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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prostatakarzinom sitzt nahe an der Prostatakapsel - OP?



Gunther
19.06.2007, 22:18
Bei mir (50 Jahre, verheiratet, 2 Kinder) wurde Ende April 2007 bei einer stationären Stanzbiopsie in einer Stanze ein Prostatakarzinom Gleason 3+3, PSA 7,17) nachgewiesen. Nach weiteren Untersuchungen wurde bei einer Farbduplex-Sonografie bei Dr. Beck in Dortmund festgestellt, dass der Tumor nur ca. 1 mm von der Prostatakapsel entfernt sitzt. Dr. Beck hat zur nervenschonenenden (EERPE) Operation bei Professor Truß in Dortmund geraten.
Laut Dr. Beck besteht die Gefahr, das das Karzinom die Prostatakapsel durchdringt. Auch mittels Prostatahyperthermie ist das Karzinom nicht therapierbar, da es weiter als 1,5 cm von der Sonde enfernt sitzt.

Welche Möglichkeiten bleiben mir?

Ist die nervenschonende Operation die richtige Entscheidung?

Wenn ja, ist Professor Truß eine gute Adresse?

Michael
19.06.2007, 22:51
Ist die nervenschonende Operation die richtige Entscheidung?

In Deinem Alter auf jeden Fall.
Viel Glück und dass es bei nervschonend bleibt.
Michael

Patrick
19.06.2007, 22:54
Hallo Gunther,

bzgl. Dr. Truss gibt es hier schon einen Thread, mußt du mal reinschauen. Ausserdem bei Google unter Truss, Dortmund.

Bzgl. deines Befundes ist es ja nicht ganz so schön. Die Werte sind nicht die schlechtesten, aber wenn der Tumor wirklich so unglücklich sitzt dann ist
meiner Meinung nach in diesem Falle schnelles Handeln angesagt.

Ich habe mich zwar auch nicht für eine OP entschieden weil mir andere Optionen blieben. Hätte mir mein Arzt aber erklärt das sich der Tumor nicht nur durch das weitere Wachstum ausbreitet sondern die Gefahr besteht das er in kürzester Zeit durchbricht, dann wäre meine Option die OP gewesen.

Aber wie gesagt, Gunther, das ist meine, sehr subjektive, Meinung ! Ggf. wirst du noch eine Menge anderer Ratschläge und Meinungen bekommen die auch alle ihre vernünftigen Ansätze haben werden.

Eines würde ich aber nicht als gegeben ansehen was hier sehr oft erwähnt wird, nämlich das du noch jede Menge Zeit hast.
Es stimmt, dass das PC - meist - sehr langsam wächst. Aber wenn dann dieses Wachsum ggf. durch die Kapsel geht....

Daher sprech noch einmal mit deinem Urologen, schilder ihm deine Ängste und frag nach ggf. anderen Behandlungsmethoden, aber geh sie an.. und meiner Meinung nach.... ( das betone ich immer wieder )
so Schnell wie Möglich !

Wünsche dir viel Glück und solltest du dich für eine OP entscheiden bist du.. nach allem was ich so gehört und gelesen habe, bei Truss in Dortmund in guten Händen !

wassermann
19.06.2007, 23:26
Hallo Gunther,
ich möchte dich auch davor warnen, dir zu viel Zeit zu lassen. Seit April sind bereits zwei Monate vergangen. Wie Patrick richtig anmerkt, gilt die Annahme des langsamen Wachstums eher für minder aggressive Tumoren bei älteren Patienten. In unserem Alter (Ich bin auch 50) heißt es bei solchen Befunden wie deinen, eher rasch zu handeln.
Ich hatte einen vergleichbaren Biopsiebefund, und nach der OP stellte sich heraus, dass die Kapsel durchbrochen war! Bedenke auch die große Gefahr des Understaging! Aus GS 3+3 wird schnell etwas Höheres, wenn das ganze Präparat untersucht wird, nicht nur ein paar Stanzen. Das muss natürlich nicht so sein, ist aber in etwa einem Drittel der Fälle so.
Ich möchte dir keine Angst machen, aber eine Entscheidung sollte schon fallen. Willst du noch Näheres zu OP etc wissen, gib bitte Bescheid!
Alles Gute und einen klaren Kopf wünscht
Wassermann

Anonymous1
20.06.2007, 07:00
Prostatakarzinom sitzt nahe an der Prostatakapsel

Hallo Gunter,

die meisten Karzinome bilden sich zuerst in der peripheren Zone der Prostata, also nahe an der Kapsel.

Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob das Karzinom noch innerhalb der Kapsel ist. Für diesen Fall stehen dann die bekannten, mehr oder weniger geeigneten kurativen Optionen zur Wahl und die Chance zur Heilung ist gegeben.

