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Carlo Klöpfer
01.05.2007, 21:11
ACTOS eine Chance beim Prostatacarcinom?

Nach maximaler Androgen-Blockade war mein PSA-Wert vier Monate kleiner 0,1. Aber als erstmals 0,1 erreicht war, begann mein Testesteronwert schon wieder zu steigen. In drei Monaten von 0,44 auf 3,93.
Dr. Eichhorn empfahl mir, meine Depospritze von Trenantone auf Zoladex umzustellen (06/06).
Mit der Mitteilung des hohen Testesteronwertes war aber auch erstmals der PSA-Wert von 0,028 auf 0,057 gestiegen.
Mein Testesteronwert sank deutlich und war (09/06) bei 0,17. Jedoch begann der PSA-Wert langsam zu steigen. Bei 0,81 (12/06) empfahl mir Dr. Tucker auf Casodex zu verzichten und auf Ketokonazol und Taxotere umzusteigen.
Am 05.02. hatte mein PSA-Wert 1,04 erreicht. Dr. Eichhorn meinte, bevor Sie sich auf stäerkere Medi8kamente einlassen, probieren Sie es doch mit dem vergleichsweise harmlosen ACTOS.
Am 26.02. war mein PSA-Wert kleiner 0,1.
Am 26.03. wurde Testesteron: 0,30 PSA 0,003!! gemessen.
Am 23.04. Testesteron 0,22 und PSA kleiner 0,003 bestätigt.
Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich sehr glücklich bin und das wegen dem harmlosen ACTOS.
Aus diesem Grund möchte ich Euch dieses Medikament nicht vorenthalten.

Nach Rücksprache mit der Firma Takeda, dem Hersteller dieses zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels entwickelten Medikamentes wurde mir mitgeteilt, dass an der Uni Regensburg eine Studie läuft.
Der dortige Oberarzt Dr. Walter bestätigte, dass derzeit 40 Betroffene unter anderem mit ACTOS behandelt werden. Die Studie läuft unter Leitung von Prof. Reichle.

Die Bitte an Dr. Eichhorn in unserer Selbsthilfegruppe einen Vortrag über:Therapiemöglichkeiten bei PSA-Rezidiv zu halten war aber lange vor seinem Erfolg bei mir.

Näheres in: Veranstaltungshinweise und Verbandsarbeit.

Jürgen M.
01.05.2007, 22:11
Hallo Carlo und Forum,

ich nehme nach Absetzen von Casodex jetzt Actos + Celebrex (siehe mein Profil) und erlebe ebenfalls aktuell einen Rückgang meines PSA. Ich hoffe es geht weiter so und werde wieder berichten.

Schöne Grüße
Jürgen M.

Anonymous1
02.05.2007, 07:18
Am 05.02. hatte mein PSA-Wert 1,04 erreicht. Dr. Eichhorn meinte, bevor Sie sich auf stäerkere Medi8kamente einlassen, probieren Sie es doch mit dem vergleichsweise harmlosen ACTOS.

Hallo Carlo,

der Tipp von Dr. Eichhorn ist schon sehr interessant. Actos ist ja ein Präparat zur Diabetes-Behandlung, es greift im Glucose- und Fettstoffwechsel. Durch erhebliche Absenkung des Blutzucker-Wertes ist es bestimmt möglich, auch die PSA-Produktion in den Tumorzellen zu reduzieren. Denkprobleme entstehen bei mir jedoch mit der Frage, ob sich auch die Zellteilung im Karzinom reduzieren lässt.

