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WinfriedW
05.08.2007, 11:16
Die Prostata wäre lieber Vegetarier
Studien über den Zusammenhang von Tumorwachstum und Lebensstiel

Verschiedene Studien fanden heraus, dass unser „westlicher“ Lebensstiel die Entstehung des Prostatakarzinoms und das Fortschreiten der Erkrankung antreibt. Dazu gehören: ein hoher Fettanteil sowie viel Kalzium in der Ernährung, ein hoher Verzehr an tierischen Produkten - vor allem rotem Fleisch (Rind, Schwein), Übergewicht sowie Bewegungsmangel.

Studie zur Änderung des Lebensstils

Um zu überprüfen, wie der Lebensstiel das Prostatakarzinom beeinflusst, führten Wissenschaftler an der University of California in San Francisco eine so genannte Interventionsstudie durch. 93 Prostatakarzinompatienten, die sich auf eigenen Wunsch gegen eine herkömmliche Therapie aussprachen, nahmen daran teil. Die Hälfte der Patienten behielt ihren bisherigen Lebensstiel bei. Die andere Hälfte änderte ihn folgendermaßen: Auf dem Speiseplan standen fortan vegane Diät (keine tierischen Produkte), Soja Supplemente, Fischöl-Kapseln, zusätzlich Vitamin E, Selen und Vitamin C. Außerdem absolvierten die Patienten an sechs Tagen in der Woche für 30 Minuten ein moderates Lauftraining, besuchten täglich für 60 Minuten Kurse zum Stressmanagement (Yoga, progressive Muskelentspannung, Meditation) und suchten einmal pro Woche eine Selbsthilfegruppe auf. Ungünstige Nebenwirkungen infolge der Änderung des Lebensstils konnten nicht festgestellt werden. Der PSA-Wert dieser Patienten verbesserte sich um 4 Prozent, während sich der PSA-Wert der Kontrollgruppe (keine Änderung des Lebensstiels) um sechs verschlechterte. Außerdem wurde das Blut der Patienten soweit verändert, dass die Tumorzellen in ihrem Wachsrum bis zu 70 gebremst wurden.

Was ich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal zur Kenntnis nehme ist, dass viel Kalzium in der Ernährung die Erkrankung antreiben soll. Da sehe ich einen Konflikt mit der Osteoporose-Prophylaxe auf mich zukommen.

WW

HansiB
05.08.2007, 15:42
Hallo Winfried,

meine ist beinahe Vegetarier, über die Ernährung brauchen wir nicht erneut uns auslassen (ich erinnere mich an dein Döner in Frankfurt). Fast fleischlos propagier ich schon seit Jahren (wegen dem falschen Fett und den Giften). Ob ich viel Caltium aufnehme eher nicht (2,51). Osteoporose habe ich verstärkt. Ernährung, Bewegung reicht eben nicht aus. Lohnt sich um Calcitrol zu kämpfen?

Gruß Hans

Josef
05.08.2007, 16:15
4 % und 6 % sind .....

das ist sicher innerhalb der "Toleranzgrenze" der "Ungenauigkeit" bzw. der "normalen Tages-/Laborschwankung, oder?

Jedenfalls habe ich mir mehr erwartet!

LG.

Josef


PS. Was ist "mehr" Kalzium? Eine gewisse Osteoporosegefährdung einerseits und das Risiko von Metas in den Knochen anderseits lassen einen mündigen Patienten gerne zu Kalzium mit Vit D als Nahrungsergänzung greifen!

WinfriedW
06.08.2007, 14:23
Wieviel Jahre, glaubst du, HansiB, meines jungen Lebens wird mir dieser Frankfurter Döner (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=7312&highlight=D%F6ner#post7312) geraubt haben?

Andererseits (http://www.currybu.de/doener-sperma-im-kebab.php) wird in Döner, habe ich gelesen, vornehmlich Gammelfleisch und Gülle gedüngter Salat eingearbeitet. Überhaupt ist die Handwäsche bei Döner-Bratern verpönt. Dieser massive Beschuss des Immunsystems mit fremden Keimen ist - was uns nicht umbringt macht uns stark - die ideale Vorbereitung für Krankenhaus- (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?t=2141) oder Afrikaaufenthalte (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=12706).

