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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Fragen sollte man unbedingt stellen



Colombo
07.01.2019, 18:01
Hallo

Bin fast neu hier :-)

Mein Name ist Colombo, in der Mitte mit o ;-) , der Ordnung halber.

Möchte mich selbst erstmal wieder einfangen, beruhigen und einen klaren Kopf bekommen. Ist leider nicht so einfach.

Meine "Prostata Daten" sind bei myprostate.eu unter diesem Link gelistet https://myprostate.eu/?req=user&id=869&page=data
(https://myprostate.eu/?req=user&id=869&page=data)Leider fehlen immer noch wichtige Daten von der Biopsie (eine Woche vor Weihnachten)!

Habe nächste Woche ein Vorgespräch für eine P-Behandlung anstehen. Möchte euch fragen, welche Fragen sollten unbedingt dem Operateur gestellt werden. Bringen Fragenstellungen überhaupt etwas, für Ärzte ist doch eh alles Routine.
Gibt es einen Fragenkatalog, den man ausdrucken und anwenden kann.
Bin für jeden Tipp Dankbar.

Colombo

Rudi61
07.01.2019, 19:14
Hallo Colombo,

auf jeden Fall würde ich die Chancen der Nerverhaltung wissen wollen.
Der Operateur wird Dir aber leider vorher nichts Verbindliches darüber sagen können.

Interessant ist natürlich auch der weitere Ablauf nach der OP (Anschließend zur Reha? nach?)

Schreibe Dir auf alle Fälle Deine Fragen auf und bring sie zum Gespräch mit.

Für den Arzt ist das Routine für Dich aber nicht. Also frag alles was Du wissen möchtest!


Aber nach meiner Einschätzung schaut die Sache relativ gut aus. (soweit das man ohne Biopsie-Ergebnis sagen kann)
Mit den Stanzergebniss von der Biopsie kann Dir Dein Arzt auch sicher etwas mehr sagen.

Vielleicht antwortet Dir auch Ralf, Andy oder Hans-J die sicher mehr Erfahrung haben als ich.


Viel, viel Glück für Deine P-Behandlung und Deine evtl. OP

- Rudolf -


Kurz bevor die Sonne aufgeht, ist die Nacht am dunkelsten.
Selma Ottilia Lovisa Lagerlöf (1858 - 1940), schwedische Schriftstellerin und Kinderbuchautorin, Nobelpreisträgerin für Literatur 1909

SeppS58
07.01.2019, 20:03
Hallo Colombo,

also ich würde Dir sicher nicht gleich zur OP raten. Das finde ich auch verantwortungslos. Gleason Score 7b ist nicht gerade berauschend, aber es geht schlimmer. Und da gleich von OP (= Verstümmelung) zu sprechen/schreiben, ist viel zu voreilig. Bestrahlungen sind mind. gleichwertig und haben weniger Nebenwirkungen.

Frag' den Uro, was Dir die beste Lebensqualität bietet! Manche Betroffene kommen jahrelang ohne "harte" Therapie aus. Krebszellen trägt jeder in sich. Wichtig ist, dass diese nicht entarten und streuen. Aber manchmal entartet die Angst davor und die Leute machen sich dann das Leben zur Qual - auch durch Übertherapie!

Behalte einen kühlen Kopf und denk' immer dran, der Prostatakrebs ist selten ein Rennpferd, eher meist ein Schoßhund, mit dem man gut leben (und alt werden) kann.

Georg_
07.01.2019, 21:39
Bei einem Gleason 7b würde ich schon eine Operation machen. Sehr oft wird der Gleason Grad nach der Operation noch erhöht, da dann die ganze Prostata untersucht werden kann.

Ansonsten sieh Dir doch das Basiswissen/Erster Rat (http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/Erster%20Rat.pdf) an, es ist für Menschen in Deiner Situation geschrieben und geht auch darüber hinaus. Die Fragen, die sich daraus ergeben, kannst Du dann beim Arzt stellen. Nimm auch jemanden mit zum Gespräch, dann könnt ihr nachher besprechen was ihr verstanden habt.

