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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entschuldigung-Prostata-Krebs und Psyche



chili1950
11.06.2007, 20:54
Im März wurde mir das angekündigt. Eine Gewebsprobe ergab das.
Danach war ich ' von der Rolle' wie man so sagt.
Eigentlich dürfte ich nicht mehr leben.
Nun gestern sagte ich : Wenn ich nach Martini-Klinik Inkontinenz hab
zieh ich den Suizid durch. Behindert lebe ich nicht weiter.
Nun meine Frage:
Könnten sich die Typen (so nenn ich die mal) aus Pathologie irren!???
Mir kommt das so vor.
Ich lebe heute normal. Morgen in einer Woche soll ich ein Leben
nach >Radikal-Entfernung beginnen. Lohnt das ?
Dunkle Grüße

Hans (GL)
11.06.2007, 21:22
Hallo Chilli,

wenn Du Dir die Krankheitsgeschichten der Forumsmitglieder anschaust (Auf Name klicken) wirst Du sehen, dass sich viele des Lebens freuen.

Hans

Horst a
11.06.2007, 21:56
Hallo Chili,
da Du keine weiteren Daten ins Forum gestellt hast, ist es natürlich schwer, Dir einen rat zu geben. Warum musst Du denn operiert werden?
Man kann ja auch ohne OP leben, wenn man Wait and See macht. D.h. den Krebs beobachten und abwarten, wass der macht.
Horst a

Hans-W.
11.06.2007, 21:59
Hallo Chili,
die dunklen Gedanken hatten viele von uns, beruhige dich zuerst einmal. Das Loch ist nicht so tief, dass du nicht mehr herausklettern kannst. Du solltest uns etwas mehr Information mitteilen über deine Anamnese (Gleason/PSA, etc.) Es gibt viele Wege nach Rom und viele sind dort bei einer schlechten Ausgangsposition angekommen. Natürlich können die "Typen" sich irren, deswegen ist eine zweite Meinung immer von Vorteil. Das wichtigste im Moment ist, das du dirch ruhig verhälst und dich über alle Optionen informierst bevor du dich für eine OP/Hormonbehandlung/Bestrahlung etc. entscheidest. Es mag sein, dass eine OP das richtige ist, vielleicht aber auch nicht. Inkontinenz bei OP ist möglich aber nicht garantiert. Inkontinenz muss nicht permantent sein, Suizid aber wohl. Was ist mit deiner Familie? Kannst du dich einfach so wegknallen ohne an die zu denken? Es ist gut, dass du dich gemeldet hast. Wir helfen dir mit Information über Therapiemöglichkeiten und Erfahrungswerte. Es liegt an dir, das jetzt anzunehmen und das Beste daraus zu machen.
Kopf hoch, mann!!!
Hans-W.

Helmut.2
11.06.2007, 22:35
Grüß Dich lieber Chili,

daß Du dich hier autest, das ist schon ein Schritt wieder zurück ins Leben! Wie Hans Dir geschrieben hat, solltes Du mal bei einigen auf den Namen klicken und sein Profil ansehen.

Den Schock den Du hattest hatte ich von knapp 9 Jahren und es geht immer weiter, beim Einen nicht so glücklich beim Anderen Auf und Ab und wenn Du Glück hast, dann lachst Du in 3 - 4 Monaten darüber!

Jetzt solltest noch deine Daten hier angeben oder ins Profil, damit wir Dir weiter helfen können bis dahin

