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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kein Nachteil der intermittierenden Hormontherapie bei fortgeschrittenem PK



AchimS
08.06.2007, 22:52
Auf dem Jahrestreffen der amerikanischen Urologenvereinigung stellte Prof. Miller, Berlin die Ergebnisse einer Studie vor, bei der 335 Patienten entweder kontinuierlich (n=170) oder intermittierend (n=165) mit Goserelin und Bicatulamid behandelt wurden.

Die mediane Überlebensdauer war 51,4 Monate im intermittierenden Studienarm und 53,8 Monate im kontinuierlichen Studienarm.

In Bezug auf Schmerzen, Vitalität, mentalem Wohlbefinden und Sozialverhalten wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen festgestellt.

Es wurde daraus der Schluss gezogen, dass die intermittierende Therapie eine sichere und brauchbare Alternative zur Behandlung von Patienten im Stadium D1 oder D2 ist.

Englischer Originaltext unter:
http://www.medscape.com/viewarticle/557325
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Reinardo
09.06.2007, 18:49
Hallo. Das ist höchst verwunderlich und widerspricht allem, was ich gelesen und gelernt habe.
Hat Professor Miller, der hier als Topexperte bekannt ist, das wirklich so unkommentiert und unwidersprochen vorgetragen?
Die mediane Überlebenszeit von 51,4 bzw. 53,8 Monaten ist auch recht dürftig und spricht eher gegen beide Varianten der Therapie.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Versuchsteilnehmer bis zum Tode n u r mit Hormonentzug therapiert worden sind.
Da meine ich fast schon, dass man diese Studie besser überliest und vergisst.
Reinardo

AchimS
09.06.2007, 23:05
Hallo Reinardo,

ähnlich war auch meine Reaktion, als ich den Artikel las.

Aber es steht dort wörtlich so:
There was a trend toward a longer median time to disease progression for patients in the intermittent-therapy group — 17 months, compared to 12 months for men on continuous therapy — but the difference was not statistically significant (P = .1758). Median survival times were 51.4 months and 53.8 months with intermittent and continuous therapy, respectively (P = .658).

Es scheint Prof. Miller einen Vortrag wert gewesen zu sein.
Achim

WinfriedW
15.06.2007, 16:24
Das ist höchst verwunderlich und widerspricht allem, was ich gelesen und gelernt habe.
Hat Professor Miller, der hier als Topexperte bekannt ist, das wirklich so unkommentiert und unwidersprochen vorgetragen?
Die mediane Überlebenszeit von 51,4 bzw. 53,8 Monaten ist auch recht dürftig und spricht eher gegen beide Varianten der Therapie.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Versuchsteilnehmer bis zum Tode n u r mit Hormonentzug therapiert worden sind.
Da meine ich fast schon, dass man diese Studie besser überliest und vergisst.Weiß nicht Reinardo, es handelte sich bei dem Patientenkollektiv um Patienten in fortgeschrittenen Stadien, also keine DHB nach Leibowitz bei Haustierkrebsen. Sicher haben die auch noch weitere Therapien erhalten, denn nach ein bis zwei Jahren sind die normalerweise hormonrefraktär. Ich bin mir keineswegs sicher, ob ich die 51,4 Monate erreiche. Ich habe meine Diagnose vor 23 Monaten erhalten und bin schon seit einem Jahr hormonrefraktär.

WW