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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kontinenz nach OP



JoScho
14.04.2007, 10:23
Hallo ich bin am 05.04. Operiert worden.(Linksseitig Nervschonende radikale Prostataektomie und Sentinel-Lymphadenektomie an der Uniklinik Kiel)
Am Donnerstag 12.04. wurde der Katheder gezogen.
Am Freitag den 13.04 bin ich entlassen worden
Der histologische Befund steht noch aus. Der Operateur sagte das in die Lymphknoten und Schnittränder Tumorfrei waren.
Auch konnte ich gleich den Urin halten. Leider habe ich Viertelstündlich Harndrang und muss Ca. 200 ml bei schwachem Strahl Urin lassen.
Auch der Stuhlgang bereitet mir Probleme, da ich durch die noch frische Operation nicht so fest pressen kann.
Am Montag soll ich zu Anschlussheilbehandlung nach Bad Wildungen.

Ab wann sollte sich eine Besserung einstellen????

Heribert
14.04.2007, 12:32
Hallo JoScho

Bis jetzt sieht doch alles ganz ordentlich aus. Vom Problem der Reizblase können viele frisch Operierte reden. Zur Unterstützung wird man Dir in Bad-Wildungen Rheinardshausen ein Spasmolyticum verordnen. Das sehr gute Inkontinenztraining und die viszerale Osteopathie werden die Restbeschwerden bald vergessen machen. Wenn es Dir Möglich ist solltest Du von Beginn der AHB an mit den Ärzten auf eine Verlängerung auf 4 Wochen drängen.

Ich wünsche Dir gute Erholung und auch ein bischen Spass mit Gleichbetroffenen.

Heribert

Ironman
15.04.2007, 13:42
Hallo,
ich wurde am 12.Dezember 2006 operiert. Eine Inkontinenz ist kaum noch vorhanden. Das Problem Harndrang hatte ich genauso wie du und leider, trotz Spasmolyt, habe ich diesen immer noch. Nur nicht mehr so stark wie am Anfang. Laut den Ärzten in der AHB und Heimarzt kann dieser Harndrang noch länger andauern. Mit dem Stuhldrang hat wohl jeder nach der Op seine Proleme. Ein gutes Mittes zum weich machen ist Milchpulver. Dieses Problem ist dann schnell behoben.
Mittlerweile fange ich wieder mit dem Radfahren an (spezieller Sattel); geht mehr oder weniger gut.
Die 4. Woche AHB geht eigentlich automatisch.
Gruß und weiter viel Glück

Helmutw
19.04.2007, 14:31
Hallo Joscho,
ich wurde am 21.2. operiert. Mein OP-Verlauf war ähnlich Deinem. Nach OP fast kontinent. Beim Husten u. Niesen kamen schon mal Tropfen. Nach 3 Wochen AHB in Bad Wildungen war auch das in Ordnung. Einziges Problem heute ist noch der Harndrang, der schon bei 150-200 ml einsetzt. Ich trainiere auch fleißig noch die Übungen für den Beckenboden, was dazu geführt hat, dass ich auch schon fast 300 ml halten kann. Doch seit 3 Tagen habe ich wohl meinen Harnröhrenschließmuskel zu stark belastet, so dass ich wieder einen Rückfall erlitten habe und aufpassen muss, dass ich überhaupt 100 - 150ml halten kann.
Frage ans Forum: kann man einen Muskelkater im Harnröhrenschließmuskel bekommen?

Gruß

Heribert
19.04.2007, 14:40
Hallo Helmut


Frage ans Forum: kann man einen Muskelkater im Harnröhrenschließmuskel bekommen?

Wenn Du so gut wie kontinent bist, solltest Du, so die Experten in der Quellental-Klinik, überhaupt keine direkten Schließmuskelübungen mehr machen. Vielmehr sollen Entspannungsübungen gemacht werden, damit sich die Blase weiter ausdehnen kann.

Allem Anschein nach hast Du das Schließmuskeltraining so extrem fortgeführt, dass es zum Erlahmen des Muskels kam.

Liebe Grüße
Heribert

Helmut.2
19.04.2007, 17:03
Hallo Namensvetter,

durchaus kann man den Harnröhrenschließmuskel überfordern, deswegen eins nach dem andern.