Gruß Dieter

Wolfgang aus Berlin
02.05.2007, 09:38
Lieber Dieter, lieber Carlos, liebes Forum<o></o>
<o></o>
weil ich an dieser Stelle wieder das Wort „PSA-Kosmetik“ lese, möchte ich gerne mal einen Ausschnitt aus einem Artikel vorstellen. Dieser ist einer Übersetzung aus der Zeitschrift der Life Extension Foundation (LEF) entnommen. Er wurde von Dr. Stephen B. Strum kritisch überarbeitet, d.h. geprüft. Mir geht es an dieser Stelle nicht speziell um Avodart, sondern um den gedanklichen Ansatz, dass die Senkung des PSA alleine schon eine wichtige Wirkung haben könnte. Der Schluss daraus heißt, dass es keine PSA-Kosmetik gäbe. Insofern würde das genannte Medikament ACTOS auch Sinn machen. Interessant wäre auch die Überlegung, es vorbeugend einzunehmen.<o></o>
Vielleicht kann sich ja mal jemand dazu äußern, der mehr Ahnung als ich hat.<o></o>
<o></o>
Herzliche Grüße, Wolfgang <o></o>
<o></o>
Auszug aus dem Artikel „Fördert PSA Prostatakrebs?“ von William Faloon kritisch überarbeitet von Stephen B. Strum, MD, FACP aus dem LEF-Magazin vom Juni 2005<o></o>
<o></o>
Zitat: „Bisher wurde das PSA von den meisten Ärzten und Laien als einfacher Bluttest angesehen - ein Indikator aus dem Labor, der auf mögliche Probleme mit der Prostata wie eine gutartige Vergrößerung (BPH), Prostatitis oder Prostatakrebs hinweisen kann. Jetzt mehren sich aber die Anzeichen dafür, dass PSA mehr als nur ein Marker zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Prostata sein könnte. PSA selbst ist ein Zellprodukt - ein Serin-Protease-Enzym mit verschiedenen Schlüsselfunktionen. In einer gesunden Prostata findet die PSA-Produktion primär in den Prostatagängen statt und relativ wenig PSA gelangt in den peripheren Blutkreislauf. Aus diesem Grund wird eine völlig gesunde Prostata, die nicht durch BPH oder Prostatitis beeinträchtigt ist, PSA Spiegel produzieren, die typischerweise unter 1,0 Nanogram (ng) pro Milliter (ml) liegen. Unter diesen Voraussetzungen haben die enzymatischen Eigenschaften von PSA eine wichtige Funktion: Nämlich das männliche Ejakulat zu verflüssigen um damit das weibliche Ei oder Ovum zu befruchten.<o></o>
Im Gegensatz dazu hat bei Prostatakrebs die Enzymaktivitat des PSA’s die Funktion Zellgrenzen aufzubrechen. Die PSA-Enzymaktivität kann extrazelluläre Matrix, also Gewebe das die Zellen umgibt, verdauen. Dieser Vorgang könnte das invasive Wachstum und die Ausbreitung von Krebs beschleunigen. Nach unserem Verständnis der funktionellen Natur vieler Laboruntersuchungen wie PSA eröffnen sich damit neue therapeutische Wege um diese epidemische Erkrankung zu verhindern, bzw. zu behandeln.<o></o>
Intelligent angewandt ist der PSA Test einer der wichtigsten Bestandteile in unserem Arsenal zum Verständnis der Gesundheit des Mannes. PSA wird auch verwendet um Männer mit Prostatakrebs vor und nach jeder Therapie zu begutachten. Solche therapeutischen Interventionen schließen auch ein aktives objektiviertes Zuwarten(watchful-waiting). die Chirurgie (radikale Prostatektomie), Strahlentherapie (Brachytherapie oder externe Bestrahlung), Kryotherapie, hochintensivierten focusierten Ultraschall und die Androgenentzugstherapie ein - wie auch neue Forschungsansätze zur Kontrolle des Prostatakarzinoms. PSA kann auch verwendet werden um Männer mit BPH oder Prostatitis zu beurteilen, weil diese Erkrankungen die PSA-Produktion beeinflussen.<o></o>
