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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prostatritis oder Krebs?



JoScho
01.03.2007, 11:01
Bei einer Routineuntersuchung beim Hausarzt mit auffälligem Tastbefund wurde bei mir ein PSA Wert von 14,0 festgestellt.
Ich hatte sofort am nächsten Tag einen Termin beim Urologen der einen
rektalen Ultraschall durchführte, dabei jedoch nichts Negatives feststellte. Auch den Tastbefund deutete er als wage. Die darauf erfolgte erneute PSA Messung ergab einen Wert von 14,7.
Nach nun zweiwöchigen abwarten hat sich der Wert auf 16 erhöht. Gestern war ich zur Biopsie deren Ergebnis noch aussteht.
Da ich seit Jahren schon unter Hämorieden und häufigen Analfissuren mit sporadisch auftretenden Blut im Stuhl leide, und diese Symptome (entzündeter Enddarm) auch in letzter Zeit aufgetreten sind, trage ich noch die Hoffnung eine Prostatritis zu haben.
Kann sich so eine Entzündung auf die Prostata ausdehnen, und solche PSA Werte hervorrufen.
Joachim (alter 46)

Josef
01.03.2007, 11:59
Servus,
hoffe du hast bald Klarheit, denn das Warten bzw. die Ungewissheit ist .....
Auf Grund der Eigenen Situation: Hattest du auch schon lange Stuhlgang-/Entleerungsprobleme. Wurde dein dortiger Schließmuskel kontrolliert bzw. erweitert?
Gruß
Josef

JoScho
01.03.2007, 12:22
Ja in letzter Zeit wechselte mein Stuhlgang häufig von sehr fest bis Durchfall.
Ich war früher (bis vor ca.4 Jahren) öfters zum veröden, nach den letzen Rektaluntersuchungen sagte man mir das die sporadischen Blutungen wohl von Analfissuren herrühren. Habe dies dann nicht weiter beachtet da das Blut hell und auf dem Stuhl lag.

Josef
01.03.2007, 12:44
Servus,
mir erging es seit einiger Zeit gleich. Daher chirurgische Enddarmuntersuchung unter Narkose. Ergebnis: Reizungen könnten ggf. die P. beeinflussen. Empfehlung des Chirurgen: Erweiterung des Schließmuskels; vor 2 Mo. durchgeführt; PSA seitdem noch unverändert.
Gruß
Josef

spertel
01.03.2007, 19:37
Hallo JoScho

Die Erhöhung des PSA-Wertes kann bekanntermaßen verschiedene Gründe haben. Dies kann eine Entzündung, eine gutartige Vergrößerung aber auch Krebs sein, oder auch alle Ursachen gemeinsamen können eine PSA-Erhöhung verursachen. Da die Biopsie bei Dir bereits erfolgt ist, möchte ich Dir weitergehende Spekulationen ersparen, die zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich nur Verunsicherung und Angst auslösen könnten. Also warte das Ergebnis ab, stelle dies ggf. hier ein und Du wirst von sehr kompetenten Betroffenen hier ausführlich und fachkundig beraten, wenn dies denn erforderlich wird.
Da bei Dir das Ergebnis noch aussteht, bleibt Dir eigentlich nur, dieses abzuwarten. Wie man sich dabei fühlt, brauchst Du hier niemanden zu erläutern; das haben viele hier bereits am eigenen Leib erfahren.

Nur solltest Du den Hinweis von "Josef" , sich den Schließmuskel erweitern zulassen, nicht allzu ernst nehmen, da hier m. E. kein kausaler Zusammenhang bestehen dürfte.
Im übrigen möchte ich mich den Ausführungen eines Betroffenen anschließen, der insbesonders bei Ihnen, werter Josef, mehr Qualität als Quantität einforderte. Sollten Sie hierzu nicht in der Lage sein, sollten Sie von dem einen oder anderen sicherlich gut gemeinten Ratschlag oder Beitrag Abstand nehmen, damit die teilweise hochwissenschaftliche Kompetenz einiger Betroffener nicht unter Ihren Beiträgen leidet.

Für Dich, lieber JoScho, alles Gute

Spertel

Helmut.2
01.03.2007, 21:17
Hallo, Lieber Joachim,

Fisteln am Endarm Ausgang ist eine unangenehme Sache. Ein Proktologe solltest Du aufsuchen und deine Fisteln untersuchen lassen, Er wird Dir eine spez. Salbe verschreiben aber wegen deinen Hämorrhoiden unbedingt am Ball bleiben denn wenn irgenwann in weiter Zukunft es doch zu einer Bestrahlung der Prostata od. Prostataloge kommen sollte dann sollten, müssen! Die Hämorrhoiden zurück gestutzt sein.

Um deinen Stuhlgang etwas sämiger zu machen damit die Schnerzen erträglicher werden, empfehle ich Dir Flohsamenschalen in der Apotheke zu holen ca. 500 g weise abgepackt.

2 - 3 Esslöffel in 400 - 500 ml Wasser einrühren und wenn das Ganze wie ein flüssiger Brei ist, in einem Satz trinken, 1 - 2 mal am Tage ausführen!

Ich hoffe nur, daß der Urologe, 1. vor dem abtasten der Prostata Bzw. der Biopsie Dir Blut abgenommen hat und 2. Er Dir für 2 - 3 Tage vor der Biopsie ein Antibiotika verschrieben hat!

Du wirst wohl wissen, daß man vor der Blutabnahme zur PSA Messung, 2 - 3 Tage vorher kein Geschlechtsverkehr hatte und 1 - 2 Tage nicht mit dem Fahrrad umher düst oder zum Urologe radelt auch ein harter Stuhlgang kann ein erhöhter PSA-Wert erzeugen!

Dein Urologe wird doch wohl eine Prostatitis ausgeschlossen haben oder?

Ich wünsche Dir alls Gute und ein negatives Ergebnis deiner Biopsie

Helmut

JoScho
05.03.2007, 18:12
Habe soeben das Ergebnis der Biopsie erhalten.
Rechter Lappen alle 3 Proben mit Krebs G2
Linker Lappen kein Krebs
PSA 16

Helmut.2
05.03.2007, 19:27
Hallo, Joachim,

G2 und in deinem Alter, da würde ich Dir dringend dazu raten, eine Zeitmeinung bei einem der Referenzpathologen einzuholen!

Denn ein G2 ist kann ein GS 3+4(7) sein aber sie nächste Stufe ist schon GS 4+3 (7) und schon bist Du ein einer ganz anderen Situation = G3!

http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=112&Itemid=108

Es ist imens wichtig, eine genaue Gleason Score zu wissen, um danach auch entsprechend Behandlung einzuleiten.

