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Bobby58
29.01.2018, 21:38
Mein Name ist Bobby, 60 Jahre alt und ich habe Euch durch Zufall gefunden.
Bei mir wurde im November Prostatakrebs diagnostiziert.
Ich bin zum Urologen gegangen, weil mein Harnstrahl arg abgenommen hat.
Dieser meinte, ob ich nicht mal einen PSA- Test machen wolle, müsste ihn aber leider selber bezahlen.
Da ich den Letzten vor 4 Jahren gemacht hatte, habe ich dem zugestimmt
Eine Woche später kam das Ergebnis, 8,89.
Darauf hin bekam ich einen Termin zum Multi- MRT.
Dieses ergab dann, dass 3 auffällige Regionen vorhanden sind, rundrum verteilt.
Nun kam eine Biopsie, je 2 Stanzungen in den verdächtigen Zonen und 12 in den übrigen Teilen.
Nicht so prickelnd.
Weiter ging es mit einem CT, ein Liter Kontrastmittel getrunken und noch etwas gespritzt bekommen.
Es ging wohl um den Bauchraum.
Gefunden wurde nichts.
Am Donnerstag (1.2.2018) folgt noch ein Knochenszintigramm, welches schon gemacht sein sollte, aber leider ist das Gerät an dem Tag ausgefallen.
Letzten Donnerstag hatte ich in einer Dortmunder Klinik ein Vorgespräch zur OP.
Dieses lief leider sehr komisch, es war eine sehr junge Ärztin, die es führte.
Sie kam mir sehr unsicher vor und war froh, endlich mit mir zu einer Untersuchung gehen zu können.
Gesprochen haben wir über Da Vinci, weil ich diese bevorzugen würde.
Sie meinte, ich sei ja schon gut unterrichtet und wisse ja schon, was ich will.
Weitere Aufklärung, was passieren kann, womit zu rechnen sei und so weiter, erfolgte nicht.
Nach der Untersuchung, bei der sie nichts fand, kam auf die Schnelle noch der Operateur rein.
Sie erklärte ihm kurz die Fakten, er brummte was und wollte gehen.
Ich hielt ihn auf und fragte, wie es denn mit einer Nervschonenden Op aussähe.
Seine Antwort : " Damit rechnen sie mal nicht, wir werden wohl alles wegnehmen. Sollte es anders kommen, haben sie Glück. Der Gleasonscore stimmt sowieso nicht (3+3=6 Beidseitig) und der wird höher sein!
Ich saß da, wie vom Blitz getroffen.
Habe dann noch einen Op- Termin für Ende Februar gemacht und bin nach hause.
So langsam dämmerte mir erst, was das zu bedeuten hat.
Ein Bekannter meinte, hol dir bloß eine 2 Meinung ein, in einem anderem KH.
Nun habe ich mir einen Termin in einem anderen KH geholt zum 2.2.
Meine Gefühle fahren eh Achterbahn seit November und ich bin echt Ratlos.
Meine Daten habe ich in mein Profil geschrieben.
Hat jemand von Euch auch so Erfahrungen machen müssen mit einem Krankenhaus ?
LG
Bobby

michele
29.01.2018, 22:03
ich bin nun nicht gerade der experte; solche werden sich sicher noch melden.
aber für's erste mal:
oben auf der seite siehst du einen gelbe hinweis. dort drauf klicken und das basiswissen auswählen.
ein ellenlanger schrieb.
schau da mal durch und besonders mal ab kapitel 6.12 für's nachdenken

Georg_
29.01.2018, 22:04
Mit einem Gleason 6 könntest Du Dich auch für Active Surveillance entscheiden, eine schnelle Operation ist jedenfalls nicht erforderlich. Sicher kommt es oft vor, das der Gleason Grad nach der Operation heraufgestuft wird, aber nervenschonend kann man Dich schon operieren.

Ich würde mich jedenfalls nicht von einem Operateur behandeln lassen, der vermutlich eine nervenschonende Operationstechnik nicht beherrscht. Auch wenn Dein Urologe Dich an das Krankenhaus vermittelt hat und Dir jetzt dort die Operation empfiehlt. Mit den Nebenwirkungen verbringst Du den Rest Deines Lebens.

Gronau hat einen guten Ruf für Da Vinci Operationen.

Georg

Muggelino
30.01.2018, 00:20
Hallo Bobby,

und willkommen in dem Club, in den keiner freiwillig geht...
Erstmal drück ich dir die Daumen, dass im Szintigramm nicht Auffälliges gefunden wird!
Ich weiss noch gut, wie erleichtert ich war, als es bei mir nach all den Hiobsbotschaften hiess: Keine Knochenmetastasen.
Aber bei Gleason 6 und ohne Kapseldurchbruch hast du wirklich gute Chancen, dass alles okay ist.

Für diese Vorgespräche werden wohl gern junge Assistenzärzte oder -ärztinnen eingesetzt. Das war bei mir ähnlich. Solange die nicht operieren...
Für Infos und Beratung gibt es ja uns hier. Und die Blauen Ratgeber usw.
Der "Operateur" sollte allerdings etwas professioneller und feinfühliger sein. Kann der den Gleason an der Augenfarbe ablesen?
Vielleicht wollte er dich auf die Möglichkeit einer nicht nervschonenden OP vorbereiten, damit du nicht hinterher aus allen Wolken fällst.
Deren Job ist es nun mal, Leben zu retten und nicht Potenz. Am besten natürlich beides, aber im Zweifelsfall wird wohl die Potenz der Lebensverlängerung geopfert.
Aber sag mal, hat man dich auf andere Möglichkeiten hingewiesen? Bestrahlung statt OP zum Beispiel? Brachytherapie?
Es klingt, als sei alles über deinen Kopf hinweg bestimmt worden.
Vielleicht ist eine OP die beste Möglichkeit, selbst wenn sie nicht nervschonend ausgeführt werden könnte, aber es sollte deine eigene Entscheidung sein, dich operieren zu lassen. Oder eben nicht.
Infos und Rat dafür findest du hier genug.
Ich wünsche dir ein glückliches Händchen und das Quäntchen Glück, dass man immer braucht bei solchen Sachen.

