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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA-Anstieg mit Proscar



Harro
19.12.2006, 10:31
Hallo,

kann es möglich sein, daß das nach Ende der DHB (Dauer 15 Monate -
letztes 3-Monatsimplantat Juli 2004) von mir weiter täglich 1 x eingenommene Proscar für den raschen PSA-Anstieg mit verantwortlich ist. (PK-Historie liegt vor).

Da ich probeweise z. B. auf Empfehlung von Dr. Strum im September 2006
2 x täglich Proscar genommen habe und dabei folgendes sprunghaft steigendes PSA das Ergebnis war:

September PSA 5.10 T 3.80
dann Oktober PSA 7.79 T 6.87

läge hier eine Begründung für meine Vermutung.

Da auch T mit angestiegen ist, ist die Prostata ja ganz schön aktiv?
Im Oktober dann wieder normal 1 x Proscar und:

PSA November 7.53 T 4.99

Im Dezember mit 1 x Proscar täglich PSA 8.86 + T 5.02

Gruß Hutschi

Harro
19.12.2006, 20:27
Hallo,

das scheint nicht der Fall zu sein. Also kann ich beruhigt meine noch vorhandenen Proscar weiter schlucken, und wenn sie dann alle weg sind, wechsel ich zu Avodart, weil dieses Mittel wohl günstigere Halbzeitwerte
haben und gleichmäßiger über 24 Stunden verteilt wirken soll.

Ich bin beruhigt und hoffe auf ein günstiges Ergebnis bei Cholin-PET mit CT am 7.1.2007 bei Prof. Reske.

Einem anderen Beitrag habe ich aber heute entnommen, daß Anti-Androgene das PET Ergebnis verfälschen würden. Auch mein Urologe
hat mich anläßlich der gestrigen Untersuchung gebeten, auf keinen Fall
Antiandrogene jetzt zu nehmen. Proscar zählt aber doch nicht dazu und gilt doch eher als Angionosehemmer.

Bitte, macht mich schlau, damit ich nichts falsch mache.

Gruß Hutschi

Helmut.2
19.12.2006, 22:21
Hallo Hutschi,

lies Dir das mal durch, betrifft auch Proscar und Avodart!

http://vts.uni-ulm.de/docs/2006/5594/vts_5594_7351.pdf

Ich möchte Dir beim besten willen dein Vorhaben nicht vermiesen und mehme lieber Rückfrage in Ulm wegen der Einahmen der o.g. Medikamente.

Gruß, Helmut

Harro
20.12.2006, 08:45
Hallo, Helmut 2,

bemerkenswerte Ausführungen, vielen Dank. Bei über 100 Seiten fällt es schwer, das alles so früh am Morgen verarbeiten zu können. Im kommenden Jahr werde ich es mir trotzdem ausdrucken, um das alles noch einmal in Ruhe zu studieren. Diese Arbeit dürfte sicher noch etliche Forumsteilnehmer fesseln.

Ich werde aber heute noch in Ulm anrufen, um evtl. vorübergehend Proscar zu stoppen.

Frohes Fest wünscht Hutschi.

Harro
20.12.2006, 16:36
Hallo, Helmut 2,

der Termin in Ulm ist natürlich am 9.1.2007,

Ein Telefongespräch heute mit Herrn Dr. Kocot, dem Assistenten von Prof. Reske, der auch bei der Cholin-PET/CT dabei ist, hat mir empfohlen, Proscar 14 Tage vor der Untersuchung abzusetzen, d.h. ich werde ab morgen Pause machen. Herr Dr. Kocot erwähnte noch, daß man nach dem obigen Ablauf evtl. noch MRT anhängt, wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist.

Auf jeden Fall werde ich von dem Resultat berichten. Am 10.1.2007 habe ich auch noch einen Termin bei einem Onkologen in Heidelberg, mit dem ich dann eine evtl. Strategie besprechen werde, die ich dann wohl auch mit meinem Urologen abstimmen würde. Aber vielleicht macht Herr Prof. Reske schon Vorschläge.

Auch wenn die Untersuchungsergebnisse noch nicht den Grund für den schnellen PSA-Anstieg herauskristallisieren sollten, bleibt es bei meinem sprichwörtlichen Hamburger Humor nach dem Motto "na und". Ich hoffe, daß meine Frau auch die guten Nerven hat.

Nochmals frohes Fest. Hutschi

Helmut.2
20.12.2006, 23:54
Hallo Hutschi,

Ich wünsche Dir schöne Tage in den Schnee-Bergen und hoffentlich kanst Du da etwas Abstand nehmen von dem was Du noch vor Dir hast!

