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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 2 Jahre Abwarten u. Beobachten



Oskar CH
17.05.2006, 18:26
Nachdem ich soeben meinen neuesten PSA erhalten habe, den ich in meiner A&B-Strategie bis auf weiteres jährlich bestimmen lasse, setze ich mal meine ganze PK-Historie ins Forum.

Historie u.Strategie

14.06.99 PSA 3,52 Hausarzt
Diese Bestimmung wurde von meinem Hausarzt ohne mein Wissen ausgeführt. Ebenfalls hat er mich dazumal auch nicht über das Resultat bzw. dessen Bedeutung informiert.

29.12.03 PSA 10,74 fPSA 2,64 / 25% Hausarzt
Diese Bestimmung hat der Hausarzt auf meine Veranlassung ausgeführt, nachdem ich (leider) von einem Bekannten darauf hingewiesen wurde, wie wichtig es sei seinen PSA zu wissen.

09.03.04 PSA 9,9 Q fPSA 7% Urologe
DRE Beidseitig induriert, seitlich abgrenzbar
12.03.04 Biopsie: Histologisch G2-Karzinom beidseitig, sind ca. 90% der untersuchten Biopsiezylinder tumorinfiltriert
12.03.04 Dx PCa T2NXMX; GS5(2+3) G2 Prostatavol. 21-27ml,
Diese Untersuchungen wurden durch den Urologen vorgenommen an den ich durch den Hausarzt überwiesen wurde. Der Urologe hat mir dringend eine Prostatektomie empfohlen, er könne die OP dank glücklichen Umständen sehr kurzfristig durchführen.

Nachdem ich mich intensiv mit der Materie beschäftigt habe und nachdem ich insbesondere gelernt habe, dass es noch niemandem gelungen ist den Nachweis zu erbringen, dass eine lokale Therapie statistisch eine Verlängerung des Lebens bringen kann sondern nur die Lebensqualität in schwerer Weise beinträchtigt, habe ich mich für Abwarten & Beobachten entschieden.

01.06.04 PSA 7,2 fPSA 1,35 /19% Hausarzt
Erneute PSA-Bestimmung beim Hausarzt. Diesen Wert wollte ich als Ausgangswert für meine A&B-Strategie festlegen. Der Wert hat mich natürlich angenehm überrascht und mir Bestätigung für mein Vorgehen gegeben.

12. 5. 05 PSA 9.8 fPSA 0.92/ 9% Hausarzt /Labormed
APH 55U/l Grenzwert = <119
Erste PSA-Bestimmung nach einem Jahr A&B. Der Anstieg von 7,2 auf 9,8 beunruhigt mich nicht, man beachte die unterschiedlichen Resultate der einzelnen Bestimmungen über den ganzen Verlauf.

17. 5. 06 PSA 12.45 - APH 54U/l Hausarzt/Labormed
PSAVZ (zu Messung 12.5.05) = 36Monate;
PSAVZ (zu Messung 29.12.03) =134 Monate
Die Situation nach 2 Jahren Abwarten und Beobachten erachte ich als durchaus erfreulich. Die PSAVZ von 36 Monaten, errechnet über die letzten 12 Monate, ist zwar schon etwas grenzwertig, anderseits errechnet zum Wert von 29.12.03/10,74 ergibt eine PSAVZ von ca. 11 Jahren und so nehme ich nun mal diesen Wert als Basis. Eigentlich würde mich schon eine DNA-Zytometrie interessieren, aber auf Grund des PSA-Verlauf kann ich davon ausgehen, dass mein PK nicht agressiv ist.


Nächster Schritt ca. Mai 2007:
Bestimmung PSA & APH, Berrechnung PSAVZ
Falls PSA nicht >15 u. PSAVZ <3Jahre weiter mit Abwarten und Beobachten. Andernfalls Konsultation eines Spezialisten in jedem Falle würde ich vorgängig einer jeden weiteren Massnahme eine DNA-Zytometrie durchführen lassen.
(s. http://media.gek.de/downloads/broschueren/GEK-Broschuere_Prostatakrebs.pdf )

Reinardo
18.05.2006, 06:26
Hallo OscarCh.
Nachdem ich mich ebenfalls mit der DNA-Zytometrie beschäftigt habe (und noch beschäftige), finde ich Deine Strategie zwar grundsätzlich richtig, aber auch etwas mutig. Genauer gesagt: zu optimistisch.