Gruß Dieter

wowinke
20.06.2007, 08:02
Hallo Gunther,
ich war in ähnlicher LAge siehe meine Profill. Die RPE erfogte 1/2005
der pathologische Befund nach der OP,zeigte dass das Karzinom bisunter 1mm an die Kapsel heran kamm. Voher wurde im selben KH ein PET direkt vor der OP durchegführt.

Bisher liegt der PSA-Wert unter der Nachweisgrenze.

Es wurde nervschonend operiert es funktioniert alles, wenn auch nicht ganz wie vorher.

Ich würde diesen Weg so nochmal beschreiten

Alles alles gute
Wolfgang

spertel
20.06.2007, 08:21
Guten Morgen Gunther

Vor exakt -2- Jahren im Juni 2005 erhielt ich im kurz nach meinem 44. Geburtstag die Diagnose "Prostatakrebs". Da ich kein Anhänger nervenaufreibender Warterei und überflüssiger Diagnostiken bin, wurde ich bereits 17 Tage später operiert und die histologische Aufarbeitung der entnommenen Prostata ergab

"ein Adenokarzinom von intermediärem Malignitätsgrad, welches in beiden Lappen jeweils bis 0,1 cm an den Resektatrand wächst" (weiteres siehe mein öffentlichens Profil)

Mein PSA-Wert ist seitdem nicht mehr nachweisbar (< 0,04 ng/ml); dies ist ein gutes Zwischenergebnis, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Allen hier getroffenen Aussagen zu Deiner Frage möchte ich mich hundertprozentig anschließen, Du hast nun alle Erkenntnisse, die erforderlich sind, um eine Entscheidung zu treffen.

Du solltest noch heute einen Termin zur Op vereinbaren, da auch hier noch eine zusätzliche Wartezeit entsteht.

Ich hoffe für Dich, dass sich der präoperative Befund bestätigt und dass kein sog. "Understaging" festgestellt wird; ein Kapselabstand von 0,1 cm soll nach medizinischem Erkenntnisstand ausreichend sein.

Alles Gute

Spertel

JoScho
20.06.2007, 17:09
Hallo Gunther,
Auch ich rate dir schleunigst zur OP.
Eine Strahlentherapie hat im nachhinein die selben Nebenwirkungen wie die OP, und eine eventuell folgende OP ist nicht mehr möglich.
Währe ich ein Jahr früher zur Vorsorge gegangen so währe wahrscheinlich ein beidseitiger Nervenerhalt möglich gewesen. ( Anzeichen das etwas nicht stimmt gab es schon)
Ein Jahr später und der Tumor währe durchbrochen. Ich hoffe das ich die Angelegenheit hinter mir habe, und das sich in sachen Potenz doch noch was tut. Ich wünsche dir ein gutes gelingen und einen beidseitigen Nerverhalt.
Gruß JoScho

Werner Sg.
20.06.2007, 20:55
Hallo Gunther,
vielleicht kann ich dir die Angst vor einer OP etwas nehmen. Ich bin 55 Jahre alt und vor 2 Monten (heute auf den Tag) operiert worden. Meine Prostata war stärker befallen als deine, auf beiden Seiten war Krebs, 8 von 12 Stanzen waren positiv.
Heute lebe ich fast genaus so, wie vor der OP. Ich wurde nervschonend operiert und war vom ersten Tag an kontinent, also keine Probleme mit ungewolltem Harnverlust. Eine REHA habe ich nicht gemacht, wozu auch? Stattdessen konnte ich meine Büroarbeit sofort nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder aufnehmen. Das hat mir gut getan, denn ich brauchte nicht lange über meine Krankheit nach zu denken.
Selbst meine Potenz stellt sich langsam wieder ein. Da meine Prostata schon vergrößert war, hatte ich vorher etwas Probleme mit dem Wasser lassen. Das ist jetzt komplett vorbei, ich kann wieder Pinkeln wie vor 20 Jahren. Inzwischen mache ich wieder Sport, auch hier absolut ohne Probleme.
Ich bin froh - nach der Entdeckung des Krebs in mir - sehr schnell die Entscheidung zur radikalen OP getroffen zu haben. Zum Glück war der Krebs noch innerhalb der Prostata und konnte komplett entfernt werden. Was wäre, wenn ich länger gewartet hätte oder mich für "Seeds" oder Bestrahlung entschieden hättet? In meinem Alter?
Vielleicht helfen dir meine persönlichen Erlebnisse/Erkenntnisse bei deiner Entscheidung, falls dir deine Ärzte dazu raten, dich operieren zu lassen.
Alles Gute!
Gruss,
Werner