Detlef

Darkdiver
30.01.2018, 05:56
Hallo Bobby, ich habe einen PSA von 12.4 inzwischen, einen Gleasonscore von 8 mit (3+5) Kapselüberschreitend und bin 52. Mein Fall ging in das Tumorboard in der Klinik. Das ist der erste Schritt meines Erachtens. Dort kommen die diversen Experten zu einer Empfehlung. Meine sah so aus. Option 1 die komplette Entfernung der Prostata, wie bei dir mit Da Vinci und die 2. Option war die Bestrahlung mit einer flankierenden Hormontherapie. Selbst bei meinen Werten wurde eine PSMA PET CT empfohlen bei welchem sie, happy me, keine Metastasen gefunden hatte. Auf Grund von diesem Ergebnis hatte ich mich sofort erleichtert gefühlt und kurz darauf für die Bestrahlung entschieden. Nervenschonend konnte ich auch nicht operiert werden. Das war für mich ein NO GO in dem Alter. Meine Empfehlung für dich wäre ganz klar eine zweite Meinung von Spezialisten und einen Gang ins TumorBoard. Jetzt schon einen Termin für eine OP zu machen nach solch einem Gespräch ist grob fahrlässig und dient nur der Auslastung des Personals im Spital der sicher nicht dir.
Viele Grüsse und gutes Gelingen
Eric

MartinWK
30.01.2018, 08:20
Hallo Bobby, am Besten vervollständigst du dein Profil um die PSA-Historie und den genauen Biopsiebefund.
Du hast keinen cT1c, sondern einen cT2a oder cT2b oder cT2c (wohl cT2c wegen dem "bds." im Profil). Schließlich wurde vorher ein MRT gemacht.
Szintigramm und CT bei einem erklärten Niedrigrisiko-PCa ist ungewöhnlich; gibt es andere (Vor-)Erkrankungen?
Gleason 3+3 und PSA 8,89 und vergößerte Prostata passen zusammen. Die Tatsache, dass 13 von 18 Stanzen befallen sind, hat den Operateur zu seinen Äußerungen veranlaßt. Ob sich hinter dem Gleason 3 noch irgendwo Stellen mit 4 oder 5 verstecken, ist prinzipiell möglich - dazu wäre die PSA-Entwicklung interessant.
In jedem Fall hast du genug Zeit, dich ausführlich zu informieren und eine Zweitmeinung einzuholen.

wesoj55
30.01.2018, 09:17
Hallo Bobby58,

ich kann dir aus eigener Erfahrung auch das St. Antonius Hospital in Gronau ( Prostata Zentrum NW ) empfehlen.
Rufe doch einfach dort mal an und lasse dir einen Beratungstermin geben. Dort gibt es sogenannte Fallmanagerinnen, die während der ganzen Zeit für dich da sind.

Wünsche dir ein glückliches Händchen bei deinen weiteren Entscheidungen und alles Gute.

Hvielemi
30.01.2018, 09:23
Ein Bekannter meinte, hol dir bloß eine 2 Meinung ein, in einem anderem KH.
Nun habe ich mir einen Termin in einem anderen KH geholt zum 2.2.


Lieber Bobby,
ich bin berüchtigt dafür, mitbetroffenen anhand des PSA-Verlaufes ihre Situation
bzw. die Aggressivität ihres Krebses darzulegen. Daher meine Frage, ob es in
der Vergangenheit schon mal eine oder mehrere PSA-Messungen gegeben habe.
Mit solchen (möglichst tagesgenauen) Daten könnte man herausfinden, ob
die geringe Aggressivität zutreffe, die das Gleason-Score 3+3 erwarten lässt.

Ansonsten bist Du mit der Zweitmeinung auf dem richtigen Weg.
Dein Vertrauen in die sich etwas seltsam äussernden Ärzte in Dortmund
scheint gering zu sein. Es ist nicht gut, sich in dieser Situation einer grossen
Operation zu unterziehen. Du hast wohl genügend Zeit (besser könnte man
das mit mehr PSA-Werten sagen) um dich bezüglich anderer Ärzte, Spitäler
und Therapien kundig zu machen, bevor dir irgendwie irgendwer an die
Prostata geht.

Nimm den Tag!
Konrad

Bobby58
30.01.2018, 12:02
Danke für die vielen Antworten.
Leider kann ich keinen PSA- Ablauf schreiben, ich weiß nur, das vor 4 Jahren ein Test gemacht wurde und der bei 1,2 mg lag.
Also ist er in 4 Jahren von 1,2 auf 8,89 gestiegen.
Gestern wurde mir Blut abgenommen und der PSA- Wert liegt Freitag vor.
Es soll noch ein Wert bestimmt werden, wie der heißt habe ich vergessen.
Auf Testesteronwert hat er verzichtet.
Die Biopsie wurde nach dem MultiMrt gemacht.
Aber es wurden nur die Bilder verglichen und danach gestochen.
Ein Oberarzt (?) sagte der jungen Dame, wo sie stechen soll.
Ich war nur froh, dass das alles so problemlos für mich über die Bühne gegangen ist, ich habe bis auf ein Zucken nichts gemerkt.
Hatte vorher von anderen gehört, wie schlimm das wäre und hätte mir, wenn ich eine angehabt hätte, in´s Höschen gemacht.
War aber sehr human.
Ich werde mal noch die Stanzhistorie nachtragen, ist ja etwas länger das Teil.
Sobald ich Freitag weiß, wie sich der PSA verhält, trage ich ihn auch noch ein.
Bin ungeübt im Schreiben solcher Artikel, sorry, wenn es etwas durcheinander ist.

Hvielemi
30.01.2018, 13:37
Leider kann ich keinen PSA- Ablauf schreiben, ich weiß nur, das vor 4 Jahren ein Test gemacht wurde
und der bei 1,2 mg lag. Also ist er in 4 Jahren von 1,2 auf 8,89 gestiegen.
Gestern wurde mir Blut abgenommen und der PSA- Wert liegt Freitag vor.


Damit kann man doch schon einiges machen, wenn auch nicht so zuverlässig,
wie wenn über die Jahre mehrere Werte vorlägen, wie in Anhang [3] gezeigt.

Geht man davon aus, dass deine gesunde Prostata allein schon die Hälfte des PSA-
Wertes vor vier Jahren gebracht habe, verblieben damals bereits 0.6ng/ml durch Krebs.
Heute wären das etwa 8ng/ml, was bedeuten würde, dass sich das PSA-Krebs
seither jedes Jahr fast verdoppelte: 0.6 / 1.2 / 2.4 / 4.8 / 9.6

Eine solche PSA-Verdoppelungszeit von etwas mehr als einem Jahr ist wohl eher
kurz für ein Gleason-Score von 3+3=6.

