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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA 186,4 ng/ml



simoney
22.01.2007, 23:50
Hallo ,
ich bin eine betroffene Tochter und suche Rat und Hilfe weil ich auf dem Gebiet PK neu bin,und im Moment total überfordert. Also, bei meinem Vater ( 59 Jahre) wurde vor 2 Wochen die Diagnose PK gestellt. Sein PSA 186,4 ng/ml. Die anderen Werte kann ich nicht genau sagen.( Morgen bekommen wir eine Kopie vom ausführlichen Bericht) Der Urologe bei dem wir vergangenen Freitag waren meinte,daß mein Vater den aggressivsten Zelltyp hat. Außerdem befinden sich im gesamten Skelett von Schädel bis Kniegelenke Knochenmetastasen.Er sagte es gäbe für ihn keine Heilung mehr, nur noch ein ´´herauszögern´´! Als Therapie wurde jetzt eine Hormonblockade begonnen.( Er nimmt Tabletten, einmal im Monat bekommt er eine Spritze und ne kleine Infusion.) Und eine Schmerztherapie wurde begonnen. Die Chemo lehnte der Urologe zum jetzigen Zeitpunkt ab. Er will es so probieren, indem er dem Tumor das Testosteron nimmt, kommt er zum Stillstand. ( Ist das tatsächlich so ? ) Eine OP oder Bestahlungen kommen nicht in Frage. Das kann man bei meinem Vater nicht machen. Warum? Auch die Misteltherapie wurde und nahe gelegt. Zusätzlich bekommt mein Vater jetzt noch 3 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel Selen, Lykopin und Bor. Ich kann im Moment nicht wirklich einen klaren Gedanken fassen. Immer nur, das er bald stirbt und das will und kann ich im Moment nicht akzeptieren. Ist vielleicht jemand da drausen, der die gleiche Ausgangssituation hat und gute Erfolge mit irgendeiner Therapie hat ? Oder wie ist die Prognose durch Erfahrungswerte bei einem PSA 186,4. Ist das wirklich der Anfang vom Endstadium?

keha
23.01.2007, 00:43
hallo..ich bin auch eine betroffen tochter allerdings mit anderem ausgangswert...kann dir nciht wirklich viel helfen..aber a braucht ihr nen top arzt- die andern hier können dir sagen ob dietherapiewahl richtig ist bzw richte deine frage an doc FS!! eine OP geht aufgrund der vielen matstasen nicht ebenso die bestrahlung der befund ist zu gestreut..lg keha

jürgvw
23.01.2007, 01:21
Aus den bisherigen Angaben, die Du liefern konntest, muss tatsächklich geschlossen werden, dass alle lokalen Therapien (Operation, Bestrahlung etc.) angesichts der starken Metastasierung nicht in Frage kommen. Nach den Angaben des Urologen muss leider auch mit einer aggressiven Form des PK gerechnet werden.

Bei dieser Sachlage scheint es mir nicht unvernünftig, zuerst einmal eine Hormontherapie einzusetzen; spricht Dein Vater gut darauf an, dann kann doch mit einer Verzögerung der Entwicklung gerechnet werden. Ich gehe davon aus, dass Dein Vater auch Zometa gegen die Knochenmetastasen bekommt.

Es ist gut, dass auch von Chemo schon gesprochen wurde; wahrscheinlich wird sie rasch zum Zug kommen müssen, doch wissen wir noch zu wenig über das Ergebnis der verschiedenen Untersuchungen.

Die Lage sieht wenig erfreulich aus, leider. Und doch darf man nicht einfach aufgeben. Bei guten Reaktionen auf die verschiedenen möglichen Therapeutika lässt sich Einiges bewirken. Ein erstklassiger Arzt ist wichtig; nach dem Wenigen, das ich weiss, scheint Dein Vater in guten Händen zu sein, und auch der Onkologe sollte rasch zugezogen werden.

Und nun: Bitte die Zuversicht nicht verlieren; morgen werden wir mehr wissen.

Herzlich Alles Gute wünscht Deinem Vater

Jürg

PS: Gute, aufbauende Ernährung ist wichtig!

