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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA fast bei 200. Was tun?



simonbuck
16.06.2007, 12:24
Bei meinem Vater (geb. 16.01.1939) wurde vor vier Jahren Prostata-Krebs diagnostiziert. Er hat sich damals für die Total OP entschieden, obwohl der Krebs bereits gestreut hat. Zwischenzeitlich wurde er wieder zweimal erfolgreich Operiert (Metastasen an der Hüfte), hat eine erfolglose Chemo hinter sich und wurde mit dem ehemaligen Contergan behandelt, was seinen PSA zwar kurzfrsitig sinken liess, Ihm aber sonst nicht gut bekommen ist (Verdauung, Taubheit in den Füßen, Müdigkeit ...) und er die Therapie abgebrochen hat. Zur Zeit setzt er auf Naturheilverfahren: Er trinkt viel Granatapfel-Elixier und nimmt tgl. Prostata Entoxin. Er fühlt sich seit bestimmt einem halben Jahr Top-Fit und hat keine Beschwerden. Er möchte auf keinen Fall mehr eine Chemo antreten, weil die letzte - wie gesagt - schlimme Auswirkungen hatte und letztlich überhaupt nichts gebracht hat. Jetzt steigt sein PSA allerdings wieder dramatisch an und ist aktuell bei 189 (50 Punkte hoch seit 5 Wochen). Wir haben nun Angst um Ihn - und wissen nicht, was man noch alles machen kann. Habt Ihr eine Idee?

Diagnose: 1/03 ED eines Prostata -Ca.
Primärtumorstadium: pT4 pN0 M0 R1 G2b
Gleason 4+3
06/03 ED einer Lymphknotenmetastasierung im Becken
06/05 Erneute Lymphknotenmetastasierung

Bisherige Therapie:
Radikale Prostataektomie
06/03 Retroperitoneale Lymphadenektomie retro- und präcaval sowie Exstirpation einer Beckenlymphknotenmetastase
05/05 Lymphadenektomie im Becken sowie retroperitoneal entlang der großen Gefässe bis zum Abgang der Nierenvene. Nachweis von Lymphknotenmetastasen in insg. 10 entfernten Lymphknoten. Hormonablative Therapie mit GHRH Analogon (Trenantone)
11/05 Asymptomatischer Anstieg PSA-Wert
1/05-02/06 4 Zyklen palliative Docetaxel-Therapie (75 mg/m2 Körperoberfläche, 3-wöchentlich)
04/06 Thalidomid-Monotherapie, 100 mg/die Aktuelles PSA 6,2 ng/ml, Fortgesetzte LHRH-Analoga-Therapie
12/06 Abbruch bei zunehmender Polyneuropathie
Aktuell: Besprecheung des weiteren Vorgehens: Therapiepause bis ein symptomatischer Progress eintritt unter Fortsetzung der LH/RH-Analoga-Therapie
Weitere Diagnosen: Niereninsuffizienz im Stadium der kompensierten Retention, Arterielle Hypertonie

Zusammenfassende Beurteilung: Herr Buck stelle sich in regelmäßigen Abständen zur Verlaufskontrolle unter Thalidomid-Therapie vor. Nach anfänglichem deutlichem Absinken des PSA auf unter 10ng/ml ist in den letzten Kontrollen ein langsamer, noch asymptomatischer Anstieg dokumentiert. Zudem klagte Herr Buck über deutliche Sesibilitätsstörungen in den Zehen beider Füße noch ohne motorische Beeinträchtigung, jedoch deutlich hinderlich bei den tgl. ausgedehnten Spaziergängen. Es erfolgte darauf im Dez. 2006 die Entscheidung zum Therapieabbruch. Bei der jetzt vereinbarten Kontrolle zeigte sich zumindest ein Stillstand der Symptomatik. Zudem berichtete der Patient über eindeutig besseres Befinden, jetzt ohne Medikation, er sei wesentlich wacher und nehme mehr am Leben teil. Es ist nun vereinbart, unter alleiniger LHRH-Analoga-Therapie den weiteren Verlauf abzuwarten und dann bei raschem Ansteigen des PSA oder auftretender Symptomatik eine weitere Therapie, hier möglicherweise mit einem milderen Zytostatikum zu beginnen. Wir bitten um 4 wöchentliche PSA Kontrolle. Aktuelle Werte:
27.03.2007 137
05.06.2007 184




Herzlichen Dank
Simon

shgmeldorf,Werner Roesler
16.06.2007, 12:51
Bei meinem Vater (geb. 16.01.1939) wurde vor vier Jahren Prostata-Krebs diagnostiziert. Er hat sich damals für die Total OP entschieden, obwohl der Krebs bereits gestreut hat. Zwischenzeitlich wurde er wieder zweimal erfolgreich Operiert (Metastasen an der Hüfte), hat eine erfolglose Chemo hinter sich und wurde mit dem ehemaligen Contergan behandelt, was seinen PSA zwar kurzfrsitig sinken liess, Ihm aber sonst nicht gut bekommen ist (Verdauung, Taubheit in den Füßen, Müdigkeit ...) und er die Therapie abgebrochen hat.