Aber:
Wir wissen nicht, ob die 8.89ng/ml nicht auch noch von einer Prostataentzündung
mitverursacht worden seien. Deswegen ist es begrüssenswert, dass nochmals gemessen
wurde. Das würde ein langsameres Wachstum des PSA durch Krebs ergeben.

Und:
Du warst zum Urologen gegangen, weil dein Harnstrahl schwächer wurde.
Das kann die Folge einer benignen Prostatavergrösserung sein, die das PSA zwar
auch ansteigen lässt, aber sehr viel langsamer. Damit wäre der Anteil des Krebses am
ersten Wert viel kleiner, was wiederum ein rascheres Wachstum des Krebses vermuten
liesse.


Eines kann dennoch gesagt werden:
Hochaggressiv ist dein Krebs nicht, Du hast genügend Zeit, dir mittels Zweitmeinung
und anderen Informationen gründlich zu informieren.
Der Bericht zur Biopsie wird noch klarere Blicke in die Glaskugel ermöglichen.


Nimm den Tag!
Konrad

Bobby58
30.01.2018, 13:49
Danke Konrad.

farcenty
30.01.2018, 16:25
Hallo Bobby,

ich bin auch Dortmunder und habe hier ebenfalls skurile Erfahrungen mit Ärzten und einer bestimmten Klinik in der Stadt gemacht.

Auch mir wurde Eile empfohlen, ich wurde zur Operation gedrängt und mir wurde viel Unsinn erzählt. Das Forum hier hilft enorm, bleib besonnen. Es gibt sehr sehr viele Therapien um dem Krebs zu Leibe zu rücken, leider wird man von den Medizinern nicht wirklich über Alternativen aufgeklärt.

Wenn du vor einer Operation zurückschreckst, informiere dich doch mal über die Varianten an Bestrahlungen etc. und lese die Erfahrungsberichte Betroffener.

http://de.myprostate.eu/?req=irradiation

Und wenn du weitere PSA Werte hast, lass dir unbediungt von Konrad das PSA lesen.

Gleason 6 oder mehr, wäre wichtig zu wissen.

Und wenn du mal Lust auf einen Kaffee hast, immer gern...

Andreas

Bobby58
30.01.2018, 22:27
Hallo Andreas.
Ich warte nun Donnerstag das Szentigramm ab und Freitag das Gespräch in dem anderen.
Mir wurde nun von 2 Stellen dieses Krankenhaus empfohlen.
Sobald ich mehr weiß, werde ich es hier posten.
Das Erste KH sagt mir nicht so zu.
Namen möchte ich vermeiden.
Zur Eile haben sie da nicht gedrängt, aber die Gespräche haben mich zweifeln lassen.
Z.B. habe ich gefragt, um wie viel denn der Penis kürzer würde; das wurde mit Erstaunen von der jungen Dame aufgenommen und bestritten.
Die Blase würde nach unten rutschen und mehr nicht.
Wir wissen, das es nicht stimmt.
Gut, sie operiert nicht, aber es zeigt mir, dass nicht mit offenen Karten gespielt wird, oder eben zu wenig Ahnung da ist.
Wenn mich ein "Azubi" beraten soll, grade bei solchen wichtigen Dingen, habe ich ein mulmiges Gefühl.
Was nutzt es, wenn der Prof eine Kapazität ist, er aber einen nicht operiert, weil er nur Privatpatienten operiert.
LG
Bobby

farcenty
31.01.2018, 06:05
Hallo Bobby,

wenn der "Norden" Fredenbaum ist (In der E-Mail Benachrichtugung zum Thread kann ich die unbearbeitete Version deines Posts lesen) , da war ich 2x und sogar beim Chef. Er genießt einen über die Landesgrenzen hinaus hervorragenden Ruf als Operateur, wie mir ein russischer selbstzahlender Patient, auf meinem Zimmer erzählte. Ein Zimmer, das ich für ein MRT über Nacht beziehen musste ;-) Die Chemie hat allerdings nicht gepasst, ich hatte von Anfang an das Gefühl es geht nur ums Geld. Besser aufgehoben fühlte ich mich in Essen, wo ich eine objektive Beratung über alle mir möglichen Optionen bekam. Zweit, Dritt- bis Fünftmeinung holte ich mir dann an der Charite, in Heidelberg und in München.

Anekdote aus Heidelberg, wo ich nicht bis zu Prof. Hohenfellner vorkam - der mir aber die Rechnung schickte. Eine junge Ärztin erklärte mir den Ablauf der OP und angesprochen auf eine etwaige Penisverkürzung, sagte sie: " Das ist nicht viel, je nach persönlicher Anatomie fällt meist die Blase sehr weit herunter. Das was dann an "Stoff" für das vernähen der Harnröhre fehlt, wird in die Bauchdecke hineingezogen. Aber das ist so wenig, das fällt jemandem der den "Lümmel" vorher nicht gesehen hat, nicht auf".

Wenn ich mich dennoch irgendwann operieren lassen muss, sicher jenseits der Stadtgrenze in Kiel, Hamburg, Heidelberg oder Gronau.

LG Andreas

Bobby58
01.02.2018, 08:01
So, heute um 10 Uhr habe ich mein Knochenszintigramm.
Ich habe Angst.

Georg_
01.02.2018, 08:29
Vor der Untersuchung brauchst Du keine Angst zu haben - nur vor dem Ergebnis. Normalerweise dürften aber keine Knochenmetastasen gefunden werden.

Georg

Arne80
01.02.2018, 08:50
Vor der Untersuchung brauchst Du keine Angst zu haben - nur vor dem Ergebnis.

Sehr feinfühlig...

@Bobby: Ich denke, bei PSA < 10 ng/ml und insbesondere Gleason 6 sollten keine Knochenmetastasen sichtbar sein. Ob sich der Gleason-Score bewahrheitet, steht natürlich noch in den Sternen (s. Konrad's Posting), trotzdem wäre ich an Deiner Stelle zuversichtlich, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Knochenläsionen gefunden werden.