Gruß, Helmut

spertel
05.03.2007, 20:07
Guten Abend JoScho

Wenn ich ehrlich bin, habe ich dieses Ergebnis befürchtet. Deine Situation bei dieser Ausgangslage ist nicht ganz einfach zu bewerten. Viele Faktoren ( relativ hoher PSA-Wert, Tastbefund, wenn auch nur wage, und hohe Tumorlast in den Stanzen auf einer Seite) sprechen dafür, dass hier ein organbegrenztes Stadium nicht mehr vorliegt. Normalerweise ist bei dieser Situation die radikale Prostataentfernung nicht mehr als Therapieoption der 1. Wahl anzusehen. Nur ist bei Dir, ähnlich wie bei mir vor 20 Monaten, bei mir allerdings mit wesentlich günstigerer Erstdiagnose (siehe Profil), das Alter in die Therapieentscheidung mit einzubinden. Du dürftest wie ich Jahrgang 1960/61 sein und ich würde an Deiner Stelle versuchen, den kurativen Ansatz, sprich die radikale Prostataentfernung, anzustreben, obwohl die Chancen für ein organbegrenztes Stadium T2 nur bei geschätzten 20-30% liegen dürften. Aber meiner Ansicht nach hast Du, insbesondere durch Dein Alter, keine andere Wahl, aber dies hängt auch von Deiner persönlichen Einstellung ab. Ich habe in vielen Publikationen und Studien im Internet erfahren, dass selbst im leicht fortgeschrittenen Stadium die RPE eine signifikante Verbesserung der Langzeitprognose darstellt, da die Tumorlast zumindest verringert wird und eine möglicherweise erforderlicher Hormonblockade eine längere Wirkungsdauer haben könnte.
Alternativ zur RPE wäre die Bestrahlung zu erwähnen, die ich persönlich allerdings nie ernsthaft in Erwägung gezogen habe, da diese für mich mit unkalkulierbaren Risiken (spätere Strahlenschäden; eventuelle Strahlenresistenz des Tumors) verbunden waren. Dies ist aber eine rein subjektive Einstellung; es gibt sicherlich Betroffene, die hier im Bedarfsfall aus eigener, positiver Erfahrung berichten können.
Dein PSA-Anstieg ist meines Erachtens recht rasant, was für ein aggressives und schnelles Wachstum des Tumors spricht. Du solltest schnell und ohne Zeitverzug Deine Entscheidung treffen, vielleicht hast Du noch Glück im Unglück. Auch bei meinem Vater waren bei gleichem PSA weder Lymphknoten (15) noch die Samenblasen befallen; es gibt aber auch andere Betroffene, die bei niedrigeren Werten nicht so viel Glück hatten.

Ich wünsche Dir jetzt alles Glück der Welt !

Spertel, Berlin

PS : Möge man mir doch mal an dieser Stelle erklären, welchen Sinn ein Zweitgutachten haben sollte? Was würde die Sitution verändern, wenn aus Gleason-Score 3+4 ein Score von 4+3 werden sollte ???
Warum wird dem Zweitgutachten eigentlich stets mehr Gewicht eingeräumt als dem Erstergebnis ? Bekanntermaßen ist der Gleason-Score kein Laborwert, sondern unterliegt der subjektiven Einschätzung des Pathologen.
Ich bitte um fallbezogene und fundierte Aussagen, aus denen JoScho die erforderlichen Schlüsse für seine Therapieentscheidung ziehen kann.

wassermann
05.03.2007, 20:56
Hallo JaScho,
den Ratschlägen Spertels möchte ich mich anschließen.
Der Aspekt des (jungen) Alters ist sehr wichtig und wird bei zahlreichen Ratschlägen gerne unterschätzt bzw. nicht genügend berücksichtigt. Ich denke, je jünger man mit der Diagnose konfrontiert wird, um so risikobereiter sollte man sich zeigen, um kurative Optionen auszuschöpfen. Das heißt nicht, OP um jeden Preis, doch in der Annahme, dass rein medikamentöse Therapien keinen kurativen Ansatz darstellen, sehe ich in Fällen wie deinem neben den Radiotherapien keine Alternative zur OP. Sollte deine Diagnose nicht von vorneherein Heilung ausschließen, würde ich auch eine noch so kleine Chance darauf wahrzunehmen versuchen.
Achte bei den Ratgebern im Forum stets darauf, welche Erfahrungen sie hinter sich und vor allem, welches Alter sie haben. Die Perspektive ist oftmals wichtig, um den Wert eines Beitrags einschätzem zu können. Sicher haben etliche der "erfahrenen Benutzer" das wissenschaftliche und weltanschauliche Niveau, um Ratschläge zu erteilen, die über einen gewissen Tellerrand hinausgehen. Die wirst du beim Studieren des Forums bald ausmachen und somit hofentlich rasch von deren Wissen und Erfahrungen profitieren können. Doch zögere nicht zu lange!
Eine gute Entscheidung und alles GUte!

Wassermann

PS: Auf die Antworten auf Spertels Frage bin ich auch sehr gespannt.

LudwigS
05.03.2007, 21:16
PS : Möge man mir doch mal an dieser Stelle mal erklären, welchen Sinn ein Zweitgutachten haben sollte? Was würde die Sitution verändern, wenn aus Gleason-Score 3+4 ein Score von 4+3 werden sollte ???
Warum wird dem Zweitgutachten eigentlich stets mehr Gewicht eingeräumt als dem Erstergebnis ? Bekanntermaßen ist der Gleason-Score kein Laborwert, sondern unterliegt der subjektiven Einschätzung des Pathologen.
Ich bitte um fallbezogene und fundierte Aussagen, aus denen JoScho die erforderlichen Schlüsse für seine Therapieentscheidung ziehen kann.


Hallo Spertel, es geht nicht in erster Linie darum ein Zweitgutachten zu besitzen. Es geht darum, wer das Erstgutachten erstellt hat.
Wenn das ein in Prostatapathologie sehr erfahrener Pathologe gemacht hat ist es sicher genug des Guten.
Wir hatten hier auch schon Gleason 1+1.
Da war dann sicher ein Azubi am Werkeln.

Je höher der Gleason desto wahrscheinlicher Kapseldurchbruch bzw. auch ein systemische Erkrankung.
Wenn, wie im nachfolgenden Beispiel, von der UCSF (University of California San Francisco) extraprostatischer Erkrankungsfortschritt angenommen wird, würde ich so wie dieser hier entscheiden.