Warst Du jetzt im Quellental oder in der Wildetal Klinik obwohl doch beide Kliniken zu einem Besitzer gehören wird in der Wildetal Klinik nur "Kontinenztraining für Männer" praktiziert und kein Beckenbodentraining!

Blasen Erweiterung kan man nur erzielen wenn man nicht immer gleich zur Toilette bzw. Wasser abläßt wenn man das Verlangen dazu verspürt. Beim besten willen, man kann die Blase nicht anderst vergrössern.

Eine Anleitung zu "Kontinenztraining für Männer" von der Wildetal Klinik, kann ich per eMail zur Verfügung stellen wenn sie Jemand haben möchte.

Bitte denkt daran, wir sind alle individuell verschieden so wie auch der Prostatakrebs und Operationen!

Gruß Helmut

Wolfgang A.
19.04.2007, 18:22
Hallo Heribert,

mit Deinem Beitrag hast Du mich total verblüfft. Mir hat man in der AHB in Durbach erklärt, dass ich die Beckenbodenübungen, die Harnröhre betreffend, ein Leben lang machen muß. Die Erklärung hierfür: Nachdem der unwillkürliche Muskel durch die OP entfernt wurde, muß der willkürliche stets trainiert werden. Zwar mache ich seitdem ich trocken bin, das war ca. 10 Wochen nach der OP, nur noch etwa 8 -10 Minuten täglich diese Übungen, doch wenn ich ganz darauf verzichten würde, wäre ich spätestens im Alter von 70 Jahren wieder inkontinent, so die Ärzte in der AHB. Welche Empfehlungen geben andere Kliniken?


Gruß

Wolfgang

znieha
19.04.2007, 19:43
Hallo Mitstreiter,
ich war in der Reha in Bad Soden-Salmünster.
Da hat man uns gesagt, dass bei vollkommender Trockenheit kein gezieltes Beckenbodentraining gemacht werden muss.Übrigens ist man dort der Meinung, dass beim Treppensteigen und schnellem GEHEN oder LAUFEN das Anspannen des Beckenbodens so verinnerlicht wurde,
dieses ohne es zu merken immer wieder wieder tut.
Viele Grüße ZNIEHA

Ironman
19.04.2007, 21:20
Hallo,
auch in meiner AHB in Bad Nauheim und auch im Krankenhaus ist man der Meinung gewesen, das man Schließmuskel ein Leben lang machen muß. Nur nicht mehr fünf mal am Tag, aber halt immer wieder mal.
Heute war ich bei einem Osteopathen, der ist der Meinung das der Beckenboden bei mir total verspannt wäre und somit mein Harndrang (heute alle 10 Minuten für 5 bis 10 ml) 4 Monate nach der Op zu erklären wäre. Es könnte so auch kein Schließmuskeltraining Erfolg bringen.
Hat jemand Erfahrung damit oder ähnliche Probleme gehabt?
Gruß

wassermann
19.04.2007, 21:56
hallo,
die Widersprüchlichkeiten in den Empfehlungen der Therapeuten sind schon seltsam. Da ich ja keine AHB gemacht habe, wurde mir in der -nicht deutschen- Klinik ein kurzes Training für Beckenboden gezeigt (einmal mit, einmal ohne Katheder), das war es. Es erging noch der Hinweis, bei Problemen mit der KOntinenz das Training fortzusetzen. Kontinenzprobleme habe ich keine. Während des Stuhlgangs habe ich jedoch keinen Einfluss auf den Schließmuskel. Das lässt sich bewältigen (geänderte Sitzhaltung auf Toilette seit OP).
Die Gefahr der späten Folgebeschwerden (so mit 70) beunruhigt mich nur sehr gering (s. Prognose etc).

Welche Schlüsse soll der Patient aus all dem ziehen?

