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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chemotherapie.....weitere Infos



tanja1
18.06.2007, 21:14
Ich hatte zwar schon die ganze Krankengeschichte meines Bruders ins Forum gestellt....kam aber leider nicht, sicher hab ich was falsch gemacht.Bin erst neu dabei. !
Nun versuch ichs nochmal
Mein Bruder wurde im März 2006 operiert; Befund ;Histologisch schlecht differenziertes ProststakarzinomT3b GS 9 mit initialen Lymphknotenmetastasen, kein Hineis auf Fernmetastasen
Ab März 06 bis Dez. 06 antiandrogene Therapie
Dez 06 PET; Knochenmetastasen. LK Metastasen iliacal.
Umstellung der Therapie auf Trenantone und Casodex
Jan.07 Thrombose der V.jugularis und V.subklavia re. bei cervikaler Lymphknotenschwellung .... operative Entfernung eines cervikalen LK ....
da PE ohne eindeutiges Ergebnis.
V.a.mediastinale Lymphknotenmetastasen
V.a. Lungenmetastasen
PSA 158 ng/ml
Beginn einer Therapie mit Pamidronat 90 mg
April 07 Beginn einer Chemotherapie mit Docetaxel 75 mg/m2, d2, Dexamethason 8mg oral 12, 3 und 1 Std. vor Docetaxel Prednisolon 5 mg 2x tägl.fortlaufend.... diese Chemotherapie wurde nun in einem 3 wöchigen Abstand 2x wiederholt nun soll der PSA WERT auf 1000 ng/ml gestiegen sein
Ferner wurde ein ansteigendes Enzündungsparameter diagnostiziert....was immer dasauch heißt. !
Seit Do. 14.6.07 liegt mein Bruder mit hohem Fieber im KHH und wird mit Antibiotika behandelt. Der Arzt meinte wohl, daß die Chemotherapie nicht greift und er soll einfach abwarten......!
Und dieser Satz macht mir schon enorme Angst.Was können wir tun.?
Tanja1

WinfriedW
19.06.2007, 10:15
Hallo Tanja,

verrate mir doch mal, wie alt dein Bruder ist.

Interessant wäre auch der PSA-Verlauf, bei Diagnose, vor und nach der OP, unter antiandrogener Therapie etc.

Von März bis Dez. 06 erhielt dein Bruder nur ein LHRH-Analogon (Trenantone) oder wie??

Danach kam Casodex hinzu? Casodex war offenbar nicht der Renner?

Warum bekommt dein Bruder eigentlich Aredia(Pamidronat) und nicht Zometa(Zoledronsäure). Zometa ist das neuere, wirksamere und nebenwirkungsärmere Bisphosphonat. Es ist bei nachgewiesenen Knochenmetastasen eigentlich Standart.

Dein Bruder erhielt im April Chemotherapie mit Docetaxel 75 mg/m². Das wurde danach zweimal wiederholt, also insgesamt 3 Zyklen?

Hydrokortison (Dexamethason, Prednisolon) steht im Verdacht, dass es den Tumorprogress fördern kann. Das könnte also kontraproduktiv sein. Vielleicht wäre Delphicort(Triamcinolon) die bessere Variante (?).

Das Fieber hat vermutlich nicht direkt etwas mit der Grunderkrankung zu tun. Das durch den Krebs und die Therapie geschwächte Immunsystem kann natürlich eine Infektion begünstigen. Andererseits kann ein geschwächtes Immunsystem auch den Tumorprogress fördern.


.... Der Arzt meinte wohl, daß die Chemotherapie nicht greift und er soll einfach abwarten......!

Und dieser Satz macht mir schon enorme Angst. ...Das würde mir allerdings auch Angst machen.

Grundsätzlich ist es vermutlich so, dass jede Therapie bei niedriger Tumorlast potentiell besser greift als bei hoher. PSA=1000 ng/ml ist ein hoher Wert und wenn ihr nichts unternehmt, wird der Wert sehr schnell weiter steigen. Gleason 9 ist ein potentiell sehr aggressiver Tumor. Von daher ist die Prognose schlecht.

