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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rezidiv an der Schilddrüse



renegat
08.02.2007, 14:58
Hallo Mitstreiter,

wie kann oder muß ich folgende Situation bewerten:

15 Monate nach Beendigung der DHB steigt der PSA innerhalb von 2 Monaten von < 0,01 ng/ml auf 0,48 ng/ml. Gleichzeitig bildete sich am Hals unterhalb des Kiefers ein Knoten (16*8mm). Lt. Ultraschall scheidet eine Zyste mit 99 %iger Wahrscheinlickeit aus. Alle Untersuchungen laufen nun in Richtung "Rezidiv an der Schilddrüse".

Sind ähnliche Fälle bekannt und wie wurde darauf reagiert?

Gruss renegat

Helmut.2
08.02.2007, 16:27
Hallo renegat,

Du schreibst, unterhalb des Kiefers einen Knoten, da sind Lympfknoten vorhanden und braucht mit der Schilddrüsen nichts zu tun haben die ja den Kehlkopf umschlingt aber sicherheitshalber lasse mal von deinem Hausarzt die Blutwerte:

Trijodthyronin (T3) Schilddrüsenunterfunktion -> Chronisch entzündliche Erkrankung.

Thyroxin (T4) Schilddrüsenüberfunktion (auch Basedow Krankheit) -> Heißer Knoten (schilddrüsengewebe, das unkontrolliert Jod speichert) -> Jodhaltige Medikamente oder Kontrastmittel.

So heist es in meinem Buch "Laborwerte - klar und verstäntlich"

Eventuell wäre sogar ein Szintigramm der Schilddrüse notwentig um sicher zu gehen ob das Eine mit dem Anderen zu tun hat.

Hatest Du in letzter Zeit eine Untersuchung mit Kontrastmittel das Du nicht vertragen hast und jetzt reagiert? oder ähnliches?

Ich kenne das von meiner Frau, Sie wurde vor Jahren an der Schilddrüse operiert und muß von Z. z. Z. das o.g. durchführen lassen.

Ich wünsche Dir viel Glück und hoffe, daß es vorübergehend nur eine Entzündung ist
Helmut

Reinardo
08.02.2007, 17:38
Hallo renegat.
Mit PSA = 6,45 ja, aber mit Gleason 4+5 warst Du kein guter Kandidat für die DHB. Dies war ja auch nur die adjuvante Behandlung, denn den Tumor vernichten sollte die TUMT = Transurethrale Mikrowellenthermotherapie, welche durch lokale Erwärmung des Gewebes den Tumor zerstören soll. Dies ist offenbar nicht ganz gelungen, was nichts gegen die Effizienz der Therapie aussagt, denn mit Bestrahlung und Operation gelingt dies ja auch nicht immer.
Nun frage ich mich aber, weshalb man von diesem Knoten am Hals keine Gewebeprobe entnehmen und diese pathologisch untersuchen kann. Auch müsste ein Arzt doch in der Lage sein zu bestimmen, wo die Schwellung sitzt: Lympfknoten oder Schilddrüse. Dann wärst Du doch weiter.
Von einem Rezidiv an der Schilddrüse habe ich in mehreren Jahren Mitlesen im Forum nie gehört. Ich hatte im Scintigramm auch eine "Metastase" an ungewöhnlicher Stelle, am Oberarm. Bei der zweiten Biopsie (bei der ersten hatte man mir ohne verwertbares Ergebnis den Arm gebrochen) stellte sich dann heraus, dass die Stelle durch eine Knochenverletzung bei einem Sturz entstanden war. Deshalb vermute ich, dass die Schwellung bei Dir eine andere Ursache hat.
Was Deinen PSA-Anstieg anbelangt, so ist das die Standardsituation Rezidiv nach lokaler Therapie. Da gibt es dann ja die bekannten therapeutischen Möglichkeiten.
Gruss und alles Gute, Reinardo

