PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum keine HIFU etc.bei Metastasierung?



Tinka
24.06.2007, 09:38
Hallo ins Forum,

was ich noch nicht so ganz verstanden habe ist, warum man Methoden wie HIFU oder Seeds und was es noch alles gibt nur bei lokal begrenztem PCa einsetzt. Was spricht gegen so eine Behandlung, wenn eine Metastasierung vorliegt?

Danke und einen schönen Sonntag
Andrea

Anonymous1
24.06.2007, 11:04
Hallo ins Forum,

was ich noch nicht so ganz verstanden habe ist, warum man Methoden wie HIFU oder Seeds und was es noch alles gibt nur bei lokal begrenztem PCa einsetzt. Was spricht gegen so eine Behandlung, wenn eine Metastasierung vorliegt?

Danke und einen schönen Sonntag
Andrea

Hallo Tinka,

kurative Behandlungen, wie OP oder Bestrahlung, welche auf den Primärtumor gerichtet sind, machen nur dann Sinn, wenn man mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, dass noch keine Streuung vorhanden ist.

Nach Lesen dieser Schrift zu Knochenmetastasen

http://www.1-krebs.de/knochenmetastasen/

leuchtet ein, dass Heilung illusorisch wäre nur mit der Entfernung des Ausgangspunktes (Stadium1 - Prostata). Allerdings gibt es auch begründete Überlegungen, durch Entfernung des Primärtumors die Tumorlast zu verringern, - mit der Hoffnung, dadurch den Progress zu verlangsamen.

Gruß Dieter

Dine150
25.06.2007, 07:27
Guten Morgen,

irgendwie habe ich über das Thema auch schon so oft nachgedacht, bin aber immer wieder darauf zurückgekommen, dass die Nebenwirkungen einer Bestrahlung oder OP zu hoch sind und die Lebensqualität eher verringern als verbessern, wenn es eh schon keine Aussicht auf Heilung gibt, da sich der Tumor bereits im gesamten Körper befindet (systemisch) und überall wieder auftauchen kann.

Aber ich komme auch nicht von der Ansicht weg, dass die Geschichte mit den Seeds doch nicht so gravierende Nebenwirkungen haben muss und wenn man es schafft, den "Haupttumor" damit zu verkleinern oder gar das Zentrum auszulöschen, dann hab ich es doch "lediglich" mit den Metastasen zu tun, die ja vielleicht auch evtl. manchmal mehr oder weniger aufwenig zu bestrahlen oder zu operieren wären.

Denkt man da wirklich in die völlig falsche Richtung?

Liebe Grüße
*Dine*

Anonymous1
25.06.2007, 09:55
Hallo ihr Beiden,

bei den Überlegungen könnt Ihr Euch zum Beispiel die Natur vor Augen führen:

http://shg.sh.ohost.de/ableger.gif

Es ist doch einleuchtend, daß keine endgültige (Unkraut)-Entfernung stattfände, wenn man nur die Mutterpflanze rechts entfernen könnte.

Gruß Dieter

Dine150
25.06.2007, 14:23
Hallo Dieter,

ich weiß, dass Du eigentlich recht hast, will es aber wahrscheinlich nicht so ganz wahr haben.

Denn wenn ich das Unkraut ständig zupfe und an der Wurzel packe, dann muss ich doch keine Angst haben, dass mir innerhalb kürzester Zeit der ganze Boden zu wuchert. Und meines Erachtens ist es besser, das Unkraut direkt an der Wurzel zu packen (Seeds, Bestrahlung, OP), in der Hoffnung, dass es sich danach nicht so schnell wieder ausbreitet, als es permanent mit einer chemischen Lösung zu besprühen (Hormonbehandlung).

Leider ist es mit dem Körper nicht ganz so einfach wie in der Pflanzenwelt.

LG
*Dine*

Anonymous1
26.06.2007, 08:00
Denn wenn ich das Unkraut ständig zupfe und an der Wurzel packe, dann muss ich doch keine Angst haben, dass mir innerhalb kürzester Zeit der ganze Boden zu wuchert. Und meines Erachtens ist es besser, das Unkraut direkt an der Wurzel zu packen (Seeds, Bestrahlung, OP), in der Hoffnung, dass es sich danach nicht so schnell wieder ausbreitet, als es permanent mit einer chemischen Lösung zu besprühen (Hormonbehandlung).

