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JürgenS
24.03.2007, 16:58
Eigentlich wollte ich warten, bis das "Snuffy" Myers Buch durch ist, aber da Rudolf drängelt, soll er seine Soja Debatte bekommen.
Zum Anfang die Übersetzung der Dr. Pinski Papiere

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Can Natural Dietary Supplements Really Impact Prostate Cancer ?
Jacek Pinski, MD, PhD, Assistant Professor of Medicine, USC / Norris Comprehensive Center
from PCRI INSIGHTS, Feb. 2007

Übersetzung und Auszug nur Genistein betreffend

Können natürliche Nahrungsergänzungsmittel wirklich auf Prostatakrebs einwirken ?

Zur Beachtung: Natürliche Nahrungsergänzungsmittel sind heute Teil der Standard-
Behandlung und Prävention von Prostatakrebs.

Seit 2001 bin ich Fakultätsmitglied der Abteilung Internistische Onkology, University of California, Norris Comprehensive Cancer Center., und beschäftige mich sowohl mit klinischer Forschung an Krebspatienten als auch Laborforschung fokussiert auf die Biologie des PK. Während der letzten Jahre hatte ich Gelegenheit, eine ausgewählte Anzahl von Studien zu entwerfen und durchzuführen, in denen natürlichere und weniger toxische Therapieoptionen untersucht wurden.
Eine dieser Studien erforschte die Effekte des Isoflavons Genistein, wesentlich ein Phytoöstrogen, dass in Sojabohnen und Sojaprodukten vorkommt. Es ähnelt dem Humanöstrogen in chemischer Struktur und Eigenschaften sehr, ist allerdings bedeutend schwächer in seiner Wirkung als die menschliche Form.
In den vergangenen Jahren haben Zellkulturen Beweise erbracht, die nahe legen, dass Genistein PK-Zellwucherungen hemmen und den PK-Zelltod herbeiführen kann. Ich habe mein Projekt entwickelt, um diese Beweise entweder zu erhärten oder zu widerlegen, und um die genauen Mechanismen zu definieren, mit denen dieses Isoflavon das PK-Zellwachstum hemmt.

Beweise durch Grundlagenforschung, Tierversuche und klinischer Studien
Über das gesamte Spektrum der medizinischen Forschung zeigen natürliche Nahrungsergänzungen eine imposante Wirkung auf die Verlängerung der Prostatavitalität und bei der Bekämpfung der PK-Zellen. Ihr Nutzen wird in grundlegender Reagenzglasforschung beobachtet, wo Laborwissenschaftler potentiell kurative Substanzen untersuchen. Zusätzlichen Nutzen bringen die Ergebnisse übertragener Studien, welche die Substanzen an Tieren testen. Am allerwichtigsten sind aber die ermutigenden Ergebnisse, die von mannigfaltigen klinischen Studien herrühren, welche die Nahrungsergänzungen an Patienten testen, um die höchsten tolerierbaren Dosierungen und die Wirksamkeit zu ermitteln.

Genistein
Wie bereits erwähnt, gibt es zweifellos Anzeichen, dass Genistein auf den Krebs einwirkt. Studien von Zellkulturen sowie in vivo übertragene Untersuchungen haben ergeben, dass es PK-Zellwachstum unterdrückt. Wir haben demonstriert, dass einer der Mechanismen, durch den Genistein die Wucherung von PK-Zellen hemmt, die Transformation einiger Zellen in einen anderen, nicht wuchernden Zelltyp, ist. Ähnlich wie bei Selenium hat sich gezeigt, dass Genistein die Wirkung der Strahlentherapie in vivo und in vitro verstärkt. In Humanstudien hat sich erwiesen, dass Genistein sehr effektiv in die Pk-Zellwucherung eingreift.
In unserer Studie wurden 76 Patienten im Alter von 50 bis 80 Jahren mit einem Gleason von 6 oder niedriger entweder Soja Isoflavon oder ein Placebo für 12 Wochen gegeben. Veränderungen ihrer PSA- und Steroidhormonspiegel wurden sowohl am Anfang als auch am Ende des Versuchs analysiert. Die Daten ergaben, dass Supplementierung von Patienten im Anfangsstadium auf diese Weise, selbst bei nur kurzer Dauer, die Proliferationsmarker bei vielen dieser Patienten veränderte, verglichen mit den Patienten, die Placebo erhielten.
Eine andere Studie bestand aus 49 Patienten mit einer PK-Historie und steigenden PSA-Spiegeln nach RPE oder Strahlentherapie. Diese Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder eine mit Genistein angereicherte Diät oder Placebos. Die Forscher fanden heraus, dass die Patienten im Supplementierungsarm eine signifikant verzögerte Progression zeigten. Selbst wenn Patienten nach kurativen Therapien einen Rückfall erleiden, gibt es Anzeichen, dass Genistein die kontinuierliche Zellwucherung aufhalten kann.

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Auszug und Übersetzung

Durch Genistein induzierte neuroendokrine Differenzierung von Prostatazellen
Jacek Pinski, MD, PhD, Qingcai Wang, Marcus L. Quek, Ariana Cole, Janine Cooc, Kathleen u. Peter V. Danenberg
aus Wiley InterSience

Hintergrund
Neuroendokrine (NE) Zellen sind in der normalen Prostata präsent und kommen in größerer Anzahl bei fortgeschrittenem Prostatakrebs vor. In dieser Studie untersuchten wir die Wirkung des Phytoöstrogens Genistein in vitro auf die NE- Differenzierung von LNCap-Zellen.

Methode
Neuroendokrin Marker Exprimierung von mit Genistein exponierten LNCaP-Zellen wurden mit immunohistochemistry, Western blot (Methode zum Nachweis von Protein) und Echtzeit PCR (Polymerase chain reaction, eine in vitro Technik für enzymatische Nachbildung von DNA ohne lebende Organismen) gemessen. Western blot Analyse wurde zur Untersuchung der durch die Genisteinbehandlung induzierten Zellzyklen und Signalbahnen verwendet.

Ergebnis
Nach sechstägiger kontinuierlicher Behandlung mit Genistein erfuhr die Mehrzahl der die Genisteinbehandlung überlebenden Krebszellen eine Dedifferenzierung in einen NE-ähnlichen, die NE-Marker Chromogranin A, Synoptophysin, Serotonin und beta III Tubulin überexprimierenden Phenotyp. Dieser NE-Differenzierungsprozess ging einher mit einer Heraufschaltung der Zellzyklus Modulatoren p21, p27, und p53, und die Aktivierung der MAPK und STAT3 Signalbahnen.

Schlussfolgerung
Unsere Daten weisen darauf hin, dass Genistein nicht nur Apoptose herbeiführt, sondern auch die NE-Differenzierung von PK-Zellen.