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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eine andere Chemo (3)



wernerp
21.06.2007, 10:49
Hallo Betroffene und Leidensgefährten, meine Chemo
http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=10928#post10928
mit Estramustin läuft weiter und mein Befinden ist ohne Tadel, auf jeden Fall nicht mit der einer Chemo mit Taxotere zu vergleichen.
Nachdem ich die Dosis etwas ( auf 420 mg/d ) zurückgefahren habe, ist das PSA etwas gestiegen und ich nehme jetzt wieder 560mg und zusätzlich Proscar. Mein PSA liegt jetzt bei 1,7( vgl. mein Profil). Einen Kommentar erspar ich mir.
Gruß Werner P.

shgmeldorf,Werner Roesler
21.06.2007, 11:22
Hallo Betroffene und Leidensgefährten, meine Chemo
http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=10928#post10928
mit Estramustin läuft weiter und mein Befinden ist ohne Tadel, auf jeden Fall nicht mit der einer Chemo mit Taxotere zu vergleichen.
Nachdem ich die Dosis etwas ( auf 420 mg/d ) zurückgefahren habe, ist das PSA etwas gestiegen und ich nehme jetzt wieder 560mg und zusätzlich Proscar. Mein PSA liegt jetzt bei 1,7( vgl. mein Profil). Einen Kommentar erspar ich mir.
Gruß Werner P.

Hallo Namensvetter!

Es haben sich zu viele nur auf die Chemotherapie mit Docetaxel (Taxotere) als Monotherapie aus- und eingerichtet. Versagt dann diese Therapie, stehen die verantwortlichen Therapeuten dann oft wie die Kuh vor´m neuen Tore.
Taxotere, als Monotherapeutikum, hat bei ca. 30 - 40 % der betroffenen Männer die gewünschte Wirkung, im Mittel 18,9 Monate.
Aber es gibt eben auch andere Wirkstoffe, die flexibel von Patient zu Patient eingesetzt werden können.

Ein Beispiel bist Du, Namensvetter.

Leider wird therapeutisch nach Schema F verfahren.
Androgenentzugtherapie, dann Docetaxel-Monotherapie und dann ist oft schon Ende der Fahnenstange.
Es findet in der Regel keine Prüfung (Testung) statt, ob der Patient überhaupt für die Therapievariante geeignet ist. Es wird einfach lostherapiert?
Werner, ich gratuliere Dir zu Deinen aktuellen PSA-Werten und drücke weiter die Daumen.

Gruß Werner R.

jürgvw
21.06.2007, 21:31
Hallo Werner R.

Ich gehören zu jenen, die Taxotere gewählt haben. Bis dahin mit Erfolg (PSA von über 30 auf 0.27 gefallen). Sicher aber werde ich nicht wie eine Kuh vor der verschlosenen Stalltüre dastehen, wenn die Therapie (was durchaus zu erwarten ist) einmal versagen wird. Es gibt andere Möglichkeiten, und die sche ich mir schon jetzt recht eingehend an.

Gruss

Jürg

shgmeldorf,Werner Roesler
21.06.2007, 23:03
Hallo Werner R.

Ich gehören zu jenen, die Taxotere gewählt haben. Bis dahin mit Erfolg (PSA von über 30 auf 0.27 gefallen). Sicher aber werde ich nicht wie eine Kuh vor der verschlosenen Stalltüre dastehen, wenn die Therapie (was durchaus zu erwarten ist) einmal versagen wird. Es gibt andere Möglichkeiten, und die sche ich mir schon jetzt recht eingehend an.

Gruss

Jürg

Hallo Jürgvw,
Docetaxel ist zur Zeit das effektivste Zytostatikum, leider nur bei den Männern, wo es Wirkung erzielt. Wir haben in den Selbsthilfegruppen unzählige Männer, da wirkt es eben nicht - oder nur unzureichend. Es gibt Männer, die vertragen Docetaxel als Monotherapie sehr gut, offenbar hast Du ja auch einen therapeutischen Erfolg zu verzeichnen.
Mit der Kuh ... habe ich gewisse "Therapeuten" bezeichnet, keine Patienten.
Es wäre gut, wenn Du von Deinen "anderen Möglichkeiten", die Du Dir "schon jetzt recht eingehend" anschaust, hier im Forum berichten würdest.

