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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biopsieergebnis liegt vor. Aber ich möchte möglichst nicht in DIESE Klinik!



DerJupi
28.12.2017, 13:42
Hallo, ich bin der Franz, 67 Jahre alt und komme aus Nürnberg. Im November stellte der Kardiologe bei einem Routine-Blutbild einen PSA-Wert von 4,9 fest und empfahl mir den Besuch beim Urologen. Der Urologe ermittelte einen Wert von 4,6 und schickte mich zur MRT. Die Empfehlung lautete danach: Biopsie, die am 11.12. diesen Jahres in einer Klinik in Fürth erfolgte.


Ich gebe das Ergebnis der Biopsie in Anführungszeichen wieder. Ich weiß zwar ungefähr, was es bedeutet, aber mit eigenen Worten traue ich mich nicht an die sechs von sechzehn mit unterschiedlichen Prozentsätzen befallenen Stanzen heran:


„Tumoranamnese: mpMRT-Fusionsbiopsie: (ED) Adenokarzinom der Prostata (6/16 Stanzenpos.)
(Gleasion3+ 5 = 8; Gleason 5 Anteil 10%; iPSA 4,9ng/ml


Histologie:Patient ...
Prostata:C61; M8140/3; Gleason 3+5=8 WHO Gr. 4; Pn1; L0;V0;
1.2-1.16Azinäres Adenokarzinom der Prostata in 6 von 16 Stanzen
Gleason3 + 5 = 8; Gleason 5 Anteil 10 %, WHO Gruppe 4).


Tumorbefall links. Fokale perineurale Tumorausbreitung (Pn1)


Keine Lymph- oder Hämangioinvasion (L0, V0) Kein Anhalt für extraprostatisches Tumorwachstum.
Details:


1.8li. Mitte. Med.-3 blau:-1/1,5cm; Karzinominfiltration 10 %Gleason 4+5= 9)


1.9li. Apex med.-3 gelb:- 1/0,6cm Karzinominfiltration 20% (Gleason 3 +4=7)


1.11li. Mitte.lat. -4 blau:- 1/1,0cm Karzinominfiltration 30%“


Die Klinik empfiehlt die Therapiebehandlung in ihrem Prostatakarzinomzentrum. Ich war ja zur Biopsie dort. Ich erwarte keine besondere Behandlung in einem Krankenhaus. Aber die Behandlung dort hat mich – vorsichtig ausgedrückt – erschreckt. Mein Urologe erkannte meine deutliche Skepsis, fragt nach, hörte mich an und sagte dann, dass ich der Klinikverwaltung meine Erfahrungen schildern soll. Es gäbe aber in der näheren Umgebung keinen besseren Spezialisten (als den Prof.der Fürther Klinik) für den empfohlenen laparoskopischen Eingriff. Er wollte mir eine Überweisung schreiben und meinte, bis Mitte Januar wäre meine Prostata dann raus.
Ich werdemir eine zweite und auch dritte Meinung einholen und würde darüber hinaus auch gern hier diskutieren bzw.eure eigenen Erfahrungen/Empfehlungen lesen. Ich bin ja immer noch völlig überrascht von der Krankheit und bin noch gar nicht dazu gekommen, mich intensiv zu informieren. Das will ich jetzt nachholen - den Anfang mache ich gerade.
Mir geht’s soweit gut. Ich habe nur vor zwei Tagen eine Nesselsucht bekommen, die sich insbesondere am Bauch und zwischen den Beinen zeigt – und juckt. Ich kann mir nicht erklären, woher die kommt – bis auf die Tatsache, dass sie auch seelischen Ursprungs sein kann. Aber so schlecht geht’s mir gar nicht – glaube ich!
Über eure Unterstützung würde ich mich sehr freuen. Franz

Georg_
28.12.2017, 14:03
Hallo Jupi,

zur Information kannst Du das Basiswissen oben im gelben Link lesen. Dann weißt Du schon sehr viel zum Thema Prostatakrebs.

Es wird wohl eine Prostataoperation anstehen. Solange kein extraprostatisches Tumorwachstum vorhanden ist, müsste das zu einem guten Ergebnis führen. Diese Operation kann man auch in München bei Prof. Stief (http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Urologische-Klinik-und-Poliklinik/de/Mitarbeiter/direktor/index.html) oder in Augsburg bei Frau Prof. Weckermann (https://www.klinikum-augsburg.de/kliniken-und-institute/urologische-klinik/team/chefaerztin.html) durchführen lassen.

Georg

Hvielemi
28.12.2017, 14:05
1.8li. Mitte. Med.-3 blau:-1/1,5cm; Karzinominfiltration 10 %Gleason 4+5= 9)


Wenn es auch weniger als die Hälfte von 10% des Krebsanteiles in dieser Stanze
wenig ist: Da ist ein Gleason-Grad 5 drin. Der gilt als sehr aggressiv und stellt damit
die grössere Gefährdung dar, als all die anderen grösseren Funde der Grade 3 und 4.

Es ist wohl sinnvoll, diese Prostata zu entfernen.
Aber Du hast genug Zeit für eine Zweitmeinung, bzw. dir eine andere Klinik
anzuschauen. Eine Drittmeinung brauchst Du nicht, denn dann besteht die
Gefahr, dass Du dich in Bedenken verfranst und damit dann doch zu viel Zeit
verlierst.

Ob eine Ausbreitungsdiagnostik mittels PSMA-PET sinnvoll sei, klärst Du am
besten via Zweitmeinung oder/und mit diesem Professor in Fürth.
Welche RPE die Beste sei, ob offen, laparoskopisch oder mit Roboterunterstützung,
ist wohl abhängig vom den körperlichen Gegebenheiten und den Prioritäten des
Patienten bezüglich Wahl der Klinik und des Operateurs.

Solche Hautreizungs-Geschichten kenn ich auch, das geht zumindest zum Teil einher
mit Anspannung. Daher mein Rat, die Sache zügig über die Bühne zu bringen,
ohne sich dabei maximalen Zeitdruck aufzuerlegen. Du hast viele Wochen
oder auch wenige Monate Zeit. Dann aber sollte das gelaufen sein.


Carpe diem!
Konrad

RalfDm
28.12.2017, 14:07
Hallo Franz,

ruf doch wegen empfehlenswerter Kliniken und Operateure im Raum Nürnberg den Leiter der dortigen Selbsthilfegruppe an:

<tbody>



SHG - Prostatakrebs - Betroffene, Nürnberg
(BY7)
https://webshg.prostatakrebs-bps.de/img/30icons/BY.png


Ansprechpartner/in

Herr Bernhard Reitberger
Gundekarstr. 27
91154 Roth


Kontaktdaten

Tel.: 09171. 46 42
E-Mail: B.Reitberger@web.de
Web: www.shg-prostatakrebs-nuernberg.de (http://www.shg-prostatakrebs-nuernberg.de)


Informationen zu den Gruppentreffen:


Ort: In den Räumen der Psychosozialen Beratungsstelle der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V., Marientorgraben 13, 90402 Nürnberg
Zeit: Von 18:00 bis 19:30 Uhr jeweils am dritten Dienstag im Monat, Termine von Sommerfest, Wanderungen und Ausflüge oder Besuchen werden per Email bekannt gegeben
Keine SHG-Treffen: Sommerfest der SHG, Zeit und Ort auf der Homepage


</tbody>
Bernhard Reitberger ist auch Hotline (http://www.prostatakrebs-beratung.de/)-Berater und sehr erfahren.

Ralf

DerJupi
28.12.2017, 16:33
Vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich sitze seit zwei Stunden am PC und google mich durch die Infos und die Folgeseiten. Es hat sich angeboten, Herrn Reitberger anzurufen, der gleich nebenan wohnt. Wir haben uns lange unterhalten, d.h.: Ich habe erzählt, er hat geduldig zugehört, hat ein paar Details nachgefragt und sie mir erläutert. Er hat mir auch gesagt, wo ich mir Zweitmeinungen einholen kann. Eine Anfrage dazu habe ich im Klinikum Nord (N) telefonisch abgesetzt - sie wollen zurückrufen. Ich versuche, so schnell wie möglich einen Termin zu bekommen und hoffe, dass ich dann schon weiß, wo ich mich operieren lassen will.
Ich melde mich dann wieder - und auch, wenn mir noch etwas einfällt. Ich sage euch allen noch einmal ein herzliches Dankeschön, jetzt hänge ich nicht mehr so in der Luft (ein blödes Gefühl war das). Gruß und ein gesundes, glückliches Jahr 2018 wünsche ich uns allen. Franz

DerJupi
28.12.2017, 18:18
Meine Frau hat mit gegoogelt und eine Seite www.alta-klinik.de gefunden. Die dort beschriebene Behandlung TULSA-PRO soll einen Prostatakrebs über Ultraschallwellen, die Wärme erzeugen, zerstören. Ich habe mich jetzt mal ein wenig über diese Methode informiert und fand den Beitrag "Kontroversen in der Uro-Onkologie in Magdeburg - Bericht" sehr interessant. Da bei mir schon ein Gleason von 9 festgestellt wurde, möchte ich mich mit dieser Methode eigentlich nicht weiter beschäftigen. Auch fand ich die Darstellung des multifokalen Wachstums des Prostatakrebses - Wachstum im gesunden Gewebe - schon ausreichend, so dass ich das Thema TULSA-PRO nicht weiter mit meiner Frau diskutieren möchte. Oder sehe ich da etwas falsch?

RalfDm
28.12.2017, 20:28
Hallo Franz,

TULSA-PRO ist ein HIFU-Verfahren (gibt es schon lange) in neuem Gewand. Das Neue ist, dass die Ultraschallsender nicht in das Rektum eingeführt werden, sondern in die Harnröhre. Die ALTA-Klinik bietet das Verfahren als fokale Therapie (siehe dazu im "Ersten Rat" = "Basiswissen") an, d. h. nur bekannte Krebsherde in der Prostata werden behandelt, nicht aber die gesamte Prostata. Die meisten Krebsherde sind aber in der Peripherie, also am weitesten entfernt von der Harnröhre.
Es gibt offenbar noch wenig Erfahrung mit TULSA-PRO, darum wollen die Unikliniken Köln und Bonn gemeinsam eine Studie dazu durchführen, siehe hier (https://www.cio-koeln-bonn.de/studie/details/3187/). Dort steht ziemlich am Ende unter "Einschlusskriterien": Gleason-Score ≤ 3 + 4. Du hast aber einen GS 3 + 5. Den würde man auch mit dem schon lange verfügbaren HIFU-Verfahren nicht behandeln.
Ich möchte den Rat von Georg wiederholen und ergänzen: Lade Dir den "Ersten Rat" herunter, ziehe ihn auf einen Memorystick, gehe damit zu einem Copyshop und lasse ihn Dir ausdrucken. Kostet etwa 20,- €. Du kannst auch noch bis Neujahr warten, dann ist die nächste Ausgabe online (http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/Erster%20Rat.pdf). Damit hast Du alles beisammen, was Du wissen und bedenken solltest. Die Alternative probierst Du gerade: Dir auf etwa einer Million Internetseiten zum Prostatakrebs Wissen anzueignen, das Du aber so kurz nach der Diagnose noch nicht einzuordnen weißt.

Ralf

Isetta300
28.12.2017, 21:15
Hallo Franz,

in Nürnberg gibt es die Südklinik, die Nordklinik und natürlich die Klinik in Fürth. Es gibt jedoch auch die Universitätsklinik in Erlangen - ich habe mich dieser Klinik anvertraut und ich lebe noch. Mit Gleason Score 10 in der Biopsie.

Grüße
Dirk

Timbolimbo
28.12.2017, 21:34
Hallo Franz,

wenn Du für alternative Behandlungsmethoden offen bist, dann empfehle ich die Protonentherapie im rptc.de in München.

Vielleicht ist es ja was für Euch.

DerJupi
28.12.2017, 22:02
Danke für den Tip mit dem "Ersten Rat". Das werde ich machen. Es stimmt - ich bin im Moment durch die vielen Infos ziemlich verwirrt. Ich schalte mal einen Gang zurück -versprochen, Ralf!
Ich habe die Biopsie in Fürth machen lassen. Vom Professor dort sind viele begeistert - wäre ich vielleicht auch. Ich habe ihn nur bei der Visite gesehen. Der Oberarzt war aber auch nett.
Mit der Nordklinik versuche ich gerade einen Termin zu vereinbaren. Als Alternative bietet sich m.E. das Waldkrankenhaus in Erlangen an. Wenn sich das Nordklinikum morgen nicht meldet versuche ich es auch in Erlangen - d.h. ich werde mich in beiden Kliniken informieren. Vielen Dank, Dirk!

RalfDm
29.12.2017, 08:21
Denk im Copyshop daran, den Text zweiseitig ausdrucken und das Ergebnis gleich binden zu lassen (Spiralbindung). Die nächste Ausgabe hat an die 180 Seiten.

Ralf

DerJupi
29.12.2017, 12:41
Mache ich, danke!

DerJupi
29.12.2017, 13:17
Ich will mich ja noch über alles informieren und ich will mir noch zwei alternative Meinungen vom Nordklinikum und vom Waldkrankenhaus ER holen. Der Termin mit dem Waldkrankenhaus ist bereits fix (15.1.) und das Nordklinikum N will zurückrufen - sonst rufe ich dort an.

Ich habe gerade mal nach dem RPTC in München gegoogelt - wenn ich das richtig sehe, sind die insolvent. Trotzdem aber vielen Dank für die Unterstützung. Das tut schon gut - richtig gut!

Snoopy1958
29.12.2017, 16:58
Hallo,
wir wohnen im Süden von München und mein Mann hat seine Prostata OP in Berlin an der Charité vornehmen lassen (ist Kassenpatient). Deine Klinikwahl ist ergo in ganz Deutschland möglich.
Meinem Mann wurde von den Münchner Kliniken sogar komplett abgeraten.
Du hast also in gewisser Weise 'freie' Auswahl :).

DerJupi
29.12.2017, 19:50
Danke für den Hinweis Snoopy!!! Das ist ja ein Ding, dass die Münchner Kliniken komplett durchgefallen sind. Ich sehe mir das alles an. Bis zu meinen Beratungsterminen "Zweitmeinung" habe ich ja noch 14 Tage Zeit. Die werde ich nutzen.
PS: Zufall? Die Peanuts laufen gerade im TV ;-)

Hvielemi
29.12.2017, 20:07
Meinem Mann wurde von den Münchner Kliniken sogar komplett abgeraten.

Ohne Angabe, wer da abgeraten habe und warum, ist diese Aussage nichts als Verunglimpfung..
Wenn dann noch eine andere, fernabgelegene Klinik empfohlen wird, in der der
Betreffende Lymphozelen, Harnröhrenverschluss und langzeitige Impotenz erlitt (Auch das
nur ein Einzelfall) wird das pauschale Abwinken aller Kliniken einer Grosstadt zum Hohn.

Jupi, Du wirst ja nicht so blöd sein, und solch inhaltslosen 'Rat' berücksichtigen.
Hier im Forum gibt es genug Klagen über Inkontinenz nach RPE an den 'besten'
Adressen. Einzelerfahrungen mögen eindrücklich sein, können aber kein
Entscheidungskriterium sein.
Es geht nicht um die Prostata von irgendwessen Mann, sondern um die Deine.

Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl der Klinik ist auch, dass der Reiseweg nicht
zu weit ist. Eine Heimreise mit Katheter drin über 600km ist keine gute Idee.
Und eine spätere Konsultation des operierenden Urologen wir umso schwieriger,
je weiter der weg ist.

Ich wünsch Dir eine gute Wahl.
Konrad


PS:
Ich hab mich von meinem Hausurologen offen operieren lassen im Belegkrankenhaus.
Vom ersten Tag an dicht, Erektionen schon in der Nacht nach der OP.
Der Mann hat mich nachbetreut, bis ich nach Jahren zum Onkologen wechselte.
Auch ein Weg, aber ebenfalls eine Einzelerfahrung.

Harald_1933
29.12.2017, 20:32
Hallo Konrad,

einmal mehr Respekt für Deine klaren Worte, die angebracht waren, um Verunsicherungen für den noch unentschlossenen und suchenden Jupi auszuschließen. Ich wünsche Dir und Jupi und allen, die in diesem Forum beraten oder auch nur mitlesen einen guten, nicht allzu feuchten Rutsch.

Gruß Harald

Michi1
30.12.2017, 07:27
Ich bin zwar erst aus dem KH entlassen worden als der Katheter drausen war aber es ist schon angenehmer wenn Besuch kommen kann. Die Zeit im Krankenhaus fühlt sich dann nicht mehr so lang an. Ich glaube das es in jeden KH gut gehen kann aber die Ärzte sind doch auch Menschen, wenn es einmal nicht so geht wie vorgesehen kann man nicht dem KH schuld geben. Es liegt auch an der Einstellung von einem selbst.

DerJupi
30.12.2017, 10:41
Vielen Dank wieder euch allen für eure Unterstützung, eure Ratschläge und Beiträge. Mir gehts schon deshalb besser, weil ich nicht mehr so alleine und so abhängig von dem Urteil eines Arztes bin, sondern so viele Infos erhalte, dass ich demnächst vielleicht auch mitreden kann, wenn mir wieder mal ein Arzt sagt: Eine andere Klinik kann das garnicht. Ich werde mir die von Ralf empfohlene Unterlage sofort Anfang Januar besorgen und intensiv studieren. Meine Fragen und Überlegungen stelle ich wieder hier ins Forum.
Meine Frau und ich werden eine Klinik in der Umgebung vorziehen. Beratungen sind mit dem Klinikum Nord und dem Waldkrankenhaus Erlangen terminiert. Ich berichte dann auch über den Verlauf der Gespräche. Ich habe gesehen, dass beide Kliniken auch Roboter einsetzen. Darunter kann ich mir vage etwas vorstellen - aber auch nur deshalb, weil ich aus der IT komme. Ich lasse mir das alles erläutern.
Es wäre schon schön, wenn es eine dieser beiden Kliniken sein könnte. Die Nähe ist ja nicht nur wegen der Besuche interessant - ich denke da eher an die Nachsorge und was sonst noch so passieren kann (wovor Gott mich bewahren möge). Ich mag dann nicht ein anderes KH aufsuchen, wenn ich mit dem OP-Verlauf usw. zufrieden war.
Mein Urologe ist ggf. sauer - habe ich das Gefühl. Er hat versucht, Druck aufzubauen und mir gesagt, dass es weit und breit keinen besseren Operateur als den Prof. im Klinikum Fürth gebe. Allerdings konnte ich ihm auch beschreiben, warum ich nicht in diese Klinik will - und stieß auf deutliches Unverständnis. Auch Herr Reitberger konnte nur Gutes über den Professor in Fürth berichten. Als ich ihm erzählte, wie es mir dort ergangen ist, war er doch sehr erschrocken und will den Professor beim nächsten Mal darauf ansprechen. Vielleicht hilft das ja den nächsten Patienten. Zurück zum Urologen: Er wollte mir noch vor Weihnachten die neuesten Werte durchgeben und den Termin in der Klinik vereinbaren und mitteilen. Das scheint sich erledigt zu haben, nachdem ich die Kopie des Biopsieberichtes als Kopie angefordert habe. "Sie können sich auch eine zweite Meinung holen, klar!", sagte er und verschwand. Ich weiß nicht, was an einer zweiten Meinung falsch sein kann - es geht um mich! Punkt! Ach so eine Frage habe ich doch noch: Die haben doch jetzt 16 Stanzen aus meiner Prostata geholt - sechs davon waren positiv (heißt das so?). Also waren anschließend sechs kleine, aber offene Zugänge zum Tumor gelegt worden. Danach hats ja noch ein paar Tage nachgeblutet. Kann es sein, dass jetzt Krebszellen durch diese Zugänge, oder die Gefäßverletzungen in die Blutbahn und dann durch den Körper wandern? Gruß, franz

Hvielemi
30.12.2017, 12:24
Mein Urologe ist ggf. sauer - habe ich das Gefühl. ...
, nachdem ich die Kopie des Biopsieberichtes ... angefordert habe. "Sie können sich auch eine zweite Meinung holen, klar!", sagte er und verschwand.

Ein solches Verhalten ist eines Arztes unwürdig.
Der hat sich wohl ein fette Zuweisungsprämie erhofft?

Du solltest künftig jedes Papier, das über dich verfasst wird, in Kopie verlangen:
Berichte, Laborbefunde, Überweisungsschreiben etc.
Diese Informationen gehören dir! Du hast sie über die KK-Beiträge bezahlt.



Die haben doch jetzt 16 Stanzen aus meiner Prostata geholt - sechs davon waren positiv (heißt das so?). Also waren anschließend sechs kleine, aber offene Zugänge zum Tumor gelegt worden. Danach hats ja noch ein paar Tage nachgeblutet. Kann es sein, dass jetzt Krebszellen durch diese Zugänge, oder die Gefäßverletzungen in die Blutbahn und dann durch den Körper wandern?

Ja, lieber Franz, durch diese Löcher könnten herausgeschlagene Krebszellen wandern.
Aber das macht nichts: Man hat ohnehin jede Menge Krebszellen, die im Blut zirkulieren.
Aber nur wenige Zellen haben die Fähigkeit, sich in fremdes Gewebe einzunisten
und sich dort zu vermehren. Aber das sind nicht die, die mit Gewalt aus dem
soliden Gewebe geschlagen wurden, sondern wenn überhaupt, einige wenige jener,
die sich selbst aus dem Verband lösen konnten.
Mehrheitlich findet die Metastasierung ohnehin nicht über das Blut statt, sondern
über die Lymphbahnen.


Einen ruhigen Jahreswechsel wünscht Dir
Konrad

DerJupi
30.12.2017, 13:07
Vielen Dank, Konrad. Allen einen guten Rutsch und ein gutes neues Jahr.
Franz (beruhigt) ;-)

Stefan1
30.12.2017, 13:33
"Sie können sich auch eine zweite Meinung holen, klar!", sagte er und verschwand. Ich weiß nicht, was an einer zweiten Meinung falsch sein kann - es geht um mich! Punkt!

Moins franz,

ich habe mir sogar 3 Meinungen in Universitätsurologien geholt . . .

weißt Du wie ein Knochenszintigramm aussieht ? wenn nicht, in meinem Thread (Beitrag 194) habe ich meine Bilder eingestellt, die kannst Du auch jederzeit anfordern ! https://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?9296-auch-mich-wird-es-wohl-erwischt-haben-(/page20

Wünsche uns allen hier im Forum alles erdenklich Gute einen guten Rutsch ins Jahr 2018
und daß wir uns alle noch sehr lange lesen . . .

Isetta300
30.12.2017, 16:10
Hallo Franz,
kleiner Hinweis - die Urologie im Waldkrankenhaus wir von Uni-ER betreut. Für spezielle Fragen was die FAU angeht stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich schließe mich den Wünschen von Stefan an.

Grüße

Dirk

DerJupi
30.12.2017, 18:21
Ich wusste nicht, wie ein Knochenszintigramm ausschaut. Die Röntgenaufnahmen und die PSA-Entwicklung von 77 auf Null - toll, Stefan!
Ich wusste, dass das Waldkrankenhaus zur FAU gehört - aber ich weiß (noch) nicht, was das bedeutet. Ich werds erfahren und sicher auch, ob das gut oder schlecht für mich ist. Ich hab schon mit meiner KV geredet. Die waren sehr zugänglich, wollten nichts zu meinen Erfahrungen mit dem letzten KH sagen, haben mir zugesagt, dass ich mehrere Alternativmeinungen einholen kann - ich weiß jetzt nicht mehr, ob es zwei oder drei waren. Aber ehrlich: Reich sind wir nicht - wenn ich aber mit beiden Kliniken ähnliche Erfahrungen machen sollte, wie in Fürth, dann werde ich auch weitere Meinungen einholen - egal ob die Kasse das bezahlt oder nicht. Aber die Bedenken habe ich jetzt garnicht, weder hinsichtlich der beiden Kliniken, noch gegenüber der Krankenkasse. Jetzt gehe ich erstmal in die Gespräche... in 14 Tagen. Allen, die hier mitlesen wünsche ich von Herzen alles Gute, Franz

Hartmut S
31.12.2017, 13:07
Mehrheitlich findet die Metastasierung ohnehin nicht über das Blut statt, sondern
über die Lymphbahnen.
Lieber Konrad,

was ist der Grund für Deine, diese Aussage?
In der UNI Kiel hatte mir ein Arzt folgendes gesagt:
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Metastasen über die L-Knoten oder Abflusswege bilden, eher durch die Blutbahnen.

Ist dieser Artikel noch aktuell?
https://www.swr.de/odysso/lymphknoten-metastasieren-nicht/-/id=1046894/did=4615634/nid=1046894/1suio10/index.html

Franz, Dir alles Gute!

Gruss
hartmut

Hvielemi
31.12.2017, 14:02
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich Metastasen über die L-Knoten oder Abflusswege bilden,
eher durch die Blutbahnen.


Aber Hartmut!
Gerade Du, der eine lange Geschichte von Lymphknotenentnahme bei der RPE, Bestrahlung
und Lymphknoten-OP hinter sich hast, lässt Dir von einem Arzt (!?) so einen Bären aufbinden?

Wenn das so wäre, müssten die wenig durchbluteten Lymphknoten überall im Körper
gleichmässig verteilt Metastasen bilden. Es ist aber sowohl bei Prostatakrebs, als auch
bei Brustkrebs etabliert, dass zuerst die tumornahen "Wächter"-Knoten befallen werden.
Dies, weil sich in der Lymphe abgeschwemmte Tumorzellen eben in den als Filter
dienenden "Wächter"-Knoten festsetzen. Ist das so, ist es leider auch möglich, dass
Tumorzellen durch dieses Filter schlüpfen und die folgenden Stationen parailliakal
befallen ,dann paraaortal und schliesslich bis zum Schlüsselbein, immer schön den
Lymphbahnen entlang. Weiter geht das nicht, weil dort oben die Lymphe ins Blut
abfliesst, und auch nicht in Lymphbahnen, in denen stromabwärts kein Tumor sitzt.
Will heissen, Frauen haben keine parailliakalen Lymphmetastasen, Männer keine in
den Achseln (es sei denn, sie haben Brustkrebs).

Ob, wie in dem Artikel behauptet, diese Metastasen ihrerseits nicht selbst weitermetastasieren,
ist umstritten und wohl nicht in vielen Fällen der Fall. Wenn aber, wie in meinem Fall,
später gebildete Metastasen Eigenschaften aufweisen, die die frühen Metastasen
nicht hatten, ist kaum anzunehmen, dass die direkt aus der schon längst entfernten
Prostata kommen. Insbesondere der in Anhang [4] gezeigte Knoten scheint mir der
Ursprung für die weiter oben Gelegenen zu sein, die sich durch eine vielfach kürzere
Verdoppelungszeit auszeichnen, als im Stammtumor jemals festgestellt.
(Mein Urologe hat, als er die stark verdickten Wächterknoten sah, bei der RPE ganz
verzichtet auf eine weitere Entnahme von Lymphknotengewebe. Er hatte recht:
All die später im PET gefundenen Metastasen waren weit oberhalb des Bereiches,
in dem manche Chirurgen Verheerungen anrichten mit der Folge von Lymphstaus,
Lymphozelen und anderem Unbill.)


In dem von Dir zitierten Artikel geht es nicht darum, ob Metastasen lymphogen oder
hämatogen entstehen, sondern, ob aus positiven Wächterlymphknoten weitere, neue
Metastasen abgeschwennt würden. Bei Brustkrebs scheinen, wenn ich das richtig lese,
die Wächter besser zu funktionieren als bei uns. Eine weitere Metastasierung in
die Achseln scheint damit weniger wahrscheinlich, als bei uns längs der Illiaca.
(Egal, ob die metastasierenden Zellen direkt aus dem Stammtumor, oder aus dem
Wächterknoten abgeschwemmt würden, sage ich dazu.)


Für dich, lieber Jupi bleibt es dabei:
Lymphogene Metastasen sind wahrschelnlicher als hämatogene, und die Läsionen
durch die Prostata-Biopsie stellen kein zusätzliches Risiko für eine Metastasierung
über das Blut dar, weil die dabei evtl. mobilisierten Zellen nicht jene sind, die sich
von alleine aus dem Zellverband lösen.



Noch'n Tipp:
Heute Abend weder Blut noch Lymphflüssigkeit noch Sekt trinken, sondern
richtigen Chanpagner!

Prosit 2018!
Konrad

Georg_
31.12.2017, 15:06
Hallo Hartmut,

sehr unwahrscheinlich ist es nicht, dass sich Metastasen über die Lymphknoten oder Abflusswege bilden sondern sehr häufig. Ob sich Protastakrebs eher über die Lymphbahnen oder das Blut verteilt konnte man bisher wohl noch nicht feststellen. Knochenmetastasen entstehen vor allem durch Krebszellen, die mit dem Blut verteilt werden. Lymphknoten in der Nähe der Prostata werden über die Lymphbahnen von Krebs befallen und dort bilden sich wohl am häufigsten Metastasen.

Prof. Hölzel hat wohl in sofern Recht, dass bisher nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Entfernung von Lymphknoten bei der Prostataoperation zu einem verlängerten Überleben führt. Auch Fossati (https://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?10201-Hallo-Diagnose-azin%E4res-Arzinom-in-allen-10-Stanzen&p=101607&highlight=fossati#post101607) hat dies vor kurzem in einem Review so festgestellt. Der Arzt und sein Patient wissen durch die Entfernung nur, dass der Krebs gestreut hat. Man konnte bisher statistisch nicht nachweisen, dass die Entfernung von befallenen Lymphknoten bei einer Prostataoperation dem Patienten einen Vorteil hinsichtlich Tumorkontrolle bringt. Daraus kann man - so meine ich - aber nicht sicher schließen, dass befallene Lymphknoten nicht weiter metastasieren. Die Münchner Statistik sagt nur, dass die Lymphknotenentnahme bei einer Prostataoperation zu keinem längeren Gesamtüberleben führt. Aber der Grund dafür ist meiner Meinung nach nicht darin zu suchen, dass Metastasen nicht weitere Metastasen bilden.

