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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radik. Prostatektomie mit nachfolgender Bestrahlung oder andere Behandlungsmögl.keit



Ottocar
01.03.2007, 08:51
Bitte um Hilfe-stehe kurz vor der Op mit anschließender Bestrahlung-
Was gibt es für fachmännische und nichtfachmännische Ratschläge bzw. Erfahrungen?

Reinardo
01.03.2007, 10:58
hallo. Wer so anfragt, ist doch kein Ratsuchender mehr, hat doch schon die beste aller moeglichen Beratungen gehabt und sich fuer Operation mit anschliessender Bestrahlung entschieden. Jetzt geht es darum, die Richtigkeit derselben von moeglichst vielen bestaetigt zu bekommen, und das im Schnellverfahren.
Lieber Ottokar: Sag den OP-Termin ab, bringe Deine Diagnosedaten ins Forum, warte Stellungnahmen ab, pruefe diese auf Gehalt und Schluessigkeit und treff dann Deine Entscheidung neu.
Gruss, Reinardo

Anonymous2
01.03.2007, 11:00
Hallo Ottocar,
unterschätze die Ratschläge von Dieter nicht. Nur in einer Selbsthilfegruppe bekommst Du die notwendigen Informationen. Es gibt Bestrahlungssysteme, die sehr gezielt eingesetzt werden können und die Nebenwirkungen beträchlich mindern. So z.B das IMRT-Verfahren. Zu finden im Klinikum Neu-Rupin und in der Charity-Berlin. Führe dort die notwendigen Informationsgespräche bevor Du eine Entscheidung triffst.
Verlasse Dich nicht nur auf die Hinweise der Ärzte. Informationen lesen und hören !!!!

Ottocar
02.03.2007, 16:42
Hallo, Dieter
vielen Dank für Deine beiden Ratschläge. Beschäftige mich schon ca. 1 Woche mit dem Forum, das Lesen fällt nicht schwer, aber die innere Struktur des Forums zu verdauen, braucht seine Zeit. Bekomme gute Hinweise von H.Junemann und allmählich wirds besser.
Habe mich auch bei der SHG gemeldet und falls ich meinen OPTermin verschieben sollte, werde ich mich dort vorstellen.
Noch eine Frage am Rande:Würdest Du Dich hinsichtlich Deiner Diagnostik und Verlauf nochmals einer RPE unterziehen oder unter heutigem Blickwinkel eine andere Therapie wählen? Mir wurde u.a. vorgeschlagen, statt der RPE mit anschließender Bestrahlung eine 3fachTherapie zu wählen mit 1.Hormonbehandlung 2.äußere Bestrahlung und 3.HDR-Brachytherapie.
Der behandelnde OA sieht die sicherste Methode in o.g. RPE mit anschließender Strahlentherapie. Seeds kommt bei mir nicht mehr in Betracht und von HDR hält er dahingehend nicht sehr viel, da man danach nicht mehr operieren kann.
Mfg
Ottocar

Reinardo
03.03.2007, 19:03
Hallo Ottocar. In der Tat hatte ich Dein Profil nicht gelesen. Meistens schreiben die Anfragenden dies im Text mit. Entschuldige deshalb bitte meine Reaktion.
Irgendwie gefaellt mir der Gleason 2+4 nicht. Das sollte m.E. durch einen Referenzpathogen ueberprueft werden. Hier im Forum wird oft Prof. Bonkhoff dafuer vorgeschlagen.
Es gibt hier im Forum entschiedene Operations-Befuerworter. Dieter gehoert dazu; ich koennte aber noch andere Namen nennen. Diese wollen unbedingt "die kurative Chance" nutzen, machen aber zur guten Haelfte dann die Erfahrung, dass sie einer Chimaere nachgelaufen sind, befinden sich dann auf einem therapeutischen Gleis (mit nachfolgender Bestrahlung, Hormontherapie, Chemotherapie), von dem sie nicht mehr herunterkommen. Die kaempfen dann zeitlebens gegen ihren Krebs wie Siegfried mit dem Drachen.
Andere hingegen, zu denen auch ich mich zaehle, wollen ihren Krebs gar nicht los werden. Machen mit nicht radikaler Therapie aus ihm eine chronische Krankheit, halten ihn fuer den Rest des Lebens im sicheren Kaefig. Alle drei Monate kontrollieren wir mit PSA-Messung, ob die Kaefigtuer noch sicher geschlossen ist. Das mache ich nun schon im 6. Jahr und erfreue mich jetzt hier in Spanien des Lebens.
Gruss und Dir alles Gute, Reinardo

