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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eigenschaften von Granatapfel-Kapseln



HWLPORTA
07.08.2007, 16:21
Liebe Mitstreiter,

Von einigen Verwendern von Granatapfelkonzentrat-(elixier) wurde ich darauf angesprochen, ob die Einnahme von Kapseln mit Granatapfel-Extrakt ähnlich positive Wirkungen auf den PCa hat, wie das wesentlich teurere Granatapfelkonzentrat. Hierzu hatte ich bereits am 10.12.2006 geschrieben:

< In einer Veröffentlichung im Journal of Medical Food 2006 Spring;9(1):119-22, wird empfohlen, bei der Einnahme von Granatapfel-Extrakt in Kapseln vorsichtig zu sein, sofern dabei mit der Bezeichung "standardisiert auf 40 % Ellagsäure" geworben wird. ("Beware of Pomegranate Bearing 40 % Ellag Acid") Zum einen trete die Wirkung bei geringerer Konzentration von Ellagsäure ein, zum anderen werde der Granatapfelextrakt erst bei einem Zusammentreffen verschiedener Inhaltsstoffe des Granatapfels und entsprechender Bearbeitung gegen Krebs wirksam, darunter sind - mit synergetischer Wirkung - bestimmte Wirkstoffe von Saft, Schale, Kernen, Blättern und Blüten. Nach meiner Kenntnis werden Kapseln mit Granatapfel-Extrakt der Sango Hinoki aus Okinawa/Japan mit dem Argument „Standardisierung auf 40% Ellagsäure“ angeboten, in Deutschland vertrieben von der Manewa GmbH>.

Ich hatte daraufhin weiter recherchiert und stieß durch Zufall auf Untersuchungen durch ein akkreditiertes Prüflaboratorium. Die dort untersuchten Proben – u.a. Granatapfel-Extrakt-Kapseln einiger bekannter Vertriebsorganisationen – waren auf die qualitätskennzeichnenden Anthocyan- und Polyphenol-„Fingerprints“ untersucht worden. Sogenannte Fingerprint-Analysen als Ergebnis von hochauflösenden HPLC-Flüssigkeits-Chromatogrammen werden z.B. eingesetzt, um engverwandte Genotypen und Sorten mit speziellen Untersuchungsverfahren zu analysieren, da sie mit konventionellen Methoden nur schwer erfasst werden können.

Einige der untersuchten Kapseln mit pulverförmigem Granatapfel-Extrakt zeigten bei den Prüfungen auf die wichtigen Inhaltsstoffe Polyphenole und Anthocyane in Chromatogramm keine auswertbaren „Peaks“, d.h. es fehlten die bei Vorhandensein der genannten Stoffe im Chromatogramm typischen Kurvenausschläge. Ein Vergleich mit dem Chromatogramm eines bekannten 100%-Granatapfel-Direktsaftes war dagegen voll auswertbar und zeigte alle Peaks, die die Konzentrationen der Wirkstoffe darstellten.
Aus einer anderen Information war zu entnehmen, daß manche gegenwärtig erhältlichen Kapseln mit bräunlich-bitterem Pulver bisweilen als „Saftextrakte“ bezeichnet werden. Sie unterscheiden sich wesentlich von den tiefroten Saftextrakt-Kapseln, die aus dem gepressten Saft durch Gefriertrocknung hergestellt werden können. Diese Kapseln mit einem tiefroten, fruchtig schmeckenden Extrakt wurden zwar in einigen Studien verwendet, sind aber nicht in den Handel gelangt, da in der Massenfertigung zu teuer.

Zusammenfassend ergibt sich: der Inhalt der handelsüblichen Extrakt-Kapseln zeigt im Polyphenol- und Anthocyan-„Fingerprint“ keinerlei Ähnlichkeit mit dem tiefroten Studien-Saftextrakt, mit flüssigem Saft oder mit Saft-Konzentrat.

Freundliche Grüße
HWL