Viele Ärzte orientieren sich an der Studie von Gundem (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4413032/). Danach metastasieren Metastasen in alle Richtungen. Also kann man grundsätzlich durch die Entfernung von Metastasen die Möglichkeit weiterer Metastasierung reduzieren.

Georg

Harald_1933
31.12.2017, 17:55
Also kann man grundsätzlich durch die Entfernung von Metastasen die Möglichkeit weiterer Metastasierung reduzieren.

Georg, es ging doch nicht um die Entfernung von schon bestehenden Metastasen, sondern um die prophylaktische Entfernung von Lymphknoten, wobei den Wächterlymphknoten bevorzugte Aufmerksamkeit zu zollen sei. Mein zweiter Uro-Professor versicherte einmal auf meine Frage, ob durch die Biopsie Krebszellen in die Blutbahn gelangt sein könnten, dass das nicht der Fall wäre. Bei einem Spaziergang am Rhein Jahre später meinte dieser inzwischen im Ruhestand weilende Professor auf die nämliche Frage: "Jein"

Nichts ist unmöglich!

Gruß Harald auf ein gutes neues Jahr mit gesunden Getränken, die auch einen echten Champagner, der den Namen tragen darf, nicht ausschließen. Prosit denn mit jedem dieser Spezies.

DerJupi
16.01.2018, 08:44
So, da bin ich wieder! Inzwischen gab es nichts zu berichten. Ich habe auf das Beratungsgespräch - die zweite Meinung - gewartet. Das Gespräch fand gestern statt und nun weiß ich auch, wie es weitergeht. Zunächst wird eine Skelettszintigraphie gemacht, Ende Januar wird die Prostata in der Uniklinik entfernt - da Vinci-Methode. Ich warte jetzt noch auf den Rückruf einer Physiotherapeutin, bei der ich vorher noch mindestens drei Doppelstunden Beckenbodentraining absolvieren soll.
Ich berichte weiter, sobald ich Ergebnisse habe.
Soll ich dafür in einen anderen Bereich des Forums wechseln? Gruß, Franz

RalfDm
16.01.2018, 09:28
Hallo Franz,



nein, berichte in diesem thread weiter, damit der Zusammenhang nicht verlorengeht.
lade Dir hier (https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_0116.pdf) den "Blauen Ratgeber" Nr. 17 der Deutschen Krebshilfe herunter, falls Du ihn nicht schon als Druck hast. Ab Seite 106 (Seite 55 nach Adobe Reader-Zählung) gibt es eine gute Anleitung zum Kontinenztraining für Männer nach Prostataentfernung. Mache die beschriebenen Übungen täglich (aber übertreibe es auch nicht), dann hast Du bei der OP einen Trainingsvorsprung und kannst Dir Hoffnung machen, schnell wieder kontinent zu sein. Was die Physiotherapeutin mit Dir veranstaltet, wissen wir nicht. Manchmal werden dieselben Übungen gemacht wie für Frauen, die unter Beckenorganabsenkung leiden und mehr oder weniger inkontinent sind, das ist dann die "Beckenbodengymnastik". Solche Übungen sind für Männer nach Prostataentfernung sinnlos. Physiotherapeuten benötigen für unser spezielles Training auch eine spezielle Zusatzausbildung. Vergewissere Dich also (indem Du die Dame fragst), ob die Übungen für Dich als Mann mit bevorstehender Prostatektomie wirklich geeignet sind.


Ralf

Hvielemi
16.01.2018, 09:29
Soll ich dafür in einen anderen Bereich des Forums wechseln?

Nein, lieber Franz,
bleib in diesem Thread, weil dann deine ganze Geschichte an einem Ort zu finden ist.

Und erstelle bitte ein Profil. Im Startbeitrag hast Du schon viel berichtet,
was Du direkt übernehmen kannst.
Das wohl negative Ergebnis der Szintigrafie etc. kannst Du dann fortwährend
nachtragen.

Nimm den Tag!
Konrad

Stefan1
16.01.2018, 11:35
Ende Januar wird die Prostata in der Uniklinik entfernt - da Vinci-Methode.

Moins Franz,
hattest Du noch keinen Herzinfarkt ?

ich hatte 2 davon, da sagte man " da Vinci " nein !

Dir alles Gute.

DerJupi
16.01.2018, 14:19
Ich bin wieder überrascht, wie schnell Ihr reagiert - danke dafür. Den blauen Ratgeber habe ich mir heruntergeladen und stelle gerade fest, dass ich den Anhang schon ausgedruckt habe und die Übungen schon seit ein paar Tagen mache. Ich schau jetzt nicht nach - aber den Tip habe ich sicher gleich am Anfang hier im Forum bekommen. Die Adresse der Physiotherapeuten habe ich von der Klinik bekommen - die arbeiten mit denen zusammen. Trotzdem danke für den Hinweis: Ich frage sofort nach, ob die wirklich mit meinem Beckenboden "umgehen" können ;-). Ich erstelle heute noch ein Profil - hab ich nicht dran gedacht. ABER: Danke, ja, nochmal ein ganz besonderes Dankeschön für die Formulierung "Das wohl negative Ergebnis...", Konrad. Seit gestern geht mir nicht mehr aus dem Kopf, dass die Bilder eine böse Überraschung für mich bereithalten können. Jetzt schlafe ich erstmal wieder etwas besser!!!
Nein, Stefan, ich hatte noch keinen Herzinfarkt - aber danke. Das hat der Professor gestern auch gleich als erstes zurückgefragt, als ich nach der "Da-Vinci-Methode" gefragt habe. Ich berichte weiter und freue mich auf eure Unterstützung. Franz

DerJupi
16.01.2018, 17:57
Ich habe gestern den Prof. von der Uniklinik gefragt, ob ich jetzt noch vor der OP - Ende Januar - aber nach der Biopsie im Fitness aufs Rad steigen darf. Eine Stunde strample ich da regelmäßig bis mir das Wasser aus den Schuhen läuft ;-). In einem anderen Beitrag habe ich jetzt gerade ein paar Bedenken gegen das Radfahren gesehen -und da ging es nur um einen erhöhten PSA-Wert.
Vielleicht hätte ich besser nochmal nachfragen sollen. Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben?

rolando
16.01.2018, 18:53
Physiotherapeuten benötigen für unser spezielles Training auch eine spezielle Zusatzausbildung

Hallo Ralf,

bin selbst Physiotherapeut - zwar wegen meiner PCa-Erkrankung seit einigen Jahren nicht mehr berufstätig - es wäre mir allerdings neu, dass es eine spezielle Zusatzausbildung für das männliche Schließmuskeltraining gibt. In aller Regel rufen hier die Therapeuten/innen das Grundwissen ihrer Ausbildung ab, gepaart mit den Erfahrungen der weiteren beruflichen Tätigkeit z.B. in der urologischen Abteilung einer Klinik od. einer Reha-Einrichtungen mit Zulassung für Prostata- und Blasenerkrankungen.

Es werden im physiotherapeutischen Fort- und Weiterbildungssektor gelegentlich Seminare angeboten, die sich aber geschätzt zu 95% eher mit den weiblichen Aspekten der Thematik "Inkontinenz" beschäftigen. Zertifizierte Zusatzausbildungen zur Kontinenztherapie sind mir persönlich nicht bekannt.

Wenn man als Patient wissen möchte, ob ein/e Therapeut/in gezielte Übungsanleitungen geben kann, sollte man sich nicht scheuen nachzufragen, wie häufig sie entsprechende Behandlungen mit Männern durchführen. Besser noch, man wendet sich direkt an eine physiotherapeutische Klinik-/Reha-Ambulanz mit urologischem Hintergrund, vielleicht sogar dorthin, wo man operiert wird/wurde. Weiterhin könnte man auch den Rezept ausstellenden Arzt nach der Empfehlung eines/r kompetenten Therapeuten/in fragen. Ich denke, so hat man die größte Gewähr für eine sinnvolle und fachgerechte Therapie.

Mag die Thematik Kontinenz nach/bei Prostatakrebstherapie für uns Betroffene von großer Bedeutung sein, im Gesamtspektrum der Physiotherapie spielt "männliches Kontinenztraining" eine doch eher untergeordnete Rolle - es gibt weitaus komplexere und aus therapeutischer Sicht herausforderndere Themen. Somit ist weder die geringe Nachfrage, noch das mangelnde Angebot für Zusatzqualifikationen in diesem Bereich verwunderlich.

Roland

Georg_
16.01.2018, 19:59
Hallo Franz,

was hat denn der Professor geantwortet? Je fitter Du bist, desto besser verträgst Du wahrscheinlich die Operation. Ich weiß nicht, ob vor der Operation noch ein PSA Test gemacht wird, da kannst Du vorher für zwei Tage aussetzen. Wichtiger ist der PSA Wert nach der Operation.

Georg

DerJupi
16.01.2018, 20:37
Hallo Georg, genau so wie du hat er geantwortet: Je fitter Sie sind... und Radfahren ist gut!
Mir gehts auch nicht um den PSA-Wert: Ich bin etwas verunsichert und frage mich, ob Radfahren wirklich gut ist. Ich sitze eine Stunde auf einem Spinning Rad. Der Sattel ist einem Rennradsattel vergleichbar. Und ich habe Bedenken, dass ich dadurch zuviel Druck auf die Prostata und eben auch auf den Krebs ausübe... und der sich dann auf den Weg machen könnte. Ich kenn mich doch nicht aus!

Georg_
16.01.2018, 20:46
Hallo Franz,

der Krebs hat sich schon vor langer Zeit auf den Weg gemacht. Aber vielleicht bleibt er trotzdem nach der Operation für immer unauffällig.

Dies ist jedenfalls kein Grund sich nicht ins Fitness-Studio zu begeben. Besser noch zusätzlich 10 km laufen, rudern, usw.

Georg

DerJupi
16.01.2018, 20:58
Danke Georg, ins Fitness gehe ich eh. Am Ende des Trainings fahre ich immer noch eine Stunde Rad und das machte mir Sorgen. Hinterher muss ich sowieso noch eine Stunde mit dem Hund in den Wald. Aber Laufen funktioniert noch nicht - dafür tun mir die Großzehengelenke noch zu weh. Aber ich trainiere wieder bis zum OP-Termin - auch auf dem Rad.

RalfDm
16.01.2018, 21:05
Hallo Roland,

es wäre mir allerdings neu, dass es eine spezielle Zusatzausbildung für das männliche Schließmuskeltraining gibt.
So – vielleicht nicht wörtlich so – wurde es mir vor acht Jahren in Gronau gesagt, jedenfalls nahm ich für mich mit, dass nicht jeder Physiotherapeut weiß, was in solchen Fällen zu tun ist. Mein Urologe konnte mir auch einen Physiotherapeuten nennen, der diese Zusatzausbildung, -qualifikation oder was auch immer hatte. Ich habe seine Dienste allerdings nie in Anspruch nehmen müssen, weil sofort dicht.

Ralf

DerJupi
19.01.2018, 10:19
Gestern hatte ich die erste Doppelstunde Physiotherapie zur Vorbereitung auf die OP, bzw. die ersten Tage danach. Die Physiotherapeutin ist von der Uni-Klinik geschult. Sie ging immer wieder auf die unterschiedliche Anatomie zwischen Mann und Frau ein und war dabei sehr direkt. Ich habe Atemübungen zur Entspannung gelernt, kreisende Beckenbewegungen und das Aufstehen aus dem Bett, ohne Beteiligung der Bauchmuskulatur. Darüber hinaus das Verhalten bei Husten und Niesen und weitere Übungen, die ich nun alle bis zur OP intensiv trainieren werde. Die Dame ist m.E. gut ausgebildet und sehr engagiert. In der nächsten Woche habe ich noch einmal zwei Doppelstunden. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt.
Mir steht nach dem KH-Aufenthalt eine AHB zu hat mir der Prof. gesagt. Man könne diese AHB auch ambulant durchführen. Meine Frage: Wie realistisch ist es, von einer ambulanten AHB auszugehen, wenn die nächste geschulte Physiotherapeutin 25 KM entfernt praktiziert? Die Dame wird mich sicher nicht zu Hause besuchen. Aber bin ich nach der OP in der Lage, täglich so weit zu fahren? Und um wieviel intensiver ist eine stationäre AHB gegenüber einer ambulanten?
Die Übungen, die ich gelernt habe, haben mich nachdenklich gemacht und ich frage mich, ob es nach so einem Eingriff nicht sinnvoller ist, dass ich mich gleich in eine AHB begebe, um den Heilungsprozess nachhaltig zu unterstützen. Die Liste Reha- und AHB-Kliniken habe ich mir gerade heruntergeladen.

Michi1
19.01.2018, 10:28
Es kommt direkt nach der Op eine Sozialberaterin zu dir ans Krankenbett und beantragt deine AHB. Sie muss innerhalb 14 Tage angetreten werden. Kliniken bekommst du zur Auswahl. So war es wenigstens bei mir. Täglch irgendwo hin fahren hätte ich nicht geschafft nach so einer OP.
Ich bin in die Rehaklinik die am leichtesten für mich zu erreichen war und habe mich von einem Freund fahren lassen. Selbst hätte ich es nicht geschafft.

uwes2403
19.01.2018, 11:57
Das kann man schwer vorab sagen...

Ich habe die AHB 2 Wochen nach OP angetreten und hätte ohne Probleme jeden Tag fahren können.

Das Programm der AHB hätte man sehr wohl ambulant machen können (Krankengymnastik, BB Training).

Ich persönlich habe bei der AHB viel Leerlauf erlebt, so dass ich lieber zu Hause gewesen wäre.

DerJupi
19.01.2018, 12:24
Danke, Michi und Uwe. Ich bin tagsüber allein im Haus und weiß nicht, ob es vielleicht zu riskant wäre, direkt nach der OP heimzufahren. Daher warte ich dann mal ab, wie der Heilungsprozess abläuft und wie ich mich nach der OP fühle

RolandHO
19.01.2018, 12:52
Hallo Franz,

ich melde mich mal, damit du auch einen alternativen Erfahrungsbericht liest.
Ich habe die AHB als sehr angenehm und auch erfolgreich erlebt, es gab eine Vielzahl von Aktivitätsangeboten, nicht nur ein sehr gutes Beckenbodentraining, sondern auch ein allgemeines Aufbautraining, Autogenes Training, Vorträge und einiges mehr. Den wenigen Leerlauf, den es gab, habe ich sehr genossen und angenehm mit meiner Frau (die in einem Zweibettzimmer auf eigene Kosten die ganze Zeit dabei sein konnte) und mit Lesen und Gesprächen mit anderen Patienten, Spaziergängen, Besuch der nahe gelegenen Weinstube usw. sehr genossen.
Dazu kommt natürlich auch die Vollverpflegung: man muss sich um nichts kümmern.
Ich hatte mich aus persönlichen Gründen für die Klinik in Durbach entschieden und war sehr zufrieden.

Ich wünsche dir viel Erfolg mit deiner Behandlung und mit deiner Entscheidung zu einer AHB
Roland

DerJupi
19.01.2018, 15:03
Danke Roland!

uwes2403
19.01.2018, 18:06
Ich hab's ja gesagt - jeder hat eigene Erfahrungen gemacht :-)

Mit FRau ging leider nicht...irgendjemand musste ja auch noch arbeiten..... :-) Ich war im Februar an der Nordsee - im Juni oder Juli wäre meine Beurteilung vielleicht anders ausgefallen.

