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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OP aber wo



JoScho
08.03.2007, 18:09
Hallo
Mein Urologe rät mir in meiner Situation (siehe Profil) zu einer Operation.
Auch der Hausarzt meint das bei einer Operation die besten Heilungaussichten gerade im Alter von 46 Jahren bestehen. Auch ich kann mir vorstellen dass es besser ist den Tumor zu entfernen und dann wenn nötig eventuell weitere Maßnahmen einzuleiten.
Nun habe ich gelesen dass es bei einer Operation wichtig ist sich einen erfahrenen Operateur anzuvertrauen damit die OP möglichst Nerven schonend ausgeführt wird.
Auch möchte ich so schnell wie möglich alles hinter mir haben.
Das warten macht einen fertig.
Die Knochenzntigraphie habe ich gestern gemacht das Ergebnis liegt Montag vor. Am Mittwoch muss ich zur Ausscheidungsurographie.
Ich hoffe das damit alle Voruntersuchungen abgeschlossen sind.
Mein Urologe schlägt mir einen Arzt in Hannover im Henriejettenstift vor.
Dort könnte ein Termin aber frühestens nach Ostern erfolgen.
Kennt jemand alternativen oder wo hat man im Großraum Hannover die meisten Erfahrungen mit Prostata Operationen.
Joachim

knut.krueger
08.03.2007, 18:28
Hallo Joachim,

Ich würde nicht sofort in die Operation starten, sondern erst Die Diagnoseseite ausschöpfen, wie ich es in meiner Antwort zu Deinem ersten Thread dargelegt habe. Aus meiner Sicht gibt es bei Dir zu viele Ungereimheiten in der vorliegenden Diagnose . Auch ist das Knochensintigramm nicht sehr aussagefähig und gibt Dir keinen Aufschluss über die Sachlage in/um Deine Prostata. Ein PET-CT mit eMRT liefert Dir aufschlussreichere Erkenntnisse. Eine Operation ist schnell gemacht aber auch nicht mehr rückgängig zu machen, wenn sich dann zeigt, dass schon eine systemische Erkrankung vorlag. Das schnelle Handeln bringt Dir keine Vorteile. Deshalb noch einmal mein Rat, Ruhe bewahren und zu aussagefähigerer Diagnose kommen und dann handeln.

Gruß Knut.

JoScho
08.03.2007, 18:48
Hallo Joachim,

Ich würde nicht sofort in die Operation starten, sondern erst Die Diagnoseseite ausschöpfen, wie ich es in meiner Antwort zu Deinem ersten Thread dargelegt habe. Aus meiner Sicht gibt es bei Dir zu viele Ungereimheiten in der vorliegenden Diagnose . Auch ist das Knochensintigramm nicht sehr aussagefähig und gibt Dir keinen Aufschluss über die Sachlage in/um Deine Prostata. Ein PET-CT mit eMRT liefert Dir aufschlussreichere Erkenntnisse. Eine Operation ist schnell gemacht aber auch nicht mehr rückgängig zu machen, wenn sich dann zeigt, dass schon eine systemische Erkrankung vorlag. Das schnelle Handeln bringt Dir keine Vorteile. Deshalb noch einmal mein Rat, Ruhe bewahren und zu aussagefähigerer Diagnose kommen und dann handeln.

Gruß Knut.

Hallo lieber Knut
du schreibst von Ungereimtheiten würde mich freuen wenn du das näher erklären könntest.
Fakt ist, ich habe Schmerzen im unteren Rückenbereich welche allerdings auch durch meine nachweislich kaputten Hüften resultieren können. War deswegen auch schon zur Kur vor zwei Jahren welches mir geholfen hat.
Da ich in letzter Zeit immer ein ziehen in der Leistengegend verspürte und mich auch sonst nicht gut fühlte ging ich zur Vorsorgeuntersuchung. Wobei nach Tastbefund und PSA Wert 14 bei anschließender Biopsie ein Prostatakarzinom in rechten Lappen festgestellt wurde. Alle drei Proben waren zu 80% durchsetzt.
Gruß Joachim

spertel
08.03.2007, 18:50
Hallo Joscho

Du hast in weiser Absprache mit Deinem Urologen die richtige Entscheidung
getroffen. In Anbetracht Deines Alters bleibt Dir auch keine andere Wahl. Die Empfehlungen über weitergehende Diagnostik bieten nicht die Sicherheit, die der Betroffene gerne hätte und sind daher m. E. überflüssig und kosten nur unnötig Zeit. Da Dein PSA relativ schnell steigt, ist zeitnahes Handeln angesagt...und nichts weiter.

