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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA - Keine Veränderung



Katrin
15.06.2007, 18:09
Hallo allerseits!

Mein Vater erhält seit April diesen Jahres Zometa und Eligard.
Sein PSA-Ausgangswert betrug 315.1, letzten Monat (nach 2. Mal Zometa) sank der PSA-Wert auf 17.0., unser Urologe war begeistert, meinte aber auch gleich, daß der Wert noch sehr viel weiter sinken müsse.

Nach der letzten Zometa-Infusion und Eligard-Spritze Anfang Woche, erhielt ich nun heute den aktuellen Befund: PSA 18.
Ich war erschüttert, da ich doch gehofft hatte, daß der Wert wieder um einiges gesunken sei.

Meine Frage nun an Euch: Muß es nicht immer der Fall sein, daß der Wert nach diesen Infusionen sinkt oder heißt diese Stagnierung nun, daß mein Vater so allmählich in das hormonrefraktäre Stadium kommt?
Kann es sein, daß die Medikamente doch nicht die gewünschte Wirkung haben bzw. nicht mehr haben?

Mein Vater nimmt zusätzlich weiterhin täglich Brokkoli, Tomatensaft, MCP und Granatapfelelixier zu sich, trinkt wenig Alkohol, ernährt sich nicht ungesund.

Sorry, ich bin im Augenblick noch etwas konfus, voller Angst, traue mich nicht, meinem Vater den Befund mitzuteilen. Ich hatte heute auch noch nicht die Gelegenheit, hier im Forum herumzustöbern, komme eben von der Arbeit, hab nachher schon wieder einen Termin und bin auch übers WE unterwegs.

In der Hoffnung auf Antworten von Euch verbleibt

mit vielen herzlichen Grüßen


Katrin.

LudwigS
15.06.2007, 18:47
Hallo Katrin, April bis jetzt sind zwar erst 8 Wochen, aber fast das Wichtigste bei der Wirkungskontrolle der Medikamente ist das Testosteron.
Denn dieses wird durch die Eligard-Spritze reduziert.
Die PSA-Reduzierung ist erst die Folge davon.

Wenn das PSA im Zielbereich 0,01 bis 0,1 - je nach Art der Hormontherapie - liegt, kann man darauf verzichten.

So kann man die PSA-Ergebnisse leider nicht bewerten.
Man kann hormonrefraktär sein, aber auch nicht optimales Ansprechen auf das Leuprorelin der Eligard haben.
Dann muss man auf andere Wirkstoffe ausweichen.

Gruss Ludwig

WinfriedW
15.06.2007, 20:47
Mein Vater erhält seit April diesen Jahres Zometa und Eligard.
Sein PSA-Ausgangswert betrug 315.1, letzten Monat (nach 2. Mal Zometa) sank der PSA-Wert auf 17.0., unser Urologe war begeistert, meinte aber auch gleich, daß der Wert noch sehr viel weiter sinken müsse.

Nach der letzten Zometa-Infusion und Eligard-Spritze Anfang Woche, erhielt ich nun heute den aktuellen Befund: PSA 18.
Ich war erschüttert, da ich doch gehofft hatte, daß der Wert wieder um einiges gesunken sei.

Meine Frage nun an Euch: Muß es nicht immer der Fall sein, daß der Wert nach diesen Infusionen sinkt oder heißt diese Stagnierung nun, daß mein Vater so allmählich in das hormonrefraktäre Stadium kommt?Der PSA-Abfall von 315.1ng/ml auf 17.0ng/ml ist unter Eligard eher normal. Ein Grund zur Begeisterung besteht deshalb nicht. Der Urologe will, und das ist ok, halt auch etwas Optimismus verbreiten. Mein Urologe ist auch permanent optimistisch.

Zometa hat keinen oder allenfalls geringfügigen Einfluss aufs PSA. Die Wirkung von Zometa lässt sich daran nicht messen. Eligard senkt das Testoteron auf Kastrationsniveau. In der Folge kommt es zu einer Remission des hormonabhängigen Tumorgewebes. Nachdem der PSA-Wert offenbar nicht weiter fällt, solltet ihr zur Therapiekontrolle unbedingt das Testosteron bestimmen lassen. Weiterhin würde ich deinem Vater empfehlen, ein Antiandrogen (Casodex od. Flutamid) und evtl. auch einen 5-alpha-Reduktasehemmer (Proscar od. Avodart) dazu zu nehmen.

Brokkoli, Tomatensaft, MCP und Granatapfelelixier und wenig Alkohol wird das Problem nicht lösen, vergiss es!

Ludwig gibt als Zielbereich PSA-Werte zwischen 0,01 und 0,1 ng/ml an. Das wäre optimal. Bei dem Ausgangswert deines Vaters ist es eher unwahrscheinlich, dass der er einen so niedrigen Wert jemals erreicht, aber deutlich fallen sollte er schon noch.

WW

Katrin
18.06.2007, 07:50
Danke, LudwigS, Danke auch an Dich, lieber Winfried!


Irrtümlich glaubte ich bisher immer, daß der PSA-Wert den entscheidenderen Stellenwert hat.

Welche Werte werden eigentlich bei der monatlichen Therapiekontrolle untersucht?
Testosteron neben dem PSA-Wert doch sicherlich auch? Diesbezüglich würde ich mich dann nochmals an die Praxis wenden zwecks Information Testosteron-Wert.