Da PSA möglicherweise nicht nur zum Fortschreiten eines Prostatakarzinoms beiträgt, sondern auch zur Befähigung der Krebszellen die Prostata zu verlassen, um in Organe weit weg von der Prostata zu metas*tasieren, können wir das PSA nicht länger nur als Bluttest betrachten der über den Gesundheitszustand der Prostata Auskunft gibt. Tatsächlich könnten viele, nicht alle, Biomarker die zur Kontrolle einer Vielfalt von Karzinomen verwendet werden spezifische Eigenschaften haben, die dem Krebs das Leben erleichtern. Deshalb sollten Männer mit Prostatakrebs und vielleicht auch jene die versuchen das Auftreten von Prostatakrebs zu verhindern, geeignete Maßnahmen ergreifen den PSA-Spiegel niedrig zu halten um damit das Risiko diese Erkrankung zu bekommen oder in eine Progression zu geraten, die klinisch symptomatisch wird, zu minimieren. Der einfachste Weg den P54 Spiegel um die Hälfte zu reduzieren ist die Hemmung des Enzyms 5-Alpha-Reduktase — ein Enzym das Testosteron in das stärker androgen wirkende Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. DHT hat wachstumsstimulierende Effekte auf die Prostatazelle, die wesentlich stärker sind als die von Testosteron. In kritisch überarbeiteten Literaturbeiträgen ist der Unterschied des stimulierenden Effekts von DHT auf die Wachstumsrate der Prostatazelle 2,4- bis 10-mal höher.<o></o>
Das effektivste rezeptpflichtige Medikament zur Senkung des DHT-Spiegels ist Avodart.<o></o>
Anders als das bekanntere Proscar, das nur den Typ 2 der 5-Alpha-Reduktase hemmt, blockiert Avodart Typ 1 und Typ 2 der 5-Alpha-Reduktase und kann damit den Blutspiegel von DHT um 93% senken. Mit einer 5 mg Dosis Avodart<o></o>
- der 10 fachen Dosis die routinemäßig bei BPH verschrieben wird<o></o>
- haben Andriole und seine Kollegen eine 97% Reduktion der intraprostatischen DHT-Werte gemessen. <o></o>
Lazier und seine Kollegen fanden, dass Avodart sowohl die DHT-induzierte Sekretion von PSA als auch die Krebszellproliferation hemmt und dass höhere Dosen von Avodart dazu führen, dass Krebszellen absterben und zwar sowohl in der androgenabhängigen LNCaP und in der androgenunabhängigen (PC-3) Zelllinie.35<o></o>
Diese Ergebnisse sind für die Planung von klinischen Studien mit Avodart am Menschen wichtig. In einer Studie von 4.325 Männer mit gutartiger Prostatavergrößerung die randomisiert ausgewählt wurden um entweder Avodart (0,SmglTag) oder ein Placebo zu bekommen, hatten Patienten die Avodart bekamen nach 27 Monaten Beobachtungsdauer eine kumulative Incidenz für Prostatakrebs von 1,2% verglichen mit 2,5% in der Plazebogruppe. Dies entspricht einer 52% Reduktion von Prostatakrebs in der Avodartgruppe. 36. In einer anderen Studie mit Proscar wurden 18.882 Männer im Alter von 55 Jahren und darüber (mit einem normalen Prostatatastbefund, PSA-Spiegel <3,0 ng/ml) randomisiert und entweder mit Proscar 5 mg/Tag oder 7 Jahre mit Plazebo behandelt. Prostatakrebs wurde bei 803 von 4.368 Männern in der Proscar-Gruppe und bei 1.147 der 4.692 Männer in der Plazebo-Gruppe nachgewiesen. Dies bedeutet eine 24,8% Reduktion der Prävalenz über 7 Jahre. Highgrade Karzinome wurden bei 6,4% der mit Proscar behandelten Patienten gefunden verglichen mit 5,1% von Männern die ein Placebo erhalten hatten. Wie schon bemerkt, unterdrückt Proscar nur den Typ 2 der 5-Alpha-Reduktase wohingegen Avodart Typ 1 und Typ 2 der 5-Alpha-Reduktase blockiert. Deshalb erscheint Avodart das bessere Medikament zu sein….<o></o>
<o></o>
... Der alternde Mann sollte überlegen ob er nicht den DHT-Blutspiegel bestimmen lässt. Wenn der DHT-Spiegel erhöht ist, scheint eine medikamentöse Therapie mit Avodart sicher und effektiv nicht nur dadurch dass es Beschwerden bei der Blasenentleerung bessert, sondern noch wichtiger wegen seinem Potential das Prostatakrebsrisiko zu reduzieren. Avodart könnte diese Effekte dadurch erzielen dass es die wachstumsstimulierenden Effekte von DHT am Prostatagewebe reduziert und gleichzeitig die krebsinduzierenden Eigenschaften des<o></o>
PSA’s mindert indem es die PSA-Synthese in der Prostatadrüse hemmt. Avodart hat aber auch einige Nachteile. Es kostet mehr als 3$ pro Kapsel — ist also teuer. Weiterhin hat ein kleiner Prozentsatz von Männern die es anwenden sexuelle Probleme wie verminderte Libido (4%), Impotenz (7%) und ein reduziertes Ejakulatvolumen (2%). Die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen nimmt jedoch, so wird berichtet, nach 6 Monaten kontinuierlicher Einnahme von Avodart ab." ...<o></o>
<o></o>