Krebs ist ein dynamisches Geschehen. Malignitätsgrade können sich verschlechtern, und um das zu erkennen, sind 1-Jahresintervalle für PSA-Messungen eine zu lange Zeit. Das übliche Messintervall ist 3 Monate, immer, wenn es einen neuen Krankenschein gibt.
Zudem, finde ich, vertraust Du sehr dem PSA-Wert, welcher, genau genommen, kein exakter Krebsmarker ist sondern nur ein Indikator, dass etwas nicht stimmt. In der von Dir genannten Broschüre der GEK wird auf den PSA-Wert deshalb auch kaum Bezug genommen. Der von Dir aufgrund der PSA-Wertbestimmungen ermittelten PSAVZ wäre ich mir deshalb nicht so sicher. Sie ist im Hinblick auf den niedrigen Gleason sicherlich hoch, aber wie hoch wirklich, würde ich in Frage stellen.

Um Unsicherheiten hinsichtlich des Malignitätsgrades und der Prognose auszuräumen, könntest Du eine DNA-Bildzytometrie machen lassen, entweder von dem vorhandenen Zellmaterial der Erstbiopsie oder, was besser wäre, von einer neu vorzunehmenden Feinnadelbiopsie, die nicht nur schonender ist als die bei uns übliche Stanzbiopsie, sondern auch mehr Zellmateriial liefert. Diese Biopsie, möglicherweise in 6 oder maximal 12 Monaten wiederholt, ergäbe ein verlässlicheres Bild über den Status und die Prognose Deiner Erkrankung.

Ich habe zum Zeitpunkt meiner Erkrankung nichts von der DNA-Bildzytometrie gewusst, aber mich aus gleichen Erwägungen wie Du gegen jede Art radikaler Therapie entschieden und die DHB gewählt. Das war vor 5 Jahren. Trotz meiner inzwischen erlangten Kenntnisse von der DNA-Zytometrie und den optimistischen Prognosen seitens der Pathologen Tribukait und Hussein Al-Abadi bei diploider DNA-Struktur würde ich mich heute wahrscheinlich wieder so entscheiden, weil mir das für die nächsten 5 - 8 Jahre die für mein Lebensgefühl notwendige Sicherheit gäbe.

Dir weiterhin alles Gute, Reinardo

Hajoke
21.05.2006, 13:45
Hallo OscarCH,
auch ich finde Deine Strategie zu optimistisch. Die Ergebnisse der vor 2 Jahren gemachten letzten Biopsie und die inzwischen auf über 12 angestiegenen PSA-Werte sollten für Dich ein ernstes Zeichen dafür sein, schnellstens eine neue Biopsie durchführen zu lassen. Der Tumor wächst zwar sehr langsam und läßt sich aber nur im Frühstadium erfolgreich behandeln. Wenn Du aber abwarten willst, bis der Tumor die beidseitig befallene Prostata verlassen hat, dann wird eine erfolgreiche Behandlung immer unwahrscheinlicher.
Also, überdenke Deine Strategie!!
MfG
Hajoke

shg-pca-husum
21.05.2006, 15:36
Hallo Oskar,

mit 67 Jahren Lebensalter darf man auf jeden Fall anders mit der Erkrankung umgehen als mit z.B. 57 oder gar mit 47. Mit höherem Lebensalter verringert sich sowieso die Zahl der Therapieoptionen.

Die Zytometrie würde ich an Deiner Stelle schon machen lassen, und zwar anstelle einer Biopsie! Und ich würde auch einen 3-monatlichen Kontrollrythmus des PSA-Wertes empfehlen. Ehemals eher zahme Krebszellen können mutieren und sind dann gar nicht mehr so lieb. Dann ist es auch aus mit dem linearen Anstieg.

Beste Grüße
Dieter

Oskar CH
21.05.2006, 16:58
Hallo Reinardo, Hajoke und Dieter

Ich bin mir natürlich bewusst, dass meine Strategie gewisse Risiken beinhaltet. Anderseits bin ich aber auch überzeugt, dass das von mir gewählte Vorgehen, mir noch für hoffentlich viele Jahre ganz wesentlich mehr Lebensqualität bringt als wenn ich mich einer lokalen und agressiven Therapie unterziehen würde. Und hierzu gehört wie ich meine auch die Hormontherapie.