Du scheinst mit den bisherigen Ärzten wirklich Pech gehabt zu haben, wenn ich mir deren stümperhaften Aussagen so durchlese. Ich rate Dir, wenn es eine OP sein soll, diese nicht in einem solchen Krankenhaus durchführen zu lassen! Nichts ist neben dem Tumorstadium so entscheidend bzgl. möglichst geringen Nebenwirkungen wie die Erfahrung und Kompetenz der Operateure. Hinsichtlich der Erfahrung und Fallzahl (Anzahl OP's pro Jahr) kann ich Dir die Martini-Klinik in HH sehr empfehlen. Die Ärzte dort nehmen sich Zeit (eigene Erfahrung und "Hörensagen") und beraten objektiv im Hinblick auf Erfolgsaussichten (Rezidivrate...), Komplikationen und möglichen Nebenwirkungen in Abhängigkeit Deiner individuellen Situation.
Persönlich würde ich im Übrigen auch nicht meine Gesundheit in die Hände von Ärzten legen, die mich so herablassend und auch noch fehlerhaft beraten, wie es bei Dir der Fall gewesen ist.

Keine wirksame Therapie ist bisher frei von Nebenwirkungen, das muss klar sein. Mit guten Ärzte lassen sich diese aber beherrschen und so weit wie möglich kontrollieren, daher sind auch "panik-schürende" Kommentare im Forum erstmal kritisch zu betrachten und eine objektive Beratung heranzuziehen.

Alles Gute!

Bobby58
01.02.2018, 15:03
Moin.
So, alles gut gegangen.
Ohne Befund.
Leider ist aber der PSA hochgegangen auf 9,7 mg
Morgen habe ich ja meinen 2. Termin, wenn ich da ein gutes Gefühl habe, dann werde ich mich eintragen lassen.
Vor der Untersuchung hatte ich übrigens keine Angst ;-)
Aber nun ist es ja vorbei.
LG
Bobby

Stefan1
01.02.2018, 17:14
Moin.
So, alles gut gegangen.
Ohne Befund.

Moins,
hast Du Dir die Aufnahmen mitgenommen ? ich habe meine in meinem Thread eingestellt.

Georg_
01.02.2018, 17:26
Ich meine man sollte seine eigene Patientenakte anlegen und alle Berichte und Befunde darin sammeln. Wenn man mal den Arzt wechseln will oder eine zweite Meinung einholt, hat man seine Informationen parat. Manchmal schreibt der Urologe Berichte für den Hausarzt, die sollte man sich kopieren lassen.

Georg

Bobby58
01.02.2018, 21:20
Ich habe alle Unterlagen hier.
Die bekomme ich immer sofort vom Doc, aber auch die Berichte, samt CD, habe ich immer bekommen.
Da kann ich nicht meckern, das läuft gut.
Das meine Werte aber doch schnell ansteigen, beunruhigt mich.

Bobby58
02.02.2018, 12:07
Soo, komme grade vom Beratungsgespräch wieder.
2 Stunden Aufklärung, Untersuchung und Termin erstellen.
Ich habe ein gutes Gefühl und eine wirkliche Aufklärung bekommen.
Am 22.2 ist der Termin.
Gemacht wird es im Josefs Hospital in Dortmund- Hörde.

Hvielemi
02.02.2018, 13:30
Das ist gut, lieber Bobby,
denn bei so velen positiven Stanzen und der jetzt mit dem neuen PSA-Wert bestätigen
doch eher raschen Wachstum des Krebses ist Abwarten in keiner Weise zielführend.

Der erste Arzt hatte es wohl etwas grob gesagt und damit einen Patienten verloren.

Wichtiger als das ist aber, dass Du nun mit einem guten Gefühl in die OP gehst,
beim Arzt deines Vertrauens.


Carpe diem!
Konrad

skipper
02.02.2018, 14:36
Hallo Bobby,
wie viele PC-Op`s pro Jahr unternimmt der Operateur bei dem du am 22.02. auf dem Tisch liegst ? Wie ist seine Erfolgsrate bezüglich Kontinenz und Potenzerhalt ?
Wieviele und welche Komplikationen gibt es in der Klinik / Abteilung ?
Einige der Fragen die mich vor der OP interessieren würden. Gute Kliniken und Operateure geben darüber gerne Auskunft. ( Gronau/ Martini u.a. )
Viel Glück
Skipper

Bobby58
03.02.2018, 11:07
Hallo Konrad.
Das ist auch die Aussage vom Arzt.
Er sagte, es käme nicht auf einen Tag an, aber Monate wären nicht ratsam.
Er hat mir im Gespräch sehr viel Sicherheit vermittelt, ich hatte das Gefühl, er weiß wovon er redet.
Zumindest vom Bauchgefühl, denke ich, alles richtig gemacht zu haben.
Da der Oberarzt die OP durchführt und er als Kapazität zählt, gehe ich einigermaßen beruhigt dort hin.
Ob es am Ende eine Nervenschonende wird, kann auch er nicht versprechen, aber sie versuchen alles, so seine Beurteilung.
Was nützt es, wenn er goldene Eier verspricht und nur Steineier bei rauskommen.
Ich hoffe einfach, das alles gut geht.
Sollte es wiedererwartend nicht so klappen, werde ich auch mit der Zeit damit fertig werden.
LG
Bobby

@Skipper
Sie sind zertifiziert.
Der Oberarzt ist hier bei allen Ärzten als Kapazität bekannt.
Mehr geht nicht.
LG

Bobby58
04.02.2018, 09:35
Nun habe ich doch noch eine Frage.
Angenommen, es wird nervenschohnend operiert und es stellt sich raus, dass doch noch Krebszellen in den Nervenbahnen sind.
Kann dann erneut operiert werden, oder nicht ?
Ich habe nämlich gesagt, dass ich diese OP will.
LG

RalfDm
04.02.2018, 09:46
Hallo Bobby,

nach einer OP wird man allenfalls feststellen, dass der PSA-Wert wieder aus dem Keller kommt. Ob die PSA-Quelle in der geschonten Nervenbahn oder woanders in der Prostataloge sitzt, kann niemand sagen. Man wird in dieser Situation bei einem PSA-Wert zwischen > 0,2 und < 0,5 ng/ml routinemäßig die Prostataloge bestrahlen (Salvage-Radiotherapie, SRT).

Ralf

Hvielemi
04.02.2018, 09:52
Lieber Bobby
Man operiert nicht nevschonend, weil der Patient das so will, sondern nur, wenn es geht.
Dass durch die nervschonende Technik einem ehrgeizigen Chirurgen schon mal Krebs-
zellen entgehen, ist leider auch wahr. Vielenorts versucht man das zu vermeiden durch
eine Schnellschnitt-Untersuchung des Pathologen während der OP. Wenn der an der
Schnittfläche der resezierten Prostata noch Krebszellen findet, wird nachreseziert.
Aber eine Garantie gibt das auch nicht ...