Georg

Barnold
07.01.2019, 22:04
Hallo Colombo,
lies doch im Basiswissen das Kapitel "6.13 Tipps für das Arztgespräch" und nimm Dir Zeit für eine Entscheidung, wird ebenfalls im Basiswissen oft genug betont: "Erst informieren und dann entscheiden"
Alles Gute
Arnold

Colombo
08.01.2019, 06:04
Moin Moin

Danke für die Informationen und Anregungen.

Ich denke auch das eine bessere Entscheidung getroffen werden kann, wenn das komplette Biopsie Ergebnis vorliegt. Es fehlen ja noch 3 wichtige Stanzberichte aus dem verdächtigen Arial (Apex). Werde heute wieder rum telefonieren.

Was mich irritiert, das bis heute keiner der Ärzte mir den Tumor auf der Vorliegenden CD gezeigt hat. Ich selbst sehe nichts. Mein Uro meint was bringt ihnen das, wenn sie den Tumor sehen, hmm. In Bremen war nach der mpMRT kein Arzt anwesend, angeblich alle krank. Mein Uro kann die Bilder nicht lesen, mein Hausazt auch nicht. Eine zweite Meinung ist nicht erhältlich, da hier am Wohnort die Radiologen laut telefonischer Nachfrage nur eigene Bilden lesen. Habe dann die CD kopiert und zu einem Bekannten der nicht in DE lebt übermittelt. Sein Arzt hat nichts außergewöhnliches erkennen können, hieß es. (Der Arzt war kein Radiologe). Die Alta-Klinik wäre zu einer Zweitmeinung bereit, Kosten ca. 60€. Jedoch wird nur die original CD begutachtet, und diese möchte ich nicht aus den Händen geben.

Wünsche euch einen schönen Tag
Colombo

RalfDm
08.01.2019, 07:41
Hallo Sepp,

also ich würde Dir sicher nicht gleich zur OP raten. Das finde ich auch verantwortungslos. Gleason Score 7b ist nicht gerade berauschend, aber es geht schlimmer.
Behalte einen kühlen Kopf und denk' immer dran, der Prostatakrebs ist selten ein Rennpferd, eher meist ein Schoßhund, mit dem man gut leben (und alt werden) kann.
Natürlich geht es schlimmer. Aber ein GS 7b hat nun einmal überwiegend Gleason-Grad-4-Anteile (nur GG-5-Anteile sind schlimmer!), und ab diesem Gleason-Grad kann der Krebs metastasieren und tut es unweigerlich, manchmal auch schon sehr früh. Ein GS 7b ist kein Schoßhund mehr. Schoßhunde sind die, bei denen man Active Surveillance versuchen kann. Die Kriterien dafür sind wohl definiert und hier nicht gegeben. Ich habe die drei internationalen Kongresse besucht, bei denen sie diskutiert wurden, und Du kannst mir glauben, dass ich weiß, wovon ich schreibe.
Die Frage "Stahl oder Strahl – was ist zu bevorzugen?" ist in Abschnitt 8.3 des "Basiswissens" ausführlich diskutiert, und das ist die wichtigste Frage, die man sich stellen und beantworten sollte. "Behalte einen kühlen Kopf" ist die einzige Aussage in Deinem Beitrag, der ich mich anschließen kann.

@Colombo: Eine CT ist beim Prostatakrebs wenig brauchbar, um Tumoren sichtbar zu machen. Nicht umsonst benutzt man dafür eher eine (mp)MRT, PET/CT oder PSMA-PET/CT.

Ralf

Colombo
08.01.2019, 10:20
Hallo Sepp,

@Colombo: Eine CT ist beim Prostatakrebs wenig brauchbar, um Tumoren sichtbar zu machen. Nicht umsonst benutzt man dafür eher eine (mp)MRT, PET/CT oder PSMA-PET/CT.

Ralf

Hallo Ralf

Es ist keine CT, es ist ein mp-MRT gemacht worden, die Bilder liegen auf einer CD vor. Im Apex soll der Tumor stecken.

Gruß
Colombo

Mikael
08.01.2019, 10:21
Und da gleich von OP (= Verstümmelung) zu sprechen/schreiben, ist viel zu voreilig.

