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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ultraschall Elastographie als Hilfe bei der PCa Diagnose



Günter Feick
10.05.2006, 10:26
Liebe Mitstreiter,

diesen Beitrag aus dem Magazin "Ärztliche Praxis" über mögliche Optimierung der Ultraschall Untersuchung der Prostata zu Eurer Kenntnis. Habe bisher noch nicht nach weitergehenden Informationen zu dieser Diagnoseform gesucht. Vielleicht haben einige von Euch Erfahrung hiermit und können uns daran teilhaben lassen.

Gruß

Günter Feick

Ultraschall-Elastographie macht Tumoren sichtbar
Echtzeit-Verfahren bewährt sich als gutes Instrument zur Diagnostik von Prostatakarzinomen.
18.11.05 - Die Ultraschall-Elastographie ist ein Verfahren, das die Elastizitätseigenschaften von Gewebe nutzt, um selbst kleine und tiefer liegende Verhärtungen – das heißt potenzielle Tumore - bildlich darzustellen. Die Idee dazu stammt bereits aus dem Jahr 1991: Prof. Dr. Jonathan Ophir (Houston/Texas) hatte diese Methode entwickelt, sie war aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht praxistauglich aufgrund der fehlenden Echtzeitfähigkeit in Kliniken. Erst als Dr. Andreas Lorenz und Dr. Andreas Pesavento, die Geschäftsführer des Bochumer Unternehmens LP-IT, im Jahre 1999 eine Technik entwickeln, die weltweit erstmals in Echtzeit bis zu 30 Bilder pro Sekunde generiert, schaffen sie damit die Basis für eine sichere Diagnose.

Prinzip: Während der üblichen transrektalen Ultraschalluntersuchung übt der Arzt mittels des Schallkopfes einen leichten Druck auf das diagnostisch relevante Gewebe aus. „Ein schneller Algorithmus berechnet minimale Verschiebungen in aufeinander folgenden Ultraschallaufnahmen, die sich aus der unterschiedlich starken Gewebekompression ergeben.

Harte Gewebebereiche verformen sich bei der Kompression nicht so stark wie weiche, so dass diese Bereiche im ‚Ultraschall-Dehnungsbild’ deutlich differenzierbar werden“, erklärt Dr. Andreas Lorenz. Weiche Gewebebereiche erscheinen im farbig erzeugten B-Bild in hellen Gelb- und Grüntönen – harte, potentiell pathologische Bereiche werden dunkelrot bis schwarz dargestellt. Auf diese Weise visualisiert das Echtzeit-Verfahren Verhärtungen, die selbst in hochauflösenden Ultraschallgeräten mit dem herkömmlichen B-Bild nicht erkennbar sind.

Neueste Ergebnisse zweier langfristig angelegter Studien am Marienhospital in Herne bekräftigen, dass das LP-IT-Echtzeit-Verfahren zum einen nicht nur die Früherkennung von Prostatakarzinomen deutlich verbessern kann, sondern zum anderen das Ergebnis falscher negativer Biopsie-Befunde. Im Rahmen der ersten Studie mit 260 Patienten, bei denen der Biopsie-Befund positiv ausfiel, wurden – während der präoperativen Untersuchung – die Karzinome mittels Echtzeit-Elastographie und B-Bild lokalisiert und ihre Größe festgestellt. Anschließend fand jeweils ein Vergleich der präoperativen mit den postoperativen histologischen Befunden statt.

Während insgesamt 76 Prozent der Karzinome mit dem Echtzeit-Verfahren genau bestimmt werden konnten, entdeckte das normale B-Bild lediglich 34 Prozent.

Ein ähnlich deutliches Ergebnis erzielte die zweite Prostata-Studie mit rund 400 Patienten, bei denen sich der Tumor-Verdacht aufgrund von digitorektaler Untersuchung (DRU) und/oder transrektalem Ultraschall (TRUS) und/oder der Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) erhärtete und die sich daher einer Biopsie unterzogen. „Durch die postoperative Biopsie-Kontrolle stellte sich hier heraus, dass 84,1 Prozent der Fälle, bei denen sich der pathologische Befund bestätigte, mittels Echtzeit-Elastographie diagnostiziert wurden – im Gegensatz dazu sind lediglich 64,2 Prozent auf konventionelle Methoden zurückzuführen“, erläutert Dr. Andreas Pesavento.

Das Echtzeit-Verfahren de Forscherteams basiert auf einer innovativen Signalverarbeitungstechnik und kann daher als Software-Lösung in handelsübliche Ultraschallgeräte implementiert werden.

(http://www.lp-it.de/)

hans76
28.07.2006, 22:24
Dieses moderne Bildgebungsverfahren wird auch in der Universitätsklinik in Innsbruck praktiziert. Weitere Standorte konnte ich nicht ermitteln.
Hans76