Wenn ich glaube zum jetzigen Zeitpunkt auch auf weitere diagnostische Abklärungen verzichten zu können, basiert dies insbesondere auch auf der Ueberzeugung, dass solche Abklärungen für mich keine therapeutischen Konsequenzen aufzeigen würden. Solange niemand in der Lage ist, einen Nachweis zu erbringen, dass jedwelche Therapie einen Ueberlebensvorteil garantiert.

Ich gedenke deshalb an meiner Strategie festzuhalten und werde mich erst dann einer Behandlung unterziehen, wenn konkrete Sympthome auftreten oder wenn sich bei der alljährlichen Kontrolle zeigt, dass das dynamische Geschehen aus dem Ruder läuft.

Nachfolgend einige Ausrisse aus Studien und Publikationen die im wesentlichen zu meiner Entscheidung beigetragen haben.

Herzliche Grüsse Oskar



Gründe für die Ablehnung einer aggressiven lokalen Therapie.



Statistik Prostatakrebs

Schweiz:
Population:7'100'000 Todesfälle p/a 69’600
Pro Jahr sterben in der Schweiz 35'000 Männer.
An Prostatakrebs sterben 1361 (1999-WHO) Männer also 3,7% aller Männer die p/a sterben.
Das Durchschnittsalter der an PK sterbenden beträgt ca. 78 Jahre. (BRD)

Bei ca. 80 % also bei 28'000 der Manner die sterben kann bzw. könnte Prostatakrebs nachgewiesen werden, mithin sterben von den Männern bei denen PK nachgewiesen werden kann bzw. könnte nur ca. 4,6% am PK

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...............Patienten mit diagnostizierten Tumoren werden behandelt und – wenn sie überleben – als geheilt dank frühem Entdecken angesehen. Die große europäische Studie geht jedoch davon aus, dass von 100 diagnostizierten Tumoren sieben zum Tod – in wahrscheinlich hohem Alter – geführt hätte. Ob in diesen sieben Fällen die Therapie wirklich hilft, ist keineswegs sicher. Die anderen 93 diagnostizierten und behandelten Tumore sind im Grunde „Überdiagnosen“, weil sie für den Träger nicht tödlich gewesen wären oder ihm sogar nie Probleme bereitet hätten. Die Schäden, die durch überflüssige Operationen, Bestrahlungen und Hormonbehandlungen an nicht lebensbedrohlichen Tumoren entstehen, sind das größte Problem des Screenens mit PSA. Denn der Test erkennt ganz überwiegend Tumore in einem frühen Stadium, in dem nicht abgesehen werden kann, wie sich der Krebs weiter entwickeln wird, so dass alle gleich intensiv therapiert werden. Viele Behandlungen betreffen zudem Männer jenseits der 70, für die der Nutzen besonders fragwürdig, aber die Risiken besonders hoch sind.
Das zwar psychisch aber nicht körperlich belastende „aufmerksame Zuwarten“ ist gerade für die frühen Tumorstadien eine anerkannte Therapieoption, doch „wird kein Patient, bei dem aufgrund eines Bluttests ein Prostatakarzinom entdeckt wurde, dies akzeptieren“, urteilt der Urologe Peter Whelan aus Leeds. Denn wozu hätte sich der Mann dem PSA-Test und der Biopsie unterziehen sollen, wenn ihn der Arzt dann nicht behandelt? Für Whelan bedeutet deshalb die Abkürzung PSA auch „Promotes Stress and Anxiety“, zu deutsch „fördert Stress und Angst“.
Bei all den nachgewiesenen Schäden und dem nicht erwiesenen Nutzen klingt es fast zynisch, wenn die Deutsche Krebsgesellschaft in einer Pressemitteilung vom Oktober 2001 über den PSA-Test verbreitet: „Betroffenen Männer haben damit wesentlich höhere Heilungschancen und ihre Lebensqualität bleibt erhalten“.
Quelle: www.mythos-krebsvorsorge.de/texte/rahmen_texte.htm?/texte/texte_psa.htm"
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...........Doch gerade diese enorme Entdeckungsrate ist das größte Problem des Tests: Das Dilemma des Prostatakarzinoms ist, dass es zumindest zwei Gruppen von Tumoren gibt. Eine verursacht frühzeitig Symptome und wächst aggressiv – darunter fallen jene Tumoren, die Männer relativ jung töten.
Die zweite Karzinomgruppe hingegen wächst sehr langsam, und diese „harmlosere“ Variante ist extrem häufig: Nach verschiedenen Studien hat die Hälfte bis zwei Drittel der Männer zwischen 60 und 70 Jahren diesen Tumortyp. Das ist aber keine schlechte Nachricht: Die Besonderheit ist, dass diese Karzinome für die meisten Männer nie zu einem Problem werden, weil sie an etwas anderem sterben, bevor der Tumor entdeckt wird oder Symptome entwickelt.