wassermann
03.03.2007, 20:33
Ratsuchende mit Gleason höher als 2+3 (!!!) und einem Alter, das die durchschnittliche Lebenserwartung noch nicht erreicht hat, sollten sich vor solchen Ratschlägen hüten und vielleicht doch versuchen, die nach Reinardos Worten scheinbar mind. 50%ige kurative Chance zu nutzen versuchen, auf welchem Wege auch immer (OP ist lediglich eine Option)!!!
Es gibt hier einige, die "haben's wohl mit dem Löffel gefressen"! Pardon, aber Beiträge wie der obige machen mich etwas ungehalten.
Ich habe aber durchaus nichts dagegen, wenn sich 75jährige Rentner mit ihrem "Haustierkrebschen" anfreunden und mit ihm zusammen den Lebensabend in Spanien genießen. Ratschläge sollten sie aber etwas differenzierter erteilen (wie auch von Reinardo des öfteren getan)!
Alles GUte
Wassermann

PeterP
03.03.2007, 21:08
Hallo Ottocar,
den Ausführungen von Reinardo möchte ich mich anschließen und Dir ebenfalls dringend zunächst eine gute weitergehende Diagnose raten: Eine 4 im Gleasonbefund rechtfertigt das. Die Biopsie trifft nicht immer ins "schwarze" und es ist möglich (möge es der Himmel verhüten) das es doch noch schlechter aussieht. Dann könnte es sein, daß Du von einer OP praktisch nur die Nachteile hast, aber keinen nennenswerten Nutzen, weil Du dann sowieso alle (alternativen) weiteren Therapien wie Hormonblockade, evtl. Bestrahlung, evtl. Chemo .... über Dich ergehen lassen müsstest.
Neben der Bestimmung der Tumormarker bietet die PET-CT wahrscheinlich die beste bildgebende Diagnose über die mögliche Ausbreitung des PCA. Infos darüber findest Du im folgenden Link:
www.uni-ulm.de/klinik/radklinik/rad3/petctpet/petct.htm (http://www.uni-ulm.de/klinik/radklinik/rad3/petctpet/petct.htm)
Wenn die lokale Begrenzung mit ausreichender Sicherheit diagnostiziert ist, ist eine auf Heilung ausgelegte (radikale) Therapie bestimmt keine schlechte Lösung.
Vielleicht noch etwas zum Thema Bestrahlung. Die moderne IMRT-Bestrahlung bietet erheblich höhere Heilungschancen wie die althergebrachte, mit gleichzeitig bedeutend geringeren Nebenwirkungen.
Die IMRT ist noch relativ neu und es wird noch einige Zeit dauern, bis es zuverlässige Statistiken gibt. Doch zeichnet es sich schon heute ab, das die IMRT in Zukunft der RPE ebenbürtig wird. Aber das bei erheblich geringeren Neben-und Nachwirkungen.
Möglicherweise mache ich mich jetzt mit diesen Zeilen bei unseren RPE-Anhängern im Forum unbeliebt, doch kann ich mich als IMRT-Behandelter zumindest zum Thema Nebenwirkungen durchaus kompetent zur Sache äußern.
Alles Gute
PeterP

Wolfgang A.
03.03.2007, 21:27
Hallo Ottokar,

ich kann mich den Ausführungen von Wassermann nur vorbehaltlos anschließen. Vorgestern vor einem Jahr bin ich operiert worden. Ich fühle mich pudelwohl. Ich denke überhaupt nicht mehr an meinen Krebs.
Ich hätte mit dem Gedanken, Krebs in mir zu haben, nicht leben können.
Natürlich musst Du die Entscheidung alleine treffen. Schau Dir aber bitte stets die Profile der Teilnehmer an, die Dir Ratschläge erteilen und bilde Dir selbst ein Urteil.

