln. Das könnte mit den älteren Werten überprüft werden.
Springen diese Werte jedoch auf und ab, würde wohl eine Entzündung
im Spiel sein. Das liesse sich mit der Gabe eines geeigneten Antibiotikums
überprüfen, was wohl ohnehin bereits gemacht worden ist.
Das PSA müsste rasch und deutlich sinken.
Steigt der Wert dennoch, sollte man bald biopsieren.
(Eine Nachmessung wäre schon in wenigen Wochen aussagekräftig)

Fällt die Biopsie positiv aus, wäre eine Therapie wohl innerhalb einiger
Monate angezeigt.

Erst mit vorliegenden Biopsie-Ergebnissen könnte man über Metastasen
spekulieren. Gewissheit dazu bringen erst Ergebnis und Verlauf nach
einer Primärtherapie (typischerweise OP oder Bestrahlung).


Carpe diem!
Konrad


PS:
Bitte lest zunächst mal die Kapitel über Diagnostik im 'Basiswissen'.
Das findet ihr im gelben Link ganz oben auf dieser Seite.

Anne82
13.05.2017, 14:23
Vielen Dank für die Antworten,
mein Vater ist 65 Jahre alt, eine gutartige Prostatavergrößerung war bereits bekannt er hatte Schmerzen und dachte, das es wieder ein Leistenbruch sein könnte. Die Prostata hat sich wieder vergrößert meinte der Arzt von einer Entzündung war nicht die Rede aber ich denke, dass man das im Blut erkennt an den Entzündungswerten die hoch sind oder irre ich mich?
Das sind nochmal die Werte: 30.04.2015 =3,403 / 18.01.2017=5,685 / 08.05.2017=6,539

Hvielemi
13.05.2017, 15:44
OK, Anna, danke für den dritten Wert, nun wird es kompliziert*.

Nehmen wir an, es läge keine Prostataentzündung vor, da CRP unauffällig.
Da gibt es noch eine weitere PSA-Quelle, die ich oben vereinfachend
unterschlagen hatte, die Benigne Prostata-Hyperplasie (BPH).
Die angesichts der Beschwerden wohl recht grosse Prostata sezerniere einen
PSA-BPH-Anteil von rund 2ng/ml, langsam zunehmend, was wir über zwei Jahre
hinweg vernachlässigen wollen (analog blauer Linie in Diagramm [3] bei ca. 1.5ng/ml)
Dann blieben 1.4, 3.7 und 4.5ng/ml, die von einem Prostatakrebs stammen könnten.
Diese PSA-PCa-Verdoppelungszeit (VZ)** betrüge über beide Messperioden gut 10 Monate
(analog der roten Linie in [3], die im Beispiel deutlich steiler, also aggressiver verläuft).

Unter diesen (etwas über den Daumen gepeilten) Annahmen ergäbe sich eine in etwa
konstante VZ, also ein exponentielles Wachstum. Die Nachmessung vom 08.05.2017
hat den Krebsverdacht des Urologen vom Januar also verdichtet, was aus meiner Sicht
eine Biopsie ohne weitere Umschweife nahelegt.
Dein Vater braucht nun Gewissheit statt monatelanges Rumeiern.

Uff, Michi kam schon in Beitrag #2 zu diesem Ergebnis in einer einzigen Zeile!


Carpe diem!
Konrad


*Mehr dazu im Link unten zu: 'Was ist PSA-Alert' von H.H. Glättli

**Berechnung der PSA-VZ:
http://www.labor-limbach.de/PSA-Verdopplungszeit.355.0.html?&no_cache=1

Anne82
13.05.2017, 17:12
o gott ist das kompliziert und es macht mir Angst kann es nicht doch eine chronische Entzündung sein wegen den schmerzen

Hvielemi
13.05.2017, 17:53
Auch das sähe man in der Biopsie.

Konrad

Michi1
14.05.2017, 05:30
Konrad, da du den Beitrag von mir ansprichst möchte ich dazu sagen. Ich bin schon fast 2 Jahre hier im Forum und lese täglich die neuesten Beiträge aber ich persönlich schreibe eigendlich nur von dem das ich schon alles selber durchgemacht habe. Theorie kann man in Mengen im Internet finden und ich bewundere die die sich damit beschäftigen. Bei mir wird das nichts. Ich lasse mich von dieser Krankheit nicht so weit runterziehen das ich mich so Intensiv damit befasse. Bis jetzt bin ich gut damit gefahren. Aber trotzdem Danke für deine Antworten.