wassermann
20.06.2007, 22:48
Hallo,
meinen Vorrednern möchte ich mich im Wesentlichen anschließen. Um die Überlegungen auf eine zahlenbasierte Grundlage zu bringen, empfehle ch die Konsultation der Kattan-Nomogramme. Das machen die Profis übrigens auch. Dort erhältst du statistisch ermittelte Wahrscheinlichkeiten über den weiteren Verlauf nach bestimmten Therapien. Das sind freilich nur Wahrscheinlichkeiten. Aber was ist schon sicher?
Man wagt sich über eine Prognose über 10 Jahre nicht hinaus. Das zeigt auch, was man sich unter "kurativ" vorzustellen hat: Progressionsfreiheit über einen bestimmten Zeitraum (5, 10 Jahre). Aber das ist doch schon was, oder? Bei dir ergäbe das eine Rezidivfreiheit zu circa 95% bei RPE, zu 86 % bei Brachy. Die Zahlen sind übrigens sogar für lokal fortgeschrittene Tumoren wie T3 oder R1-Situationen durchaus ermutigend genug, um sich einer radikalen Lokaltherapie zu unterziehen. Man sollte sich selbst einen Reim darauf machen. Der Link:
http://www.mskcc.org/mskcc/html/10088.cfm

Alles Gute
Wassermann

Wolfgang aus Berlin
21.06.2007, 16:56
Lieber Gunther,

bevor Du den Apologeten einer Richtung folgst, solltest Du im Forum oder beim BPS lesen. Interessant ist der folgende Artikel auf der Seite des BPS. Schon am Anfang werden wichtige Hinweise gegeben.


http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=149&Itemid=107

Alles Gute für Dich

Wolfgang

Reinardo
21.06.2007, 18:07
Hallo Gunther.
Die bisherigen Beiträge haben alle schnelles Handeln - Operation - angeraten, und dafür gibt es sicherlich Gründe und auch die Wahrscheinlichkeit eines "kurativen" Erfolgs.
Ich sehe das jedoch anders.
Den Krebs hattest Du wahrscheinlich schon 10 Jahre in Dir, und er hat Dich nicht gestört oder geängstigt. Nun soll es plötzlich auf Wochen ankommen, um zu verhindern, dass er lebensgefährdende Dimension erreicht? Das glaube ich nicht.
Wichtiger als der PSA-Wert ist die Feststellung der PSA-Verdopplungszeit, was etwas aussagt über die Wachstumsgeschwindigkeit. Diese könnte man feststellen durch eine Abfolge von PSA-Messungen (mindestens 3 unter gleichen Bedingungen) oder durch eine DNA-Analyse des bei der Biopsie gewonnenen Krebsmaterials. Letzteres wäre als Zweitgutachten sogar eine Kassenleistung und hätte den Vorteil, dass keine Zeit verloren geht.

Keiner der Verfasser obiger Beiträge hat Dir etwas geschrieben von den Risiken und Gefahren, auf die Du Dich mit der vorgeschlagenen Operation einlässt. Du hast Frau und 2 Kinder, willst nicht (im schlimmsten Fall) inkontinent sein und willst auch potent bleiben. Der beste Operateur und die ruhige Hand sind nicht garantiert. Und vergiss nicht die allgemeinen Risiken bei grossen Operationen: Embolien, Lungenentzündung, Infektionen, Sepsis, Kreislaufversagen. Da ist schon manch einer gestorben. Und die können Dir hier keine Beiträge mehr mit dringender Empfehlung schreiben. Und in die Statistik der PK-OP-Mortalität sind sie auch nicht aufgenommen worden. Von den Ärzten und vom Krankenhaus, wo das passiert, kommt dann auch keiner zu Deiner Beerdigung. Das haben wir hier schon mehrere Male erlebt.

In Anbetracht dieser unwägbaren Risiken rate ich Dir, Dich erst einmal über alle Optionen einer Therapie zu informieren. Solche Informationen findest Du in einer KISP genannten Sammlung von Aufsätzen, ERSTER RAT, www.prostatakrebse.de (http://www.prostatakrebse.de). Auch eine von der Selbsthilfegruppe Frankfurt/Main herausgegebene Broschüre "Prostatakrebs - was nun?" ist mir als neutral und besonders informativ aufgefallen. Letztere kann bezogen werden unter Tel 069-69598839 oder joergobe@t-online.de
Alles Gute, Reinardo

spertel
21.06.2007, 18:39
Hallo Reinardo

Wenn ich ehrlich bin, Reinardo, lese ich Deine Beiträge, egal zu welchem Thema, eigentlich immer mit regem Interesse.