Jetzt steigt sein PSA allerdings wieder dramatisch an und ist aktuell bei 189 (50 Punkte hoch seit 5 Wochen). Wir haben nun Angst um Ihn - und wissen nicht, was man noch alles machen kann. Habt Ihr eine Idee?

Herzlichen Dank
Simon


Hallo Simon!

Bitte gib uns bezüglich des Krankheitsverlaufes noch weitere Daten! Dann werden wir gemeinsam den einen oder anderen Weg suchen können.

Gruß Werner R.

simonbuck
16.06.2007, 14:39
Hallo Werner,

vielen Dank! Mein Vater ist leider diesbezüglich ein Vogel Strauss und setzt sich nicht wirklich mit der Krankheit auseinander. Ich arbeite aber daran, das endlich zu ändern ...

Kannst Du mir sagen, welche Informationen Ihr zur Einschätzung benötigt? Dann schicke ich Ihn damit zu seinem Hausarzt oder in die Klinik und stelle den Krankheitsverlauf in das Forum.

Herzlichen Dank und Grüße aus Hamburg
Simon

Helmut.2
16.06.2007, 15:39
Hallo Simon,

Einfach allles und das seit Anfang der untersuchten Blut-Werte und hauptsächlich der Anfang PSA -> aPSA bis jetzt!

Klicke mal auf meinen Namen Helmut.2 da geht ein kleines Fenster auf und gleich auf den 1. Satz Profil zeigen, hier nochmals drauf klicken und damit hast Du meine Prostatakrebs Historie -> PKH und so sollte es von deinem Vater auch aussehen und nur wenn wir sehen und wissen was alles mit deinem Vater schon gemacht wurde, können wir, deinem Vater Bzw. dir weiter helfen!

Diese Krankheit sollte für Dich, von grosser Bedeutung sein, weil PCa erblich ist und Du ab 35 - 40 Jahren regelmässig jedes Jahr PSA Blut-Wert machen lassen sollst.

Mach es Gut und viel Geduld mit deinem Vater
Helmut

Helmut.2
16.06.2007, 15:46
Lieber Simon,

da fällt mir ja auf, daß Du Hamurger bist, gehe mal zu www.promann-hamburg.de (http://www.promann-hamburg.de) da bekommst Du exelente Hilfe, mündliche sowohl auch telefonische!

Ich wohne ja ganz im Süden.

Wünsche Euch ein schönes Wochenende
Helmut

WinfriedW
17.06.2007, 01:21
Diese Krankheit sollte für Dich, von grosser Bedeutung sein, weil PCa erblich ist und Du ab 35 - 40 Jahren regelmässig jedes Jahr PSA Blut-Wert machen lassen sollst.NaJa, erblich ist es nicht wirklich, aber es gibt eine Familiäre Disposition. Der bedeutendste Risikofaktor für die Neudiagnose eines Prostatakarzinoms ist ein frühes durchschnittliches Diagnosealter innerhalb der Familie.

Simons Vater erhielt die Diagnose mit 65 Jahren. Ich erhielt meine Diagnose im Alter von 52 Jahren. Damit ist mein Sohn deutlich stärker gefährdet als Simon. Wenn es weitere Familienangehörige mit PK gibt, dann steigt das Risiko weiter und zwar um so mehr, je jünger die betroffe Person bei der Erstdiagnose war.

Es gibt den Verdacht, dass die Disposition für Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern die selbe ist, d. h. ein an Prostatakrebs erkrankter Familienangehöriger bedeutet für eine Frau ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

WW

Helmut.2
17.06.2007, 09:52
Guten Morgen Winfried,

Zitat von Winfried:
NaJa, erblich ist es nicht wirklich, aber es gibt eine Familiäre Disposition. Der bedeutendste Risikofaktor für die Neudiagnose eines Prostatakarzinoms ist ein frühes durchschnittliches Diagnosealter innerhalb der Familie.

Mein Vater starb qualvoll mit 63 an Prostaakrebs, Er wurde noch operiert, das heisst aufgeschitten und als sie sahen, dass alles verkrebst war hatten Sie Ihn wieder zugenäht ansonst hätten Sie doch in den 70er Jahren noch eine Orchitektomie vor genommen also zu spät.