Anne82
14.05.2017, 06:23
Danke für die Antworten, möchte auch nicht mehr mit meinen teilweise unnötigen Fragen nerven. Wir werden abwarten müssen.
Wünsche euch einen schönen Sonntag

Michi1
14.05.2017, 07:44
Sind doch keine unnötige Fragen. Krebs ist ein ernstes Thema und wer weiß schon wenn er oder ein Angehöriger damit zu ersten Mal damit zu tun hatte Bescheid.

Anne82
14.05.2017, 08:40
Danke für ihr Verständnis, vor kurzem ist ein Nachbar an Prostatakrebs verstorben deshalb mache ich mich verrückt ich recherchiere auch viel im Internet was mich noch mehr beunruhigt am Dienstag haben wir einen Termin beim Urologen ich hoffe das die Stanzbiopsie so schnell wie möglich erfolgt

Michi1
14.05.2017, 09:14
Anne, genau so hab ich es vor 2 Jahren auch gemacht, es hat mich auch nur imer mehr verwirrt. Jetzt mache ich das was mir mein URO sagt, gehe wenn es bewilligt wird in eine AHB auch wenn ich belächelt werde wenn mir immer wieder gesagt wird das man sich auf Ärzte nicht immer verlassen kann. Mir ist es so angenehm und ich Lebe viel lockerer. Ich habe immer gemeint im Internet kann ich mehr von Betroffenen lesen und kann man dann danach richten aber weit gefehlt, das meiste ist Theorie ach wenn es von vielen dann so rübergbracht wird als wenn es das einzige richtige ist. Nach einer Op "DaVinci" mussteich mich 12 Monate danach eine Bestrahlung unterziehen, die PSA Werte sind bis jetzt immer noch in Ordnung aber ich bin halt Inkontinent. Auch dagegen unternehme ich noch alles was man mir Empfohlen wird. So habe ich am 24.5. einen Temin in KH dort wird mir ein künstlicher Schließmuskel eingesetzt. Ich will ja wieder voll im Leben stehen und alles eine zeitlang vergessen können.

Anne82
14.05.2017, 09:40
Ich wünsche ihnen viel Glück bezüglich der OP und das sich ihre Lebensqualität dadurch steigert.

MartinWK
14.05.2017, 09:58
Nach dem Recherchieren kommen ordnen und bewerten - sonst sind die Ergebnisse in der Tat verwirrend. Beim Ordnen der Fakten (oder Pseudofakten) hilft der Dialog mit Fachleuten und Betroffenen, beim Bewerten (wie gewichte ich die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten aufgrund meiner Lebenseinstellung) eher nur andere Betroffene. Wenn man sich lange genug "verrückt" gemacht hat kommt nach der Verwirrung eine Klarheit, die einem weiterhilft. Da Prostatakrebs in der Regel langsam voranschreitet ist genug Zeit sich damit auseinander zu setzen.
Zuerst einmal würde ich oben den Link "Wichtige Links zum Thema Protstakrebs" anklicken und den ersten Rat herunterladen. Dort steht auch einiges zur Biopsie. Das ist leider keine so einfache Sache nach dem Motto: "gehe zum nächsten Urologen und laß' das machen und das Resultat sagt alles". Transrektal oder transperineal? Betäubung? Antibiotika-Prophylaxe? 10 Nadeln/24 Nadeln? MRT vorher? Oder nachher, weil - schlimmster Fall - keine Karzinomstelle getroffen wurde: dann könnte man annehmen, dass nichts da ist, aber eigentlich weiß man es nicht. Und PSA weiterhin erhöht und ansteigend, also dann doch MRT und erneute Biopsie (gut, die Wahl "erst MRT - dann Biopsie" hat man als Kassenpatient nicht, außer man zahlt selbst).

Michi1
14.05.2017, 10:03
Um es ganz naiv zu sagen. Ich will die Krankheit nicht studieren ich will sie beherschen sonst beherscht sie mich.

Hvielemi
14.05.2017, 10:43
Theorie kann man in Mengen im Internet finden ...
Ich lasse mich von dieser Krankheit nicht so weit runterziehen,
dass ich mich so Intensiv damit befasse.

