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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zusammenhang zwischen Höhe des PSA Wertes und Borreliose (Zeckenbiss)???



Hartmut D
03.06.2007, 14:37
Hallo,

ich bin neu hier und habe eine Frage.

Ich werde demnächst 67 Jahre alt.

Mein Grossvater ist an Prostatakrebs gestorben.
Deshalb bin ich als gefährdet eingestuft.
Mein PSA Wert wird regelmässig ermittelt.

Vor ca. 2 Jahren wurde bei mir eine
Borreliose (Zeckenbiss-Krankheit)festgestellt.

Die Borreliose kann viele Dinge auslösen.

Fast gleichzeitig stieg bei mir der PSA Wert bei jeder
neuen Ermittlung von 2,5 auf 5,8 - 7,5- 9,5- 13,8-
15,0 an.
Als der Wert 19,0 erreicht war, machte man bei mir
eine Sättigungsbiopsie im Krankenhaus.

Das Ergebnis nach einer Woche angstvollen Wartens: negativ.
Ich konnte gottseidank aufatmen.

Der PSA Wert blieb aber weiterhin hoch.

Erst als ich die bei mir wegen der Borreliose durchgeführte
Antibiotika Behandlung (7 Wochen) hinter mir hatte, fiel bei mir
auch putzigerweise der PSA Wert wieder bisher auf 7,5.

Ich könnte mir vorstellen, daß die Höhe des PSA Wertes
im Zusammenhang mit der unbehandelten Borreliose stand.

Morgen muss ich wieder zum Urologen und erfahre den
neuesten Wert. Irgendwie habe ich schon Angst.

Da mein Arzt strikt einen möglichen
Zusammenhang Borreliose - PSA Wert
verneint, möchte ich hier im Forum einmal nachfragen,
ob derartige Zusammenhänge vielleicht auch hier bekannt
sind oder ob jemand ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hat.

Liebe Grüsse

Hartmut

BurgerH
03.06.2007, 14:43
Hallo Harmut,

Wahrscheinlich hattest Du eine Prostataentzündung und durch die Antibiotikabehandlung der Borreliose ist auch die Entzündung der Prostata mitbehandelt worden, und dadurch ist der PSA-Wert gefallen.

Gruß

Hansjörg

LudwigS
03.06.2007, 15:35
Hier eine Auszug aus einer Borreliose-Seite:

http://www.ariplex.com/lyme/lymbleix.htm#20arthritis


Von einigen Patienten sind
Brustschmerzen wegen Mastitis (Entzündung der weiblichen Brustdrüse, d. Übers.) und
Schmerzen in den Hoden wegen Orchitis (Hodenentzündung, d. Übers.) beschrieben worden.Bis heute gibt es drei Männer in unseren Unterlagen, deren Hauptbeschwerden bei Lyme-Borreliose Beckenschmerzen wegen chronischer Prostatitis sind.
Die Therapiewege für Lyme-Borreliose führten zu besserer Linderung, während der Gebrauch von Cipro oder Doxycyclin allein partielle oder zeitlich begrenzte Besserung brachte.

Gruss Ludwig

PeterP
03.06.2007, 16:05
Hallo Hartmut,
Prostataentzündung hin oder her, es besteht leider wegen der negativen Biopsie noch kein Grund zum Aufatmen. Es gibt viele, bei denen auch nach mehrfacher Biopsie der Befall nicht gefunden wurde.
Der PSA-Wert ist eindeutig zu hoch und die Sache muß weiter verfolgt werden. Die PSA-Verdoppelungszeit ist schwierig zu bestimmen, weil offensichtlich auch eine gutartige Prostataentzündung oder Vergrößerung im Spiel ist. Aber auch wenn Du eine Steigerung von 2,5 vor ca. 2 Jahren auf jetzt 7,5 rechnest, ist das ein heftiger Wert und es könnte sich evtl. um eine agressive Sache halten. Aber wohlgmerkt eventuell! Es besteht auch kein Grund, in Panik zu verfallen. Aber aus eigener Erfahrung sollte man sich beim Abwägen der möglichen Eventualitäten eher an der ungünstigen Marke orientieren.
In Anbetracht Deiner fam. Vorbelastung würde ich Dir zu einer PET-CT raten. Das ist leider keine Kassenleistung und kostet ganz grob ca. 700 Euro, aber es bringt Dir eine schnelle Klarheit, was los ist. Auf das sonst obligatorische Knochenszintigramm könnte dann auch verzichtet werden.
Wenn Du Dich gleich in ein Zentrum begibst, das Strahlentherapie durchführt und PET-CT-Ausstattung hat wie z.B. Ulm oder Mannheim/Heidelberg, kann die PET-CT u.U. als Teil der Behandlung mit der Kasse abgerechnet werden. Da mußt Du einfach nachfragen.
Es besteht auch die Möglichkeit zu einer C-TRUS bei Dr. Loch in Flensburg (einzige in Deutschland), das kostet etwa die Hälfte, ist aber mit Wartezeiten von 3 - 6 Monaten verbunden.
Du könntest dann in dieser Zeit den PSA-Verlauf noch weiter bobachten. Auch für die PET-CT muß die Entzündung durch die Biopsie erst ganz abgeklungen sein.
Nimm Dir auf jeden Fall aber auch die Zeit und Ruhe, die Hinweise auf der Startseite des Forums: Therapien, Erster Rat (von Ralf R. Damm), etc. durchzulesen, um einen Überblick über die Therapiemöglichkeiten zu bekommen, die glücklicherweise für uns bestehen.