Beste Grüße
Wassermann

OliverB
20.04.2007, 00:41
Hallo Mitstreiter,
<?XML:NAMESPACE PREFIX = O /><O:p></O:p>
ich war im Januar/Februar 2006 zur Anschlussheilbehandlung in der Klinik Quellental in Bad Wildungen. <O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Die Klinik Quellental liegt, ebenso wie die Klinik Wildetal, im Ortsteil Reinhardshausen und ist eine Spezialklinik für Anschlussheilbehandlungen (AHB, AR), uroonkologische Therapie und Präventivmaßnahmen mit den Behandlungsschwerpunkten Harninkontinenz, Blasenentleerungsstörungen und Erektile Dysfunktion.<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Auch wenn es vielleicht missverständlich klingt, aber nach dem dortigen Konzept wird mit prostatektomierten Männern keine Beckenbodengymnastik gemacht, sondern ein sogenanntes Training des äußeren Harnröhrenschließmuskels.<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Daneben werden – wie Heribert schon schreibt – physiotherapeutische und osteopathische Entspannungsübungen des gesamten kleinen Beckens (OP-Bereich) durchgeführt.<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Zunächst wird in Übungen vermittelt, den nach der OP verbliebenen äußeren Harnröhrenschließmuskel zu spüren und ganz leicht (vergleichbar einem Wimpernschlag) anzuspannen. Da der Harnröhrenschließmuskel zunächst nicht so leicht zu lokalisieren ist, überprüfen die Therapeuten durch gezieltes Handauflegen, ob der Patient den Muskel mit der richtigen Intensität (nur ganz leicht) anspannt.<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Wenn die Übungen eine Weile durchgeführt und sich der Erfolg (Kontinenz) eingestellt hat, sollen diese abgesetzt werden, da der aktivierte und funktionierende Schließmuskel in den Alltagssituationen ein ausreichendes Training erfährt. Seit der letzten Woche der Reha in Bad Wildungen mache ich gar keine Übungen mehr.<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Ich hoffe, dass ich das so einigermaßen richtig wieder gegeben habe und Ihr etwas damit anfangen könnt.<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Was die Methode angeht: Bei mir hat es geklappt und ich meine Kontinenz hatte sich schon während der Reha in einem Maße gebessert, dass ich bereits im Anschluss daran auf die Vorlagen verzichten konnte (ca. 7 Wochen nach der RPE).<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Gruß OliverB

Helmutw
20.04.2007, 08:10
Hallo Namensvetter,
ich war in der Klinik Quellental! Aber dort hat man keine Unterlagen verteilt. Könntest Du mir daher deine Informationen per Mail zuschicken bitte?

Gruß HelmutW

Helmut.2
20.04.2007, 11:15
Hallo, Lieber Oliver,

Du sprichst mir aus der Seele, herzlichen Dank jetzt habe ich einen mitstreiter bekommen in Sache "Kontinenztraining für Männer"

Lieber HelmutW, Du hast bereits die o.g. Anleitung bekommen, schaue in die in deine Meilbox!

Wünsche Euch Allen einen netten friedvollen Tag

Helmut

gustav
22.04.2007, 21:06
Hallo Mitstreiter,
ich bin kurz vor Weihnachten 2006 operiert worden. Meine Inkontinenz war bis vor einem Monat ziemlich schlimm. In der Reha - Einrichtung Bad Buchau wurde das Tanzberger Modell vertreten. Diese Übungen haben mir nicht geholfen. Anscheinend ist das auch nur eine aus der Beckenbodengymnastik für Frauen abgeleitete Form. Eine Kontrolle der Therapeuten - ich hatte sogar eine Therapeutin - ob die richtigen Muskeln bewegt werden, fand nur verbal statt. Ich trainiere seit einem Monat nach dem Buch "Die Harninkontinenz beim Mann" von Ide/Vahlensieck von den Kliniken in Bad Wildungen. Ich denke, das hat mir zur Verbesserung meiner Kontinenz geholfen.
<O:pWas ich sehr interessant fand, waren die anatomischen Ausführungen der Autoren. Danach ist der vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Teil des äußeren Schließmuskels nur schlecht trainierbar. Es ist ganz unklar, ob ein Training des bewusst zu steuernden Anteils den unbewusst gesteuerten Muskel beeinflusst oder ob das nach einer gewissen Zeit der Nerven-Regeneration von selber kommt. Man kann den Teil der Muskel, die bewusst zu steuern sind ja anspannen oder lockerlassen - trotzdem kann der unbewusst gesteuerte Anteil die Harnröhre immer noch fest verschließen. Bei Patienten, bei denen die Prostata "ausgehobelt" wurde, ist der innere Schließmuskel ebenso zerstört - trotzdem tritt dort kaum Inkontinenz auf.
<O:pDie Therapeuten der Rehaklinik erklärten mir die Inkontinenz etwa so: Der innere Schließmuskel hat bisher die Hauptarbeit verrichtet, nun ist er weg, die ganze Arbeit muss nun der noch untrainierte äußere Muskel übernehmen.
<O:pIch denke, das ist weniger ein Muskel als ein Nervenproblem. Mit besserer Durchblutung durch Inkontinenztraining ist auch eine bessere Nervenheilung verbunden.
<O:pWas meint Ihr zu meiner - möglicherweise zu naiven - Sicht der Dinge.