Schon möglich, lieber Michi, aber ich habe 'PSA-Alert' nicht im
Internet gefunden, sondern der Autor kam aufgrund meiner
Werte, die ich in myprostate.eu publiziert hatte, auf mich zu,
um zu verstehen, warum der letzte Wert vor meiner RPE von
der langjährigen Messreihe abweiche. Dieser Wert störte die
ansonsten auf ein Prozent genaue Addition der beiden
Exponentialfunktionen für PSA-BPH und PSA-BPS, guck [3].
Klar, der 'falsche' Wert war von meinem Urologen unmittelbar
nach der Biopsie abgenommen worden ...
Ich habe mich lange mit H.H. Glättli über das Prognosepotential
seiner mathematischen Methode unterhalten und bin überzeugt,
dass damit bessere Prognosen erstellt werden können,
als mit dem subjektiven Gleason-Score.
Der Pferdefuss ist die erratische Störung der Auswertung durch
Prostataentzündungen (was in meine erste Antwort an Anna
einfloss).

Was das Internet angeht, also auch dieses Forum, hat mir die
intensive Beschäftigung mit der Krankheit schon ein deutlich
längeres Leben eingebracht:
Wäre ich ahnungslos beim Urologen geblieben, einem begnadeten
Operateur, hätte ich Abirateron bekommen, dann Docetaxel,
Cabazitaxel vielleicht noch und Exitus.
Mithilfe der KSSG-Onkologie habe ich mir Enzalutamid schon
vor der Zulassung erstritten, und habe an der Studie zur
3.-Linien-Hormontherapie-VT464 teilnehmen dürfen.

ich habe bereits 2012 ein erstes PSMA-PET machen lassen, als
man das ausserhalb Heidelberg noch nicht mal buchstabieren
konnte und Zweimal bisher PSMA-RLT bekommen und mehrere
lokale Bestrahlungen. Mein PSA ist trotz extrem kurzen
Verdoppelungszeiten heute, sieben Jahre nach der Erstdiagnose,
nicht höher als damals.

Klar, wir befassen uns mit vollkommen verschiedenen Problem-
kreisen: Dein PSA ist stabil <0.07ng/ml (möge das immer so bleiben!)
und Du befasst dich mit den Nebenwirkungen einer schlecht
gelaufenen RPE.
Was kümmern dich also Fragen nach einer siebten oder achten
Krebs-Therapie?

Ich war vom ersten Tag nach dem Katheterziehen dicht und
befasse mich weiterhin mit einem lebensbedrohenden Krebs.
Was kümmern mich AHB, REHA und der Einbau von Implantaten?

Dementsprechend schreiben wir zu verschiedenen Themenkreisen.
Es ist nicht so, dass "mich von dieser Krankheit ... so weit
runterziehen (lasse), dass ich mich so intensiv damit befasse",
sondern die Beschäftigung damit hat mir Jahre gegeben,
in denen ich immer mal wieder schreiben durfte:
"Ich bin glücklich!", auch heute.

Das allerdings habe ich nicht der Krankheit zu verdanken,
sondern meiner Doris, die zu Beginn unserer Partnerschaft
auch nicht glaubte, dass die jemals so lange dauern würde.
Dafür, lieber Michi, lohnte sich für mich jede Minute der
Auseinandersetzung mit der Krankheit.

Annas Vater wünsche ich sehr, dass er sich "danach" weder
mit deinem, noch mit meinem Themenkreis auseinandersetzen
müsse. Wenn doch, hat er das Glück einer sorgenden Tochter.

Carpe diem!
Konrad

Hartmut S
14.05.2017, 16:52
Ja, das Internet kann informativ, aber auch abschreckend sein.

Als ich vor kurzem meine Beschwerden hatte, gab ich bei „Dr. Google“ folgendes ein:
Bauchschmerzen, Lenden- Flanken- Rücken- u. Nierenschmerzen.
Ergebnis: Leberzirrhose Endstadium.
Als ich dann an eine Metastase dachte, fand google im Zusammenhang mit der Leberzirrhose gar nichts.

Anne, alles Gute für deinen Vater!

Gruss
hartmut

Hvielemi
14.05.2017, 18:22
Ja, das Internet kann informativ, aber auch abschreckend sein.

