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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prostatakrebs: Ein betroffener Urologe geht an die Öffentlichkeit



Helmut.2
10.07.2007, 12:52
Von Horst (HorMoch) aus idw

Jetzt geht er an die Öffentlichkeit - vor einem Jahr war das.

Prof. Dr. med. Rolf Harzmann ist Ärztlicher Direktor der Urologischen Klinik des Klinikums Augsburg.

"Für mich gab es nur eine richtige Therapie - Operation (http://idw-online.de/pages/de/news170232)!"

Prostatakrebs! Ungezählten Patienten hat er diese Diagnose während seiner insgesamt fast 40-jährigen ärztlichen Tätigkeit mitteilen müssen. Im April 2002 sah sich der Augsburger Urologe Professor Dr. Rolf Harzmann selbst mit diesem Befund konfrontiert. Heute macht er seine Erkrankung öffentlich. Sein Ziel: Aufklärung und Hilfestellung für Betroffene angesichts einer zum Teil verwirrenden und verunsichernden Diskussion um Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms in Deutschland.

Danke Horst,
Gruß Helmut

GüntherS
11.07.2007, 21:23
Hallo.
ich hatte mich über den Schritt in die Öffentlichkeit von Prof. Harzmann sehr gefreut und ihm am 2.9.2006 die beigefügte Mail geschickt. Leider habe ich nie eine Antwort bekommen. Offensichtlich ist es einfach zu sagen, dass man sich einer Prostata-Op unterzogen hat, ohne die möglichen Komsequenzen zu erwähnen.

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Sehr geehrter Herr Professor Harzmann,
herzlichen Dank für die Veröffentlichung Ihrer Krankengeschichte! Ich bin davon überzeugt, dass Ihr Schritt ein wertvoller Beitrag zu einem vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnis ist. Hoffentlich macht Ihr Beispiel Schule!

Bei mir wurde vor 9 Jahren (damals war ich 54J.) ein Prostatakarzinom diagnostiziert und eine radikale Prostatektomie vorgenommen. Leider gab es zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch nicht viele Operateure, die die nervenschonende Operation beherrscht haben. Trotz eines Karzinoms im Anfangszustand wurde ich impotent. Ich habe das zum Anlass genommen, die bis heute einzige Selbsthilfegruppe zu gründen, die die erektile Dysfunktion (unabhängig von der Genese) zum Thema hat. Deshalb habe ich mich auch sehr über Ihre anerkennenden Worte zu Selbsthilfegruppen gefreut und möchte Ihnen unsere Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)" vorstellen. Wir gehen davon aus, dass eine Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Selbsthilfegruppen für alle Beteiligten vorteilhaft sein kann. In dem Dreieck Arzt-Patient-Selbsthilfegruppe sehen wir unsere Aufgabe hauptsächlich an folgenden Stellen:

Wir machen Männer (und ihre Partnerinnen) durch viele Informationen und Aktionen darauf aufmerksam, dass die Ursachen von Erektionsstörungen durch einen Facharzt abgeklärt werden müssen.
Wir informieren Männer darüber, was sie beim Arztbesuch erwartet, und wie sie sich darauf vorbereiten können.
Da wir selbst Betroffene sind, ist für viele Männer der Kontakt (per Telefon oder eMail, anonym) mit uns ein erster Schritt auf dem Weg aus der Isolation und Verzweiflung. Dabei können Männer erleben, dass Reden über sexuelle Probleme möglich ist und befreiend wirkt. Durch diese Erfahrung bringen viele Männer dann auch den Mut für die nächsten Schritte (Gespräch mit der Partnerin, Arztbesuch) auf.
Wir bieten Betroffenen die Solidarität und emotionale Unterstützung, die ein nichtbetroffener professioneller Helfer in der Regel (schon aus Zeitgründen) nicht bieten kann. Auch wenn es um den persönlichen und partnerschaftlichen Umgang mit Erektionsstörungen geht, haben wir als selbst Betroffene oft einen direkteren Zugang zu den Männern als Ärzte oder Therapeuten.Bitte schauen Sie sich bei Gelegenheit einmal unsere Internetseiten an. Wir können nur dann eine sinnvolle Hilfestellung für Betroffene leisten, wenn unsere Aussagen auch von Medizinern und Therapeuten unterstützt werden. Deshalb wären wir Ihnen für Kritik an unseren Internetseiten sehr dankbar. Falls Ihnen unsere Arbeit und unsere Aussagen hilfreich erscheinen, würden wir uns freuen, wenn Sie Ihre Patienten auf uns hinweisen würden. Gerne sind wir auch zu einem Vortrag oder Teilnahme an einer Gesprächsrunde im Rahmen einer Veranstaltung bereit.

