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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Antiangiogenese bei PCa wirkt anders als gedacht?



Günter Feick
19.05.2006, 11:23
Liebe Mitstreiter,

anbei Auszüge von der nationalen Versammlung der American Association for Cancer Research (AACR) zum Thema Antiangiogenese und Prostatakrebs. Nur den kleineren Teil habe ich übersetzt. Die gesamten Notizen zu diesem Teil des Kongresse, geschrieben von Jim Waldenfels, zum Schluß dieser Information.

Auszug aus Jim Waldenfels' Notizen -
Dr. Rakesh Jain, Harvard Medical School, informierte unsere Gruppe über das Schließen einer Wissenslücke bezüglich der Antiangiogenese und dem Wirkungsweg von Medikamenten im Patienten. Dr. Jain ist Kollege in Havard, von Dr. Folkman, dem "Vater" der Antiangiogenese.

Dr. Jain traf die überraschende Feststellung, daß es so scheint als ob die Antiangiogenese wirksam gegen Krebs ist, weil sie die Blutversorgung des Tumors verbessert und damit auch die Medikamentenzufuhr in den Tumor effizienter würde. Offensichtlich sind die Blutgefäße im Tumor unorganisiert/chaotisch. Dr. Jain zeigte hierzu beweisende Aufnahmen. Bei sorgfältiger Anwendung scheinen Antiangiogenese fördernde Medikamente die Blutgefäße neu zu sortieren und weniger aber stärkere Gefäße zu provozieren. Durch diesen Effekt könnten Medikamente in geringeren Dosen gleiche Wirkung erzielen. Dr. Jaine stellte ebenfalls fest, daß Tumorzellen agressiver sind in einem sauerstoffarmen Milieu, welches durch die Verbesserung der Blutversorgung durch antiangiogentisch wirkende Medikation theoretisch positiv beeinflußt würde. Weiterhin vermutete Dr. Jain, daß die Anwendung von Sauerstofftherapien wirksamer im Zusammenwirken mit antiangogentischen Medikamenten sein würden.

Originalnotizen von Jim Waldenfels -

The news about progress with anti-angiogenesis, discussed briefly earlier, was most encouraging. We learned that tumors cannot grow larger than a beebe without a blood supply. Until recently the news about anti-angiogenesis therapy was discouraging. Dr. Judah Folkman’s theory, published in 1971, just did not seem to be panning out in practice. There was no proof of effectiveness of anti-angiogenesis therapy for decades. However, during this time of great skepticism, in 2004 the first success in a clinical trial was published, and now, with the FDA approving anti-angiogenesis drugs at a rapid pace, the cancer community has become excited about this therapy. Lots of work is being done, with 130 clinical trials in progress involving 25 tumor types. When Dr. Folkman published his theory in 1971, there were two other publications on anti-angiogenesis. Through 2002 that total had risen to 16,804. Current research includes using anti-angiogenesis in an adjuvant role, in contrast to its previous use in late-stage disease. The company producing the anti-angiogenesis drug Avastin cannot hire people quickly enough to run the trials it would like. Clearly there is a need to monitor side effects, but if there is a problem, the therapy can be adjusted.

Dr. Jain made the surprising statement that it appears anti-angiogenesis drugs may work by making the tumor’s blood supply system work better, thereby increasing the blood supply, but also enabling more effective drug delivery to the tumor! It’s not as contradictory as it looks at first. Apparently the blood vessels in the tumor are disorganized and chaotic; Dr. Jain showed us photos that demonstrated this. With “judicious” use, the anti-angiogenesis drugs seem to winnow the vessels, leaving stronger but fewer vessels in the end. Dr. Jain used the analogy of a city with highly disorganized highways. The anti-angiogenesis drug is like an ngineering/construction team that replaces the old system with a modern, efficient system. With the more efficient blood vessel system in the tumor, drugs can be delivered at smaller doses and still be effective. He also noted that tumors are more aggressive if they are short of oxygen, a state known as hypoxia. A better blood supply can supply more oxygen, theoretically reducing hypoxia and thereby reducing aggressiveness, and he speculated that even hyperbaric treatment might be more effective in conjunction with anti-angiogenesis used to improve delivery of blood to the tumor. He also noted that radiation is more effective if you can reduce hypoxia. He concluded with a caution that anti-angiogenesis drugs alone will not work as they do not kill all the blood vessels.

HansiB
13.08.2009, 17:45
Hallo Günter, halle Freunde,

wie bekannt versuchen einige die Antiangionese. Einige mit Thalidomid (Kontergan), nur wissen vermutlich die Wenigsten, ob das notwendig bei geringere Malignität und überhaupt funktioniert. Bei mir ist das gen. getetet, Thalidomid ist für mich ausdrücklich nicht geeignet.