Damit keine Mißverstädnisse aufkommen: Die Mitarbeiter waren sehr engagiert, Angebote, die Roland aufgeführt hat, gab es auch......

buschreiter
19.01.2018, 18:35
Danke, Michi und Uwe. Ich bin tagsüber allein im Haus und weiß nicht, ob es vielleicht zu riskant wäre, direkt nach der OP heimzufahren. Daher warte ich dann mal ab, wie der Heilungsprozess abläuft und wie ich mich nach der OP fühle
Zunächst möchte ich gratulieren, dass Du scheinbar eine Physio gefunden hast, die sich sehr gut auskennt. So häufig ist das nämlich anscheinend nicht. Eine ambulante Physio hätte ich vom körperlichen Befinden her jederzeit machen können. Schließlich war ich die gut 200 km nach Bad Wildungen zur AHB auch locker selber gefahren. Allerdings tat mir der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen psychisch auch sehr gut. Außerdem war es ganz hilfreich, aus dem üblichen Umfeld rauszukommen, um sich mit der Krankheit mal in Ruhe zu befassen. Irgendwie war man bis dahin eher nur Beifahrer und die AHB war wie Durchatmen und Neustart in ein neues, anderes Leben.
Außerdem sollte man das Thromboserisiko nach einer RPE nicht unterschätzen! Da hatte ich doch ganz gerne Ärzte und medizinisches Personal im direkten Zugriff.
Insofern würde ich immer wieder eine stationäre AHB bevorzugen (natürlich lieber nicht benötigen!)
Gruß Achim

Michi1
20.01.2018, 06:15
Jupi, du schreibst das du allein zu Hause bist. Wenn es dir nach der Op nicht so besobders geht dann bist du auf einer AHB in huten Händen. Solltest dir aber gut gehen nimm doch dann die AHB als kostenlosen Urlaub. So billig bekommst du sonst keinen. Ich habe die 3 AHB und REHA voll aisgenutzt. Das war am Schluss für mich eine super Erholung.

DerJupi
20.01.2018, 11:29
Nur tagsüber allein, Michi. Ansonsten kümmert sich meine Frau schon sehr um mich. Aber sie ist selbständig und kann nicht einfach den Laden zusperren. Ich habe mich durch eure Ratschläge und nach einem Gespräch mit Herrn Reitinger für eine AHB entschieden. Ich habe Kliniken in Bad Rappenau, Bad Bocklet, Masserberg und Bad Elster aus einer Empfehlung von dieser Seite (PDF-Liste) in die engere Wahl gezogen und nach dem Gespräch mit Herrn Reitinger plane ich die AHB im Moment in Bad Elster. Ich werde mich aber weiter informieren, bis ich mich entscheide.
Stellt sich noch die Frage, ob ich die 200 KM z.B. bis Bad Elster selber fahren kann, oder nicht. Ich denke, dass werde ich von meiner Verfassung abhängig machen - ich kann mich ja kurzfristig entscheiden. Danke für eure Ratschläge!

Michi1
20.01.2018, 11:36
So wie ich mitbekommen habe kann man auch mit Krankentransport zur AHB kommen. Da weiß ich aber nicht Bescheid wo und wie man das Beantragen muss.

carloso
20.01.2018, 11:53
Krankentransport wird nur ausgeführt wenn man von KH anschließend direkt in die Rehaklinik gefahren wird, das muss von Stationsarzt veranlasst werden. Wenn man selbst zur AHB fährt, wird die Fahrt von der KK vergütet ich habe 35 € von der REHAklink bekommen. Also mit dem Stationsarzt besprechen wenn man den Krankentransport haben will.
Ich war froh das ich die AHB in Bad Füssing bekommen habe.

Gruß Karl

Michi1
21.01.2018, 05:49
Ich habe auf REHA mitbekommen das Leute mit Krankentransport von zu Hause und nach Hause gefahren wurden. Das ist auch in meinem Bekantenkreis so gewesen.
Bei der letzten REHA kam ich in ein Gespräch mit einer Frau die auch mit Krankentransport in die Klinik gefahren wurde. Ich habe sie auf einer Parkbank getroffen, sie war am Rauchen, und schaute nicht besonders krank aus. Ich habe mich zurückgehalten und nicht nach ihrer Krankheit gefragt aber da es eine Onkologische Klinik war konnte man es sich denken.

DerJupi
25.01.2018, 15:13
Morgen habe ich die Vorbesprechung für die OP. Dann will ich auch die Fragen zum Transport, bzw. ob ich selbst fahren kann, stellen. Heute kam der Befund der Skelettszintigraphie vom Montag: "... ohne Anhalt für metastasensuspekte Mehr- oder Minderbelegungen." und "Kein Anhalt für stoffwechselaktive ossäre Filiae."
Da fällt mir erstmal ein Stein vom Herzen.
Heute hatte ich die letzte Stunde Physiotherapie mit Übungen zur Aktivierung und Entspannung des Zwerchfells durch Atmung und leichte Bewegungen.
Am Montag dann die OP. Ich berichte weiter. Gruß, franz

uwes2403
25.01.2018, 17:54
Toi Toi Toi...auf ein gutes Ergebnis....

Michi1
26.01.2018, 06:10
Ich wünsch dir auch das alles so verläuft wie du es dir wünscht.

Urologe
26.01.2018, 08:08
Meine Frau hat mit gegoogelt und eine Seite www.alta-klinik.de (http://www.alta-klinik.de) gefunden. Die dort beschriebene Behandlung TULSA-PRO soll einen Prostatakrebs über Ultraschallwellen, die Wärme erzeugen, zerstören. Ich habe mich jetzt mal ein wenig über diese Methode informiert und fand den Beitrag "Kontroversen in der Uro-Onkologie in Magdeburg - Bericht" sehr interessant. Da bei mir schon ein Gleason von 9 festgestellt wurde, möchte ich mich mit dieser Methode eigentlich nicht weiter beschäftigen. Auch fand ich die Darstellung des multifokalen Wachstums des Prostatakrebses - Wachstum im gesunden Gewebe - schon ausreichend, so dass ich das Thema TULSA-PRO nicht weiter mit meiner Frau diskutieren möchte. Oder sehe ich da etwas falsch?

Sorry, aber ein Prostatakarzinom mit Gleason 5-Anteilen und Pn1 (Risiko für Lymphknotenmetastasen) sollte NIEMALS einer fokalen Therapie - egal welcher Art - unterzogen werden!!!
Der "Versager" ist vorprogammiert.

DerJupi
06.02.2018, 12:58
Ich bin zurück-gerade rein. Alles ist sehr gut gelaufen. Ich berichte morgen ausführlich. Jetzt brauche ich erstmal wieder euren Rat.
Ich laufe aus-einfach so. In der Klinik haben sie mir sehr angenehme dünne Unterhosen gegeben, in die ich Vorlagen einkleben könnte. Gestern- noch in der Klinik- kommte ich damit schonmal üben und icj weiß jetzt manchmal wenn so eine Vorlage gewechselt werden sollte.
Ich will nicht über die Dinger meckern, ich kenne ja nur die. Aber gibt es auch andere Systeme, die nicht so scheuern, schnell an- und auszuziehen sind und natürlich saugfähig? Mit welchen Vorlagen, Slips usw. habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

RolandHO
06.02.2018, 13:18
Hallo Jupi,

ich kann mich gut in dein Prblem hineinversetzten: Nach der OP in der AHB habe ich am Tag sechs (in Worten 6) und manchmal mehr Vorlagen geraucht, und auch dann ging es manchmal "in die Hose". Nach drei Wochen Reha waren noch vier Vorlagen nötig, erst nach weiteren drei Monaten war ich dann kontinent. Das ging ganz allmählich mit stetiger Abnahme der notwendigen Vorlagen.

Ich glaube ich habe damals - und auch heute gelegentlich - Podukte der Reihe Tena for men genommen. Die gibt es in verschiedenen Stärken. Sicherlich auch andere Produkte, du kannst dich auch in einem Sanitätshaus beraten lassen.

Viel Glück und weiterhin behutsames Beckenbodentraining.
Roland

Franzlxaver
06.02.2018, 13:42
Mehr zum Thema "Schiffchen" findet sich auch hier https://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?10170-55-Jahre-Gleason-Score-3-3-Und-was-nun-!&p=101584#post101584

Arne80
06.02.2018, 15:32
Ich hatte auch die Einlagen "Tena for Men" und kann hier nur Gutes berichten. Die gab es in verschiedenen Stärken, zuletzt dann nur noch die ganz dünnen für die Arbeit (zur Sicherheit "für den Kopf").

Generell hatte man mir in HH empfohlen, beim Gang auf die Toilette regelmäßig anzuspannen und wieder zu lockern, um die Kontrolle zurückzugewinnen. Das hat auch relativ gut geklappt, "Probleme" gab es dann meist draußen bei Kälte oder auch stark erhöhten Temperaturen, weil das Gefühl für die Blasenfüllung kurz nach der OP noch nicht wieder so war wie früher.

Viel Erfolg und Durchhaltevermögen!
Arne

Michi1
07.02.2018, 05:56
Bis jetzt habe ich immer noch zur Sicherheit eine am Tag. In der Nacht brauche ich keine mehr. Arne hast du die schwarzen von Tena, das sind die dünnsten.
Ich war länger wie 2 Jahre mit den "Seni vor Man" sehr zufrieden. Habe alle 3 Stufen ausprobiert.

DerJupi
07.02.2018, 12:02
Danke für eure Tips. Neues Problem: Ich kann nicht sitzen und auch der Gang zum WC fällt mir schwer, weil schmerzhaft. Der ganze Dammbereich ist extrem empfindlich. Ich sitze jetzt auf zwei Handtuchrollen (unter den Sitzhöckern), um den Damm zu entlasten. Je weiter ich mich nach hinten lehne, um so stärker werden die Schmerzen.
Mir fallen mindestens zwei Ursachen ein:
1. Der Katheder hat den Bereich "überreizt".
2. Nachwirkungen der Biopsie. Das könnte die Schmerzen beim Toillettengang erklären.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?

Ich habe noch die Antibiose-Pillen, die ich nach der Biopsie nehmen musste. Ich könnte noch einen Tag warten, sehen, ob es besser wird und mir morgen überlegen, ob ich davon noch einmal ein paar nehmen. Aber Selbstmedikation nach der OP erscheint mir nicht ratsam. Ich schau mal, welche Ratschläge ich von euch bekomme.

Leider kann ich auch keine Zusammenfassung des OP- und Genesungsverlaufes aufschreiben. Ich kann jetzt schon nicht mehr sitzen - trotz der Sitzhilfe.

Hartmut S
07.02.2018, 12:34
Ich habe noch die Antibiose-Pillen, die ich nach der Biopsie nehmen musste. Ich könnte noch einen Tag warten, sehen, ob es besser wird und mir morgen überlegen, ob ich davon noch einmal ein paar nehmen. Aber Selbstmedikation nach der OP erscheint mir nicht ratsam. Ich schau mal, welche Ratschläge ich von euch bekomme.

hallo,

eine "selbstmedikation" klappt nur zu 30 %. Das würde ich in deinem Fall nicht machen.
oft wird damit mehr schaden angerichtet.
in deinem fall glaube ich nicht, dass du hier tipps erhalten wirst. die ärzte sind im forum auch nicht immer online.

mein tip(p), rufe sofort deinen behandelnden arzt an.
er wird dir sagen, was du machen könntest, oder dich in die praxis zitieren.

gruss
hartmut

carloso
07.02.2018, 12:48
Ich hatte auch große Probleme mit dem sitzen als bei mir das zweite mal aufbogiert wurde, da habe ich den Blasen/Harnröhren-Katheter 6 Wochen gehabt. In dieser Zeit konnte ich kaum Auto fahren oder länger wo sitzen. Nach dem entfernen des Katheter hatte ich wieder Verschluss so das sie mir einen suprapubischen Katheter anlegten, aber auch mit diesem habe ich Probleme beim längeren sitzen. Ich weiß nicht warum ich solche Probleme habe es ist schlimm.
Außer Schmerzmittel und Antibiotika habe ich nichts bekommen. Auch mein Stuhlgang war sehr hart und dann eben auch Schmerzhaft aber seit ich jeden Tag in der Früh ein Teelöffel Indischen Flohsamen mit ein Glas Wasser nehme ist es bedeutend besser.
Ende Februar habe ich einen Termin im Großhaderner KH und da bin ich gespannt was der Arzt sagt. Rechts der Isar KH war ich schon und wurde gesagt das man nichts machen kann. Ja diese Nebenwirkungen sind saftig für den einen mehr und anderen weniger.

Gruß Karl

Hartmut S
07.02.2018, 13:03
Rechts der Isar KH war ich schon und wurde gesagt das man nichts machen kann. Ja diese Nebenwirkungen sind saftig für den einen mehr und anderen weniger.
lieber karl,
diese nebenwirkungen sollten nicht heftig sein.
ich glaube, bei dem jup spielen andere faktoren eine rolle.

nun hast du ja doch noch einen tip gegeben, oder einen erfahrungsbericht eingestellt.
ist das klug von dir?

ich denke einmal, es hilft dem jup nicht.
er sollte seinen arzt konsultieren!

gruss
hartmut

DerJupi
07.02.2018, 13:17
Vielen Dank! Karl, dass könnte auch meine Beschreibung der Beschwerden sein.
Fazit: Ich warte jetzt erstmal ab. Wenn sich das nicht bessert, werde ich morgen oder übermorgen mal in den Hobbyraum gehen und mir etwas in Richtung Sitzhilfe überlegen. Wenn ich bis zum WE keine Besserung verpüre, melde ich mich wieder in der Uni-Klinik an. Die sind sehr nett dort. Ach so, soviel kann ich meinem Bericht schon mal vorherschicken: Wenn ich nochmal wählen müsste, in welche Klinik ich gehe, dann wieder in die Uni-Klinik-Erlangen. Prof. Wullich und das gesamte Ärzteteam waren immer sehr nett. Sie haben sich Zeit für jede Frage genommen und hatten immer viel Verständnis für Ängste und Sorgen. Und dann das Pflegeteam. Ich weiß garnicht, wie ich das beschreiben soll: Soviel Mitgefühl habe ich noch nicht erlebt. Man sollte doch denken, dass jeder im Laufe der Zeit durch die Routine abstumpft. Aber die Schwestern und Pfleger in Fürth: Wahnsinn! Ich denke, sowas erleichtert die schmerzhaften Tage und unterstützt den Heilungsprozess. Mein Gott, waren die nett. Ich schreibe denen auf jeden Fall noch eine Beurteilung auf die Klinikseite. Aber auch hier setze ich ein "Dankeschön ab". Ich danke Tina, Dorothea (brrrrr), Ramona und all den anderen (in der kurzen Zeit konnte ich mir nicht so viele Namen einprägen). Aber wenn ihr mal schaut (erste Seite und Vorstellung), welches Trauma mein erster Klinikaufenthalt verursacht hat... ich hatte nie ein gutes Gefühl, wenn ich an den Klinikaufenthalt dachte. Nun bin ich froh, dass ich wieder zu Hause bin - aber ich denke so gern zurück an die Zeit auf der URO B2-2 im Bettenhaus der Uniklinik.
Ach so: Die Leistung der Küche steht - sowohl was den Geschmack angeht, als auch ihre Kreativität im krassen Gegensatz dazu. Ich hab die Zeit für eine Diät genutzt und nur das Notwendigste gegessen (Anfangs NIX!). Also auch ne gute Sache! ;-)

carloso
07.02.2018, 13:24
Ja Hartmut du hast Recht das war kein guter Tipp sondern nur negatives und werde das sein lassen. Jup sollte den Urologen aufsuchen oder das Krankenhaus was die OP vorgenommen hat. Ich wünsche das ihm geholfen wird und bessere Erfahrung macht.

