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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitgutachten, welchen Stellenwert?



Helmut.2
08.03.2007, 19:41
Welchen Stellenwert hat ein Zweitgutachten?

Die Bitte, nochmals ein erneuten ärztlichen Bericht zu schreiben, weil mein Zeitgutachten nicht darin erwähnt wurde, hat der Urologe Dr. P. mir unteranderem mitgeteilt:

„Erstens glaube ich Ihre Krankengeschichte mehr als nur oberflächlich gelesen zu habe und mir ist das Zweitgutachten von Herr Prof. H. und Herr Prof. F. nicht entgangen. Zum einen kann man jetzt streiten, welches das richtige ist, wobei ich wie Sie vemutlich der Meinung bin Herr Prof. H. als einen der führenden Fachleute für das Prostatakarzinom anzusehen. Zum anderen wurde das Zweitgutachten aber 2004 und das Erstgutachten zum Zeitpunkt der Prostatektomie 1998 erstellt. In diesem Zeitraum hat sich die Beurteilung des GleasonScore Systems durch verschiedene Konsensuskonferenzen geändert, so dass auch heute Präparate die derselbe Pathologe damals und heute graden würde teilweise unterschiedlich gewertet werden, Noch dazu handelt es sich um eine reine wissenschaftliche Diskussion, die keine Konzequenz in Ihrem Falle besitzt, da es nur um eine unterschiedliche Einschätzung des Rezidiv-Risikos und nicht um eine andere Therapiestrategie geht. das Rezidiv aber bei Ihnen ja bereits eingetreten ist“

Die Namen der Herren Prof. H. und Prof. F. habe ich hier absichtlich nicht ausgeschrieben!

Ich kann mir gut vorstellen, daß auf einer „Konzensuskonferenz“ auf einer anderen Wellenlänge gesprochen wird als uns hier Recht und Lieb ist.
Mit lieben Grüssen
Helmut

Carola-Elke
08.03.2007, 20:33
Hallo lieber Helmut,

Deinen Unmut kann ich verstehen, denn die Stellungnahme Deines Arztes würde das Zweitgutachten als unwichtig einstufen, sofern Du noch kein Rezidiv hättest.
Wenn man Deine Historie jedoch kennt, versteht man, was er Dir gegenüber zum Ausdruck bringen möchte: Es sei relativ unbedeutend, sich um die Frage zu streiten, ob Dein Gleason nun 3+4 oder 4+3 sei, denn die eingetretene Situation (ein erneuter PSA-Anstieg) ist die nunmehr entscheidende.

Auf der anderen Seite ist es Dir natürlich wichtig, Deine Krankenunterlagen um einen aussagekräftigen Arztbrief zu ergänzen, der das path. Zweitgutachten aus dem Jahre 2004 auch würdigt und beinhaltet.

Mich verwundert die Tatsache, dass Dein Arzt zwar einräumt, es hätte in der "Zwischenzeit" Konsensusgespräche gegeben, die eine andere Beurteilung der 1998 beurteilten histologischen Präparate im Vergleich zu der Bestimmung im Jahre 2004 zur Folge hätten, da die neuere Gleasonskala erst 2005 feststand. Dein Prof. H. war übrigens daran maßgeblich mitbeteiligt.

http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=1238

Diese neue modifizierte Gleason-Bewertung wird Dein Urologe wohl bei seinem Statement im Sinn gehabt haben, nehme ich an.

Unterm Strich bleibt Dir nur der Weg, eine erneute Bitte an ihn zu richten, damit er in Deinem Sinne den Arztbrief ergänzt und Du somit die medizinischen Unterlagen als objektive Dokumentation des Gesamtverlaufs verwenden kannst.
Dies ist rückblickend sicherlich interessant, wobei Du persönlich eher in die Gegenwart und nach Vorne sehen solltest.

Alles Gute und viele Grüsse,

Carola-Elke

WinfriedW
09.03.2007, 11:58
Ist die Diskussion nicht etwas akademisch?

Aussagekräftige Arztbriefe in den Krankenunterlagen sind natürlich wichtig. Die gesammelten Unterlagen kann man dann mit ins Grab legen. So wissen künftige Archäologen genau Bescheid.

Ich habe übrigens auch beim Pathologen 187,68 EUR investiert und folgenden Befund erhalten:

Keine Überexpression von NY-ESO-1.
Keine Überexpression von EGFR.
Im Hercep Test keine Überexpression von HER2 (Score 0).
Geringe Infiltration des Tumorgewebes durch CD8-positive Lymphozyten.

Ich habe zwei Kopien davon. Die eine rahme ich mir ein. Die andere legen wir mit ins Grab.

Gruß Winfried.

HansiB
09.03.2007, 12:55
Hallo Winfried,

ich habe noch nichts beim Pathlogen investiert, mir kann man nichts ins Grab legen. Mir reichen meine üblichen Blutuntersuchungen, die aber auch was kosten.

Ich hoffe dir geht es gut Gruß Hans

Helmut.2
09.03.2007, 17:33
Meine Lieben, Carola-Elke, Winfried und Hans,

herzlichen dank für Euere Stellungnahme, nun, ich weiß nicht so recht ob ich nochmals Bitte Bitte sagen soll denn Herr Dr. ist ein PD und eventuell auf den besten Weg zum Prof, zu werden!

Ich werde Ihn auf jedenfall noch mal sehen bei unserer SHG Prostatakrebs Bayerisches Oberland - Bad Tölz www.shg-Prostatakrebs.de (http://www.shg-Prostatakrebs.de), hält Er nochmals einen Vortrag.

Lieber Winfried, ich habe Dich mit dem Scheunentor winken sehen und habe Dich deutlich genug verstanden aber ich weiß genau, eines Tages in naher Zukunft werde ich bestimmt genau so gebeutelt werden wie Du. ich wünsche Dir Trozdem einen guten Werdegang!

Es ist schade, daß Dieter so ausgebootet wurde wo bei doch in Vergangenheit Andere es genaus so verdient hätten aber noch viel länger Ihr Spielchen treiben konnten. Ich wünsche dem Dieter alles Gute!

Mit herzlichen Grüssen
Helmut