Grüß Dich und viel Glück
Helmut

Horst a
21.12.2006, 10:37
Hallo Hutschi,
Als ehemaliger Hamburger, ich wohne jetzt weit ausserhalb, kann ich Dir einen Sehr guten Onkologen in Hamburg nennen. Falls Du Interese hast, melde Dich.
Schönes Fest und alles Gute für das ächste Jahr.
horst a

Klaus K
29.12.2006, 13:36
Hallo Horst,
die Adresse des "sehr guten Onkologen" würde mich auch interessieren. Ich wohne in der Nähe v. Bremen und bin häufiger in HH, da meine Tochter dort am UKE Med. studiert.
Alles Gute für`s Neue Jahr,
Klaus

Urologe
29.12.2006, 16:24
... der würde MICH auch interessieren ...

Gruss
fs

cligensa
29.12.2006, 19:20
Lieber Hutschi,
wenn Deine PSA-Werte bereits nach 2 Jahren nach Absetzen der DHB in diesem Ausmaß steigen, dann liegt eine starke Diskrepanz zwischen den zunächst geringen und mittleren Risikofaktoren, die dem aPSA von 8,6 ng/ml und der Tumoraggressivität, GS 3+4, die den Gewebeproben aus der Biopsie entnommen werden konnten einerseits und den tatsächlichen zu Beginn der DHB vorhandenen Risikofaktoren andererseits vor. Die DHB konnte nicht die Langzeitwirkung entfalten. Mögliche Gründe:
- übliche Gleason Score Befunde aus der Biopsie sind zu 50% falsch.
- die Krebszellen in der Prostata waren infolge Hyperthermie nund Galvanotherapie nicht mehr im ursprünglich unbeeinflußten und daher auch am ehesten zu beeinflussenden Zustand, sie waren also schon vorbehandelt und damit vielleicht schon "gehärtet" für die nächste Therapie.
- die 4 Monate Casodex 150 vor Beginn der DHB mit zwei weiteren Monaten leichter Erholung der Krebszellen dann wieder totale Testosteronblockade, hatten die Prostatakrebszellen darüber hinaus in eine "Schaukelsituation" hinsichtlich Ihrer Apoptosefähigkeit infolge totaler Testosteronblockade, also der "Futter-Total-Blockade" gebracht und damit möglicherweise ungünstig beeinflußt. Die erste Kampfmaßnahme gegen sonst noch unbeeinflußte Krebszellen ist nach Leibowitz die wichtigste und effektivste.
Ich spreche hier Vermutungen aus, keine Fakten.

Deine geplanten Diagnosemaßnahmen sind nach dem Prinzip von Strum "Status und Strategie" sehr wichtig. Deine Therapieentscheidung werden sie beeinflussen. Aber die grundsätzliche Entscheidungsoption, ob weiter internistisch-onkologische Kampfmaßnahmen zur Kontrolle des Tumors oder eine organbezogene zerstörende Therapie in der Prostata oder eine Kombination beider, wird Dir nicht erspart bleiben. Das in diesem Zusammenhang anzustrebende wesentliche Therapieziel ist nicht die momentane oder kurzfristige Bekämpfung des PSA-Wertes sondern der Kampf um eine chronische Situation so lange wie nur möglich als chronische Situation zu halten, also die Langzeitkontrolle. Wofür Du Dich auch immer entscheidest, Du brauchst dafür einen kompetenten Arzt. Bitte keine "Sondermaßnahmen" ohne die wissenschaftliche und handwerklich fachliche medizinische individuelle Betreuung. Das ist vielleicht leichter gesagt als einen Arzt gefunden. Aber Du hast Dich die letzten 5 Jahre bisher tapfer geschlagen. Die bisher sicher relativ gute Lebensqualität über längere Zeitabschnitte hin kann Dir schon niemand mehr nehmen. Ich wünsche Dir allen Erfolg auch im kommenden Jahr 2007 und darüber hinaus.
Grüße
Christian

HansiB
31.12.2006, 16:15
...- übliche Gleason Score Befunde aus der Biopsie sind zu 50% falsch...

Dies gilt wohl nicht für eine DNA-Zytometrie.



...- die Krebszellen in der Prostata waren infolge Hyperthermie nund Galvanotherapie nicht mehr im ursprünglich unbeeinflußten und daher auch am ehesten zu beeinflussenden Zustand, sie waren also schon vorbehandelt und damit vielleicht schon "gehärtet" für die nächste Therapie...

Gilt das evt. nicht auch für die Bestrahlung als Ersttherapie?



...Bitte keine "Sondermaßnahmen" ohne die wissenschaftliche und handwerklich fachliche medizinische individuelle Betreuung...