Gruß Karl

Hartmut S
07.02.2018, 13:28
nun ja, auf mein posting bist du ja nun gar nicht eingegangen.


nd dann das Pflegeteam. Ich weiß garnicht, wie ich das beschreiben soll
ich weiss es:
gebe 50,-, oder 100,- euro in die Kaffeekasse.
dann freuen sich alle.
so drücke ich meine dankbarkeit aus.

oh je . . . . . na ja, . . . .
du hast dir so einen schönen namen ausgesucht.
man nennt mich auch "harti :)
du darfst mich dann aber auch mit "lieber hartmut" ansprechen, falls du einmal später wirklich hilfe benötigst.
momentan schreibe ich nur, setze dich in verbindung mit deinem arzt!!


gruss
hartmut

carloso
07.02.2018, 13:45
Habe vergessen einen Tipp zu geben der ein wenig Linderung verschafft. Ich habe einen Nackenpolster der auf einer Seite offen ist draufgesessen und im Auto hatte ich einen kleinen Rettungsring der so groß war wie der Autositz das hat mir ein wenig geholfen das ich Fahrten machen konnte.

Gruß Karl

Rastaman
07.02.2018, 18:01
Hallo Franz/Jupi,

zum Schmerz beim Sitzen: Bei mir hat es mind. 3-4 Wochen gedauert bis ich wieder normal sitzen konnte. Alles, was den Druck auf den Dammbereich mindert, war hilfreich. Die o.g. ringförmige Sitzhilfe dürfte helfen.

Kommentar meines Operateurs zu meinem Gefühl, auf einer offenen Wunde zu sitzen: Sie sitzen auf einer offenen Wunde, auch wenn die im Unterleib verborgen ist...

Im Lauf der Wochen wird es voraussichtlich von schmerzhaft –> unangenehm –> irritierend, und irgendwann wird es dann wieder ok sein.

Alles Gute.

Bobby58
07.02.2018, 19:49
Davon sagt einem aber keiner was.
Na toll.

Michi1
08.02.2018, 05:54
Ich hab am ersten Tag in der AHB sofort einen kleinen Reifen (wie ein Gummischwimmreifen) zum draufsitzen bekommen. Das machte alles ein wenig erträglicher

uwes2403
08.02.2018, 07:20
Davon sagt einem aber keiner was.
Na toll.

Mach' dich nicht verrückt (auch wenn's schwer fällt) - diese Probleme können, müssen aber nicht auftreten. Ich hatte diese nicht und konnte ohne Schwierigkeiten sitzen.....

carloso
08.02.2018, 08:13
Davon sagt einem aber keiner was.
Na toll.
In Beipackzettel von Medikamenten sind viele Nebenwirkungen aufgelistet was passieren kann wenn man die Medikamente nimmt, sogar Schock-Tod und trotzdem nimmt man sie, Das ganze Leben ist ein Risiko.

Gruß Karl

Harald_1933
08.02.2018, 10:25
In Beipackzettel von Medikamenten sind viele Nebenwirkungen aufgelistet was passieren kann wenn man die Medikamente nimmt, sogar Schock-Tod und trotzdem nimmt man sie, Das ganze Leben ist ein Risiko.

Gruß Karl

Moin Karl,

Du hast den beruehmten Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist eben wie es ist, und es kommt wie es kommt, und zwar ohne Wenn und Aber.

Gruss aus Oman, das wir vor 28 Jahren das erste Mal bereisten, als der Sultan Quaboos das Hotel Al Bustan Palace hauptsaechlich fuer die Teilnehmer an der damaligen OPEC-Konferenz eroeffnete.

DerJupi
10.02.2018, 11:48
So, nach ein paar Tagen, die ich für die Genesung brauchte, und auch, weil ich wieder sitzen kann, bin ich heute mal wieder am PC. Ich bedanke mich für alle eure Ratschläge. Ich muss nochmal nachsehen, vielleicht geht aus meiner Vorgeschichte nicht hervor, dass ich seit kurzem keinen Urologen mehr habe (und warum). Es war mir in der Kürze der Zeit auch nicht möglich einen neuen (guten) Urologen hier in Roth oder Schwabach auszumachen. Mein einziger fachlicher Ansprechpartner - dem ich vertraue - ist die Uni-Klinik Ich habe mit der Uni-Klinik telefoniert, habe die Beschwerden geschildert, Ratschläge erhalten und vereinbart, dass ich sofort kommen kann, wenn die Schmerzen stärker werden oder wenn ich Fieber bekomme.
Ich denke, mein Problem war die Verstopfung. Es ist immer noch schwierig, aber so langsam taste ich mich an die richtige Dosierung des Abführmittels heran: Gestern Abend zwei Beutel Macrogol und heute früh gegen 10 zusätzlich noch 15ml Lactulose. Das letzgenannte Mittel wirkt sicherer - aber auch schnell. Dazu nehme ich noch Lefax. So habe ich zumindest das Unwohlsein durch den aufgpumpten Bauch nicht mehr und Schmerzen auch nicht.

Heute habe ich zum ersten Mal gesehen (im Stehen), dass ich den Strahl bewusst stoppen kann - aber nur sekundenlang. Ein kleines Erfolgserlebnis - das hilft! Ich freue mich auf die AHB (Schedel, Passau). Danach brauche ich hoffentlich nicht mehr so viele Vorlagen (10-12/Tag). Der Urin ist in der Vorlage weiterhin rosa - und riecht... irgendwie krank! Am Montag fahre ich in die Uni-Klinik und lasse die nochmal in meinen Bauch gucken (Ultraschall). Nicht das da etwas durch die Verstopfung kaputt gegangen ist.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Nach den Erfahrungen in der ersten Klinik, habe ich lange recherchiert und habe mich dann nach einem Vorgespräch mit Prof. Wullich für die Uni-Klinik Erlangen entschieden und bin trotzdem mit ziemlichen Ängsten in diese Klinik gegangen. Ich hatte keine Angst vor der OP - es gab ja keine Alternative. Aber ich hatte Angst vor Schmerzen und vor gleichgültigen Pflegekräften - schließlich hatte ich das gerade erst erlebt. Gerade deshalb, weil das alles nicht eingetreten ist, sondern weil mir die Pflegerinnen immer wieder sagten: "Sie dürfen keine Schmerzen haben!" und weil sie immer auf mich und meinen Zimmernachbarn eingegangen sind, habe ich das hervorgehoben. Nicht, um eine Klinik schlechtzumachen-obwohl ich sauer auf die bin - aber es lag mir doch sehr am Herzen, diese positive Seite herauszustellen. Und: NEIN! Ich kam garnicht dazu Trinkgeld zu geben! Der Arzt hatte den Liegendtransport angeordnet: Plötzlich standen zwei vom Roten Kreuz im Zimmer, haben meine Sachen geschnappt und mich und haben mich heimgefahren. Ich konnte mich noch nicht einmal verabschieden. Das werde ich am Montag nachholen und dann gibts auch ein Pfund in die Kaffeekasse!

Michi1
11.02.2018, 05:57
Viel Erfolg in der Reha Klinik. Ich war dort schon 3x.

DerJupi
11.02.2018, 08:28
Danke Michi!

DerJupi
12.02.2018, 09:15
Rückblickend kann ich sagen, dass sich mein Zustand nach der Entlassung täglich verschlechtert hat. Ich hatte keinen Appetit mehr und nur meiner Frau zuliebe habe ich in den letzten Tagen noch drei, vier Zwieback täglich gegessen. Am Samstag konnte ich ja einigermaßen wieder sitzen und verbuchte das schon als Erfolg. Dabei hatte mein Bauchumfang täglich zugenommen. Am Samstag Abend war eine Spannung drauf, wie nach dem Aufwachen nach der OP - und Schmerzen. Ich hab das Abführmittel genommen (um den Zwieback rauszutreiben) und Lefax . Am Abend dann 38,9 Grad Fieber. In der Klinik angerufen. Gegen das Fieber und die Schmerzen durfte ich Ibuprofen nehmen "weiter abführen und Lefax nehmen!", waren die Empfehlungen des Arztes. In der Nacht dann erste "sanfte" Erfolge der elendigen Abführerei! Gestern, am Sonntag morgen 37,6 Grad. Kein Fieber, dafür Schmerzen und einen Riesenbauch! Ich schleppte mich gestern nur noch durchs Haus. Als meine Frau sah, wie ich mich aus dem Bett quälen musste - rein ging es gut - sagte sie: "Morgen früh sind wir um sieben in der Klinik!" Meiner gestrigen Zwiebackration habe ich Mittags eine doppelteRation Abführmittel hinterhergeschickt und über den Tag verteilt, habe ich die empfohlene Tagesdosis Lefax genommen. Es wurde auch tatsächlich etwas "windig", aber - was ich anfangs garnicht recht registrierte - ich habe gestern Unmengen Windeln verbraucht. Auch die XXL-Windeln hielten nur noch eine halbe Stunde. Dabei trank ich nur noch schluckweise Wasser, weil ich kaum noch aufstehen konnte. Aber: "Es lief". 37,9 Grad vor dem Einschlafen = Ibu 400.
Für die Nacht habe ich mir dann gestern eine Unterhose mit eingebauter Windel angezogen und noch eine dicke Windel hineinglegt. Um 1 wurde es kalt im Bett. Gut dass wir große wasserdichte Unterlage gekauft haben. Ich lag in einem See. Ich hab mich mittendraugekniet - tiefer See ist hier besser als flacher See - habe alle Enden festgehalten, bin vorsichtig aus dem Bett gekrabbelt und hab die Lache im WC entsorgt. Meine Frau hat inzwischen das Bett neu hergerichtet, Oberbett und Kopfkissen habe ich nicht geschont. Ich musste dann noch ein paarmal zum "Entsorgen" in der Nacht.
Heute früh war ich so fertig, dass ich erst auf der Toilette die Veränderung bemerkt habe: Mein Bauchumfang hat wahnsinnig abgenommen. Ich konnte es erst garnicht glauben, dass ich im Sitzen den Toilettendeckel sehen konnnte. Den verdeckte vorher mein Bauch komplett -egal, ob ich mich vor oder zurückneigte. Die Schmerzen sind weg und ich kann wieder richtig laufen.
Ich habe meiner Frau das Ergebnis gezeigt. Ich konnte normal aufstehen, bin duschen gegangen, die Treppe rauf und runter, Temperatur 36,7 - wir haben uns wieder hingelegt.

Ich glaube, dass Wasserlassen lässt nach. Heute früh hab ich nochmal eine volle Vorlage ausgetauscht und die neue "hält" noch. Ich hab Hunger: Heute gibts ein Schnitzel mit Salat!
Vielleicht war das ja noch diese Wundflüssigkeit, die sie vorher über den Schlauch, bzw. den aufgekebten Beutel aufgefangen haben. Ich hab mich eh gefragt, wo das jetzt bleibt. Da waren täglich noch etwa 150ml drin - mit abnehmender Tendenz. Dann haben sie in rausgezogen und das Loch zugenäht. Aber ich kenne mich nicht aus. Ich bin sicher, die wissen dort, was sie tun.

Michi1
12.02.2018, 09:21
Haben sie bei dir schon mit Ultraschall nachgeschaut ob sich nicht Lympfflüssigkeit im Bauch ansammelt. Bei mir war es so, 14 Tage habe die mich gegen Blasenentzündung mit 2 verschiedenen Antibiotika behandelt. Erst dann sind sie draufgekommen was es war.

DerJupi
12.02.2018, 09:23
Oh! Hmmm, ich rufe den Prof nochmal an!

Morgen um 10 Termin beim Prof. Er will sich das ansehen.
Danke!

DerJupi
10.03.2018, 14:52
Update:
Vom 13.2. bis 28.2. war ich wieder stationär in der Uniklinik. Es wurde festgestellt, dass die Naht nicht dicht war. Ich hatte einen Abszess im Bauchraum. Eine Drainage wurde gelegt und ich bekam neben dem Blasenkatheter noch zwei "Schienen", die zwischen Blase und Nieren platziert wurden, um die Blase vorübergehend trockenzulegen. Ich hätte nie gedacht, dass drei Katheter durch den Harnleiter passen - und es war auch entsprechend unangenehm. Mit der Drainage "schleppte" ich eine ganze Weile vier Beutel mit mir rum. Ich wurde mit Blasenkatheter entlassen, der am 8.3. entfernt wurde. Jetzt spüre ich, dass es täglich weiter aufwärts geht: Ich habe Appetit... nein! Manchmal habe ich richtigen Hunger und ich gehe seit gestern wieder mit dem Hund spazieren. Das tut mir richtig gut.
Probleme habe ich mit der Kontrolle beim Wasserlassen. Es läuft einfach raus. Wenn ich über dem WC stehe und es sehe, kann ich es anhalten. Ob das ein Fortschritt ist? Normalerweise müsste der Schließmuskel ja immer "zumachen" und nur öffnen, wenn ich es will. Aber ich kann nur bewusst in dem Moment "zumachen", wenn ich sehe, dass es läuft.
Und noch ein Problem: Ich "leide" unter Juckreiz am ganzen Körper - ähnlich einer Nesselsucht, nur ohne Quaddeln. In der Klinik meinte der Stationsarzt, dass das ein seelisches Problem sei. Ich habe nach und nach alle Medikamente abgesetzt - auch die Bauchspritzen, weil in der Beschreibung auch auf häufigen Juckreiz hingewiesen wurde. Aber auch ganz ohne Medikamente habe ich diesen starken Juckreiz. Alle Cremes, die meine Frau aus der Apotheke besorgt hat, helfen nicht. Heute Nacht habe ich unter Tüchern, die ich immer wieder in eine dünne Apfelessiglösung getaucht habe, verbracht. Ab und zu habe ich mich wieder eingecremt, aber nach einer halben Stunde musste ich die Tücher wieder auflegen. Irgendwann um fünf bin ich eingeschlafen.
Heute früh war ich in der Apotheke und habe mir -nach Beratung- ein Antiallergikum besorgt (Lorano akut). Das hat rund sechs Stunden gut geholfen, jetzt geht es langsam wieder los mit der Juckerei. Ich habe noch eine Salbe mitgenommen: Soventol. Das Zeug hilft auch ein wenig. Aber mir graut schon wieder vor der Nacht.
Aber gut, nach allem, was hätte passieren können, ist der Juckreiz erträglich. Schönes Wochenende, franz

DerJupi
10.03.2018, 16:46
Ach so: Auf die AHB nach Thyrnau gehe ich ab 28. März. Bis dahin werde ich fleißig mein Beckenbodentraining durchführen.
Hat jemand einen Tip gegen den Juckreiz - ich werd noch wahnsinnig!