Der BRÜCKENSCHLAG schreibt, viel Kalzium in der Ernährung treibt den Krankheitsfortschritt an. Lässt sich daraus nun schließen, dass ein hoher Kalziumspiegel im Blut den Krankheitsfortschritt antreibt? Eine Wirkung von Vit.D ist, dass es die Kalziumaufnahme über den Darm verbessert und so den Kalziumspiegel im Serum anhebt. Ist ein hoher Serum-Kalziumspiegel bei unsere Erkrankung schlecht? Dass Vit.D andererseits eine präventive und möglicherweise auch das Tumorwachtum hemmende Wirking hat, ist auch der Klinik für Tumorbiologie in Freiburng nicht entgangen.


... Lohnt sich um Calcitrol zu kämpfen?Vielleicht wäre Solarium eine Alternative, HansiB. Aber du bist ja im Gegensatz zu mir ohnehin ständig im Garten und erlegst dein Biogemüse.

Hierzu: (http://www.photomed.de/368.html)


Krebs(Darm, Prostata, Brust, Eierstock, Lymphom und auch Haut u.a.)

Vitamin D reguliert die Regeneration und verhindert die Überproduktion von Zellen. Bei einer täglichen Menge an Vitamin D von 1.000 IU (International Units) reduziert sich nach jüngsten Studien das Risiko für diese Krebsarten um mindestens 50%.

Erhöhte Überlebenschancen

In einer Studie mit über 1 Millionen Fällen erwies sich, dass bei ausreichender Besonnung im Vorfeld einer Krebstherapie die Überlebenschancen erheblich verbessert sind. Das git vor allem bei Brust-, Darm-, Lungen und Prostata-Krebs.

WW

HansiB
06.08.2007, 21:43
Hallo Winfried,

heute habe ich gesündigt, kein Gemüse sondern nur Bio-Bohnensuppe und Pizza. Solarium war heute Mirabellen-, Pflaumenernte (Riesenfrüchte ungedüngt, ungespritzt) man muss ja die Frauen beschäftigen.

Gruß Hans

HansiB
06.08.2007, 21:53
Hallo Winfried,

vorbeugend kann die Sonnenbestrahlung nichts bringen. Ich habe 45 Jahre lang Sonnebestrahlung im Überfluß besonders im Urlaub (manchmal 5 Wochen) immer im Süden in den heißesten Gegenden (aber selten am Strand) "genossen". Ich hatte eher ein Melanom erwartet aber keinen PK.

Gruß Hans

Günter Feick
07.08.2007, 02:36
Hallo Winfried,

mit Deinem Kommentar -


Was ich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal zur Kenntnis nehme ist, dass viel Kalzium in der Ernährung die Erkrankung antreiben soll. Da sehe ich einen Konflikt mit der Osteoporose-Prophylaxe auf mich zukommen. WW

vermutest Du durch das Kalzium eine ungünstige Wirkung auf das PCa. Interessant ist, Prof. Mitrou in einem Abstrakt der Studie, auf die sich Dein Beitrag bezieht, ist etwas unpräziser und schreibt -

"Die Resultate dieser großen, prospektiven Studie empfehlen, dass die Aufnahme von Kalzium oder eine damit in Verbindung stehende Substanz, welche in der Milch enthalten ist, mit einem höheren PCa Risiko einhergeht"

In einer anderen Studie zu Kalzium und PCa - "A prospective study of calcium intake and incident and fatal prostate cancer. Giovannucci E (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=Search&Term=%22Giovannucci%20E%22%5BAuthor%5D&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_RVAbstractPlus), Liu Y (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=Search&Term=%22Liu%20Y%22%5BAuthor%5D&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_RVAbstractPlus), Stampfer MJ (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=Search&Term=%22Stampfer%20MJ%22%5BAuthor%5D&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_RVAbstractPlus), Willett WC (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez?Db=pubmed&Cmd=Search&Term=%22Willett%20WC%22%5BAuthor%5D&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_RVAbstractPlus)". PMID: 16492906, wird die Wirkung des Kalziums auf eine verringerte Vitamin D Metabolisierung als möglicher Grund für schlecht differenziertes PCa angesehen. Aus dem Text des Abstrakts hierzu diese beiden Sätze -

"Hoher Milchkonsum wurde relativ oft mit erhöhtem PCa Risiko und besonders mit fortgeschrittenem PCa in Verbindung gebracht. Einige Daten weisen auf auf eine erhöhte Menge von Kalziumzufuhr als Risikofaktor hin, aber diese Verbindung wird kontrovers bewertet. Wir sind der Hypothese nachgegangen, dass hohe Kalziumzufuhr möglicherweise durch die hierdurch erfolgende Reduzierung des D3, 1,25(OH)2 Vitamin Spiegels zum schlechter differenzierten, fatalen PCa führen könnte".