Da kann man wirklich nur lachen (soll ja gesund sein) – nichts für ungut, Christian. Wo bekommen wir wirklich eine individuelle Betreuung? Meine Therapie durch meine "Betreuer" ist wie für einen PKler mit aPSA von 4 oder 6, von der Zometaeinnahme mal abgesehen. Mit meinen "Betreuern" ist kein Gespräch möglich. Selbst die notwendigsten Marker muss man selbst organisieren, bin ich froh, dass ich mich noch selbst betreuen kann. Ich darf gar nicht daran denken, was alles am Anfang meiner Erkrankung versäumt wurde, als ich noch auf mich allein, ohne Kontakt zu SHG oder Forum, gestellt war.

cligensa
31.12.2006, 23:32
Gleason Score 50% falsch), hier ist der GS aus Biopsat gemeint.


Dies gilt wohl nicht für eine DNA-Zytometrie.

Ähnlich wie der GS kommt es darauf an, welche DNA aus welcher Stanze, aus welchem Teil des Tumors genommen worden ist. Also grundsätzlich sehe ich da auch keine günstigeren Voraussetzungen. Aber zu diesen Zusammenhängen bei DNA-Zytometrie kenne ich keine bekannten Aussagen.


Prostatakrebs wurde durch Strahlentherapie vorbehandelt und später, wenn der Tumor diese Therapie "überwunden" hat, wird er mit HB bekämpft.

Gilt das evt. nicht auch für die Bestrahlung als Ersttherapie?

Ja! Der Tumor ist stärker und "härter" geworden.

Prinzip: Niemals eigener Doktor spielen, immer einen Arzt hinzuziehen, mindestens begleitend!


Da kann man wirklich nur lachen (soll ja gesund sein) – nichts für ungut, Christian. Wo bekommen wir wirklich eine individuelle Betreuung? Meine Therapie durch meine "Betreuer" ist wie für einen PKler mit aPSA von 4 oder 6, von der Zometaeinnahme mal abgesehen. Mit meinen "Betreuern" ist kein Gespräch möglich. Selbst die notwendigsten Marker muss man selbst organisieren, bin ich froh, dass ich mich noch selbst betreuen kann. Ich darf gar nicht daran denken, was alles am Anfang meiner Erkrankung versäumt wurde, als ich noch auf mich allein, ohne Kontakt zu SHG oder Forum, gestellt war.

Du zeigst einen riesigen Konflikt auf. Natürlich können und sollen wir unsere soliden Kenntnisse, auch solche, die dem Arzt nicht bekannt sind, im Kampf gegen unseren Krebs umsetzen und auch durchsetzen. Wir sind aber trotzdem noch längst keine Ärzte und brauchen die Beratung, wenn in den Beipackzetteln der "neueren" Medikamente beschrieben ist, was alles auftreten kann und dann gelegentlich auch auftritt. Auch die Verträglichkeit in der Kombination von Medikanten, wenn noch weitere Erkrankungen behandelt werden, können zu Problemen führen. Diesen Kampf gegen individuelle oder seltene Nebenwirkungen können wir nicht führen. Irgendwelche körperlichen Beschwerden, die möglicherweise gar nichts mit der Therapie zu tun haben, können ebenfalls auftreten und müssen eingeordnet und gegebenenfalls behandelt werden. Dazu braucht man einen Arzt. Du zeigst einen riesigen Konflikt auf, weil Ärzte nicht selten uns in unseren Eigenentscheidungen nicht begleiten wollen. Die notwendige unterstützende und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist dann oft nicht möglich. Das ist richtig, gilt aber nicht flächendeckend. Es gibt Ärzte, die uns helfen. Das sind nicht wenige. Aber manchmal muß man suchen oder weit fahren. Dabei muß der Patient für Abgrenzungen der medizinischen und auch finanziellen Verantwortung des Arztes Verständnis haben. Auch Patienten sind nicht immer lieb.
SHG und Forum sind schon wichtige Begleiter für jeden PK-Patienten.
Grüße
Christian

Harro
05.01.2007, 20:10
Aber Du hast Dich die letzten 5 Jahre bisher tapfer geschlagen. Die bisher sicher relativ gute Lebensqualität über längere Zeitabschnitte hin kann Dir schon niemand mehr nehmen. Ich wünsche Dir allen Erfolg auch im kommenden Jahr 2007 und darüber hinaus.
Grüße
Christian

Hallo, lieber Christian, vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen.
Am 10.1.2007 werde ich im Forum das Ergebnis der Cholin-PET mit. CT und MRT erläutern.

Gruß Hutschi

Harro
05.01.2007, 20:11
Aber Du hast Dich die letzten 5 Jahre bisher tapfer geschlagen. Die bisher sicher relativ gute Lebensqualität über längere Zeitabschnitte hin kann Dir schon niemand mehr nehmen. Ich wünsche Dir allen Erfolg auch im kommenden Jahr 2007 und darüber hinaus.
Grüße
Christian

Hallo, lieber Christian, vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen.
Am 10.1.2007 werde ich im Forum das Ergebnis der Cholin-PET mit. CT und MRT erläutern.

Gruß Hutschi