alles Gute wünscht Dir
Helmut

anton0815
25.06.2007, 21:00
Im März wurde mir das angekündigt. Eine Gewebsprobe ergab das.
Danach war ich ' von der Rolle' wie man so sagt.
Eigentlich dürfte ich nicht mehr leben.
Nun gestern sagte ich : Wenn ich nach Martini-Klinik Inkontinenz hab
zieh ich den Suizid durch. Behindert lebe ich nicht weiter.
Nun meine Frage:
Könnten sich die Typen (so nenn ich die mal) aus Pathologie irren!???
Mir kommt das so vor.
Ich lebe heute normal. Morgen in einer Woche soll ich ein Leben
nach >Radikal-Entfernung beginnen. Lohnt das ?
Dunkle Grüße
servus chilli, kein grund so drastisch zu denken, habe die nachricht vor 2 monaten bekommen, bin 57 J. alt und habe mich fuers abwarten entschieden. durch ernaehrungsumstellung, intravenoes vitam C hochkonzentriert und weiteren dingen ist mein psa wert von 4,9 auf 2,97 zurueckgegangen. werfedie flinte nicht ins korn und lasse dir zeit bei entscheidungen. leider hast du keine daten von deinem carzinom eingegeben. viel glueck und kopf hoch....anton

Tinka
29.06.2007, 10:17
Lieber chili,

ich möchte mich den Stimmen hier anschließen. Die Diagnose Krebs bedeutet nicht automatisch, dass das Leben vorbei ist. Diesen ersten Schock haben hier wohl alle erlebt, ob als Betroffener oder als Angehöriger. Mein Mann z.B. ist 45, das ist nicht das Alter für PCa. Wir haben kleine Kinder und ich bin noch viel zu jung, um Witwe zu werden.

Die Diagnose kam Ende März und wir haben es zum Glück recht schnell geschafft, uns mit der neuen Situation abzufinden. Unserer Meinung nach ist das positive Denken die wichtigste Grundlage im Kampf gegen den Krebs.

Gib nicht auf, chili, du hast nur dieses eine Leben. Mach das beste daraus und lass den Kopf nicht hängen.

Alles Liebe
Andrea

Norbert52
29.06.2007, 12:50
Hallo Chili,

Tinka hat Recht, mich hat es mit 43 erwischt (RPE/RT), bin heute 55, und wir fliegen morgen in den Urlaub - mir geht es gut!

Ihr packt das ganz sicher,

alles Gute,

Norbert

JoScho
29.06.2007, 17:13
Hallo Chili,

Ich kann deine Gefühle nachvolziehen.
Auch ich habe zeitweise die selben dunklen Gedanken wie du.
Aus deinem Forums-Namen schließe ich das du 57 Jahre bist.
Mich hat es im Februar 2007, mit erst 46 Jahren erwischt. Wie meine Vorredner schreiben ist deine Situation mangels Angaben schlecht zu beurteilen.
Meine Ausgangswerte waren auch nicht gerade die besten.
Rückenschmerzen, deutlicher Tastbefund und PSA über 10, da gehen einem schon die Gedanken durch den Kopf. Aber das Leben ist viel zu wertvoll um es einfach wegzuschmeißen.
Bitte stell deine Daten hier ins Forum und du wirst sehen, du bist nicht alleine.
Gruß JoScho

ottogerd
01.07.2007, 17:32
Chili, als ich die Diagnose vor etws über zwei Monaten bekam war ich ebenfalls psychisch fertig. Ich bin 55 Jahre und hätte nie damit gerechnet, da mein PSA immer sehr niedrig war. Ich hätte heulen können und habe das auch. Jeder von uns kennt das was du gerade mitmachst.

Inzwischen ist die OP 8 Wochen her, sie war am 5.5. Alles restlos entfernt, RO Resektion.

Es funktioniert alles wieder. Am Anfang ein paar Tropfen bei Belastung (Urge) das hat aber schnell aufgehört und auch die Potenz ist voll da. Ich habe keine Reha gemacht und fühle mich inzwischen pudelwohl, bis auf winzige Dinge, wie mal bischen Zwicken oder so.

Die Ärzte und so manche Statisktik sagt, daß sich die Lebenserwartung bei einer erfolgreichen R0 OP nicht ändert. Ich will das einfach mal glauben.

Also, auch wenns schwer fällt. Kopf hoch und durch, den richtigen Arzt suchen (das ist das wichtigste) und in ein paar Wochen hast du das schlimmste hinter dir. Sooo schlimm ist die Op nicht. Ich weiß, man kann das nachher leicht sagen, wenn man Erfolg hatte. Aber welche wirkliche Alternative hast du, die dich nicht ständig damit belastet. Ich habe für mich keine wirkliche gesehen.