Howard (La Selva Beach, CA)

(05/28/96) dx, age 49, Gleason 6, bPSA 39, 4 of 6 cores positive
(06/03/96) Started CHT, Lupron, Eulexin, Proscar
(07/05/96) UCSF stages me as a T3a, NX, M0;
(07/11/96) Spectroscopic MRI@UCSF shows 40%-60% prob. extra
capsular ext.
(01/27/97) 3D Conformal EBR started (23 sessions) (Michael Dattoli,
M.D. - Florida)
(03/20/97) Seeded, 75 PD-103 seeds implanted (Michael Dattoli,
M.D.- Florida)
(06/15/97) END CHT (Lupron, Eulexin) after a total of 12 months
(07/07/06) PSA <0.01

Aber das ist eben mangels exakten Wissens immer ein Glücksspiel und wird maßgeblich durch den beratenden Arzt - meist Chirurg - und dem eigenen, subjektiven Gefühl geprägt.

Wenn mir Helpap oder Bonkhoff oder ein anderer renommierter Prostatapathologe, beispielsweise Remberger, Kapseldurchbruch, aber einen negativen BCL-2 ( wahrscheinlich keine Strahlenresistenz) bescheinigen würde, würde ich persönlich nicht OP + Strahlentherapie, sondern Hormonblockade mit Seeds bzw. HDR-Brachy in Kombination mit äusserer Bestrahlung wählen oder auch die IMRT in die engere Wahl ziehen.

Und wenn diese mir sagen, dass sehr wahrscheinlich sich alles noch innerhalb der Kapsel abspielt, käme sie bei mir zwar auch nicht raus, das liegt aber daran, dass ich recht happy mit meinen Seeds lebe.

Gruss Ludwig

Helmut.2
05.03.2007, 21:49
Lieber Joachim, Hallo Spertel,

so nahe liegt der Unterschied, nur ein Zahlendreher und schon sieht man der Sache repektvoller an!

http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=111&Itemid=108

Die Urologen sehen ein G2 gelassener an als ein G3 bei der anstehender Behandlung, nur welche Optionen hier noch offen sind entscheidet dann das Zweitgutachten!

Sich nicht für ein Zweitgutachten zu entscheiden, wäre in meinen Augen und Verstand nicht Klug. Ich habe nach fast 6 Jahren noch eine 2. Begutachtung machen lassen.

Dir lieber Joachim wünsche, daß Du die rchtige Entscheidung danach triffst!

Gruß Helmut

spertel
05.03.2007, 23:12
Hallo Ludwig

Grundsätzlich möchte ich die Möglichkeit der Zweitbegutachtung durch einen Referenzpathologen, insbesondere bei sehr geringer Tumorlast in den Stanzen, ja nicht in Frage stellen. Erst recht nicht , wenn wie in dem von Dir geschilderten Fall ein Gleason-Score 1+1 festgestellt wurde. Dies ist natürlich Unfug und bedarf der Überprüfung durch einen fachkundigen Pathologen.
Dies ist aber hier nicht der Fall, da bei ausreichender Tumorlast in -3- Stanzen das Karzinom als "G2" eingestuft wurde.
Weiterhin erscheint !! mir Deine Ausgangslage mit der von JoScho nicht ganz vergleichbar. Da der Bericht der Biopsie nur wenige Aussagen enthält, muß man an dieser Stelle nur Mutmaßungen anstellen. Bei Dir scheint die Tumorlast wesentlich geringer gewesen zu sein; bei JoScho sind alle -3- Stanzen des rechten Lappen befallen, was für einen großvolumigen, mindestens einseitigen Tumor spricht. Die Tatsache, dass die anderen Stanzen tumorfrei waren, bedeutet noch lange nicht, dass der linke Lappen ohne Befall ist. Wie Du richtig bemerkt hast, sind viele Aussagen im Rahmen der Diagnostik reine Spekulation. Ob hier die Seed-Implantation indiziert ist, müßte von fachkundiger Seite geklärt werden, dürfte jedoch zumindest angezweifelt werden, obwohl Dein Fallbeispiel das Gegenteil suggeriert.
Entscheidend für meine Empfehlung zur RPE ist ausschließlich das Alter des Betroffenen in Verbindung mit vorliegenden Langzeitstudien.

Ich wünsche Dir weiterhin einen günstigen PSA-Verlauf.

Spertel

LudwigS
05.03.2007, 23:51
Hallo Spertel, ich wollte ja nicht meinen Fall als Vergleich einbringen, sondern den Amerikaner in meinem vorangegangenen Beispiel.
Der war vor 10 Jahren 49 ( kein alter Mann) hatte PSA 39 und einen Gleason 3+3 ( ?? ), 4 von 6 Stanzen positiv und einen MRT-Befund der Uniklinik in San Francisco mit sehr wahrscheinlich Kapseldurchbruch.
Er hat mit der DHB begonnen und mitten rein die Kombi-Bestrahlung gelegt.
Er hat jetzt nach 10 Jahren PSA kleiner 0,01.

Eine rein lokale Therapie wie OP, Seeds oder HDR-Brachy wurden von seinem Arzt Dr. Strum bei seinem Befund weniger kurativ erfolgversprechend eingeschätzt als eine Kombination aus lokaler Therapie und regionärer Therapie, um das Umfeld der Prostata mit zu therapieren.
Wenn mit grosser Wahrscheinlichkeit Nachbestrahlung erforderlich sein wird, ist man möglicherweise von den Schäden her - und eine OP macht Schaden - besser dran, wenn man sich nur eines von beiden antut.
Bei einer OP werden z.B. "auf Verdacht" oft gesunde Lymphknoten entfernt, deren Fehlen manchem schon Lymphödeme in den Beinen bescherten.
Die bekannten Nebenwirkungen ( bei den meisten) mal ausgeklammert.

http://hometown.aol.de/Ludwig2GER/Strum+Howard+Waage.jpg

Keinem kann man das Optimieren von Chance und Risiko, Nutzen und Schaden abnehmen.
Der KISP-Begründer Uwe Peters hat es mal - wie ich finde - treffend formuliert:

http://hometown.aol.de/Ludwig2GER/UwePeters.mpg

Gruss Ludwig

LudwigS
06.03.2007, 10:17
Hallo Dieter, als "Seeds-Fritze" lese ich das Amerikanische Forum der dortigen Seeds-Therapierten mit.
Wegen der starken Verbreitung dieser Therapie in den USA - möglicherweise wissen die warum - brauchen und haben die ein eigenes Forum.

Vor paar Wochen schrieb da ein Howard Waage aus Kalifornien von seiner Behandlung bei Dr. Strum vor 10 Jahren und lobte ihn und seinen Umgang mit Patienten.