Ein dennoch auftretendes Rezidiv würde nicht nochmal operiert, sondern bestrahlt.

Carpe diem!
Konrad

Bobby58
04.02.2018, 10:09
Danke Euch für die Antworten.
LG
Bobby

buschreiter
04.02.2018, 14:10
Lieber Bobby
Man operiert nicht nevschonend, weil der Patient das so will, sondern nur, wenn es geht.
Dass durch die nervschonende Technik einem ehrgeizigen Chirurgen schon mal Krebs-
zellen entgehen, ist leider auch wahr. Vielenorts versucht man das zu vermeiden durch
eine Schnellschnitt-Untersuchung des Pathologen während der OP. Wenn der an der
Schnittfläche der resezierten Prostata noch Krebszellen findet, wird nachreseziert.
Aber eine Garantie gibt das auch nicht ...

Ein dennoch auftretendes Rezidiv würde nicht nochmal operiert, sondern bestrahlt.

Carpe diem!
Konrad
Zu dem etwas erhöhten Risiko eines Rezidivs hatte ich mal eine Abhandlung gelesen, die dies nach diversen Auswertungen bestätigt hat. Leider finde ich diese nicht mehr im Nirvana des WWW. Und wie Konrad auch schreibt, es wird dann mit Bestrahlung "nachgearbeitet"...

Georg_
04.02.2018, 14:18
Ich habe nämlich gesagt, dass ich diese OP will.

Wenn es wirklich ein Gleason 6 ist, dann wird man erstmal Ruhe haben. Nur als Ergänzung, man macht in alle Regel eine Bestrahlung nach der Operation da eine zweite Operation sehr oft keinen Erfolg bringt, aber ganz erhebliche Nebenwirkungen. Daher wird das heute nicht mehr gemacht.

Georg

MartinWK
04.02.2018, 14:32
Lieber Georg, du meinst sicher "Im Falle eines Rezidivs folgt in aller Regel die Bestrahlung", nicht regelmäßig nach RPE (schon garnicht bei Gleason 3+3 low risk).

Georg_
04.02.2018, 15:40
Ja, das meinte ich. Die letzten Beiträge sprachen das Rezidiv an und eine Salvage-Operation, wie von Bobby angesprochen, machte man früher auch nur bei einem Rezidiv.

Georg

Bobby58
04.02.2018, 18:12
Danke Euch allen.
Noch eine Frage zur Rasur.
Darf man die selber machen, oder sollte sie im KH gemacht werden ?
LG
Bobby

Muggelino
04.02.2018, 18:36
Im Krankenhaus!
Wenn ich mich recht erinnere, machen die das lieber selber.
Jedenfalls ist die Rasur dann frisch.
Die können das!
LG
Detlef

Hvielemi
04.02.2018, 19:02
Es geht nicht um die Frische, sondern um die Hygiene.
Wenn Du zuhause rasierst, können sich Haarwurzeln und kleine Schnitte infizieren
mit irgendwelchen Keimen, die halt auf der Haut, im Schamhaar oder der Klinge sitzen.
Schneidet der Chirurg dann durch diese Infektionen, kann das in den Schnitt übertragen
werden und dort zur Sauerei werden.
Auch wer sich sonst regelmässig rasiert, diesmal ein paar Tage vorher wachsen lassen!
Wie Detlef richtig sagt: Im Spital können die das, mit viel Desinfektionsmittel!

Konrad

Bobby58
04.02.2018, 20:51
Danke, werde es dann lassen.

Weibsbild
05.02.2018, 06:50
Das kannst du durchaus selber machen! Mein Mann ist bei seiner ersten OP (Prostata) von den Schwestern rasiert worden. Das war ziemlich schmerzhaft und hat auch starke Hautreizungen verursacht. Bei seiner zweiten OP (Aneurysma/Bauch) hat er sich selber rasiert. Das war kein Problem. Im Gegenteil, die Schwestern freuten sich über die Arbeitsentlastung. Du musst dich bis zur Brust und zu den Oberschenkeln rasieren.

Michi1
05.02.2018, 07:01
Das kann ich mir nicht vorstellen. Heutzutage mit ihren elektrischen Rasierern hat man keine Schmerzen. Ich bin letztes Jahr 2x rasiert worden, kein Problem.

Darkdiver
05.02.2018, 09:34
Auch bei meiner Biopsie wurde ich rasiert, so sauber das bekomme ich selbst nicht einmal so gut hin :)

Hvielemi
05.02.2018, 10:05
Am Besten frage man im Spital, wie sie es denn gerne haben möchten.

Konrad

Michi1
05.02.2018, 10:12
Ich habe damals gefragt und da wurde mir gesagt das ich es nicht selber machen soll um Schnittverletzungen zu vermeiden.

Bobby58
06.02.2018, 08:46
Habe nun nachgefragt.
Ich soll es lieber vom KH machen lassen.
Sie machen es auch nicht mehr am Abend vorher, sondern erst am Morgen der OP.
Okay, ist ja auch kein Ding.
Was mich aber nun beschäftigt, ich denke zu viel nach, ist, wenn schon in der Prostata Krebs ausbricht, ist es dann nicht auch sehr wahrscheinlich, das früher oder später woanders ein Krebs ausbricht, der nichts mit der Prostata zu tun hat ?
Allem Anschein nach ist man ja anfällig für entartete Zellen.
Was einem so alles durch den Kopf geht, schlimm.
LG
Bobby

Hvielemi
06.02.2018, 10:23
ich denke zu viel nach, ...
Allem Anschein nach ist man ja anfällig für entartete Zellen.

Nein, das ist nicht so.
Die Prostatazellen sind nun mal übermässig empfindlich auf Mutationen.
Nicht nur bei Dir oder mir, sondern bei fast allen Männern.
Prostatakrebs haben so gut wie Alle, aber bei uns wächst der eben
viel schneller als bei Jenen, die "ohne" Prostatakrebs ableben.

Ich hab mich neulich nach einer Darmkrebs-Früherkennung erkundigt.
Man hat abgewunken: Die meisten Krebskranken hätten nur einen Krebs.
Naja, ich hatte zweie, Der PCa blieb und ein Melanom wurde weggeschnitten.