Quelle: "http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=38581"

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..............Abwarten und Beobachten ("Wait and See"): Trotz millionenfacher Operationen wurde bisher nur eine einzige prospektive randomisierte Studie durchgeführt und zwar von "The Veterans Cooperative Urological Research Group" in den USA, bei der ein Vergleich gezogen wurde zwischen einer Gruppe von Patienten nach Prostatektomie mit Placebo gegenüber einer Gruppe "nur Placebo ohne Operation".
Über einen Verfolgungszeitraum von 23 Jahren konnte nicht nachgewiesen werden, dass dieGruppe der Operierten einen Überlebensvorteil gegenüber den"Placebo-Patienten" hatte. Auch die Briten haben eine gute Studie gemacht. Chadock et al. haben bei Soldaten sogar ein Überlebensvorteil bei "Wait and see" gegenüber der OP gefunden . Unglaublich? Nein, dass zeigt wieder , dass nicht alle PC´s gefährlich sind und die Sterberate am PC ehedem nur 1 - 6 % beträgt, je nach Stadium halt (meint Gleason ) !Die klassische Zahl die genannt wird sind ja 3 % .
Quelle: Versuch einer Gruppierung der verschiedenen Therapien von Wolfgang Petter

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.............Keine andere Krebserkrankung kann für sich in Anspruch nehmen, durch so viele verschiedene Behandlungsmethoden attackiert zu werden wie der Prostata Krebs. Dabei wissen wir heute nicht einmal, ob auch nur eine dieser Methoden imstande ist, das Leben von Patienten mit Prostata Krebs wirksam zu verlängern.
Quelle: Prof. Dr. Dr. med. habil Ben L. Pfeifer, Lexington, USA

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In den westlichen Industriestaaten steigt die Häufigkeit von Prostatakrebs ständig an. Gegenwärtig kennen wir für diese Erkrankung keine Behandlung, von der wir verlässlich wissen, dass sie zur Heilung führt, das Leben des Patienten verlängert oder dem Patienten mit Sicherheit längerfristig mehr Gutes als Belastendes beschert.
Quelle: Dr. Marcel G. Brander, Aeskulap-Klinik im Park, Brunnen

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Early-stage prostate cancer is usually treated with watchful waiting, radical prostatectomy, radiation therapy or hormone therapy. No clinical trials have shown a difference in 10- to 15-year mortality among these treatments, so men must weigh the importance of a variety of side effects when deciding what treatment to pursue.
Quelle: "http://www.newswise.com/institutions/view/?id=868" in Annals of Internal Medicine
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……..Among untreated patients with clinically localized prostate cancer, those with a low Gleason score (5 or less) have a very small risk of dying of their cancer within 15 years (4%-7%), if their cancer is never treated. Men with gleason score 6 cancers have a 15-30% risk of cancer death if untreated for 15 years. Those with gleason score 7 cancers have a 50% risk of cancer death if untreated for 15 years. Those with poorly differentiated tumors (Gleason scores 8-10) have an 87% risk of succumbing to the disease within 15 years if untreated.

Quelle: "http://www.cancer.med.umich.edu/prostcan/prosrisks.htm#prognosis"
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……….There is currently no treatment available that has been proven capable of providing a cure, capable of extending life, or of doing more good than harm. In addition, all treatments have undesirable side effects that can seriously detract from the patient's quality of life for the rest of his days.

In the United States, only one of every eight men diagnosed is forecast to die from the disease. The indication is that seven of the eight men would not benefit from treatment. Unfortunately, it is not possible today to determine which one of the eight men requires treatment and there is no assurance that currently available treatments would be helpful to him even if he could be identified.

………….The vast majority of prostate cancers (90%) remain dormant, never causing clinically evident disease or affecting survival. Those cancers that do become clinically evident exhibit an indolent course in most men.