Aber was Du stets zum Thema "Radikale Prostataentfernung", insbesondere zu deren Risiken zum Besten gibst, zieht einem fast die Schuhe aus.

Hier sind mittlerweile eine Vielzahl von Betroffenen, die weder verstorben sind, noch unter langfristiger Inkontinenz leiden.

Ich halte es für wesentlich wahrscheinlicher, vor dem Brandenburger Tor von einer Kokusnuss erschlagen zu werden, als bei einer derartigen OP zu versterben.

Ich halte mich vornehm zurück, wenn es um Deinen eingeschlagenen Weg gehst; Du solltest ähnlich verfahren und nicht über Risiken berichten, die Du selbst am eigenen Leib nicht erlebt hast und die nur geeignet sind, ratsuchende Betroffene zu verunsichern.

Im übrigen halte ich Deine Aussage, sein Krebs befinde sich schon 10 Jahre im Körper für völlig absurd und rein spekulativ.
Ich hatte exakt -4- Jahre vor meiner Op noch einen festgestellten PSA-Wert von 0,6 ng/ml. Ich gehe davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt maximal ein mikroskopischer Befund vorlag, wenn man dies untersucht hätte.
Mein postoperativer Befund (T 2c,Gleason-Score 3+4, das Karzinom wächst bis 0,1 cm an den Resektatrand) wurde genau -4- Jahre und -2- Monate !!!! später im Rahmen der pathologischen Begutachtung meiner entfernten Prostata festgestellt.

Die Aussage, sein Krebs wächst seit ca. 10 Jahren und es käme nicht auf ein paar Wochen an, ist schlichtweg Blödsinn.

Ich hoffe, lieber Gunther, Du weißt, was Du zu tun hast !!!

Viele Grüße und alles Gute

Spertel

Wolfgang A.
21.06.2007, 19:18
Hallo Gunther,

ich habe mich schon gewundert, dass Dir nach all den mutmachenden Beiträgen von Operierten, also Leuten die wissen wovon sie reden, nicht wieder Ratschläge von Betroffenen erteilt wurden von PK-Erkrankten, die "abwarten" als aus ihrer Sicht richtige Strategie gewählt haben.
Ich bin zwar ein erfolgreich Operierter aber ausgesprochener Laie auf medizinischem Gebiet und kann Dir nur eine subjektiven Empfehlung geben. Bitte schau Dir die Profile derer an, die Dir die Ratschläge erteilen. Ich kann mich den Beiträgen von Michael, Patrick, Wassermann, Wowinke, JoScho, Werner und Spertel nur anschließen.
Wenn es wirklich so sein sollte, dass Dein Krebs die Kapsel noch nicht verlassen hat, handle schnell.
Ich wünsche Dir bei Deiner Entscheidung viel Glück.


Gruß

Wolfgang

wassermann
21.06.2007, 19:43
Zitat Wolfgang A.: Wenn es wirklich so sein sollte, dass Dein Krebs die Kapsel noch nicht verlassen hat, handle schnell.


Wenn nicht, dann erst recht. Dann muss das Wachstum gestoppt werden.

Hallo Reinardo,
bitte lies den Beitrag Spertels noch einmal. Dann hier weiter:

Es kann ja sein, dass Gunther zu den Glücklichen gehört, deren Tumor sich nicht weiterentwickelt. Ich wünsche es ihm von ganzem Herzen. Dir natürlich auch.
Die Risiken des Abwartens und Abwiegelns sind allerdings wesentlich höher als die einer OP.
Zitat Reinardo "Und in die Statistik der PK-OP-Mortalität sind sie (=die OP-Todesopfer) auch nicht aufgenommen worden." Woher du das wieder weißt?!
Dem Hinweis, sich über andere Optionen zu informieren und die Diagnose zu verbessern, kann ich mich anschließen. Ob es die Entscheidung erleichtert und verbessert, ist eine andere Frage. Hätte ich von meinem wahren GS und der T3 Situation vor der OP gewusst, hätte ich sie vielleicht nicht gewagt und säße jetzt wohl nicht gesund, munter, kontinent, potent und mit PSA 0,00 da. Wie lange noch, weiß kein Mensch. Mittlerweile sind es immerhin 15 Monate, mehr als die Zeit einer DHB, die wohl mit einschneidendenderen Folgen verbunden gewesen wäre. Vielleicht auch nicht. Glück?
Einzelfälle sind nicht maßgeblich für Empfehlungen. Als Beispiel vielleicht brauchbar.
Alles Gute
Wassermann

HorstK
21.06.2007, 19:53
Hallo Gunther,

den Beiträgen von Michael, Patrick, Wassermann, Wowinke, JoScho, Werner, Spertel und Wolfgang schließe ich mich an!