Was könntet ihr tun?

Ihr könntet einen Therapieversuch mit Östrogenen und Somatuline unternehmen, oder einen Versuch mit 5-FU und Cytoxan, oder Nizoral(Ketoconazol) plus Delphicort.

Außerdem könntet ihr versuchen: Thalidomid, Celebrex, Actos, hoch dosiertes Calcitriol plus Docetaxel, gegen Knochenmetastasen evtl. auch Somatuline 153. Die zuletzt genannten Medikamente haben einen gewissen Effekt. Einen durchschlagenden Erfolg würde ich mir davon nicht erhoffen.

Ich will es noch mal deutlich sagen: Ich halte es für keine gute Idee, zuzusehen wie der PSA-Wert weiter steigt. Vor diesem Hintergrund solltet ihr schnell handeln. Dazu braucht ihr einen Arzt, der mit macht. Das könnte u. U. das größte Problem werden.

Ich wünsche euch viel Glück und deinem Bruder gute Besserung.

Winfried

shgmeldorf,Werner Roesler
19.06.2007, 13:21
Hallo Tanja!

Nach einer beginnenden Behandlung sieht man häufig einen Anstieg des PSA-Wertes. Die Ärzte sprechen von einem "bump" (Höcker).Die Behandlung tötet Krebszellen ab, dabei wird kräftig PSA produziert. Das könnte auch ein positives Zeichen für das Greifen einer Behandlung sein.
Nur erscheint mir der rapide Anstieg des PSA - Wertes in dieser Geschwindigkeit auch besorgniserregend.

Hinzu kommt die heftige gesundheitliche Reaktion Deines Bruders.

Es ist möglich (und es kommt nicht selten vor), dass Männer auf Docetaxel (Taxotere) nicht ansprechen, ja sogar mit heftigen Immunabwehrreaktionen reagieren. Daher gibt man vorsorglich auch als Begleitmedikation "Dexamethason". Nicht immer erfolgreich.

Ob man das Fieber gleich wieder mit Antibiotika drücken sollte, müssen natürlich die Ärzte vor Ort entscheiden, denn ein Fieberschub kann auch positiv gegen die Krebserkrankung wirken.

Also sollte einerseits die Therapie nicht gleich vorzeitig abgebrochen werden. Andererseits müßte, wenn tatsächlich ein Erfolg der Therapie nicht absehbar ist, eine neue Therapie zügig einsetzen.

Hier ist dann wieder die Erfahrung und Kunst der behandelnden Ärzte gefragt.

Setze Dich weiter so für Deinen Bruder ein!

Gruß Werner R.

WinfriedW
19.06.2007, 14:14
Nach einer beginnenden Behandlung sieht man häufig einen Anstieg des PSA-Wertes. Die Ärzte sprechen von einem "bump" (Höcker). Die Behandlung tötet Krebszellen ab, dabei wird kräftig PSA produziert. Das könnte auch ein positives Zeichen für das Greifen einer Behandlung sein.Ja schon, das habe ich ja bereits an anderer Stelle (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=13294) geschrieben. Spätestens nach dem zweiten Zyklus sollte der PSA-Wert aber tatsächlich fallen. Auch lässt sich damit der drastische PSA-Anstieg von 158 ng/ml (war das der PSA-Wert vor der Chemo?) auf 1000 ng/ml nicht wirklich erklären. In sofern denke ich, dass die Therapie in diesem Falle tatsächlich versagt.


Ob man das Fieber gleich wieder mit Antibiotika drücken sollte, müssen natürlich die Ärzte vor Ort entscheiden, denn ein Fieberschub kann auch positiv gegen die Krebserkrankung wirken.NaJa, bei hohem Fieber und einem angeschlagenen Immunsystem wird man wohl therapeutisch intervenieren müssen, wobei Antibiotika nur gegen bakterille Infektionen helfen. Bekanntermaßen kann man an einer unbehandelten Infektion ziemlich schnell sterben. Das wäre die Chance nicht an sondern mit dem Prostatakrebs zu sterben :(.

WW