Reinardo
23.01.2007, 06:44
hallo Simoney. Lass Dich vom Endzeitgerede nicht irremachen. "Glaube nie einer schlechten Prognose" hat ein guter Arzt mal gesagt. In dieser Situation, die tatsächlich ernst ist, ist zum Erhalt der Knochen ein Bisphosphonat wichtig. Ich nehme an, dass dies mit "'ne kleine Infusion" gemeint ist. Gut ist auch alles, was der Stärkung der Widerstandskräfte dient: Misteltherapie, Selen usw., gesunde Ernährung und Bewegung.
Allerdings ist es ein (fataler) Irrtum, bei agressivem, fortgeschrittenem Krebs ausschliesslich eine Hormontherapie zu verordnen. Diese verlangsamt das Krebswachstum insgesamt zwar, was sich in einem Rückgang der PSA-Werte anzeigt, macht den Krebs aber noch agressiver, macht ihn schliesslich hormonresistent und bewirkt auf längere Sicht sogar eine Verschlechterung der Prognose.
Ich meine, den besten Arzt habt Ihr nicht. Vielleicht kann nach Kenntnis Eures Wohnortes Euch hier jemand einen Arzt (Onkologen) empfehlen, der etwas gescheiter an die Situation herangeht.
Gruss und alles Gute, Reinardo

BurgerH
23.01.2007, 09:11
[quote=Reinardo;7366]hallo Simoney. Ich meine, den besten Arzt habt Ihr nicht. quote]

Hallo Reinardo,

manchmal sind Deine Ratschläge doch m.E. etwas "naßforsch" und "unverantwortlich".

Wir wissen doch nur aus dem Beitrag von Simonea, dass Ihr Vater an einem fortgeschrittenen Prostakarzinom, das schon metastasiert hat, erkrankt ist.

Was soll denn der Arzt anders machen, als es zuerst einmal mit einer Hormonblockade versuchen? Wenn der Vater von Simoney Glück hat, hält der damit den PK eine Zeitlang auf. Auch die vermutliche Gabe von Bisphosphonaten (Zometa?) ist in diesem Stadium wahrscheinlich richtig, um zu versuchen, den Fortschritt der Knochenmetastasen aufzuhalten.

Die Entscheidung für eine Chemo ist eine sehr individuelle Angelegenheit und persönliche Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt, die wir auf die Entfernung hin, gar nicht beurteilen können.

Prof. Hohenfellner, Heidelberg sagte einmal vor unserrer Gruppe, als ihn ein Mitglied mit einer komplizierten, persönlichen Krankheitsgeschichte konfrontierte: "Schon als junger Arzt habe er gelernt, keine Diagnose durch die Hose!"

Deshalb meine ich, dass wir uns im Forum mit Behandlungsvorschlägen oder Ärztebeurteilungen zurückhalten sollten, da wir nie die gesamten Umstände und alle Faktoren der Krankheit des Anfragers kennen.

In diesem Sinne

Hansjörg Burger
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar e.V.