Alles Gute für Dich und viele Grüße

Wolfgang A.

HorstK
03.03.2007, 21:52
Hallo Ottocar,

ich habe zwei Therapien hinter mir:

1. Dreifache Hormonblockade (DHB)
2. Radikale Prostatovesikulektomie

Mit dem Wissen von heute würde ich mich sofort wieder für die OP entscheiden und zwar an 1. Stelle. Voraussetzung ist natürlich ein sehr guter Operateur.

Wenn Du möchtest kannst Du in meinem Profil mehr lesen.

Alles Gute
Horst

wassermann
03.03.2007, 21:56
Hallo PeterP und Ottokar,
selbstverständlich kann man Reinardos Beitrag die Empfehlung, eine Zweitmeinung einzuholen klar entnehmen. Dies scheint mir auch angezeigt und ist sicher vernünftig.
Weniger vernünftig scheint mir die Schilderung der "Krebsseligkeit". Dies trifft auf manche der Betroffenen (Alter, Stadium, Aggressivität) zu, nicht aber auf Jüngere, die mit "Raubtieren" konfrontiert sind. Ratsuchende Neulinge sind meist noch nicht in der Lage (Ottokar schon!), die verschiedenen Stadien und Befunde zu unterscheiden und können durch Aussagen wie der Reinardos zu illusionistischem Denken verführt werden. Auch mir würde es gefallen, mit meinem Krebs Freundschaft oder gar einen Pakt zu schließen, wenn er mich dann noch 25 Jahre in Spanien das Leben genießen ließe. Da mir kein entsprechendes Angebot vorlag, habe ich mich entschlossen, ihm den Krieg zu erklären.
Ob man die Risiken einer radikalen Ersttherapie auf sich nehmen will, etwa um eine 50 oder gar nur 25%ige Heilungschance zu wahren, hängt vom Typ ab. Einem unter 60jährigen mit GS7 würde ich das schon zu bedenken geben. Nichts zu tun führt äußerst selten zur "Heilung".
Den Ausführungen zur IMRT ist nicht zu widersprechen. RP ist lediglich eine Option, aber ebenfalls eine potentiell kurative. Watchful waiting ist für sehr viele Betroffene KEINE empfehlenswerte Entscheidung.

Allen alles Gute
Wassermann

Zellophan100
06.03.2007, 13:34
Hallo Ottocar,
was hier an unterschiedlichen und sicher auch gut überlegten Ratschlägen geboten wird, ist sehr interessant. Kurz noch meine Meinung dazu:
(a) Mit der nächsten erreichbaren Selbsthilfegruppe würde ich reden und erst dann in Ruhe entscheiden, ob und welche Therapie richtig ist.
(b) Vielleicht hilft auch eine Zweit- oder Drittmeinung von einem im Bereich Prostatakrebs sehr erfahrenen Arzt? Lies dazu bitte meinen heute eingestellten Beitrag http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=8903#post8903 auf diesem Forum.
Alles Gute
Stefan

Zellophan100
08.03.2007, 08:40
Hallo Dieter,
die Finanzen sind ein Problem, das sehe ich auch kritisch. Der Hinweis ist berechtigt.
Man muss sehen, was man tut; vielleicht fängt man mit einer halbstündigen Telefonberatung an.
Ein Arzt, den ich empfehlen kann und der eine reine Privatpraxis als Urologe hat, versicherte mir übrigens, dass er in ökonomisch schwierigen Fällen durchaus differenziert, was die Rechnungstellung angeht. Das finde ich honorig; es zeigt auch eine echte Leidenschaft für diesen Beruf und eine erfreuliche Einsatzbereitschaft für seine Patienten.
Weiteres dazu per E-Mail oder privater Nachricht.
Gruß
Stefan

Ottocar
12.03.2007, 08:45
Hallo Wassermann
vielen Dank für Deinen Beitrag.