Helmut.2
02.05.2007, 18:25
Liebe ACTOS Fans und die es noch werden wollen!

ich habe einen Beitrag im TV über ACTOS gesehen und verspricht einiges für die Diabetes I und II, hier aber von harmlos reden kann ich nur warnen!

Wegen der Einnahme von ACTOS kann unterumständen eine Unterzuckerung hervor gerufen werden die körperlich eine sehr unangenehmen Folgen haben können!

Wenn ACTOS eingenommen wird sollte man sein Blut mit einem
Zuckermessgerät täglich überprüfen und nach 4 - 6 Wochen beim Arzt eine Langzeit Zuckermessung Hb A1c durch führen lassen!

Blutzucker nüchtern 60 - 90 mg/dl oder 3,4 - 5 mmol/l
Langz. Zucker = Hb A1c < 6%

Vonwegen harmlos!
Gruß Helmut

Helmut.2
02.05.2007, 19:11
Infos über ACTOS!

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2684&type=0

http://www.aktive-diabetiker.at/54-s11.htm

http://medikamente.onmeda.de/Medikament/Actos+15mg%7C-30mg%7C-45mg+Tabletten+.html

http://www.netdoktor.de/medikamente/100010449.htm

Ob unsere vielschichtige Medikation gegen den PK schon getestet wurde? welcher Diabetologe dankt schon daran, daß prostatakrebskranke Männer dieses Medikament ACTOS gegen Ihre Krankheit missbrauchen, wenn dadurch keine Nachteile entstehen warum nicht!

Immernoch Vorsicht geboten, Gruß Helmut

Carlo Klöpfer
03.05.2007, 10:02
Hallo Helmut.2
Mein Internist hat mir sofort ein ACCU-CHEK Blutzuckermessgerät mitgegeben. Bisher sind alle Werte normal.
Takeda informiert in Form von Rote-Hand-Briefen über erhöhtes Frakturrisiko bei Frauen unter Glitazonen. Frakturen wurden bei etwa 2,7 Prozent der Frauen gefunden, die mit Rosiglitazon beziehungsweise Pioglitazon behandelt wurden, im Vergleich zu etwa 1,5 Prozent unter Vergleichsmedikation.
Bei Männern war die Häufigkeit von Frakturen nicht erhöht.
Allerdings ist bekannt, dass über den Peroxisomen-Proliferator-aktivierten Zellkernrezeptor gamma (PPAR-gamma), der durch Glitazone aktiviert wird, auch die Knochenneubildung gehemmt wird.
Viele Grüße
Carlo

Günter Feick
03.05.2007, 11:33
Liebe Mitstreiter,

anlässlich des Informationsaustausches über ACTOS möchte ich noch mal auf diese Seite http://www.prostate-cancer.org/educa...te_Cancer.html (http://www.prostate-cancer.org/education/nutrprod/ScholzBlum_Nutrition_Prostate_Cancer.html) des Prostate Cancer Research Institute www.prostate-cancer.org/ (http://www.prostate-cancer.org/) hinweisen (schon mal in einem früheren Gesprächsfaden geschehen). Dort ist bezüglich Blutzucker und Insulin in Verbindung mit PCa u. a. dieses zu lesen -

<O:p"Es gibt eine Anzahl von Studien die bestätigen, daß Übergewicht und zu reichliche Nahrungsaufnahme zum Vorkommen und der Aggressivität des PCa beitragen (11, 12, 13 u. 14). Es scheint jedoch als ob das Insulin der wirklich Schuldige ist. Eine Vorstellung, welche nicht ausreichend verstanden wurde und nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat, die sie verdient...".

Das war Teil der Schlußfolgerung von Mark Scholz MD und Ralph Blum in einem Beitrag mit dem Titel - Can Diet Really Control Prostate Cancer? aus den PCRI Insights vom February 2006 vol. 9, no 1.

Da durch ACTOS die Empfindlichkeit der Gewebezellen auf das Insulin gesteigert wird und damit die Insulin-Resistenz vermindert wird, sehe ich eine bestätigende Verknüpfung zwischen den Beiträgen zu ACTOS hier im Forum und der Information vom Prostate Cancer Research Institute. Das vom Körper gebildete Insulin kann durch die Wirkung von ACTOS wieder besser ausgenutzt werden, weniger Insulinbildung ist notwendig und zumindest die danach gemessenen PSA Werte hatten eine fallende Tendenz.