Und noch eine Randbemerkung:

Ich habe im Verlauf meiner Diagnose

-kein Zweitgutachten machen lassen

-habe mir nicht (außer Informationen aus dem Internet) von diversen
Stellen Zweit- und Drittmeinungen eingeholt
(Sucht man sich dann die aus, die einem am besten gefällt ?)

-habe mich schnellstmöglich einer radikalen Prostataentfernung unterzogen und habe dabei den Goldstandard, die offene retropubische Variante gewählt

-habe keine Konzepte zur schnellstmöglichen Potenzregeneration verfolgt, sondern lediglich Geduld bewahrt.

Ergebnis heute 21 Monate postoperativ

Inkontinenz war nie ein Thema

keine Probleme wegen der fehlenden Lymphknoten

volle Erektionsfähigkeit ohne Tabletten, Pumpen und ähnlichen Kram

Ich wünsche Dir, lieber JoSchO, alles Glück dieser Welt !!

Spertel, Berlin

WinfriedW
08.03.2007, 18:58
Hallo Knut,

wenn eine systemische Erkrankung vorläge, dann wär's ein großer Mist. Allerdings bin ich in der Zwischenzeit fest davon überzeugt, dass Joachim auch in diesem Falle von der RPE profitieren würde, weil es viele reprospektive Betrachtungen gibt, die belegen, dass prostatektomierte Männer wegen der geringeren Tumorlast länger auf die medikamentäse Therapie ansprechen.

Sehr viel Zeit würde ich mir an Joachims Stelle nicht nehmen, denn wenn ich das richtig beobachte, geht sein PSA zügig gen Norden.

WW

spertel
08.03.2007, 19:00
Hallo WinfriedW

Sehr, sehr richtig, was Du da schreibst !!!!

Spertel

JoScho
08.03.2007, 19:01
Danke lieber spertel!
Ich sehe das inzwischen genauso wie du und möchte das "Ding" was in mir wächst so schnell wie möglich loswerden in der Hoffnung dass es sich noch nicht so weit verbreitet hat, Wenn dem doch so ist müssen eben andere Therapien folgen. Ich fühle mich bei meinen derzeitigen Urologen auch gut aufgehoben. Wie ich schon sagte zurzeit ist das warten das Schlimmste. Ich möchte so schnell wie möglich operiert werden, aber wo.
Wer kann es am besten, wer hat die meisten Erfahrungen, als Kassenpatient werde ich wohl kaum zu einer Kapazität in die USA reisen.
Gruß Joachim

WinfriedW
08.03.2007, 19:04
Nun habe ich gelesen dass es bei einer Operation wichtig ist sich einen erfahrenen Operateur anzuvertrauen damit die OP möglichst Nerven schonend ausgeführt wird.Mit der Nervschonung wird's bei deinem PSA wahrscheinlich nichts werden. Die Kontinentz ist ein wichtiges Thema. Dazu brauchst du einen guten Chirurgen.

WW

Carola-Elke
08.03.2007, 19:10
Hallo Joachim,

ich verstehe die Hektik Deiner Entscheidung bei Deiner momentanen Ausgangslage nicht und möchte mich Knuts Meinung eher anschliessen, denn die Ausgangslage von Spertel ist eine ganz andere; er wurde beidseitig nervenerhaltend prostatektomiert - s. sein Profil, in dem auch mehrere Jahre PSA-Beobachtungszeit beschrieben werden, bevor sein PK frühzeitig diagnostiziert wurde, da eine familiäre Disposition bekannt war.




Und noch eine Randbemerkung:

Ich habe im Verlauf meiner Diagnose

-kein Zweitgutachten machen lassen

-habe mir nicht (außer Informationen aus dem Internet) von diversen
Stellen Zweit- und Drittmeinungen eingeholt
(Sucht man sich dann die aus, die einem am besten gefällt ?)

-habe mich schnellstmöglich einer radikalen Prostataentfernung unterzogen und habe dabei den Goldstandard, die offene retropubische Variante gewählt

-habe keine Konzepte zur schnellstmöglichen Potenzregeneration verfolgt, sondern lediglich Geduld bewahrt.

Ergebnis heute 21 Monate postoperativ

Inkontinenz war nie ein Thema

keine Probleme wegen der fehlenden Lymphknoten

volle Erektionsfähigkeit ohne Tabletten, Pumpen und ähnlichen Kram

Ich wünsche Dir, lieber JoSchO, alles Glück dieser Welt !!

Spertel, Berlin

Dieser unkomplizierte Verlauf ist m.W. nach nicht repräsentativ und eine derartige Prognose wird auf Fälle, die Joachim's Ausgangslage ähneln, nicht übertragbar sein.