Konrad

Michi1
06.02.2018, 10:28
Sogar mein Hausarzt sagt nichts mehr von Darmspieglung. Früher hat er das alle 2 Jahre gesagt. Jetzt hab ich von ihm nur einen Test bekommen, war auch neu nicht mehr die Streifen wie früher. Sondern ein Glasröhrchen.

Darkdiver
06.02.2018, 12:02
Da muss ich Wiedersprechen :( 2011 Schilddrüsenkrebs, 2017 Prostata Krebs :( Es geht auch zweimal hoffe aber nicht dreimal :)

Muggelino
06.02.2018, 12:25
Hallo Bobby,

das erste, was mein Hausarzt nach meiner Prostata-OP gemacht hat, war mich zur Darmspiegelung zu schicken. Und diesmal ging ich sogar hin, denn nochmal wollte ich die Krebsvorsorge nicht vernachlässigen. Schliesslich bin ich lernfähig :-).
Ob das Risiko für eine weitere Krebserkrankung erhöht ist, wenn man schon eine hat, weiss ich nicht. Ganz abwegig finde ich deine Gedanken dazu nicht. Es entstehen ja täglich tausende Genmutationen im Körper, die nur deshalb kein Krebs werden, weil der Körper sie erkennen und eliminieren kann. Wenn diese Fähigkeit vermindert ist, aus welchen Gründen auch immer, dann kann sie auch ein zweites Mal versagen.
Ein Krebsforscher hat gesagt, solange das "Milieu", in dem der Krebs gedeihen kann, nicht verbessert wird, wird man den Krebs nicht los bzw. kommt gleich der nächste hinterher.
Dass die meisten Krebskranken nur einen Krebs bekommen, kann viele Gründe haben (falls es überhaupt stimmt): Sie sterben an ihrem Krebs, bevor der nächste kommt. Oder sie ändern ihre Lebensweise, geben das Rauchen auf, treiben Sport, ernähren sich gesünder. Und "die meisten" heisst >50%. Wer sagt, dass du dazu gehörst?
Ich habe hier auch schon gelesen, dass PCa-Patienten, die bestrahlt wurden, nicht alle 10 sondern alle 5 Jahre zur Darmkrebsvorsorge gehen sollten. Denn die Strahlen schädigen alle Zellen, nicht nur die Tumorzellen.

Also kein Grund zur Panik, aber tu dir den Gefallen und gehe zur Vorsorge!

Detlef

Arne80
06.02.2018, 15:26
Hallo Detlef,


Ein Krebsforscher hat gesagt, solange das "Milieu", in dem der Krebs gedeihen kann, nicht verbessert wird, wird man den Krebs nicht los bzw. kommt gleich der nächste hinterher.

Ich denke, das hängt in wesentlichem Maße von der Krebsart und individuellen Risikofaktoren ab. Insbesondere bei erblich bedingten Krebsfällen -wie also auch bei vielen Männern das PCa- hat die Entstehung bzw. Entartung der Zellen ja eine andere Ursache als bei evtl. Lungenkarzinomen etc. Und wenn neuere Aussagen stimmen sollten, dass die Entstehung von Krebszellen oft einfach auch zufallsbedingt ist (natürlich neben den klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht...), sind solche Aussagen wie "man bekommt generell meist nur einen Krebs" sicher mit Vorsicht zu genießen. ;-)

Daher plädiere ich auch für eine bestmögliche Früherkennung im Hinblick auf andere Krebsarten.

Viele Grüße
Arne

Bobby58
07.02.2018, 07:57
Okay.
Es ist halt schwer und man kann wohl keine Vorhersage machen.
Ist ja in etwa wie die Voraussage, man lebt nach der OP noch so und so lange.
Ist wohl individuell.
LG Bobby

Michi1
07.02.2018, 08:02
Man kann danach weiter gut Leben oder sich den Rest des Lebens Gedanken machen. Ich mache das erstere.

Franzlxaver
07.02.2018, 08:41
Natürlich sollte man weiter zur Vorsorge. Aber wie sagte der eine Prof im Aufklärungsgespräch vor der ersten OP : "Klar ist die Diagnose Prostatakrebs zunächst erschreckend und nix Schönes. Aber das Gute daran ist, dass man rein statistisch nur eine Sorte Krebs bekommt. Und Ihren kann man sogar ziemlich gut behandeln ..." Das Gespräch ist nächsten Monat 5 Jahre her ;-)

Hartmut S
07.02.2018, 11:20
Mir hat vor 4 Jahren ein Arzt gesagt:
"Rein statistisch gesehen, bekommt jeder Mensch nur eine Sorte Krebs".

Dann vor 2 Jahren die Korrektur.
"Rein statistisch gesehen, bekommen Menschen oft nur eine Sorte Krebs".

Als ich hier im Forum, wegen einer Darmspiegelung einmal nachfragte, hatte Heribert (https://forum.prostatakrebs-bps.de/member.php?588-Heribert)
mir geantwortet, dass die alte Regelung, alle 10 Jahre zur Untersuchung zu latschen, keine Gültigkeit mehr für an Krebs erkrankte Menschen habe.
Mein Darmspezialist bestätigte es mir, und regte an, alle 5 Jahre eine Untersuchung durchführen zu lassen.

Vorlaufzeit 3 Monat.
Daher, ich gehe einmal nicht davon aus, dass er finanzielle Interesse hat, zumal ich GKV bin.

Gruss
hartmut

Michi1
07.02.2018, 11:36
Da bei mir gleich neben dan Darm die Pumpe für den künstlichen Schließmuskel eingesetzt ist könnte ich mir vorstellen das das Schwierigkeiten (vielleicht Schmerzen) machen könnte.

Bobby58
07.02.2018, 12:00
Wie sagte der Arzt bei der Vorbesprechung : " Also Nierenkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs ist um Längen schlimmer, als Ihr Prostatakrebs. Da sieht es nämlich sehr böse aus."
Naja, hatte 3 mal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und der Grund dafür wurde nie gefunden.
Beruhigt mich auch nicht grade.
Aber schon damals sagte mir mein Arzt, wenn es Krebs ist, kann ich nichts mehr für Sie tun.
Ihnen bleibt noch die Zeit, alles zu regeln.
Zum Glück, hat es sich "nur" als Entzündung rausgestellt.
Der Wert lag bei 840, das ist wohl sehr hoch und ließ nichts gutes ahnen.
Komischerweise stehe ich irgendwie neben mir, das Wort Krebs macht mir keine Angst, nur die OP und die Folgen.