Ich schrieb ihm daraufhin direkt, dass Strum auch in Europa bekannt ist und sein Buch auch ins Deutsche übersetzt wurde und ich sogar ein Bild mit ihm zusammen hätte.

http://hometown.aol.de/lu223223/homepage/strumhannover2004.jpg

Sowas könne er mir auch bieten, schrieb er zurück, und schickte ein Bild von 2001 von einer Patiententagung mit Dr. Strum, ihm und seiner Frau.

Da hatte er DHB, Seeds und 3D-Konformale Bestrahlung schon 4 Jahre hinter sich.
Er nimmt seit Ende DHB 1997 nur Proscar bzw. Avodart.

Er macht jedenfalls drei Kreuze, dass er einen so liebenswürdigen und kompetenten Arzt zur Seite hatte, der nicht der Meinung war und immer noch ist, dass die OP in jeder Lebenslage die oprimale Variante ist.

Zwei Beispiele: Hat einer einen pathologischen Befund, ob Erst - oder Zweitbefund, von diesen ihm bekannten Prostataspezialisten:

Helmut Bonkhoff [Berlin, Germany); Tel: +49-30-8331802 or +49-30-8330441;
bonkhoff@prostapath.de
David Bostwick (Virginia) [800] 214-6628
Ronald J. Cohen (Western Australia) [61 8 9386 9888]; ronnie@uropath.com.au
Jon Epstein (Hopkins) [410] 955-5043 or 410-955-2162 (Dr. Epstein does not
do ploidy analysis)
David Grignon (Michigan) 313-745-2520
Jon Oppenheimer (Tennessee] [888] 868-7522
Dianon Laboratories 1 [800] 328-2666 (select 5 for client services)
UroCor, Inc. 1 [800] 411-1839

Dann würde er einem
- mit PSA 8 und 3 von 10 Stanzen Gleason 3+4 und keinem nachgewiesenen Kapseldurchbruch zu einem guten Chirurgen raten.

- einem mit diesen Daten und ungünstiger, aber mit Kapseldurchbruch, eher eine Hormonbehandlung dreifach über mindestens ein Jahr mit Bestrahlung wegen der regionären Ausbreitung im Prostatabereich raten.

Das erfordert aber eine saubere Diagnose mit möglichst genauem Gleason, MRT, PET oder USPIO.
Aber welcher ( chirurgischer) Urologe lässt sowas machen, um vielleicht eine optimalere Therapie als die OP zusammenzustellen.

HorstK aus unserem Forum hat es da richtig gemacht.
Erst mit PET und USPIO die Umgebung der Prostata abgeleuchtet und dann die OP bei einem chirurgischen Künstler machen lassen, sodass er nicht mal eine AHB brauchte.

http://hometown.aol.de/Ludwig2GER/Kittmann.jpg

------

Dass Strum in den USA auch Bonkhoff mit erwähnt, hat nichts mit wirtschaftlichen Interessen zu tun, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass im Rahmen der komplizierten Pathologie vom verstobenen Wil de Jongh und seinem neuroendocrinen kleinzellligen Tumor beide sich kennen - und schätzen lernten.
Persönlich begegneten sich dann beide auf den BPS-Tagungen im Oktober 2004 in Hannover und München.


#########################################

The SeedPods mailing list is intended for informational purposes only. Be
aware that much of the material on this list represents the opinions and
interpretations of other patients. Recommendations should NOT be regarded as
professional advice. Conduct your own research and discuss your options with
health care professionals involved in your care.

**********
My first appointment with Dr. Strum was on 7/18/96. He must have
spent 3 hours with me and my wife and was extremely thorough and very
helpful in charting a course of action for me. We had scheduled a
second appointment with him for mid August 1996, however Dr. Strum
called me at my house at 9:30 PM on a *Sunday night* to ask if I
wanted to be rescheduled and seen as his last appointment before he
left on vacation -or-reschedule when he came back from an unplanned
vacation. He said his lovely wife told him he needed a vacation and
she had planned an impromptu vacation to Canada for them and he "had"
to go. His call was a shortly before my scheduled appointment with him.

On the phone I told him I'd like to see him *before* he left for
vacation and as I didn't want to wait as I was in the process
decision making and needed his help to chose my primary therapy. I
was completely amazed that MY physician was calling MY house on late
on Sunday night to reschedule an appointment at MY convenience. What
a guy!

My wife and I make the 8 hour drive from the Northern California to
Southern California, get a motel and arrive to his office at 9:00
A.M., to see this prince of a doctor again. Then the bad news.....
we are told by the receptionist that "Dr. Strum had left on vacation
and would not be in the office today"! Boy, did I feel let down and
mad, although his staff tried to accommodate us.

Now, I am thinking......this guy is a bum. We drive all this way and
HE is now left on his vacation! I found it hard to understand why he
broke his appointment without at least giving us some appropriate
notice. I am steaming inside but I finally agreed to see one of his
associates, and then my wife and I are escorted to one of the back
rooms to wait. I really was very disappointed but I decided to calm
down and go with the flow.

Two minutes later, Dr. Steve Strum attired in tennis shoes and a
stethoscope with a little teddy bear on it, poked his head in the
door and said "Hi, and its good to see you again". He had made a
special trip in to see me as promised, and even his office staff
didn't know he was going to come in!

I know that I am very fortunate to have had him as one of my
physicians. He is a gem!

Howard (La Selva Beach, CA)

(05/28/96) dx, age 49, Gleason 6, bPSA 39, 4 of 6 cores positive
(06/03/96) Started CHT, Lupron, Eulexin, Proscar
(07/05/96) UCSF stages me as a T3a, NX, M0;
(07/11/96) Spectroscopic MRI@UCSF shows 40%-60% prob. extra
capsular ext.
(01/27/97) 3D Conformal EBR started (23 sessions) (Michael Dattoli,
M.D. - Florida)
(03/20/97) Seeded, 75 PD-103 seeds implanted (Michael Dattoli,
M.D.- Florida)
(06/15/97) END CHT (Lupron, Eulexin) after a total of 12 months
(07/07/06) PSA PSA <0.01

On Jan 15, 2007, at 3:38 PM, George Berger wrote:

>
> **********
> Stephen Strum IS a very special person.
>
> I "met" him on-line years ago, in 1994, immediately following my
> diagnosis with CaP. I believe we were still on Compuserve at the time.
>
> He gave me some excellent advice, and I ended up choosing EBRT and
> Brachy for my therapy.
>
> Steve - - if you're still reading this - - Godspeed and Fair Winds!
>
> Sincerely,
>
> George
> =-=-=-=-=-=-=
>
>