In HH UKE kannst Du Dich, Joachim, ja mal vorstellen und die Optionen einer RPE besprechen - auch weil es rel. nah bei Hannover liegt.
Genauso gut könntest Du mit Ludwig Kontakt aufnehmen und Dir überlegen, einen Termin in Berlin bei Drs. Kahmann und Henkel zu vereinbaren, um eine weitere Meinung einzuholen.
Mehr als eine Urologenmeinung solltest Du Dir wenigstens anhören.

Alles Gute,

Carola-Elke

JoScho
08.03.2007, 19:19
Potenz ist nicht das wichtigste auf der Welt. Für mich heißt es wenn möglich Heilung erzielen und die Familie noch viele Jahre begleiten.

Joachim

knut.krueger
08.03.2007, 19:28
Lieber Joachim,

nun hast Du wieder differenzierte Antworten erhalten, die Dir die Entscheidung nicht leichter machen. Aber gerade wegen Deinen Rückenschmerzen und anderen Schmerzen solltest Du ein PET-Cholin-CT mit eMRT machen lassen, da dies am ehesten Aufschluss gibt, ob Metastasen vorliegen. Wenn Du Dich jetzt operieren lässt, dann ist es ein Blindflug, und ich würde die heutigen Möglichkeiten der modernen Gerätemedizin nutzen, um daraus mindestens einen Instrumentenflug zu machen. Hektik bringt Dir keinen Nutzen und auch mit einer sytemischen Erkrankung kannst Du Dich operieren lassen wie Winfried es schreibt, aber Du muss dann auch die Begleiterscheinungen akzeptieren. Deshalb erhälts Du mit weiteren Untersuchungen mehr Informationen und Zeit, um für Dich dann in Ruhe zur "richtigen" Entscheidung zu kommen.

Gruß Knut.

spertel
08.03.2007, 19:35
Hallo Carola-Elke

Es ist natürlich richtig, dass meine Ausgangslage wesentlich günstiger war, als die von JoScho. Mir Sicherheit wird auch ein beidseitiger Nervenerhalt nicht möglich sein, aber dass sollte hinter der Chance auf Heilung nur sekundär eine Rolle spielen.

Daher sollte JoScho die Zuversicht aus dem Krankenverlauf Deines Freundes ziehen.

Dieser hatte ein PSA-Wert von 17, der Papst aller Prostatachirurgen, Prof. Huland, rät von einer OP wegen eines vermeintlich fortgeschrittenen Stadiums ab, ein eMRT sagt ähnliches aus.....dann wird er operiert, aus einem klinischen Stadium cT3a wird ein pathologischer pT2, alle Lymphknoten sind tumorfrei und nach -3- Jahren liegt der PSA immer noch bei < 0,01 ng/ml.

Dieser Verlauf ist geradezu genial und ein besseres Plädoyer für eine OP kann es eigentlich nicht geben.

An diesem glücklichen Verlauf sollte JoScho seine Zuversicht ziehen.

Viele Grüße

Spertel

WinfriedW
08.03.2007, 19:45
Dieser Verlauf ist geradezu genial und ein besseres Plädoyer für eine OP kann es eigentlich nicht geben.So ist es!

Carola-Elke
08.03.2007, 20:03
So ist es!

Hallo Spertel und WW,

das ist eben alles relativ - seinem Empfinden nach bezahlt er aber einen unheimlich hohen Preis für seinen niedrigen PSA, der sich in verminderter Lebensqualität und Angst vor der Zukunft ausdrückt, denn er hat statistisch gesehen noch keine Sicherheit, wirklich als geheilt zu gelten und damit die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes seines Alters zu erreichen.

Jeder Patient sollte seine Entscheidung so treffen, dass sie ihn auch zufrieden macht. Dazu gehört auch stets, dass man sich umfassend informiert, Vor- und Nachteile gegeneinander abwägt und sich schlau macht, bevor man seine Therapie auswählt.
Mehr wollen Kurt, Ludwig und ich eigentlich nicht zum Ausdruck bringen.
Jeder Fall ist ein Einzelfall, das wollte ich betonen und gleichzeitig davor warnen, bei Ratsuchenden vorschnell zu verallgemeinern. Auch die Lebensumstände sollten berücksichtigt werden - diese hat Joachim im Hinblick auf seine Prioritäten vorhin erst zum Ausdruck gebracht.

