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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Inkontinenz seit der OP



GF3Plus3
20.10.2017, 11:35
Hallo,

am 16. Juni 2017 wurde die Prostata nach der Da Vinci-Methode entfernt. Der Eingriff selbst verlief ohne Komplikation und ich wurde am 22. Juni aus dem Krankenhaus entlassen. Meine größte Sorge galt der Kontinenz. Bis zum Beginn der REHA am 4. Juli 2017 hatte ich sehr stark mit der Inkontinenz zu kämpfen. Im Klinikum selbst hieß es, daß kann bis zu 3 Monaten dauern, der Urologe erweiterte die Frist sogar auf 6 Monate. Auch in der REHA benötigte ich ca. 10-12 Einlagen am Tag (Beckenbodentraining täglich). Die REHA wurde dann von 3 auf 4 Wochen erweitert. Nach der REHA ging die Anzahl der Einlagen auf ca. 10 zurück und der Urologe verwies auf Geduld. Der Zeitraum eines Patienten in der REHA stieg sogar auf 1 Jahr.
Immer wieder teilte ich dem Urologen meine gleichbleibende Inkontinenz mit und er untersuchte per Ultraschall. Bei dieser Untersuchung wurde eine große Lymphozele festgestellt. Auch hier verwies der Urologe auf Geduld, da sich diese Lymphozele "selbst leert". Erst nach hartnäckigen Hinweisen auf die schlechte Kontinenz wurde ich erneut ins Klinikum überwiesen. Die große Lymphozele wurde noch am Tag der Einweisung unter dem CT punktiert und ich erhielt eine Drainage. Am 4. September 2017 wurde die Drainage im Klinikum entfernt und die Kontinenz besserte sich. Die Anzahl der Einlagen verringerte sich auf 3-8. Die Anzahl ist stark von der Aktivität abhängig.
Wenn ich "faul" bin und nur sitze bleibt die Anzahl bei ca. 3. Sobald aber Bewegung ins Spiel kommt, da reicht ein Arztbesuch aus, steigt die Anzahl auf ca. 8.

Meine Frage ist jetzt ist das ein ganz normaler Verlauf oder gibt es noch Maßnahmen, die meine Kontinenz verbessern können.

Gruß

Matthias

Heribert
20.10.2017, 13:19
Hallo Matthias,

auf meiner letzten Reha bekam ich einen einleuchtenden Tipp: Sobald man den Eindruck bekommt, da läuft was, erneut konzentrieren, den Schließmuskel bewußt in der gerade durchgeführten Bewegung betätigen. Mit der Zeit wird dadurch der Schließmuskel angelernt, sich nur noch dann zu öffnen, wenn es gewollt ist. - Dieses Training sollte man immer und überall fortführen.

Gruß Heribert

Michi1
21.10.2017, 05:48
Außer das bei mir die Lymphozele selbst zurückgegangen ist ist das mit der Inkonzinenz bei mir genau so gewesen. Schau im mein Profil das siehst du wie es bei mir weitergegangen ist.

Reinhold2
21.10.2017, 06:54
Ich habe mir nach der RPE etliche Bücher gekauft. Ich gebe zu, die sind teilweise sehr langweilig.
Hier zwei empfehlenswerte:
https://www.amazon.de/Die-Harninkontinenz-beim-Mann-Wolfgang/dp/3790508721/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1508564814&sr=8-1&keywords=3790508721

Dieses gefällt mir am besten:
https://www.amazon.de/Beckenbodentraining-f%C3%BCr-M%C3%A4nner-Harninkontinenz-Erektionsst%C3%B6rungen/dp/3437451863/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1508565278&sr=8-1&keywords=beckenbodentraining+f%C3%BCr+m%C3%A4nner+ ute+michaelis
"Beckenbodentraining für Männer" von Ute (!) Michaelis, mit sehr vielfältigen und abwechslungsreichen Übungen.

Gruß
Reinhold

GF3Plus3
21.10.2017, 11:52
Hallo,

vielen Dank für die Ratschläge und Buchtips. Da bei dem Eingriff auch der innere Schließmuskel entfernt wurde muß das Beckenbodentraining noch mehr in den Vordergrund treten. Das Anspannen beim Hinsetzen/Aufstehen habe ich bereits in den Tagesablauf integriert.

Gruß

Matthias