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Gruss Ludwig

JoScho
06.03.2007, 12:58
Hallo
Nach der Diagnose gestern fühle ich mich erstmal ..............Möchte so schnell wie möglich alles notwendige hinter mir haben.Das warten ist unerträglich.
Morgen Knochenzintigramm
Mittwoch 14.3. Ausscheidungsurographie
Da ich mein Verlauf diesem Forum mitteilen möchte würde ich gern ein persönliches Profil erstellen.
Name: Joachim<O:p
Alter: 46<O:p
Wohnort :Region Hannover<O:p
Tastuntersuchung Mit Verdacht
PSA am 31.01.07 = 14,0 Hausarzt
Rektaler Ultraschall und PSA Messung am 01.02.07 PSA = 14,7 Urologe
PSA am 22.02.07 = 16,1
Biopsie am 27.02.07
Befund am 05.03.07
Prostata-CA re. Seitenlappen PSA 16,1 Gleason 3+3 G2
Wie es weitergeht ?
<O:p
Gruß Joachim

JoScho
06.03.2007, 13:04
Hallo
Nach der Diagnose gestern fühle ich mich erstmal ..............
Möchte so schnell wie möglich alles notwendige hinter mir haben.
Das warten ist unerträglich.
Morgen Knochenzintigramm
Mittwoch 14.3. Ausscheidungsurographie
fehlt noch was ?
Da ich meinen Verlauf diesem Forum mitteilen möchte würde ich gerne ein persönliches Profil erstellen.
Name: Joachim
<O:pAlter: 46
<O:pWohnort :Region Hannover
<O:pTastuntersuchung Mit Verdacht
PSA am 31.01.07 = 14,0 Hausarzt
Rektaler Ultraschall und PSA Messung am 01.02.07 PSA = 14,7 Urologe
PSA am 22.02.07 = 16,1
Biopsie am 27.02.07
Befund am 05.03.07
Prostata-CA re. Seitenlappen PSA 16,1 Gleason 3+3 G2
Wie es weitergeht ?
<O:pGruß Joachim

wowinke
06.03.2007, 15:06
Hallo Jo Scho,
welchen Weg man einschlägt hängt davon ob Chancen vorhanden sind, kurativ(heilend) zu behandeln. Als kurative Behandlungsmethoden kommen theoretische die Prostatektomie (OP) oder die Bestrahlung (von ausssen oder und druch einen in die Prostata einesetzte Strahler) in Betracht. Diese beiden Methoden wirken lokal.

Ob eine Chance besteht kurativ zu behandelt hängt davon ab ob bereits ein Ausbreitung der Krebszellen erfolgt ist. Man kann hier zwischen einer Organ(Prostat)überschreitung mit infiltration benachbarter Gewebe(z.B Samenblase) und der Ausbreitung über Blutbahnen und Lymphbahnen unterscheiden. Wen zweites vorliegt dann spricht man von
einer Sytemsichen Erkrankung deren Verlauf man medikametös beeinflussen, aber in der Regel keine Heilung erreicht werden kann.

In den Partin tabellen (sind hier im Forum)
wir über die Statistik eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung in Abhängigkeit von PSA-Wert und Gleasonscore gemacht.

Um eine Aussage über die sytemsiche Ausbreitung zu bekommen würde ich mich an der Wahrscheinlichkeit des Lymphknotenbefalls orientieren.Bei Deinen Werten von deutlich über 10 mg/ng bei Gl 6 (aber noch nicht so schwindelerregend wie sie auch hier im Forum vorkommen). Lässt
sich eine Wahrscheinlichkeit des Lymphknotenbefalls ableiten die noch in den unteren niederigen Bereichen liegen dürfte. Damit könnte man kurativ ansetzen allerdings mit dem Risko, dass doch Lymphknoten befallen sind.

Als kurative Behandlung würde ich in deinem Alter auf Grund der fehlenden
Langzeiterfahrungen( 20-30 Jahre) bei jungen Patienten nicht auf die Bestrahlung setzen.

Bleibt die Op mit seinen Nachteilen (Potenz), mit deren Erhalt insbesondere wenn man mit einer Organüberschreitung rechnen muss, man nicht rechnen kann.

Die Alternative ist nicht kurtativ zu behandeln und druch "geschickt" Manipulation mit Hormonen das Wachstum "zubremsen" dies geht vereinfacht gesagt allerings nur eine bestimmte Dauer (Jahre, hier können
ggf unser Mitstreiter die dies anwenden mehr sagen) .

Alles alles Gute
Wolfgang

WinfriedW
06.03.2007, 16:07
Hallo Joachim,

ich würde an deiner Stelle schon aufgrund des jungen Alters auf jeden Fall eine lokale Therapie anstreben. Vermutlich würde ich mich für die RPE plus extendierter Lymphadenektomie entscheiden. Ich drücke dir die Daumen, dass du damit den Krebs für immer loswirst. Selbst wenn dem letztendlich nicht so sein sollte, bin ich in der Zwischenzeit fest überzeugt, profitierst du von der RPE, weil nach Entfernung des Muttertumors die medikamentöse Therapie länger wirkt. Es gibt zahlreiche reprospektive Betrachtungen, die diesen Zusammenhang belegen.

Ganz neu ist in diesem Forum dieses zu lesen:


Übersicht: durchschnittliche Zeitdauer bis zum Versagen der Hormontherapie (Zeitpunkt, zu dem sich bei der Hälfte der Patienten ein fortgeschrittenes Krebsstadium entwickelt hatte – Medianwert)

 Verbreitete Metastasen mit Symptomen: 8-9 Monate
 Verbreitete Metastasen ohne Probleme 18 Monate
 Knochenmetastasen in Becken und unterer Wirbelsäule 4-5 Jahre
 Lymphknotenmetastasen bei im Körper belassener Prostata 7-8 Jahre
 Lymphknotenmetastasen bei entfernter Prostata 50-95 % 10 Jahre
(abhängig von der Zahl der befallenen Lymphknoten)


Es gibt sogar Leute, die sich bei einem bPSA von 168 ng/ml operieren ließen:


Ich kann die Argumentation was die RPE angeht im Großen und Ganzen verstehen. Ich wurde einer RPE unterzogen pT3b, pNO (0/13LK), pMx, R0, Gleason-Score 3+4=7 bei einem bPSA von 168ng/ml. Ich habe mich zur Op deswegen entschlossen, weil das Tumorregister der Uni München eine erhebliche Überlebenszeitverlängerung für alle RPE-Operierten anzeigt. Ich konnte bei der präoperativen Ausgangslage nicht davon ausgehen, einen NO, RO-Befund (PSA 3 Monate nach Op <0,01ng/ml) zu bekommen und war trotzdem der Meinung, ich muss die Chance einer Lebensverlängerung nutzen. Diese Mitteilung möchte ich allen machen, die eine Op von vornherein bei hohen PSA-Werten ablehnen. Ich habe mich mit dem Leiter des Tumorregisters in Verbindung gesetzt. Ich kann und darf diese Literatur auf Power point öffentlich machen, weiß aber nicht, wie das in diesem Forum funktioniert.

