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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NATUR(liches) Vitamin D



Josef
01.03.2007, 17:22
Wir sollten doch auf das Vit. D achten, auch wegen der Osteoporose. Aber auch wegen der Anfälligjeit auf Knochenmetastasen.

Komme gerade von 90 Minuten joggen retour.

Bekanntlich produziert der Körper mit Hilfe der Sonne das natur(liche) Vit. D; wird wohl das Beste diesbezüglich sein.

Wieviel cm2 sonnenbestrahlte Haut, über welchen Zeitraum, sind frei zu halten, um den durchschnittlichen Tagesbedarf zu erreichen?

Ist da ein Unterschied, ob ich bewegungslos zur Sonne schaue, Oberschenkel und Unterarme unbedeckt, oder ob ich detto jogge?

Vit. D gehört zu den nicht wasserlöslichen Vitaminen. In wie weit ist auf der vorbeschriebenen Art eine Speicherung möglich und erwünscht?

Bitte hat jemand darüber etwas "abgespeichert", oder weiß eine Stelle zum Fragen bzw. einen Link?

Besten Dank im Voraus!

Gruß

Josef

Horst a
01.03.2007, 22:08
Hallo Josef,
Licht als „Vitamin“ [Bearbeiten (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Calciferol&action=edit&section=3)]
Definitionsgemäß sind Vitamine Substanzen, die der Körper selbst nicht herstellen kann aber zum Leben benötigt und daher zuführen muss. Die Vorstufen des sogenannten Vitamin D werden aber vom Körper selbst hergestellt. In diesem Falle wäre also das notwendigerweise zuzuführende „Vitamin“ das Licht, das zu dem 7-Dehydro-Cholesterin hinzukommen muss.
Die erforderliche Menge der UVB-Strahlung (http://de.wikipedia.org/wiki/Ultraviolettstrahlung) kann berechnet werden durch die Menge Vitamin D<SUB>3</SUB>, die bei einer minimalen Erythemdosis (http://de.wikipedia.org/wiki/MED) in der Haut gebildet wird: 10.000-25.000 IE Vitamin D<SUB>3</SUB> (10.000 IE entsprechen 250 µg; 12,5 µg entsprechen der Menge von 500 IE, die bei der Rachitisprophylaxe für Säuglinge täglich zugeführt wird). Für blasse Haut ist die minimale Erythemdosis an einem sonnigen Sommermittag in den südlichen USA nach 4-10 Minuten erreicht, ein afrikanischstämmiger Schwarzer benötigt entsprechend 60-80 Minuten. Je höher der Sonnenstand, desto höher ist das Verhältnis von UVB- zu UVA-Licht, da das kürzerwellige UVB-Licht durch die Athmosphäre wesentlich stärker absorbiert wird. Daher kann im Winter oberhalb einer Breite von 37° (Paris liegt auf dem 49. Breitengrad) nur noch wenig bis gar kein Vitamin D über die Haut gebildet werden <SUP class=reference id=_ref-Grant_0>[4] (http://de.wikipedia.org/wiki/Calciferol#_note-Grant)</SUP>. Um also 1000 IE Vitamin D<SUB>3</SUB> in der Haut zu bilden, muß man bei hohem Sonnenstand 40 % seiner Körperoberfläche für 25-50 % der Zeit bis zum Erreichen eines Sonnenbrandes dem Licht aussetzen. Bei niedrigem Sonnenstand mit vorwiegendem UVA-Anteil des Sonnenlichtes ist die Grenze zwischen Vitamin-D-Bildung und Sonnenbrand schmal oder eben gar nicht erreichbar. Es existiert ein internetbasierter Rechner, der für einen einzugebenden Ort und andere Bedingungen berechnet, wie lange die täglichen Lichtverhältnisse eine Vitamin-D-Bildung in der Haut erwarten lassen (Publikation unter [3] (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?itool=abstractplus&db=pubmed&cmd=Retrieve&dopt=abstractplus&list_uids=16958558), Website unter [4] (http://zardoz.nilu.no/~olaeng/fastrt/VitD.html)).
Das eigentliche „Vitamin“ (im übertragenen Sinne) ist also das Sonnenlicht. Aus historischen Gründen wird Calciferol aber noch als Vitamin bezeichnet. Aufgrund seiner endogenen (http://de.wikipedia.org/wiki/Endogen) Synthese und der Tatsache, dass seine Wirkung neben dem Syntheseort auch andere Gewebe betrifft, weist Vitamin D auch hormonalen Charakter auf. Biochemisch zählt es zu den Secosteroiden, die wiederum in ihrer Struktur den Steroiden (http://de.wikipedia.org/wiki/Steroid) ähneln. Über die Substanz „Vitamin D<SUB>3</SUB>“ ist also eigentlich das „in das Reagenzglas gebannte Sonnenlicht“ (Meinhard von Pfaundler (http://de.wikipedia.org/wiki/Meinhard_von_Pfaundler) *1872, †1947) wirksam .