<O:pGünter


<O:pDie für den Bericht des Prostate Cancer Research Institute verwendeten Referenzen waren:
1. Kushi, Michio and Jack, Alex. The Cancer Prevention Diet: Michio Kushi’s Macrobiotic Blueprint for the Prevention and Relief of Disease. St. Martin’s Griffin 1994
2. Verne Varona Nature’s Cancer Fighting Foods: Prevent and Reverse the Most Common Forms of Cancer Using the Proven Power of Great Food and Easy Recipes. Reward Books 2001
3. Ornish, Dean et al: Intensive lifestyle changes may affect the progression of prostate cancer. The Journal of Urology Vol 174:1065, 2005
4. Rodriguez, Carmen et al: Diabetes and risk of prostate cancer in a prospective cohort of US men. American Journal of Epidemiology Vol.161:147 2005
5. Hsing, Ann et al: Prostate cancer risk and serum levels of insulin and leptin: a population-based study. Journal of the National Cancer Institute. Vol. 93: 783, 2001
6. Augustin, Livia et al: Glycemic index, glycemic load and risk
of prostate cancer. Journal of Cancer Vol.112: 446, 2004
7. Lehrer, S. et al: Serum insulin level, disease stage, prostate specific antigen (PSA) and Gleason score in prostate cancer British Journal of Cancer Vol.87: 726, 2002
8. Foster-Powell, K et al. International table of glycemic index and glycemic load values. Am J Clin Nutr.76 (1): 5-56, 2002
9. Ludwig, DS. The glycemic index: physiological mechanisms relating to obesity, diabetes, and cardiovascular disease JAMA.287 (18): 2414-2423, 2002
10.Willett,WC.Eat,Drink, and be Healthy: The Harvard Medical School Guide to Healthy Eating. New York: Simon Schuster; 2001
11. Freedland, Stephen et al: Body mass index as a predictor of prostate cancer: development versus detection on biopsy Urology Vol. 66: 108, 2005]12. Hsieh, Lillian et al: Association of energy intake with prostate cancer in a long-term aging study: longitudinal study of aging United States Urology Vol. 61: 297, 2003
13. Freedland, Stephen et al: Obesity and risk of biochemical progression following radical prostatectomy at a tertiary care referral center. The Journal of Urology Vol.174: 919, 2005
14. Amling, Christopher et al: Pathologic variables and recurrence rates as related to obesity and race in men with prostate cancer undergoing radical prostatectomy. Journal of Clinical Oncology Vol.22: 439, 2004.

johann
03.05.2007, 16:56
Hallo zusammen,
mein Mann - 60 Jahre - hatte im Januar 2006 ein RP.
pT2 LO VO, Gleason-Score 3+3=6 RO
Nach erfolgte Reha war er im Herbst 2006 sehr fit (walken usw.). Aber nun ist er seit ca. 3 Monaten sehr depressiv, lässt sämtliche Untersuchungen (Knochensyntigramm, CT, MRT, häufiger PSA-Wert-Test (0,02) häufig machen, da er große Angst hat, dass der Krebs wieder auftritt. Er fühlt sich nun körperlich total geschwächt (was nach der RP nicht der Fall war !). Als Laie möchte ich euch nun fragen, kann das Ganze auch von einer Hormonumstellung wie bei Frauen in den Wechseljahren kommen ? Er hat sämtliche Wechseljahrebeschwerden. Würde mich sehr freuen, wenn jemand damit Erfahrung hat.
Christine

Helmut.2
03.05.2007, 17:53
Liebe Christine,

möglich, daß bei deinem Mann soweit alles gut gelaufen ist aber ob der Krebs jetzt weg ist oder vieleicht immernoch da ist, sitzt tief in der Psyche und da ist sehr schwer wieder davon los zu kommen und das Ganze nennt man "Fatigue"

Über dieses Thema habe ich Dir eine PDF-Datei gesetzt Du brauchst sie nur anklicken

http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/051_fatigue.pdf

desweiteren habe ich bedenken, daß der Gleason-Score nicht so recht mit dem pT2 übereinstimmt und hier würde ich eine Zweitmeinung der Diopsien einholen.