Ob man die Risiken einer radikalen Ersttherapie auf sich nehmen will, etwa um eine 50 oder gar nur 25%ige Heilungschance zu wahren, hängt vom Typ ab. Einem unter 60jährigen mit GS7 würde ich das schon zu bedenken geben. Nichts zu tun führt äußerst selten zur "Heilung".
Beim Stanzen wurde bei mir ein Gleason6 (2+4) festgestellt, aber es sicher so,dass nach OP ein höherer Wert festgestellt wird. Habe jetzt nochmals den PSA Wert bestimmen lassen. Auf gen Norden hat er sich auf 14,88 heraufkatapultiert, mein Uruloge tröstete mich mit dem Hinweis ,dass durch das Stanzen(vor ca.6 Wochen) der Wert sich auch erhöht haben könnte.Habe vom Urologen fs übrigens auch die Empfehlung einer 3-fach Behandlung bekommen.
Mfg
Ottocar

Reinardo
12.03.2007, 09:06
Hallo Ottocar und Wassermann. Wassermann hatte geschrieben, dass meine Beiträge zu "illusionistischem Denken" verführen könnten und auch auf mein Alter angespielt. Das hat aber nichts mit meinem Alter zu tun, da meine Diagnose und Therapieentscheidung schon vor 6 Jahren waren.
Ob man zu einer nicht radikalen Therapie wie DHB oder Kontrolliertes Abwarten raten kann, hängt vom Agressivitätsgrad des Krebses ab. Bei low-risk Krebsen bis etwa Gleason 6, abgesichert durch ein Kontrollgutachten oder besser eine DNA-Analyse und langen PSA-Verdopplungszeiten, halte ich Operation und/oder Strahlentherapie für eine Übertherapie. Die Entscheidung hierfür erklärt sich beim Betroffenen m.E. nur aus der Angstpsychose "Krebs", oft leider auch aus unzureichender Nachschulung der Urologen und den wirtschaftlichen Zwängen der klinischen Behandlungsindustrie, die beschäftigt sein will.
Deshalb hatte ich Ottocar auch als erstes geschrieben, dass der Gleason-Wert bei ihm unzureichend sicher ist.
Bei höheren Gleason-Werten sieht man sich leider einer Situation gegenüber, die anderen Krebserkrankungen gleicht, wo Operation und Bestrahlung durchaus Sinn machen. Früherkennung ist da sehr wichtig. Abwarten kommt gar nicht in Frage. Die DHB ist da m.E. nur vertretbar, wenn man sie zeitlich limitiert und die Möglichkeit einer frühzeitigen Chemotherapie in Betracht zieht. Will man letzteres nicht, kann man an die DHB anhängend, u.U. nach Vorschlägen von Leibowitz durch antiangiogene Mittel hinausgezögert, eine IMRT erwägen, was ja einige hier im Forum auch getan haben.
Das alles ist nicht Gedankengut von mir. Gerne bin ich bereit, Experten zu benennen, die hierüber geschrieben haben.
Gruss, Reinardo

Anonymous1
12.03.2007, 09:47
Lieber Ottocar,

nach meiner unmaßgeblichen persönlichen Einschätzung solltest Du auch ohne Zweitgutachten Deinen Gleason-Score lieber mit 3+4 einschätzen.

Die Zwickmühle für Dich ist schwierig: fs befürwortet DHB. Andere sagen DHB nur bis Gleason-Summe 6.

Dem sollte man hinzufügen: DHB nach Möglichkeit nur nach DNA-Zytometrie!

Kuriert bist Du durch die DHB nicht! Aber es gibt glücklicherweise, leider aber erst in letzter Zeit einige beachtliche Beispiele, daß man bei dem der DHB meistens folgenden PSA-Rezidiv manchmal offenbar noch kurieren kann. Hoffentlich sind diese Beispiele nicht nur einzelne Ringeltauben.

Ich wünsche Dir eine glückliche Hand für Deine Entscheidung.
Dieter

Ottocar
12.03.2007, 09:57
Hallo PeterP
vielen Dank für Deinen Beitrag.