Gruß Werner R.

Hans (GL)
22.06.2007, 08:10
Hallo Werner,

mein Urologe hat die Frage nach der Möglichkeit der Testung auf auf Eignung der Chemo verneint.
Könntest Du sagen, wer diese Testung macht und ob diese auch mit neueren Metastasenmaterial gemacht werden kann.

Vielen Dank

Hans

Harro
22.06.2007, 08:49
Testung

Hallo Hans,

nach meiner Kenntnis macht das z.B. Dr. F. E.

Gruß Hutschi

Michael
22.06.2007, 10:54
nach meiner Kenntnis macht das z.B. Dr. F. E.


Leider wieder nur privat, dabei denke ich wirklich an die vielen Mitbetroffene, die sich keine zusätzlichen Ausgaben leisten können und davon gibt es mehr als genug.

Gruß
Michael

Harro
22.06.2007, 12:06
EDR-Test

Hallo,

über den sog. EDR-Test gibt es Informationen bei Therapy-Select, Im Neuenheimer Feld 584, 69120 Heidelberg, Telefon 06221-8936 152 oder anklicken www.therapyselect.de (http://www.therapyselect.de)
Es sollte aber vitales Tumorgewebe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

"Es ist nicht leicht, das Glück in uns aufzuspüren, und es nicht möglich, es anderswo zu finden" (Agnes Repplier)

Gruß Hutschi

jürgvw
22.06.2007, 15:47
Hallo Werner

ich bin mir voll bewusst, dass Taxotere (wie übrigens auch andere Therapien) durchaus nicht in allen Fällen greift, und ich habe in meinem Bericht zu meinen eigenen Therapieerfahrungen (www.prostatakrebse.de (http://www.prostatakrebse.de) / TEXTE / Jürg / Erfahrungsbericht Chemotherapie) am Schluss darauf hingewiesen, dass meine eigenen Erfahrungen nur ein Einzelfall seien. Ich lege Wert darauf, dies hier nochmals ausdrücklich zu betonen.

Natürlich werde ich im Forum berichten, sobald Taxotere auch bei mir versagt und ich auf eine andere Therapie ausweichen muss. Schon jetzt über meine Überlegungen zu berichten, das aber halte ich für falsch: Was mir heute als gute Idee erscheint, kann in einigen Monaten überholt sein, ganz abgesehen davon, dass für die Behandlung des hormonrefraktären PK nach Versagen einer ersten Chemotherapie verschiedene Medikamente auf ihre Zulassung warten und, falls sie sich bewähren, neue Situationen schaffen.

Gruss!

Jürg

Reinardo
23.06.2007, 06:55
Hallo. Leibowitz spricht in seinem letzten Vortrag von Ansprechraten von über 90% bei richtiger Chemo-Kombination. Er behandelt auch viel mit Testosteron. Leider kann man aus Video-Band mit gesprochenem Text nicht gut zitieren. Eine gedruckte Ausgabe oder Übersetzung gibt es m.W. nicht. Jedoch sei daran erinnert, dass das Video_band beim Sekretariat Christian Ligensa bestellt werden kann. Der Vortrag schildert nicht nur viele Einzelfälle sondern ist auch psychisch aufbauend, weil er Betroffenen in Abwärtsentwicklung eine Perspektive aufzeigt.
Gruss, Reinardo

shgmeldorf,Werner Roesler
23.06.2007, 11:15
Hallo Werner,

mein Urologe hat die Frage nach der Möglichkeit der Testung auf auf Eignung der Chemo verneint.
Könntest Du sagen, wer diese Testung macht und ob diese auch mit neueren Metastasenmaterial gemacht werden kann.

Vielen Dank

Hans

Hallo Hans!

Gerade "neueres" Tumormaterial ist dafür besonders geeignet. Wir haben in der "Plattform zum fortgeschrittenen PCa" bereits darüber diskutiert.

Es gibt diese Fa. in Heidelberg (Hutschi hat bereits den Link angegeben).
Aber es können auch die Pathologen an den Unikliniken verschiedene Testungen durchführen, z.B. für die Anwendung der neuen Targeted-Therapien. Ich habe diesbezüglich mit Professor Sauter in Hamburg darüber gesprochen. Die Pathologen können auch vom aktuellen Biopsiematerial, welches nicht vital, also in Paraffin konserviert ist, wichtige Untersuchungen durchführen. Wir haben hier also verschiedene Ausgangssituationen mit verschiedenen Untersuchungsmethoden.

