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Gerhard
18.06.2007, 11:20
Guten Tag!
Ich bin neu in diesem Forum und deshalb gleich zur ersten Frage:
Ich wurde im Aug. 06 einer radikalen Prostatektomie unterzogen. Postoperativ stellte sich im 3 Monatszyklus bis heute folgender PSA-Wert ein:

3 Monate nach der OP PSA 0,07
nach 6 Monaten 0,11
nach nicht ganz 9 Monaten 0,3
und heute halte ich bei 0,71Was könnt Ihr mir raten?

Als Therapie habe ich bisher nahezu ausschließlich alternative Varianten (Katzenkralle, Granatapfel, Sauerstofftherapie, modifizierte Zelltherapie, "schwingende" pflanzliche Medikamente ..) in Anspruch genommen!
Mit lieben Grüßen
Gerhard

HansiB
18.06.2007, 12:37
Hallo Gerhard,

die Frage ist, stimmt der GS (evtl. Zweitmeinung vom "Fachmann"), wie hoch war der aPSA und viele andere Werte sind erforderlich. Der PSA Abfall war nicht ausreichend. Bei einem korekten, höheren GS und und einem PSA über 10 oder mehr, können LK- Knochenmetasasen (nicht sichtbar) vorhanden sein. Wurden LK entnommen, auch wenn negariv, also nicht befallen, bedeutet das nicht viel. Du bist vom GS beinahe, oder wirklich bei uns Schwerbetroffenen allerdings wir mit hohem aPSA. Alternativth. ist richtig, genügt aber nicht. Mehr Information, mehr Marker, dann kommen die Antworten.

Viel Glück, Hans

christinew
18.06.2007, 12:46
Hallo, Gerhard
Du könntest doch auch mit Deinem Urologen über eine Hormontherapie sprechen, z.B. die 3-Monatsspritze, Casodex und Avodart. Alternativ unterstützende Therapien sind zwar immer gut, aber allein wohl nicht ausreichend.
Christine

wowinke
18.06.2007, 12:58
Hallo Gerhard,
der Anstieg des PSA Werts nach der RPE kann 2 Ursachen haben

1. es liegt eine Redzidiv vor dh. es sind bei der OP Reste des Karzinoms
in der Prostataloge verbieben.

2. die Erkrankung war bereits systemischen, d.h. es sind Metastasen
vorhanden z.B in Lyphkoten vorhanden.

Falls Pkt1 vorliegt kann man durch Bestrahlung der Prostataloge kurativ
behandeln.

Falls Pkt 2 vorliegt müsste man dies mit einer Hormontherapie behandeln.

Um eine Aussage zu machen was von beiden vorliegt kann man zunächst auf die Ausgangsdaten zurückgreifen. D.H dem Ausgagngs PSA, den du leider nicht mit angegeben hast, in Verbindung mit Glaesonscore 4+3.

Weiterhin kann aus der Anstiegesgeschwindigkeit etwas abgeleitet werden.

Ohne den Ausgangs PSA Wert zu kennen würde ich bei diesm Gleasonscore und der Anstiegsgeschwindigkeit von einer systemischen Erkrankung ausgehen die hormonell behndelt werden müsste.

Stell doch alle Daten die Du hast in dein Profil, insbesondere den Ausgangs PSA-Wert

Alles alles Gute
Wolfgang

WinfriedW
18.06.2007, 13:27
Wie war denn der pathologische Befund nach der OP ?

WW

Helmut.2
18.06.2007, 13:38
Grüß Dich Gerhard,

Dein PSA-VZ (VZ = Verdoppelungszeit) liegt bei Dir bei rund 2 Monate dabei habe ich gerechnet

vom 01.12.2006 = 0,07 ng/ml PSA bis 15.06.2007= 0,7 mg/ml PSA

Korrigiere mich Bitte, wenn die Daten nicht stimmen sollten aber so wie es aussieht wird ein korrigieren der Daten im wesenlichen nicht viel ändern!

Danach müsstes Du einen aggressiveren Tumor gehabt haben wie Gleason Score 4+3 doch mindesten 4+4 = 8!

Eine Bestahlung mit IMRI-Technik und parallel dazu eine DHB ist mindesten angesagt!

Alles Gute, Helmut

HansiB
18.06.2007, 14:02
Hallo Helmut, was willst du bestrahlen, die nicht sichtbaren LK- Knochenmetastasen, oder die Prostataloge, die evtl. sauber ist?

