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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umfang der Biopsie



striker523
08.12.2006, 17:27
Hallo,
da mein PSA-Wert seit 1 Jahr bei 5 bis 5,2 liegt, der Quotient bei 0,15 bis 0,20 hat mir mein Urologe eine Biopsie empfohlen, die stationär durchgeführt werden soll.
Ist es notwendig, 18 Stanzungen über sich ergehen lassen zu müssen (mit Betäubung) oder sollte man wegen der potentiellen Nebenwirkungen erst einmal darauf bestehen, dass nur 10 bis 12 Stanzungen durchgeführt werden. Hinweis: 57 J.,1. Biopsie überhaupt, kein weiterer negativer Tast- und UltraschallBefund.

striker523

Hans-W.
08.12.2006, 17:39
Hallo Striker
Gute Frage! Schwierige Antwort. Je mehr Stanzen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, Krebsherde zu erwischen aber immer noch keine Garantie. Ich persönlich würde es machen. Wenn etwas erwischt wird, hast Du bei PSA 5,2 gute Karten auf eine Heilung. Durch die Betäubung ist es nicht so schlimm. Vorher muss Antibiotika genommen werden aber das wird der Urologe wissen.
Gruß,
Hans-W.

ruggero1
09.12.2006, 22:02
Hallo striker,
seit einem Jahr immer der gleiche Wert? Gibt es noch weiter zurück reichende PSA-Werte? Wie groß ist denn die Prostata, dass gleich so viele Proben auf einmal genommen werden müssen? Gibt es weitere Anhaltspunkte für einen Krebsverdacht?
Mir scheint es fast empfehlenswert, vor der Biopsie noch eine Zweitmeinung einzuholen, z.B. den Urologen fs hier im Forum zu fragen!
Alles Gute!
ruggero

OliverB
10.12.2006, 00:39
Hallo Striker,
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Ich hatte im November 2005 im Alter von 54 Jahren einen recht unauffälligen Gesamt-PSA von 2,9 und einen fPSA von 0,28. Der errechnete Quotient (PSA-Ratio) war jedoch mit 9,7 % auffällig, so dass ich – auf Anraten meines Urologen - eine ultraschallgestützte Biopsie mit 10 Stanzen durchführen ließ.

Das Ergebnis war dann leider die Diagnose Prostatakrebs mit einem Gleason 3+3=6. Insoweit kannst Du Dir sicher vorstellen, dass ich bei Deinen Ausgangswerten nicht zögern würde, mir Gewissheit zu verschaffen und – sofern erforderlich - die Chance der Heilung rechtzeitig zu ergreifen.<O:p></O:p>
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Ich habe mich am 03.01.2006 operieren lassen (RPE/ Bauchschnitt) und war hinterher froh, dass ich das recht schnell durchgezogen hatte, weil der pathologische Befund nach der RPE sogar einen Gleason von 3+4=7 ergab und man damit schon mit recht agressiven PCa-Anteilen rechnen musste.

Die Biopsie hatte ich mir schlimmer vorgestellt, als sie dann wirklich war. Mein Urologe hatte mich medikamentös in einen Kurzschlaf versetzt und eigentlich habe ich nicht viel gemerkt.

Allerdings bleibt das Problem der Aussagegenauigkeit einer Biopsie: Sofern man nichts findet, ist das eine kleine Atempause, aber leider noch kein 100%iger Befund. Man müsste also weiter beobachten und vor allem andere Ursachen für auffällige Werte finden. Wird bei einer Biopsie allerdings Prostatakrebs festgestellt, dann ist dieser Befund natürlich eindeutig.

Wenn Du weitere Fragen hast, melde Dich ruhig – ich schaue hier eigentlich regelmäßig vorbei.

Dir drücke ich beide Daumen, dass Dir ein positiver Befund erspart bleibt.<O:p></O:p>
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Gruß OliverB aus Berlin

Schorschel
10.12.2006, 00:58
Hallo Striker,

was Oliver schreibt, finde ich richtig.

Eine Biopsie ist wirklich keine besondere Affäre. Bei mir wurde sie 2x gemacht, jeweils nur unter örtlicher Betäubung. Es ziept ein bißchen, aber jede Zahnarztbehandlung ist m.E. schlimmer. Ich würde in Deiner Situation sicher keine keine stationäre große Biopsie mit Vollnarkose machen lassen.

Vorher würde ich eine Prostatits ausschließen (durch Antibiotikabehandlung). Kennst Du Dein Prostatavolumen? Hast Du ältere PSA-Werte?