Dann könnte es sein, daß Du von einer OP praktisch nur die Nachteile hast, aber keinen nennenswerten Nutzen, weil Du dann sowieso alle (alternativen) weiteren Therapien wie Hormonblockade, evtl. Bestrahlung, evtl. Chemo .... über Dich ergehen lassen müsstest.

Statt Deiner vorgeschlagenen PET-CT Untersuchung wurde bei mir eine Abdomen CT Untersuchung durchgeführt( ohne Bef.) , im Forum hatte ich dann gelesen, dass diese Untersuchung überhaupt nicht aussagefähig sei. Wozu dann also? Die schwierigste Frage ist und bleibt: Was hat der Krebs im Körper schon angerichtet-welche Therpie soll oder muß folgen. Übrigens hat sich mein PSA Wert enorm nach oben bewegt.

Ottocar
12.03.2007, 10:13
Lieber Ottocar,

nach meiner unmaßgeblichen persönlichen Einschätzung solltest Du auch ohne Zweitgutachten Deinen Gleason-Score lieber mit 3+4 einschätzen.

Die Zwickmühle für Dich ist schwierig: fs befürwortet DHB. Andere sagen DHB nur bis Gleason-Summe 6.

Dem sollte man hinzufügen: DHB nach Möglichkeit nur nach DNA-Zytometrie!

Kuriert bist Du durch die DHB nicht! Aber es gibt glücklicherweise, leider aber erst in letzter Zeit einige beachtliche Beispiele, daß man bei dem der DHB meistens folgende PSA-Rezidiv manchmal offenbar noch kurieren kann. Hoffentlich sind diese Beispiele nicht nur einzelne Ringeltauben.

Ich wünsche Dir eine glückliche Hand für Deine Entscheidung.
Dieter

Hallo Dieter aus Husum
ich denke auch in die Richtung eines höheren Gleason- Wertes, zumal mein PSA Wert enorm gen Norden gefahren ist. Auch die Meinung des fs Urologen legt eine 3 fach Behandlung nahe. Es handelt es sich aber nicht um die von Dir erwähnte DHB, sondern um HDR plusEBRT plus6-9Monate HB1.Übrigens erhielt ich diese Empfehlung gleich zu Beginn meiner Forumsteilnahme von BernhardA.
Mfg
Ottocar

Anonymous1
12.03.2007, 11:03
Hallo Ottocar,

bei meiner Erwähnung der DHB hatte ich mich auf dieses bezogen:


Habe vom Urologen fs übrigens auch die Empfehlung einer 3-fach Behandlung bekommen.

und hatte in einer Art Automatismus damit die "3-fach-Hormonbehandlung" vermutet.

Nach der Klarstellung: Mit der von fs abgegebenen Empfehlung könnte ich mich an Deiner Stelle sehr schnell anfreunden, weil es eine gute Empfehlung ist.

Gruß Dieter

wassermann
12.03.2007, 15:05
Hallo Ottokar, liebe Forumsteilnehmer,

die Empfehlung einer dreifachen Behandlung ist sicherlich sehr vernünftig. BernhardA hat sie bislang erfolgreich durchgeführt. Über die Nebenwirkungen muss man sich Gedanken machen (ich meine imme noch, sie seien bei einer DREIfachen Therapie auch auf drei Ebenen möglich).

Hallo Reinardo,
Was die Frage nach dem Alter und dem "illusionistischen Denken" betrifft, habe ich deutlich auf ratsuchende Neubetroffene verwiesen, die den Aspekt des Alters bei Therapie und Prognose leicht außer Acht lassen könnten. Auch mir waren diese entscheidenden Aspekte erst später bewusst geworden. Dass ich Dein Alter erwähne, darfst du bitte nicht als Vorwurf oder Minderung der Qualität deiner Beiträge im allgemeinen verstehen. Gerade bei dem erwähnten Ratschlag schien mir die Gefahr des Missverständnisses doch sehr groß.
Als Jüngerer würde ich mich nie auf wait and watch einlassen. Zu groß ist die Gefahr der unzureichenden Diagnose, auch beim Spezialisten. "Angstpsychosen bei Krebs kommen ja auch nicht von ungefähr.
Der Wunsch nach einer dauerhaften (FÜR JÜNGERE!!!) Domestizierung des Krebs via DHB etc ist möglicherweise ebenso Wunschdenken wie der der Heilung durch OP.

