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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA liegt bei 165



Luna760_4
20.05.2007, 20:24
Liebe Forums-Mitglieder,

ich schreibe Euch an und bitte um Euren Rat und Eure Erfahrungswerte.

Mein Vater (63 Jahre) war vor 2 Wochen beim Urologen, der bei ihm eine Verhärtung an der Prostata festgestellt hat.

Daraufhin wurde ein PSA-Test gemacht. Dieser hat einen Wert von 165 ergeben. Das hat uns natürlich alle erstmal umgehauen, denn wenn ein Wert von unter 4 normal ist, dann ist das doch schon extrem hoch. Das hier ein hochgradiger Verdacht auf Krebs besteht wissen wir mittlerweile auch.

Der Urologe hat gesagt, dass nun eine Blasenspiegelung gemacht werden muss, um mit 100%-iger Gewissheit sagen zu können, dass es sich tatsächlich um Krebs handelt.

Hier nun meine Fragen:

Blasenspiegelung:
Wisst ihr warum man hier eine Blasenspiegelung macht? Was hat die Blase damit zu tun? Kann es sein, dass man vermutet, dass der Krebs schon auf die Blase gestreut hat?

Prostata-Stanze:
Wieso wird nicht gleich eine Prostata-Stanze gemacht?

Erfahrungen bei hohem PSA-Wert:
Und gibt es vielleicht jemanden der Erfahrungen mit einem solch hohen PSA-Wert hat?

Gute Klinik bei Prostata-Krebs:
Wir kommen aus Nordrhein Westfalen. Kennt vielleicht jemand eine gute Klinik, die er bei Prostata-Krebs empfehlen kann? Ich habe schon vielfach gelesen, das die Entnahme der Prostata oft eine Impotenz und Inkontinenz mit sich zieht, dass aber gute Ärzte es auch schaffen dies schaffen zu verhindern, bzw. das man beides wieder bald zurückerlangt.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt.

Herzlichen Dank schon mal für Eure Mühe.

Luna

HansiB
20.05.2007, 20:48
Hallo Luna,

ein PSA von 165 ist hoch, kann auch eine Entzündung sein, es gibt etliche von uns mit höherem aPSA. Auch ich gehöre dazu. Blasenspiegelung bei hohem PSA ist mir nicht verständlich, ich kenne keinen Betroffenen bei dem dies gemacht wurde.
Es sollte eindeutig eine Entzündung ausgeschlossen werden. Notwendig wäre auch eine zweite PSA Messung ohne Fummelei des Uros, ohne Geschlechtsverkehr, ohne Radfahren zuvor. Über eine Klinik für die OP würde ich mir noch keine Gedanken machen.

Gruß Hans

ruggero1
20.05.2007, 23:34
Hallo Luna!
Deine Angaben werfen sehr viele Fragen auf:
Gibt es eigentlich frühere PSA-Werte deines Vaters?
Warum hat der Arzt keine Biopsie ins Auge gefasst, wenn die verhärtete Stelle genau bestimmt werden kann? DAS wäre eigentlich der erste Schritt gewesen, denke ich. Eine DNA-Zytometrie könnte dabei gegebenenfalls hilfreich sein.
Hat dein Vater Blasenbeschwerden, die einen Verdacht begründen könnten, dass der Krebs sich bereits bis dorthin ausgeweitet hat, oder hat der Arzt erklärt, warum er eine Blasenspiegelung vornehmen will, wenn Prostatakrebs vermutet wird?
Und hat er nicht ein Szintigramm veranlasst, damit festgestellt werden kann, ob irgendwo Metastasen sitzen? Zwar ist ein Szintigrammm im Minimalbereich alles andere als genau, aber hilfreich bei der Erstfeststellung auf jeden Fall.
HansiP hat ja schon etwas zu deinen Angaben geschrieben, und ich teile seine Ansicht, nicht als nächstes gleich an eine OP zu denken, ohne dass weitere Abklärungen erfolgt sind. Halte dir vor allem auch die Möglichkeit offen, eine Zweitmeinung einzuholen.
Alles Gute!
ruggero

RalfDm
21.05.2007, 00:06
Hallo Luna,

das standardmäßige Verfahren bei konkretem Verdacht auf Prostatakrebs ist das Biopsieren der Prostata, insbesondere der Region, in der die Verhärtung festgestellt wird. Erst, wenn ein Pathologe sich das entnommene Gewebe ansieht und feststellt, dass es bösartig verändert ist, ist der PK sozusagen amtlich. Eine Blasenspiegelung ist für die PK-Diagnose ein untaugliches Mittel. Kann es sein, dass Dein Vater unter dem Schock des hohen PSA-Wertes das Weitere, was der Urologe sagte, nicht mehr richtig verstanden hat? Mag ja sein, dass auch von einer Blasenspiegelung die Rede war.

Ralf
P.S.: Der höchste PSA-Wert, von dem ich bisher gehört habe, war 12.000 (i. W. zwölftausend) ng/ml.

Urologe
21.05.2007, 08:10
... ich kann 54800 ng/ml bieten

Gruss
fs

Anonymous1
21.05.2007, 08:12
... ich kann 54800 ng/ml bieten

Gruss
fs

Das beruhigt!

Gruß Dieter

HansiB
21.05.2007, 12:23
Hallo Dr. fs,

was ist aus so einem Patienten geworden, mit diesen PSA Zahlen kann man nichts anfangen.