Viele Grüsse,

Carola-Elke

wassermann
08.03.2007, 20:05
Hallo Spertel und Winfried,

Sehe ich auch so! Was hätten ihm Alternativen an Vorteilen gebracht? Eventuell keine Impotenz, vielleicht aber schon. Bei HB auch Libidoverlust. Auch Brachytherapie ist wohl nicht ganz so problemlos und ohne mögliche Nebenwirkungen, wie einige Fälle hier aus dem Forum leider verdeutlichen.
Die zwei- bzw. dreifache Therapie scheint sehr vernünftig, sicher eine gangbare Lösung. Aber erhöht sich bei drei Therapiemaßnahmen nicht auch die Aussicht auf Nebenwirkungen um das dreifache???
Sicherheit bietet gar keine Therapie, Risiken bergen alle.
Also bleibt letztlich ein banaler Rat: alle Optionen prüfen, im Einzelfall entscheiden, auch die Stimme aus dem Bauch anhören (wer tut das nicht stets ein bisschen?), Entscheidung konsequent durchziehen. Und: Nein, nicht zu lange warten, wenn das PSA unterwegs ist!!!

Alles Gute
Wassermann

Carola-Elke
08.03.2007, 20:14
Dieser hatte ein PSA-Wert von 17, der Papst aller Prostatachirurgen, Prof. Huland, rät von einer OP wegen eines vermeintlich fortgeschrittenen Stadiums ab, ein eMRT sagt ähnliches aus.....dann wird er operiert, aus einem klinischen Stadium cT3a wird ein pathologischer pT2, alle Lymphknoten sind tumorfrei und nach -3- Jahren liegt der PSA immer noch bei < 0,01 ng/ml.

Dieser Verlauf ist geradezu genial und ein besseres Plädoyer für eine OP kann es eigentlich nicht geben.

Viele Grüße

Spertel

Hallo Spertel,

das interessante ist wohl dabei, dass das pathologische postoperative Präparat nicht eindeutig zu beurteilen war, denn er nahm über 5 1/2 Monate eine HB3 ein.

Fragt sich, ob diese neo-adjuvante HB evt. gewisse Einflüsse auf den Therapieverlauf und besonders den Therapieerfolg der RPE an sich schon hatte, obwohl ich für eine Einnahme über die OP hinaus plädiert hätte. Die Verträglichkeit des Casodex war allerdings hinsichtlich der schlechten Leberwerte bei ihm nicht gegeben und sein allgemeines Befinden sprach nach der OP für ein Absetzen der HB.

Die Inkontinenz zog sich unverhältnismässig in die Länge und die AHB brachte diesbezüglich überhaupt keinen Erfolg, zumal sie wegen der vielen sehr viel älteren Mitpatienten psychisch gesehen kontraproduktiv war, da er sich mit gerade mal 47 Jahren ständig als Außenseiter vorkam.
Es war eine harte Zeit, bis er wieder seine alte Kondition zurück bekam.

Das Versorgungsamt stufte ihn mit 80% GdB ein, was ich heute für absolut ungerechtfertigt halte.
Nur am Rande soviel noch.

Viele Grüsse auch an Dich,

Carola-Elke

JoScho
08.03.2007, 20:17
Danke alle miteinander!
Durch die vorstehenden Diskussion ist mein Beschluss weiter bekräftigt worden. Ich werde mich zu einer radikalen Prostataentfernung entscheiden. Wenn möglich möcht ich dies in der näheren Umgebung machen lassen, dazu suche ich noch Referenzen.

Als Elektriker weiß ich: bei diesen Problemen sollte man sich an eine Elektrofachkraft wenden, bei einem Wasserrohrbruch wäre der Klempner die richtige Wahl. Bei medizinischen Problemen sollte man auf den Facharzt hören. Die Diagnosen können alle Berufsgruppen stellen. Doch wenn es um die Ausführung geht gibt es eben gute und schlechte Handwerker.

Danke und Gruß Joachim

HorstK
08.03.2007, 21:06
Hallo Joachim,

genau so ist es. Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt.
Sowas wie z.B. meinen Verlauf dürfte es statistisch nahezu nicht geben.
Man(n) sieht, jeder Fall ist eben individuell und sollte auch so begleitet werden.

"wassermann" und "spertel" haben es gut aufgeschrieben.

Ich wünsche Dir alles Gute !
Gruß, Horst

Bernhard A.
08.03.2007, 23:26
Hallo Joachim !
Hallo Forumsmitglieder !

Wie es viele hier vermuten, wird bei Joachim der Gleason wohl eher bei 4+3 liegen, als bei 3+3. Somit nahe oder am Anfang des Hochrisikobereiches. Die Stimmen, die weitere Untersuchungen vor einer Therapie empfehlen, liegen nach meiner Meinung richtig.
<O:p></O:p>
Eine OP-Empfehlung bei GL 3+3 ist in den meisten Fällen sicherlich richtig. Auch andere kurative Therapien haben bei diesen Werten gute Aussichten.
<O:p></O:p>
Aber Joachim sollte man bei seinem vermutlichen Krankheitsgrad doch etwas differenzierter beraten und auch auf Alternativen hinweisen, die nach Statistik bessere Heilungschancen haben als eine OP.
<O:p></O:p>
Der Vergleich stellt sich bei einem Krankheitsbild am Anfang des Hochrisikobereiches wie nachstehend dar:
<O:p></O:p>
OP = 70-75 % Heilungschance
<O:p></O:p>
3-fach Kombitherapie = 85-90 % Heilungschance (HDR+Äußere Bestrahlung+Kurzzeit HB)
<O:p></O:p>
Weiter besteht bei der letztgenannten Therapie kaum eine Gefahr der Inkontinenz und es gibt eine gute Aussicht auf ausreichende Potenzerhaltung.
<O:p></O:p>
Ich finde, dass Ratsuchende ein Recht auf vollständige Information haben.
<O:p></O:p>
Angefügt habe ich eine Beratung unseres Urologen fs an Peter S. <O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Gruß
Bernhard A.
<O:p</O:p