Quelle: Watchful Waiting: The Preferred Option for Many Men (Squarf)
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………..In the vast majority of cases, the so-called 'treatment' leaves the patient worse off than having the disease-incontinent, impotent and likely, in 40 per cent of cases, to have the cancer return. Doctors have been using the same treatment methods for over 30 years. Despite this, a recent Lancet review candidly admits that "the optimal treatment for localised prostate cancer is still not known" (Lancet, 1997, 349: 906-10).

………. Autopsies of men who have died of other causes show that around 40 per cent of men over the age of 50 have prostate cancer. The risk rises steadily through the decades so that, by age 80, 70 per cent of men will have it. For men in their 90s, it's a near certainty. Fortunately, prostate cancer is slow-growing, so most men will die of something else before the cancer becomes a problem. They die with prostate cancer rather than because of it. Surveys show that, for the average 50-year-old with a reasonable life expectancy of another 25 years, there's a 10 per cent chance that he will develop clinically significant prostate cancer, but only a 3 per cent chance that he will die of it (National Cancer Institute Statement, August 2001).

Quelle: WHAT THE DOCTORS DON'T TELL YOU
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Because so many men have prostate cancer and so few die from it, there is and will continue to be substantial controversy as to who should be treated, and with what method. I have written these comments with the firm belief that men need to know that this cancer is unique among all human cancers. I believe they can make a better and wiser decision if they understand the reasons for the controversy surrounding prostate cancer.

Quelle: PROSTATE CANCER: WHO SHOULD BE TREATED? Thomas A. Stamey, M.D.

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Conclusions: In this randomized trial, radical prostatectomy significantly reduced disease-specific mortality, but there was no significant difference between surgery and watchful waiting in terms of overall survival.

Quelle: A Randomized Trial Comparing Radical Prostatectomy with Watchful Waiting in Early Prostate Cancer (Lars Holmberg, M.D.)

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KlausUwe
21.05.2006, 19:16
Hallo Oskar CH.

An Deiner Stelle wuerde ich mit der DNA - zytometrischen Untersuchung nicht warten. Die kann Dir nur Vorteile einbringen.

Gruss
Uwe

Bernhard A.
21.05.2006, 19:53
Hallo Oskar !

Lese doch mal bei nachstehendem Link unter Kapitel 1.6 Prognose nach.

Das würde mich schon bei "WW" nachdenklich stimmen.

Gruß
Bernhard A.

http://www.krebsinfo.de/ki/empfehlung-010220/uro/S1.HTM
<O:p</O:p

Reinardo
22.05.2006, 00:10
Hallo Oskar. Die Hormontherapie wuerde ich nicht zu den "radikalen" Therapien rechnen. Die Nebenwirkungen sind vorübergehend, erträglich und hinterlassen keine Spuren.
In der Tat schreibt auch Tribukait, mit dessen Studie ich mich intensiver beschäftigt habe, dass "14 Jahre Beobachtung nicht ausgereicht hätten", bei Prostatakarzinomen mit diploider Zellstruktur, welche mit Hormonentzug behandelt wurden, einen Überlebensvorteil gegenüber gar nicht behandelten Karzinomen festzustellen. Das ist aber nur Statistik, gilt für die grosse Zahl. Im Einzelfall kann das anders sein. Besonders sehe ich bei Nichtbehandlung die Gefahr späterer Mutation. Und da fängt es dann sofort an, gefährlich zu werden.
In Deinem Fall weist Du gar nicht, was für einen Krebs Du hast. Du unterstellst einfach den bestmöglichen Fall.
Aber jeder von uns, der sich informiert hat, geht seinen eigenen Weg. Wenn er richtig war, kann man gratulieren und sich mit freuen. Wenn nicht, dann kann man auch niemand anderen für sein Schicksal verantwortlich machen.
Alles Gute, Reinardo

Oskar CH
22.05.2006, 17:04
Hallo Reinardo

Du hast Recht wenn Du sagst, dass ich nicht weiss was ich für einen Krebs habe. Hierzu kann ich nur antworten, wenn ich nicht diese "Vorsorgeuntersuchung" gemacht hätte, wüsste ich überhaupt nicht, dass ich Prostatakrebs habe und glaube mir, dann ginge es mir ganz wesentlich besser. Nun ich werde mich vorerst weiterhin auf die Statistik verlassen und keine therapeutischen Massnahmen einleiten, solange keine Sympthome auftreten.