Heribert
10.03.2018, 20:42
Hallo Franz,

hast Du schon mal eine Emulsion mit Urea pura 10% versucht?
Ich habe seit meiner Chemo das gleiche Problem. Mit Urea pura ist es zwar nicht weg, aber erträglicher geworden.

Gruß Heribert

DerJupi
10.03.2018, 21:34
Versuche ich, danke Heribert

Michi1
11.03.2018, 05:56
Hallo Jupi, wie gehts in Thyrnau. Hat das Beckenbodentraining schon was gebracht ?

DerJupi
11.03.2018, 08:37
Hallo Michael, ich bin erst seit dem 28.2. wieder zu Hause und seit 8.3. ohne Katheter (sieh mal ein paar Beiträge vorher nach). Mir gehts endlich gut - bis auf den elenden Juckreiz, der mich tagsüber ohne Ende nervt und nachts um den Schlaf bringt. Horror!
Meine AHB startet am 28.3. bis dahin mache ich fleißig mein Beckenbodentraining.
Ich wiederhole mich jetzt aber das ist mir auch wichtig - vor allem, weil ich es nicht verstehe: Ich bemerke nicht, wenn ich pinkeln muss - es läuft einfach raus. Wenn ich es - über dem WC stehend - fließen sehe, kann ich es anhalten, mehr nicht. Mein Frage dazu: Vorher machte der Schließmuskel an der Blase "zu", wenn ich musste und ich musste ihn willentlich öffnen. Jetzt ist er offensichtlich immer auf - und ich kann ihn nur schließen, wenn ich weiß, dass ich gerade pinkle. Der jetzige Zustand ist doch das Gegenteil vom vorigen, dem "unbewussten verschließen". Kann ich das wirklich wieder lernen??????

Michi1
11.03.2018, 09:12
Entschuldige, ich hab falsch geschaut hab gedacht am 28 Feb. Genau so wie dir ist es mir auch gegangen. Es hat bie mir 2 Jahre gedauert dann habe ich mir einen künstlichen Schließmuskel einsetzen lassen und bin sowas von zufrieden damit.
Soltest du nach Fragen über Thyrnau haben gerne über Pn. Ich war dort schon 3 Mal.

Heribert
11.03.2018, 10:01
Hallo Franz,

Bei den Schließmechanismen des Harnablaufs musst Du zwischen Blasenschließmuskel und den weiter unten ligenden Harnröhrenschließmuskel unterscheiden. Der Blasenschließmuskel wurde bei der Entfernung der Prostata soweit geschädigt, dass die sonst unwillkürlich vorhandene Grundspannung verloren ging. Jetzt ist nur noch der Harnröhrenschließmuskel, der immer nur willentlich z.B. zum Unterbrechen des Harnstrahls für den gehinderten Harnfluss zuständig. Jetzt liegt es an Dir, diesen Muskel so zu trainieren, dass auch hier eine Grundspannung aufgebaut wird, bis Du über den Blasendruck merkst, dass Harn abgelassen werden muss.

Dieses Umlernen geht nicht von jetzt auf gleich, sondern muss intensiv trainiert werden. Wobei sich auch das System des Blasenschließmuskels mit der Zeit erholen kann und dann wieder ein Automatismus in der Harnableitung eintritt.

Im Internet gibt es eine ganz gute Lernsoftware über die Anatomie und Physiologie bei KenHub (https://www.kenhub.com/de/atlas/musculus-sphincter-urethrae-externus)
Das obere Loch in der Beckenmuskulatur ist der Durchtritt der Harnröhre, dessen umgebende Muskulatur, die Harnröhre willentlich verschließen kann. Genau mit diesem Muskel kann also der Harnstrahl unterbrochen werden.

Das der Muskel bei Dir funktioniert, hast Du schon festgestellt. Nun solltest Du mit den Beckenboden-Übungen so beginnen, wie es im Anhang ab Seite 106 des blauen Ratgebers Nr. 17 (https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_0116.pdf) beschrieben ist.

Gruß Heribert

DerJupi
11.03.2018, 12:15
Vielen Dank für die Aufklärung und die Tips. Jetzt verstehe ich mein Problem besser. Ich hoffe, dass meine Geduld ausreicht - jedenfalls werde ich fleißig üben und hoffe, dass ich ohne OP auskomme!!! Danke nochmal, Franz

Hvielemi
11.03.2018, 14:07
Das wird schon, lieber Franz!
Ich bin ja mangels eigener Erfahrung kein Experte auf Inkontinenz.
Aber klar, einen Anfang hast Du offensichtlich schon gemacht:


... in dem Moment "zumachen", wenn ich sehe, dass es läuft.

Das geht nur, wenn der Schliessmuskel funktioniert und unverletzt ist
und auch über die entsprechenden Nervenbahnen angesteuert werden kann.
Jetzt gilt es, die Steuerung zu optimieren.

Nimm den Tag!
Konrad

Rastaman
11.03.2018, 17:03
Hallo Franz,

im Prinzip so wie Konrad hat mir das mein Urologe auch erklärt. Die Grundvoraussetzung für das Kontinenztraining liegt damit vor.

Aber:

Du hast weiter oben (#83) die Prozedur beschrieben mit den Schienen zwischen Blase und Nieren, "um die Blase vorübergehend trockenzulegen".

Könnte es sein, daß das eine non-standard Situation auch für die Kontinenz und das entspr. Training schafft? Die Frage würde ich an Deiner Stelle mit dem Urologen klären.

DerJupi
27.03.2018, 07:44
Hallo zusammen, morgen beginnt meine AHB und ich möchte vorher noch einen kleinen Zwischenbericht geben und damit auch auf die Anmerkung von Konrad und Rastaman eingehen.
Ich werde tatsächlich dichter! Ich habe vor drei Tagen etstmals bemerkt, dass sich da etwas tut aber in den letzten beiden Tagen sind die Fortschritte deutlich. Das tägliche Training zahlt sich vielleicht schon aus.
Ich brauche in 24 Stunden noch drei Vorlagen - vor drei Tagen waren es noch 12 bis 15 und nachts habe ich die Tena-Unterhosen plus Vorlage getragen.
Im Prinzip kann es mir ja egal sein, woran es lag, dass ich vorher überhaupt keine Kontrolle hatte. Aber Rastaman hat mit seiner Anmerkung vielleicht auch Recht: Die erwähnte "Prozedur" beinhaltete ja auch zwei weitere Katheter. Neben dem Trockenlegen der Blase könnte es ja auch zu einer Erweiterung des Harnleiters gekommen sein und die einsetzende Rückbildung führt nun vielleicht auch dazu, dass der Schließmuskel wieder funktionieren kann. Aber wie gesagt, dass ist mir jetzt alles egal. Es wird!
http://up.picr.de/32220054ol.jpg

RalfDm
27.03.2018, 09:12
Hallo Jupi,

Neben dem Trockenlegen der Blase könnte es ja auch zu einer Erweiterung des Harnleiters gekommen sein und die einsetzende Rückbildung führt nun vielleicht auch dazu, dass der Schließmuskel wieder funktionieren kann.
auf die Gefahr hin, der Krümelkackerei bezichtigt zu werden: Du sprichst von der Harnröhre. Harnleiter hast Du zwei, und die verbinden die Nieren mit der Blase und habe keinen Schließmuskel. Röhre und Leiter werden immer wieder durcheinandergebracht, ebenso wie Katheder (Lehrpult) und Katheter (Schlauch zum Ableiten von Körperflüssigkeiten).

Ralf

Michi1
27.03.2018, 11:41
Dann wünsche ich dir viel Erfolg und Erhol dich gut in der Klinik.

Hvielemi
27.03.2018, 14:28
Du sprichst von der Harnröhre. Harnleiter hast Du zwei, und die verbinden die Nieren mit der Blase und habe keinen Schließmuskel.

Jupi spricht von Beiden. Nur grammatikalisch haben sich der Harnleiter und der
Schliessmuskel in den gleichen Satz verirrt.
schau dir das Bild an, das Jupi eingestellt hat.
Wie ein Blasenkatheter aussieht, wissen die meisten von uns aus eigener
Anschauung. Die beiden dünnen blauen Schläuchlein aber sind Nierenkatheter.

Das hab ich so auch noch nie gesehen, aber diese Schläuche sehen genauso aus,
wie mein Doppel-J-Harnleiterkatheter von der Nere bis zur Blase, den ich mal
beim Ziehen 'bewundern' durfte (Ersatz demnächst wieder fällig).
Nur dass sie eben länger sind, um die Blase trockenzulegen.

Dass dem Schliessmuskel so ein Dreierpack nicht behagt, leuchtet ein,
aber Jupi kann den Harnfluss ja bereits anhalten, wenn er ihn sieht.
Also beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Reha.

Konrad

DerJupi
27.03.2018, 16:16
Stimmt! Ich meinte die Harnröhre, danke für die Richtigstellung. Ich finde es wichtig, dass wir uns korrekt ausdrücken. Die Infos stehen noch jahrelang (hoffentlich) im Netz und ich will niemanden verwirren, nur, weil ichs nicht so genau genommen habe. Das hat nichts mit Erbsenzählen zu tun.
Ich bin ganz begeistert, weil ich ja schon davon ausgegangen bin, dass der Schließmuskel, der den Harn "automatisch" zurückhält zerstört ist. Ich konnte den Harn ja nur aktiv aufhalten und nun muss ich mich, bzw. den Schließmuskel - wie früher - entspannen. Wenn das keine gute Nachricht ist.
Alle anderen Infos, also auch die mit den drei Kathetern in der Harnröhre waren geben nur meine Überlegungen wieder. Im Prinzip ist es mir aber egal, WARUM der Schließmuskel seine Arbeit wieder aufnimmt. Wichtig ist, DASS er "wieder da ist!"
Ich hab noch ein Foto. Damit wollte ich vorhin nicht verwirren: Ich hatte immer vier Beutel in der Hand, wenn ich mich vom Bett entfernte - plus Infusionsständer. Das war wirklich bitter!
http://up.picr.de/32223726rt.jpg

Hallo Michael, gibts in Thyrnau Fitnessgeräte, zB. Fahrräder, Crosstrainer oder ähnliches? Ich muss etwas für meine Fitness tun!

DerJupi
27.03.2018, 16:45
Es gab aber auch angenehme Momente in der Klinik!
http://up.picr.de/32223940eb.jpg

http://up.picr.de/32223945kk.jpg

Michi1
28.03.2018, 06:03
Ein kompletter Fitnessraum ist vorhanden. Du solltest aber dir beim Arzt die Fitness aufschreiben lassen dann bekommst du auch die richtigen Anweisungen dazu.

DerJupi
26.04.2018, 16:55
So, ich bin wieder da und zu 80-90% dicht. Das wechselst und hängt vielleicht mit der Intensität des Trainings zusammen - ich neige dazu, zuviel zu machen. Ich bin mit dem Ergebnis nach der AHB zufrieden. Mit der AHB bzw. der Klinik weniger. Die verordnetern Anwendungen reichten bei mir von Koordinationstraining bis zum Fitnesstraining mit Gewichten. Einzig das werktägliche Beckenbodentraining war speziell auf die Bedürfnisse der Prostatapatienten ausgerichtet (so empfinde ich das). Die Variationen, die ich in diesen 20 Minuten gelernt habe, hätte ich auch gut daheim absolvieren können. Nein! Ich hätte sie besser zu Hause absolvieren können. Denn zu Hause hätte ich die Worte des Übungsleiters wenigstens verstehen können. Erklärung: Die Übungen finden in einer großen Halle mit miserabler Akustik statt. Es gibt eine Bose-Anlage, die - nach Angaben eines Übungsleiters - auch eingesetzt werden muss. Aber das habe ich nur einmal erlebt - und es wurde nicht besser: Man versteht die Anweisungen nur schlecht, bestätigen auch die anderen Teilnehmer - ich verstand fast nichts. Bei meinem Termin mit der Chefärztin habe ich verlangt, in die sog. "Kleingruppe BB-Gymnastik" wechseln zu können. Sie erklärte mir, dass die nur für Leute mit Hörgeräten vorgesehen sei. Ich habe trotzdem darauf gepocht und siehe da: Am nächsten Tag war ich in der Kleingruppe. Auch in dem kleineren Raum ist die Akustik nicht gut, weil alle Wände aus vielleicht Beton sind, dazu rundherum das Glas und keine schallschluckenden Elemente... m.E. sind die Räume durchweg ungeeignet und bedürfen schon lange eine Anpassung an die Bedürfnisse der Patienten.

Nun sollte man denken, dass einem frischoperierten Krebspatienten der Aufenthalt in einer onkologischen Klinik nicht nur das spezielle BB-Training etwas bringt. Ein "großzügiges Abiente und eine Atmosphäre der Geborgenheit geben neue Zuversicht und helfen... Kräfte zu sammeln.", steht im Prospekt der Klinik Schedel. Ich habe nicht nur das großzügige Ambiente vergeblich gesucht und auch die Atmosphäre fand ich mehr als gewöhnungsbedürftig. Die Zimmer sind einfach und funktional eingerichtet. Von der Vorhangschiene - gleichzeitig die Abdeckung der indirekten Beleuchtung - über die Möbel und dem Fußboden ist alles in Buchenholz gehalten. Einzige Kontraste: Ein unscheinbares Bild an der Wand, ein Fernseher auf dem Schreibtisch und ein Gartenstuhl, der wenigstens praktisch war. Auf dem konnte ich meine Schuhe zubinden. Das Bad ist klein und nach dem Duschen ist alles nass.
Beinahe jede Übungseinheit/Anwendung beginnt bis zu fünf Minuten verspätet. Ich empfand das sehr unhöflich von den Übungsleitern gegenüber den kranken Patienten. Am Schlimmsten empfand ich unsere Behandlung vor und im Speisesaal. So wird man z.B. gezwungen, pünktlich um 17:30 Uhr vor dem Speisesaal zu warten, denn kommt man zu spät, ist das Bufett geplündert und es wird nur selten nachgelegt! Aber natürlich wird auch der Speisesaal nicht pünktlich geöffnet. Die Patienten müssen sich immer noch ein paar Minuten gedulden, bis die Türen aufgehen. Als ich am ersten Abend die Schlange vor dem Speisesaal sah, habe ich kehrt gemacht und dachte, ich sei schlau, dass ich eine halbe Stunde später den nächsten Versuch startete. Das war ein Fehler! Es gab kaum noch etwas. Außer ein paar Möhren und zwei drei Brokolirößchen war alles weg. Aber so schlimm ist das auch nicht: Nach einigen Tagen kannte ich die Küche und fand die meisten Speisen nur schlecht und habe auch die servierten Mittagessen regelmäßig stehen lassen. Betriebskantinen servieren heute schon leckere Essen - daran kommt diese Küche nicht annähernd heran. Gegenüber und hundert Meter die Straße herunter gibts leckeres Essen. Von der Kohlroulade bis zur Currywurst ist alles lecker. Die Currywurst gegenüber beim "Grüß Gott" kann ich besonders empfehlen.
Die Patienten müssen auch damit rechnen, dass sie 10 bis 15 Minuten vor Speisesaalschließung deutlich darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie nun zum Ende kommen müssen. Zu Essen gibts ja zu dem Zeitpunkt eh nichts mehr - die Platten sind leer. Dann wird das Licht ausgeschaltet und die Fenster werden geöffnet. Am Freitag (13.4.) war es relativ kalt und stürmisch draußen und entsprechend windig war es dann auch im Speisesaal. Da sieht man dann schon zu, dass man möglichst schnell seinen Teller leerbekommt.
"Im Mittelpunkt unseres Arbeitens ist und bleibt der Patient. Wir sorgen für eine bestmögliche und individuelle Betreuung." Davon habe ich zu keinem Zeitpunkt etwas gespürt!
Ich wurde durch die Sozialbetreuerin der Uni-Klinik auf die Klinik Schedel aufmerksam. Sie hat mir soviel von dieser Klinik vorgeschwärmt und außerdem wäre sonst kein Platz zeitnah in einer anderen Klinik verfügbar. Wenn ich das nächste Mal in der Uni-Klinik bin, habe ich auch einen Termin bei ihr. Ich will wissen, wie sie zu ihrem Urteil über die Klinik kam.