<O:p</O:p
Urologe (http://forum.prostatakrebs-bps.de/member.php?u=80) <?xml:namespace prefix = v ns = "urn:schemas-microsoft-com:vml" /><v:shapetype class=inlineimg id=_x0000_t75 title="Zunge rausstrecken" src="images/smilies/tongue.gif" stroked="f" filled="f" path="m@4@5l@4@11@9@11@9@5xe" alt="" smilieid="5" border="0" o<img></v:shapetype>referrelative="t" o:spt="75" coordsize="21600,21600"><v:stroke joinstyle="miter"></v:stroke><v:formulas><v:f eqn="if lineDrawn pixelLineWidth 0"></v:f><v:f eqn="sum @0 1 0"></v:f><v:f eqn="sum 0 0 @1"></v:f><v:f eqn="prod @2 1 2"></v:f><v:f eqn="prod @3 21600 pixelWidth"></v:f><v:f eqn="prod @3 21600 pixelHeight"></v:f><v:f eqn="sum @0 0 1"></v:f><v:f eqn="prod @6 1 2"></v:f><v:f eqn="prod @7 21600 pixelWidth"></v:f><v:f eqn="sum @8 21600 0"></v:f><v:f eqn="prod @7 21600 pixelHeight"></v:f><v:f eqn="sum @10 21600 0"></v:f></v:formulas><V:path o:connecttype="rect" gradientshapeok="t" o:extrusionok="f"></V:path><v:imagedata src="file:///C:\DOKUME~1\FAMILI~1\LOKALE~1\Temp\msohtml1\01\cli p_image001.gif" o:href="http://forum.prostatakrebs-bps.de/images/statusicon/user_offline.gif"></v:imagedata><SCRIPT type=text/javascript> vbmenu_register("postmenu_3129", true); </SCRIPT>ffice:office" /><O:p></O:p>
Erfahrener Benutzer<O:p></O:p>
<O:p></O:p>


Zitat von peter s<O:p></O:p>
Nach Zellverienzelung zeigt sich nach suboptimaler Messung(problematische Eichung und Messung) folgendes Histogramm:
Hier nochmal kurz meine Daten:
Inzwischen 55 Jahre und sonst gesund
PSA-Anfangswert : 9,8
CT und Knochensynti o.B.
Gleason wurde mit 7 (4+3) bewertet.
Therapie ist vorgesehen 4x Afterloading in der Klinik in Offenbach/M.
anschließend 21x die äußere Bestrahlung.
Was würdet Ihr jetzt unternehmen,ich bekomme bereits die 3-Mon.-Spritze
und mit den Bestrahlungen soll Anfang Sept.06 angefangen werden
.<O:p></O:p>
<O:p> </O:p>
Hallo,

1. Die Zytometrie war möglicherweise fehlerhaft, umschrieben mit "suboptimal"

2. Die Histo passt nicht zur DNAZ

3. die vorgeschlagene Kombi HDR + EBRT ist die Variante mit der höchsten Erfolgsrate, wenn man die Tabellen zur Hilfe nimmt:

RP - 73%
RT - 86% (89% mit begleitender HB1)
Brachy - 70%

Erfolgsrate auf 5 Jahre.

Mir scheint der Weg, den Sie einschlagen, gut gewählt.

Gruss
fs<O:p></O:p>
<O:p</O:p

HorstK
09.03.2007, 00:16
Hallo Bernhard,

ich wünsche Dir, besonders in Deinem Alter und bei Deiner Therapie, immer gute Werte im grünen Bereich !