Gruß Horst a

RuStra
18.03.2007, 15:47
Hallo Josef,
hallo Horst,

vielen Dank, dass ihr hier im Teilforum "Ernähung & Nahrungsergänzung" den VitD-Diskussionsfaden, der meinem Überblick nach bis ins Frühjahr 2002 zurückreicht, wiederaufgenommen habt.

Ich nehme die Übersetzung des entsprechenden Abschnitts in dem Buch von Dr.Myers zum Anlass, bei mir selbst (promann-homepage, Calcitriol- bzw. VitD-Seite) aufzuräumen und einen aktuellen Stand herzustellen. Es gibt derzeit vieles hier und da, selbst in unserer kleinen BPS-Gemeinde, das möchte ich eigentlich an einer einzigen Stelle haben.
Es gibt im Forumextrakt der KISP-Homepage sowohl einen Eintrag unter Nahrungsergänzung-Vitamin D als auch unter Medikamente-Rocaltrol. Dann gibts einen Sack voll Beiträge aus dem alten Forum. Im neuen Forum hat WW am 31.5.2006 unter dem Titel "Rocaltrol (Calcitriol)" einen Thread aufgemacht, aber im (Haupt-)Teil-Forum Diagnostik + Therapien. Sucht man nach Rocaltrol, finden sich gleich 15 Themen.

Kristian hatte seinen Teil der Übersetzung des Myers-Buches neulich gepostet, er hatte von den 10 Seiten, die Myers dem Vitamin D widmet, bereits 7 Seiten vorgelegt - die ich hier des Zusammenhangs wegen nochmal mit poste. Die restlichen 3 Seiten kommen hier nun von mir.

Ich denke, dass wir mit diesen zusammenhängenden Überlegungen von Myers nunmehr einen guten Update des Themas Vitamin D bzw. Calcitriol bzw. Rocaltrol haben bzw. machen können.

grüsse,
Rudolf

+++++++++++++++++++++++++++++


Dr. Charles „Snuffy“ Myers
Beating Prostate Cancer – Hormontherapie und Ernährungsweise

Kapitel 10
Diet & Lifestyle

S.149 ff.

[in der Übersetzung von Kristian]

Vitamin D

Ich eröffne die Diskussion mit Vitamin D und widme ihm den größten Teil dieses Abschnitts, weil ich denke, dass es insgesamt das wichtigste Ergänzungsmittel für die Behandlung von Prostatakrebs ist. Vitamin D wurde zu einem Gegenstand des Interesses sowohl auf dem Gebiet der Allgemeingesundheit und dem Studium der Prostata Gesundheit. In der Tat ist es erfrischend zu wissen, dass man mit einigen einfachen Ernährungs-Änderungen einen großen Einfluss auf die Gesundheit nehmen kann, sei es im Zusammenhang mit einer lebensbedrohenden Krankheit, wie Prostatakrebs, oder dass man sich einem Lebensstil –Muster unterwirft, das möglicher Weise dabei hilft länger zu leben und die Lebensqualität zu verbessern.

Es hat große Fortschritte gegeben für unser Verständnis von Vitamin D in den letzten Jahren. Dies führte vor kurzem zu einer NHI-Konferenz über Vitamin d und zu vielen Diskussionen in den Prostatakrebs – Internet - Erfahrungsgruppen.

Die erste größere Änderung ist, dass es eine Meinungsänderung gegeben hat wie viel Vitamin D man jeden Tag benötigt. Die empfohlene tägliche Dosis von 400 IU basierte auf der Menge die benötigt wird um der Rachitis vorzubeugen. Natürlich wurden diese Studien an kleinen Kindern vorgenommen, und somit war es ein großer Fehler anzunehmen, dass dies auch die angemessene Menge für Erwachsene sei.