Gruss Oskar

KlausUwe
22.05.2006, 18:00
Hallo Oskar CH.

Bleib bei Deiner Linie.
Das kann ich Dir nur raten.
Meine Situation ist so, das ich bis heute noch nicht weiss habe ich Krebs oder nicht. Die DNA zytometrische Analyse von Prof.Broecking aus Duesseldorf ( leider nur Restmaterial ) hat keinen Tumor nachgewiesen.
Ein Urologe bescheinigte mir ein Fragwuerdiges Stadium T3a, die beiden Anderen enthielten sich der Stimm. Alle bescheinigten mir aber Gleason 6=3Mal 3: Deshalb ist es auch nach meiner Meinung fuer Dich und auch fuer mich eine Feinnadelbiopcie zumachen mit anschliessender DNA-Analyse um effektiv die Agressivitaet des Krebses und dasVorhanden sein festzustellen.
Viele Gruesse
Uwe

Oskar 47
23.05.2006, 09:15
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Oskar CH
23.05.2006, 09:21
Hallo Dieter

Du hast in Deiner Schlussfolgerung völlig recht und ich hätte mich vermutlich schon längst entschieden auf die Kontrollen zu verzichten, wenn da nicht dauernd der Druck meiner Frau wäre "etwas gegen den Krebs zu tun" Ich kann mir auch gur vorstellen, dass viele meiner Leidensgenossen nur dieses Druckes wegen auf die Option A&B verzichten.

Gruss Oskar

Oskar CH
23.05.2006, 09:24
Hallo Uwe

Es sind genau diese Geschichten die mich zu meiner Entscheidung geführt haben und die mich in meiner Absicht bestätigen.

Gruss Oskar

Jörg (O)
23.05.2006, 09:52
Hallo Oskar CH,
ich finde es gut, dass ein Betroffener auch einmal die Möglichkeit
"Abwarten und Beobachten" wählt.
Ich hätte mich auch dafür entschieden, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte. Vielleicht geben es einige nicht zu, aber die totale Prostatektomie
- wie sich die Schulmedizin so elegant ausdrückt - verstümmelt den Mann, hinterläßt tiefe psychische und physische Spuren und verringert die Lebensqualität nicht unerheblich.
Mit Deiner Wahl wirst Du die volle Lebensqualität hoffentlich noch lange genießen können.
Du schreibst, dass Du erst tätig werden willst, wenn der Krebs Symptome
verursacht. Das würde ich aber noch einmal überdenken, denn dann wäre er unter Umständen bereits sehr weit fortgeschritten und die dann möglichen Therapien wären kaum noch wirksam. Sicherlich wirst Du diesen
Deinen Standpunkt neu überdenken, wenn Dein PSA-Wert deutlich ansteigt.
Ich wünsche Dir bei Deiner Therapie ein glückliches Händchen. Du wirst uns bestimmt auf dem Laufenden halten.
Gruß Jörg (O)

Günter Feick
23.05.2006, 16:50
Liebe Mitstreiter,

passend zu Jörgs Kommentar, diese Studie zu Eurer Information

Günter Feick

Neue Daten aus einer Studie - Aktive Überwachung Mit Verzögerter Intervention Bei Lokalisiertem Prostatakrebs

Einleitung: Die Methode Aktive Überwachung und selektive, verzögerte Intervention, basierend auf der Entwicklung der PSA Verdoppelungszeit (PSAVZ) und wiederholter Biopsie, ist ein praktikabler Kompromiss zwischen radikaler Therapie für alle Patienten und der Methode Aufmerksames Beobachten für alle Patienten mit lediglich palliativer Behandlung. Es mangelt an Langzeitdaten hinsichtlich der Effektivität und Sicherheit der Methode der Aktiven Überwachung.

Methode: Die prospektive Phase II Studie der Aktiven Überwachung mit Selektiver, Verzögerter Intervention wurde 1995 begonnen. Patienten unter 55Jahre mussten die Epstein Kriterien für eine nicht signifikante Erkrankung erfüllen (weniger als 3 Stanzen mit Sextanten Biopsie, oder weniger als 3 Stanzen einer 8 - 12 Stanzen Biopsie, die keine Stanze mit mehr als 50%iger Infiltration aufweist). Die Patienten wurden anfänglich nur überwacht. Denjenigen welche eine PSAVZ von 3 oder weniger Jahren hatten, eine Progression zu Gleason 4 + 3 oder mehr nach Rebiopsie, oder denjenigen welche nicht in der Studie verbleiben wollten, wurde eine radikale Intervention angeboten. Die verbleibenden Patienten wurden eng überwacht.