Du gibst weiterhin PSA-Wert von 0,02 ng/ml an, sind diese Werte seit Januar 06 konstant? einen weiteren Blut-Wert solltet Ihr noch machen lassen und das ist das Testosteron und dieser Wert sollte nicht unter 3,5 ng/ml liegen ansonst würde es erklären warum Ihr Mann so anderst, ängstlich geworden ist.

Wechseljahre des Mannes gibt es natürlich auch, wenn man älter geworden ist sprudeln die Hormone nicht mehr so viel und im Gleichklang wie früher aber diese Wechseljahre kommen beim Mann viel langsamer und nicht so heftig wie bei der Frau.

Viel miteinander "Offen und Ehrlich " reden!

Wünsche Euch viel Glück und Kraft
Helmut

johann
03.05.2007, 18:25
Lieber Helmut,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. In diesem Forum habe ich mich erst heute angemeldet und vergessen, den Wohnort anzugeben. Ich hab gelesen, dass Sie aus Tegernsee sind. Wir wohnen in Holzkirchen.
Jedenfalls werde ich jetzt Ihren Link zum Thema Fatigue ausdrucken und zusammen mit meinem Mann lesen. Sie schrieben "Diopsien" jetzt weiß ich nicht, was Sie meinen (Biopsien von der herausgenommenen Prostata ?). Bitte entschuldigen Sie meine laienhaften Fragen.
Danke nochmal.
Christine

wassermann
03.05.2007, 18:50
Hallo Helmut,
inwiefern passt GS 3+3 nicht zu T2? Heißt das, GS6-Tumore bleiben so klein, dass sie auf einen Lappen begrenzt bleiben? Dann wären aber viele path. Befunde falsch, v.a. auch postoperative. Um einen solchen handelt es sich doch bei Johann, nicht um Biopsien.
Gruß
Wassermann

Helmut.2
03.05.2007, 19:52
Liebe Christine,

ich nehme an, daß vor der RP Biopsien gemacht worden sind!

Wir haben eine Selbsthifegruppe (SHG) in Bad Tölz und unsere Treffen sind vorangemeldet in dieser Hompage und lautet: www.shg-prostatakrebs.de (http://www.shg-prostatakrebs.de)

Es wäre nett, wenn Ihr am 9. Mai um 16:00 Uhr bei uns sein könntet. Wir haben einen sehr erfahrenen Kruppenleiter FritzD Er kann Euch auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wir haben an diesem Mittwoch den Privatdozenten Dr. med. Paul, Er hält einen Vortrag über "Ein Überblick über die Therapie beim hormonrefraktären Prostatakarzinom"

Mit lieben Grüssen, Helmut

johann
04.05.2007, 09:39
Lieber Helmut,
leider sind vor der OP bei meinem Mann keine Biopsien gemacht worden - er ist ja nur AOK-Kassenpatient !! Zum damaligen Zeitpunkt hatten wir bezüglich des Protastakrebses keinerlei Erfahrungen und der Arzt hat meinen Mann diese Untersuchung auch nicht angeboten.
Vielen Dank für die Einladung zu der Selbsthilfegruppe. Mein Mann war schon 3 x da und es hat ihm wirklich viel gebracht. Aufgrund seines psychischen Zustandes werde ich nächsten Mittwoch zu diesem Vortrag auch mitkommen.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen, da merkt man halt schon, dass man nicht ganz alleine dasteht. Leider kann man sich mehr auf Mitstreiter verlassen als auf bestimmte Urologen.
Liebe Grüße Christine

Helmut.2
04.05.2007, 11:57
Hallo, Johan, liebe Christine,

Auch die AOK bezahlt die Biopsie, das ist das ausstechen der Gewebsproben der Prostata das der Urologen bei deinem Mann durchgeführt hat, die dann der Pathologe bewertet und einen pathologischen Bericht an den Urologen ab gibt!

Solch ein Bericht liegt in jedem Fall vor, Bitte beim Urologen eine Kopie anfordern und beim SHG Bad Tölz wenn möglich mitbringen, Danke.