Weitere Informationen über uns:

Die sogenannte "Kölner Studie" (siehe http://www.impotenz-selbsthilfe.de/annaeherung/praevalenz.html) hat ergeben, dass rund 20% aller Männer über 30 Jahren von erektiler Dysfunktion betroffen sind. In Deutschland sind das ungefähr 4,5 Millionen Männer. Trotzdem ist die Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)" in München die einzige(!) Selbsthilfegruppe zu diesem Thema im gesamten deutschsprachigen Raum. Obwohl Erektionsstörungen inzwischen oft in den Medien thematisiert werden, ist die erektile Dysfunktion offensichtlich für Betroffene nach wie vor ein großes Tabu. Neben unserer lokalen Arbeit in München sind die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Internet-Seiten (mehr als 100.000 Seitenzugriffe pro Monat) und der Kontakt per E-Mail (rund 60 E-Mails pro Monat) und Telefon (rund 40 Gespräche pro Monat) mit betroffenen Männern und Frauen aus ganz Deutschland und darüber hinaus wichtige Schwerpunkte unserer Aktivitäten.

Wir haben uns folgende Aufgaben gestellt:

Wir bieten einen geschützten Rahmen, der es Männern leicht macht, das belastende Tabu zu brechen und offen über Probleme im Zusammenhang mit einer erektilen Dysfunktion zu reden.
Wir ermutigen Männer zum Arztbesuch, um die Ursachen einer erektilen Dysfunktion zu klären. Da Erektionsstörungen sehr früh auf gefährliche, noch nicht erkannte Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, eine koronare Herzkrankheit oder Arteriosklerose hinweisen können, ist es besonders tragisch, dass viele Männer dieses "Frühwarnsystem" ignorieren.
Wir informieren über die zahlreichen vorhandenen Therapiemöglichkeiten, um der Resignation vieler betroffener Männer entgegen zu wirken.
Wir unterstützen betroffene Männer und ihre Partnerinnen dabei, trotz erektiler Dysfunktion eine zärtliche, lustvolle und sexuell befriedigende Partnerschaft zu leben. Dazu bieten wir uns als Gesprächspartner an und geben aus unserer Erfahrung heraus Anregungen.
Wir leisten durch unsere Öffentlichkeitsarbeit (Internetauftritt; Mitarbeit bei Beiträgen zum Thema Erektionsstörung in Fernsehen, Rundfunk und Zeitschriften; Vorträge zum Thema Erektionsstörung) einen Beitrag dazu, dass die erektile Dysfunktion vom Makel des persön*lichen Versagens befreit und als "normale" Krankheit gesehen wird.Ausführliche Informationen über uns und unsere Aktivitäten finden Sie auf folgenden Seiten:
http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/wir.html
http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/aktivitaeten/2006.html (http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/aktivitaeten/2006.html)
http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/aktivitaeten/2005.html (http://www.impotenz-selbsthilfe.de/wir/aktivitaeten/2005.html)

Mit freundlichen Grüßen

Günther Steinmetz

Selbsthilfegruppe "Erektile Dysfunktion (Impotenz)"
Internet: http://www.impotenz-selbsthilfe.de/
Tel.: 08142 597099
E-Mail: kontakt@impotenz-selbsthilfe.de