Hallo Dine,

Wenn die Situation metastasierter Prostatakrebs ist, entsprechend
http://shg.sh.ohost.de/ableger.gif

dann kannst Du mit OP, Seeds, Bestrahlung nur folgendes erreichen:
http://shg.sh.ohost.de/ableger2.gif

Und Dann?

Uns allen fällt es immer wieder schwer, nicht änderbare Lebensumstände wahrhaben und akzeptieren zu müssen. Alleine der Krankheitsverlauf prüft uns stets neu: Diagnose, Therapie, weiterer Verlauf.

Hinzu kommt, dass der Großteil unserer Ärzteschaft vielleicht mit unseren Krankheiten umgehen kann. Aber von der ebenfalls beteiligten Psyche wissen sie meisten recht wenig und es interessiert sie auch meistens nicht. Hier gibt es großen Nachholbedarf!

Gruß Dieter

rietzy
26.06.2007, 09:38
Hallo Dine , hallo Dieter ,

Ihr habt bestimmt beide recht , natürlich hat man den Krebs nicht beseitigt wenn man ihn in der Prostata bekämpft und an die Metastasen nicht rankommt aber Dieter wenn man deine schönen Bilder anschaut kann man auch zu dem Schluß kommen das die Hauptpflanze keine Ableger mehr erzeugen kann und das ist doch auch ein schönes Gefühl .
Ich bekam im Dezember 2005 die Mitteilung Prostatakrebs zu haben aber es sei noch alles ok man kann die Prostata entfernen und dann wäre alles klar laut Diagramm ist die Möglichkeit von Metastasen sehr gering .
Da ich im Forum von USPIO gelesen hatte besorgte ich mir einen Termin in Holland und Prof. Barentsz fand eine Fernmetastase .
Ich entschloss mich daraufhin die Prostata nicht entfernen zu lassen und wählte dann die Methode Seeds um was getan zu haben .
Eine weitere Untersuchung in Holland nach 14 Monaten ergab keinen Herd mehr in der Prostata aber insgesamt vier Fernmetastasen ( die drei weiteren waren bei der ersten Untersuchung wohl auch schon vorhanden es wurde beim zweiten Mal nur der Bereich der Messung vergrößert ) .
Ich habe das ganze nur gemacht ( Seeds ) um nicht untätig gewesen zu sein mein Psa ist jetzt seit fast einem Jahr hoch ( um 5 ) aber stabil .
Die Behandlung hat bei mir bis jetzt keinerlei Nebenwirkungen und ich bin froh das ich es gemacht habe .
Vielleicht war es medizinisch nicht wichtig aber für mich persönlich und für meine Frau sehr , es hat uns das Gefühl gegeben nicht untätig zu sein

Gruß
Rietzy

Anonymous1
26.06.2007, 10:32
Hallo Rietzy,

nicht schlecht: Du hast nicht einfach nur abgewartet, was da so kommt, sondern hast mit der heutzutage bestmöglichen Methode (Uspio) versucht, Dir den Überblick über die Metatasierung zu verschaffen.

Sicher wirst Du jetzt auch zusammen mit Deinem Urologen/Onkologen das PSA sehr engmaschig kontrollieren. Sicher habt ihr ein Konzept, wann und wie ihr aktiv werden wollt. Den Zeitpunkt dafür wünsche ich Dir in die weiteste Ferne!

Gruß Dieter

rietzy
26.06.2007, 11:55
Hallo Dieter ,
erst mal danke für die guten Wünsche .
Wir kontrollieren den PSA ale drei Monate mit dem genauen Konzept hapert es noch ein wenig da wir uns noch streiten wann der richtige Moment ist ( wobei mein Wunsch weiter hinten liegt als der des Urologen )
Wenn der Wert steigen sollte werde ich noch ein Pet-Ct machen lassen um die Holland Aussagen zu bestätigen und dann sehen wir weiter .
Ich hoffe auch das dieser Moment ATZ erst mal geniessen kann .
Ich werde mein Profil in den nächsten Tagen vervollständigen und dann ab und zu berichten .
Im Moment geht es mir aber richtig gut

Gruß
Rietzy