Viel Erfolg

PeterP

Helmut.2
03.06.2007, 17:56
Hallo, Lieber Hartmut,

ich bin mir ganz sicher, daß diese Borreliose dein PSA hochgetrieben hat aber dennoch solltest Du der Sache PSA bzw. Prostatakrebs am Ball bleiben!

Borreliose wird dich ein Leben lang bekleiden wenn sie nicht gleich am Anfang als Du gebissen wurdest behandelt wurde! Siehe die von LudwigS gesetztes Link an, es ist schon verheerend was so ein kleiner Biss anstellen kann.

Mit lieben Grüssen
Helmut

Hartmut D
04.06.2007, 17:26
Hallo,
ich habe heute meinen neuesten PSA Wert erhalten. 15,0.
Ich war erschüttert. Der Urologe sieht das nicht so eng.
Er meint, durch die Borreliose hätte ich mal mehr und mal weniger
chronische Prostataentzündung. Das liesse den PSA Wert so extrem
schwanken. Er muss es ja wissen. Ich soll in einem Jahr wiederkommen.

Eine Pet-Ct käme in meinem Falle nicht in Frage. Da könne man nicht die Prostata mit untersuchen, sondern nur auf Streuung achten.???

Gruss/Hartmut

Helmut.2
04.06.2007, 18:47
Lieber Hartmut,

wenn Dich dein Urologe erst in einem Jahr sehen möchte dann ist es Zeit einen Neuen zu suchen und eine Entzündung der Prostata erst mal auszuschließen!

Einen Zusammenhang zwischen Borreliose und der Höhe des PSA-Wertes brauch nicht direkt sonder indirekt geschehn, ich kann es zwar nicht belegen aber realistisch währe es schon.

Vierteljährliche PSA Kontrolle würde ich schon empfehlen und gebe mal genaues Datum an damit man eine PSA-VZ Durchführen kann und die Grösse der Prostata.

Alles Gute für Dich
Helmut

Hartmut D
05.06.2007, 20:12
Lieber Helmut,

vielen Dank für die Auskunft.

Es ist alles ganz schön b.......

Gruss/Hartmut

PeterP
06.06.2007, 20:49
Hallo Hartmut,
mir stehen die Haare zu berge von diesem Blödsinn, den Dir Dein Urologe da erzählt und empfiehlt!
Selbstverständlich zeigt die PET-CT an, was in der Prostata los ist. Und zusätzlich auch noch mögliche Absonderungen in Lymphknoten, Skelett oder auch Weichteile. Letzteres ist sehr selten am Anfang.
Durch die Ganzkörper-Abbildung ist die Prostata relativ klein auf dem Bild und die Auswertung sollte von keinem Anfänger gemacht werden. Dennoch ist eine Aussage möglich, ob z.B. schon ein Kapseldurchruch möglich ist oder z.B. die Samenblasen befallen sind.
Die Empfehlung, ein weiteres Jahr zu warten, sollte m.E. strafrechtlich verfolgt werden!
Suche Dir schleunigst einen anderen Arzt.
Gruß PeterP

Heribert
07.06.2007, 11:09
Hallo HelmutD,

die Borreliose solltest Du genau so heimtückisch wie die Erkrankung an der Prostata einschätzen. Die Borrelien werden, wie Du sicher erfahren hast, zunächst oft nicht als Ursache für Beschwerden erkannt. Sie verursachen eine latente Schwächung des Körpers, des Allgemeinbefindens und sind somit sicher auch Ursache für die immer wieder aufflackernde Entzündung in der Prostata.
Dein Urologe beurteilt sicher nur die Prostatitis und vernachlässigt die Basistherapie der Borreliose. Bei dieser Erkrankung wird dir am besten ein Neurologe helfen können. Viele Ärzte unterschätzen die Auswirkungen der Lyme-Borreliose.

Ist überhaupt sichergestellt, dass die Borreliose bei Dir auskuriert ist?
Wurde im Zusammenhang mit der Borreliose schon mal eine Liquoruntersuchung gemacht?
Google mal mit dem Begriff Neuroborreliose!

Alles Gute
Heribert