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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA nach RPE und Salvage Bestrahlung



Rudi88
17.03.2020, 16:08
Hallo liebe Forumsteilnehmer,

Ich bräuchte einmal eure Einschätzung bzw. Meinung, vorallem von den hier sehr erfahrenen Forumsteilnehmer.

Bei einem PSA von 6,1 ng/ml unterzog ich mich im November2018 einer RPE mit da Vinci.
Der PSA fiel aber nicht in den sog. Nullbereich sondern warbei 0,08 Anfang Januar 2019 persistent. Er stieg dann auf 0,091, 0,104, 0,135und 0,17 bis April 2019. Daraufhin erfolgte eine Salvage RT (IMRT / IGRT) mit39 Fraktionen a 1,8 gy (70,2 gy gesamt). Während der Bestrahlung fiel der PSAvon 0,17 auf 0,12, dann nach 3 Monaten auf 0,087, weitere 3 Monate später (Dez.2019) auf 0,05.

Gestern nun erhielt ich meinen neuen 3 Monatswert. Leider Anstieg, wenn auchgering, auf 0,062.
Mein Uro, welcher sicher beruhigen möchte und geschult istin solchen Dingen spricht u.U. von Schwankungsbandbreiten. Ich möchte abererwähnen, dass mit der ultrasensitiven Messmethode agiert und gemessen wird.
Kann es aus eurer Sicht eine Messtoleranz von 0,007 sein,oder ein sog. PSA Bounce nach einem Jahr, oder glaubt ihr eher wie ich daran,dass die Reise jetzt wieder in die falsche Richtung geht und Mitte Juni 2020der nächste Anstieg realistisch erscheint.
Ich weiß, das ist alles schwer vorhersehbar aber ich würdemich dennoch über eure fachkundige Meinung freuen, niemand wird darauffestgenagelt, das wäre ja auch noch schöner.
Bin halt nur (zumindest heute) etwas unruhig.
Sollte es in die falsche Richtung mit weiteren Anstiegengehen, ab wann und in welcher Reihenfolge würdet ihr weitere Maßnahmen sehen,z.B. PSMA-PET CT, und / oder Beginn einer Hormonblockade.
Ich weiß, jetzt bei den Werten noch viel zu früh, aber ichmöchte euch ja nicht andauernd mit Beiträgen konfrontieren.
Würde mich jedenfalls sehr über eure Einschätzungen freuen.
Mein Profil ist vollständig und aktuell.
Beste Grüße
Rudi

spertel
17.03.2020, 17:18
Deine Situation bzw. die weitere Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt einzuschätzen ist maximal schwierig, Rudi.....

Zunächst ist die Differenz von 0,007 ng/ml im Vergleich zur vorherigen Messung nicht signifikant und messtechnischen Schwankungen geschuldet; selbst das Trinkverhalten kann zu minimal unterschiedlichen Werten führen.

Unser postoperativer Befund ist zumindest von der Tumorformel identisch; mein PSA-Wert ist seit gut -7- Jahren stabil bei etwa 0,12 ng/ml; da ist bei dir noch reichlich Luft nach oben, bevor man sich ernsthaft sorgen müßte.

Im Verlauf dieser Messreihe seit 2013 im Abstand von ca. 10 Monaten wurden Schwankungen von 0,10 ng/ml bis max. 0,14 ng/ml gemessen, letztmalig 0,11 ng/ml vor knapp -2- Wochen. Bei 0,14 ng/ml hatte ich vor der Messung am Morgen nur eine Tasse Kaffee getrunken, beim Ergebnis vor wenigen Tagen war es eine halbe Flasche Mineralwasser kurz vor der Messung.

Alles Zufall ? Keine Ahnung......

Auch wenn´s schwerfällt; du wirst weiter zittern müssen; vergiß aber zum jetziger Zeitpunkt die Hormontherapie, denn zuvor würde man das Übel per Bildgebung ausfindig machen und, wenn möglich, lokal behandeln. Ebenso sind die hier immer wiederkehrenden Berechnungen hinsichtlich Verdopplung völlig sinnfrei.

Fakt ist, dass deine frühe Bestrahlung richtig und auch erfolgreich gewesen ist; auch dein Lymphknotenstatus von *NO(0/24)* ist eigentlich beruhigend.

Wie es allerdings im halben Jahr aussieht kann niemand voraussehen, auch ich nicht.......Ich drücke dir die Daumen, dass es ähnlich stabil verläuft wie bei mir.

Ich hoffe, es beruhigt dich etwas......

Gruss

Georg_
17.03.2020, 17:37
Ich rate, meist vergeblich, davon ab einen ultrasensitiven PSA Test zu machen. Der macht einen nur verrückt und liefert im Vergleich zu einem zweistelligen Test keine zusätzlichen, wichtigen Informationen.
Im Moment hast Du keine andere sinnvolle Option als abzuwarten. Ein steigender PSA Wert tut Dir derzeit nichts. Ab 2,0 oder 3,0 kann ein PSMA PET/CT gemacht werden und auf der Basis eine weitere Therapie geplant werden.

Rudi88
19.03.2020, 08:08
Hallo ihr Beiden,
ganz lieben Dank für eure Antworten !!!
Ich glaube, dass die Verläufe selbst bei ähnlichenpostoperativen Befunden, völlig unterschiedlich sind und daher Prognosenwahnsinnig schwer bis unmöglich sind.
Jedoch hatte ich natürlich Hoffnung, dass nun nach derSalvage IMRT vielleicht doch noch die „Null“ noch erreicht werden kann, daserscheint mir nur im Moment eben nicht mehr möglich. Selbst wenn die 0,007ng/ml Differenz zum letzten Wert den Messschwankungen geschuldet wäre, würde esm.E. bedeuten, dass der Wert um 0,055 ng/ml seinen Nadir erreicht hat. Wenn erdort 5-10 Jahre bleiben würde, nehme ich das gerne, aber meine Unruhe beziehtsich darauf, dass ab jetzt die Reise, sprich der PSA Wert, wieder in diefalsche Richtung gehen könnte, nämlich weiter ansteigen wird.
Mitte Juni bin ich schlauer.
VG Rudi