In jener Zeit, hat die Schwäbisch Gmünder KK es für mich mit 35 noch eine volle Vorsorge Kosten übernommen und bei einer solchen Vorsorge bei einem Internisten der einen guten Ruf hatte, habe ich mich untersuchen lassen. Nach der Untersuchung sagte Er, alles O.K. nur die Prostata ist etwas vergrössert? ich wusste nicht was ich damit anfangen sollte aber Heute, bin ich mir sicher, dass sich damals schon PCa gebildet hatte!

Zitat von Winfried:
Es gibt den Verdacht, dass die Disposition für Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern die selbe ist, d. h. ein an Prostatakrebs erkrankter Familienangehöriger bedeutet für eine Frau ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Genau, Du sprichst es an! über dieses Thema PCa habe ich mit meinem Bruder fast 2 Jhre geredet Er solle sich untersuchen lassen und nach langem Hin und Her hatte Er doch PCa.

Mein Sohn, im Sep.07 wird Er 38 und bis jetzt hat Er einmal PSA-Wert machen lassen und eine weitere Diskussion lässt Er nicht mehr zu, sein Credo "wenn ich nicht an Krebs denke, dann bekomme ich auch kein Krebs". Mit einer gGrösse von 180 cm hat Er 125 Kg!

Meiner Schwester hatte ich erklären versucht Sie solle sich doch speziell Untersuchen lassen aber nur ein unmissverständliches "Du bist verrückt, das glaube ich nicht" Sie wird jetzt 69 Jahre alt aber hier habe ich nocht keine Andeutung von MC gehört, Gott sei Dank!

Man kann reden, reden, reden und nur wenn es sie am eigenem Leibe verspühren, komm es Ihnen zur prutaler Gewissheit, ich habe Krebs!

Mach es Gut und einen Schönen Sonntag
Helmut

Berntt
17.06.2007, 10:06
Hallo Helmut.2,
Du scheibst in Deinem Profil
"Tx: 20.12.2002; PSA 3.02 ng/ml; HB2 beendet weil PSA zu hoch.
Dx: 20.08.2003; PSA 0.099; T2.67ng/ml Dx: 06.10.2003;"

Du hast die HB2 bei PSA von 3,02 beendet. Ist danach ohne weitere Therapie das PSA auf 0,099 gesunken ??

Gruss Berntt

shgmeldorf,Werner Roesler
17.06.2007, 10:38
Hallo Werner,

vielen Dank! Mein Vater ist leider diesbezüglich ein Vogel Strauss und setzt sich nicht wirklich mit der Krankheit auseinander. Ich arbeite aber daran, das endlich zu ändern ...

Kannst Du mir sagen, welche Informationen Ihr zur Einschätzung benötigt? Dann schicke ich Ihn damit zu seinem Hausarzt oder in die Klinik und stelle den Krankheitsverlauf in das Forum.

Herzlichen Dank und Grüße aus Hamburg
Simon

Hallo Simon!

Du bist ein vorbildlicher Sohn, indem Du Dich hier so für Deinen Vater einsetzt, obwohl er leider versucht, seine Krankheit (vielleicht auch nur plakativ) zu ignorieren. Das gelingt auf Dauer früher oder später keinem Krebspatienten!

Simon, was Ihr an Informationen bezüglich des Krankheitsverlaufes habt, könnt ihr uns ersteinmal übersichtlich geben. Helmut.2 hat ja schon eine mögliche gute Vorgabe aufgezeigt.

Also Simon, bis bald!

Gruß Werner R.

christinew
17.06.2007, 13:20
Hallo, Simon
es gibt Befundberichte, so z.B. nach der OP, nach der Chemo usw. diese Schreiben werden an den behandelnden Arzt , entweder Uro oder Hausarzt, weitergeleitet. Davon kann man sich Kopien geben lassen
Christine

Helmut.2
17.06.2007, 15:48
Hallo, lieber Berntt

Tx: 20.12.2002; PSA 3.02 ng/ml; HB2 beendet weil PSA zu hoch. Es wahr mir damals nicht ganz klar aber Heute icht es wohl so zu erklären.

Der Arzt hat die Blutbehältnisse nicht richtig behandelt oder die Person im Labor hat ein Lapsus gemacht! So viel Erfahrung hatte ich noch nicht aber so steht es auf dem Laborblatt, am besten, ich entferne diese Daten, es werden noch andere daran irritiert sein.

Ich hätte die HB2 ja weiter geführt aber so viel wusste ich, dass wenn der PSA wider steigt ich mit der HB entweder aufhören oder das Casodex weg lassen?!

Meine Bereitschaft hinzu zu lernen ist immer da, denn fasst täglich gibt es neue, alte neue, das Allerneuste aus der Medizin und Pharma und deren Anwendungen.

Wir hoffen doch alle, dass wir bald auf dem richtigen Weg sind.

Einen lieben Gruss, Helmut