Urologe
23.01.2007, 09:22
Hallo ,
ich bin eine betroffene Tochter und suche Rat und Hilfe weil ich auf dem Gebiet PK neu bin,und im Moment total überfordert. Also, bei meinem Vater ( 59 Jahre) wurde vor 2 Wochen die Diagnose PK gestellt. Sein PSA 186,4 ng/ml. Die anderen Werte kann ich nicht genau sagen.( Morgen bekommen wir eine Kopie vom ausführlichen Bericht) Der Urologe bei dem wir vergangenen Freitag waren meinte,daß mein Vater den aggressivsten Zelltyp hat. Außerdem befinden sich im gesamten Skelett von Schädel bis Kniegelenke Knochenmetastasen.Er sagte es gäbe für ihn keine Heilung mehr, nur noch ein ´´herauszögern´´! Als Therapie wurde jetzt eine Hormonblockade begonnen.( Er nimmt Tabletten, einmal im Monat bekommt er eine Spritze und ne kleine Infusion.) Und eine Schmerztherapie wurde begonnen. Die Chemo lehnte der Urologe zum jetzigen Zeitpunkt ab. Er will es so probieren, indem er dem Tumor das Testosteron nimmt, kommt er zum Stillstand. ( Ist das tatsächlich so ? ) Eine OP oder Bestahlungen kommen nicht in Frage. Das kann man bei meinem Vater nicht machen. Warum? Auch die Misteltherapie wurde und nahe gelegt. Zusätzlich bekommt mein Vater jetzt noch 3 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel Selen, Lykopin und Bor. Ich kann im Moment nicht wirklich einen klaren Gedanken fassen. Immer nur, das er bald stirbt und das will und kann ich im Moment nicht akzeptieren. Ist vielleicht jemand da drausen, der die gleiche Ausgangssituation hat und gute Erfolge mit irgendeiner Therapie hat ? Oder wie ist die Prognose durch Erfahrungswerte bei einem PSA 186,4. Ist das wirklich der Anfang vom Endstadium?

Hallo,

ich persönlich bin der Meinung, das man in dieser Situation nicht langsam anfangen sollte (erstmal einfache Hormonblockade, dann evtl. die 2te obendrauf und dann...)

Sollte es sich ausserdem um einen Gleason 5+5 handeln, wie sich vermuten lässt ("daß mein Vater den aggressivsten Zelltyp hat") - ist ein nicht unwesentlicher Anteil Krebszellen von Natur aus schon hormontaub. Diese Zellen schütten aber auch kein PSA aus, so das ein Misserfolg der Behandlung nicht am PSA-Wert abgelesen werden kann.

Ich glaube, dass man(n) so seiner Erkrankung immer hinterher läuft ohne wirklich effektiv zu behandeln.

Mein Konzept in so einer Situation wäre, von Anfang an den "Feind" massiv anzugreifen - sprich:

- maximale Androgenblockade (z.B. DHB)
- ggf. zusätzlich Blockade der Nebenniere
- frühzeitig niedrigdosiert Chemo
- Zometa vierwöchentlich + CaD3 + Rocaltrol
- ggf. 10 Tage Honvaninfusion
- ...



Gruss
fs

HansiB
23.01.2007, 12:33
Hallo miteinander,

den Feind angreifen ist sicher richtig, nur welcher Arzt hilft einem dabei.

Ich kann im Forum keinen PKler finden dem das gelungen ist. Die jetzt eine Chemo machen sind in der Regel schon teilweise lokal therapiert, manchmal mehrfach, vermutlich ist bei denen eine einfache Chemo auch nicht ausreichend.

Als auch Metastatiker mit etwas höherem aPSA allerdings "nur" GS (4+4)8 und vermutlich vergleichbaren Metastasen ist es mir gelungen, unter der 3HB zwei jahre problemlos zu überstehen. Bei mir ruhen die Metastasen, der PSA ist unten. Manchmal wird auch übertrieben.

Für micht stellt sich die Frage (auch an Dr. fs) sitzen die Metastasen in den Knochen oder im Knochenmark? Ich habe mich noch nicht damit beschäftigt. Das ist für mich die Gretchenfrage bei der Chemo, für uns sehr stark Metastasierten.

Ich komme notgerdrungen mit meiner HB bisher gut zurecht, habe auch keinen (und will auch momentan keinen) Arzt der für mich eine Chemo machen würde.
Mein Onkologe hat mit der Chemo keine Probleme bei anderen Krebserkrankungen. Ich sitze oft, wenn ich Zometa bekomme, in der Nähe von Frauen in die die Chemo läuft mit schönen Perücken oder auch oben ohne. In meinem Profil kann man nachschauen wie es auch gehen kann.