Als ich vor kurzem meine Beschwerden hatte, gab ich bei „Dr. Google“ folgendes ein:
Bauchschmerzen, Lenden- Flanken- Rücken- u. Nierenschmerzen.
Ergebnis: Leberzirrhose Endstadium.

Och, Hartmut, das toppen meine Urologen locker:
Bloss weil ich einen verengten Ureter und in der Folge mal 'ne Nierenkolik hab,
drehen die mir doch glatt ein DD Malignes Ureterkarzinom an ...

Die Biopsie wird diesen Verdacht pulverisieren.

@Anna:
Solche wilden Äusserungen immer erstmal einer Plausibilitätsprüfung unterziehen
egal ob die vom Netz oder einem übermotivierten Doktor kommen.
Dazu ist das schon mehrfach erwähnte "Grundwissen" von Ralf oben im gelben Link
ein erstklassiges Hilfsmittel im Bereich Prostatakrebs.
Auch wenn es kompliziert erscheint.
Prostatakrebs ist nun mal kompliziert, weil man viel mehr darüber weiss, als über
jede andere Krebsart. Das kommt dann dem engagierten Patienten zugute.

Konrad

Harald_1933
14.05.2017, 20:13
Danke für ihr Verständnis, vor kurzem ist ein Nachbar an Prostatakrebs verstorben deshalb mache ich mich verrückt ich recherchiere auch viel im Internet was mich noch mehr beunruhigt am Dienstag haben wir einen Termin beim Urologen ich hoffe das die Stanzbiopsie so schnell wie möglich erfolgt

Liebe Anne,

bitte frage den Urologen am Dienstag, ob er überprüft hat, ob es sich evtl. nicht auch um eine Entzündung handeln könnte, die man vorab mit einem Antibiotikum behandeln würde?

Herzliche Grüße

Harald

P.S.: Übrigens, wir duzen uns hier alle im Forum. Ausgenommen sind Ärzte.

MartinWK
15.05.2017, 08:06
P.S.: Übrigens, wir duzen uns hier alle im Forum. Ausgenommen sind Ärzte.
Warum sind die ausgenommen?

Hartmut S
15.05.2017, 08:27
Warum sind die ausgenommen?:) weil sie gebildeter sind, als wir.:)

gruss
hartmut

Harald_1933
15.05.2017, 08:43
Warum sind die ausgenommen?


Moin moin,

das hat sich mittlerweile stillschweigend so eingespielt. Es ist bekannt, dass ich mich bei E-Mails und am Telefon z.B. mit Prof. Martin Schostak seit 2013 duze, er persönlich es aber schätzt, wenn das im Forum unterbleibt. Auch Daniel Schmidt akzeptiert, wenn man ihn z. B. mit lieber Daniel anspricht, aber im Text das Siezen einsetzt.

Und ich meine, das ist auch gut so.

Anne82
16.05.2017, 16:02
Hallo,
waren heute beim Urologen,
nächste Woche wird die Stanzbiopsie gemacht, er meinte es könnte auch eine Entzündung sein aber auch Krebs. Wir haben ein Rezept für ein Antibiotikum bekommen , was ich nicht verstehe warum er ihm das Antibiotikum nicht vorher gegeben hat.

Harald_1933
16.05.2017, 16:06
Hallo,
waren heute beim Urologen,
nächste Woche wird die Stanzbiopsie gemacht, er meinte es könnte auch eine Entzündung sein aber auch Krebs. Wir haben ein Rezept für ein Antibiotikum bekommen , was ich nicht verstehe warum er ihm das Antibiotikum nicht vorher gegeben hat.

Liebe Anne,

das verstehe ich in der Tat auch nicht??

Gruß Harald

MartinWK
16.05.2017, 16:43
Das ist wohl die Prophylaxe vor und nach der Biopsie. Das sollte der Arzt aber auch so gesagt haben.

Rastaman
16.05.2017, 16:49
Hallo Anne,

ich würde beim Urologen folg. klären: Ist das Antibiotikum

a) als Vorbereitung für die Biopsie gedacht (das ist richtig + wichtig + die Standard-Prozedur)
b) als Therapie der evtl. vorhandenen Prostatitis gedacht (dann sollte man dessen Erfolg vor der Biopsie prüfen).

Die Frage sollte selbst die Sprechstundenhilfe beantworten können.