Es ist immer eine riskante Einstellung nur auf ein einziges Papier oder Forschung hinzuweisen um ein Feld zu verändern, aber es gibt tatsächlich ein Papier, das in 1999 veröffentlicht wurde, im American Journal of Clinical Nutrition durch Reinhold Vieth aus Toronto, Kanada, das meine Sicht / Ansicht bezüglich Vitamin D revolutioniert hat. In diesem Artikel stellt Vieth fest, dass die gegenwärtig übliche Menge von 400IU unzureichend ist. Während Vitamin D sehr bekannt für deine Fähigkeit ist Rachitis bei Kindern zu verhindern, kann es auch das Risiko für Osteoporose, Diabetes, Herzkrankheiten, Muskelschwäche und viele andere Krankheiten reduzieren. Vieth weist darauf hin, das Menschen, die der Sonne ausgesetzt sind, sehr schnell große Mengen von Vitamin D produzieren – weit über 400 IU hinaus. Tatsächlich können junge Menschen in den 20ger Jahren nach 20 Minauten in der Sommersonne 20.000 IU produzieren. Es ist auch klar, dass man von einem Sommer-Sonnenbad keine Vitamin D Vergiftung bekommen kann, dass wir offensichtlich viel höhere Mengen von Vitamin D ertragen können als nur die 400IU. Vieth argumentiert auch es sei unrealistisch anzunehmen, dass wir diese Fähigkeit zur Vitamin D-Produktion entwickelt hätten, wenn wir dieses nicht benötigten. Das beste Verständnis für diese Fähigkeit ist die, dass die Menschen ausgestattet sind große Mengen von Vitamin D in den Sommermonaten zu produzieren und den Überschuss in ihren Fettgeweben zu lagern. Diese Vorräte dienen dann dazu das Risiko eines Mangels an Vitamin D während der Wintermonate zu verringern.
Leider bekommen viele von uns viel weniger Sonne als unsere Vorfahren. Viele von uns müssen nicht mehr jagen oder Ackerbau betreiben um uns zu ernähren. Der Durchschnittamerikaner verbringt den größten Teil seines Arbeitstages indoors. Und wenn einmal das Sonnenlicht durch ein Glassfenster gedrungen ist, verliert es die Fähigkeit Vitamin D in unserer Haut zu generieren. Je dunkler unsere Haut, umso weniger Vitamin D wird produziert für eine gewisse Menge an Sonneneinstrahlung. Auch wenn wir älter werden, wird unsere Haut immer weniger effizient für die Produktion von Vitamin D während eines Sonnenbades. Als ein Ergebnis von Hautalterung und verringertem Sonnenbadens ist ein Vitamin D Mangel recht verbreitet bei Menschen über 80Jahren. Einige Lebensmittel beinhalten viel Vitamin D, einschließlich Fisch und Milch, die mit Vitamin D angereichert wurde. Viele Menschen aber essen keinen Fisch und viele vertragen auch keine Milchprodukte. Als Ergebnis haben viele Amerikaner einen viel geringeren Vitamin D Level als er optimal wäre.

Aber wie viel Vitamin D sollte man nehmen, wenn man kaum sonne abbekommt? Die besten gegenwärtigen Einschätzungen liegen bei 4 bis 5.000 IU täglich. Die beste Einschätzung für die unter uns mit routinemäßiger Sonnenbestrahlung würde 2.000 IU sein.
Ich weise aber darauf hin, dass diese Zahlen lediglich Schätzungen sind. Wir haben keine randomisiert kontrollierten Studien, die lange genug laufen um festzuschreiben, wie viel benötigt wird um alle Nutzen zu erreichen.


Was bewirkt Vitamin D?

Vitamin agiert nicht direkt. Der wissenschaftliche Name für Vitamin D ist Cholecalciferol. Cholecalciferol wird in der Leber umgewandelt zu 25 Hydroxy-Cholecalciferol (Calcidiol) was die hauptsächliche Form von Vitamin D im Blut ist.

Tatsächlich ist der Calcidiol Blutspiegel das beste Einzelmaß um festzustellen, ob man genug Vitamin D bekommt. Generell wird ein Blutwert von weniger als 20-40 nmol/L Calcidiol als Mangel definiert. Aber das ist weit davon entfernt optimal zu sein. Eine der Hauptaufgaben von Vitamin D ist die Absorbierung von Calcium im Darm zu fördern; Eine Erhöhung von Calcidiol von 20-40 nmol/L auf 100 nmol/L wird gleichgesetzt mit einer sehr bedeutsamen Steigerung der Calcium-Absorbierung.