Helmut.2
22.04.2007, 21:53
Grüß Dich Gustav,

2. Kennen lernen des Schließmuskels

Um Ihren Schließmuskel trainieren zu können, müssen Sie ihn zuerst im Körper erfühlen. Die folgenden Tests können Ihnen dabei helfen:

a) Versuchen Sie, auf der Toilette den Urinstrahl zu Unterprechen. Achten Sie darauf, in welchem Bereich Sie anspannen. Genau diesen Muskel müssen Sie bei den Übungen trainieren. Wenn Sie das Gefühl für diesen Bereich entwickelt haben, lassen Sie den Urin in Zukunft wieder normal ablaufen ohne zu stoppen!

b) Versuchen Sie sich an eine Situation in der Vergangenheit zu erinnern, in der Sie Urin einhalten mussten und dies auch konnten (Kino, Busfahrt, Stau auf der Audobahn...). Können Sie sich an Einzelheiten erinnern? wo spürten Sie damals eine Anspannung?

So steht das unter anderem in der Anleitung "Kontinenztraining für Männer"

Lieber Gustav, deine Physiotherapeutin kann Dir wohl schlecht in den Schritt fassen um nach zu prüfen ob Du jetzt den richtigen Muskel betätigst! Oder?

Lieben Gruß, Helmut

Anonymous1
23.04.2007, 06:25
Hallo Gustav,

schön, dass Du Dich wieder mal meldest. Wir haben ja schon öfters über Deine anfänglichen Kontinenzprobleme gesprochen, der angesagte Fortschritt ist offenbar schon deutlich wahrnehmbar. Ich glaube, daß Du bei regelmäßigen Übungen in 2 Monaten völlig kontinent bist.


Die Therapeuten der Rehaklinik erklärten mir die Inkontinenz etwa so: Der innere Schließmuskel hat bisher die Hauptarbeit verrichtet, nun ist er weg, die ganze Arbeit muss nun der noch untrainierte äußere Muskel übernehmen. Das haben die Therapeuten gut und richtig gesagt. Einige Männer sind ja direkt nach OP kontinent. Bei denen sind die anatomischen Bedingungen am äußeren Schließmuskel von Haus aus so, dass der Druck aus der sich füllenden Blase aufgefangen werden kann. Wesentlichen Anteil an einer guten Kontinenz hat die Arbeit des Operateurs. Hier haben besonders die nervschonend operierenden Chirurgen wahre Kunstfertigkeit erlangt; ich habe Hochachtung vor der Arbeit dieser Ärzte.

Gruß Dieter

gustav
25.04.2007, 20:36
Hallo Dieter, Hallo Helmut,
ich bin auf einem guten Weg. Nur beim Sport ist es noch lästig viel, was noch in die Vorlage geht.
Aber ich warte auf eine Meinung zu meiner Erklärung der Schließmuskelproblematik.

Gustav

Helmut.2
25.04.2007, 21:56
Hallo Gustav,

warum sind Männer nach einer TURP= Transurethrale Resektion der Prostata; Entfernung des Prostatagewebes mit Zugang durch die Harnröhre, relativ schnell wieder kontinent gegenüber der prostatektomierten Männer!

Lieber Gustav, die Erklärung liegt doch nahe, der Katheter bei den operierten Männern ist mindestens 5 Tage bis, fast hätte ich geschrieben unentlich, nein, natürlich nicht aber es wird ja immer wieder überprüft ob die Leitung dicht ist, daher 8 - 14 Tagen ist fast die Regel.

Hierzu muß der Patient ein Kontrastmittel trinken und das dabei einem laufendem Röngenapperat, ist Harnröhre dicht bleibt der Katheter weg.

Nun ist aber der äussere Harnröhrenschließmuskel schlaff weil er die ganze Zeit nichts zu tun hatte und deswegen muß er wieder fitt gemacht werden, O.K.

Lege Dich mal 8 Tage ins Bett ohne aufzustehen, da haste ganz schön schlotrige Beine, die Muskeln haben sich reduziert weil sie zu wenig Arbeit verrichten mussten und so geht es dem Schließmuskel, der hatte in dieser Zeit überhaupt keine Arbeit zu verrichten.