Resultate: Die Patientenzahl beläuft sich auf 423 Männer mit dem niedrigsten PCa Risiko (PSA <10, Gleason <6, T1c-T2). Das median Alter ist 67 Jahre und die mediane Beobachtungszeit ist 4,5 Jahre (0, 5 - 10 Jahre). Nach 10 Jahren ist die statistische Überlebensrate 85 % und die krankheitsspezifische Überlebensrate ist 99,5 %.
65% der noch lebenden Patienten setzen das Aktive Überwachen fort. Von den 35% der Patienten, die therapiert wurden, war die Indikationsstellung: kurze PSAVZ (19%), Gleason Wert Verschlechterung (7%), Entscheidung der Patienten zu einer Intervention (9%).
421 der 423 sind entweder aus anderen Gründen als PCa gestorben oder blieben frei von Metastasen.
Zwei Patienten starben an Prostatakrebs, beide hatten rapide PSAVZ Anstiege(7 und 13 Monate). Sie wurden radikal behandelt und entwickelten innerhalb eines Jahres klinisch relevante Metastasen.

Fazit: An dieser Studie ist abzulesen, dass in einer 10 Jahres Periode, nahezu alle Männer mit einem niedrig Risiko PCa, nicht an PCa sterben werden. Weitere Aktive Überwachung der Patienten ist notwending um für über 10 Jahre hinaus gehende Sicherheit dieser Methode zu bestätigen. Eine randomisierte Studie zum Vergleich der Aktiven Überwachung vs. der Standardtherapie ist geplant.

Oskar 47
24.05.2006, 10:25
Hallo Namensvetter,
unter diesem Titel ist meine PK Historie nicht schlecht placiert, denn im November werden es 3 Jahre, in denen ich mit diesem miesen Laborwert, der für Unruhe bei den Männern sorgt, herumschlagen muss. Reines Abwarten und nur eine PSA-Wertermittlung jährlich halte ich, genau so wie Reinardo, mutig aber bedenklich. Ich halte mich gelegentlich mit „nebulösen“ Therapieformen(so wird die AHIT von Dr. Kief in der Ausschlussliste einer KK bezeichnet) wie Galvano, aktives Fieber oberhalb der 40 Grad-Marke, AHIT und ITP über Wasser. Mein PSA-Wert, den ich alle 2 Monate bestimmen lasse, bildet Sägezahnbewegungen im Bereich von 7,7 und liegt immerhin unter dem aPSA von 10,3(GS 3+3 bzw.3+4) im Nov.2003. Die gängigen Untersuchungsformen von USPIO über Maintrac bis hin zur PETCT habe ich schon hinter mir und will, es wegen Zweifel an der viel gerühmten PETCT,(ein Lymphknotenbefall wurde durch USPIO nicht bestätigt, 20 Stanzen im aufgezeigten apikalen Bereich ergaben bei einem Bekannten mit einem PSA-Wert von 40 keinen Befund) mit der Bildzytometrie (mit neuer Biopsie weil Zweitgutachten offenbar die Materialgüte beeinflusst) zu versuchen, damit ich weiß, wie lange ich noch mithalten kann.
Ich drücke die Daumen.
Gruß Oskar aus D

Hajoke
24.05.2006, 15:36
"Nun ich werde mich vorerst weiterhin auf die Statistik verlassen und keine therapeutischen Massnahmen einleiten, solange keine Sympthome auftreten".

Hallo OscarCH,
das Warten auf Krebssymthome bei P-Ca ist gefährlich, weil es diese sehr lange nicht gibt. Dies solltest Du bedenken. Sei froh, das Du noch rechtzeitig evtl. durch Zufall die Krebsdiagnose bei einer Vorsorgeuntersuchung bekommen hast.
Bei der Hormontherapie solltest Du auch bedenken,dass der Krebs nicht geheilt wird, sondern das Krebswachstum nur verzögert wird.
Aber ich will Dich nicht umstimmen.
Gruß
Hajoke