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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit offenen Augen und Ohren durch die Natur mit N.w. Stöcken-gut für die Psyche



Volkmar
29.05.2017, 16:32
Vorgeschichte: Ich bin jetzt 75 Jahre alt, vor 20 Jahren der Schock: PCA T3bN1 GS ( ( 3+5 ), ausgedehnte neuroendokrine Anteile. RPE mit totaler Orchiektomie, über 3 Jahre zusätzliche Bicalutamid Einnahme. Anfänglich lässige Lebensweise, gutes Essen und Trinken, Bewegungsmangel mit Gewichtszunahme, parallel dazu anstrengende Berufsausübung. Mit 60 in vorzeitigen Ruhestand, seitdem aufgelebt. 2008/2009 Nachbestrahlung der Prostataloge mit abführenden LK. PSA seitdem unter 0,01 bei jährlicher Messung. Seit 20 Jahren andauernder Hormonentzug.
zum Thema: morgens bei strahlend blauem Himmel gehe ich mit meinen Stöcken los in den nahe liegenden Wald. Begleitet von Vogelstimmen, dominierend die Amsel, hin und wieder ist ein Buchfink zu hören, dann auch das Rotkehlchen, das seine Silben verschluckt. In der Ferne das Klopfen des Spechtes, dann das Rätschen der Eichelhäher, die mein Kommen verkünden. Wunderschön das zarte Grün der Buchen, auch der Hainbuche und Eichen. Immer wieder wird meine Stirn von Spinnfäden umgarnt und wieviele Raupen sich am Boden finden. Das Laufen fällt leicht---trotz Kniegelenksarthrose und Bandscheibenschaden und Spinalkanalstenose. Meine Tour kreuzt einen Sportpfad mit 3 Stationen: 2 Dehstationen und eine Muskelkräftigungsstation. Ich nehme mir die Zeit, die Übungen durchzuführen, dabei die beanspruchten Muskelpartien zu spüren. Bei der Kräftigung handelt es sich um Übungen für Rücken-, Bauch-,Arm-und Beinmuskulatur. Erholt, mit befreitem Kopf geht es Nachhause, ein sehr wohltuendes Gefühl empfindend, ausgeglichen und gestärktem psychischem Wohlbefinden. Dieses Erleben gönne ich mir derzeit 3 x pro Woche.
Beste Grüße Volkmar

Harald_1933
29.05.2017, 16:46
Moin Volkmar,

man verspürt geradezu Lust, mit Dir mitzuwandern. Vielen Dank für diesen mutmachenden Beitrag. Besser kann man es nicht beschreiben, dass es sich nämlich lohnt, das Leben zu genießen. Und Gratulation zu über 20 Jahre leben mit PCa.

Herzliche Grüße

Harald

Hartmut S
29.05.2017, 21:40
Zitat Volkmar:
wie verläuft eigentlich der Sterbeprozeß bei Krebs?


Der Mensch ist eine wunderbare Schöpfung, ein Mosaik verschiedenster Zellen und Zellverbände, ausgehend von einer verschmolzenen Ei-und Samenzelle. Einmalig wie Kreislauf, Organe, Muskeln und Gehirn funktionieren. Es laufen unzählige gut gesteuerte biochemische Vorgänge ab. Tod bedeutet letzlich Zusammenbruch dieser Systeme---Zelltod.
(Herz-Kreislaufversagen, Atemversagen,Nierenversagen) Der Tod wird immer-so wie die Krankheit auch individuell verläuft und erlebt wird- individuell sein. Unser Vorteil: wir können uns auf das Sterben vorbereiten. Menschen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen zehren aus, entkräften und spüren selbst irgendwann das nahende Ende.
Der Begleitende erlebt eine schwächer werdende Atmung, kaum mehr fühlbarer Puls bis zum letzten Atemzug, Ruhe, Stille....
Gedanken zum Thema von Volkmar


Jaaa, ich erinnere mich gut daran, lieber Philosoph, auch wenn ich erst 2013 hinzu gekommen bin, und deinen Beitrag damals nicht verstanden hatte.


Weiterhin alles Gute für Dich!

Gruss
hartmut

Harald_1933
30.05.2017, 09:28
Drei der Diskutanten sind leider inzwischen verstorben: https://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?2954-Wie-verl%E4uft-eigentlich-der-Sterbeproze%DF-bei-Krebs

Michi1
31.05.2017, 05:58
So endet eben das Leben, ob mit oder ohne Krebs.

Hvielemi
01.06.2017, 10:41
. Seit 20 Jahren andauernder Hormonentzug.
zum Thema: morgens bei strahlend blauem Himmel ...
Erholt, mit befreitem Kopf geht es Nachhause, ein sehr wohltuendes Gefühl empfindend,
ausgeglichen und gestärktem psychischem Wohlbefinden.

Lieber Volkmar
Dein Bericht von Rotkehlchen, Raupen und Spinnfäden inspiriert!

Vielleicht wäre dein Wohlbefinden noch zu toppen mit einem
Auslassversuch des Hormonentzuges, iADT genannt. Mehr
dazu steht in Ralfs umfassendem Nachschlagewerk "Basiswissen",
zu finden im gelben Link ganz oben auf dieser Seite.


Carpe diem!
Konrad

rolando
01.06.2017, 13:36
Hallo Konrad,

eine iADT kann bei Volkmar nicht mehr durchgeführt werden, da bei ihm im Zusammenhang mit der RPE eine Orchiektomie durchgeführt wurde - steht zumindest so unter 'Vorgeschichte' in seinem Beitrag.

Gruß
Roland

Urologe
01.06.2017, 14:01
Hallo Konrad,

eine iADT kann bei Volkmar nicht mehr durchgeführt werden, da bei ihm im Zusammenhang mit der RPE eine Orchiektomie durchgeführt wurde - steht zumindest so unter 'Vorgeschichte' in seinem Beitrag.

Gruß
Roland

strenggenommen ginge die intermittierende Androgenblockade, man müsste nur zwischenzeitlich Testosteron zuführen (z.B. Testogel)

Volkmar
01.06.2017, 14:13
Ja Roland, da hast du recht, ich ließ mir damals nach Bekanntwerden der Histologie, 5 Tage nach der großen OP beide Hoden entfernen, nach reiflicher Überlegung, da ich das als den natürlichsten Weg ansah. Wegen der langen rezidivfreien Zeit suchte ich vor kurzem einen Urologen auf mit der Frage der Testosteronsubstitution? Er meinte nur, in der Gemeinschaftspraxis mit 3 Urologen sei ihm kein Fall meines Alters ( 75 J. ) bekannt, der substituiert würde. Damit war das Thema beendet. Das aber ist wieder ein ganz anderes Thema.
Gruß
Volkmar

rolando
01.06.2017, 15:08
strenggenommen ginge die intermittierende Androgenblockade, man müsste nur zwischenzeitlich Testosteron zuführen (z.B. Testogel)
Ausgehend vom einem Testo auf Kastrationsniveau, stelle ich mir als Laie vor, ist es nicht ganz einfach einen ausreichend hohen und zudem gleichmäßig stabilen Testosteronspiegel zu generieren. Habe schon gelesen, dass es zum Teil durch die Testo-Schwankungen zu einer Achterbahnfahrt in Bezug auf Schwitzen und psychischem Befinden kommen kann.

Roland

Urologe
02.06.2017, 10:00
Deswegen würde ich nach einer vierwöchigen "Testphase" mit Testogel auch eher umsteigen auf die Drei-Monatsspritze Nebido