Bobby58
10.02.2018, 14:29
Heute Nacht, ja Nacht, viel mir noch etwas aus dem Vorgespräch ein.
Es war die Rede, von einer Blasenspiegelung, bevor die OP durchgeführt wird.
Diese würde aber gemacht, wenn ich eh schon in Narkose wäre.
Grund, man will schauen, wo die Nieren in die Blase gehen, um beim Nähen nichts zu erwischen.
Diese Leiter säßen bei jedem etwas anders.
Kennt ihr das auch ?
Habe ich noch nichts von gehört oder gelesen.
LG Bobby

Bobby58
17.02.2018, 11:11
So, das letzte Wochenende als Martin ist angebrochen.
Am Mittwoch geht es in´s Krankenhaus und Donnerstag ist die OP.
Dann begrüße ich alle als Martina :-)
Hoffe, es geht alles gut und sie retten, was zu retten ist.
LG
Bobby

carloso
17.02.2018, 11:44
Dann begrüße ich alle als Martina :-)

Na das wichtige Teil lassen die schon dran und bist weit entfernt von Martina, aber ein wenig kürzer könnte er sein nach der OP.
Ich wünsche dir einen guten Verlauf. Anschließend auf jeden Fall eine AHB machen es lohnt sich.

Gruß Karl

Bobby58
28.02.2018, 14:43
Moin zusammen.
Op übestanden, bin heute wieder nach Hause gekommen.
7 Tage waren es "nur"
Es geht mir relativ gut.
Meine Historie sagt : pT3a N0(0/6) M0 V0 L0 Pn1 R0 Gealson Score 7a=3(70%)+4(30%)
Strukturiete Nachsorge.
EERPE am 22.02.18
Cystogramm am 27.02.18
PSA Wert von 8,3 ug auf 2,2 ug am 27.02.18
R0 Histologischer Befund.

Alles Bömische Dörfer für mich, denke aber ist alles im grünen Bereich.
Am 14.03.18 geht es nach Bad Wildungen.
LG
Bobby

MartinWK
28.02.2018, 14:58
pT3a heißt "Durchbruch des Tumors durch die Prostatakapsel oder mikroskopische Infiltration des Harnblasenhalses, Samenblasen tumorfrei". Ist nicht so ganz im grünen Bereich, immerhin aber sonst R0 und nur Gleason 7a.

Bobby58
28.02.2018, 15:05
Nun bin ich etwas platt.
Mir wurde gesagt, der Tumor hätte die Kapsel nicht durchbrochen und sie hätten Nervenschonend operiert.

MartinWK
28.02.2018, 16:54
"gesagt"? Was steht denn dazu im Bericht?

Bobby58
28.02.2018, 17:43
Nichts.
Als ich aufwachte, standen die Ärzte am Bett und haben es gesagt.
Habe auch kein Abschlussgespräch gehabt.

MartinWK
28.02.2018, 18:37
Ja, nach dem Aufwachen ist man besonders aufnahmefähig, ...oder? Nun, immerhin dient es der schnellen Information, aber ich würde schon erwarten, dass ein Krankenhausurologe ein Abschlußgespräch führt und man sich nicht darauf verläßt, dass der Patient unmittelbar zu seinem Urologen oder zur AHB geht und dort den schriftlichen Befund durchspricht.
Der T3a-Befund alleine (ohne R1) ist kein besonderer Risikofaktor. Die S3-Leitlinie sieht keine Evidenz für eine folgende Strahlentherapie (wie z.B. bei T3 und R1). Insoweit ziemlich grüner Bereich.

Bobby58
23.05.2018, 18:20
Hallo zusammen.
Nun ist ja einige Zeit verstrichen.
Ich war nach der OP in Bad Wildungen zur Anschlussbehandlung, was mir aber zumindest meiner Meinung nach von den Behandlungen nichts gebracht hat.
Zumindest habe ich mich erholt.
Als ich dort eine Woche nach der Krankenhausentlassung ankam, war ich bereits dicht.
Mein PSA lag bei 0,15.
Blaseninhalt war 120 ml.
Nach 3 Wochen zur Abschlussmessung lag mein PSA bei 0,01 und mein Blaseninhalt bei 250 ml Tagsüber und über Nacht, ohne zur Toilette zu müssen, bei 500 ml.
Der Ultraschall ergab keine Unregelmäßigkeiten, alles in Ordnung gewesen.
In sofern war, oder bin ich zufrieden.
Heute, nach 13 Wochen geht es mir körperlich ganz gut, nur der Kopf will ab und an noch keine Ruhe geben.
Er erinnert sich immer wieder an das Wort Krebs und macht mir dann Angst.
Was noch nicht hinhaut, ist der Kleene da unten.
Er meldet sich zwar immer wieder mit dem Gefühl, da tut sich grade was, aber es ist nichts.
Er verdickt sich sich leicht, mehr aber nicht.
Ich hoffe, da wird sich noch was ändern mit der Zeit.
Eventuell kann mir einer auch meine Frage nach dem Radfahren beantworten.
Wie gesagt, es sind nun 13 Wochen in´s Land gegangen und ich würde gerne wieder mein Pedelec rausholen.
Ich werde immer fetter :-(
Kann ich es wohl wagen, die Ersten kleinen Strecken zu fahren ?
Ist ja nicht so anstrengend, weil ich ja Unterstützung habe.
Liebe Grüße
Bobby

Noch eine Ergänzung.
Mein Arzt hat auf mein Bitten hin den OP- Bericht angefordert, ihn aber nicht bekommen.
Sie würden den nicht aushändigen, wäre ein internes Papier.
Seltsam.

SeppS58
23.05.2018, 19:14
Hallo Bobby,

ich war bei einigen Vorträgen zu Krebs und Sport und immer haben die zu Sport geraten. Auch zum Radfahren, da aber bitte mit einem "passenden" Sattel. Einen bei dem Du auf Deinen Sitzhöckern sitzt und der in der Mitte eine Grube hat. Also los! Nichts sollte Dich da hindern.

Zu dem OP-Bericht. Da hast Du eine Recht drauf, denn zu lesen. Also droh, wenn notwendig, mit Rechtsanwalt!