Alles Gute
Horst



<o>
</o>

WinfriedW
09.03.2007, 12:17
... das ist eben alles relativ - seinem Empfinden nach bezahlt er aber einen unheimlich hohen Preis für seinen niedrigen PSA, der sich in verminderter Lebensqualität und Angst vor der Zukunft ausdrückt, denn er hat statistisch gesehen noch keine Sicherheit, wirklich als geheilt zu gelten und damit die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes seines Alters zu erreichen.Ja, der Preis ist hoch. Stellt sich die Frage, sind die Alternativen besser? Die denkbare Alternative mit Seeds+HB+EBRT hat in aller Regel keine geringeren Nebenwirkungen. Kurzfristig ist die Potenz häufig besser als bei prostatektomierten Männern. Mittelfristig verlieren auch diese Männer meist ihre Potenz. Die Risiken dieser Therapie sind auch nicht zu unterschätzen. Wir haben im eigenen Bekanntenkreis einen Mann, der auf diese Weise zwar seinen Krebs los wurde, nun aber einen künstlichen Darmausgang und einen dauerhaften suprapubischen Blasenkatheter hat, wobei der Darm jetzt zurück verlegt werden sollte. Inwieweit dies gelungen ist, weiß ich (noch) nicht. Habe keine Ahnung, wie häufig diese Zwischenfälle sind, aber wir hatten einen ähnlichen Fall auch schon hier im Forum.

Soviel zum Thema (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=9033#post9033) geringe Nebenwirkungen.


3. die vorgeschlagene Kombi HDR + EBRT ist die Variante mit der höchsten Erfolgsrate, wenn man die Tabellen zur Hilfe nimmt:Das ist so eine Sache mit der Statistik. Ich würde Joachim zur extendierten Lymphadenektomie raten. Wenn sich eine R1-Situation oder befallene Lymphknoten herausstellen sollten, dann würde man ihm wohl weitere adjuvante Therapien empfehlen. Dann sieht die Statistik schon wieder anders aus. Allerdings hätte er dann auch die Nebenwirkungen der zusätzlichen Therapien.

WW

Bernhard A.
10.03.2007, 09:54
Hallo Winfried !

Bei der von mir angesprochenen unvollständigen Beratung für Ratsuchende geht es doch nicht darum, immer wieder aus den Therapie-Bereichen, die einem unbekannt und fremd sind, Negativbeispiele über Therapien herauszusuchen, wo es nicht zufrieden stellend gewesen ist. Diese Art der Argumentation ist sehr flach. Wie leicht solche Beispiele zu finden sind, siehst Du hier:
http://forum.prostatakrebs-bps.de/member.php?u=142 (http://forum.prostatakrebs-bps.de/member.php?u=142)
Wenn wir anfingen solche Beispiele herauszusuchen würdest Du nach Statistik ca, 20 % weniger Negativfälle finden als ich.
Damit möchte ich sagen, dass man mit dem herauspicken von Einzelfällen bei der Beratung zurückhaltend sein sollte.
Sollte ich mal anfangen alle evt. möglichen Nebenwirkungen anderer Therapien herauszusuchen.
<O:p></O:p>
Ich für meine Person möchte mich an solchen Argumentationen nicht beteiligen.
<O:p></O:p>
Dein Informationsstand über Bestrahlungen scheint leider noch sehr weit zurückzuliegen und schließt noch nicht die heutigen Brachy- und IMRT-Therapien mit ein.
<O:p></O:p>
Gruß
Bernhard A.
<O:p></O:p>

Philipp2
10.03.2007, 11:02
Hallo Bernhard !
Ich kann Dir nur zustimmen aus eigener Erfahrung. Im Sept.werden es 3 Jahre seit meiner Seeds + IMRT Therapie. Die Nebenwirkungen sind so gering dass ich froh für meine damalige Entscheidung bin. Mein damaliger PSA von 15,5 sinkt noch ständig und vor 2 Wochen wurde 0,09 gemessen. Außerdem nehme ich weder zusätzliche Mittel , habe meine Ernährung nicht geändert und war vergangene Saison auch noch bis zu 8 Stunden mit dem Segelflugzeug unterwegs ohne zu pinkeln und ich sehe auch für dieses Jahr keine Probleme.

Viele Grüße und alles Gute an Alle

WinfriedW
10.03.2007, 20:39
Hallo Bernhard,

keine Frage, die Dreifachkombination Seeds+HB+EBRT ist eine bedenkenswerte Alternative zur RPE.

Auf der anderen Seite denke ich, dass z. B. Elkes Freund mit der RPE bisher ganz gut gefahren ist. Offenbar hatte er einige Zeit lang Probleme, kontinent zu werden. Auch dies hat er heute im Griff. Nach Seeds sind einige Männer zu kontinent und rennen monatelang mit einem Katheder herum. Ich weiß nicht, ob das weniger belastend ist.

Außerdem weiß ich nicht, ob es zulässig ist, die Rezidivstatistik der Dreifachkombination Seeds+HB+EBRT mit der RPE zu vergleichen. Auch nach RPE sind weitere adjuvante Therapien möglich. Auf der anderen Seite ist eine Salvage-OP nach Strahlentherapie mit hohen Risiken verbunden.