Und Winfried, danke für Deine Empfehlung bezügl. weiterer Medikamente (Antiandrogen, 5-alpha-Reduktasehemmer).
Ich werde mich diesbezügl. erst einmal belesen und dannden Urologen darauf ansprechen. Gibt es diese Medikamente grundsätzlich nur auf Rezept?

Liebe Grüße

Katrin.

Helmut.2
18.06.2007, 08:48
Guten Morgen, Liebe Karin,

Zitat von Karin:
Welche Werte werden eigentlich bei der monatlichen Therapiekontrolle untersucht?
Testosteron neben dem PSA-Wert doch sicherlich auch? Diesbezüglich würde ich mich dann nochmals an die Praxis wenden zwecks Information Testosteron-Wert


Wie schon Winfried und Ludwig geschrieben haben was noch zu machen ist um dem PSA- und Testosteron-Wert zu seinem erforderlichen Tiefstwert zu bringen muß unbedingt der Testosteron neben dem PSA Wert alle 4 - 6 überprüft werden!

Der Testosteron muß eben der Arzt eine Begründung der Kasse mitteilen dann ist es überhaupt kein Problem! Bei einer HB gleich in wecher Kobination ist neben dem PSA-Wert auch der Testosteron-Wert zu machen. Das wird in vielen Praxen sehr vernachlässigt!

Alles Gute für dein Papa
Helmut

WinfriedW
18.06.2007, 10:32
Irrtümlich glaubte ich bisher immer, daß der PSA-Wert den entscheidenderen Stellenwert hat.NaJa, PSA ist schon der wichtigste Wert. Wenn PSA fällt, dann gehen wir davon aus, dass es parallel dazu eine Remission des Tumors gibt. Steigt PSA, vermuten wir einen Tumorprogress. Man muss mit dieser Inter-pretation etwas vorsichtig sein. Es ist denkbar, dass ein Medikament nur den PSA-Wert maskiert, ohne dass es zu einer objektiven Remission kommt. Es ist insbesondere bei hohem Gleason Score unmöglich, vom PSA-Wert direkt auf die Tumormasse zu schließen.

Testosteron ist das männliche Sexualhormon. Die männlichen Geschlechtsorgane bilden sich unter dem Einfluss des Testosterons aus. Ohne Testosteron hätte der Mann keine Prostata. Die Prostata wächst hormonabhän-gig und das aus der Prostata entstandene Tumorgewebe in der Regel ebenfalls. Diesen Sachverhalt macht man sich bei der Therapie des Prostatakarzinoms zu nutze indem man das Testosteron mittels eines LHRH-Agonisten absenkt.

Viele Urologen, meiner eingeschlossen, sind der Meinung, wenn man einen LHRH-Agonisten gibt, dann sinkt das Testosteron auf Kastrationsniveau, das weiß man, das ist so, das muss man deshalb nicht kontrollieren. Das kann man nun glauben oder nicht. In meinem Falle behielt der Urologe mit dieser Auffassung Recht. Wenn wie in eurem Falle das PSA nicht im gewünschten Maße fällt, dann muss man der Frage nachgehen, warum das so ist. Deshalb müsst ihr kontrollieren, ob das Testosteron tatsächlich das angestrebte Kastrationsniveau er-reicht hat. Ob man, wenn dem so ist, diese Untersuchung wirklich monatlich wiederholen muss, weiß ich nicht. Schaden tut's nicht. Nachdem mein Urologe diese Untersuchung für überflüssig erachtete, beauftragte ich meinen Hausarzt damit. Das geht auch.


Und Winfried, danke für Deine Empfehlung bezügl. weiterer Medikamente (Antiandrogen, 5-alpha-Reduktasehemmer).

Ich werde mich diesbezügl. erst einmal belesen und dann den Urologen darauf ansprechen. Gibt es diese Medikamente grundsätzlich nur auf Rezept?Alle von mir genannten Medikamente sind rezeptpflichtig. Sie sind auch nicht so billig, dass man sie unbedingt aus eigener Tasche bezahlen will. Die Antiandrogene Casodex und Flutamid sind bei Prostatakrebs zugelassen. Der Urologe sollte deshalb kein Problem damit haben, diese Medikamente zu verschreiben. Casodex ist angeb-lich nebenwirkungsärmer als Flutamid, aber auch wesentlich teurer.

Zum Thema 5-alpha-Reduktasehemmer habe ich hier (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=13126) etwas geschrieben. Proscar und Avodart sind Medi-kamente, die normalerweise bei gutartiger Prostatavergrößerung gegeben werden. Sie sind bei Prostatakrebs nicht zugelassen. Deshalb könnte sich der Arzt sperren, diese Medikamente zu Lasten der Krankenkasse zu verschreiben. Mein Urologe ist ein netter Kerl und hat es mir dennoch verschrieben. Alternativ könnt ihr euch ein Privatrezept geben lassen. Dann bleibt ihr allerdings auf den Kosten sitzen.


Der Testosteron muß eben der Arzt eine Begründung der Kasse mitteilen dann ist es überhaupt kein Problem!Die dann herzlich kurz ausfällt: "Therapiekontrolle". Wobei der Arzt nicht direkt mit der Kasse kommuniziert sondern mit der Abrechnungsstelle der kassenärztlichen Vereinigung.

WW