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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spiegel: Neue Krebsbekämpfung



walter27
14.06.2007, 21:52
Hier ein Beitrag aus dem Spiegel von heute
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,487833,00.html

Mfg Walter 27

( Meine Profil wird nachgereicht)

Reinardo
15.06.2007, 05:28
Hallo Walter.

Danke für Deinen Bericht.
Ich habe mir den Artikel herausgedruckt, weil er ein schönes Beispiel für den vielen Quatsch ist, der über Prostatakrebs geschrieben wird.

Nun kennen wir die Ursache der vielen Rezidive !

Es waren nicht unnötige Rabiat-Biopsien, die eine Streuung bewirkten. Es waren die bösen unsterblichen Stammzellen.

Es war nicht der ungeschickte Operateur.
Es waren die Stammzellen, die sich versteckt hatten.

Es war nicht die unzureichende Hormontherapie.
Es waren die Stammzellen, die nicht mit vernichtet wurden.

Was in der Kriminalistik der Grosse Unbekannte, das sind in der Krebstherapie die nicht therapierbaren Stammzellen.

Der Journalist hat seine Story.
Die Forscher ihre Forschungsgelder.
Und ich habe meinen Spass, wenn ich sowas lese.

Schönen Tag !

Reinardo

wassermann
15.06.2007, 08:11
Hallo Walter,
danke für den Link. Eine interessante Theorie, die mir als Laien nicht bekannt war. Auch wenn die Erforschung und Therapiemöglichkeiten noch nicht fortgeschritten sind, so scheint dies doch ein plausibler Weg für die Forschung zu sein.

Reinardo,
auch wenn es ein Spiegel-Artikel ist und der Journalist damit sein Geld verdient, halte ich es für anmaßend, das gesamte dargestellte Forschungsfeld, in dem viel Potential steckt, so überheblich als "Quatsch" zu bezeichnen. Unzureichende oder falsche Behandlungen sind das eine, neue Forschungswege das andere. Es ist nun einmal ein "Problem", dass Rezidive und Metastasierungen bei fast allen Krebsarten sehr häufig vorkommen, trotz erfolgreicher Ersttherapie! Nach meinem beschränkten Wissen gibt es keine Beweise, dass dies bei DHB anders wäre, oder weißt du darüber etwas, das du der Forschung verheimlichst? Auch der Verzicht auf "unnötige Rabiat-Biopsien" scheint mir nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein, um diesem Problem zu begegnen.
Also, gemach, Herr Kollege!
Gruß
Wassermann

Jürgen M.
15.06.2007, 09:06
Hallo,

Prof. B. schreibt in einem Aufsatz über Tumormarker:

Chromogranin A (CGA) - positive PC-Zellen sind androgenunabhängig und resistent gegenüber der Bestrahlung und der Androgenentzugstherapie.
Diese Zellpopulationen sind potentiell unsterblich.

Gehören die vielleicht auch zu den erwähnten unsterblichen Stammzellen?

Gruß Jürgen M.

marsjürg
15.06.2007, 16:49
Hallo Reinardo und Wassermann,
es nicht nur der Spiegel der zu dem Thema Tumorstammzellen berichtet. In der Apothekenumschau vom 1.6.07 findet sich ebenfalls ein mehrseitiger Artikel zum Thema. Dort wird auch von einem Forschungsverbund Tumorstammzellen berichtet, der auch von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird. Ich glaube auch, dass hier ein ernsthafter Ansatz verfolgt wird.
Herzliche Grüße
Jürgen

Reinardo
15.06.2007, 21:37
Hallo. Um zu prüfen, wie schlüssig die These von den Stammzellen ist, muss man die Frage umkehren: Wie kommt es, dass so viele Krebstherapien erfolgreich sind, also langzeitig kurativ enden? Warum gibt es nach so vielen Prostatektomien kein Rezidiv? Hatten denn nur diejenigen Betroffenen, wo Rezidive auftraten, jene mysteriösen, unsterblichen Krebsstammzellen?
Das glaube ich nicht. Rezidive treten auf, weil unvollkommen diagnostizierrt und/oder fehlerhaft therapiert wurde.
So leicht sollte man den Arzt aus der Verantwortung nicht entlassen.
Gruss, Reinardo

Helmut.2
15.06.2007, 21:46
Lieber Reinardo,

ein Rezidiv kann nach 8 - 10 - 15 Jahren nach RPK noch auftreten!

Angenehme Nacht, Helmut

wassermann
16.06.2007, 08:57
Hallo Reinardo,
wir befinden uns hier auf einer un- bzw. höchstens vorwissenschaftlichen Ebene. Dein Denkansatz ist sicher berechtigt, andererseits ist das mit der "Heilung" bei Krebs so eine Sache. Sicher sind vilee langjährig ohne Rezidive, dann sterben sie ohnehin an irgendetwas (vor allem bei dem hohen Einstiegsalter in den PK). Dies beweist eben nicht, dass der Krebs gänzlich beseitigt war. M.E. ist die Prognose bei PK auch deshalb eher günstig, weil - Segen der frühen Geburt- der natürliche Tod die Statistiken frisiert.
Nach meiner Wahrnehmung (das sage ich ausdrücklich, da mir keine Zahlen vorliegen) erleiden doch die meisten Krebskranken - sofern sie noch leben- irgendwann ein Rezidiv. Das kann, wie Helmut andeutet, sehr lange nach der Erstdiagnose sein. Ich weiß von einer Darmkrebspatientin, die nach 19 Jahren ein Rezidiv hatte, eine andere Bekannte entwickelte 25 Jahre nach erfolgreicher Brustkrebstherapie einen Nierentumor. Klar, das sind nur Einzelfälle, aber ähnliches hört man von allen Seiten. Hat jemand genaueres Material?
Wenn dem also so ist, ist die Forschungsthese mit den Stammzellen gar nicht so abwegig, wie Reinardo es darstellt.