Wenn Du möchtest, lese Dir meine PK-Geschichte bis zum Schluß in Ruhe durch.

Alles Gute
Horst

Wolfgang aus Berlin
22.06.2007, 20:53
Hallo Gunther, ich wünsche Dir alles Gute. Hier meine Meinung:


Zitat:" Gegen die allgemeine Auffassung- Genau das Gegenteil
<hr style="color: rgb(209, 209, 225);" size="1"> <!-- / icon and title --> <!-- message --> Hallo Hutschi,

ohne das ich an dieser Stelle die immer gleiche Diskussion erneut beginnen möchte, möchte ich meine derzeitigen Erkenntnisse zu Deinem folgenden Satz mitteilen:

Zitat von Hutschi: "Männern, sagen wir mal bis 65 Jahre, die sonst körperlich fit sind und deren PCa noch im kurativen Bereich liegt, würde ich nach heutigem Wissenstand ohne lange zu überlegen, zu einer Prostatektomie raten." Zitat Ende

Meine (verkürzt dargestellten) Überlegungen im Jahr 2007 im Alter von 54 Jahren sind:
(Vorab stelle ich fest, dass ich mit gewisser Wahrscheinlichkeit einen nicht aggressiven, erst beginnenden Krebs habe. Das weiß ich dank DNA-Zytometrie.)

G e r a d e weil ich noch so jung bin, verzichte ich auf die Nebenwirkungen einer Operation, die nicht nachweislich kurativ ist. Ich ändere meine Lebensweise, mache eventuell eine Immuntherapie, und hoffe auf langsamere Verschlechterung. In 10 bis 20 Jahren gibt es völlig neue Ansätze, die mir dann helfen werden. Ist dies nicht der Fall, nehme ich ein kürzeres Leben in Kauf. Die Nebenwirkungen von Behandlungen verschiebe ich um 10 bis 20 Jahre.
Sollte ich falsch liegen, neige ich nicht dazu, nachträglich mit dem Schicksal zu hadern.

Wenn ich aus heutiger Sicht so alt werde wie Du, Hutschi, dass heißt, meinen Krebs nur 20 Jahre überlebe, habe ich damit kein Problem. Viele Männer sind mit 74 schon lange gestorben.

Alles Liebe und Danke für Deine vielen wichtigen Beiträge!

Wolfgang"

Zitat Ende

Reinardo
22.06.2007, 23:08
Hallo an die Kritiker.
Auf dem OP-Tisch stirbt heute kaum noch einer. Die gründlichen Voruntersuchungen, das Know-How der Operateure und die bereitstehenden Apparate stellen das sicher. Ich habe auch schon einige Operationen hinter mir (nicht PK) und nie Angst gehabt, dass ich nicht mehr aufwachen könnte.
Die eigentlichen Gefahren kommen danach und ich habe einige benannt: Embolie, Lungenentzündung, Infektionen, Kreislaufprobleme, Sepsis. Dazu kommen einige PK-spezifische wie Harnleiterprobleme, Blasenschwäche.
Ich selbst bin nicht bereit, mich diesen Gefahren auszusetzen, wenn es nicht unbedingt sein muss bzw. der Leidensdruck unerträglich wird.

Deshalb meine Antwort an Spertel und andere: Wenn man so eindringlich die Operation empfiehlt (ohne Sicherheit zu haben, dass sie wirklich notwendig ist), muss man auch auf die Risiken hinweisen, denen der Betroffene sich aussetzt. Die kann man nicht von vornherein wie nicht gegeben abhaken.

Gruss, Reinardo

Heribert
23.06.2007, 10:34
Hallo Reinardo et all,

es ist nicht wirklich möglich, so glaube ich, die Risiken der Folgen einer Op gegen die des Beobachtens und Abwartens abzuwägen. - Du hast für Dich beobachten und abwarten als beste Option herausgefunden, wir Operierten haben keine oder nur geringe Auswirkungen von den von Dir genannten Risiken erleben müssen und sind deshalb von der von uns gewählten Methode überzeugt. Ich denke, dass hier "jeder" nur seine persönlichen Erfahrungen einbringt, um den Neubetroffenen einen möglichen Weg aufzuzeigen gegen den Krebs vorzugehen. Er wird dann für sich abwägen, welche der aufgezeigten Risiken ihn am geringsten belasten.

Ein schönes Wochenende
Heribert

Paul-Peter
23.06.2007, 10:57
Hallo Reinardo et all,

es ist nicht wirklich möglich, so glaube ich, die Risiken der Folgen einer Op gegen die des Beobachtens und Abwartens abzuwägen.