alles Gute Hans

simoney
23.01.2007, 13:23
hallo Simoney. Lass Dich vom Endzeitgerede nicht irremachen. "Glaube nie einer schlechten Prognose" hat ein guter Arzt mal gesagt. In dieser Situation, die tatsächlich ernst ist, ist zum Erhalt der Knochen ein Bisphosphonat wichtig. Ich nehme an, dass dies mit "'ne kleine Infusion" gemeint ist. Gut ist auch alles, was der Stärkung der Widerstandskräfte dient: Misteltherapie, Selen usw., gesunde Ernährung und Bewegung.
Allerdings ist es ein (fataler) Irrtum, bei agressivem, fortgeschrittenem Krebs ausschliesslich eine Hormontherapie zu verordnen. Diese verlangsamt das Krebswachstum insgesamt zwar, was sich in einem Rückgang der PSA-Werte anzeigt, macht den Krebs aber noch agressiver, macht ihn schliesslich hormonresistent und bewirkt auf längere Sicht sogar eine Verschlechterung der Prognose.
Ich meine, den besten Arzt habt Ihr nicht.
Vielleicht kann nach Kenntnis Eures Wohnortes Euch hier jemand einen Arzt (Onkologen) empfehlen, der etwas gescheiter an die Situation herangeht.
Gruss und alles Gute, Reinardo

Also wir kommen aus dem Raum Baden. Genauer Pforzheim.
Ich bin schon sehr gespannt auf heute Abend, was uns der Doc noch so alles erzählt und vor allem auf die genauen Werte. Auf jeden Fall bin ich für eure Beiträge sehr dankbar. Es gibt mir Kraft. Lg simoney

simoney
23.01.2007, 22:33
Hallo alle zusammen,

nach unserem Termin beim Arzt wissen wir das es sich bei meinem Vater um ein metastasierendes Adenokarzinom
der Prostata handelt. Metastasierung ossär. Gleason 10, PSA 186,4. 'Therapie: Androgendeprivation mittels Casodex sowie Trenantone. Weitere Therapie mit Zometa.
Jetzt meine Frage. Was ist genau ein Adenokarcinom? Was macht die Androgendeprivation genau? Außerdem steht im Bericht " die Filialisierung hatte sich in die Extremitäten sowie den Schädel verlagert. " Was ist eine Filialisierung. Ist es das gleiche wie eine Metastasierung?
Heute gab es jetzt die erste Spritze und Zometa-Infusion. In 4 Wochen wieder Zometa und dann die erste Blutabnahme um nach dem PSA zu schauen.
Im Moment fühlt sich mein Vater ganz wohl. Er sagt immer, wenn er die starken Schmerzen in den Knien nicht hätte, wäre es für ihn vom Gefühl so als sei er nicht krank.
Ich habe ihm auch heute erzählt, daß ich mich hier im Forum mit anderen Betroffenen und Angehörigen austausche. Er findet es ganz toll, das wir diese Möglichkeit haben. Es bestärkt ihn jetzt am Anfang nicht den Kopf in den Sand zu stecken und zu resignieren, sondern er sieht das es sich lohnt auch bei einer nicht günstigen Prognose den Kampf gegen den Feind anzutreten.
Habt ihr noch einen Tip für uns, was noch wichtig ist oder auf was wir besonders achten sollen ?