PeterP
09.02.2007, 21:26
Hallo renegat,
auch ich muß Reinardo zustimmen, von einer solchen "Metastase" habe ich bisher auch noch nie etwas gelesen und mir kommt das auch recht unwahrscheinlich vor. Allerding war Dein Ausgangs-PSA in der Relation zum Gleason auch sehr niedrig, was eine gewisse Vorsicht durchaus rechtfertigt. Es ist bekannt, daß nicht-PSA-erzeugende PCA´s auch in Weichteilen wie z.B. Leber Metastasen ansiedeln können.
Eine genaue Untersuchung dürfte ja kein Hexenwerk sein. Außerdem würde ich an Deiner Stelle die erste Biopsie nochmal genau nachuntersuchen lassen. Gewebe-CGA, P27, Her2-neu, BCL2, DNA-Zytologie etc. liefern gute Prognosen über die Erfolgsaussichten der DHB und evtl. weiteren erforderlichen Maßnahmen.
Alles Gute
PeterP

JürgenS
10.02.2007, 13:09
Hallo renegat,

In "AUPK. EIN KONTINUUM DER ERKRANKUNG UND OPTIONEN" schreibt Dr. Oliver Sartor: " Der einzige (tastbare) Lymphknoten (bei ca. 3% der Patienten mit fortgeschrittenem PK), der bei Untersuchungen gefunden wurde, befindet sich direkt über dem linken Schlüsselbein am Halsansatz."

Das scheint so eine Art Wächter-Lymphknoten für den Kopfbereich zu sein, was allerdings niemand zu wissen scheint. Oder gibt es jemanden, bei dem der Urologe dort nachgesehen hat ?

Grüsse

Jürgen

wowinke
11.02.2007, 13:40
Hallo Jürgen,
im Rahmen meines 2xjährliche Check up sieht mein Hausartzt auch dort nach, wie auch alle anderen tastbaren Lymphkoten. Dies ist in diesem
check up programm einefester Bestandteil.

Gruß
Wolfgang

renegat
19.02.2007, 16:24
Hallo, betroffene Mitstreiter,
danke Helmut.2, ich habe auf Grund Deiner Empfehlung meine Blutwerte bestimmen lassen, ist eigentlich alles in Ordnung bis auf Leukozyten, hier habe ich einen Wert (12.0+/nl), ist etwas über den Referenzbereich. Die Ursache kenne ich aber noch dafür nicht!
Reinardo,
Du schreibst, daß ich kein guter Kandidat für die DHB gewesen sei. Ich habe mich nach Kenntnisnahme meiner Diagnose ausführlich über das Internet über Chancen und Prognosen informiert. Dabei bin ich auch auf die Betroffenen Petersen und Ligensa gestoßen, mit den ich lange und ausführliche telefonische Gespräche führte. Beide rieten mir von einer Prostatektomie ab und empfahlen Therapien in Richtung Leibowitz und dies gerade in Bezug auf den bekannten GS.
Mein Bauchgefühl lehnte eine Opreration sofort ab, wie hättest Du dann bei diesem Umfang der Erkrankung entschieden?
PeterP,
mein Urologe hat bezgl. Metastasen Entwarnung erteilt, den Rest muß nun Internist oder HNO erledigen. Bin selbst gespannt, ob der Hund sich in den Schwanz beißt.
Hallo JürgenS,
Dein Hinweis war zwar sehr interessant und aufschlußreich, doch kann ich diese im Moment nicht verwerten, da die Resultate des Internisten noch ausstehen.
Hallo Wolfgang,
ich mache jährlich einen Check bei allen Ärzten, was kann ich armes Schwein dafür, daß kurz nach diesem Check ein neues Weh-wechen eintritt? Die Kosten meines Untermieters haben mich schon etwas in die Breduille gebracht, weiter Aufwendungen sind nach Hauskauf, Baum pflanzen und vergeblichen Versuchen der Kinderzeugung nicht drinne. Meine BKK verweist, trotz Urteil des BVG's (1 BvR 347/98) immer noch auf Igelleistung.

Danke allen, Gruß renegat