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matthias v.
18.05.2006, 12:41
Liebe Leidenskollegen, da draußen,
vielleicht kann mir jemand beim Denken helfen, denn ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
Zur Situation:
Ich bin morgen 48 JAhre alt.
Im März musste ich mich wegen burn-out / Depressionen krank schreiben lassen und hatte beim Hausarzt das erste mal einen medizinischen "Grund-check" machen lassen.
Dabei stellte ien Labor am 10.4. einen PSA von 9,06 fest.
Am 26.4. hatte ich den ersten Termin beim Urologen, PSA 8,30.
Am 5.5. Prostatastanzen li+re mit folgenden "vorläufiger Beurteilung":
Doppelseitiges Prodstatcarcinom hoher Differenzierung (G1)
Gleason-Score: 3+2=5
Zu den linken Proben wurde folgendes geschrieben:
Hier findet sich eine intraepitheliale high-grade-Läsion mit kibriformen Muster (Was ist das???). Zum anderen ist dann in einem Drittel des Stanzmaterials ein mikroglandulärer Tumor nachweisbar dessen Drüsen ein einreihiges Epithel aufweisen mit leicht vergrößerten Kernen und einer Verschiebung der Kern-Plasma-Relation zugunsten der Kerne. (Auch hier ??)
Zu den rechten Prtoben steht da folgendes:
Hier finden sich einmal multiple Drüsen mir einer intraepithalen Neoplasie. Zum anderen stellt sich dann in einem Sechstel des Stanzmaterials ein mikroglanulärer Tumor dar mit amphophilem Cytoplasma, abschnittsweise auch mit einer Desmoplasie (???)

Der Urologe hat mir ganz klar die baldigste Enfernung der Prostata, der Lymphknoten und der Samenblasen empfohlen. Er meint der Krebs ist noch verkapselt und nach ca. 3 Monaten ist alles wieder wie früher.
Wenn es Potenzschwierigkeiten geben sollte, dann kann man das mit Viagra lösen. Mit Inkontinenz sei nur in den ersten Monaten nach der Operation zu rechnen, aber die Wahrscheinlichkeit sei aufgrund der "schonenden" Operationen heute gering.
Wenn ich den Artikel von Ralf-Rainer Damm lese, so stellt sich das für mich etwas anderes dar.

Kurz: ich weiß nicht, was ich von dem Urologen halten soll.

Zu allem Überfluß bin ich heute morgen dann von zu Hause ausgezogen und bei meinem Bruder in Kassel untergekommen. D.h. ich muss mir in Kassel einen neuen Urologen suchen.
Muss ein zweites Gutachten meiner Stanzproben von demselben Urologen beantragt werden, oder kann das auch einen anderer Arzt tun ?

Ihr seht, ich schwimme absolut.

Für den Moment soll es aber erst mal genug gefragt und beschrieben sein, es nimmt mich sehr mit.

Gerne Lese ich bald Eure Tips und Ratschläge.
Wenn ich die anderen Beiträge so lese, so ist dieses Forum eine echte Hilfe und ein guter Halt für Viele.

Matthias V.

WinfriedW
20.05.2006, 12:51
Zu allem Überfluß bin ich heute morgen dann von zu Hause ausgezogen und bei meinem Bruder in Kassel untergekommen. D.h. ich muss mir in Kassel einen neuen Urologen suchen.

Da hast du etwas falsch gemacht. In dieser Situation könntest du eine dich liebende Partnerin gut gebrauchen! Urologen gibt es auch in Kassel. Das dürfte das kleinere Problem sein.




Muss ein zweites Gutachten meiner Stanzproben von demselben Urologen beantragt werden, oder kann das auch einen anderer Arzt tun?

Stanzproben gehören weder dem Urologen noch dem Pathologen sondern dir!




Der Urologe hat mir ganz klar die baldigste Enfernung der Prostata, der Lymphknoten und der Samenblasen empfohlen. Er meint der Krebs ist noch verkapselt und nach ca. 3 Monaten ist alles wieder wie früher.
Wenn es Potenzschwierigkeiten geben sollte, dann kann man das mit Viagra lösen. Mit Inkontinenz sei nur in den ersten Monaten nach der Operation zu rechnen, aber die Wahrscheinlichkeit sei aufgrund der "schonenden" Operationen heute gering.
Wenn ich den Artikel von Ralf-Rainer Damm lese, so stellt sich das für mich etwas anderes dar.

Die Wahrheit dürfte, wie so oft im Leben, in der Mitte liegen.




Hier findet sich eine intraepitheliale high-grade-Läsion mit kibriformen Muster (Was ist das???).

Ob Gleason 5 und kibriforme Muster zusammen gehen, weiß ich nicht. Ich habe da eher meine Zweifel. Da solltest du mal einen Fachmann fragen.


Gruß Winfried

PeterP
28.06.2006, 08:10
Hallo Matthias,
habe gerade das Forum durchgeblättert und Deine Anfrage vom Mai gelesen.
Kann sein, das Du mittlerweile schon eine Therapie angefangen hast, aber falls es noch möglich ist, möchte ich auf jeden Fall folgendes raten:
Dein Biopsiebefund ist nicht ganz ohne und verlangt m.E. nach einer besseren Diagnose, die unsere Orologen, meistens Chirugen nicht machen wollen. Die wollen i.a. nur operieren ("wir möchten Sie heilen!").
Eine wirklich klare Aussage macht nur eine sogenannte Spektrale MRT oder eine PET-CT. Infos findest Du darüber auf den Internetseiten Uni München oder Ulm.
Die PET-CT scannt den ganzen Körper, hat aber keine so gute Auflösung wie die S-MRT und kann nicht unter Hormontherapie durchgeführt werden.
Die S-MRT kann nicht direkt nach der Biopsie durchgeführt werden, da mußt Du eine zeitlang abwarten.
Ich würde unbedingt versuchen eine dieser Untersuchungen machen zu lassen, auch wenn es eine "Kleinigkeit" kostet. Nur so siehst Du klar, was wirklich los ist. Die Biopsie liefert mehr oder weniger Zufallstreffer, ein Kapseldurchbruch wird selten richtig diagnostiziert.
Über evtl. Lypfknotenbefall sagen auch nur die o.g. Untersuchungen etwas aus. Für die Therapieentscheidung sind das aber elementare Voraussetzungen.
Viel Glück bei Deinem weiteren Vorgehen!
Gruß Peter Pohlmann

Urologe
28.06.2006, 11:25
Hallo

ich muss Winfried Recht geben, die Beurteilung des Gewebebefundes
"scheint" von einem nicht auf Prostata spezialisierten Pathologen durchgeführt worden zu sein.
Der ganze Befund ist ein Widersprich in sich:

- G1 wäre Gleason 4 oder geringer
- Gleason unter 6 kann man in eine Biopsie nicht erkennen
- kribiform ist mindestens Gleason 3+4 und G3

Da eine korrekte Befundung aber sehr wichtig für die Therapieentscheidung ist sollte eine Zweitbefundung bei Helpap, Werner oder Bonkhoff erfolgen.

Gruss
fs