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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bericht über 10-Jahres-Erfahrungen mit HIFU



HWLPORTA
07.05.2006, 17:59
Liebe Mitstreiter,

Anläßlich der 21. Jahresversammlung der European Association of Urology in Paris berichtete Dr.S. Thueroff, München-Harlaching über 10-Jahres-Erfahrungen mit dem High-Intensity Focused Ultrasound Verfahren (HIFU) zur Behandlung des lokalisierten PCa. Diese erste Studie zur Langzeit-Verträglichkeit ergab, dass diese Behandlung ein niedriges Morbiditätsprofil hat, erkennbar meistens durch geringe Nebenwirkungen. Falls NW auftreten, dann bei solchen Patienten, bei denen bereits eine vorherige Behandung durchgeführt worden war. Er führte aus, dass es zwar eine breite Auswahl von Behandlungsverfahren des auf die Kapsel beschränkten PCa gäbe. HIFU sei aber für die Patienten eine Wahlmöglichkeit, die eine nicht-invasive Behandlung bevorzugen.

Die Analyse der zusammengetragenen Daten zeigten über die 10-Jahres-Periode, dass die Nebenwirkungsprofile derjenigen 1078 Patienten, die als Erstbehandlung mit HIFU behandelt wurden, sehr ähnlich denen waren, die nach der klassichen TURP festgestellt wurden (transurethal resection of the prostate, "Abhoblung").

Unter den 1078 Patienten, die vor HIFU keine andere Behandlung ihres PCa erhalten hatten, gab es nur 2 Vorfälle mit recto-urethalen Fisteln, während derartige Vorfälle 5 x bei den 40 Patienten auftraten, die vorher mit andereren Verfahren behandelt worden waren. Das erneute Auftreten von Krebserkrankungen, wie dies oftmals nach externer Strahlentherapie und Hormonablation beklagt wird, wurde nach der HIFU-Behandlung nicht beobachtet.

Allgemein sei aus den Langzeitergebnissen zu schließen, dass es eine therapeutische Alternative sei für solche PCa-Betroffenen, die aus verschiedenen Gründen eine Operation ablehnen, einen vergleichsweise kurzen Krankenhausaufenthalt und vergleichsweise wenige Nachwirkungen über eine lange Zeit bevorzugen.

Quelle: Reuters Health, 10.April 2006, by Aude Lecrubier.

Freundliche Grüße
HWL

WinfriedW
09.05.2006, 14:51
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Die Analyse der zusammengetragenen Daten zeigten über die 10-Jahres-Periode, dass die Nebenwirkungsprofile derjenigen 1078 Patienten, die als Erstbehandlung mit HIFU behandelt wurden, sehr ähnlich denen waren, die nach der klassichen TURP festgestellt wurden (transurethal resection of the prostate, "Abhoblung").

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HWL


Diese Aussage überrascht mich ein wenig. TURP (Transurethrale Resektion der Prostata) ist das Standardoperationsverfahren beim benignen Prostatasyndrom. TURP wird meines Wissens beim Prostatakarzinom bestenfalls mit palliativer Intension eingesetzt, um in fortgeschrittenen Stadien einem Harnverhalt entgegen zu wirken. Es gibt Hinweise darauf, dass die TURP beim Prostatakarzinom in jedem Falle kontraindiziert ist, weil bei diesem Operationsverfahren Spülflüssigkeit ins Blut geschwemmt und dabei auch Krebszellen ausgesät werden. Dies kann ein rasantes Fortschreiten der Kebserkrankung bewirken.

WW

HWLPORTA
09.05.2006, 15:13
Hall Winfried,

nach meiner Kenntnis wird in München grundsätzlich bei HIFU eine TURP gemacht. Das Verfahren muß also bei HIFU indiziert sein.

Gruss
HWL

WinfriedW
09.05.2006, 15:48
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nach meiner Kenntnis wird in München grundsätzlich bei HIFU eine TURP gemacht. Das Verfahren muß also bei HIFU indiziert sein.
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HWL

D.h. Dr.S. Thueroff vergleicht nicht HIFU mit TURP sondern TURP plus HIFU mit anderen Verfahren. Das hatte ich falsch verstanden.

Die Ergebnisse bezgl. des Wiederauftretens der Krebserkrankung dürften sehr stark vom jeweiligen tatsächlichen Tumorstadium beeinflusst sein. Es gibt halt Fälle, bei denen sich während der OP ein Kapseldurchbruch herausstellt, der in den bildgebenden Verfahren nicht vorhergesagt wurde. Bei HIFU würde man diesen m. E. nicht erkennen.

Externe Bestrahlung wird häufig auch bei sehr fortgeschrittenen Tumorstadien eingesetzt. Da muss man aufpassen, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden.

WW