Wenn Du noch weiteren Erklärungsbedarf hast, dann melde Dich, ich gebe gerne Auskunft so weit ich es weiß.

Lieben Gruß, Helmut

Heribert
25.04.2007, 22:15
Hallo Gustav @ all



Danach ist der vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Teil des äußeren Schließmuskels nur schlecht trainierbar.

Anatomisch gesehen, ist das absolut korrekt. Der äußere Schließmuskel besteht aus längsgestreifter Mukulatur und kann somit nicht willentlich gesteuert werden.


Die Therapeuten der Rehaklinik erklärten mir die Inkontinenz etwa so: Der innere Schließmuskel hat bisher die Hauptarbeit verrichtet, nun ist er weg, die ganze Arbeit muss nun der noch untrainierte äußere Muskel übernehmen.

Der innere Schließmuskel öffnete sich spontan durch Reize des Blasenmuskels und entleerte im Zusammenspiel die Blase vollständig.
Wenn zum Entleeren nicht der richtige Ort da war, hat bis zu einem bestimmten Punkt der äußere Schließmuskel dagegen gehalten. Diese Reaktion äußert sich im Harndrang. Wenn der Drang sich bis zur Notdurft steigert, setzt der Mann (und auch die Frau) zusätzlich die Beckenbodenmuskulatur ein, um noch den Ort zu erreichen, die Notdurft zu verichten.


Ich denke, das ist weniger ein Muskel als ein Nervenproblem. Mit besserer Durchblutung durch Inkontinenztraining ist auch eine bessere Nervenheilung verbunden.

Das genau ist die Krux. - Der Operateur muss beim entfernen der Prostata haarscharf am äußeren Schließmuskel vorbei den Schnitt führen. Je nach Größe des Organs sehr oft bis an die nervale Versorgung des Muskels heran. Was also logischerweise nicht ausschließt, die nervalen Versorgungsäste dabei zu verletzen.


<O:pWas meint Ihr zu meiner - möglicherweise zu naiven - Sicht der Dinge.
Nein, - Deine Sicht der Dinge entspringt dem logischen denken.

Ein schöner Gruß vom Rhein
Heribert

JoScho
28.04.2007, 09:04
Hallo!
Ich bin heute aus der Reha in Bad Wildungen gekommen.
Die Kontinenz ist gut, (abgesehen von einigen Problemen beim Husten)
Der häufige Harndrang scheint sich langsam zu bessern.
nach ca.250 ml ist die derzeitige kapazität
Auch habe ich endlich die Patologische Begutachtung erhalten (siehe Profil)
Nächste Woche habe ich einen Termin beim Urologen, PSA Bestimmung,
mal sehn wie es weitergeht.


Gruß JoScho

Heribert
28.04.2007, 15:32
Hallo JoScho


Ich bin heute aus der Reha in Bad Wildungen gekommen.


Nun bin ich doch etwas erstaunt, dass Du bereits nach 14 Tagen die AHB verlassen hast. Wenn es da Probleme gegeben haben sollte, würde mir das leid tun. Ich persönlich war in der Quellental-Klinik überaus zufrieden und führe meine sehr schnelle Rekonvaleszenz zu einem Großen Teil auf die gute Behandlung in dieser Klinik zurück. Oder warst Du in einer anderen Klinik?

Denke bitte stets daran, dass Du aus urologischer Sicht eine sehr große und schwierige Op hinter Dir hast! Wenn Du bald wieder in Deinem Beruf mitmischen willst, solltest Du Dir die Auszeit, die Dir zusteht in vollem Umfang für die vollständige Gesundung gönnen.

Ein sonniges Wochenende
Heribert

JoScho
29.04.2007, 08:13
Hallo Heribert!