DerJupi
09.05.2018, 10:12
Ich war gestern zur 1. Nachsorgeuntersuchung nach der OP und habe gerade den aktuellen PSA-Wert mitgeteilt bekommen: <0,01. Franz glücklich!

Michi1
09.05.2018, 10:17
Super, so soll es bleiben.

DerJupi
09.05.2018, 10:38
Unbedingt! Danke Michael!

Hartmut S
09.05.2018, 16:58
Auch von mir den Glückwunsch, lieber Jup(p).
Du schaffst es . . . . :)

Gruss
hartmut

Stefan1
09.05.2018, 20:04
Moins,

da gratuliere ich natürlich auch :D

Herbert12
13.05.2018, 21:38
. Ich bin mit dem Ergebnis nach der AHB zufrieden. Mit der AHB bzw. der Klinik weniger.


Ich habe die Einträge von Jupi mit Interesse gelesen und muss zu den Kritikpunkten Urologie im Klinikum Fürth und AHB-Klinik Dr. Schedel in Thyrnau etwas sagen.

Die Klinik für Urologie und Kinderurologie in Fürth hat im NZ-Klinikcheck (Nürnberger-Zeitung) im Bereich "Prostataentfernung bei Prostatakrebs" letztes Jahr erneut den ersten Platz belegt.

Ich war 3 x im Klinikum Fürth, Urologie.
1 x HIFU
1 x MRT/Sono Stanzbiopsie
1 x Prostata-Diebstahl (zu deutsch: Prostatatektomie, laparoskopisch)

Bei den beiden stationären Aufenthalten hatte ich auf eigene Kosten jeweils ein Einzelzimmer.
Mit den Ärzten und deren Behandlung einschließlich Vor- und Nachbesprechung war ich vollauf zufrieden, wobei ich immer den (jetzigen) Oberarzt Koch als Ansprechpartner und Behandler hatte.
Bei der Prostata-Enfernung war Dr., Blana mit am werkeln.
Der Katheter wurde am 6. Tag nach der OP entfernt – vor der Klinikentlassung.

Lediglich ein dummerweise 2-stündiger Spaziergang nach der Katheter-Entfernung füllte meine Einlage.

Abgeholt wurde ich per Pkw – kein Problem beim Sitzen.
Liegendtransport nach einer Prostata-OP – wieso denn das???

Auch die Naht der Harnröhre war und ist dicht!
Es spricht nicht für den Operateur, wenn eine solche Naht wieder aufgeht.

Zuhause pisste ich einmal ins Bett, weil ich träumte, dass ich in einem Festzelt vor der Latrine stehe und ausgiebig pisse.
Sonst keine Kontinenzprobleme.

Schmerzen hatte ich auch nach der OP bis zum Beginn der AHB nie.

Nach 2 Wochen fuhr ich mit einem Mietwagen zur AHB zur Klinik Dr. Schedel.

Die Kritik an dieser Klinik verstehe ich nicht.

Klar, die Akustik in den Hallen ist nicht sehr gut. Aber ich habe geschaut und auch gesehen, was der Vorturner vormacht und habe es nachgemacht.
Außerdem gibt es in der Klinik eine CD (kostenpflichtig) und eine App (kostenlos), wo die Übungen sehr detailliert vorgemacht werden.

Dass der Trainer 5 Minuten zu spät gekommen ist, wie Jupi schreibt, ist ja wohl kein Grund zur Kritik. Oder soll ich sagen: mit Verlaub, das ist lächerlich!

Die Kritik am Essen ist für mich aber unverständlich.
Ich bin Feinschmecker und habe das Essen in Thyrnau als hervorragend bezeichnet. Es konnte zudem unter verschiedenen Menüs ausgewählt werden.
Gerade die Salattheke war super – und alles frisch.

Klar, es gab Zeiten, da haben die lieben Mitpatienten alles leer gefressen (sorry: gegessen.) Aber es wurde nachgefüllt.

Nichts für ungut, jeder soll leben wie er es für gut findet, aber ich kann mir vorstellen, dass Leuten, die gerne Currywurst - mit reichlich Geschmacksverstärker drin - essen, das gesunde Essen in der Klinik nicht so gut schmeckt.
Auch McDonalds-Schlappi-Schlappi-Liebhabern wird die Schedel-Kost nicht unbedingt zusagen.

Tut mir leid, das muss ich im Interesse der sehr bemühten und fähigen Köche der Klinik Schedel schon so sagen.

Und auch Bier im Krankenhaus trinken ist aus Gründen des Heilungsprozesses nicht mein Ding.

Auch die Zimmerausstattung in Thyrnau fand meine vollste Zustimmung.
Aber ich habe mir auch ein Komfortzimmer und eine reservierte – überdachte – Garage fürs Auto geleistet.

Noch ein Rat:
Nach der AHB hatte ich mit meinem Fahrradsattel Probleme.
Ich habe mir dann bei Firma Herobikes, Bortenmacherstr. 2 in Roth, einen Sattel der Firma SQ Lab anmessen lassen und gekauft. Da war alles wieder okay.

Ach ja: Ich bin bei Dr. Braig, Roth, in Behandlung und durchaus zufrieden.

Michi1
14.05.2018, 05:55
Hernert ganz bin ich nicht einverstanden mit deiner Beweriung der Klinik Dr.Schedel.
Ich kann z.B. von mir behaupten das ich obwohl wie du sagst noch nie bei MC. und Co gegessen habe ich auch keine Currywurst mag war ich mit dem Essen in der Klinik und den ganzen Rundherum in der Kantine nicht zufrieden. Ich war schon drei Mal dort und habe festgestellt das alle Jahre Abstriche gemacht wurden. Aber Geschmäcker sind verschieden.
Ich bin in diese Klinik gegangen weil mir alles rund ums Haus gefallen hat und ich mich gut Erholen konnte.
Auch kommt es bei Behandlungen darauf an bei welchen Dr. du angemeldet wurdest. Da habe ich auch viele Unterschiede feststellen können.

Nix für ungut
Michael

Herbert12
14.05.2018, 09:08
Okay, das nehme ich mal so hin.

Ich war letztes Jahr - 3 Wochen vor Ostern - in Thyrnau und da hat alles gepasst.

Vielleicht passt es jetzt nicht mehr so gut, obwohl die Bewertungen auf der Klinikseite überwiegend positiv sind. Jupi hat dort auch bewertet.





Hernert ganz bin ich nicht einverstanden mit deiner Beweriung der Klinik Dr.Schedel.
Ich kann z.B. von mir behaupten das ich obwohl wie du sagst noch nie bei MC. und Co gegessen habe ich auch keine Currywurst mag war ich mit dem Essen in der Klinik und den ganzen Rundherum in der Kantine nicht zufrieden. Ich war schon drei Mal dort und habe festgestellt das alle Jahre Abstriche gemacht wurden. Aber Geschmäcker sind verschieden.
Ich bin in diese Klinik gegangen weil mir alles rund ums Haus gefallen hat und ich mich gut Erholen konnte.
Auch kommt es bei Behandlungen darauf an bei welchen Dr. du angemeldet wurdest. Da habe ich auch viele Unterschiede feststellen können.

Nix für ungut
Michael

DerJupi
14.05.2018, 16:54
Ich bemühe mich in Foren ja immer um einen ordentlichen Umgangston. Wenn jemand meinen Beitrag als lächerlich bezeichnet, dann antworte ich normalerweise überhaupt nicht - "Der Kluge dreht sich um und geht!" .
Wenn mich aber jemand per PN auffordert, seinen Beitrag im Forum zu lesen, dann mache ich das und dann antworte ich natürlich auch. Ich habe aber nur eine viertel Stunde Zeit, deshalb gehe ich mal Punkt für Punkt seines Beitrages durch und tippe das schnell runter!

Ich habe eine Nacht als Privatpatient in einem Zwei-Bett-Zimmer im Klinikum Fürth verbracht. Professor Blana und die Ärzte waren nett. Gerne hätte ich mich zeitnah in Fürth operieren lassen. Aber ich habe doch deutlich gemacht, dass ich Gründe hatte, mir eine andere Klinik zu suchen. Ich denke, ich muss meine Erfahrungen hier nicht im Einzelnen widergeben.

Vielleicht hätte ich mir für die eine Nacht auch ein Einzelzimmer auf eigene Kosten nehmen sollen? Es kann ja sein, dass mein Urteil dann positiver ausgefallen wäre – aber wäre es dann auch objektiver gewesen? Das lasse ich jetzt mal unbeantwortet so stehen.

Mein Urologe wollte, dass ich mich in Fürth behandeln lasse. Ich berichtete ihm, was ich in der Klinik erlebt hatte und er forderte mich auf, dass sofort der KH-Verwaltung zu berichten. "Wie soll sich etwas ändern, wenn die diese Probleme nicht erfahren?", meinte er. Für Fürth sprach, dass die OP zeitnah stattfinden konnte und er drängte mich, nicht zu zögern.

Mit der Kopie meines Biopsieergebnisses bin ich heimgefahren, habe ein paar Stunden gegoogelt und viele Informationen gesammelt. Dabei bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe meinen ersten Beitrag geschrieben. Unter anderem habe ich die Lektüre "Bei mir wurde Prostatakrebs festgestellt... was nun?" heruntergeladen und gelesen.

Durch die Informationen lernte ich verschiedenen OP-Methoden kennen, erfuhr, dass der von meinem Urologen als beste Mehtode beschriebene laparoskopische Eingriff keine Vorteile gegenüber dem offenen Bauchschnitt bringen soll und das das"da-Vinci-Verfahren" als verbessertes Verfahren auf dem Vormarsch sei.

Unter der Überschrift "Kliniksuche" fand ich in der Broschüre den Hinweis, dass "...sich Kliniken, die etwas auf sich halten, als ... Prostatakarzinomzentren zertifizieren" lassen. Und ich fand den Hinweis, dass nur der Zusatz "zertifiziert" sicherstellt, dass es sich wirklich um ein gemäß den Qualitätskriterien des "Dachverbandes der Prostatazentren Deutschlands" geprüftes Zentrum handelt. Und ja, die Qualitätskriterien/Mindestanforderungen habe ich gelesen. Die Klinik Fürth ist eine nach den Richtlinien der "Deutschen Krankenhausgesellschaft" zertifiziertes Prostatakarzinomzentrum. Auch das lasse ich einfach mal so stehen.

Also suchte ich zertifizierte Prostatakarzinomzentren in der Umgebung, die die da-Vinci-Methode anbieten und fand die Uni-Klinik Erlangen/Waldkrankenhaus und das Nordklinikum Nürnberg.


Wenn man sich die Antworten zu meinem Beitrag durchliest, könnte man erkennen, dass ich nicht der einzige Patient mit Sitzproblemen war. Und wenn man nicht sitzen kann und nach einer OP, die acht Tage zurückliegt, eine Fahrt von Erlangen in den Süden Nürnbergs nicht stehend zurücklegen sollte, was bleibt dann noch? Fliegen! Stimmt! Dass muss als Antwort langen!
Die Naht ist aufgegangen, weil ich nach der OP zwei Wochen lang unter schwerer Verstopfung litt. Ich möchte jetzt nicht beschreiben müssen, wie sich das Problem nach der Einnahme von Abführmitteln dann "löste". Auf die Feststellung "Es spricht nicht für den Operateur..." erlaube ich mir die persönliche Anmerkung: Es spricht nicht für den Schreiber, derartige Urteile aufgrund seiner Ferndiagnose (auf welcher Basis eigentlich?) zu fällen!


Die Akustik in der Reha-Klinik war nicht nur "nicht sehr gut" – sie ist ganz einfach nur schlecht. Und ich stelle mir gerade vor, wie die Patienten versuchen, einen Blick auf den Therapeuten zu erhaschen, um zu wissen, was sie machen sollen. Wie macht man das, wenn man ihm gegenüber auf der Erde liegt und die Bauchmuskeln nicht anspannen darf? Legen sich dann alle quer – in Zweierreihen? Und was passiert, wenn der Therapeut seinen Rundgang macht und weiterredet? Drehen sich dann alle auf ihren Unterlagen im Kreis mit? Also unter "bestmöglicher und individueller Betreuung" (Prospekt) stelle ich mir etwas anderes vor – z.B. ganz einfach eine Akustik, die es den meist älteren Patienten ermöglicht, den Therapeuten zu verstehen – Wort für Wort! Alles ander ist – mit Verlaub – Unfug! Den Hinweis: "Außerdem gibt es die Übungen auch auf CD und als (Windows-) App" verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht! Wie sollen diese Dinge in der Klinik helfen? Man braucht doch die notwendige Hardware (mit DVD-Laufwerk bzw. einen Windows-PC). Aber das geht auch einfacher: Die Übungen laufen den ganzen Tag auf einem eigenen Programmplatz im Klinik-TV. Hinweis:TV, Telefon und WLAN kosten 73,50 Euro extra für drei Wochen. Während des Aufenthaltes wurde auch die App vorgestellt und man konnte seine eMail-Adresse in eine Liste eintragen. "Wir senden Ihnen die Kennung dann zu!" Ich habe sie bis heute nicht bekommen.

Hinweis: Ich habe in einer Reha-Klinik noch nie etwas fürs TV oder fürs WLAN bezahlt!



Zu der Bemerkung, dass es nicht zu kritisieren und lächerlich sei, wenn man es als Gast/Patient als unhöflich empfindet, dass praktisch jede Anwendung verspätet beginnt, fällt mir nur der Hinweis auf Erziehung und Höflichkeit ein. Meine Eltern haben mir vor vielen Jahren beigebracht, dass Pünktlichkeit zu den einfachsten Formen der Höflichkeit gehört. Aber - mit Verlaub – auch die einfachen Formen der Höflichkeit muss ja nicht jeder kennen!

