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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PSA-Rezidiv nach Erstherapie - was tun?



Harro
05.07.2007, 14:35
Text gelöscht

Reinardo
05.07.2007, 17:48
Hallo. Danke Hutschi für Deinen Bericht. Ich hatte ja mehrmals angeregt, dass allgemein interessierende Vorträge nicht auf die SHG beschränkt bleiben sondern seitens der SHG-Leiter oder engagierter Besucher (wie Du einer bist) im Forum dem grösseren Publikum per Video oder Scriptum mitgeteilt werden sollten.
Leider weiss ich auch, das das Mitschreiben nicht so einfach ist. Gestern hatte ich sogar beim Vortrag von Professor Miller Papier und Kugelschreiber vergessen und konnte dann nur aus der Erinnerung ein paar Stichpunkte ins Forum setzen.
Was nun den Inhalt des Vortrags anbelangt, nehme ich an, dass Du das wegen der Umstände - Tabellen usw. - nicht alles notieren konntest. Das Thema verdiente es aber, umfassender dargestellt und diskutiert zu werden. Das Thema "Rezidiv nach Ersttherapie" ist komplex und hochinteressant. Ich habe mich einmal nach dem Lesen von Fachaufsätzen herangewagt und die wesentlichen Aspekte in einem Thread zusammengefasst, den ich voriges Jahr im Krebskompass-Forum einem Betroffenen mitgeteilt habe.
Was tue ich bei einem Rezidiv? Ist es überhaupt ein Rezidiv? Wie lange soll ich abwarten? Lokalrezidiv oder Fernmetastasen? Bestrahlung und/oder Hormontherapie? Wie konnte es zum Rezidiv kommen? Ploidie des Rezidivs?
Fragen über Fragen.
Hast Du aus dem Vortrag Diagnose- und Therapieratschläge erfahren? Welche Vorgehensweise bevorzugt die Universitätasklinik Heidelberg?
Gruss, Reinardo

Harro
05.07.2007, 20:41
Therapieratschläge + Diagnosen

Hallo Reinardo, hierzu hat sich der vortragende Urologe wenig artikuliert. Es ging ja hauptsächlich auch darum, je nach Gleason-Score und unter Beobachtung der Velocity der PSA-Werte die Wahrscheinlichkeiten des Überlebens auszuloten und teilweise sogar Wait and See zu empfehlen. Das immer auch abhängig von der individuellen Situation der PCa-Betroffenen. Die Hormonablation ist etwas ausführlicher am Ende des Vortrages behandelt worden, ohne jedoch dabei die entsprechenden
Antiandrogene oder LHRH-Analogika beim Namen zu nennen. Lediglich Satraplatin kam, wie schon oben erwähnt, etwas ausführlicher zur Sprache. Meine in Steno gehaltenen umfangreichen Notizen habe ich inzwischen entsorgt. Ohne die vollständigen Tabellen zu den Rezidiven nach unterschiedlicher Ersttherapie wäre das auch Flickwerk. Aber Dr. Pfitzenmaier ist sehr aufgeschlossen für persönliche Rückfragen, wie die anschließende lebhafte Diskussion bestätigte. Vielleicht könnte er Dir persönlich am Telefon einige Fragen zu dem "was nun" beantworten, wenn Du Dich auf den obigen Vortrag beziehst. Ich bin sicher, daß das klappt ohne große Rechnungsstellung und unter Umständen auf dem Umweg zu Fragen über Satraplatin. Dann hast Du auch einen Aufhänger.

"Wir sind alle Zauberkünstler. Es ist in uns gelegt, die Welt um uns zu verwandeln, indem wir die Welt in uns verwandeln"
(Ulrich Schaffer)