Reinardo
18.06.2007, 14:19
Hallo Gerhard. Wenn kurz nach der Op ein PSA-Anstieg einsetzt, deutet dies eher auf ein systemisches Rezidiv, so dass eine Bestrahlung der Prostataloge ausser zusätzliche Nebenwirkungen nichts bringen wird.
Ich habe voriges Jahr im Krebs-Kompass-Forum (www.krebskompass.de (http://www.krebskompass.de)) Prostatakrebs unter dem 17.10.2006 in einem Thread "Rezidiv Prostatakrebs" (24 Beiträge) aus Veröffentlichungen der Deutschen Ärztezeitung alles zusammengestellt, was namhafte Experten der Urologie und Radiologie zu dem Thema geschrieben haben.
Wenn Du das durchliest, bist Du für ein Gespräch mit Deinen Ärzten gut gerüstet.
Vermutlich läuft es bei Dir auf eine Hormontherapie hinaus, was man Dir empfehlen wird. Zusätzliche komplementäre Mittel sind sicherlich hilfreich (bei mir hat Granatapfel-Elixier zu einem (vorübergehenden ?) PSA-Stillstand geführt. Aber auf Dauer befriedigend lösen werden sie das Problem wohl nicht.
Gruss und alles Gute. Reinardo

Hans-W.
18.06.2007, 15:21
Hallo Gerhard. Wenn kurz nach der Op ein PSA-Anstieg einsetzt, deutet dies eher auf ein systemisches Rezidiv, so dass eine Bestrahlung der Prostataloge ausser zusätzliche Nebenwirkungen nichts bringen wird.


Das kann man so nicht stehen lassen. Als ich im Klin. Mannheim zur IMRT war, waren einige Herren genau aus diesem Grund zur Bestrahlung dort. Jetzt könnte man sagen, dass die Mannheimer nur ihre Maschinen auslasten wollen aber ich halte die Truppe dort für seriös und professionell. Die angesprochenen Nebenwirkungen sind für die meisten minimal, wie auch bei mir gewesen. Die IMRT im Falle von Gerhard einfach kategorisch abzulehnen ist mir zu verfrüht.
Hans-W.

Reinardo
18.06.2007, 17:12
Hallo Hans. Du hast überlesen, dass Gerard schon eine Prostatektomie hinter sich hat. - Im übrigen gebe ich nur wieder, was ich in den Fachaufsätzen gelesen habe. Die Behandlung von Rezidiven nach OP ist problematisch, weil man nicht weiss, wo das Rezidiv sich befindet. Die Regel, dies nach dem Zeitpunkt des Auftretens abzuschätzen, basiert auf Erfahrungsdaten, ist keine absolute Sicherheit. Aber wäre ich selbst betroffen, würde ich mich danach richten, um Risiken zu minimieren.
Gruss, Reinardo

Hans-W.
18.06.2007, 17:46
Hi Reinardo,
das habe ich nicht überlesen. Der Herr, der jeden Tag nach mir mit Bestrahlung dran war in Mannheim ist in der selben Situation wie Gerhard. Er war auch ziemlich sauer weil ihm sein Urologe nach er OP gesagt hat, "Sie sind geheilt" und dann kam doch der relativ schnelle PSA Anstieg. Er bekam zuerst eine Serie von Beckenbestrahlungen (Lymphabflußbereich) und dann gezielte IMRT Bestrahlungen auf die Prostataloge. Ob das letztendlich die Heilung bringt weiß keiner aber man kann davon ausgehen, dass die Krebszellen, die sich in diesem Bereich befunden haben jetzt hinüber sind. Ich weiß, daß Du nur die Infos zitierst, die Du zu diesem Thema kennst und das ist auch gut so. Ich will nur darauf hinweisen, dass die Bestrahlung etwas bringen kann und das es Schade wäre, diese Möglichkeit nicht zumindest zu explorieren. Eine HB gehört i.d.R. noch dazu weil die HB und die Bestrahlung sich gegen den Krebs ergänzen. Ist bei mir genaus so obwohl ohne OP.
Hans-W.

Helmut.2
18.06.2007, 18:20
Hallo Gerhard,

so viel Meinungen zu hören wird für Dich wohl sehr verwirrend sein aber lies mal dieses
http://www.kup.at/kup/pdf/6124.pdf

PSA-Anstieg -> PSA-Verdoppelungzeit < 10 Monate und bei Dir sind es 2 Monate! spricht für Fernmetastasen, systemischer Progress und hier wird eindeutig eine HB (Hormonen Blockade) empfohlen.

Jedoch nicht einfach eine sondern mindestens eine 3fache HB -> DHB!
Und weil ich sehr vermute, daß das meiste an Krebsmaterial in der Loge, das heisst, dort wo die Prostata gesessen hat, nebst Lynphknoten -> LK ist, empfehle ich Dir eine Bestrahlung mit der DHB bekleident!

Nur mit einer DHB wirst Du dein systemisches Rezidiv nicht in den Griff bekommen.

Wünsche Dir eine gute Wahl an Therapie und gute Nerven
Helmut

Hans-W.
18.06.2007, 18:24
, empfehle ich Dir eine Bestrahlung mit der DHB bekleident!


Sag ich doch!!
Hans-W.

Gerhard
19.06.2007, 23:30
Vorab einmal allen jenen aufrichtigen Dank, die mir so profund geantwortet haben. Das sind: HansiB, Christinew, Wowinke, WilfriedW, Reinardo, HansW und Helmut2! Man fühlt sich gleich besser!! Gerne werde ich in den nächsten Tagen alle meine einschlägigen Befunde ins Forum einbringen, zumal mich einige "Helfer" darum gebeten haben. Erst dann sei es möglich, noch differenzierter auf meine individuelle Situation einzugehen!
Nochmals DANK und allen alles Gute

Gerhard