!. Aus vitalem Tumormateral (z.B. EDR - Test...), für den Einsatz von verschiedenen Wirkstoffen.
2. Aus Materal, welches in Paraffin konserviert ist.
3. Verschiedene Blutuntersuchungen mit verschiedenen Zielsetzungen.

Diese Untersuchungen sollen dazu führen, dass betroffene Männer zeitnah eine sinnvolle Therapie bekommen.

Hans, hier siehst Du, dass möglicherweise Dein Urologe informiert werden sollte.
Michael hat den richtigen Einwand gebracht und bemerkt, dass hier auch wieder die Kostenfrage wichtig ist.
Wenn behandelnde Ärzte es nicht einmal wissen, dass es solche Testungen gibt, wie sollen sie dann für den Patienten diese Untersuchungen ansetzen und der Krankenkasse plausibel machen?
Der Arzt ist der Letztendscheider. Wenn er eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme für notwendig erachtet, dann "muß" die Kasse diese auch kostenmäßig tragen.
Hier ist für uns ein wichtiger Hebel.

Erst müssen doch die Ärzte wissen, wie sieht es mit der tumoralen Situation des Patienten individuell aus und welche Therapieoptionen gibt es, erst dann sollten sie mit der Therapie beginnen.
Also zuerst die anständige und gute Diagnostik und dann die gezielte möglichst optimale Therapie.

In der Realität ist die tatsächliche Praxis meilenweit davon entfernt.

Wir informierte Patienten müssen den Ärzten und den Krankenkassen logische und med. notwendige Erforderlichkeiten deutlich machen!

Wenn es sein muß, mit juristischen Mitteln.

Denn die gegenwärtige Situation ist miserabel.

Bei gut informierten und engagierten Ärzten ist dieser Arzt-Patienten-Dialog eine Selbstverständlichkeit.

Eine gute Krankenkasse stellt sich auch ihrer Verantwortung zum Wohle des Patienten.

Nur in einer dynamischen Auseinandersetzung können wir unsere Situation verbessern.

Gruß Werner R.

PS: Jürgvw, mit großem Interesse habe ich Deine Erfahrungsberichte gelesen. Danke für Deine Arbeit.
Hallo Reinardo, auch ich werde diese von Dir gegebenen Infos anfordern.

Heribert
23.06.2007, 17:04
Hallo Werner Roesler et all,
nachdem Du mich in "Diagnostik, Therapien und Co" auf diesen Threat aufmerksam gemacht hast, möchte ich meine bisherigen Erkenntnisse in die Diskussion mit einbringen.

Nach meiner RPE 9/07 im Marienhospital Düsseldorf, wurde mir von Dr. Weidenfeld angetragen von meinem Tumormaterial einen OnkoChip erstellen zu lassen, der ähnliche Aussagen über Aggressivität und Therapiemöglichkeiten zulässt, wie das schon seit langem beim OnkoChips des Mammakarzinoms zutrifft.
Ich bin mir nicht im Klaren darüber, ob diese Untersuchung im Institut für Onkologische Chemie an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf nur aufgrund dessen statt fand, weil ich Privat versichert war/bin oder im Rahmen der stationären Behandlung auch als GKV-Leistung erbracht worden wäre.

Die kombinierte immunhistochemische und molekularbiologische Untersuchung kann sowohl mit Biopsat als auch mit frischem Resektionsmaterial gemacht werden. Dabei spielt zunächst keine Rolle ob es sich um Nativ- oder Paraffinmaterial handelt. (so mein Urologe)
Das bedeutet ja wohl, man kann diese Untersuchung auch noch zu einem spähteren Zeitpunkt nachholen lassen.

Wenn diese Untersuchung zur Zeit den gesetzlich Versicherten noch nicht zur Verfügung steht, sollte es zumindest unsere Aufgabe sein, diese diagnostische Möglichkeit mit einschneidenden therapeutischen Hilfestellungen für Urologen und Onkologen so weit wie Möglich bekannt zu machen.