Gruß Hutschi

knut.krueger
11.07.2007, 05:26
Hallo,

Ich habe erst heute diesen Thread gelesen, möchte aber trotzdem ein paar Anmerkungen machen. Mit dem Namen Dr. Pfitzenmaier verbinde ich nicht die allerbesten Erinnerungen. Nach meiner zweiten negativen Biopsie hatte ich mich dann zu einem Gespräch in der Universitätsurologie in Heidelberg angemeldet. Da der mögliche Termin mit dem Professor nicht in meinen Terminkalender passte, habe ich mich für ein Gespräch mit einem erfahrenen Oberarzt entschieden. Dies war dann Dr. Pfitzenmaier, ein junger Mann, der im Gespräch keinen sehr sicheren und kompetenten Eindruck machte. Sein Vorschlag war, dass unter Narkose eine so genannte Sättigungsbiopsie mit 35 bis 50 Stanzen gemacht werden sollte. Zum damaligen Zeitpunkt war ich auch noch recht unerfahren. Ich hatte im Forum über ein Jahr in unregelmäßigen Abständen immer wieder passiv mitgelesen, so dass mir die Grundbegriffe zwar geläufig waren, aber nicht die Möglichkeiten neuer moderner Diagnoseverfahren wie das PET-Cholin-CT. So vereinbarte ich dann einen Termin für die Sättigungsbiopsie. Meine Frau hatte auch an diesem Gespräch teilgenommen, und wir hatten beide nicht das beste Gefühl, so dass wir entschieden, unseren Hausarzt in Estepona/Spanien zu konsultieren. Den weiteren Verlauf habe ich schon in einigen Threads von mir beschrieben, und hier noch einmal die Kurzfassung. Mein Hauarzt riet mir ab und sein Schlagwort, sie haben dann einen Schweizer Käse und keine Prostata mehr, war einfach umwerfend überzeugend. Er gab dann auch den entscheidenden Hinweis, ein PET-CT zu machen.
Als ich dann in den ersten drei Monaten dieses Jahres meine Professoren-Tour durch Baden-Württemberg machte wegen der Entscheidungsfindung für die beste Bestrahlungstherapie, hatte ich auch ein Gespräch mit Professor Debus, Universitätsklinik Heidelberg. Im Gespräch ergab es sich, dass ich auf meine guten Erfahrungen mit den Universitätskliniken Ulm zu sprechen kam und fragte, wieso Heidelberg kein PET-Cholin-CT hat, und da kam prompt die Antwort, Heidelberg hat, und zwar ein PET-Fluor-CT. Auch Professor Debus fand es sehr unverständlich, dass mir nicht diese Möglichkeit zur Vorklärung angeboten wurde.
Meine Frau und ich sahen nun noch einmal unseren damaligen Eindruck und unsere Menschenkenntnis bestätigt.
Lieber Hutschi, Du hast beim Vortrag von Dr. Pfitzenmaier einen guten Eindruck von ihm gewonnen. Dies ist aber nur ein Teil und für uns als Patienten und Ratsuchende ist der wichtigere Teil, wie wird mit dem Patienten, dem Ratsuchenden umgegangen, und hier sind Deine Erfahrungen mit Heidelberg, wie Du schon in einigen Threads ausgeführt hast, auch nicht besonders positiv, und dies deckt sich mit meinen und insbesondere mit den Erfahrungen meiner Frau.
Die Heidelberger Universitätskliniken sind ein großes Medizinisches Zentrum und mit dem DKFZ zusammen sicherlich eines der größten Zentren in Deutschland, aber- und das möchte ich mit meinen heutigen Beitrag aufzeigen- man soll sich nicht durch die Größe blenden lassen. Entscheidend ist der Umgang mit dem Menschen und die Fürsorge und Achtung, die dem Patienten entgegen gebracht wird, und hier haben die meisten Heidelberger Universitätskliniken noch den Status eines Entwicklungslandes. Gemäß meinen Erfahrungen zähle ich auch die Universitätsurologie dazu.

Gruß Knut.

Harro
12.07.2007, 09:33
Vortragsmisere

Hallo, lieber Knut, Deine Ausführungen sind in der Tat erstaunlich, wenn nach einer so vorgeschlagenen brutalen Biopsie von einer dem Schweizer Käse ähnelnden Prostata gesprochen werden könnte. Meine Darstellung eines flüssigen Vortages sollte eigentlich auch ein wenig ausdrücken, daß unter Verwendung etlicher Tabellen viel in der Kürze der Zeit kaum zu verdauende Information auf die Zuhörer zukam. Erst in der anschließenden Diskussion kamen wohl etwas mehr für jeden leichter zu erfassende Fakten ins Gespräch. Besonders die vielen verwendeten Fachausdrücke bereiteten etlichen Zuhörern doch erhebliche Probleme beim Verständnis der umfangreichungen Ausführungen. Vortragende Mediziner sollten wohl ihre Vortragsfolien auf auch für Laien verständliche Ausdrucksform überprüfen. Wenn von velocity - Salvage-Radiatio - Androgensuppression - morphologisches Korrelat - Nomogramm - Salvage-RPx - Salvage Prostatektomie - Salvage Hifu - Survival curves - disease-free rate - PSA failure - Consider observation - Tertiäre Hormonmanipulation - Radionukleotide - Improvement - Proportion Event free - reduction in time to pain progression - die Rede ist, ermüdet das den Durchschnitts-Betroffenen oder nur Interessenten. Das war sicher auch der Grund, warum unmittelbar nach Ende des Vortrages weit über die Hälfte der gekommenen Zuhörer den Muttersaal der Diakonie Mannheim verließen und an der geplanten anschließenden Diskussionsrunde nicht mehr teilnahmen. Bei ähnlichen Vorträgen blieben fast immer alle Zuhörer, um auch den Antworten auf die Fragen meist der Betroffenen zu lauschen.
Trotzdem möchte ich dem Mannheimer SHG-Leiter und dessen Stellvertreter danken, daß sie immer wieder Mediziner motivieren, bei uns aufschlußreiche Informationen über alles, was mit Prostatakrebs zu tun hat, meist allgemein verständlich vorzutragen.

"Durch das Normale hat die Welt Bestand, durch das Außergewöhnliche bekommt sie ihren Wert"
(Baruch de Spinoza)

Gruß Hutschi

WinfriedW
12.07.2007, 10:32
Die Heidelberger Universitätskliniken sind ein großes Medizinisches Zentrum und mit dem DKFZ zusammen sicherlich eines der größten Zentren in Deutschland, aber- und das möchte ich mit meinen heutigen Beitrag aufzeigen- man soll sich nicht durch die Größe blenden lassen. ...Auch ich habe mir vor geraumer Zeit in der dortigen Prostatasprechstunde eine Zweitmeinung eingeholt und war einigermaßen enttäuscht. Dies trifft mich um so mehr, als ich in Heidelberg geboren und aufgewachsen bin.

Ein wenig enttäuscht bin ich übrigens auch vom Medizinstandort Erlangen/Nürnberg. Die Lobhudelei in der hieseigen Regionalpresse ist die eine Sache, mein persönliches Erleben etwas völlig anderes.

WW