Oder lies hier (http://www.uro.de/pdf/KON2.pdf) auf Seite 9: Kein Cut off-Wert bei hohem PSA - Auch bei höheren PSA-Werten kann daher durchaus eine radikale Prostatektomie gerechtfertigt sein.

bPSA=16,1 ng/ml ist kein ganz niedriger Wert mehr. Eine potenzerhaltende OP wird von daher kaum möglich sein. Andererseits habe ich den Eindruck, dass dein PSA zügig steigt. Vor diesem Hintergrund solltest du dich doch sehr bald entscheiden.

WW

Carola-Elke
06.03.2007, 17:36
....
Entscheidend für meine Empfehlung zur RPE ist ausschließlich das Alter des Betroffenen in Verbindung mit vorliegenden Langzeitstudien.

Spertel


Hallo Joachim,

Du befindest Dich in einer schlimmen Situation und eine schwere Entscheidung steht Dir bevor! – siehe mein Profil. Auch ich fand damals übers Forum zahlreiche Unterstützung und habe inzwischen sehr viel zu dem Thema gelesen. Du bist nicht alleine, auch wenn Du vermutlich in Deinem jungen Alter den Eindruck hast.
Ich empfehle Dir, nicht übereilt zu entscheiden wie es weitergehen soll und zuerst einmal gute Ärzte verschiedener Fachgebiete zu konsultieren, um Dir ein konkretes Bild Deiner Ausgangslage zu machen.

Alles Gute!


Hallo Spertel,

Deine Argumentation für eine RPE wegen des jungen Alters von Joachim und der angeblich vorliegenden Langzeitstudien kann ich nicht unwidersprochen stehen lassen.
M.W. nach existieren z.Zt. noch keine zuverlässigen Langzeitstudien zum Überleben nach RPE für die Patienten, die jünger als 50 Jahren alt waren, als sie radikal therapiert wurden.

Wenn Du mein Profil liest, wirst Du sehen, dass sich 2003 durch einen Zufallsbefund auch mein 47-jähriger Freund in einer sehr ähnlichen Situation wie Joachim befand, als er sich schweren Herzens zur OP entschloss - aPSA 17; Gleason der Biopsie wurde in Erlangen mit 3+3 angegeben und in HH UKE auf 3+4 nach oben korrigiert, wo sich Prof. Huland gegen eine RPE aussprach. Die 5-monatige 3HB bis zur Entscheidungsfindung machte die Gleasonbestimmung aus dem operierten Material unbrauchbar. Das klinische Tumorstadium war sowohl gem. der Biopsie als auch lt. eMRT präoperativ angeblich T3; nach der RPE relativierte man zu T2c, wahrscheinlich weil die 3HB die Beurteilung des positiven Schnittrandes verfälschte. Dr. Block aus Vaterstätten meinte damals, eine Brachytherapie in Kombination mit einer HB3 käme wegen der sehr beengten anatomischen Verhältnisse und der damit zu erwartenden Nebenwirkungen auf den Darm nicht in Frage. Es wurden keine positiven Lymphknoten bei der RPE entdeckt.
Seit der RPE besteht schlagartig und unverändert seit mehr als 3 Jahren völlige Impotenz bei einem vormals sexuell sehr aktiven alleinstehenden Mann, der seitdem in ständiger Angst vor einem Rezidiv sein Leben gestaltet, obwohl sein PSA < 0,01 ist.

Eine kurative Therapie wäre nur dann gegeben, wenn überhaupt kein Rezidiv nach der Ersttherapie entstünde oder zu erwarten wäre - daran kann man nach einer derartigen Ausgangslage mit 47 Jahren glauben oder auch nicht. Es könnten aber auch Mikrometastasen im Körper umherschwirren, die Jahre lang Zeit benötigen, bis sie zu messbaren Metastasen werden.
Bisher fehlen vergleichbare Studien zur wirksamen Therapie des PK beim rel. jungen Patienten, weil die PSA Messung als Früherkennungsmaßnahme noch nicht lange genug beobachtet werden konnte, um auf Ergebnisse von weit mehr als 10 Jahren der sich anschließenden Therapie zurückzublicken.
Dies gilt neben der Behandlung mit Hormonen in Kombination mit Seeds bestimmt genauso für die Fälle, in denen man 47-Jährigen als Monotherapie eine RPE empfahl und nun abwarten muss, welcher rezidivfreie Überlebensvorteil sich für sie langfristig wirklich ergibt.

Letztendlich ist die Entscheidung zu einer Therapie von vielen Faktoren - auch von den privaten Lebensverhältnissen - abhängig und ich denke, Joachim sollte keinesfalls in dem momentanen Schockzustand eine derartig eingreifende Entscheidung treffen, ohne sich vorher etwas Zeit zu nehmen, um sich mit verschiedenen Experten zu besprechen und sich deren unabhängige Meinung anzuhören.
Die Folgen der RPE müssen dem Patienten bewusst sein, bevor er sich dazu entscheidet. Ganz wichtig ist es, sich im Falle einer RPE unbedingt einem sehr erfahrenen und besonders guten Operateur anzuvertrauen, damit wenigstens die Kontinenz erhalten bleibt. Bei erfolgreichem einseitigem Nervenerhalt sollte man unbedingt für eine längere Zeit im Anschluss an die OP das "Kieler-Konzept" zum Erektionstraining anwenden.

Der Ausgang einer Therapie des PCa ist m.M. nach in diesem Alter in jedem Fall ungewiss.

Viel Erfolg wünscht

Carola-Elke

JoScho
06.03.2007, 17:39
Hallo
nach der Diagnose gestern fühle ich mich erstmal.....
Möchte so schnell wie möglich alles notwendige hinter mir haben.
Das Warten ist unerträglich.
Morgen Knochenzintigramm
Mittwoch 14.3. Ausscheidungsurographie
was fehlt noch ??
Da ich meinen Verlauf diesem Forum mitteilen möchte würde ich gern ein persönliches Profil einstellen.

Name: Joachim
Alter 46
Wohnort Region Hannover
Tastuntersuchung mit Verdacht
Psa am 31.01.07 = 14 Hausarzt
Rektaler Ultraschall und PSA Messung am 01.02.07 PSA =14,7 Urologe
PSA am 22.02.07 =16,1
Biopsie am 27.02.07
Befund am 05.03.07
Prostata-CA re. Seitenlappen (alle 3 Proben) links frei Gleason 3+3 G2
Wie gehts weiter????