In diesem Sinne liebe Grüße Simone

Reinardo
23.01.2007, 22:57
Hallo Hansjörg.
Dass der Vater von Simoney jetzt eine Chemotherapie machen sollte, habe ich nicht vorgeschlagen, obgleich es naheliegen würde. Sebstverständlich kann hierüber nur der Vater gemeinsam mit dem Urologen/Onkologen entscheiden, u.U. nach Erhebung weiterer diagnostischer Daten.
Seitdem ich die Schriften der Zytopahologen (Tribukait, Böcking, Al-Abadi)gelesen habe, habe ich ein völlig anderes Verständnis vom Krebsgeschehen als vorher. Die Vorstellung, die Hormontherapie "hält den Prostatakrebs für eine Zeitlang auf", wie Du schreibst, sehe ich so nicht. Die Hormontherapie wirkt vornehmlich in der Prostata, und auch da nur auf den hormonsensiblen, ungefährlicheren Krebsanteil. Sie wirkt palliativ, senkt den PSA-Wert, beseitigt aber nicht das eigentliche Problem: die agressive, d.h. schnell wachsende und metastasierende Komponente des Krebses. Die Betroffenen sterben an den Metastasen, wenn d e r e n Progress nicht gestoppt wird. So schreibt sogar Leibowitz, der Vater der Dreifachen Hormonblockade: "Die Krebszellen, die noch in der Prostata eingeschlossen sind, bestehen hauptsächlich aus weniger agressiven Zellen, die versuchen, sich noch "normal" zu verhalten. . .Jedoch einige wenige mutieren und/oder nehmen eine biologische Agressivität an . . und finden ihren Weg in die Knochen. . . Diese Zellen sind offensichtlich die agressivsten Krebszellen. . Das ist der Grund, weshalb bei Männern mit begrenztem Prostatakrebs die Hormonblockade nahezu immer wirkt. Wenn sie versagt, geschieht dies in den allermeisten Fällen in entfernteren Bereichen. . Männer, die an Prostatakrebs sterben, sterben niemals durch Krebszellen in der Prostata, sondern an Krebszellen, die die Prostata verlassen haben, an Metastasen." Im weiteren Verlauf seines Aufsatzes spricht er über eine frühzeitige Chemotherapie und verweist auf seine Schrift "The Future is now".
Die Zytopathologen gehen sogar noch weiter und behaupten bzgl. der agressiven Komponente des Krebses einen durch die Hormontherapie bedingten Wachstumsschub.

Die Therapie bei agressivem Krebs bekommt sicherlich eine andere Qualität, wenn man in frühem Stadium den Hormonentzug mit einer Bestrahlung und in fortgeschrittenem Stadium mit einer Chemotherapie kombiniert.
In fortgeschrittenem Stadium die Hormonbehandlung als Alleintherapie bis zum Eintritt der Hormonresistenz fortzusetzen, was oft geschieht, erscheint mir angesichts dieser Erkenntnisse allerdings verantwortungslos. Und dagegen sollte man schon mal "nassforsch", wie Du es nennst, anschreiben.
Gruss, Reinardo

Carola-Elke
23.01.2007, 23:05
Hallo alle zusammen,

nach unserem Termin beim Arzt wissen wir das es sich bei meinem Vater um ein metastasierendes Adenokarzinom
der Prostata handelt. Metastasierung ossär. Gleason 10, PSA 186,4. 'Therapie: Androgendeprivation mittels Casodex sowie Trenantone. Weitere Therapie mit Zometa.

Hallo Simone,

das ist ein ziemlich gravierender Befund und ich meine, die Therapie ist unzureichend.


Jetzt meine Frage. Was ist genau ein Adenokarcinom?

Das nennt man einen bösartigen Tumor, der aus einem drüsenartigen Gewebe hervorgegangen ist.


Was macht die Androgendeprivation genau?

Die Therapie sollte die Androgenproduktion (möglichst vollständig) ausschalten - siehe unten.


Außerdem steht im Bericht " die Filialisierung hatte sich in die Extremitäten sowie den Schädel verlagert. " Was ist eine Filialisierung. Ist es das gleiche wie eine Metastasierung?

Ja.


Heute gab es jetzt die erste Spritze und Zometa-Infusion. In 4 Wochen wieder Zometa und dann die erste Blutabnahme um nach dem PSA zu schauen.
Im Moment fühlt sich mein Vater ganz wohl. Er sagt immer, wenn er die starken Schmerzen in den Knien nicht hätte, wäre es für ihn vom Gefühl so als sei er nicht krank.
Ich habe ihm auch heute erzählt, daß ich mich hier im Forum mit anderen Betroffenen und Angehörigen austausche. Er findet es ganz toll, das wir diese Möglichkeit haben. Es bestärkt ihn jetzt am Anfang nicht den Kopf in den Sand zu stecken und zu resignieren, sondern er sieht das es sich lohnt auch bei einer nicht günstigen Prognose den Kampf gegen den Feind anzutreten.

Das ist sehr positiv und ich hoffe, es bleibt noch lange so. Dass Du ihm dabei hilfreich zur Seite stehst, ist jetzt besonders wichtig für Deinen Vater.