Ich war in der Helenenklinik und dort in keinster Weise zufrieden.
Höchstens 2 Anwendungen je Tag ( Sandbank,Hydrojet;und Gruppenkontinenz.
Diese Anwendungen kann ich auch am Heimatort durchführen.
Gruß JoScho

Helmut.2
29.04.2007, 09:49
Grüß Dich JoSch,

Leider ist es nicht so, daß in jeder Klinik und auch noch im gleichen Ort! Die selben Behandlungen durchgeführt werden!

am 9.9.2004 brachte ich -damals noch unter Helmut.II- eine von Prof. Otto verfassten Aufsatz-Quellental Klinik- über die Inkontinenz nach RPE

http://www.prostatakrebse.de/informationen/lbs-index.html

Nebenwirkungen --> Inkontinenz --> Helmut.II

Aber leider haben viele REHA-Kliniken bis Heute noch nicht kapiert, wie solch eine physiotherapeutische Massnahme eigentlich "richtig" durchgeführt werden soll!

Wenn Du eine Anleitung "Kontinenztraining für Männer" haben möchtest dann gib mir deine Web-Atresse über das Forum und ich sende es Dir umgehen zu.

Ich wünsche Dir alles Gut
Helmut

JoScho
30.04.2007, 16:15
Hallo
nochmal zum Proplem der Kontinez.
viele Leidensgenossen in der Reha haben das Problem den Urin nicht halten zu können. Zum Glück bin ich davon verschont worden. Eigentlich benötige ich keine Vorlagen mehr, jedoch setzt bei ca 250 ml starker Harndrang ein. Nachts werde ich stündlich schweißgebadet wach wobei die Urinmenge ca 150 ml betägt. für einen Rat wenigstens Nachts Ruhe zu haben wäre ich dankbar.

Gruß Joachim

Heribert
30.04.2007, 23:52
Hallo JoScho


Nachts werde ich stündlich schweißgebadet wach wobei die Urinmenge ca 150 ml betägt. für einen Rat wenigstens Nachts Ruhe zu haben wäre ich dankbar.


Bereits in der AHB-Klinik und danach habe ich von den Urologen ein Spasmolytikum verordnet bekommen, welches die Reizblase etwas beruhigt hat. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich doch etwas unter den Nebenwirkungen gelitten habe. - Ständig leichte Magenbeschwerden und eine unangenehme Mundtrockenheit haben dazu beigetragen, das Mittel nach 4 Monaten abzusetzen.

Das starke Schwitzen kann noch von dem verringerten Hämoglobinwert kommen, der auf den OP-bedingten Blutverlust zurückzuführen ist. Solange die erhöhte Miktionsfrequenz nichts mit einem Harnwegsinfekt zu tun hat, würde ich mir da keine Sorgen machen.

Eine weitere Möglichkeit, die Reizblase zu beruhigen und deren Ausdehnungsfähigkeit zu beschleunigen, sind Entspannungsübungen nach Jacobson. Google mal, da wirst Du einiges drüber finden u.U. ein Buch aus der Leihbibliothek.

Einen schönen 1. Mai
Heribert

Harro
01.05.2007, 09:56
Harndrang

Hallo Joscho,

dem ausführlichen Kisp. Beitrag von Helmut Illini über die IMRT entnahm ich, daß wohl Ibuprofen 600 mg und Trospiumchlorid 2 x 15 mg den übermäßigen Harndrang helfen zu bremsen. Ich wünsche Dir eine baldige Linderung Deiner Probleme.

"Das Altern hat auch seine Vorteile. Für Kerzen auf der Geburtstagstorte bekommt man Mengenrabatt"
(Maurice Chevalier)

Gruß Hutschi

gustav
06.05.2007, 15:00
Hallo Mitstreiter,
Mein Inkontinenz - Problem hat sich in den vergangenen Wochen durchaus gebessert.
Momentan habe ich allerdings nach einem kleinen Eingriff an der Harnröhre (schwacher Harnstrahl) wieder einen Katheder und bin eine Woche auf Eis gelegt. Ich habe Hoffnung, dass sich mit diesem Eingriff auch mein Inkontinenz-Problem endgültig löst. Es handelte sich um eine Verengung knapp hinter dem Schließmuskel, welche diesen möglicherweise in der Funktion störte.
Da ich nun wieder 6 Tage einen Katheder tragen muss, bin ich gespannt, ob mein Schließmuskel nun tatsächlich erschlaffte oder ob er sofort wieder funktioniert. Ich werde berichten.
Viele Grüße
Gustav<O:p</O:p

gustav
14.05.2007, 16:23
Hallo Mitstreiter,
Nach Entfernen des Katheders ist man tatsächlich wieder ein bis zwei Tage stärker inkontinent. Bei mir hat sich die Kontinenz innerhalb einer Woche nach Entfernung des Katheders stark verbessert. Die Operation an der Urologie Ulm, bei der Narbengewebe in der Nähe des Schließmuskels entfernt wurde, war ein voller Erfolg. Ich hoffe, dass ich in einigen Tagen oder Wochen total trocken werde.
Gustav