Gruß Joachim

WinfriedW
06.03.2007, 18:27
Da ich meinen Verlauf diesem Forum mitteilen möchte würde ich gern ein persönliches Profil einstellen.Heißt das, dass du Probleme hast, dein persönliches Profil unter dem Namen anzulegen?

Gehe im eingeloggten Zustand auf Kontrollzentrum->Profil ändern

WW

WinfriedW
06.03.2007, 18:36
Seit der RPE besteht schlagartig und unverändert seit mehr als 3 Jahren völlige Impotenz bei einem vormals sexuell sehr aktiven alleinstehenden Mann, der seitdem in ständiger Angst vor einem Rezidiv sein Leben gestaltet, obwohl sein PSA < 0,01 ist.Liebe Elke, wenn mein PSA seit mehr als 3 Jahren < 0,01 wäre, dann würde ich die völlige Impotenz gerne in Kauf nehmen!


Bisher fehlen vergleichbare Studien zur wirksamen Therapie des PK beim rel. jungen Patienten, ....Was wäre dein Vorschlag? Einfrieren lassen bis gesicherte Zahlen vorliegen?

WW

Ottocar
06.03.2007, 18:48
[quote=Helmut.2;8869]Hallo, Joachim,

G2 und in deinem Alter, da würde ich Dir dringend dazu raten, eine Zeitmeinung bei einem der Referenzpathologen einzuholen!

Denn ein G2 ist kann ein GS 3+4(7) sein aber sie nächste Stufe ist schon GS 4+3 (7) und schon bist Du ein einer ganz anderen Situation = G3!

Hallo, Helmut-
komme mit Deiner Gleasonberechnung nicht klar.Wieso kann ein G2 einen Gleason 7 beinhalten, egal ob GS 3+4(7) oder GS 4+3(7). Mir ist klar, dass 3+4 besser ist als 4+3, aber ein G2 stimmt doch in etwa überein mit GS 5 bis GS 6 oderGIIa

Helmut.2
06.03.2007, 22:06
Grüß Dich Ottocar,

schaue Dir diese Skala mit Ruhe an. Einmal ist GS 3 + 4 (7) in gelb unterlegt Feld, das entspricht G2!

In rot unterlegten Feld GS 4 + 3 (7) G3! Obwohl beide GS 7 sind, besteht doch ein signifikander Unterschied!

http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=111&Itemid=108

Spätestens hier sollte der aha Efekt kommen, ansonst müßten es Dir andere noch besser erklären können od. müssen.

Wünsche dir alles Gute
Helmut

Carola-Elke
06.03.2007, 22:50
Liebe Elke, wenn mein PSA seit mehr als 3 Jahren < 0,01 wäre, dann würde ich die völlige Impotenz gerne in Kauf nehmen!

Was wäre dein Vorschlag? Einfrieren lassen bis gesicherte Zahlen vorliegen?

WW

Lieber Winfried,

ich würde immer den Einzelfall genau unter die Lupe nehmen wollen, bevor hier eine Therapie empfohlen wird, die in Wirklichkeit keine eindeutig positiven Langzeitstudienergebnisse, wie es oben von Spertel als scheinbares Argument für die RPE als sicherste Therapieoption geschildert wird, liefert.

Als Beispiel möchte ich hier auf einen Teilnehmer aufmerksam machen, der 5 Jahre lang nach seiner RPE einen PSA < 0,01 hatte - Carlos http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=1357 - und sich plötzlich mit einem PSA-Anstieg auf 0,36 konfrontiert sieht.

Wie kann das in Fällen wie diesem möglich sein, wo es zunächst so aussah, als sei durch die RPE der Krebs vollständig entfernt worden?

Übertrage dieses Szenario auf die Situation eines 46- oder 47-Jährigen, der nun eine Therapieentscheidung treffen soll, die ihn mit 52 Jahren, wenn er Pech hat, erneut vor die Wahl einer "kurativen" Behandlung stellt und die Frage aufwirft, ob sie nicht nur überlebensverlängernd sein kann.

Liegt Ludwig mit seiner Empfehlung zur Kombination aus lokaler (Seeds) und systemischer (HB) Therapie nicht auf der sichereren Seite?!

Viele Grüsse,

Carola-Elke

WinfriedW
08.03.2007, 10:04
Liegt Ludwig mit seiner Empfehlung zur Kombination aus lokaler (Seeds) und systemischer (HB) Therapie nicht auf der sichereren Seite?!Ob er damit auf der sichereren Seite läge, weiß ich nicht, aber es wäre eine mögliche Alternative. Die 3D-konformale Bestrahlung von außen käme allerdings hinzu. Ob die Therapie dann insgesamt weniger belastend wäre als RPE plus Lymphadenektomie (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=42884) und ob das längerfristige Rezidivrisiko danach geringer wäre ist fraglich. Auch die Potenz bliebe mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Strecke.

Letztendlich kann es Joachim nach RPE auch passieren, dass ihm eine zusätzliche systemische Therapie empfohlen wird oder schlechtestenfalls eine adjuvante Strahlentherapie.


Als Beispiel möchte ich hier auf einen Teilnehmer aufmerksam machen, der 5 Jahre lang nach seiner RPE einen PSA < 0,01 hatte - Carlos http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=1357 - und sich plötzlich mit einem PSA-Anstieg auf 0,36 konfrontiert sieht.Dieses Beispiel spricht m. E. nicht gegen die RPE. 5 Jahre rezidivfrei ist doch ein beachtlicher Erfolg. Da ist mit mir schwer zu diskutieren. Ich kämpfe um jeden Monat. Ein PSA-Rezidiv von 0,36ng/ml ist natürlich Mist, aber damit ist noch lange nicht alles verloren. Ich wäre froh, ich hätte dieses Problem.

WW

LudwigS
08.03.2007, 10:57
Liegt Ludwig mit seiner Empfehlung zur Kombination aus lokaler (Seeds) und systemischer (HB) Therapie nicht auf der sichereren Seite?!



Ob er damit auf der sichereren Seite läge, weiß ich nicht, aber es wäre eine mögliche Alternative. Die 3D-konformale Bestrahlung von außen käme allerdings hinzu. Ob die Therapie dann insgesamt weniger belastend wäre als RPE plus Lymphadenektomie (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=42884) und ob das längerfristige Rezidivrisiko danach geringer wäre ist fraglich. Auch die Potenz bliebe mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Strecke.


Es stand bei erwartetem T3 nicht RPE plus Lymphadenektomie zum Vergleich mit Seeds +HB, sondern Seeds+HB+EBRT, d.h. eine lokale+regionäre Bestrahlung + HB.

Wenn man sowieso fast mit Sicherheit mit einer R1-Situation rechnen, also die EBRT nachschalten muss, kann man auch komplett bei Bestrahlung bleiben. Das ist die Logik dahinter.