Habt ihr noch einen Tip für uns, was noch wichtig ist oder auf was wir besonders achten sollen ?

Ja, den von Urologe fs, den solltst Du noch einmal in Ruhe durchlesen, denn der springende Punkt scheint zu sein, dass eine alleinige Androgenblockade mittels der jetzt verabreichten beiden Medikamente (Casodex und Trenantone) nicht ausreichen wird, um eine Remission oder wesentliche Verbesserung des Befundes herzustellen.

Zitat von Urologe fs:

Hallo,

ich persönlich bin der Meinung, das man in dieser Situation nicht langsam anfangen sollte (erstmal einfache Hormonblockade, dann evtl. die 2te obendrauf und dann...)

Sollte es sich ausserdem um einen Gleason 5+5 handeln, wie sich vermuten lässt ("daß mein Vater den aggressivsten Zelltyp hat") - ist ein nicht unwesentlicher Anteil Krebszellen von Natur aus schon hormontaub. Diese Zellen schütten aber auch kein PSA aus, so das ein Misserfolg der Behandlung nicht am PSA-Wert abgelesen werden kann.

Ich glaube, dass man(n) so seiner Erkrankung immer hinterher läuft ohne wirklich effektiv zu behandeln.

Mein Konzept in so einer Situation wäre, von Anfang an den "Feind" massiv anzugreifen - sprich:

- maximale Androgenblockade (z.B. DHB)
- ggf. zusätzlich Blockade der Nebenniere
- frühzeitig niedrigdosiert Chemo
- Zometa vierwöchentlich + CaD3 + Rocaltrol
- ggf. 10 Tage Honvaninfusion
- ...



Gruss
fs


Diesen Rat würde ich sehr ernst nehmen und ihn mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Alles Gute für Deinen Vater und viele Grüsse,

Carola-Elke

jürgvw
23.01.2007, 23:07
Liebe Simone

Ein Adenokarzinom ist ein bösartiger Tumor, der aus Drüsengewebe (in unserem Fall also Prostatagewebe). entstanden ist. Unter Androgendeprivation versteht man die Blockade der Wirkungsmöglichkeiten von Androgenen, also männlichen Sexual-Hormonen, im Körper, weil diese den Krebs fördern. Filialisierung ist gleichbedeutend wie Metastasierung.

Liebe Simone, nimm es mir nicht übel, aber meine „Definitionen“ sind sehr kurz ausgefallen; es liesse sich viel mehr (und genauer) darüber schreiben, doch geht es mir darum, Dir heute noch eine Antwort zu geben.

Ich bleibe bei meiner Meinung, eine Doppelte oder dreifache Hormonblockade sei als erste Sofortmassname richtig. Mit Gleason 10 und starker Metastasierung, wie wir nun wissen, würde ich aber Deinem Vater dringend empfehlen, den Vorschlägen „unseres“ Urologen fs zu folgen und sofort auch einen Onkologen beizuziehen. Dieser Vorschlag richtet sich nicht etwa gegen den bisherigen Uro Deines Vaters, doch erfordert die Lage den Beizug von Ärzten mit hervorragenden Kenntnissen über die Behandlung von PK.

Nimm so rasch wie möglich Kantakt auf mit dem Sekretariat des BPS, wo man Dir je nach dem Wohnort Deines Vaters geeignete Ärzte nennen kann.
Deinem Vater wünscht alles Gute

Jürg

simoney
25.01.2007, 23:49
Hallo zusammen,

die Ratschläge und Tips, die ihr mir stellvertretend für meinen Papa gegeben habt, nehmen wir sehr ernst. Auch ich glaube mittlerweile das die DHB nicht ausreicht. Ich finde auch der AZ meines Vaters läßt nach. Er hat wirklich sehr starke Schmerzen in den Knien; kommt in der Nacht nicht zur Ruhe und läuft sehr schlecht.Auch sein Appetit läßt zu wünschen übrig.(Er nimmt ständig weiter ab; er sagt die Lebensmittel schmecken anderst)

Als ich vorhin im Forum gelesen habe bin ich auf einen Beitrag von Jürgvw gestoßen, indem du schreibst,das du einen PSA über 200 und Lymphmetastasen hattest.Frage: Was für eine Therapie hast du gemacht, bist du operiert worden oder bestrahlt? Wie war bzw ist dein AZ? Wann wurde die Dg gestgellt? Wie geht es dir jetzt , arbeitest du? Wie alt warst du als bei dir die Diagnose PK gefallen ist ?