Mit lieben Grüssen, Helmut

Dr.F.E.
05.05.2007, 09:14
Liebes Forum !
ffice:office" /><O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Die Zahl neuer Medikamente die gegen das androgenunabhängige Prostatakarzinom verwendet werden ist kaum noch überschaubar. Es handelt sich um Substanzen die im Labor an Zellkulturen, meistens LNCaP – Zellen, getestet sind – aber auch um Phase I oder Phase II Studien. Sehr spannend ist die Entwicklung von Medikamenten gegen molekulare „targets“ ( = Ziele ) – also Antikörper ( die letzten 2 Buchstaben sind „-ab“ für antibody ) und die Inhibitoren ( die letzten 2 Buchstaben sind „-ib“). Es wird aber nach meiner Einschätzung noch Jahre dauern bis einige dieser Medikamente zur Therapie des Prostatakarzinoms zugelassen sind.
Wohlgemerkt – viele Medikamente sind zu bekommen – aber nur im Sinne des „ off label use“ für Selbstzahler.
Absolut kurios ist die Situation bei z.T. sehr wirksamen Medikamenten gegen den Prostatakrebs, die zwar auf dem Markt und in jeder Apotheke u.U. recht preiswert zu bekommen sind, aber nicht zur Behandlung des Prostatakarzinoms zugelassen sind – z.B. Ketokonazol – ein Medikament gegen Pilzerkrankungen. Dafür gibt es noch viele andere Beispiele: COX II – Hemmer ( z.B. Celebrex ); AT2 Hemmer ( z.B. Atacand ) oder auch Somatuline , Östrogene und Leukine.
In diese Kategorie gehört auch Actos – ein Insulinsensitizer für Zuckerkranke.
<O:p></O:p>
Man könnte aus praktischen Erwägungen die medikamentöse Therapie des androgenunabhänigen Prostatakarzinoms in 3 Gruppen einteilen:

Medikamente vor einer Chemotherapie
Chemotherapie und Therapie gegen molekulare targets
Medikamente nach einer Chemotherapie ("Erhaltungstherapie“) – aus Gruppe 1.<O:p></O:p>
<O:p></O:p>
Viele Männer haben große Probleme sich für eine Chemotherapie zu entscheiden. Statt den PSA – Wert ungebremst ansteigen zu lassen kann man relativ harmlose Medikamente probieren. Achtung: mit relativ harmlos meine ich im Vergleich zur Chemotherapie.
Natürlich muß jede medikamentöse Therapie von einem Arzt überwacht werden. Es können immer unangenehme bis lebensgefährliche Nebenwirkungen auftreten ( übrigens auch bei Erdbeeren wenn man allergisch ist ). Der Traum von einem völlig nebenwirkungsfreien Wundermittel gegen Prostatakrebs wird wahrscheinlich noch lange ein Traum bleiben.
<O:p></O:p>
Wir haben einige sehr positive Erfahrungen mit Actos beim androgenunabhängigen !!! Prostatakarzinom gemacht ( Dosierung 30 mg 1-0-0 ) . Wir werden diesen Therapieansatz weiter verfolgen und Actos auch mit anderen Medikamenten kombinieren.
Zur Wirkungsweise: Es liegen noch keine klaren Studienergebnisse vor – eigentlich nur Einzelfallbeobachtungen. Ich denke aber Herr Feick hat recht mit seiner Vermutung dass die Hemmung von Wachstumsfaktoren eine wichtige Rolle spielt.
<O:p></O:p>
Es spielen aber auch Veränderungen am Androgenrezeptor eine Rolle – hier eine Arbeit dazu:
<O:p></O:p>
Down-Regulation of prostate-specific antigen expression by ligands for peroxisome proliferator-activated receptor gamma in human prostate cancer.<O:p></O:p>