JoScho
15.06.2007, 18:53
Hallo Mitstreiter,
Seit 3 Wochen kann ich durchschlafen ohne zur Toilette zu müssen.
Leider gibt es tagsüber kein fortschritt meiner Blasenkapazität. Ab ca. 250 ml setzt der Harndrang unverändert ein.
Ich habe kein Problem den Urin zu halten, nur beim Gähnen entweicht noch ein Tropfen.
Die Beckenboden Übungen mache ich täglich, jedoch bleibt es bei den 250 bis 300 ml.
Ändert sich das mit der Zeit ?????

Gruß JoScho

ottogerd
16.06.2007, 10:54
Bei mir hat sich das auch langsam von 200 ccm gesteigert und heute 6 Wochen nach OP kann ich ca 450ccm halten. Dann tropft das nicht, aber beginnt weh zu tun.

Helmut.2
16.06.2007, 11:27
Grüß Dich JoScho,

um deine Blase zu vergrössern solltest Du auf der Toilette micht gleich das Wasser ablassen sondern einfach warten bis Du es nicht mehr aushälst und dabei wird die Blase in kleinen Schritten vergrössert das geht natürlich nicht von Heute auf Morgen und braucht viel Gedult.

So wie ich Dich auf deinem Bild sehe, bist Du einwenig gut beisammen und da muß die Blase im Unterbauch einen schönen Gegendruck aufbauen um ihren Platz zu erstreiten!

Wenn deine Blase ein Füllvolumen von 450 - 500 ml einhält so wie bei Ottogerd, dann kanst Du sehr zufrieden sein!

Wünsche Dir ein gutes Gelingen und ein zufiedenstellenden PSA-Wert
Helmut

gustav
28.06.2007, 21:39
Hallo Mitstreiter,
meine OP liegt nun ein halbes Jahr zurück. Anfang Mai wurde Narbengewebe in der Harnröhre beseitigt. Der Harnstrahl ist nun perfekt. Die Inkontinenz ist mir aber bis heute geblieben. Ich brauche weiterhin etwa 3 Vorlagen pro Tag. Bei körperlicher Arbeit (Gartenarbeit, Fliesenlegen, Holzhacken, ...) und beim Sport (Sportabzeichentraining, Walking oder Tennis läuft es doch beträchtlich. Auch im Unterricht ( ich bin Lehrer ) ist der Harnverlust deutlich erhöht.
Ich lese im Forum immer von Patienten, die nach der Operation sofort trocken sind, oder es nach kurzer Zeit geschafft haben. Bin ich die Ausnahme ?
Von meiner nichtvorhandenen Potenz will ich gar nicht reden.

Vor der Operation hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich so lange Schwierigkeiten habe und dass mein Leben dadurch doch stark beeinträchtigt ist
Aber ich will nicht klagen - ich lebe noch - wie es aussieht ohne PK.

Heribert
28.06.2007, 22:40
Hallo Gustav,
offenbar gehörst Du zu den Wenigen, die nach der RPE so lange brauchen um wieder kontinent zu werden. Es wird Dich nicht trösten, aber dieser Eingriff ist dermaßen stark von der Geschicklichkeit des Operateurs abhängig, je nach Größe der Prostata, ein Mittelding zwischen dem restlosen abtrennen der Prostata und dem nicht verletzen des unteren Schließmuskels zu treffen, dass es mich wundert, so schnell kontinent geworden zu sein.

Ich kann mir auch noch vorstellen, wenn ich Dein Konterfei betrachte, dass ein paar Kilo weniger auch Entlastung für die Blase bringen könnten.
Du hattest, so habe ich es aus Deinen früheren Darstellungen wahrgenommen, doch schon von gewissen Erfolgen geschrieben.

Wie ist das mit den Vorlagen zu verstehen? Benutzt Du sie zur Sicherheit, weil es nun mal manschmal passiert oder ist es ein ständiges Rinnsal, was Dich dazu zwingt?
Bei Ersterem sehe ich noch keine Gefahr des Erreichens der vollständigen Kontinenz.