Hvielemi
16.05.2017, 17:05
Liebe Anne
Wunderlich ist es schon, dass der Uro die Möglichkeit einer Entzündung nach der
ersten und der zweiten Messung nicht angesprochen hat. Dass er dies nun nach
der dritten Messung nachholt, wundert mich allerdings noch mehr.
Der Mann benutzt wohl kein Logarithmenpapier und auch keinen VZ-Rechner.
Damit ist er nicht allein in der Urologenzunft, und das heisst noch lange nicht,
dass er ein schlechter Arzt sei. Ihr habe einfach seinen Schwachpunkt gefunden.

Immerhin ist es keine schlechte Idee, per Antibiotikum gegen die Infektionsgefahr
bei der Biopsie etwas gewappnet zu sein. Andere Forenmitglieder möchten das
vielleicht noch ausdeutschen...


Ich wünsche deinem Vater eine günstige Histologie!
Konrad





Es ist bekannt, dass ich mich bei E-Mails und am Telefon z.B. mit Prof. Martin Schostak seit 2013 duze,
er persönlich es aber schätzt, wenn das im Forum unterbleibt .
@Martin und andere, die meinen, im Internet gäbe es keine Umgangsformen:

Professor Schostak ist der einzige 'User' im ganzen Forum, der vorbehaltlos und offen
seine Identität bekanntgibt und damit als Arzt weiter geht als jeder Andere, auch
wenn man vom Einen oder Andern gelegentlich mitbekommt, wer das sei.

Es würde niemandem einfallen, in Magdeburg den Professor bei seiner Kaffepause
anzusprechen mit: "Moin Martin, ich brauch eben mal deinen Rat" (Nur Harald darf das).
auch im Forum gibt es keinen Grund für diese, gelinde gesagt, Formlosigkeit.

Auch Ärzte, deren Namen man rückwärts lesen muss, oder die einen Fantasienamen
oder Initialen benutzen haben diesen Respekt verdient, denn es geht ihnen ja nicht darum,
sich im Forum einen langweiligen Abend um die Ohren zu hauen, sondern das ist
für uns Betroffene eine eminent wichtige Hilfe. Auch wenn es manchmal nur in
Form zweier spröder Zeilen daherkommt.
Was anderes ist, wenn man zu einem Arzt ein persönliches Du-Verhältnis hat.
Ich bleibe in diesem Fall im Forum wie Harald dennoch bei der Sie-Anrede mitsamt Titel.
Anders ist das dann in persönlichen Umgang, im Mail- und im PN-Verkehr.

Konrad

MartinWK
16.05.2017, 17:18
@Martin und andere, die meinen, im Internet gäbe es keine Umgangsformen:Konrad
Wie kommen Sie denn darauf? Das habe ich nie gesagt! Allerdings hatte ich mit dem "Du" noch nie ein Problem, und im angelsächsischen Sprachraum wie auch im Geschäftsleben international (ob Frankreich, Spanien, Asien) benutzt man "you" und Vonamen; es gibt viele Arten, Distanz und Respekt auszudrücken, "Sie" ist eine davon, noch dazu sehr ungenau. Und natürlich redet ein Akademiker oder ein selbstbewußter Student seine Professoren nicht mit "Herr Prof. Dr." an (außer bei großer Distanz schriftlich oder manchmal in der Öffentlichkeit), da hätte man ja viel zu reden, um etwas zu sagen im Fachgespräch.
Hier im Forum rede ich die, die mit Vornamen unterschreiben, mit "Du" an, die Anderen mit Sie (außer in Zukunft Konrad auf eigenen Wunsch) - das ist doch ganz einfach, so macht man das von Angesicht zu Angesicht doch auch, je nachdem, wie sich einer vorstellt. Vorname und "Sie" finde ich verkrampft, das gehört in die Oberstufe.

Hvielemi
16.05.2017, 17:25
Noch ein Formfehler, Herr Martin:

Wenn Du mich unvollständig zitierst, füge gefälligst Auslassungspünktchen ein.
Ob Du mich siezt oder nicht, ist mir egal.

Hv.