Während Calcidiol die hauptsächliche Form des Vitamin D in unserem Blut ist, so ist es doch nicht in dieser Form verantwortlich für die gesundheitlichen Nutzen, die ich o. a, habe. Der wichtigste Schritt in diesem Prozess ist die Umwandlung von Calcidiol in Calcitriol. Das meiste des Calcitriol das in unserem Blut gefunden wird in der Niere aus Calcidiol produziert. Aus diesem Grunde haben Menschen mit schweren Nierenproblemen oft nicht genug Calcitriol um die Gesundheit ihrer Knochen zu unterstützen und benötigen daher zusätzlich Calcitriol um ernsthafte Knochenprobleme zu verhindern. In diesen Fällen sind Vitamin D und / oder Calcidiol nicht ausreichend, weil der Mensch beide nicht in Calcitriol umwandeln kann.

Während die Umwandlung von Calcidiol in Calcitriol in der Niere passiert, geschieht ei beachtlicher Teil der Umwandlung auch in anderen Geweben wie unserer Haut. Calcitriol scheint in der Tat sehr wichtig zu sein für die Gesundheit unserer Haut.



Prostata Gesundheit & Vitamin D

Normale Prostatazellen sind eine der Orte, wo Calcidiol sich umwandelt in Calcitriol. Das ist für die Gesundheit der Prostata sehr wichtig, weil wenn der Vitamin D-Level zu niedrig ist, das Risikoeiner gutartigen prostatischen Hypertrophy oder BPH steigt. Warum? Nun, Calcitriol verlangsamt das Wachstum der Prostatazellen, und hält die Kapsel auf Normalgröße. Eine sehr interessant kürzlich gemachte Beobachtung ist, dass Prostata Krebszellen die Fähigkeit verlieren, Calcidiol in Calcitriol umzuwandeln. Und es gibt jetzt vielfältige Beweise, dass Calcitriol das Wachstum von Prostata Krebszellen unterdrückt. Weil viele Prostata Krebszellen nicht ihr eigenes Calcitriol produzieren, ist der einzige Weg an diesen Wirkstoff zu gelangen ist durch Calcitriol in der Blutbahn. Diese Tatsache erklärt, warum viele epidemiologische Studien Calcitriol in Zusammenhang bringen mit metastasierendem Prostatakrebs oder gar Tod durch den PC. Und Giovannucci und Kollegen von der Harvard School of Public Health fanden heraus, dass das Risiko eines metastasierenden Prostatakrebses erheblich geringer war, wenn der Calcitriol-Blutwert über 40 pg/ml lag.

Während Calcitriol allein das Wachstum des Prostatakrebses verlangsamen kann, ändert diese aktive Form von Vitamin D den Krebs auf eine Weise, die es sensibler macht für andere Formen der Krebsbehandlung. Das dramatischste Beispiel hierfür ist die Wirkung von Calcitriol auf die Aktivität von Taxotere (Docetaxel). Wenn man eine Hochdosis von Calcitriol einen Tag vor Taxotere hinzugibt, verdoppelt das nahezu die Reaktionsrate dieser Chemotherapie-Medikamentierung bei gleichzeitiger Verringerung der Nebenwirkungen von Taxotere.

Wenn der Prostatakrebs die Knochen involviert, vergrössert es die Menge von Calcium an den betroffenen Stellen. Dieser Zuwachs erfolgt zulastendes übrigen Skeletts. Aus diesem Grunde entwickeln Männer mit Prostatakrebs oft Osteoporose (Osteopenia) im Rest ihres Skeletts. Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs kann der Zufluss von Calcium hin zu den involvierten Knochen so groß sein, dass die Patienten unter einem abnormal niedrigen Calciumspiegel im Blut leiden. Der Körper reagiert auf diese Herausforderung durch die Produktion von des parathyroiden Hormons, einem Hormon, das Knochen aufbricht um genug Calcium zu befreien um den normalen Blutlevel dieses Minerals wieder herzustellen. Dieser Prozess beschleunigt nicht nur die Zerstörung der Knochen, die nicht vom Krebs befallen sind, sondern verursacht auch Knochenschmerzen. Calcitriol ist eine sehr effektive Behandlung eines fortgeschrittenen parathyroiden Hormonspiegels und kann erheblich den Knochenzusammenbruch verlangsamen und die allgemeinen Knochenbeschwerden lindern.
Aus allen diesen Gründen glaube ich, es gibt keine Kontroverse über die Tatsache, dass es für Prostatakrebs-Patienten sehr wichtig ist, einen adäquaten Calcitriol Blutspiegel zu erhalten. Die Hauptkontroverse liegt darin, wie dies am besten zu erreichen ist.