Keineswegs! Die OP per se als "Verstümmelung" zu bezeichnen, wird der Sache nicht gerecht. Mein Vater wurde vor 13 Jahren "verstümmelt" wie Du sagst und wird in Kürze 81. Bei einem PSA unter Nachweisgrenze und ganz hervorragender Lebensqualität. Und das ist sicher kein Einzelfall.

Angesichts eines 7b von einer OP abzuraten halte ich persönlich für unverantwortlich.

Beste Grüße,
Mikael

Rudi61
08.01.2019, 11:33
Hallo Colombo,
lies doch im Basiswissen das Kapitel "6.13 Tipps für das Arztgespräch" und nimm Dir Zeit für eine Entscheidung, wird ebenfalls im Basiswissen oft genug betont: "Erst informieren und dann entscheiden"
Alles Gute
Arnold


Hallo Colombo,

gute Tipps von Arnold, Ralf und Georg,

leider lehnt Sepp pauschal manche Therapien ab; lasse Dich aber durch Ihn nicht verunsichern und vor allen nicht mutlos machen. Sei Krankheitstand entspricht in keiner Weise Deinen!

Vertraue in erster Linie erstmal Deinen Arzt

und hole Dir aber trotzdem wenn möglich, am besten eine zweite Meinung eines onkologischen Spitzenzentrums in Deiner Nähe ein.

Besorge Dir so viele Information wie Du für Deine Entscheidung bauchst.


Teile uns, wenn Du möchtest das Endergebnis der Biopsie mit, wenn Du alle Stanzergebnisse von der Biopsie vorliegen hast.


- Rudolf -

Nochmals viel Glück




Informationen zu Deiner Krebserkrankung erhältst Du kostenlos auch beim:


Krebsinformationsdienst
Telefon: 0800 / 420 30 40
https://www.krebsinformationsdienst.de/kontakt.php

Infonetz Krebs
Telefon: 0800 / 80 70 88 77
https://www.infonetz-krebs.de/

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e. V.
Telefon: 0800 / 70 80 123
https://forum.prostatakrebs-bps.de/

Bei örtlichen Krebsselbsthilfegruppen finden man sehr oft auch kostenlose moralische Unterstützung
__________________________________________________ ______________________________________




Erstinformationen für den Anfang


Die blauen Ratgeber - Prostatakrebs
https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/017_0116.pdf

Die blauen Ratgeber - Deutsche Krebshilfe www.krebshilfe.de
https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek/

Netzwerk Onkologische Spitzenzentren
https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/CCC/Ansicht_RZ_CCC_Flyer_Allgemein_221116_FINAL.pdf

Arztbriefe, Krankenakte: Befunde und Abkürzungen verstehen - www.krebsinformationsdienst.de
https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/krebs-befunde-verstehen.php

Patientenleitlinie "Prostatakrebs 1 – lokal begrenztes Prostatakarzinom"
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-022OLp2_S3_Prostatakarzinom_2018-04.pdf

Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der
verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms Version 5.0 – April 2018
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Prostata_5_0/LL_Prostata_Langversion_5.0.pdf

Bei mir wurde Prostatakrebs festgestellt – was nun?
Basiswissen Prostatakrebs
Ein Nachschlagwerk zum Prostatakrebs für von dieser Erkrankung Betroffene und ihre Angehörigen sowie ein erster (aber auch zweiter und dritter) Rat nach der Krebsdiagnose
Geschrieben von Ralf-Rainer Damm einem Betroffenen
http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/Erster%20Rat.pdf - Anmerkung den ganzen Link kopieren!

Bewegung und Sport bei Krebs - Die blauen Ratgeber
https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/048_0077.pdf

Ernährung bei Krebs - Die blauen Ratgeber
https://www.krebshilfe.de/fileadmin/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/046_0107.pdf

Progether - Mit unserem Wissen gemeinsam gegen Prostatakrebs
https://www.progether.com

Hartmut S
08.01.2019, 18:31
Angesichts eines 7b von einer OP abzuraten halte ich persönlich für unverantwortlich.
Lieber Sepp,

ich hatte 2013 einen Glasson 7b.
Ich bin froh, dank der User hier im Forum, dass ich mich operieren lassen habe.