Man sollte Forschern, nach dazu wenn so viele an einem Projekt beteiligt sind wie hier, nicht jeglichen Verstand oder Anstand absprechen, ebensowenig wie Ärzten, die täglich mit konkreten Krankheitsfällen zu tun haben und engagiert -nach ihren Möglichkeiten- behandeln, was natürlich kein Freibrief für alle Weißkittel sein soll. Ich mag es auch nicht so gern, wenn Laien in meinem Beruf ständig vorgeben, alles besser zu wissen. Das heißt ja nicht, dass man um Anregungen nicht froh wäre.

Schönes Wochenende
Wassermann

Heribert
16.06.2007, 18:37
Hallo Reinardo


Das glaube ich nicht. Rezidive treten auf, weil unvollkommen diagnostizierrt und/oder fehlerhaft therapiert wurde.

Ich weiß von meiner Ausbildung über Anatomie und Physiologie, dass schon vor 40 Jahren von Medizinern die These vertreten wurde, Krebszellen befinden sich permanent im Körper und werden nur durch die Qualität des Immunsystems in Schach gehalten.

Was wir wissen ist, die Krebszelle versucht zu überleben, indem sie die Apoptose, den programmierten Zelltod umgeht, der automatisch eingeleitet wird, wenn eine Zelle von ihrem Wachstumsprogramm abweicht. - Das sie weiter an Ort und Stelle wächst, ist noch nicht das Böse. Die tödliche Eigenschaft eines bösartigen Tumors ist die Zellwanderung von entarteten „Botenzellen“ durch das System.

<O:p</O:pDiese Botenzellen können bei gut funktionierendem Immunsystem von den Fresszellen eliminiert werden. - Das könnte darauf schließen lassen, dass es tatsächlich, wie im Artikel beschrieben Krebsstammzellen gibt, die jede Möglichkeit eines Immuntiefs ausnutzen um erneut Botenzellen auszuschicken die an anderer oder auch an gleicher Stelle einen neuen Tumor wachsen lassen und das unter Umständen erst nach vielen Jahren.

Insofern möchte ich nicht ausschließen, dass dieser neu beschrittene Forschungsweg unserem Ziel etwas näher führen kann.

Heribert

RuStra
16.06.2007, 22:38
Hier ein Beitrag aus dem Spiegel von heute
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,487833,00.html

Mfg Walter 27

( Meine Profil wird nachgereicht)

hallo Walter,

danke für den Hinweis auf den neuesten Jörg-Blech-Artikel !!
Er passt gut in meine Sammlung. Ich hatte das Thema schon mal angeschnitten, hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=7772&highlight=Stammzellen#post7772).

hallo Reinardo,
Du hast Recht, dass man die Ärzte, die lokale Therapie-Aktionen machen und das als Heilung verkaufen, nicht aus ihrer Verantwortung entlassen soll - zumal wenn früher oder später ohnehin das Rezidiv grüssen lässt.
Aber in Sachen Krebsstammzellen würde ich die Verantwortung noch woanders sehen: Sich vielleicht mal anlässlich dieser erneuten Herausforderung, die ja vielfach einem Waterloo der Krebsbekämpfung gleichkommt, dem Gedanken widmen, dass der Krebs selbst nicht die Ursache, sondern nur die Folge eines entgleisten Organismus ist. Sollten Mediziner nicht in der Verantwortung stehen, aus den immer wieder niederschmetternd schlechten Krebs-Behandlungs-Ergebnissen ihren Kurs überprüfen zu müssen? Denn wenn sies nicht tun, passiert bei den Krebsstammzellen dasgleiche untaugliche Herumgestochere wie bisher auch: Jetzt müssen eben auch die Krebsstammzellen noch zerstört werden !!
good night,
Rudolf

RuStra
16.09.2007, 20:57
Jetzt müssen eben auch die Krebsstammzellen noch zerstört werden !!



es gab heut auf dem deutschlandradio eine sendung:


http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/667211/

Stefanie
17.09.2007, 07:40
Sehr interessanter und einleuchtender Beitrag.

Liebe Grüße.
Stefanie

shgmeldorf,Werner Roesler
17.09.2007, 12:24
es gab heut auf dem deutschlandradio eine sendung:


http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/667211/

Hallo Rudolf!

Danke für Deinen Beitrag! In der Tat hat man beim Prostatakarzinom gerade diese Stammzellen entdeckt, wie übrigens auch bei vielen anderen Krebserkrankungen.

Laufend werden neue Krebsstammzellen entdeckt!

Hier dürfte der Schlüssel zur Heilung vieler Krebserkrankungen liegen!

Gruß nach Hamburg!

Werner R.

Stefanie
17.09.2007, 12:44
Schade nur, dass die Forschung für uns bzw. unsere Angehörigen wahrscheinlich zu langsam ist. Aber vielleicht kann damit noch vielen Menschen geholfen werden.

LB.Gr.Stefanie