Calcitriol & Prostatakrebs

Bis vor kurzem konzentrierten sich die veröffentlichten klinischen Studien zum Prostatakrebs darauf, wie Calcitriol am besten verabreicht werden kann um einen optimalen Nutzen zu erzielen. Aber die Verabreichung von Calcitriol veranlasst den Körper mehr von einem Protein zu produzieren als es zerstören kann: das 24-Hydroxylase (Google: Hydroxylase des Cholesterins 24).

Dies hat zu mehren Vorschlägen geführt, wie man das Calcitriol schützen kann, wenn es einmal in den Blutstrom gelangt ist. Drs Peehl und Feldman von der Stanford University trugen eine interessante Idee vor: Diese Autoren hatten festgestellt, das Ketokonazole, einem Mittel, das Pilzerkrankungen behandelt, die Fähigkeit der 24-Hydrocylase blockiert, Calcitriol zu zerstören. Während Ketokonazole in Dosierung von bis zu 400 mg alle acht Stunden genutzt wird bei Prostatakrebs, kann eine Dosierung von etwa 200 mg pro Tag ausreichen, Proteine zu blockieren, die Calcitriol zerstören.

Ein anderer Ansatz, der vorgeschlagen wurde, ist, Calcitriol zu verabreichen mit Vitamin D oder Calcidiol; Die Idee ist, die 24-Hydrxylase zu überwältigen. In unserer Klinikhaben wir seit Jahren Patienten mit Calcitriol behandelt mit einer Dosis von 0.5 mcgs pro Tag. Bei einer großen Mehrheit der Männer war diese Dosis ausreichend um den Calcitriol-Blutspiegel über der Marke von 40 pg/ml zu halten. Wenn wir die Calcitriol-Dosis erhöhten auf täglich 0.75 oder 1 mcg, entwickelten die Patienten gewöhnlich einen erhöhten Calciumspiegel im Blut. Ich betrachte das als einen positiven Beleg dafür, dass es für viele Patienten kein Problem darstellt so viel Calcitriol bereitzustellen wie der Patient es ertragen kann. Ein anderer viel interessanterer Ansatz wurde kürzlich von Dr. Reinhold Vieth getestet, dem Autor des 1999 erschienen Papiers, das viele von uns dazu stimulierte, die optimale tägliche Dosis von Vitamin D zu überprüfen. Vieth behandelte 15 Patienten, die nach einer Operation bzw. einer Strahlentherapie einen Rückfall hatten, mit einer Dosis von 2.000 IU Vitamin D (Cholecalciferol) pro Tag. Bitte erinnern Sie sich, das ist die Dosis, die die meisten Menschen für den Erhalt einer guten Gesundheit benötigen. Bei 9 Patienten (60%)sank entweder der PSA-Wert oder blieb auf dem gleichen Niveau für 21 Monate. Der mittlere PSA-Verdopplungswert ein Indikator für die Wachstumsrate des Krebses, ging von 14.3 Monate vor Gabe des Vitamin D auf 25 Monate.

Dieser Ansatz hat mehrere Vorteile gegenüber Calcitriol-Verabreichung. Vitamin D ist problemlos überall erhältlich über die Ladentheke, während Calcitriol verschreibungspflichtig ist. Vitamin D ist sehr billig wogegen Calcitriol sehr teuer ist: Ein Problem, wenn Ihre Versicherung keine verschreibungspflichtigen Medikamente bezahlt. Vitamin D, und sein wichtigster Metabolit, Calcidiol, verschwinden langsam aus dem Körper, während Calcitriol sehr schnell verschwunden ist. Das heißt, wenn Sie Vitamin D für mehrere Tage nicht bekommen, gibt es deutlich weniger Auswirkungen als mit Calcitriol. Es gibt einige mögliche Limitationen bei Vitamin D, aber diese sollten einfach zu behandeln sein. Wenn sie eine Menge Calcium und / oder Phosphat einnehmen (wie z. B. in Diet Colas oder Milch) wird die Bildung von Calcitriol aus Vitamin D und Calcidiol dramatisch abnehmen. Wenn Sie eine Menge Zucker essen, insbesondere Fruchtzucker (Fruktose), bilden Sie plötzlich vielleicht zu viel Calcitriol, was zu gefährlich hohen Calcium-Werten führt.

