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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biopsie und Metastasengefahr? Was tun vorher?



Eddi53
17.05.2006, 13:58
Hallo Leidensgenossen,
ich (53, PSA 8,7) soll demnächst zur Biopsie....natürlich habe ich Angst vor möglichen Metastasierungen (siehe auch z.B. den Artikel von Prof.Pfeifer hier im Forum...) Wie ist der Stand der Diskussion??? Was kann mann Vorsorglich tun??? Für mich besonders wichtig, da mein Immunsystem durch ein Bestrahlung von 40 G. vor 15 Jahren schon dauerhaft geschwächt ist....Danke.
Eddie

Jörg (O)
17.05.2006, 15:31
Hallo Eddi 53,
im Grunde genommen kann man keine vorbeugende
Maßnahmen vor einer Biopsie treffen. Leider ist es nur durch eine Biopsie möglich, die Aggressivität des Krebses festzu-
stellen.
Sicherlich wird diskutiert, ob die Krebszellen, die durch die
Stanzkanäle in die Blutbahn gelangen, Metastasen bilden
können. Das Immunsystem - so die übliche Meinung - wird mit diesen Krebszellen fertig. Auch bei einer radikalen Prostatektomie werden Millionen Krebszellen in die Blutbahn eingeschwämmt, die nicht aber imstande sind, Metastasen zu bilden. Anderenfalls wäre ja jede Operation
erfolglos.
Zudem wird diskutiert, ob nicht die Blutgefäße, die gebildet
werden, um die Stanzkanäle zu schließen, jetzt auch zufällig den dort befindlichen Minitumor ernähren.
Man weiss es nicht.
Gruß Jörg(O)

Hajoke
18.05.2006, 16:30
Hallo Eddi 53,
ich kann dich beruhigen. Erst kürzlich wurde dieselbe Frage auf einer Podiumsdiskussion des 3. Männergesundheitstages am 1.Mai 06 in Halle gestellt und durch den Direktor der Urologischen Klinik in Halle, Prof.Paolo Fornara wie folgt beantwortet:
Die Prostatakrebszellen haben die Eigenschaft, dass wenn sie aus dem Zellverband z.B. durch Stanzbiopsie herausgelöst werden, nicht mehr lebensfähig sind. Sie sterben ab, auch wenn sie in die Blutbahn geraten sollten. Bisher wurden auf der Welt weit über 1 Millionen Biopsien durchgeführt und bei keiner ist bisher eine Metastisierung nachweisbar gewesen.
Also du brauchst wirklich keine Angst in dieser Richtung haben.
Mit freundlichen Grüßen
Hajoke

Eddi53
18.05.2006, 17:47
Danke Hajoke,

aber es beruhigt mich leider nicht....im alten Forum finden sich Beiträge von Leuten, die nach der Biopsie eine akute Beschleunigung der PSA-Ver-dopplungszeit berichten.....natürlich kann das Zufall gewesen sein.....auch das wird man nicht beweisen können....Tatsache ist doch, dass die meisten Patienten sich nach einer Biopsie mit anschließender Krebsdiagnose radikalen Maßnahmen unterziehen und sicher damit nicht mehr eingeschätzt werden kann, wie groß der Einfluss der Biopsie auf das weitere Procedere war....es müsste denn eine Vergleichsstudie von Leuten geben, die anschließend nichts unternommen haben...gibts aber meines Wissens nicht....oder kennst du eine???
Eddie

Hajoke
21.05.2006, 12:13
Hallo Eddi 53,
ich kann Deiner Feststellung nicht folgen, dass sich Patienten nach einer positiven Biopsie radikaleren Therapien zuwenden.
Wichtig ist, dass aus dem pathologischem Gutachten erkennbar sein sollte, ob der Tumor die Kapsel bereits verlassen hat oder nicht. Wenn das der Fall sein sollte, dann helfen weder die Seedsimplantation noch die Total-OP alleinig, um eine erfolgreiche Heilung zu erzielen.
MfG
Hajoke

KlausUwe
21.05.2006, 12:49
Hallo Eddi 53 .

Lese meine Beitraege PSA Wert gesunken. Nach Biopcie und Fingeruntersuchung ist mein PSA Wert gestiegen Auf 8.29ng/ml jetzt 3 Monate spaeter bis auf 4.25ng/ml gesunken.

Darueber kann man schon mal nachdenken!!!!

Viele gruesse

Uwe

Carola-Elke
21.05.2006, 14:11
Hallo Eddi,

ich habe einen Beitrag von Urologe fs vom 15.08.2004 in meinem "Archiv" gefunden, den ich hiermit zitiere.

Urologe fs schrieb:

"Hallo Elke,

zum Thema Schutz vor Tumoraussaat.

Also die Antiandrogene kommen da einfach zu langsam zum Zuge, müssten wenn, Wochen vor und nach Biopsie gegeben werden.

Wenn überhaupt, dann muss es ein "Zellgift" sein. Ich gebe daher auf Wunsch Esteamustin (ein Sticksotff-Lost-Präparat) - Multosin (Estracyt) - 3 x 2 Kps. einen Tag vor bis einen Tag nach der Stanzbiopsie. Das ist medizinisch-onkologisch sinnvoller.

Gruss
fs"

Vielleicht hilft dir das etwas weiter.

Viele Grüsse,

Carola-Elke

hans76
28.07.2006, 17:05
Hallo Eddi 53,
ich kann dich beruhigen. Erst kürzlich wurde dieselbe Frage auf einer Podiumsdiskussion des 3. Männergesundheitstages am 1.Mai 06 in Halle gestellt und durch den Direktor der Urologischen Klinik in Halle, Prof.Paolo Fornara wie folgt beantwortet:
Die Prostatakrebszellen haben die Eigenschaft, dass wenn sie aus dem Zellverband z.B. durch Stanzbiopsie herausgelöst werden, nicht mehr lebensfähig sind. Sie sterben ab, auch wenn sie in die Blutbahn geraten sollten. Bisher wurden auf der Welt weit über 1 Millionen Biopsien durchgeführt und bei keiner ist bisher eine Metastisierung nachweisbar gewesen.
Also du brauchst wirklich keine Angst in dieser Richtung haben.
Mit freundlichen Grüßen
Hajoke



Hallo, Hajoke.
Wenn es sich wirklich so verhält, daß bei der Biopsie freigesetzte Tumorzellen keine Metastasen hervorrufen können, dann frage ich mich als Laie, durch was, wenn nicht nicht durch den Blutstrom , werden Metastasen überhaupt hervorgerufen?
Zweite Frage: Wie kann man mit Sicherheit feststellen, ob der Krebs bereits aus der Kapsel ausgetreten ist? Nur über Tests auf Metastasenbildung? Dann könnte man z.B. die Biopsie überspringen, wenn aufgrund anderer Tests (z.B. aus dem Patternmuster von Peptiden , nach der Methode der DiaPat-GmbH) festgestellt wurde, daß maligne Krebszellen vorhanden sind.
Im Voraus besten Dank für aufklärende Zeilen.
Gruß
Hans76