MartinWK
16.05.2017, 17:25
Nochmal zum Antibiotikum: die Prophylaxe ist nicht nur "keine schlechte Idee" (Konrad), sondern zwingend, wenn man sich die entsprechenden Untersuchungen ansieht. Infektionen sind häufig und gerade bei rektaler Biopsie unangenehm bis gefährlich.
Der Arzt geht sicher nicht von einer Entzündung aus, bei dem PSA-Verlauf. Wenn das PSA nach der Biopsie deutlich runtergeht und die Biopsie negativ ist, wird es wohl kein PCa sein. Dann wäre die Biopsie unnötig gewesen - ein Grund, erstmal eine nicht invasive Bildgegung zu machen oder erst Antibiotika zu geben. Annes Vater will aber offenbar die Biopsie gleich.

Anne82
16.05.2017, 17:43
Der Arzt hat uns geraten eine Biopsie zu machen. Von einer Entzündung war nie die rede, nur heute meinte er auf meine Frage ob die Wahrscheinlichkeit das es sich um ein Prostatacarcinom handelt hoch ist, meinte er er wäre kein Hellseher es könnte vielleicht auch eine Entzündung sein. Das hat mir Hoffnung gemacht, aber ich habe das Gefühl das ihr euch fast sicher seit das es doch Krebs ist.

Hvielemi
16.05.2017, 19:35
Liebe Anna
Genug der Hoffnung deinerseits und Analyse/Senf meinerseits.
Harald wünscht eine Entzündung für deinen Vater, ich auch,
'glaube' aber nicht daran. Auch der Urologe scheint von Anbeginn
nicht daran geglaubt zu haben.

Nichts genaues weiss man nicht.
Die Biopsie wird bald Fakten bringen.

Carpe diem!
Konrad

Hartmut S
17.05.2017, 07:56
Hallo Anne,

in dieser Situation der Ungewissheit waren die meisten von uns.
Die Wartezeit nach der Biopsie, ca. 2-7 Tage, bis das Ergebnis vorliegt, kann dann noch extremer sein.
Versucht das ganze etwas entspannter zu betrachten.
Selbst wenn das schlimmste eintreffen würde, bedeutet dies kein „Todesurteil.
Viele von uns leben mit Ihrer Krankheit seit vielen, vielen Jahren.

Zum „Du“ möchte ich auch noch etwas schreiben.
Ich bin mit dem PC groß geworden, als Aldi noch mit Zitronen gehandelt hatte.
Im Netz dominierte bis ins Jahr 2005 das „Du“.

Das wir uns hier mit den Ärzten per „Sie“ ansprechen finde ich aber gar nicht so schlecht.
Da wir manchmal nicht immer einer Meinung sind, wäre es fatal, wenn wir mit Ärzten ein Streitgespräch per „Du“ austragen müssten.
Das „Du“ neigt mehr zu Beleidigungen bzw. zu Respektlosigkeit.

Ich heiße Hartmut, und möchte, wenn möglich, mit „Du“ angesprochen werden.
Den Namen habe ich mir nicht ausgesucht, darum kann man mich auch mal „Lieber Dussel“ nennen. :)

Gruss
Hartmut

MartinWK
17.05.2017, 09:01
Noch ein Formfehler, Herr Martin:
Wenn Du mich unvollständig zitierst, füge gefälligst Auslassungspünktchen ein.
Ob Du mich siezt oder nicht, ist mir egal.
Hv.

Ich weiß nicht, warum du mich so beharkst. Ich hatte nur klar gestellt, dass ich niemals behauptet habe, im Internet gäbe es keine Umgangsformen. Willst du das weiterhin verbreiten? Offenbar, denn sonst würdest du nicht "Noch ein Formfehler" schreiben.
Sachlichkeit und Höflichkeit sind selbstverständlich, "gefälligst" gehört nicht dazu.
Hab' dir nichts getan, und wünsche dir nur das Beste!

Anne82
30.05.2017, 13:14
So melde mich zurück Biopsie überstanden , keine Krebszellen vorhanden dafür eine leichte Entzündung,was aber den PSA Wert nicht steigen lässt meinte der Arzt. Der Arzt hat mich ein wenig angezickt weil ich ihn angerufen habe um die Ergebnisse zu erfahren. Auch hat er den Termin für die Biopsiebesprechung abgesagt, was ich auch merkwürdig fand.

Hartmut S
30.05.2017, 13:34
So melde mich zurück Biopsie überstanden , keine Krebszellen vorhanden dafür eine leichte Entzündung,was aber den PSA Wert nicht steigen lässt meinte der Arzt.