Nur wenn der Operateur die Prostata in der Hand hält, kann er diese zur Begutachtung weiter geben.
Bei einer Bestrahlung wäre es ein "Griff" ins Dunkle

Gruss
hartmut

SeppS58
08.01.2019, 18:56
Hallo Hartmut,

ich hatte 2009 auch einen 7b und wurde zur Operation gedrängt. Seitdem warne ich vor vorschnellen OPs.
Aber ich möchte nochmals betonen, dass jeder PK individuell ist und warne daher vor solche einer Argumentation. Jeder hat ein Beispiel für pro und contra.
Für mich war es aber eine Katastrophe mich - als gefühlt gesund - unters Messer zu legen und impotent und inkontinent aufzuwachen.
Und heute sind die Bestrahlungen sicher noch besser geworden. Und Kapseldurchbrüche sind immer schlimm, mit genauer Gleason Bestimmung oder ohne.

Aber der Fragesteller hier ist da noch ganz weit weg davon. Und alles, was ich wollte, ist, dass er es mit kühlem Kopf angeht und nichts übereilt.
Die Zeit dafür sollte er haben.

Hartmut S
08.01.2019, 21:13
Ja, lieber Sepp,
ich versuche ja deine Argumentation zu verstehen.
Ich glaube, ich verstehe sie auch.


Für mich war es aber eine Katastrophe mich - als gefühlt gesund - unters Messer zu legen und impotent und inkontinent aufzuwachen.
Ich war ja auch vorher "gesund". Zumindest fühlte ich mich so.
Brigitte und ich hatten es vor der OP sehr genau überlegt, was kommen könnte.
Inkontinent war ich nun nicht, aber meine 45 cm lange Wurzel war danach nur noch ein Schlappi.
Damit kann man leben.
Nicht meine Entscheidung, aber machbar . . .

Unser User (Colombo) sollte sich vom Urologen beraten lassen, und fragen, wie lange die OP dauert, und welche Narkose er bekommt.
Wichtig ist, was sie operieren wollen, bzw. wie der Operateur vorgeht.
Wichtig ist auch die Frage an dem Chirurgen, wie oft er diese OP bereits gemacht hat.

Bei mir war es so:
Mein Urologe, der die OP durchführte, sagte zu mir, er entfernt erst den Krebs, danach versucht er die Kontinenz zu erhalten, und danach, wenn alles gut ist, würde er mir auch den Sex gestatten . :)
Soll heissen: Meine Wurzel kommt an letzter Stelle.

Lieber Sepp, ich hoffe, dass ich auch 13 Jahre überlebe, so wie du.
Ich bin im 6.Jahr, in einer einigermaßen guten Lebensqualität.
Noch . . . . . .

Gruss
hartmut

SeppS58
08.01.2019, 21:23
Schmunzel
Du hattest 45 - ich erinnere mich bei mir an 54 ;-)
Aber das war mal. Und Erinnerungen können auch täuschen. Aber schön war es schon...

Stefan1
08.01.2019, 21:42
Aber schön war es schon...

. . . jou :D

abpaula
09.01.2019, 08:10
Hallo Colombo.

Ich bin "nur" die Tochter eines Betroffenen. Aber ich habe mich auch viel belesen, um ihm bei Seite stehen zu können.

Wie ich gelesen habe, hast du dich in der Martini Klinik informiert? Dort wurde mein Papa im Oktober operiert bei Dr. Maurer (er ist da wohl der "Lymphknotenspezialist",
-einfach gesagt- wie wir später erfuhren) Bei ihm fand auch das Vorgespräch statt. Mein Papa hatte einen sehr kühlen Kopf bewahrt und dem Operateur vetraut. Ihm plagten Gedanken hinsichtlich Kontinenz und der sportlichen Aussichten danach. Der Operateur erklärte ihm, dass er aufgrund seiner körperlichen Statur und seines allgemeinen Zustandes nicht von Beeinträchtigungen ausgeht und hat ihm viele Ängste nehmen können.
Man fühlte sich dort auch gut aufgehoben und die Operation verlief sehr gut! Auch wenn mehr Lymphknoten entnommen wurden als normal (es sahen einige verändert aus, was aber Gott sei dank nur eine Entzündung war). Heute geht es ihm schon so viel besser und die Kontinenz hat schon mal schnell wieder funktioniert. Er zählt die Tage bis zum Wiedereinstieg in den Radsport. Und er hat die AHB in St. Peter genutzt. Der nächste PSA ist im Februar... Ich hoffe er steigt nie wieder! Ich wünsche dir, dass du den richtigen Weg für dich findest.