Ich denke, das größte Interesse für diese Diagnostik, wird in dieser Gruppe des Forums anzutreffen sein um Über- als auch Untertherapie zu verhindern. Ob mit dieser Methode auch Metastasen beurteilt werden können entzieht sich leider völlig meiner Kenntnis.

Meine Ergebnisse liegen mir vor und können bei Interesse zugefaxt oder als eMail-Anhang bei mir angefordert werden. Mein Befund gibt natürlich nicht soviel her, als das bei einem aggressiveren Tumor oder einem schon androgen oder chemisch anbehandelten PCa der Fall wäre.

Die bei mir gemachte Untersuchung ist nach den mir vorliegenden Unterlagen, ähnlich abgelaufen wie die von hutschi zitierten OncoProfiles (http://www.therapyselect.de/onco.htm)

Herzliche Grüße vom Rhein
Heribert

shgmeldorf,Werner Roesler
24.06.2007, 11:43
Hallo Werner Roesler et all,

Nach meiner RPE 9/07 im Marienhospital Düsseldorf, wurde mir von Dr. Weidenfeld angetragen von meinem Tumormaterial einen OnkoChip erstellen zu lassen, der ähnliche Aussagen über Aggressivität und Therapiemöglichkeiten zulässt, wie das schon seit langem beim OnkoChips des Mammakarzinoms zutrifft.


Die kombinierte immunhistochemische und molekularbiologische Untersuchung kann sowohl mit Biopsat als auch mit frischem Resektionsmaterial gemacht werden.

Wenn diese Untersuchung zur Zeit den gesetzlich Versicherten noch nicht zur Verfügung steht, sollte es zumindest unsere Aufgabe sein, diese diagnostische Möglichkeit mit einschneidenden therapeutischen Hilfestellungen für Urologen und Onkologen so weit wie Möglich bekannt zu machen.

Ich denke, das größte Interesse für diese Diagnostik, wird in dieser Gruppe des Forums anzutreffen sein um Über- als auch Untertherapie zu verhindern. Ob mit dieser Methode auch Metastasen beurteilt werden können entzieht sich leider völlig meiner Kenntnis.



Herzliche Grüße vom Rhein
Heribert


Hallo Heribert!

Danke für Deinen Beitrag!

Hier muß hinsichtlich des Umsetzens gearbeitet werden.

Zuerst muß eine vernünftige Diagnostik die Grundlage für die individuelle Therapie des PCa werden. Und das für alle Patienten, die in den gesetzlichen Krankenkassen sind.

Die allgemeinen Kosten für die notwendigen Krebstherapien dürften durch eine frühe und begleitende Diagnostik langfristig sinken, da viele unnötige und teure Therapien nicht angesetzt werden würden.

Zur Zeit gilt leider hier in Deutschland überwiegend immer noch der experimentelle Therapiebeginn, ohne vorher gründlich eine ordentliche Diagnostik und Therapieplanung durchgeführt zu haben.

Wirkt eine Therapie bei einem Patienten, so hat er Glück gehabt. Sein Arzt gilt in diesem Falle als ein erfolgreicher Therapeut.
Im umgekehrten Falle muß der Patient sich einer weiteren Therapie unterziehen und der Arzt macht dann so weiter.
Nur der Patient ist in der üblen Situation, mit diesem erfolglosen Therapieversuch und dessen Nebenwirkungen fertig zu werden.
Der Patient verliert an Lebensqualität und möglicherweise auch an Mobilität, um andere Therapieoptionen wahrnehmen zu können.
Ein Teufelskreislauf nimmt dann seinen Weg.

Der OnkoChip (als Erstdiagnose- und als Therapiegegleitungselement) ist ein sehr guter Weg, der von uns unterstützt werden muß. Und zwar für alle betroffenen Patienten der gesetzlichen Krankenkassen!

Gruß Werner R.

wwotan
28.05.2009, 17:16
hallo jürgvw!
bin in der gleichen situation(s.profil)und krame auch nach möglichkeiten nach TAX.
(mittlere ansprechdauer 6m)MEDIAN!!alles was kommt ist experimentell.PROVENGE
soll im 3.quartal zur FDA eigereicht werden,mögliche zulassung anfang2010.sonst
TAX+estamustin,carboplatin,avastin,xeloda,thalidom id---alles bei kleinkollektiven
nicht sehr überzeugend.man kann die ergebnisse mal vergleichen über pers.mail wwotan grüßt