Zu dem "Kleinen" da unten: Der ist erst Mal beleidigt. Klar haben die Nerven gelitten, aber wenn sich da doch schon was tut, dann los!! Nutze Cialis oder auch Viagra. Musst Dir ein Rezept holen und auch selbst zahlen, aber ich kann Dir sagen, bei mir hat's sich gelohnt. Von SKAT und MUSE rate ich Dir eher ab. Die sind wie Turbo und tun erstmal nur weh. Und dann gebe ich Dir hier noch einen "Geheimtipp" NITROLINGUAL SPRAY !! Ja, es werkt! Ein, zwei Spray-Dosen auf die Eichel und schon "kribbelts", bzw. brennt etwas und Du musst es auch nach ca. 5 min. gut abwaschen (sonst hängt Deine Partnerin unter der Zimmerdecke). Musst aber verschrieben bekommen!!

Ansonsten brauchst Du jetzt Geduld. Aber sonst liest es sich ganz gut bei Dir und mir 3-montagigem PSA Messen solltest Du jetzt erst mal Ruhe haben.

Glückwunsch - scheint ja noch mal gut gegangen zu sein!

Viele Grüße,
Sepp % SeppS58

P.S.: Den Tipp mit dem NITROLINGUAL SPRAY kannst ruhig weiter geben! Ist billig und wirkt ;-)

MartinWK
23.05.2018, 20:10
Mein Arzt hat auf mein Bitten hin den OP- Bericht angefordert, ihn aber nicht bekommen. Sie würden den nicht aushändigen, wäre ein internes Papier. Seltsam.
Die Begründung ist Blödsinn. Medizinische Daten fallen unter das Datenschutzgesetz und neuerdings unter die EU-Verordnung. Es besteht Auskunftspflicht an den Patienten; an den Arzt nur, wenn der Patient darin ausdrücklich eingewilligt hat. Das Krankenhaus kann die Herausgabe nur vermeiden, indem es den Bericht vernichtet. Damit verstößt es natürlich gegen die Aufbewahrungspflicht medizinischer Unterlagen. Die Auskunft kann bei Verweigerung auch über den Bundesdatenschutzbeauftragten erzwungen werden.

Bobby58
23.05.2018, 20:15
Ok.
Aber ich habe Bedenken, dass, falls ich noch einmal in das KH muss, Nachteile habe.
Ich rechne ja damit, dass es früher oder später wieder ausbrechen wird und ich eine erneute Behandlung brauche.
Bin halt der geboren Pessimist

SeppS58
24.05.2018, 09:55
Hallo Bobby,

gerade wenn jemand einen Bericht nicht heraus geben will, hätte ich Bedenken und würde da lieber 2x nachfragen und darauf bestehen. Es war schließlich DEINE OP!

Aber das liegt natürlich alleine bei Dir.

Viele Grüße,
Sepp % SeppS58

MartinWK
24.05.2018, 10:52
Aber ich habe Bedenken, dass, falls ich noch einmal in das KH muss, Nachteile habe.
Kann ich verstehen, so dachte ich auch mal. Aber: ein wichtiger Faktor ist im Massenbetrieb Krankenhaus die besondere Aufmerksamkeit, die man erfährt. Privatpatient, oder mit dem Oberarzt/Chefarzt bekannt, oder seltsamer/besonderer Fall, oder eben auch kritischer Patient, der ggfs. massiv seine Rechte wahrnimmt.
Habe es selbst und im Verwandten/Bekanntenkreis immer wieder erlebt, dass geschludert oder weniger gemacht als üblich wurde, oder jemand erst nach massiver Intervention dem richtigen Arzt zugeführt wurde, der dann "sofort auf die Intensivstation" sagte.
Und nicht vergessen: Einsichtsrecht in die eigenen Unterlagen hat nur der Patient, nicht die Verwandten, Ehegatte, oder Andere. Und nach dem Tod gilt die Schweigepflicht fort, dann muss überhaupt keine Auskunft mehr erteilt werden - der einzige Weg ist dann die Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung, dann landen die Daten bei der Staatsanwaltschaft und man kann eventuell über einen Anwalt Einsicht bekommen. Oder man kennt den Chefarzt,...

Bobby58
15.10.2018, 07:48
Hallo zusammen.
Nun ist ja wieder einige Zeit vergangen.
Mir geht es zumindest Körperlich wieder recht gut, nur der Kopf will immer noch ab und zu, dass ich über das Vergangene zu viel nachdenke.
Den OP. Bericht habe ich inzwischen bekommen.
Laut dem ist alles gut verlaufen und es wurde beidseitig Nervschonend operiert.
So viel tut sich allerdings nach nun fast 8 Monaten nicht.
Er lebt, ja, aber nächtliche Erektionen oder der Gleichen sind nicht vorhanden.
GV ist so nicht möglich, auch nicht mit Pillen.
Ich hoffe aber, dass sich da noch was ändern wird.
Mein Urologe meinte, die Nerven würden sich schnell erholen, was auch immer schnell heißen soll.
Ich benutze noch alle 2 Tage die Pumpe, um ihn zu durchbluten, aber mir graut immer davor, wie ne Wurst im Schaufenster, wenn man Hunger hat.
Mein PSA ist immer noch bei 0,01, der Uro meint, er ist im nicht nachweisbaren Bereich, es wäre alles okay.
Am 7.11 steht die Nächste an, bin gespannt und habe wie immer vorher Bammel.
LG
Martin

MartinWK
15.10.2018, 10:01
"Nervschonend"? Ist das gleich "nerverhaltend"? Bei Letzterem sollte man doch eine "schnelle" Wiederherstellung der Potenz erwarten.

Bobby58
15.10.2018, 10:08
Nach dem was ich beim Googeln rausgefunden habe, soll es das Gleiche sein.
Vielleicht weiß ja jemand was dazu zu sagen.

Heribert
15.10.2018, 12:02
Nerverhaltend heißt letztlich nur, dass bei der Operation die neurovskuläre Bündel nicht durchtrennt werden mussten. Ob dabei die Nerven geschont werden konnten, wird sich erst einige Wochen bis Monate nach der Operation herausstellen. Die Ablösungung und/oder Durchtrennung des Gewebes erfolgt in aller Regel mit einem elektrochirurgischen Gerät, welches Hitze entwickelt. Je nach Nähe zum neurovaskulären Bündel bleibt es verschont. Auch die Vernarbung des durchtrennten Gewebes verursacht oft deutliche Einschränkungen sowohl der nervalen als auch der vaskulären Funktionen.

Deshalb wird kein Operateur eine Garantie auf die volle Funktionsfähigkeit der neurovaskulären Bündel nach einer solchen Operation geben können.

Gruß Heribert