Lothar M
09.01.2019, 09:54
Halle Colombo,

bei einem PSA-Wert von 8,6 und einem Gleason von 7b solltest Du Dich zeitnah operieren lassen.
Ich hatte vor der OP einen PSA-Wert von 6,3 und einen Gleason vor und nach der OP von 7a und trotzdem letztlich einen Randbefall der nach 6 Jahren bestrahlt werden musste (Prostatalogenbestrahlung).

Alles Gute

Lothar

flüstermann
09.01.2019, 12:58
Na denn:

ich hatte 7b bei PSA 39 und bin nicht operiert worden, bin nach etwas über 2 Jahren stabil bei 0,8 und ohne Verlust von Kontinenz und Potenz!

Und ich schließe mich Sepp58 an!

Lg
Harald (welche Behandlung ich hatte ist nachzulesen, wiederhole ich hier garantiert nicht mehr -nachdem die Op die bessere Lösung ist, Sarkasmus aus)

buschreiter
09.01.2019, 15:00
Na denn:

ich hatte 7b bei PSA 39 und bin nicht operiert worden, bin nach etwas über 2 Jahren stabil bei 0,8 und ohne Verlust von Kontinenz und Potenz!

Und ich schließe mich Sepp58 an!

Lg
Harald (welche Behandlung ich hatte ist nachzulesen, wiederhole ich hier garantiert nicht mehr -nachdem die Op die bessere Lösung ist, Sarkasmus aus)

Egal welche Art der Behandlung (OP, Bestrahlung egal welche), ich denke es ist Konsens, dass man bei den Ausgangswerten nicht untätig bleiben kann. Selbst eventuell ausgeweitete Kriterien für eine AS sind hier ja nicht erfüllt. Meines Erachtensgeht es ohne "harte" Behandlung hier nicht. Ich kenne genügend Mitstreiter, die einen hohen AusgangsPSA und eine weit fortgeschrittene Erkrankung nicht bemerkt haben, das scheint die Krux beim PCa zu sein.
Ich persönlich würde mich zeitnah (bestenfalls sofort) informieren, mich beraten lassen (Prostatazentrum, Urologe) und dann zügig eine Entscheidung treffen (ob Stahl oder Strahl!).
Folgende Fragen waren für mich wichtig:
Rezidivrisiko, wie kann ein Rezidiv behandelt werden, Inkontinenz, Impotenz und Möglichkeiten, diese Risiken zu minimieren bzw. zu bekämpfen (zB Medikamente gegen Impotenz, was tun bei Inkontinenz, was trotz meiner damals 41 Jahren sicherlich die schlimmere Nebenwirkung gewesen wäre).

Gruß Achim (der glücklicherweise keine Einschränkungen hat trotz OP und SRT)

Rudi61
09.01.2019, 16:39
Nachdem viele pauschal ungefragt Ihre Meinung für OP oder gegen eine OP abgegeben haben. (Das ist immer noch Sache eines ausgebildeten Facharztes !!!!! Den auch alle für eine Therapie-Entscheidung nötigen erforderlichen Arztberichte, Laborwerte, Vorerkrankungen, Bildgebungen usw. vorliegen)


Hallo Colombo,

bei Deiner Therapie-Entscheidung bist Du in der St. Martini Klinik in Hamburg in den allerbesten Händen!

Vertraue vor allen Deinen Arzt! (Hier Antworten Dir nur medizinische Laien bedenke das!!!)


Zurück zur eigentlichen Frage:

Welche Fragen sollte man unbedingt stellen?