Viele Grüße

Schorschel

Michael
10.12.2006, 01:43
Es ziept ein bißchen, aber jede Zahnarztbehandlung ist m.E. schlimmer.
Schorschel

Lieber Schorschel,
die Zahnarztbehandlung würde ich aber auch in der Regel genauso harmlos sehen.
Ich würde lieber sagen, die Biopsie ist noch harmloser als jede Zahnarztbehandlung.
Gruß
Michael

Schorschel
10.12.2006, 13:20
Ich würde lieber sagen, die Biopsie ist noch harmloser als jede Zahnarztbehandlung.

Einverstanden... :-))

Viele Grüße

Schorschel

A1.Barth
10.12.2006, 19:47
Hallo,hier schreibt Alfred aus Dortmund.
Vor drei Jahren hatte ich eine Biopsie, bei PSA Werten um die 7,8-8,2,das Ergebnis nur Entzündungen.Obwohl der Wert stetig anstieg heute 10,2 wurde erst jetzt erneut eine Biopsie gemacht,das Ergebnis Krebs Glaeson 3+3=6.Mein Urologe ist für eine radikale Entfernung der Prostata(Schlüssellocheingriff).Obwohl ich keine großen Schwierigkeiten beim Urinieren habe,die Prostata ist auch nicht sehr vergrößert(36,2)aber mir ist es in der Lendenwirbelgegend nach unten hin nicht so angenehm.Eine Operation ist für Anfang Januar geplant.
Grüße aus Dortmund,Alfred.

Patrick
10.12.2006, 19:56
hallo Alfred,

wo wirst Du operiert ? Städitsche Kliniken bei Prof. Truss ? Soll gem. Aussage
meines Urologen auf dem Gebiet der Schlüsselloch-OP ein "Könner" sein.

Gruss aus Berghofen und viel Glück für deine OP !

P.

Michael
10.12.2006, 20:03
Hallo Alfred,
viel Glück und Nervenschonung.
Ich glaube, es ist die richtige Entscheidung, wenn es überhaupt eine richtige Entscheidung bei der Vielfalt der PK-Therapien geben kann.
Alles Gute
Michael

jürgvw
10.12.2006, 20:34
Hallo Alfred

Mich beunruhigt Dein Hinweis, es sei Dir in der Lendenwirbelgegend „nicht so angenehm“. Es ist durchaus möglich, dass dies mit Deinem PK keinen Zusammenhang hat. An Deiner Stelle würde ich aber unbedingt vor der Zustimmung zu einer Operation den Versuch unternehmen, die Ursache des Unwohlseins abzuklären. Auf jeden Fall scheint mir, dass mit einem Knochenszintigramm und einer Computertomographie (wenn möglich mit einem noch besseren bildgebenden Verfahren) vielleicht geklärt werden könnte, ob Metastasen die Ursache Deines Unwohlseins sein könnten. Klar, sog. Mikrometastasen können kaum entdeckt werden, doch dürfte sich der Aufwand trotzdem lohnen.

Ich schreibe das aus meiner Erfahrung heraus, dass bei mir geringe Lymphknotenvergrösserungen entdeckt wurden, die dann biopsiert wurden und sich als krebsbefallen erwiesen.

Bei einem Gleason von 3+3 kannst Du Dir die wenigen Wochen Zeit nehmen, um vor einer Therapieentscheidung zu einer möglichst umfassenden Diagnose zu kommen. Hast Du bei KISP (www.prostatakrebse.de (http://www.prostatakrebse.de)) den Text unter „Erster Rat“ gelesen? Wenn nein: Du solltest Dich hinter die Lektüre machen!

Alles Gute wünscht Dir

Jürg

Michael
10.12.2006, 21:04
Auf jeden Fall scheint mir, dass mit einem Knochenszintigramm und einer Computertomographie (wenn möglich mit einem noch besseren bildgebenden Verfahren) vielleicht geklärt werden könnte, ob Metastasen die Ursache Deines Unwohlseins sein könnten.

