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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krebs, aber wo? Herr Urologe etc. bitte .....



Josef
22.02.2007, 17:45
Bei mir wurden letzte Woche beim Spontanharn und Tage später bei der Spülzytologie massiv Krebszellen gefunden. Auch der NMP22 Tumormarker war postiv. Der PSA war 7,9 (seit 2 J. 7-8,8).

Die Zystoskopie war ohne Befund!

Die gestrige CT-Urographie auch ohne Befund!

Nierenwerte o.k.! Detto Kreatinin!

Wo ist der Hund? Wie kann man ihn lokalisieren?

Gruß

Josef

PS: Zustand nach B.Ca. pT2aG3 (1999), sowie 1/2000(!) BCGitis (P.Tbc), P. Biopsien 1995, 1997, 2003 o.B.

Urologe
23.02.2007, 12:43
Hallo Josef,

1. kann NMP22 nach BCG falsch positiv sein, ebenso sind auf Grund entzündlicher Veränderungen die Zellen schlecht beurteilbar.
2. Eine systematische Biopsie aus mindestens 6 Regionen der Blase muss erfolgen (möglicher Weise sitzt der Krebs UNTER der intakten Schleimhaut)
3. Nieren und Harnleiterspiegelung mit dem sogenannten Ureterrenoskop mit seitengetrennter Zytologie aus den Nierenbecken

Gruss
fs

Josef
23.02.2007, 14:32
Herr Urologe,

danke!

Zu 1.: BCG seit 1/2000 nicht mehr; dadurch kann das eher keinen Einfluss auf das szt. BCG haben, oder? Will NMP22 nä. Woche wiederholen.

Zu 2: "Krebs UNTER der intakten Schleimhaut", das wäre eine Sauerei! Ist er dann mit 5ALA, HEXVIX oder dem Flureszenzmittel von Sanochemia auch nicht augenscheinlich bei der Zystoskopie?

Zu 3: Da wird überall Gewebe entnommen, oder?

Und: FISH war negativ.

Heute habe ich den Harn (es soll nicht der Morgenharn sein) beim Labor für die Zytologie hinterlassen, doch die wollen ihn jetzt nicht, denn besser wäre es Anfang der Woche!

Wäre ein TM. oder Laborwert vorteilhaft zu kontrollieren?

Gruß

Josef

Urologe
24.02.2007, 18:09
Hallo Josef


Zu 1.: BCG seit 1/2000 nicht mehr; dadurch kann das eher keinen Einfluss auf das szt. BCG haben, oder? Will NMP22 nä. Woche wiederholen.

- BCG kann leider weiterhin Einfluss haben und auch dem NMP würde in diesem Falle nicht unbedingt trauen

Zu 2: "Krebs UNTER der intakten Schleimhaut", das wäre eine Sauerei! Ist er dann mit 5ALA, HEXVIX oder dem Flureszenzmittel von Sanochemia auch nicht augenscheinlich bei der Zystoskopie?

- habe ich leider erlebt - unter der intakten Schleimhaut fand man dann pT2G2 und die Blase musste entfernt werden. In einem zweiten Falle nach BCG waren die Biopsien negativ, trotzdem hatte der 48jährige Pat. plötzlich Metastasen!

Zu 3: Da wird überall Gewebe entnommen, oder?

- systematisches "Mapping"



Wäre ein TM. oder Laborwert vorteilhaft zu kontrollieren?

- kein Marker erreicht auch nur annähernd die Aussagekraft der PSA beim PK - würde nur in falscher Sicherheit wiegen.


Gruss
fs

Josef
24.02.2007, 18:28
Lieber Herr Urologe,

vorerst danke!

Und,
ich habe jahrelang öffentlich dem PSA das Wort gesprochen, und wie, vom kleinen Mann bis zur Ministerin. Es gab keine Veranstaltung wo ich nicht forderte, die "PSA-Reihe" ins kostenlose (denn bei uns gibt es nur Igel mit Füßen, und keine IGEL) Vorsorgeprogramm auf zu nehmen. Bis es geschah. Und es ist super!

Traue keiner Studie, außer du warst bei der Zusammenfassung (Verfälschung) dabei, hihi.

Aber da komme ich nicht drüber; das hat m. E. Hand und Fuß:

http://www.medizin-medien.info/dynasite.cfm?dssid=4171&dsmid=60351&dspaid=430460 (http://www.medizin-medien.info/dynasite.cfm?dssid=4171&dsmid=60351&dspaid=430460) <o></o>

PSA-Screening: Erfolgsstory für Tiroler<o></o>
1993 wurde an der Innsbrucker Universitätsklinik für Urologie das PSA-Screening als Vorsorgeprogramm gegen Prostatakrebs bei Männern aus der Taufe gehoben. Kostenlos konnte und kann jeder Mann, 7 Tage in der Woche, seinen PSA-Wert bestimmen lassen.
Ende letzten Jahres (Anm.: alte Presseaussendung) feierte das international einzigartige Vorzeigeprojekt seinen zehnten Geburtstag. Tirol ist das einzige Land Europas, in dem die Sterblichkeitsrate bei Prostatakarzinomen um 40% gesunken ist. Rund 85% der Karzinome werden so früh entdeckt, dass sie durch eine Operation geheilt werden können. 1993 waren es nur 25%!

Was sagt ihr dazu?

Und diese früherkannten P.Ca.Patienten, oft erst 40 oder 45 Jahre alt, gingen sofort wieder arbeiten, volle, ohne Sozialpass und Erwerbsminderung, keine Invaliditätspension, und meist ohne Reha, Kur, etc.! Auch keine Frühpension, sondern die zahlen sogar voll wieder Sozialversicherungsbeiträge ein; sorgen sogar mit ihrer erfahrenen Leistung für einen gesunden Betrieb und weiteren Einstellungen!<o></o>

Für mich ist der PSA-Wert (7-9) nicht mehr relevant. Betrifft das nur mich, auf Grund der BCGitisProstata (BCG-Behandlung nach Blasenkrebs)?
Das glaube ich natürlich nicht, denn der PCA3 ist nicht nur (m)eine Alternative zum PSA, sondern nun mal "genauer".

ABER: Für alle "PSA-Fetischisten" müßte doch längst ein Umdenken zum uPM3 bzw. jetzt PCA3 erfolgen. Es geht aber nicht: Die Prozedur (-18 Grad und versenden nach .....), sowie die extremen Kosten der Bestimmung sprechen nicht für eine baldige breitgefächerte Früherkennung. Dies, obwohl zuletzt und bei jeder dritten Uniklinik in Europa, umfangreiche Studien mit dem PCA3 erfolgten oder gerade erfolgen.

Ich kann nur sagen: Schade!

Liebe Grüße

Josef

Josef
01.03.2007, 21:13
Hallo,
danke für eure kompetenten Empfehlungen, hier, und vor allem auch durch die Mails und PN.
Heute erhielt ich einen ersten Laborbefund mit den Werten:
Leuko 3,6
Thrombo 394
BUN 20
Kreatinin 1,0
Harnsäure 7,1
Ges, Bili 1,01
SGOT 23
SGPT 24
AP 44
Gamma GT 18
SP 2.0
Ca. Blut 2.3
Testo 6,20
SHBG 73
BAT 0,849
CEA 1,2
TPA folgt
Cyfra 21-1 1,3
Ca. Harn 2,7
Harnbefund und -kultur oB
Bitte ist da, außer am Anfang, etwas Auffälliges wegen Krebs dabei?
Recht herzlichen Dank!
Liebe Grüße
Josef