Hallo Heribert

Das seh ich genau auch so Heribert. Trotzdem habe ich mich mit meinen Werten für WW entschieden. Mit der leider eindeutig unterschätzten Möglichkeiten der FNAB kann die richtige Therapie ohne Hast und Eile in aller Ruhe gewählt werden.

Wäre ich jedoch (Zeitpunkt der Entscheidung) im jugendlichen Alter von Spertel, plus der bekannten PCa Hypothek seiner engsten Verwandschaft, gebe es für mich, ohne wenn und aber, nur die Entscheidung welche Spertel getroffen hat. RPE.

Herzliche Grüsse aus der Schweiz
Paul-Peter

HorstK
23.06.2007, 11:03
Für eine Therapie-Entscheidung spielt das Lebensalter sicherlich auch eine nicht unwichtige Rolle.

Ein 75jähriger (Reinardo) kann sich durchaus anders entscheiden als ein 50jähriger (Gunther).

Das sollte man(n) bei allen Ratschlägen und Empfehlungen bedenken..

Alles Gute
Horst

JoScho
23.06.2007, 11:10
Hallo Gunther.
Nun wirst du wahrscheinlich noch unsicherer bezüglich deiner Entscheidung sein.
Sicherlich bestehen bei einer OP oder Bestrahlung Risiken.
Ich selber habe zurzeit beträchtlich unter meinem häufigen Harndrang und meiner Potenz zu leiden. Das Risiko der Inkontinenz wird meist überschätzt.
Aber! Was ist die Altanative in unserem Alter?
Abwarten und den kurativen Zeitbunkt verpassen
Hormonblockade mit einem in vielleicht 5 Jahren hormon- resitenten Krebs ?
Solltest du noch Fragen haben so sende mir eine mail mit deiner Tel-Nr.
Gruß JoScho

Wolfgang aus Berlin
23.06.2007, 16:27
Hallo Allerseits,

wenn man sich ausführlich informieren möchte, bietet sich die folgende Broschüre der Gmünder Ersatzkasse an. Autoren sind Prof. Dr. Böcking und Dr. Samsel.
http://media.gek.de/downloads/brosch...statakrebs.pdf (http://media.gek.de/downloads/broschueren/GEK-Broschuere_Prostatakrebs.pdf)

Es wird über Prostatakrebs, Statistiken und deren Fehler bzw. Fehlinterpretationen (Abschnitt 53 bis 56 !!!) , über DNA-Zytometrie, Feinnadelbiopsie usw. geschrieben.

Ergänzend zum Nachlesen über die DNA-Zytometrie ein Symposium mit den führenden Experten (u.a. Tribukait):
Symposium in der Uni Bremen http://media.gek.de/downloads/magazi...Zytometrie.pdf (http://media.gek.de/downloads/magazine/GEK-Edition-PCa_DNA_Zytometrie.pdf)

Herzliche Grüße, Wolfgang

Norbert52
25.06.2007, 10:56
Hallo zusammen,

es ist ja im Grunde immer wieder das gleiche Dilemma:
Auf der einen Seite die Älteren mit wenig agressivem PK - und auf der anderen Seite die (immer) jüngeren Betroffenen wo sich auch ein GL von 3+3 schnell agressiv entwickeln kann.
Mit 50 verhält sich die Zellteilung nun mal anders als mit 75.
Meine OP hatte ich mit 43 (PSA 38, GL 4+3, N1) und ich war von Anfang kontinent und auch nicht total impotent (Abstriche muss ich hier allerdings machen).
10 Jahre PSA im Nullbereich, Anstieg in 2004/2005 auf 0,6. RT (72g) der Prostataloge in 03/05; seitdem PSA 0,01!
Soll (für mich) heissen: Zwei mal habe ich mit meinen Ärzten die richtige Entscheidung getroffen und bin auch heute noch der Überzeugung, dass ich damals keine andere Wahl hatte.

Grussan alle

Norbert52

spertel
25.06.2007, 14:39
Hallo Norbert

Bei diesen Ausgangsdaten bist Du im wahrsten Sinne des Wortes als Glückspilz zu bezeichnen. Dieser Verlauf ( bei N1) ist fast einzigartig !

Wer seit -12- Jahren unter Berücksichtigung der Ausgangslage einen
PSA von 0,01 ng/ml vorweist, hat -ohne wenn und aber- alles richtig gemacht.

Mein Glückwunsch, alles Gute weiterhin und herzlich Willkommen im Forum !

Spertel,Berlin

Norbert52
25.06.2007, 14:59
Hallo Spertel,

da hast Du schon recht, wobei es aber "leider" nur 10 Jahre bei 0,01 waren.
Lokalrezidiv hatte ich in 2005 bei einem PSA von 0,6. Die anschliessende Bestrahlung (01 -03/2005) der Prostataloge war ein "zweiter" Volltreffer, mit PSA 0,01 seit 12/2006.