Ich bedanke mich schon mal im voraus für deine Antworten.
Liebe Grüße Simone

HansiB
26.01.2007, 09:07
Hallo Simone,

wenn du einen HBler mit umfangreichen Metastasen und einem hohen aPSA und sehr gutem Erfolg damit sehen willst, schau in mein Profil.

Alles Gute für deinen Vater, wie alt ist er, die Schmerzen sind das schon früher vorhandene Schmerzen?

simoney
26.01.2007, 17:34
Hallo HansiB,

nein, soweit wir zurückdenken können haben sich die Schmerzen sagen wir mal ab September gemeldet. Sie wurden dann aber ständig stärker. Der Internist von meinem Vater hatte ihn dann zum Orthopäden überwiesen. Der Diagnostizierte im Dezember 06 starke Arthrose in beiden Kniegelenken und schlaffe Bänder. Daher die Schmerzen !!!!! Nun ja vier 'Wochen später hat sich dann das Rätsel gelöst. Nix Arthrose sondern Knochenmetastasen !!! Auch wie ich finde der Internist von meinem Vater hat mehr als geschlafen.( Er muß regelmäßig dahin, weil er Marcumar Patient ist und Diabetiker) Er hätte schon damals( Oktober 06) als sich mein Vater " gemeldet " hat und meinte er fühle sich nicht wohl, kein Apetitt, Gewichtsverlust, müde ..... Schmerzen in den Knien an die Möglichkeit das etwas mit der Prostata nicht stimmt denken sollen. Er sagte ihm aber nach einer Blutabnahme und Ultraschall der Bauchorgane das er gesund ist. !!! ( Das ist wirklich passiert, kein Scherz ) . Was soll man dazu noch sagen .

Vielen Dank trozdem für deinen Hinweis. Wir wünschen dir auch weiterhin alles Gute. Grüße Simone

Urologe
26.01.2007, 18:11
... gegen die Schmerzen sollte an eine Samarium-Therapie gedacht werden

Gruss
fs

WinfriedW
26.01.2007, 19:02
... Dezember 06 starke Arthrose in beiden Kniegelenken und schlaffe Bänder. Daher die Schmerzen !!!!! Nun ja vier 'Wochen später hat sich dann das Rätsel gelöst. Nix Arthrose sondern Knochenmetastasen !!! ...Nichts ist unmöglich, aber Knochenmetastasen in den Kniegelenken sind nicht gerade naheliegend, die würde man zunächst in anderen Bereichen erwarten. Prostatakrebs und Arthrose schließen sich gegenseitig nicht aus!


... , kein Apetitt, Gewichtsverlust, müde ....Das sind nicht die typischen Anzeichen von Protatakrebs. Mich hat mein Urologe bei PSA=239,3ng/ml erwischt. Der Befund ist mir zwar kurzfristig auf den Magen geschlagen aber Gewichtsverlust und Müdigkeit hatte ich werder vor noch nach der Diagnose, im Gegenteil, ich muss unter Therapie aufpassen, dass ich nicht stetig an Gewicht zulege.


... Er sagte ihm aber nach einer Blutabnahme und Ultraschall der Bauchorgane, dass er gesund ist. !!! ...Die PSA-Bestimmung ist keine Kassenleitung. Ein erhöhter Wert fällt bei den routinemäßigen Blutuntersuchungen nicht auf. Trotzdem wärs vernünftig, wenn der Hausarzt irgend wann mal auf die Möglichkeit hinweist, nicht erst wenn der Patient 59 Jahre alt ist.

WW