Sollte tatsächlich ein Lymphknotenbefall vorliegen, ist möglicherweise eine Lymphadenektomie angesagt. Die Frage ist, ob beim Bestrahlen der Lymphabflusswege ausreichend hohe Dosen aufgebaut werden können, um dort ansässige Tumorzellen zuverlässig zu eliminieren. Es gibt auch Leute, die eine Vierfachkombination aus Lymphadenektomie+Seeds+HB+EBRT gemacht haben.

Die Strahlentherapie ist mit einem gewissen Langzeitrisiko bzgl. Strahlenschäden vergesellschaftet. Das Risiko besteht natürlich auch nach RPE plus adjuvanter Radatio.

Wie auch immer Joachim sich entscheidet, er sollte es bald tun, denn es sieht von hier aus so aus, als würde sein PSA zügig steigen. Die Alternative wäre möglicherweise, zunächst eine Hormonblockade vorzunehmen, um Bedenkzeit zu gewinnen, so wie es Elkes Freund tat und letztendlich nach Elkes Meinung dennoch die falsche Therapie wählte. Damit stellt sich die Frage, ob nach einer längeren Bedenkzeit bessere Entscheidungen folgen.

WW

Carola-Elke
10.03.2007, 21:02
Die Alternative wäre möglicherweise, zunächst eine Hormonblockde vorzunehmen, um Bedenkzeit zu gewinnen, so wie es Elkes Freund tat und letztendlich nach Elkes Meinung dennoch die falsche Therapie wählte. Damit stellt sich die Frage, ob nach einer längeren Bedenkzeit bessere Entscheidungen folgen.

WW

Aber hallo, lieber Winfried,

da hast Du etwas gründlich missverstanden:
Die Therapie bereue nicht ich, eher der Betroffene selbst.
Das mag auf den ersten Blick unverständlich erscheinen, doch der Betroffene selbst ist nicht davon überzeugt, durch die RPE als gewählte Therapie sein Rentenalter zu erleben.
Durch die Nebenwirkung der Impotenz wird er jeden Tag subjektiv daran erinnert, an einer schweren Erkrankung zu leiden, obwohl er objektiv über diese Nebenwirkung der Therapie Bescheid weiss.
Manchmal ist das eben psychologisch etwas anders, als es vom Verstand gerne gewollt wäre.
Bei manchen Männern hängt die empfundene Lebensfreude ausgeprägt und unmittelbar mit deren Potenz zusammen.

Außerdem hat die neo-adjuvante HB3 u.U. etwas mit dem Therapieerfolg (PSA unmessbar, trotz schlechter Ausgangslage) zu tun.
Darüber sollten sich Betroffene in ähnlicher Situation vielleicht zusätzlich informieren und Gedanken machen, denn von Urologen wird diese These eher verworfen, denn als Chirurgen schätzen sie das Operationsgebiet in solchen Fällen nicht wirklich.
Diesbezüglich hege ich gewisse Zweifel, und ich hätte an seiner Stelle die HB-Behandlung unter onkologischen Gesichtspunkten über die OP hinweg für einige Monate fortgesetzt.

Die Impotenzproblematik ist übrigens ein Thema, das jeder Patient abhängig von seinen persönlichen Bedürfnissen und den Lebensumständen - bei denen das Alter ein gewisser Faktor ist, den man nicht unterschätzen sollte - vorher selbst prüfen sollte. Urologen bagatellisieren dieses Thema allzu gerne.
Es ist etwas sehr Spezielles und manchmal sogar Schockierendes, wenn man zuvor als Mann nie mit Impotenz zu kämpfen hatte und nach der RPE schlagartig feststellen muss, dass total und unwiederbringlich tote Hose herrscht.
Anders zu verkraften wäre ein schleichender Verlauf, der z.B. als jahrelange Nebenwirkung der RT hier besprochen wurde -, denn darauf kann sich der Betroffene nach und nach einstellen und dem Problem mit Hilfe von Viagra und Co lange Zeit entgegen wirken. Dies würde den zu erwartenden Folgen des natürlichen Alterungsprozesses eher entsprechen und wäre leichter zu akzeptieren.

Bedauerlich ist es, dass hier so viele junge Neubetroffene so schnell und gutgläubig ihre Genesung nur in der urologisch propagierten RPE suchen, ohne die Alternativen - eben die heutzutage sehr viel schonendere und differenziertere RT - in Erwägung zu ziehen.

Ob eine Salvage-OP nach misslungener RT die Lebenszeit denn wirklich verlängert, wage ich zu bezweifeln, da wir darüber viel zu wenig erfahren. Schließlich birgt dieser Eingriff erhebliches Risikopotential in sich und die wenigsten Chirurgen wagen sich daran.