Auch hat er den Termin für die Biopsiebesprechung abgesagt, was ich auch merkwürdig fand.
sicherlich deswegen (siehe oben)
mach dir keinen kopp. - alles gut!

machst du nun einen ganz regulären, neuen termin aus. mehr nicht.
völlig normal, denke ich.

gruss
hartmut

Arne80
30.05.2017, 15:35
So melde mich zurück Biopsie überstanden , keine Krebszellen vorhanden dafür eine leichte Entzündung,was aber den PSA Wert nicht steigen lässt meinte der Arzt.

Das ist prinzipiell ein tolles Ergebnis, da nichts gefunden wurde. Eine Biopsie kann aber leider nie ganz ein Prostatakarzinom ausschließen, sie kann nur bestätigen, falls eine Stanze "trifft".
Im Klartext heißt das, dass Dein Vater immer noch einen zu hohen PSA-Wert und eine (leichte) Entzündung hat, die nach Aussage des Arztes das PSA aber nicht steigen lässt. Irgendwas ist aber für den Anstieg verantwortlich.
Wurde bereits eine Antibiotika-Therapie durchgeführt und das PSA nochmal bestimmt?
Meiner persönlichen Meinung nach würde ich in vorliegendem Fall den PSA-Wert in 6-8 Wochen nochmal messen, vorher Antibiotika nehmen und dann weitersehen.
Bleibt der Wert immer noch deutlich erhöht, wäre aus meiner Sicht ein mpMRT angesagt inkl. einer bildgestützten Biopsie (falls erforderlich).


Auch hat er den Termin für die Biopsiebesprechung abgesagt, was ich auch merkwürdig fand.

Manchmal wundert man sich schon...vielleicht wäre die Suche nach einem neuen Urologen angebracht? Das Mindeste wäre ein Vorschlag Eures Arztes, wie jetzt weiter zu verfahren sei!

VG
Arne

Hvielemi
05.06.2017, 12:41
Biopsie überstanden , keine Krebszellen vorhanden dafür eine leichte Entzündung,was aber den PSA Wert nicht steigen lässt meinte der Arzt. Der Arzt hat mich ein wenig angezickt

Naja, der Arzt sollte nicht rumzicken, das ist unprofessionell.


Hier nochmal die bisher gehabten PSA-Werte in ng/ml:

30.04.2015 = 3,4
18.01.2017 = 5,7
08.05.2017 = 6,5

Es gibt drei mögliche PSA-Quellen:

1.) Benigne Prostatavergrösserung BPH. Die kann nur einen Teil zu diesen Messwerten beitragen,
weil das Wachstum niemals so schnell erfolgt. Eine Verdoppelung des PSA-Wertes durch BPH
dauer nicht einige Monate, sondern 15 Jahre und mehr. Ein Anteil ist sicher vorhanden, ich
hatte den oben mit ca. 2ng/ml geschätzt.

2.) Eine Prostataentzündung. Die ist zwar in geringem Mass verhanden, sei aber gemäss
Telefonat mit dem Uro nicht für den Anstieg verantwortlich.

3.) Ein Prostatakrebs, der durch die Biopsie zwar nicht bestätigt, aber eben auch nicht
ausgeschlossen wurde.


Falls der Urologe wirklich glaubt, jetzt brauche es keinen weiteren Termin, heisst der wohl
Dr. Vogel-Strauss. Es ist jetzt falsch, den Kopf in den Sand zu stecken. Wenn der Gute nicht
neugierig ist, herauszufinden woher der PSA-Anstieg komme, ist es an der Zeit, Kopien
aller Unterlagen zu verlangen, um eine Zweitmeinung einzuholen. Ein weiterer PSA-Wert
wäre dazu hilfreich, aus dem gleichen Labor.

Nach meiner in Beitrag #7 dargelegten Abschätzung der PSA-Entwicklung müsste
das PSA in einem Monat ab heute, also zwei Monate nach der letzten Messung,
höher als 7ng/ml liegen. Eine andere Erklärung als PCa gäbe es hierfür nicht.
Liegt der Wert deutlich tiefer, war es vielleicht doch eine Entzündung.

Carpe diem!
Konrad


Bitte erstelle ein Profil bei myprostate.eu.
Der PSA-Verlauf wird dort grafisch und in Tabellenform mathematisch so
aufbereitet, dass eine Einschätzung auf den ersten Blick möglich wird.