· Hisatake JI (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Search&itool=pubmed_AbstractPlus&term=%22Hisatake+JI%22%5BAuthor%5D), <O:p></O:p>
· Ikezoe T (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Search&itool=pubmed_AbstractPlus&term=%22Ikezoe+T%22%5BAuthor%5D), <O:p></O:p>
· Carey M (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Search&itool=pubmed_AbstractPlus&term=%22Carey+M%22%5BAuthor%5D), <O:p></O:p>
· Holden S (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Search&itool=pubmed_AbstractPlus&term=%22Holden+S%22%5BAuthor%5D), <O:p></O:p>
· Tomoyasu S (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Search&itool=pubmed_AbstractPlus&term=%22Tomoyasu+S%22%5BAuthor%5D), <O:p></O:p>
· Koeffler HP (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Search&itool=pubmed_AbstractPlus&term=%22Koeffler+HP%22%5BAuthor%5D). <O:p></O:p>
Division of Hematology/Oncology Cedars-Sinai Medical Center, University of California-Los Angeles School of Medicine, 90048, USA.<O:p></O:p>
The peroxisome proliferator-activated receptor gamma (PPARgamma) is a member of the nuclear receptor superfamily. Recent studies found that ligand-activated PPARgamma regulated differentiation and clonal growth of several types of cancer cells, including prostate cancer, suggesting that PPARgamma could be a tumor suppressor. Troglitazone was a widely used antidiabetic drug that activates PPARgamma. Recently, we reported that this agent had antiprostate cancer effects in vitro and in vivo. In this study, we administered troglitazone for over 1.5 years to an individual with occult recurrent prostate cancer. Using the prostate-specific antigen (PSA) levels as a surrogate marker of the disease, the oral administration of troglitazone (600-800 mg/day) reduced the increase velocity of PSA levels, suggesting clinical efficacy of troglitazone in prostate cancer. PSA promoter/ enhancer reporter assays showed that the PPARgamma ligands troglitazone (10(-5) M), pioglitazone (10(-5) M), or 15-deoxy-delta12,14-prostaglandin J2 (10(-5) M) down-regulated androgen-stimulated reporter gene activity in LNCaP cells, a prostate cancer cell line. The PSA promoter contains androgen receptor response elements (AREs). Reporter gene studies showed that troglitazone inhibited androgen activation of the AREs in the PSA regulatory region. Consistent with inhibition of gene expression, 2 days of incubation of LNCaP with troglitazone dramatically suppressed PSA protein expression without suppressing AR expression, suggesting that troglitazone inhibited ARE activation by a mechanism other than down-regulation of expression of the AR. Taken together, ligands of PPARgamma may be a useful therapeutic approach for the treatment of prostate cancer and may be acting, in part, by inhibiting transactivation of androgen-responsive genes.<O:p></O:p>
PMID: 11034093 [PubMed - indexed for MEDLINE]<O:p></O:p>
Wir können die komplizierten Signalwege beim beim androgenunabhänigen Prostatakarzinom immer besser verstehen und das Zellwachstum bzw. die Zellteilung gezielt beeinflussen. Es gelingt immer häufiger aus dem androgen-unabhängigen Prostatakarzinom eine „ chronische, kontrollierbare Erkrankung“ zu machen . Mehr dazu in Augsburg und Darmstadt !
<O:p></O:p>
Bis dahin
<O:p></O:p>
alles Gute !
<O:p></O:p>
Dr. F. Eichhorn

johann
05.05.2007, 09:58
Lieber Helmut,
hoffentlich strapaziere ich Ihre Geduld nicht zu sehr. Bei meinem Mann wurde vor der OP keine Biopsie gemacht. Zum besseren Verständnis muss ich jetzt ein wenig ausholen:
Nachdem mein Mann jahrelang beim Wasserlassen Probleme hatte (er war immer bei den Vorsorgeuntersuchungen !) wurde im Januar 06 eine Abhobelung vorgenommen (von Krebs war bis zu diesem Zeitpunkt nie die Rede !). Das Gewebe wurde eingeschickt und da wurden Krebszellen entdeckt. Er hatte dann 6 Wochen einem Bauchkatheter und es wurde dann im März 06 eine Totalop der Prostata vorgenommen. Von einem Labor wurde diese dann untersucht und ein 2 mm großer Tumor entdeckt. Da bei der Abhobelung und danach sehr viel Blut und Gewebe ausgeschwemmt wurde, hat er jetzt große Angst, dass da die Krebszellen im Körper verteilt wurden. Ist das möglich ?
Ich habe auch Ihr Profil gelesen und festgestellt, dass Sie selbst auch eine jahrlange Krankheitsgeschichte aufzuweisen haben. Wahrscheinlich haben Sie darum ein so umfangreiches Wissen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns an Ihrer großen Erfahrung teilhaben lassen.
Viele Grüße Chr.

Helmut.2
05.05.2007, 10:47
Hallo, Christine und Johann,

ich hab Euch eine private eMail über das Forum zukommen lassen, schaut mal nach.

Gruß, Helmut