Ich glaube es richtig verstanden zu haben, dass für Joachim der urologische Goldstandard als Therapie feststeht - das sollten wir respektieren.

Viele Grüsse,

Carola-Elke

JoScho
12.03.2007, 17:11
Hallo
Habe jetzt alle Befunde zusammen.
Knochenszintigraphie in Mehrphasentechnlk
(mit Darstellung der Beckenregion und LWS mittels Mehrkopf-SPECT)
Die Aufnahmen erfolgen 8 Minuten p.i. sowie 2 Stunden p.i. nach Gabe von 600 MBq 99m To HMDP
In der Weichteilszintigraphie zeigt sich eine regelrechte Verteilung des
Radiopharmakons im Ganzkörper.
In der Mineralisationsphase kommt es zu Nuklidmehranreicherungen in Projektion auf:
Etwas betont die Schultergelenke bds.
Leicht Akzentuiert die Acetabuli bds., jedoch symmetrisch. Dies auch gut in der SPECT Aufnahme darstellbar.- Allenfalls leichtgradig inhomogen die WS.
Beurteilung
Szintigraphisch ergibt sich kein Hinweis einer ossären Metastasierung. Die leichtgradigen
Knochenstoffwechselstörungen o. g. Gelenkformationen und der WS halte ich für degenerativ bedingt

I. Drei zusammen 40 mm lange Biopsiezylinder aus dem rechten Seitenlappen.
Histologisch enthalten die Biopsiezylinder Infiltrate eines Adenocarcinom. Der Tumor bildet
mikroazinäre Drüsenkomplexe. Die Mikroazini werden von einem einschichtigen
neoplastischen Epithel ausgekleidet, welches eine mäßiggradige Anisonukleose und
Pleomorphie aufweist<O:p></O:p>
II. Drei zusammen 41 mm lange Biopsiezylinder aus dem linken Seitenlappen.
Histologisch sieht man tumorfreies Prostataparenchym bestehend aus fibromuskulärem
Stroma mit darin eingebetteten Drüsen, welche von einem zweischichtigen Epithel
ausgekleidet werden
Beurteilung:
I.Rechter Seitenlappen: Adenocarcinom der Prostata in mittlerer Differenzierung, Gleason-
Score 6 (3+3). 85 % des Stanzmaterials ist tumorös durchsetzt.
Klassifikation (ICD-O. 2. Aufl.):
Lokalisation:ICD-O C61.9 (gleichlautend ICD10)
Typisierung:ICD-O M8140/3 Differenzierung: G2
II. Linker Seitenlappen: Tumorfreies Prostataparenchym.

OP Termin erst am 11.04.07 im Friederikenstift Hannover möglich.
Gruß Joachim

JoScho
24.05.2007, 10:20
Alles gelaufen,
danke für die vielen Ratschläge die ich hier im Forum erhalten habe.
Ich hoffe dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.
Heute habe ich den ersten postoperativen PSA Wert erhalten. (0,0)
Ich will hoffen dass dies so bleibt, und vielleicht auch mal die Potenz wiederkehrt.
Der Harndrang des Nachts ist verschwunden doch leider komme ich tagsüber nicht über 300ml hinaus.

Besten Dank und Frohe Pfingsten

Anonymous1
24.05.2007, 10:32
Hallo JoScho,

Glückwunsch zur gut verlaufenen OP und zum guten ersten Indikator nach OP. Zur Potenz würde ich Dir empfehlen, Abhandlungen über das "Kieler Konzept" zu lesen. Die Kontinenz nach OP erfordert ein wenig Geduld und Training, wie es hier im Forum schon tausende Male geschrieben wurde. Blasenkapazität verbessert sich gewöhnlich mit der Kraft des Schließmuskels.

Alles Gute weiterhin und noch ein Wunsch: Wenn Du magst, versuche, Deine Kenntnisse und Erfahrungen auch an andere weiterzugeben.

Gruß Dieter

JoScho
24.05.2007, 11:09
Hallo Dieter

Meine OP war in Kiel, deswegen ist mir das "Kieler Konzept bekannt.
Täglich eine 1/4 Viagra, doch es tut sich nichts.
Werde demnächst auf Cialis umsteigen, weil Cialis eine längere Wirkungsdauer haben soll.
Gruß JoScho

Helmut.2
24.05.2007, 14:07
Hallo, grüß Dich Joscho,

einfach die Viagra einnehmen und zu glauben in ein paar min. wird sich was regen, da muss man(n) schon mehr tun und viel Geduld aufbringen!

Man muss sich und durch die Frau, sexuell insperrieren lassen! dann wird es irgenwann auch klappen.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner gelungenen OP
Helmut