Gruß Hans

mandala
21.05.2007, 15:52
Hallo, Hans

Ich schließe mich Deiner Frage an. Mein Mann hatte einen Anfangs-PSA von ca. 4000. Wie kann so ein Wert zustande kommen und welche Rückschlüsse lässt er zu?

Liebe Grüße - Andrea

HansiB
21.05.2007, 17:02
Hallo Andrea,
es tut mir leid, aber ich weiss nicht wie ich helfen kann. Wie kommt ihr mit der Ernährung klar, es gibt "Krebsfeinliche Ernährung" und Immunstimmulierung, ich werde deswegen immer ausgelacht, komme aber trotz meiner vergleichbaren Metastasierung bisher gut zurecht. Schaue, was ich Simoney an Literatur empfohlen habe.

Gruß Hans

Hallo Dieter,

das beruhigt euch, bei uns schaut es anders aus.

mandala
21.05.2007, 18:14
Vielen Dank, Hans!

Aber das Problem meines Mannes ist, das er angesichts von null Lebensqualität nicht besonders erpicht auf eine Verlängerung ist.
Ernährungsmäßig schauen wir in erster Linie darauf, was ihm schmeckt und was er verträgt, damit ihm wenigstens das Essen noch Freude macht.
Auslachen würde ich Dich nie im Leben, ich danke Dir für Deinen Tipp. Aber: Was mein Mann will, ist entscheidend, nicht was ich will.

Grüße von Andrea

Anonymous1
21.05.2007, 18:24
hast recht Hans,

feinste Sprach-Nuancen sind in dieser Thematik nicht so gut. Auch kein Wettbewerb zum höchsten PSA-Wert. Deshalb unmissverständlich:

kann 54000 bieten... das beruhigt kaum.

Gruß Dieter

HansiB
21.05.2007, 20:37
Hallo Andrea,

gerade die Lebensqulität für schwerstbetroffene, kann durch die richtige Ernährung verbessert werden. Prof. Zabel hat vielen helfen können und den Zustand verbessert und Schmerzen gelindert (kein Scharlatan). Ich habe meine Ernährung den "Vorschriften" angepasst. Bisher nur bedingt notwendig, aber es werden auch andere Zeiten kommen.

Gruß Hans

Luna760_4
22.05.2007, 14:57
@Hallo Ralf,
Du hattest recht. Mein Vater hat das wohl tatsächlich vor Schreck erstmal falsch verstanden. Sie werden tatsächlich eine Blasenspiegelung machen, aber auch gleichzeitig eine Prostata-Stanze vornehmen.
Jetzt heisst es abwarten und das beste hoffen.

@Hallo Hans,
kannst Du mir sagen, wie ich Deine Ernährungstipps finde, die Du Simoney zur Verfügung gestellt hast?

@Hallo an alle,
vielen Dank für Eure Antworten.

Viele Grüsse,
Anne

Luna760_4
01.06.2007, 15:09
Hallo Miteinander,

mein Vater hat nach dem hohen PSA-Wert von 165 nun nach der Prostata-Stanze folgende Ergebnisse:

T1
Grading 2
Gleason-Score: 3+3=6

Ich denke die Werte sind gar nicht so schlecht, oder? Nur dieser hohe PSA-Wert passt irgendwie gar nicht in das Bild rein?

Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen und kann mir schreiben, was das bedeutet?

Als nächstes steht jetzt für meinen Vater übrigens das Knochensintigramm und die CT auf dem Plan.

Vielen Dank für Eure Antworten.

Anne

LudwigS
01.06.2007, 15:16
Hallo Anne, du hattest in deinem ersten Beitrag was von verhärteter Prostata geschrieben.

Kein Tastbefund ist als klinisches Stadium T1c.
Tastbefund bedeutet immer T2a oder T2b oder T2c, je nach Zahl und Lage der tastbaren Stellen.

Gruss Ludwig

Luna760_4
01.06.2007, 15:23
Hallo Ludwig,

Du hast vollkommen recht. Das hat uns gestern auch gewundert. Das Ergebnis laut Arzt ist T1. Dennoch hat er am Anfang in der Prostata eine Verhärtung ertastet. Nach allem was ich gelesen habe, dürfte doch dann T1 nicht zutreffend sein, oder?

Kannst Du was zu den anderen Werten sagen? Vorallem auch im Zusammenhang mit dem hohen PSA-Wert?

Viele Grüsse,
Anne

LudwigS
01.06.2007, 15:51
Wenn man nur einen PSA-Wert hat, kann das alles bedeuten.
Alles Krebs, alles Prostatitis oder eine Mischung aus beiden.

Der Gleason-Score der gesamten Prostata muss auch nicht stimmen, wenn man z.B. nur 6 Stanzen hat, muss man nicht die schlechtesten Stellen getroffen haben. Auch kann vom Pathologen ein Befund vorliegen, den ein anderer durchaus anders sieht.

Ob bakteriell entzündliche Prozesse parallel mit vorliegen, könnte man mit einem Monat Antibiotikum versuchen zu klären.

Wenn das ganze PSA vom Krebs stammen würde, wäre es schon ein gerüttelt Maß, das sehr wahrscheinlich auch von metastatischen Anteilen ausserhalb der Prostata stammt.

Nichts mit Szintigramm bzw. CT sehen heißt nicht dass man ausserhalb nichts hat.

Gruss Ludwig