Die Zusammenfassung der Studieergebnisse lautet -

"Kalziumzufuhr über 1.500 mg/Tag geht einher mit einer größeren Anzahl schlechter differenzierten Karzinomen, aber nicht mit einer erhöhten Anzahl gut differenzierter PCa".

Zu Deiner geäußerten Befürchtung zur Osteoporose-Prophylaxe im Zusammenhang mit evtl. Beschränkungen bei der Kalziumzufuhr möchte ich diese Info. zum Magnesium anhängen (siehe unten)

Günter

Magnesium:
Magnesium spielt bei einer Reihe von biochemischen Reaktionen im Knochen eine Rolle. Die alkalische Phosphatase, ein Enzym, das an der Bildung neuer Calciumkristalle beteiligt ist, wird u.a. durch Magnesium aktiviert. Auch die Umwandlung von Vitamin D in seine biologisch aktive Form, das 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3, scheint Magnesium zu erfordern. Ein Mangel an Magnesium kann anscheinend ein "Vitamin-D-Resistenz-Syndrom" hervorrufen, d.h. das Vitamin D ist aufgrund dieser gestörten Umwandlung unwirksam.

WinfriedW
03.09.2007, 13:30
Sag ich's doch, Döner (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=15539) stärkt das Immunsystem: FAZ (http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~EB0AC3C80716741BD842C72809C6204CE~ATpl~Ecommon ~Scontent.html), FOCUS (http://www.focus.de/finanzen/news/gammelfleisch_aid_130846.html) :eek:

WW

WinfriedW
03.09.2007, 13:31
4 % und 6 % sind .....

das ist sicher innerhalb der "Toleranzgrenze" der "Ungenauigkeit" bzw. der "normalen Tages-/Laborschwankung, oder?In der Tat wirft der Artikel mehr Fragen auf, als er Antworten gibt. Völlig unklar ist z.B., welchen Ausgangs-PSA-Wert und welchen Gleason Score die Probanden hatten. Auch wird keinerlei Aussage über den Beobachtungszeitraum gemacht.

Wenn man Aussagen über die Auswirkungen einer Lebensstilumstellung auf die Tumorprogression machen will, dann ist ein Beobachtungszeitraum von ½ Jahr eher kurz. 6% PSA-Anstieg im Laufe eines halben Jahres oder länger, lässt auf wenig aggressive Tumoren schließen. Im Vergleich dazu verdoppelt sich unbehandelt mein PSA-Wert binnen 3-4 Wochen. Das ist eine völlig andere Situation.

6% PSA-Anstieg wäre z.B. ein Anstieg im Beobachtungszeitraum von 6 ng/ml auf 6,36 ng/ml. 4% PSA-Abfall wäre hingegen ein Abfall von 6 ng/ml auf 5,76 ng/ml. Die Differenz zwischen 5,76 ng/ml und 6,36 ng/ml (0,6 ng/ml bzw. 10% von 6 ng/ml) ist schon eine signifikante Größe, Josef, und weit außerhalb von "Ungenauigkeit" bzw. "normalen Tages-/ Laborschwankungen“, insbesondere dann, wenn man berücksichtigt, dass dies der Mittelwert über 93 Versuchspersonen war, die vermutlich im Laufe der Studie mehr als eine PSA-Messung über sich ergehen lassen mussten.

6% halbjährlicher (jährlicher?) Anstieg bedeutet für einen nicht ganz alten WW-Probanden, dass er früher oder später einer Therapie bedarf, während die Vergleichsgruppe, wenn sie das durchhält, vermutlich nie eine Therapie braucht. Das ist der Unterschied.

WW