Hinzu kommt, dass das Calcitriol, das im Blut nach der Gabe von Vitamin D erscheint, grösstenteils in den Nieren gebildet wird. Sie haben vielleicht den Urinfluß blockiert durch den Krebs, lange genug, dass ihre Nieren nicht mehr gut genug funktionieren. Ein Katheter könnte eine bakterielle Infektion der Blase oder der Nieren verursacht haben. Zometa, eine der Mittel, die zur Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakrebses gemeinhin genutzt werden, kann Nierenschäden verursachen. Eine mehr subtile Art von Nierenschädigungen entwickelt sich während wir älter werden. Durchschnittlich hat ein 80-Jähriger nur die Hälfte der Nierenfunktion eines 20-Jährigen. Also können Männer über 80 möglicherweise nicht so gut Calcitriol produzieren wie jüngere Patienten. Für Patienten die nicht ausreichend Calcitriol produzieren, wenn sie diese höheren Dosen von Vitamin D3 einnehmen, ist Oral-Calcitriol eine vernünftige Alternative. Ein zusätzlicher Vorteil: Wenn Ihr Arzt die Kombination aufzeigt von Schlechter Nierenfunktion, einem niedrigem Calcitriol-Blutwert und einem erhöhten parathyroiden Hormon-Level, könnte es sein, dass es einfacher ist Ihre Versicherung dazu zu bewegen die Kosten für Calcitriol zu übernehmen.

[ab hier Übersetzung Rudolf]


Wie ist es mit Sonnenbaden?

Lediglich 10 bis 20 Minuten Sommersonne kann, setzt man sich ihr aus, mehr als 10.000 IU Vitamin D produzieren. Darüberhinaus kann überschüssiges Vitamin D während des Sommers in den Körperfett-Depots gelagert werden, um es während der Wintermonate zu nutzen. Es würde demzufolge ein leichtes sein, sicherzustellen, während der Sommermonate genügend Sonne abzubekommen.

Diese einfache Vorstellung ist aber eine sehr umstrittene Sache geworden.
Auf der einen Seite haben verschiedene Bücher, so das von Michael Holick „Der UV Vorteil [The UV Advantage]“, einen sehr starkes Plädoyer für diesen Ansatz vorgetragen.
Auf der anderen Seite machen Dermatologen geltend, dass Sonnenlicht-Exposition frühzeitiges Haualtern und erhöhtes Risiko von verschiedenen Haukrebsen mit sich bringt.

Meine eigene Meinung dazu ist, dass Sonnen-Exposition eine leichte Methode ist, um an Vitamin D3 in grossen Mengen heranzukommen, aber dass es verschiedene Probleme gibt. Dauerndes Sonnenbaden beschleunigt in der Tat Hautalterung. Es spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Grauem Star. Was noch beunruhigender ist: Sonnenbaden drückt das Immunsystem. In einem aktuellen Papier in Nature Medicine zeigten Forscher, dass die Unterdrückung des Immunsystems durch Sonnen-Expositon stark genug war, um Transplantate vor Abstossung zu schützen! Das ist das letzte, was Krebspatienten brauchen. All diese Probleme sind -ich sage das mit aller Fairness- noch viel schwerwiegender bei denen, die keine Pigmentierung in der Haut haben. Vielleicht ist die Tatsache, dass ich einen hellen Taint habe, der Grund für meinen speziellen Blick auf diese Kontroverse.

Nichtsdestotrotz, D3-Pillen sind leicht beziehbar und ausserdem auch günstig. Orales Vitamin D3 verursacht keine Hautalterung, keinen Hautkrebs, keinen Grauen Star oder Immunsuppression. Aus diesen Gründen plädiere ich eindrücklich für die Einnahme von oralem D3 im Vergleich mit Sonnenbaden.

Wenn Sie einen dunklen Taint haben, besonders wenn Sie Afro-Amerikaner sind, dann kann Sonnenbaden eine attraktivere Alternative sein. Dunkle Haut ist weniger anfällig gegenüber moderater Sonnen-Exposition. Mindestens eine Studie legt nahe, dass bei Afro-Amerikanern die Immunsuppression viel weniger wahrscheinlich ist. Allerdings muss man sich darüber im klaren sein, dass man eine viel längere Sonnen-Exposition benötigt, um vergleichbare D3-Level zu bekommen und dieser Umstand mag in einem geschäftigen Alltag schwierig sein. Es kann tatsächlich zehn mal länger dauern für einen Afro-Amerikaner, diegleiche Menge Vitamin D zu produzieren wie ein blondes oder rothaariges Individuum.
Zusammengefasst scheint mir orales Vitamin D3 die vernünftigste Lösung zu sein.