Hatte damals wirklich Glück im Unglück: Die Biopsie ergab 3+3, nach OP war es dann 4+3 , N1. (in derselben Uniklinik).
Jetzt hoffe ich natürlich, dass alles so bleibt....

Alles Gute auch für Dich,

Norbert

wassermann
25.06.2007, 16:04
Hallo Norbert52,

danke, dass du den Verlauf hier einbringst. Er macht sicher vielen Neubetroffenen Hoffnung. Freut mich, von dir zu hören!

(Je suis sûr que c'est toi, le Parigot, n'est-ce pas? Merci encore!)

Bis bald
Wassermann

Norbert52
25.06.2007, 16:32
Hallo Wassermann,

vielen Dank fü Deine Mail. Ihr habt mir damals in meiner "Rezidivphase" (2005/2206) nach 10 Jahren alle sehr geholfen - wenn ich den Jüngeren jetzt hier mit meiner
PK - Geschichte helfen kann tue ich das von Herzen gern.
Am Rande noch eine Erfahrung mit der RT: Meine Ärzte haben mich vorgewarnt, dass die Potenz (der verbliebene Rest nach der OP) nochmal abnimmt. Kann ich leider 16 Monate nach der Bestrahlung bestätigen....

Alles Gute,

Norbert

Tu a raison, c'est bien moi......

anton0815
26.06.2007, 11:38
Hallo Gunther,

bzgl. Dr. Truss gibt es hier schon einen Thread, mußt du mal reinschauen. Ausserdem bei Google unter Truss, Dortmund.

Bzgl. deines Befundes ist es ja nicht ganz so schön. Die Werte sind nicht die schlechtesten, aber wenn der Tumor wirklich so unglücklich sitzt dann ist
meiner Meinung nach in diesem Falle schnelles Handeln angesagt.

Ich habe mich zwar auch nicht für eine OP entschieden weil mir andere Optionen blieben. Hätte mir mein Arzt aber erklärt das sich der Tumor nicht nur durch das weitere Wachstum ausbreitet sondern die Gefahr besteht das er in kürzester Zeit durchbricht, dann wäre meine Option die OP gewesen.

Aber wie gesagt, Gunther, das ist meine, sehr subjektive, Meinung ! Ggf. wirst du noch eine Menge anderer Ratschläge und Meinungen bekommen die auch alle ihre vernünftigen Ansätze haben werden.

Eines würde ich aber nicht als gegeben ansehen was hier sehr oft erwähnt wird, nämlich das du noch jede Menge Zeit hast.
Es stimmt, dass das PC - meist - sehr langsam wächst. Aber wenn dann dieses Wachsum ggf. durch die Kapsel geht....

Daher sprech noch einmal mit deinem Urologen, schilder ihm deine Ängste und frag nach ggf. anderen Behandlungsmethoden, aber geh sie an.. und meiner Meinung nach.... ( das betone ich immer wieder )
so Schnell wie Möglich !

Wünsche dir viel Glück und solltest du dich für eine OP entscheiden bist du.. nach allem was ich so gehört und gelesen habe, bei Truss in Dortmund in guten Händen !


hallo patrick, habe auch sehr viel angst vor einem kapseldurchbruch. mein GS 3+3, psa war 4,9 und ist jetzt auf 2,97 zurueckgegangen, nachdem ich ein hochdosierte Vitamin C -intravenoes , mistelspritze -alles 2 x woechentlich mache. dazu ernaehrungsumstellung, geniestein,selen, super maco einnehme. ein mrt habe ich nicht gemacht auch keine sfarbduplex sonografie . was wueredst du machen ? mein arzt plaediert auf abwarten da er meint bei einem psa wert von 3 also rueckgaengig verkleinert sich der krebs und greift somit keine kapsel an. danke fuer info

Anonymous1
26.06.2007, 11:55
Hallo Anton,

Du hast ja mit dem Gleason 3+3 bereits eine Aussage zusätzlich zum Tumor-Stadium. Du könntest mit einer DNA-Untersuchung des Biopsiegewebes eine weitere Beurteilung zur Agressivität Deiner Tumorzellen erhalten. Unter Umständen könnte es Dir dann so ergehen wie einem Mitglied unserer SHG: Nach Kenntnisnahme des Zytologie-Ergebnisses war der Pathologe bereit, seine ursprüngliche Gleason 3+3-Diagnose auf 2+2 zu korrigieren. Dies wiederum hat zu einer völlig anderen Therapie als ursprünglich angedacht geführt!!!

