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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA-Anstieg nach Orchiektomie, Chemotherapie ?



Karlheinz
17.03.2007, 13:21
Hallo Mitstreiter,
im alten BPS-Forum hatte ich im Febr. 2006 die PKH von Lothar Z. Jhg.1937 veröffentlicht und zwei Antworten erhalten. Leider konnte Lothar keine Änderung seiner Therapie erreichen.
In Kurzfassung Angaben zur PKH:
<?XML:NAMESPACE PREFIX = O /><O:p< font>08/01 PSA 2,91<O:p< font>
03/05 PSA 56,4<O:p< font>
Biopsie von 8 Stanzen 6 positiv, G3b (GS5+4)<O:p< font>
13.04.05 Dgn.: ossär u. lymphogen metastasierendes PCa, diffuse Mestastasierung ges. LWS, Os sacrum und Beckenschaufeln. <O:p< font>
Therapie: - Orchiektomie na. Riba bds. (14.04.2005)<O:p< font>
- ZOMETA-Infusion, CALCIUM-dura D3<O:p< font>
- Radiatio Bereich LWK und Kreuzbein, 30Gy<O:p< font>
- FLUTA-GRY 3 x 1 Tabl. Tgl.
Entwicklung PSA:
<O:p< font>06/05 38,..
09/05 25,..
12/05 18,1
03/05 11,6
05/05 11,2
07/05 6,5
08/05 5,9
10/05 6,0
02/07 13,5
03/07 17,1
<O:p< font O:p<>
Mit dem letzten PSA-Wert wurde Lothar mitgeteilt, dass er nunmehr eine Chemotherpie erhalten soll.
Die Therapiehinweise vom Urologen FS wurden durch den behandelnden Urologen ohne Diskussion abgelehnt.
Urologe FS: <O:p< font O:p<>
„Hallo Lothar,
Orchiektomie + Flutamid wären im Prinzip eine HB2, welche hier in diesem Falle mir nicht genügen würde (der PSA-Abfall ist mir zu langsam).
Ausserdem besteht ein agressiver Tumor mit Gleason 5+4, der leicht hormontaub werden kann.
Ich bevorzuge in diesem Falle, mit einer maximalen Therapie zu beginnen (von dem "Erstschlag" sollte sich Krebs möglichst nicht erholen), um dann ggf. nach und nach Medikamente im Verlauf wieder abzusetzen- nicht umgekehrt, dann geht man das Risiko ein, "der Krankheit hinterher zu laufen"
Bestimmt werden sollte jeweils:
PSA, Testosteron, CGA, NSE, Ostase, PAP
um frühzeitig ein hormonunabhängiges evtl. neuroendokrines Geschehen zu entdecken.
Ich würde allerdings sofort:
1. maximale Androgenblockade (Testo unter 0.1) + Proscar 2 x 1,
2. Zometa vierwöchentlich,
3. CalciumD3 + Rocaltrol,
zu empfehlen, aber dafür derzeit noch nicht zugelassen:
4. frühzeitig Taxotere low-dose (25 mg/m2) vierwöchentlich
5. Estramustin 3 x 280 mg in der Anfangsphase."
Diese Hinweise wurden nicht akzeptiert, Lothar stellt nun die Frage, ist die Chemotherapie unausweichlich? Lothar wäre für Hinweise dankbar.
Gruß Karlheinz
</O:p<></O:p<></O:p<></O:p<></O:p<></O:p<></O:p<></O:p<></O:p<></O:p<></O:p<>

Urologe
17.03.2007, 14:37
... zumindestens sollte der aktuelle PSA + Testo bestimmt werden (vielleicht war die Orchiektomie nicht so radikal, wie gedacht - oder es kommen zu viel Hormone von der Nebenniere).
Wäre Testosteron optimal unterdrückt, kann zunächst eine Estramustintherapie noch vor Chemo versucht werden, ebenso Ketokonazol/Hydrocortison.
Bei dem hohen Gleason würde ich aber auch früh zu Taxotere tendieren, bevor die Tumorlast zu hoch wird.
Das schon nach 9 Monaten der PSA wieder steigt zeigt mir, dass meine Aussage:
Ich bevorzuge in diesem Falle, mit einer maximalen Therapie zu beginnen (von dem "Erstschlag" sollte sich Krebs möglichst nicht erholen), um dann ggf. nach und nach Medikamente im Verlauf wieder abzusetzen- nicht umgekehrt, dann geht man das Risiko ein, "der Krankheit hinterher zu laufen"

richtig ist.

Gruss
fs