Hast Du nach der Op keine AHB gemacht? Ich habe in Deinem PK-Profil nichts gefunden. Nach einer RPE sind innerhalb eines Jahres zwei AHB-Maßnahmen möglich. Die Zweite muss vor Beendigung der Jahresfrist angetreten sein. Ich würde Dir das empfehlen und unter Verzicht der Fahrkostenerstattung versuchen in die Quellental-Klinik nach Bad Wildungen-Reinardshausen zu kommen.

Ich hoffe Du kannst damit was anfangen.
Heribert

christinew
29.06.2007, 08:05
Hallo, Gustav, mein Mann wurde am 30.11.05 operiert und hatte nach etwa 2 1/2 Wochen eine Anastomosenstriktur, die dann gelasert wurde. Insgesamt hat es bei meinem Mann 8-9 Monate gedauert, ehe er komplett kontinent war. Heute ist er auch bei körperlicher Arbeit vollkommen trocken, also kann ich Dir nur raten, die Geduld nicht zu verlieren, heute nur noch 3 Vorlagen zu benutzen, ist doch auch schon ein Erfolg. Es wird besser werden, Du bist nicht der einzige.
Christine

jeanthomas
14.11.2009, 15:27
Hallo Mitstreiter,
ich bin kurz vor Weihnachten 2006 operiert worden. Meine Inkontinenz war bis vor einem Monat ziemlich schlimm. In der Reha - Einrichtung Bad Buchau wurde das Tanzberger Modell vertreten. Diese Übungen haben mir nicht geholfen. Anscheinend ist das auch nur eine aus der Beckenbodengymnastik für Frauen abgeleitete Form. Eine Kontrolle der Therapeuten - ich hatte sogar eine Therapeutin - ob die richtigen Muskeln bewegt werden, fand nur verbal statt. Ich trainiere seit einem Monat nach dem Buch "Die Harninkontinenz beim Mann" von Ide/Vahlensieck von den Kliniken in Bad Wildungen. Ich denke, das hat mir zur Verbesserung meiner Kontinenz geholfen.
<O:pWas ich sehr interessant fand, waren die anatomischen Ausführungen der Autoren. Danach ist der vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Teil des äußeren Schließmuskels nur schlecht trainierbar. Es ist ganz unklar, ob ein Training des bewusst zu steuernden Anteils den unbewusst gesteuerten Muskel beeinflusst oder ob das nach einer gewissen Zeit der Nerven-Regeneration von selber kommt. Man kann den Teil der Muskel, die bewusst zu steuern sind ja anspannen oder lockerlassen - trotzdem kann der unbewusst gesteuerte Anteil die Harnröhre immer noch fest verschließen. Bei Patienten, bei denen die Prostata "ausgehobelt" wurde, ist der innere Schließmuskel ebenso zerstört - trotzdem tritt dort kaum Inkontinenz auf.
<O:pDie Therapeuten der Rehaklinik erklärten mir die Inkontinenz etwa so: Der innere Schließmuskel hat bisher die Hauptarbeit verrichtet, nun ist er weg, die ganze Arbeit muss nun der noch untrainierte äußere Muskel übernehmen.
<O:pIch denke, das ist weniger ein Muskel als ein Nervenproblem. Mit besserer Durchblutung durch Inkontinenztraining ist auch eine bessere Nervenheilung verbunden.
<O:pWas meint Ihr zu meiner - möglicherweise zu naiven - Sicht der Dinge.
Ihre Einschätzung, dass die Wiedererlangung der Kontinenz weniger ein Muskel als ein Nervenproblem ist, finde ich interessant, da ich mit der Biofeedback-Methode wenig Erfolg hatte bisher.
Wenn Sie schreiben, dass mit besserer Durchblutung durch Inkontinenztraining auch eine bessere Nervenheilung verbunden ist, wäre ich interessiert zu wissen, mit welcher Methode Sie hiebei erfolgreich waren.
Freundliche Grüße
jean thomas

StefanH
17.11.2009, 10:16
Hallo,

auch ich wurde am Samstag mit ählicher OP als "dicht" entlassen. Dabei wurde mir bis zu einer Woche nach Entlassung das Schmerzmittel VOLTAREN Resinat und COTRIUM 960 - 1A verschreiben (1x morgens, 1xg abends). Das hat die zusätzlche positive Nebenwirkung, dass der Harndrang erheblich nachläßt.

Gruß
StefanH