Gruss Ludwig

wowinke
08.03.2007, 13:29
Lieber Ludwig

Zitat:
Wenn man sowieso fast mit Sicherheit mit einer R1-Situation rechnen, also die EBRT nachschalten muss, kann man auch komplett bei Bestrahlung bleiben. Das ist die Logik dahinter.

Besteht denn hier nicht auch eine Wahrscheimlichkeit das es nicht organüberschreitend (T2) ist, und auch eine Wahrscheinlichkeit, dass
selbst bei einem T3 (organüberschreitend) negative Schnittränder (R0) bei der OP erzielt werden können. Sollte man nicht gerade im jungen alter dies nützen. Als gleich mit EBRT zu therapieren

Gruß
Wolfgang

LudwigS
08.03.2007, 15:03
Besteht denn hier nicht auch eine Wahrscheimlichkeit das es nicht organüberschreitend (T2) ist, und auch eine Wahrscheinlichkeit, dass
selbst bei einem T3 (organüberschreitend) negative Schnittränder (R0) bei der OP erzielt werden können. Sollte man nicht gerade im jungen alter dies nützen. Als gleich mit EBRT zu therapieren


Hallo Wolfgang,
alles läuft mangels exakten Wissens nur in Kategorien von Wahrscheinlichkeiten, und - das liegt in der Natur des Menschen, neigt man dazu, seine eigenen Entscheidungen sich selbst und anderen gegenüber als richtig zu bekräftigen, die man immer wieder so treffen würde.

Es kann alles schief laufen, was man man auch macht und es kann alles optimal laufen, was man auch macht.
Bei dem Beispiel von Howard Waage vor 2 Tagen, hat Dr. Strum ihm als 49-jährigen bei seinen Daten zu DHB+Seeds+EBRT geraten.
Er hat heute - nach 10 Jahren - PSA kleiner 0,01.
Er hat noch alle Lymphknoten und beide Schliessmuskel - und das Problem wahrscheinlich für immer los.
Garantien gibt es dafür nirgendwo.

Es sind ja auch nicht meine Erfahrungen, die ich hier einbringe, sondern habe mir die 25-jährigen von Dr. Strum zu eigen gemacht.
Strum ist weder Chirurg noch Strahlentherapeut, noch Hifu- oder Kryo-Mann.
Deswegen ist er in der Lage, differenzierter die Sache zu betrachten.
Und ich mache es auch.
Ich habe mir bei meinen Daten Seeds reinmachen lassen.
Meinem Schulfreund habe ich mit seinen Daten kurz vor Weihnachten zur OP geraten, mit der er bis jetzt ganz zufrieden ist.

Gruss Ludwig

wowinke
08.03.2007, 15:20
HAllo Ludwig,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich sehe des auch so wie Du es in Deinem
ersten Absatz beschrieben hast.

Und wenn der/Dein Erfahrungsschatz dich zu Dieser Position bringt ist dies so und so auch in Ordnung.

Gruß
Wolfgang

knut.krueger
08.03.2007, 16:54
Hallo Joachim,

ich möchte mich der Antwortgruppe, die Dir rät, in Ruhe zur Entscheidung zu kommen, anschließen. An Deiner Stelle würde ich nun sofort an die Uniklinik Ulm zu Prof. Reske gehen und ein Pet-Cholin-CT mit eMRT machen lassen, um eine bessere Information über die Ausdehnung Deines PKs zu bekommen. Weiter würde ich ein pathologisches Zweitgutachten anfordern, wenn Dein Erstbefund nicht von einem renommierten Institut kommt. Mit diesen Daten lässt sich dann die Therapieentscheidung objektiver treffen. Sollte Dein Arzt Dich nicht bei diesem Weg unterstützen, dann wende Dich an Ralf, der Dir dann per Mail aufgeschlossenere Ärzte in Deiner Nähe nennen wird. Meine Devise ist, um so genauer die Diagnose, um so besser das Wissen um die Therapieformen (mit diesen setze ich mich zurzeit auseinander), um so aussichtsreicher ist die Chance, den Kampf gegen den PK zu gewinnen. Deshalb Kopf hoch und die Initiative zum Agieren zurückgewinnen. In diesem Sinne viele Grüße
Knut.

P.S. Ganz wichtig: Der Kopf muss frei sein, und deshalb die Angst abschütteln. Viel im Forum- auch in den Archiven- lesen, und damit den eigenen Kenntnisstand über PK aufbauen, und dies zeigt dann auch, dass es fast immer Lösungen/Wege gibt auch für die schwierigsten Situationen, und dass man nicht alleine mit seinen Problemen ist.

JoScho
18.01.2012, 13:11
hallo liebe Mitbetroffene,

fünf Jahre sind vergangen das ich hier im Forum mit dem Beitrag: "Prostatitis oder Krebs" Hilfe gesucht habe.
Heute möchte ich mich für die vielen Empfehlungen und Ratschläge von euch, insbesondere Urologe "fs" bedanken.

Nach anfänglichem Zweifel den Richtigen Weg gegangen zu sein bin ich heute überzeugt, und würde zurückblickend sagen:"Alles richtig gemacht"

Ergebnis des PSA Tests vom 12.01.2012 = <0,01 = Amtsdeutsch: Heilungsbewährung erreicht.

In Anbetracht meiner besch...... Blutwerte bezüglich Cholesterin usw. und dem guten PSA Wert nach nunmehr fünf Jahren werde ich wahrscheinlich nicht an PK das zeitliche segnen.

Ich wünsche euch alles nur Erdenklich Gute.
Joachim

rembert
18.01.2012, 15:46
gratuliere dir zu diesem tollen Ergebnis. Das hört sich doch gut an.
Gruss Rembert

GeorgS
18.01.2012, 15:57
Hallo Joachim,

:):):):)

Gruß

GeorgS

Werner Sg.
19.01.2012, 22:09
super, gratuliere dir! Wird so bleiben!

spertel
20.01.2012, 07:48
Hi Joachim

In der Tat alles richtig gemacht, mein Glueckwunsch.

Mein Wert ist zwar nicht ganz so guenstig, vor 12 Monaten angeblich doch messbar mit 0,043 ng, jetzt im Dezember allerdings wieder unter 0,04 ng.

Ich lasse mich davon nicht mehr verrueckt machen und halte mir nunmehr immer die 15 Jahre vor Augen, die mir bei einem moeglichen Anstieg noch bleiben koennten.

Das waere ja auch schon etwas, immerhin waere ich dann schon 66 ! , meine Mutter hat gerade mal die Haelfte geschafft.

Ich freue mich fuer Dich..

Gruss aus Budapest

Reinhard