Meine Empfehlung

Wie ich weiter oben schon ausführte, empfehle ich für die meisten Männer mit Prostatakrebs ebenso wie für diejenigen, die Prostatakrebs vorbeugen wollen, eine tägliche Dosis Vitamin D von 4000 IU, obwohl die empfohlene tägliche Dosis lediglich bei 400 IU liegt. Ich messe bei Männern mit Prostatakrebs routinemässig alle 3 Monate den PSA und versuche darüber hinaus einen Serum-Calcidiol- oder 25-Hydroxyvitamin-D-Level von 50 bis 80 nmol/L zu erreichen. Mindest zu Anfang messe ich den Calcidiol- und Calcitriol-Blut-Level mit dergleichen Häufigkeit. Wenn es sich als unmöglich herausstellt, einen Calcidiol-Pegel [hier steht im Buch „calcitriol“ – das scheint mir ein Druckfehler] von über 40 pg/ml zu erreichen, würde ich überlegen, zu Calcitriol zu wechseln.

Männer mit Nierenproblemen oder einem Alter über 80 Jahren, brauchen sehr wahrscheinlich eher Calcitriol als Vitamin D. Die Anfangs-Dosis ist 0,5 mcgs täglich. Wir messen ebenfalls die Parythyroid-Hormone und justieren die Dosis, um das Paratyhroid-Hormon-Level anzupassen.

Wenn Sie es sich zur Gewohnheit machen, die Sonne zu vermeiden, kann es ein, dass Sie 5000 IU brauchen. Die Mehrheit der Amerikaner kommen dieser täglichen Menge von Vitamin D überhaupt nicht nahe und so ist im Ergebnis ein Vitamin-D-Defizit gang ung gäbe. Das wiederum verschlimmert viele übliche Krankheiten.

Wir leben in einer Zeit, in der Fettleibigkeit und die darauf meist folgende Diabetes mit erschreckenden Zuwachsraten um sich greifen. Vitamin-D-Defizit verschlimmert beides. Ein Mangel an Vitamin D steigert ausserdem das Risisko von Bluthochdruck. Umgekehrt beschleunigen Bluthochdruck, Diabetes und Fettleibigkeit die Entwicklung von Herzkrankheiten; unzureichende Vitamin-D-Level erhöhen das Risiko von Herz-Attacken und Herz-Versagen aufgrund von Gefässverschlüssen [congestive heart failure].

Bei älteren Menschen sind Stürze häufig und Hauptgrund für Hospitalisierung, Pflegeunterstützung zu Hause, und darauffolgende Todesfälle. Verschiedene klinische Studien haben gezeigt, dass Vitamin D Supplemente das Risiko, zu stürzen, erheblich reduzieren konnten. Viele der Älteren, die einen Sturz haben hinnehmen müssen, haben aussderdem Osteoporose, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Knochenbrüchen beim Sturz erhöht wird, was die Wiederherstellung kompliziert. Wenn Sie also sicherstellen, dass Sie genug Vitamin D zu sich nehmen, reduzieren Sie dadurch Ihr Osteoporose- wie auch Knochenbruch-Risiko.

Zum Abschluss bleibt festzuhalten: Die vier führenden Todesursachen bei Kreb sind Lungen-, Darm-, Brust- und Prostatakrebs. Vitamin D reduziert das Sterberisiko bei alle diesen vier Krebsarten.

Günter Feick
18.03.2007, 19:16
Hallo Rudolf,

vielen Dank für Deinen Bericht zum Vit. D. Du hast mich inspiriert die folgende Information zu Calcitriol speziell und Vitamin D insgesamt hier einzustellen.

Günter

Dr. Strum: "Die Antwort auf die Frage nach der besten Form und Art der Anwendung des Vit. D ist sehr bedeutsam. Hierzu möchte ich einige wichtige Notizen von Dr. Glenn Tisman, Onkologe weitergeben -