Mache vor den Arztbesuch eine kurze Liste (keine seitenlangen Listen) Deiner wichtigen Fragen
und nehm diese Liste zum Arztbesuch mit und lassen Dir alle diese Fragen vom Arzt beantworten

Wichtige Unterlagen mitnehmen zum Arztbesuch
Versichertenkarte, beim Facharztbesuch den Überweisungsschein des Hausarztes
Arztbefunde, Laborbefunde, Krankenhausberichte, CT, MRT und PET/CT Bilder und die dazugehörigen Befundberichte (am besten alles in einen Ordner sortiert)

Beschwerden und Symptome schon vorab formulieren und mit zum Arztgespräch nehmen
Versuchen schon zu Hause vor dem Arzttermin, Deine Beschwerden möglichst klar, strukturiert, vollständig zusammenzufassen und aufzuschreiben.
wo tut es genau weh ?
seit wann ?

Welche Vorerkrankungen hattest Du, welche OP´s und wann?

Lasse Dich von einer Vertrauensperson zu wichtigen Arztterminen begleiten.


Frag alles was Dir wichtig erscheint

Mach Dir beim Arztgespräch Notizen
z.B.:
Diagnosemöglichkeiten?
Tumorbord besprechen?
Behandlungs- und Therapieoptionen? mögliche Nebenwirkungen?
Wie geht es weiter?
Nächster Termin?
Was sind die nächsten Behandlungsschritte
Risiko Inkontinenz?
Risiko Impotenz?
Heilungschancen !!!
Rezidivrisiko?

Fragen nach beim Arztgespräch, wenn Dir etwas nicht klar ist

Frage, wie es weiter geht


Sehr sinnvoll ist es sich von allen wichtigen Arztbriefen und Laborwerten eine Kopie zubesorgen. Das ist unentbehrlich für eine evtl. 2. Meinung, einen evtl. Arztwechsel oder nur um selber den Überblick über seine Erkrankung zu behalten
Am besten man legt alles sauber geordnet (nach Erstdiagnose / Bildgebungen / Laborwerte / Therapien / Tumorkonferenzen / Gutachten ) in einen eigenen Ordner ab.
Vielleicht scannt man alle wichtigen Dokumente noch zusätzlich als PDF-Datei ab und speichert alle Arztbriefe ect. in einen eigenen Ordner auf den eignen Computer ab.

Ebenso ratsam ist es sich alle CD´s aller Bildgebungen (so weit möglich) aushändigen zu lassen
Auch hier wären Sicherheitskopien aller CD´S empfehlenswert

- Rudolf -


Weiterhelfen mit einer qualifizierte Beratung kann Dir auch:


Krebsinformationsdienst
Telefon: 0800 / 420 30 40
https://www.krebsinformationsdienst.de/kontakt.php

Infonetz Krebs
Telefon: 0800 / 80 70 88 77
https://www.infonetz-krebs.de/

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e. V.
Telefon: 0800 / 70 80 123
https://forum.prostatakrebs-bps.de/

buschreiter
09.01.2019, 16:49
Lieber Rudi, das ist seit langem der mit Abstand beste Beitrag in diesem Forum! Vielen Dank dafür!

Gruß

Achim

Colombo
09.01.2019, 16:55
Hallo in die Runde

War heute beim Hausarzt und habe mir den Nachbericht geholt.
Erstaunt war ich darüber das es keine Zielstanze 14 -16 gegeben hat, obwohl mir das im Vorgespräch der MRT-fusionsgestützten ultraschallgesteuerten Prostatastanzbiopsie gesagt wurde. Wir nehmen 12 normale Stanzen und 4 Stanzen aus dem verdächtigen Areal, so wurde mir es gesagt.

Ich schreibe Beurteilung/ Epikrise mal Wort für Wort ab.

Stanzen 1-12 :
Karzinomfreie Prostatastanzen aus den oben genannten Lokalisationen
mit atrophen Drüsen. Prostatolithiasis sowie chronischer Prostitis.
Zielstanze 13:
Prostatastanze apikal anterior mit etwa des 30% des Stanzgewebes einnehmenden
Infiltraten eines azinären Adenokarzinoms der Prostata.
Gleason Score 4 + 3 = 7 (Epstein Gruppe3)

Ergänzend kam heute >
Wie angekündigt, haben wir zur Sicherung der Diagnose eines Prostatakazinoms an der Stanze 13 ergänzende immunhistochemische Untersuchungen durchgeführt.

Mikroskopie:
13.:
p63: Negativ
p504S: Positiv

Kam jemand zu der Ergänzung was erklären?!