Jürg

Ich dachte immer, man würde obligatorisch nach einer positiven Biopsie immer ein CT und Knochenszintigramm machen.
Wenn das beim Alfred nicht gemacht wurde, dann finde ich es unerhört, aber vielleicht hat er das nur nicht erwähnt.
Michael

Eren1950
12.12.2006, 10:40
Eine Biopsie ist wirklich keine besondere Affäre. Bei mir wurde sie 2x gemacht, jeweils nur unter örtlicher Betäubung. Es ziept ein bißchen, aber jede Zahnarztbehandlung ist m.E. schlimmer. Ich würde in Deiner Situation sicher keine stationäre große Biopsie mit Vollnarkose machen lassen.
Schorschel

also meine erste biopsie im 2002 habe ich bei meiner urologe durchführen lassen mit 6 stanzen (wurde nichts festgestellt) und zweite biopsie im 2004 bei allg.kankenhaus in wien mit 10 stanzen wo schliesslich krebs festgestellt wurde. beide male war ich bei bewußtsein. vielleicht bin ich etwas wehleidiger, denn die meisten betroffenen berichten, es sei nicht so schlimm gewesen. jedenfalls würde ich jedem raten wenn es soweit ist, sich in kurzschlaf zu versetzen auch wenn es nur 10 minuten dauert!

meine subjektive empfindung ist so, dass jeder eingriff in die prostata spuren hinterlässt. jedenfalls habe ich erst nach 2002 meine prostata gespürt, als ob ich dort ein kleines golfball hätte was ich vor der biopsien nie gespürt hatte.

aber wie gesagt, jeder empfindet anders und es gibt leider keine andere methode krebs eindeutig zu diagnostizieren. und das ist glück im unglück, es kommt eben öfters vor, dass man nichts findet obwohl krebs vorhanden ist.

wenn biopsie unvermeidbar ist, dann auf jeden fall sich so betäuben lassen, dass man wirklich überhaupt nichts spürt!
bei zahnbehandlungen lasse ich mir auch die betäubungsspritze geben egal was gemacht wird.

lustigerweise habe ich die beiden biopsien immer noch total unangenehm in erinnerung im gegensatz zu meiner prostatektomie.

gruss aus wien
eren

TR-Willi
13.12.2006, 15:54
Hallo Alfred,
willst Du vor einer OP nicht genaueres wissen? Eine Cholin-PET/CT gibt in jedem Fall Auskunft darüber, ob eine RPE eine sinnvolle Maßnahme ist. Essen wäre für Dich der nächste Standort. Von den Kosten werden immer 2.000 € als Selbstzahler oder 800 € innerhalb einer Studie genannt. U.U. muss Du auch nichts zuzahlen (wie bei meinem Schulfreund). Ich persönlich würde noch vor einer Biopsie eine PET/CT, notenfalls auf eigene Kosten, durchführen lassen. Denn ob ein (oder besser kein) Karzinom vorhanden ist (oder Metastasen), kann wohl z.Z. in Deutschland mit keinem anderen Verfahren besser diagnostiziert werden. Oder liege ich da falsch, Erfahrene?

Gruß Willi

kaiser0301
16.12.2006, 10:16
Hallo,
da mein PSA-Wert seit 1 Jahr bei 5 bis 5,2 liegt, der Quotient bei 0,15 bis 0,20 hat mir mein Urologe eine Biopsie empfohlen, die stationär durchgeführt werden soll.
Ist es notwendig, 18 Stanzungen über sich ergehen lassen zu müssen (mit Betäubung) oder sollte man wegen der potentiellen Nebenwirkungen erst einmal darauf bestehen, dass nur 10 bis 12 Stanzungen durchgeführt werden. Hinweis: 57 J.,1. Biopsie überhaupt, kein weiterer negativer Tast- und UltraschallBefund.

striker523

Hallo Strikter,
ich bin 46J. vor zwei Wochen hat mir mein hausarzt empfohlen,
die PSA Werte zu untersuchen.

Das Ergebnis ist schockiert: PSA = 7,26, PSA Quotent = 0,04.
Ich habe schon mit einem 100% PK gerechnet.

Vor 4 Tage wurde bei mir eine Biopsie mit 8 Stanzen durchgeführt.
Gestern war der Befund da, kein PK Zelle gefunden.
Ich fühle mich wie neugeboren!

Ich finde, man soll eine biopsie möglich schnell durchführen lassen. Allein die psychische Belastung mit dem Gedanken eines möglichen PK ist nicht auszuhalten.

kaiser

Schorschel
16.12.2006, 10:36
Vor 4 Tage wurde bei mir eine Biopsie mit 8 Stanzen durchgeführt.
Gestern war der Befund da, kein PK Zelle gefunden.
Ich fühle mich wie neugeboren!

Hallo Kaiser,

prima, dass die Biopsie negativ war...

Aber beobachte Deine Werte unbedingt weiter, denn eine negative Biopsie heißt noch nicht, dass Du definitiv keinen PK hast!!! Es kann durchaus sein, dass Dein Urologe einen kleinen Krebsherd um 2 mm verfehlt hat!

Insofern unbedingt weiter wachsam sein und alle 3 Monate PSA erheben lassen.

Alles Gute wünscht Dir

Schorschel