1. Die Halbwertzeit von gewöhnlichem Vitamin D3 (25 Hydroxy Cholecalciferol) beträgt 16 Tage. Es wird im Körper aktiviert innerhalb von 2 – 6 Stunden
2. Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol) hat eine Halbwertzeit ist 3 – 6 Stunden und wird sofort im Körper aktiviert.
3. Gewebe, wie auch das normale Prostatagewebe, Prostatazellen, Prostatakrebszellen, Darmzellen, Darmkrebszellen und Knochen können das gewöhnliche Vitamin D3 (Hydroxy Cholecalciferol) in Calcitriol umwandeln.
4. Einnahme von Rocaltrol alleine führt zu einem Vitamin D Mangel
5. Rocaltrol verschwindet innerhalb von 12 – 15 Stunden und beschränkt die Vitamin D Aktivität auf das Vitamin D3 (25 Hydroxy Cholecalciferol) und seine Umwandlung in der Prostata in Calcitriol, die reduziert wird durch Rocaltrol. Die Gabe von Rocaltrol alleine an Prostatakrebskranke führt zu einem Vitamin D Defizit dieser Personen, den ich selber festgestellt habe. 75% meiner Krebspatienten haben einen Vitamin D Defizit und die meisten Prostatakrebs Patienten mit Knochenmetastasen haben außerdem sekundären Hyperparathyroidismus (Störung der Nebenschilddrüse; Überfluß an Parathormon, Phosphat und Kalzium können diese Störung auslösen). Deshalb nehmen meine Patienten 4.000 internationale Einheiten Vitamin D3 Cholecalciferol. Außerdem rezeptiere ich noch Rocaltrol wie gewöhnlich. Ob dies die optimale Vitamin D3 Dosis für Patienten mit Rolcaltrol Einnahme ist, müssen weiter Beobachtungen zeigen.

Dr. Myers fügte hinzu -
Eine einzige Gabe Calcitriol bedeutet 16 Stunden pro Tag ohne Vitamin D Behandlung. Ausreichend hohe Dosen Vitamin D3 Cholecalciferol sichert eine andauernde Versorgung mit Calcitriol, rund um die Uhr. Es gilt auch Sicherheitsaspekte zu beachten. Der Körper besitzt mehrere Abwehrmaßnahmen gegen zu hohe Mengen von Vitamin D3 Cholecalciferol und seine Umwandlung in Calcitriol, jedoch wenige Mechanismen gegen zu hohe Calcitriolmengen, die toxisch sein können. Außerdem ist Vitamin D3, Cholecalciferol sehr preiswert.

RuStra
18.03.2007, 20:36
Hallo Rudolf,

vielen Dank für Deinen Bericht zum Vit. D. Du hast mich inspiriert ...

Hallo Günter,
am 11.6.05 war das aber anders: da hast Du das auch schon ins Forum gestellt, am 12.6. hatte ich mich bedankt - jetzt bedanke ich mich schon wieder ...
Das ist das Problem bei beinahe Jahrzehnten Forum und Myriaden von Beiträgen: Dass die Redundanz langsam steigt u. der Überblick nicht unbedingt besser wird. Deswegen habe ich heute Nachmittag die Seite
http://www.promann-hamburg.de/VitD.htm
aktualisiert und dort unter
http://www.promann-hamburg.de/Texte/VitD/VitD-Forum.pdf
alles, was ich gefunden habe, zusammengetragen - allein die Sucherei auf KISP, BPS, bei mir auf der Platte usw. hat knapp zwei Stunden gedauert. Jetzt sinds 37 Seiten, demnächst sicher mehr?
grüsse,
Rudolf

RuStra
08.06.2007, 20:17
Hallo Supplement-Freunde und -Freundinnen,

Vitamin D ist länger kein Geheim-Tipp mehr - jetzt gibts ne Studie mit 1179 Frauen, mit einem bombigen Ergebnis: Gegenüber denjenigen Frauen, die in der Studie kein VitD genommen hatten, haben die "VitD-Frauen" ein 60% geringeres Risisko gehabt.
Das lässt sich sehen.
Ein Hoch auf VitD, D3, die Sonne, Calcitriol, Rocatrol !!

Was ich gefunden habe, liegt auf:
http://www.promann-hamburg.de/Texte/VitD/AJCN-0706-VitD-60prozent.doc

grüsse,
Rudolf

Gerd01
10.09.2007, 14:57
Hallo,

ich habe eine neue Studie entdeckt zum Thema zusätzliche Vitamine:

http://www.prostata.de/m_0706_vitamine.html?utm_source=nl0743&utm_medium=mail (http://www.prostata.de/m_0706_vitamine.html?utm_source=nl0743&utm_medium=mail)

Wenn dies stimmen sollte, dann könnte man ja während der Prostatakrebs-Therapie die zusätzliche Einnahme von Vitaminen, Selen, etc. vergessen. Denn das Risiko für ein Fortschreiten wäre zu hoch.

Hat jemand eine Ahnung, ob diese Studie nur eine Einzelmeinung ist, oder ist da wirklich etwas dran.

Vielen Dank.

Gerd01
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