Gruß
Colombo

rolando
09.01.2019, 18:37
.... Ergänzend kam heute >
Wie angekündigt, haben wir zur Sicherung der Diagnose eines Prostatakazinoms an der Stanze 13 ergänzende immunhistochemische Untersuchungen durchgeführt.

Mikroskopie:
13.:
p63: Negativ
p504S: Positiv

Kam jemand zu der Ergänzung was erklären?!


In der Immunhistiochemie macht man mit Hilfe von Antikörpern Proteine und andere Strukturen sichtbar.
Etwas vereinfacht ausgedrückt nutzt man die Antikörper um das Fehlen od. Vorhandensein von Proteinen od. anderen Strukturen nachzuweisen.
P504S auch (AMACR) und P63 sind zwei Marker zur Beurteilung der Malignität der untersuchten Gewebeprobe.
P63 negativ bedeutet: es liegt eine maligne Entartung der Zellen vor, denn in "gesunden" lässt sich P63 nachweisen, in entarteten Zellen fehlt es.
P504S positiv bedeutet: es liegt ebenfalls eine maligne Entartung der Zellen vor, denn P504S kommt nur in Prostatakrebszellen vor, nicht aber im "normalen" Prostatagewebe.

Somit ist über die immunhistiochemische Untersuchung der Stanze der Malignitätsnachweis (Bösartigkeitsnachweis) erbracht.

Roland

Colombo
10.01.2019, 02:48
Hallo

Danke dir Roland für die verständliche Erklärung.

Gruß Colombo

Colombo
17.01.2019, 06:45
Moin Moin

So, das Beratungsgespräch in der M-K verlief gut, ca. eine Stunde.

Geraten wurde mir zu einer offenen OP, nicht zur Bestrahlung (wegen: Alter, Prostatavolumen 70g). Eine 2. Meinung zur Bestrahlung könne ich mir, am besten Ortsnah einholen, wurde mir auch gesagt. Ich hatte das Gefühl das kein Druck aufgebaut wird.

Einen Termin habe ich noch nicht erhalten, da vorab ein kardiologisches Gutachten erstellt werden soll. Einen Termin bekomme ich per Telefon, die OP kann in 6-8 Wochen stattfinden.



Gruß
Colombo

obelix
17.01.2019, 13:37
Moin Colombo,

da bei mir ein ähnlicher Verlauf und ähnliche Grunddaten (Alter) vorliegen, bin ich gespannt wie es dir weiter ergeht. Auf jeden Fall drücke ich dir die Daumen!

Zwischenzeitlich frage ich mich ob das "aktive Beobachten" tatsächlich sinnvoll ist oder besser sofort gehandelt hätte werden sollen? Zu beantworten wird dies kaum sein, aber auch mein Urologe und Ansprechpartnerin in der Martini-Klinik sagen mir, dass ich mich auf eine Therapie einstellen muss. Meine Kontrollbiopsie erfolgt Mitte März, dann weiß ich mehr. Im Dezember war beim letzten Beobachtungstermin (PSA-Messung - konstant) erstmalig der Tastbefund positiv.

Ich werde ebenfalls weiter berichten wie es weiter geht!

Nochmals alles Gute für dich!

Colombo
17.01.2019, 18:42
Hallo Jens
Du schreibst deine Grunddaten sind ähnlich gelagert wie bei mir. Auch der "Gleason Score: 4 + 3 = 7b" ?
Dann würde es mich wundern, das du noch aktiv Beobachten kannst. Sind deine Daten bei myprostate.eu einsehbar?

obelix
17.01.2019, 19:18
Nein, bei der ersten Biobsie im März 2018 wurde Gleason 6 diagnostiziert; hatte aus der Erinnerung gedacht das wäre bei deiner ersten ebenfalls rausgekommen. Sorry, mein Fehler!

Wie geschrieben bin ich kommenden März wieder dran. Lt. Aussage der Martini-Klinik gibt es nur einen 'Beobachteten' der mehrere Jahre unter AS ist. Bei den anderen folgte relativ kurzfristig eine Therapie, die auch mir angedroht wird. Natürlich wird jetzt die Kontrollbiopsie abgewartet.

Meine Daten sind hier im Profil hinterlegt.