Und natürlich ist es auch unhöflich, wenn man jemandem sagt, dass er nicht zu kritisieren habe und das seine Kritik lächerlich sei. Dazu könnte ich jetzt etwas schreiben – aber das wäre dann richtig unhöflich!
Zum Essen: Einige Leute haben gesagt, sie betrachten die Zeit auch "wie einen Urlaub, der nichts kostet!" Sie waren mit dem Essen, mit dem Zimmer, mit allem zufrieden – bis auf die Gängelei mit der Wartezeit am Abend vor dem Speisesaal. Das hat nun wirklich jeden geärgert.
Aber wie soll man nun bewerten, dass sich jemand als Feinschmecker bezeichnet und dann das Essen beurteilt? Was will er uns mit dem Feinschmecker sagen? Geht da einer täglich in Sterne-Restaurants essen? Ist er dann ein Feinschmecker? Essen ist Geschmacksache und hier versucht jemand, uns von vornherein klarzumachen, dass er den absoluten Geschmacksinn hat – sowas wie das absolute Gehör in der Musik. Mehr sag ich nicht dazu – das wäre wieder nicht fein!

Ich bin ein ganz normaler Esser. Ich war beruflich viel in Deutschland unterwegs und habe in vielen unterschiedlichen Kantinen gegessen (Lob an alle Siemens-Kantinen... nein, ich war kein Siemens Mitarbeiter). Ich kenne gutes, schlechtes und einfaches Kantinenessen und auf diesen Erfahrungen beruht mein Urteil. Das Leben ist zu kurz, als das man sich mit schlechtem Essen abgeben sollte, finde ich. Wenns nicht schmeckt, wenn es verkocht ist, wenn das Tier in er Kantine zum zweiten und dritten Mal gestorben ist, dann lasse ich das Essen stehen! Dazu stehe ich, auch wenn ich dann eben kein Feinschmecker bin.
Vor dieser AHB kannte ich die Reha-Kliniken in Sankt Peter Ording und in Bad Rodach. Dort gab es jeweils reichhaltigere, abwechslungsreichere Salatbuffets, die immer nachgefüllt wurden und das Essen war Spitze! Der Speisesaal war in beiden Kliniken tagsüber immer offen – d.h. niemand musste davor warten, bis endlich die Türen aufgingen.

Und vielleicht habe ich ja etwas nicht richtig verstanden in dieser Klinik: Was heißt, man konnte unter verschiedenen Menüs auswählen? Es gab Vollkost, Schonkost, Reduktionskost, Vegetarische Kost und noch eine Auswahl. Es ist doch keine Menüwahl, wenn der Arzt vorher bestimmt, dass ich Vollkost bekomme. Das bereitet die Küche so zu und serviert es und ich werde doch den Teufel tun und statt einer gegrillten Hähnchenbrust freiwillig eine gedünstete (als Schonkost) wählen. Aber was hat das denn überhaupt mit "Menüwahl" zut tun? Also der Begriff ist bei mir anders belegt!

Der Salat war frisch, dass stimmt. Das Salatbuffet bestand aus grünem Salat, Tomatenvierteln, Gurkenscheiben, rote-Beete-Scheiben usw.. Mittags war das Buffet größer als Abends und ich hatte schnell heraus, dass man sich beeilen muss, wenn man z.B. noch Tomaten, rote Beete oder Gurken bekommen wollte. Und ich wiederhole mich: Es wurde nur selten nachgelegt – der grüne Salat war dann auch irgendwann aus und wurde auch auf Nachfrage nicht wieder aufgefüllt.

Wenn ich es als Gast nicht schaffe, dass in eine gelbe, pappige Panadentasche gesteckte Schnitzel zu essen, dann freue ich mich richtig auf eine Currywurst! Warum? Weils lecker ist! Und woher soll man denn wissen, dass die Küche nicht mit Geschmacksverstärkern arbeitet? Die üblichen kleinen Ziffern mit Erläuterungen, die man aus Speisekarten kennt, fehlten doch sowohl auf dem Speiseplan (auf dem BS im Speisesaalwarteraum) als auch auf den Schildern vor den Speisen. Das wusste ich garnicht, weil ich – wie offensichtlich auch ein anderer Feinschmecker – nicht darauf geachtet habe. Erst ein Allergiker an meinem Tisch setzte durch, dass die Kennzeichnung erfolgte.
Aber nochmal etwas Positives: Wenn ich nach Berlin oder ins Ruhrgebiet fahre, lasse ich niemals eine gute Currywurst aus. Dafür gibts sowohl in Berlin (Currywurst mit Schampus – wenn das nicht was für Feinschmecker ist!) als auch im Ruhrgebiet (Bochum – Sternekoch!) beste Adressen. In Bayern kenne ich keine gute Adresse für eine richtig gute Currywurst! Aber mal ehrlich: Wer macht denn auch aus einer Bockwurst eine Currywurst? Vielleicht ein Feinschmecker, dass liegt jetzt nahe!

Und auch das Bier war in der Klinik und im Krankenhaus sehr lecker und es hat meinem Heilungsprozess sehr gut getan!

So, so und die Zimmerausstattung in den Komfortzimmern ließ keine Wünsche offen – sogar das Auto war gut aufgehoben. Sind das jetzt Kriterien, an denen ich meinen Beitrag orientieren soll? Ich habe meine persönlichen Eindrücke geschildert und da schreibt einer mit Komfortzimmer und Garage, meine Eindrücke seien lächerlich! Umgekehrt wird ein Schuh draus! Und ich hatte ich auch als Privatpatient ein ungemütliches aber bestimmt pflegleichtes Zimmer mit einem Pappbecher auf dem Tisch – wohl als Aufmerksamkeit des Hauses. Der Sinn des Vergleichs eines Normalzimmers mit einem Komfortzimmer plus Garage fürs Auto erschließt sich mir nicht!

Übrigens: In Bad Rodach gab es zur Begrüßung und als Aufmerksamkeit des Hauses einen Obstkorb und eine Flasche Wasser auf dem Tisch im Zimmer. Auf dem Flur gab es einen kleinen Raum mit gemütlicher Sitzecke, einem Kühlschrank mit alkoholfreien Getränken (aus dem man sich immer versorgen konnte) und einem Kaffeeautomaten – mit leckerem Cappuccino – alles kostenlos.

23 Minuten – ich bin raus!

Michi1
15.05.2018, 06:09
Nur zum Vergleich einmal gegenüber im "Grüß Gott" zum Essen gehen dann weiß man wie Essen schmecken sollte. Ich bin bestimmt 2-3x in der Woche auswärts zum Essen gegangen. Das konnte in mir leisten weil ich keine Garage für das geliebte Auto bezahlen musste.

Hartmut S
15.05.2018, 11:22
Moin aus dem Norden,

alles nicht so schlimm!
Der eine mag die eine Reha-Klinik, der andere die Andere.
Ich mag gar keine.

Ich futter öfter mal eine Currywurst, aber auch mal eine Pizza.
Die beste Currywurscht gibt’s sowieso in Berlin, und nicht in Bayern. :)
https://www.morgenpost.de/berlin/best-of-berlin/article104930123/Das-sind-Berlins-beliebteste-Currywurst-Buden.html

Wer mir nun sagt, dass Essen wäre ungesund, dem gebe ich nur bedingt recht.
Eigentlich wissen wir immer noch nicht viel über unser Essen.
Mal ist Milch schlecht, mal ist Fett gut.
Gemüse ist auch nicht gesund. Das ist viel zu viel mit Schadstoffe belastet.
Die Eskimos kennen kein Gemüse, leben aber lange, weil sie belasteten Fisch essen?!

Das beste Bier für mich kommt aus dem Süddeutschen Raum. Dazu gehört auch Bayern!

Gruss
hartmut

LowRoad
15.05.2018, 11:44
Eigentlich wissen wir immer noch nicht viel über unser Essen.


Hartmut,
das ist hoffentlich nicht ernst gemeint, oder zumindest nur auf Dich bezogen!?

adam 60
15.05.2018, 13:10
Hallo,
also das mit dem Bier würde ich so nicht gelten lassen,
trink eh lieber Wein

Gruss
Adam

Hartmut S
15.05.2018, 14:48
Hartmut,
das ist hoffentlich nicht ernst gemeint, oder zumindest nur auf Dich bezogen!?
Nein, solange Du das schreibst, ist die Wurscht natürlich nur auf mich bezogen.:)

Lieber Adam, was hast du denn gegen das südländische Bier?
Na klar, ich trinke auch lieber Vino, wenn ich kein Sodbrennen davon bekomme.

Jup, alle klar?
Dir geht es gut, und das freut uns.
Mecker nicht so viel.
Alles Gut!

Gruss
hartmut

DerJupi
15.05.2018, 15:58
Bei mir ist alles klar. Auf solche haltlosen Kritiken wie die von dem Typen, dem meine lange Antwort galt, antworte ich normalerweise überhaupt nicht. Aber da schreibt der mich auch noch persönlich an und weist mich darauf hin, dass er etwas zu meinem Beitrag geschrieben hat.
Wenn Anspruch und Wirklichkeit bei einer Klinik so weit auseinanderliegen, teile ich dem Forum doch mal die Realität mit. Dafür ist ja so ein Forum auch da, denke ich. Solange solche Kliniken immer nur super bewertet werden, solange Patienten Bilder vom Silvester-Bufett posten und der Eindruck entstehen kann, dass das Buffet jeden Tag so aussieht, werden immer wieder Leute enttäuscht werden - wie ich auch. Deshalb gibts von mir einen Bericht, in dem ich mich wirklich bemüht habe, meine Emotionen zu unterdrücken und sachlich zu bleiben.
Wenn dann jemand meinen Beitrag als lächerlich bezeichnet, interessiert mich das auch nicht. Es sei denn, er bittet schriftlich um eine Antwort! Dann antworte ich und - was in diesem Falle einfach war - pulverisiere seine Argumentationskette. Dass kann dann von mir aus auch wie Meckern rüberkommen... aber wie gesagt: Ich hätte diesen Beitrag normalerweise nicht geschrieben - s.o. Gruß, franz

Hartmut S
15.05.2018, 18:14
Ach Franzi,

es ist trotzdem nicht schlimm, wenn jemand seine Meinung kund tut.
Du schreibst selbst, es ist ein Diskussionsforum.

Jeder versteht Dich, und wohl auch Herbert.
Ich auch! :)

Gruss
hartmut

Herbert12
15.05.2018, 21:23
Ich auch, da schätzt mich Herbert richtig ein.

DerJupi
16.05.2018, 08:33
Dazu fällt mir nur ein: Der Ton macht - auch in Foren - die Musik... und: Wie man in den Wald hineinruft... oder: Höflichkeit ist eine Zier, doch weiter... usw..
Gruß, Franz

adam 60
16.05.2018, 18:04
hallo hartmut,
das mit dem bier war mehr ein spässchen,
in bayern auch schon jede menge getrunken.
im moment wenn ich mal bier trinke hier zu hause ,nehm ich bitburger.

gruss
adam

Herbert12
16.05.2018, 18:12
ich meinte ... da schätzt mich Hartmut richtig ein ...




Ich auch, da schätzt mich Herbert richtig ein.

DerJupi
27.08.2018, 08:37
Update:
Die zwei ersten Nachsorgeuntersuchungen brachten als wichtigstes Ergebnis für mich einen PH-Wert unter der Nachweisgrenze. Mir gehts bis auf die Tatsache, dass ich derzeit "sportbefreit" bin, super. Es wurde ein schnell fortschreitendet grauer Star diagnostiziert. Am 1.8. bekam ich eine neue Linse (Uni-Klinik Erlangen). Die OP dauerte 10 Minuten und das Ergebnis ist wirklich beeindruckend. Jetzt steht die OP fürs andere Auge an und ich freue mich drauf. Gruß, franz

DerJupi
13.10.2018, 11:32
Beide Augen sind jetzt operiert und ich brauche nur noch eine Lesebrille - am Montag bin ich beim Optiker.
Die Sportbefreiung ist aufgehoben und ich bin ab nächster Woche wieder im Fitness. Darauf freue ich mich.
Ich habe in letzter Zeit meine Beckenbodenübungen vernachlässigt. Wenns dem Esel zu gut geht... Es hat eine Weile gedauert, bis diese Nachlässigkeit Auswirkungen zeigte. Aber jetzt merke ich doch deutlich, wie wichtig diese Übungen sind, trainiere wieder täglich und ärgere mich, dass ich die Übungen nicht konsequent fortgeführt habe. Ich war so dicht, dass ich dachte, dass bleibt von alleine so - tuts nicht! Aber sonst ist alles gut. Der PSA ist unterhalb der Nachweisgrenze und ab nächster Woche sitze ich wieder auf dem Fahrrad - mit ganz normalem Sattel... hat mein Prof. erlaubt. Bis dann, franz

Hartmut S
13.10.2018, 12:41
Beide Augen sind jetzt operiert und ich brauche nur noch eine Lesebrille - am Montag bin ich beim Optiker.

Moin Franz,
wird das nicht gleich bei der OP korrigiert?

Ich habe es auch noch vor mir, habe nur Angst wegen der Spritze, die, nach meiner Kenntnis direkt ins Auge gesetzt wird.

Gruss
Hartmut

Heribert
13.10.2018, 13:00
Hallo Hartmut,
für gesetzlich Versicherte schreibt die Verbrauerzentrale...
(https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/projekt-igelaerger/kostentransparenz-bei-grauer-starop-12878)Von Interesse könnte auch diese Seite sein... (http://www.bundesverband-auge.de/krankheitsbilder/katarakt-grauer-star)
Im Allgemeinen reicht eine Tropfanesthesie. Nur wenn der Augenmuskel stillgelegt werden muss, wird das mit einer sehr feinen Spritze erfolgen, von der Du nichts spürst.

Gruß Heribert

Hartmut S
14.10.2018, 11:36
Hallo Heribert,

Franz ist wohl mit seinem Fahrrad unterwegs.

Recht herzlichen Dank für Deine Richtigstellung, bzw. Ergänzung. Das klingt vorerst beruhigend für mich.
Der Augenarzt gab uns einen Flyer mit, und sagte nur, alles weitere wird Euch die Augenklinik im Beratungsgespräch erklären.
Meine Freunde hatten mir dann den Rest erklärt.
Das war dann aber eher ein „Mord mit Marterung“, wofür es in Deutschland 15 Jahre gibt.

Gruss
hartmut

Stefan1
14.10.2018, 17:22
Moins Hartmut,

ich habe vor 5 Jahren neue Linsen bekommen, toll :D
mir haben sie mit Tropfen die Augen betäubt, habe nix aber auch nix gespürt, also keine Angst.

Ein Nachteil hatte das anschließende " gestochen " Scharfe sehen . . .
habe meine Frau gefragt ob sie die Falten schon immer hatte . . . :D :D :D

uwes2403
14.10.2018, 18:48
Frau oder Ex-Frau ? :-)

Schöne Woche....

Stefan1
14.10.2018, 19:48
Frau is noch da :D

Hartmut S
16.10.2018, 12:26
Moin Stefan,

Franz hat sich hier ja nicht mehr gemeldet.
Hoffentlich ist er nicht mit seinem neuen Fahrrad, mit altem Sattel gestürzt. :)

Auch bei Dir möchte ich mich bedanken!
Brigitte hat aber noch keine Falten.
Trotzdem ist es wichtig, dass du mich vorgewarnt hast.
Ich gucke ja auch ab und zu in den Spiegel. :D

Gruss
hartmut