Ottokar eine für IHN gute Entscheidung wünscht

Wassermann

PeterP
12.03.2007, 23:17
Hallo Ottocar,
das waren jetzt sehr viele gutgemeinte Ratschläge. Aber Du bist jetzt mit so vielen Info´s überhäuft worden, daß Du vermutlich immer noch nicht genau weist, was Du jetzt machen sollst.
Daher folgendes zusammenfassend:
- Die DHB, richtig und unter den richtigen Voraussetzungen durchgeführt, bringt Dir die Erkrankung zum Stillstand und Du gewinnst erst einmal Zeit. Sie kann viele Jahre wirken, hat bei einem beachtlichen Prozentsatz schon heilend gewirkt, aber es muß nicht und läßt sich nicht vorhersagen.
-Falls Du eine (spätere) Strahlentherapie planst, bringt Dir eine vorhergehende HB deutlich bessere Heilungschancen, was ein sehr wichtiges Faktum ist.
-Es bleiben Dir bei einer DHB immer noch alle Therapie-Optionen offen. Allerdings mit der Einschränkung, daß eine nervenerhaltende OP i.a. dann nicht mehr möglich ist.
-Die durchgeführte CT kann z.B. vedächtig vergrößerte Lymphknoten oder Abnormalitäten an oder in Organen anzeigen. Liefert aber keine eindeutige Diagnosen. Da ist eine PET-CT deutlich besser, aber auch deutlich teurer.
Ich wünsche Dir eine glückliche Hand für Deine Entscheidung,
Gruß PeterP

Anonymous1
13.03.2007, 06:44
Hallo Ottocar,
das waren jetzt sehr viele gutgemeinte Ratschläge. Aber Du bist jetzt mit so vielen Info´s überhäuft worden, daß Du vermutlich immer noch nicht genau weist, was Du jetzt machen sollst.
Daher folgendes zusammenfassend:
- Die DHB, richtig und unter den richtigen Voraussetzungen durchgeführt, bringt Dir die Erkrankung zum Stillstand und Du gewinnst erst einmal Zeit. Sie kann viele Jahre wirken, hat bei einem beachtlichen Prozentsatz schon heilend gewirkt, aber es muß nicht und läßt sich nicht vorhersagen.
-Falls Du eine (spätere) Strahlentherapie planst, bringt Dir eine vorhergehende HB deutlich bessere Heilungschancen, was ein sehr wichtiges Faktum ist.
-Es bleiben Dir bei einer DHB immer noch alle Therapie-Optionen offen. Allerdings mit der Einschränkung, daß eine nervenerhaltende OP i.a. dann nicht mehr möglich ist.
-Die durchgeführte CT kann z.B. vedächtig vergrößerte Lymphknoten oder Abnormalitäten an oder in Organen anzeigen. Liefert aber keine eindeutige Diagnosen. Da ist eine PET-CT deutlich besser, aber auch deutlich teurer.
Ich wünsche Dir eine glückliche Hand für Deine Entscheidung,
Gruß PeterP

Mir fehlen die richtigen Worte
Gruß Dieter

Helmut.2
13.03.2007, 09:34
Peter, PeterP,

was hast Du für Ansichten!