Für die Funktion det Antiangiogenese (Medikamente über neu gebiltete Blutgefäße interessieren mich bekanntlich nicht) allgemein, ist die Erhöhung von VEGF 80, FGF 60 und PDGF 50, bei mir alle "Marker" in den Tumorzellen erhöht, meiner (nicht nur meiner) Meinung nach dazu erforderlich.

Für mich ist Avastin optimal getetet, für mich zu "giftig" und auch nicht für PCa zugelassen und zu teuer. Vielleicht werde ich einmal meine Krankenkasse mit einem Antrag ärgern. Ich mache meine (unsere) auch nicht zugelassene Antiangionese, ohne Nebenwirkung mit bei mir, mit zu vermutendem Erfolg.

Gegenüber hochth. Freunden, habe ich anscheinend keine Weichteil / Kopfmetastasen. Vielleicht hat sonst jemand einwenig fundierte Meinung dazu.

Gruß Konrad

meni.li.
14.08.2009, 00:27
Hallo Konrad und Interessierte !

Wenn VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor) in Tumorzellen erhöht ist, ist das nicht relativ" normal" für Tumore und korreliert mit der Agressivität des Tumors ?

Bzw. Sendet der Tumor diese Signale ( z.B VEGF, FGF ) vermehrt aus wenn sich ein Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen ankündigt um über Wege in benachbartes Gewebe einzuwachsen, dieses aufzulösen um genügend Blutgefäße durch neue Zellen zu bilden.
Wenn der Tumor für sein Wachstum die notwendige Nahrungs und Sauerstoffversorgung sichern will muß er doch mehr oder weniger VEGF freisetzen.

Ellagsäure z. B., ein Polyphenol, wirkt extrem hemmend auf 2 Proteine ( VEGF und PDGF )die für die Entwicklung der Gefäßversorgung von Tumoren von entscheidenter Bedeutung sind.
Was ich aus eigener Erfahrung durch Einnahme von Ellagsäure, seit ca. 6 Monaten, nur bestätigen kann.
Da liegt zur Zeit die Überlegung für mich nahe meine Ernährung noch viel konsequenter auf Nahrungsmittel wie Sie im Buch " Krebszellen mögen keine Himbeeren" beschrieben sind, umzustellen. Dort ist eine Vielzahl von Nahrungsmitteln beschrieben die auf unterschiedliche Weise in die Zellteilung eingreifen und das Imunsystem stärken.

Zu Angionesehemmern

Mir ist ein Fall bekannt von einem Mann der seit sieben Jahren seinen Krebs mit Thalidomid und Celebrex therapiert, Ausgangsdiagnose Gleason 4+3, vorher 2 Jahre HB.


Gruß Klausi

Hans-J.
14.08.2009, 10:13
Hallo Herr Feick&Forum,

mit Ihrem Beitrag würde die Forschung nun darauf abzielen, dass die Ergebnisse von Dr. Judah Folkman hinsichtlich des Aushungerns des Tumors überrollt wären, oder sind die jetzigen Erkenntnisse mit den untenstehenden Erkenntnissen von Dr. Folkman im Einklang zu sehen?


Dr. Jain traf die überraschende Feststellung, daß es so scheint als ob die Antiangiogenese wirksam gegen Krebs ist, weil sie die Blutversorgung des Tumors verbessert und damit auch die Medikamentenzufuhr in den Tumor effizienter würde. Offensichtlich sind die Blutgefäße im Tumor unorganisiert/chaotisch. Dr. Jain zeigte hierzu beweisende Aufnahmen. Bei sorgfältiger Anwendung scheinen Antiangiogenese fördernde Medikamente die Blutgefäße neu zu sortieren und weniger aber stärkere Gefäße zu provozieren. Durch diesen Effekt könnten Medikamente in geringeren Dosen gleiche Wirkung erzielen. Dr. Jaine stellte ebenfalls fest, daß Tumorzellen agressiver sind in einem sauerstoffarmen Milieu



Angiogenesehemmer

Das Therapieprinzip der Angiogenese-Hemmer besteht darin, die Angiogenese, d. h. die Neubildung von Blutgefäßen im Tumor, zu verhindern.


Was ist Angiogenese?

„Angiogenese“ ist die griechische Bezeichnung für „Gefäßentstehung“. Die Bildung neuer Blutgefäße ist ein ganz natürlicher Prozess im menschlichen Körper, der z. B. bei der Wundheilung und beim weiblichen Zyklus eine Rolle spielt. Entsteht im Körper neues Gewebe, muss dieses mit ausreichend Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Hier kommt die Angiogenese ins Spiel: Durch die Angiogenese, d. h. durch das Einwachsen von neuen Blutgefäßen ins Gewebe, werden die Zellen über das Blut mit ausreichend Nährstoffen und Sauerstoff versorgt und ihr Überleben wird gesichert.


Tumor-Angiogenese

Das gleiche Prinzip der Angiogenese gilt auch für das Tumorgewebe. Auch der Tumor besteht aus Zellen, die wie unsere gesunden Körperzellen Sauerstoff und Nährstoffe benötigen, um überleben und wachsen zu können.