Gruß Dieter

Patrick
26.06.2007, 21:19
Hallo Anton,

da du mich ja direkt angesprochen hast möchte ich dir auch antworten !

Und ich muß dir sagen, ich weiß nicht wie ich mich in deiner Situation ( gesunkene Werte ) verhalten würde !

Als ich meinen Befund bekam wurde mir gesagt das es sich bei meinem Tumor
um eine sehr agressive Form handeln würde und das die gesamte Prostata befallen wäre ( alle Stanzen positiv )
Ich sollte versuchen in max. 4 Wochen eine Entscheidung herbeizuführen.
In diesen 4 Wochen habe ich diverse Untersuchungen in ganz Deutschland
hinter mich gebracht wobei mir unabhängig von einander erklärt wurde:
OP:
Nervenschonend: Könnte man mir nicht versichern
Kontinent: Wahrscheinlich
Vollständige Tumorentfernung: 2 x wurde mir erklärt das ggf. eine
nachträgliche Bestrahlung erforderlich sein würde. ( Positive Schnittränder )
Damit war für mich klar, das ich keine OP vornehmen lassen würde.
Nachdem mir dann in Köln meine Hoffnung auf SEEDS ausgeredet wurde aber man der Meinung war, dass das Afterloading erfolgreich sein könnte, habe ich mich nach umfangreichen Beratungen mit meinem Urologen und Hausarzt
dazu entschlossen.
Wichtig war aber für mich, meine Psyche und meine gesamte Situation aber, das etwas geschah ! Nur abwarten und den "Gegner"
im Schach halten wäre nichts für mich gewesen.

Ich habe nachdem die Entscheidung für meine Therapie feststand immer fest daran geglaubt das ich es schaffen werde, egal was kommt und das hat mir auch dabei geholfen mein Leben während der Therapie ohne große
Einschränkungen weiter zu leben.

Aber nochmals zu deinem Befund:
Ggf. ist dein Weg nicht der verkehrteste und wenn du von den Ärzten dabei
begleitet wirst und sie es so akzeptieren, dann ist es wohl nicht das Verkehrteste. Aber ich persönlich - und das ist meine ganz eigene Meinung -
würde eine Therapie in Angriff nehmen die einen kurativen Ansatz hat. Und das schon deshalb, das ich gegenüber dem Tumor aggieren möchte und nicht reagieren. Denn ich würde "wahnsinnig" werden wenn man mir sagen würde... " vor x Jahren hätten sie die Chance gehabt dies und das zu tun.. jetzt.. aus was für Gründen auch immer ( wir werden alle nicht Jünger ) geht das nicht mehr.
Andererseits zieht natürlich auch das Argument.. in xx Jahren ist die Medizintechnik schon weiter und bietet andere Ansatzmöglichkeiten.

Ich betrachte das jetzt mal wie an der Börse: Der eine ist damit zufrieden sein Geld in Bundesschatzbriefen anzulegen, der andere
kauft exotische Bonds aus Uruguay und kann auch gut schlafen.

Jeder von uns muß sich die Therapieform aussuchen mit der er meint
Leben zu können, aber die ihm auch die Chance zum Leben lässt.

Ich bedaure es, dir keine klare Aussage geben zu können und will auch nicht die eine oder andere Therapie oder Behandlungsform favorisieren.
Mit einem etwas besseren Befund wäre ich heute bestimmt auch operiert da mir dann noch weitere Optionen blieben. Aber mit der bei
mir durchgeführten Therapie kann ich auch leben und ich hoffe das bleibt auch noch lange so.

Dir für deine Entscheidung, egal wie sie ausfällt, viel Glück und Erfolg !

Patrick
26.06.2007, 21:29
Hallo Anton,

ich nochmal !

Ich habe erst jetzt gelesen das du schon im anderen Thread geschrieben hast
und dort hast du ja auch schon einige Antworten bekommen.

Mit deinen Werten hast du alle Optionen offen, von der OP über SEEDS und diverse Strahlentherapien.

Nur was dir die Mehrzahl der User schon geraten haben und ich in meinem vorstehenden Posting auch zum Ausdruck bringen wollte:

Geh eine Therapie mit kurativen Ansatz an.. dann hast du es hinter dir.
Du schreibst ja, das du jetzt schon Angst hast das der Tumor ggf.
durchbricht ( womit du bei den Werten wohl im Moment nicht rechnen musst )
Aber willst du diese Angst immer in dir tragen.. um dir irgendwann einmal selber die Frage zu stellen: Warum habe ich nicht eher was gemacht ?

Aber nochmals, Entscheiden mußt letztendlich du selbst.. und für diese Entscheidung... viel Glück !