Gruß, Helmut

Reinardo
13.03.2007, 17:39
Hallo Dieter aus Husum und Helmut2. Die Diskussion gleitet - wie so oft - vom Beratungsfall Ottocar ab ins Grundsätzliche. Das ist an sich nicht schlecht, denn Wert und Unwert von Therapien müssen ebenso wie die Wahrheit im Philosophischen und die Freiheit in der Politik immer wieder aufs neue entdeckt, erkämpft und verteidigt werden.
Dieter schreibt: "Mir fehlen die richtigen Worte", und Helmut2 schreibt: "Peter, Peter, was hast Du für Ansichten". So kann man aber den Gehalt einer Therapie nicht beurteilen, man äussert sich damit nur abschätzig über deren Vertreter.
Ich glaube, Eure Kritik zielt insbesondere auf Peters Bemerkung, dass die DHB bei einem beachtlichen %Satz schon heilend gewirkt habe.
In der Tat hat Peter sich hier wohl etwas euphemistisch ausgedrückt. Heilen im Sinne von "ganz weg bringen" kann die DHB den Krebs wohl nicht, aber sie kann, wenn die DNA-Struktur, korrelierend mit einem niedrigen Gleason-Wert, dies möglich erscheinen lässt, den Krebs nicht nur in den Regress zwingen sondern auch soweit schwächen und vernichten, dass körpereigene Abwehrkräfte ein biologisches Gleichgewicht für immer oder mindestens einen sehr langen Zeitraum halten können. Das ist dann zwar keine ganze Heilung, aber eine Quasi-Heilung, die so gut ist wie eine ganze Heilung. Leibowitz nennt das "ein stabiles Plateau" erreichen und halten, andere sagen: den Krebs wie eine chronische Erkrankung sehen, mit der man gut leben kann.
Bei niedriger Agressivität, sagen wir bis Gleason 6, was durch zusätzliche Marker abgesichert sein müsste, halte ich die DHB nach wie vor nicht nur für eine Alternative sondern für die viel bessere Alternative zu den von Euch favorisierten risikoträchtigen radikalen Therapien, die nach Einschätzung auch schon einer Reihe namhafter deutscher Professoren unter den oben genannten Voraussetzungen eine Übertherapie darstellen würden.
Ich komme soeben von meinem Urologen und habe mein neuestes Knochenzyntigramm mit ihm besprochen. Ergebnis: nichts. Ich bin wirklich heilfroh, dass ich vor 6 Jahren die Ratschläge meines damaligen Urologen zur sofortigen Prostatektomie (. . dann sind Sie's los!) nicht befolgt habe, nachdem glückliche Umstände mir den Therapieplan von Bob Leibowitz in die Hände gespielt hatten. Das war wirklich eine meiner Sternstunden.
Gruss, Reinardo

Anonymous1
13.03.2007, 18:30
Mal ehrlich Reinardo: Bist Du der Mann, der durch die DHB eine Quasi-Heilung erfahren hat?

Gruß Dieter
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Reinardo
13.03.2007, 19:21
Ja, Dieter. Ich werde mit und nicht an meinem Krebs sterben.
Gruss und gute Nacht, Reinardo

Anonymous1
13.03.2007, 19:56
Reinardo, ich wünsche Dir sehr, daß Du nach der nächsten PSA-Messung eine Zahl <5 eintragen kannst.

http://shg.sh.ohost.de/reinardo_kurve.jpg

Gute Nacht
Dieter

Harro
13.03.2007, 20:04
Hallo, lieber Reinardo,

auch ich bin nach wie vor ein Leibowitz-Fan, wenn ich auch in gewissem Sinne fahnenflüchtig geworden bin, weil ich noch nie ein Cocktal-Liebhaber war, sondern lieber immer für pur war. Deshalb also meine augenblickliche Richtungsänderung, die aber nichts daran schmälert, daß ich durch die DHB eine lange Verschnaufpause bekomme habe. Erst nachdem ich mich mit der DHB angefreundet hatte, war mir aber auch bewußt, daß das noch kein Freibrief werden würde. Von Ploiden, solche oder solche, hatte ich damals keine Ahnung. Mit Sicherheit auch nicht die zahlreichen von mir verschlissenen Urologen. Es ist also gut möglich, daß zumindest wir Beide tatsächlich mit aber nicht an PK sterben, und das wünsche ich in diesem Moment unzähligen Betroffenen aus unserer Forumsrunde.

"Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang" (Albert Camus)

Gruß Hutschi