Wenn ein Tumor entsteht, benötigt er zunächst noch keine eigenen Blutgefäße. Für seine Ernährung reicht die Diffusion aus dem umliegenden Gewebe aus. Erreicht der Tumor jedoch eine Größe von 2–3 mm, braucht er dringend eine eigene Blutversorgung, um das Wachstum und Überleben seiner Zellen zu sichern. Um dieses zu gewährleisten, nutzt der Tumor körpereigene Blutgefäße. Der Tumor gibt einen so genannten „Blutgefäß-Wachstumsfaktor“ an die Umgebung ab, der die umliegenden Blutgefäße anregt, Verästelungen in Richtung des Tumors auszubilden. Dieser Gefäß-Wachstumsfaktor wird in Fachkreisen auch VEGF (engl.: „Vascular Endothelial Growth Factor“) abgekürzt und spielt die Schlüsselrolle bei der Tumor-Angiogenese und dem Tumorwachstum.

Der VEGF-Wachstumsfaktor kurbelt die Tumor-Blutgefäßneubildung an, um eine ausreichende Versorgung der Tumorzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff zu erzielen. Durch die Gefäßneubildung wird das weitere Wachstum des Tumors gefördert. Zudem wird das Risiko für die Ausbildung von Tochtergeschwulsten, so genannten Metastasen, erhöht, denn der Tumor kann sich über die neuen Blutgefäße in andere Organe ausbreiten.


http://www.krebsgesellschaft.de/portal/pics/industrie/roche/bild1_300.jpg


Tumor nach Angiogenese: der Tumor wird über seine
Blutgefäße ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen
versorgt.Bild: Roche Pharma AG



Wie hemmen Angiogenese-Hemmer das Tumorwachstum?

Angiogenese-Hemmer greifen, wie beschrieben, gezielt in die Blutgefäßneubildung des Tumors ein. Somit kann der VEGF-Wachstumsfaktor seine Aufgabe nicht weiter erfüllen, und die Tumor-Angiogenese wird gehemmt. Es werden keine neuen Tumor-Blutgefäße für ein weiteres Wachstum des Tumors gebildet und die Metastasenbildung wird gehemmt.


http://www.krebsgesellschaft.de/portal/pics/industrie/roche/bild2_300.jpg


Angiogenese-Hemmung: Bevacizumab bindet und
blockiert sehr effektiv den VEGF-Wachstumsfaktor.



http://www.krebsgesellschaft.de/portal/pics/industrie/roche/bild3_300.jpg


Tumor nach Angiogenese-Hemmung: die VEGF-Blockade
durch Bevacizumab führt zur Hemmung der
Tumor-Angiogenese und des Tumorwachstums.

Durch den Einsatz von Angiogenese-Hemmern wird der Tumor somit von der Blut- und Nährstoffversorgung abgeschnitten, und das Wachstum des Tumors wird gehemmt. Er wird quasi „ausgehungert“.

Als vor 30 Jahren Dr. Judah Folkman, ein Wissenschaftler der Harvard Universität in den USA, das Prinzip der Krebs-Aushungerung ins Gespräch brachte, erntete er zunächst nur Spott und Unverständnis, doch inzwischen gibt ihm die Entwicklung recht: Die Angiogenese-Hemmung ist heutzutage ein innovatives und erfolgreiches Therapieprinzip, das aus dem therapeutischen Repertoire nicht mehr wegzudenken ist.


Kann es sein, dass wir bei den biochemischen Zusammenhängen der Angiogenese erst am Anfang der Forschung stehen und die derzeitigen Angiogenesehemmer nur eine Übergangslösung darstellen?



Freundliche Grüsse
Hans-J.

HansiB
14.08.2009, 10:50
Hallo Herr Feick&Forum,

Kann es sein, dass wir bei den biochemischen Zusammenhängen der Angiogenese erst am Anfang der Forschung stehen und die derzeitigen Angiogenesehemmer nur eine Übergangslösung darstellen

Hans-J.

Lieber Hans,
unter aushungern des Krebses (nicht Metastasen) verstehe ich z.B die Koyernährung, oder wie ich an anderer Stelle berichtet habe das echte Aushungern. Manche von uns haben ja noch den Primärtumor, mit der Hauptkrebslast, wie ich z.B.

Für mich glaube ich habe ich die richtige Möglichkeit der Antiangionese gefunden. Meit Therapeut hat einige Erfahrung damit. Ich werde nichts öffentlich dazu sagen, das allgemeine Interesse ist da sowieso unterentwickelt, wie vieles andere auch.
Das Interesse der Mediziner ist da sowieso gering, Studien erwarte ich da nicht, es ist kaum was damit zu verdienen. Für PCa gibt es keine zugelassenen Antiangionesehemmer. Für andere Krebse ja, wir PCaler sind auch da "unterentwickelt".

Gruß Konrad