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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist das wohl schon hormonrefraktär?



Tinka
27.08.2007, 16:11
Guten Nachmittag ins Forum,

heute bekamen wir das, wovor wir in letzter Zeit die größte Angst hatten, nämlich Blutwerte, die einen Anstieg von PSA zeigen (siehe Profil). Ein Ausrutscher? Immer noch sagenhaft angesichts der Anfangswerte? Oder der Anfang vom Ende?

Der erste Schritt, den unser Uro vorschlägt, ist die Wiedereinnahme von Cyproteronacetat (Rp kommt morgen per Post). Außerdem werden wir einen Termin bei Prof. Heidenreich machen.

Mann, da hatten wir uns am Mittag noch so über den AP-Wert gefreut und am Nachmittag dann das ...

Lieben Gruß
Andrea

WinfriedW
27.08.2007, 17:21
CyproteronacetatWarum nicht Casodex ?
Zu teuer ?

WW

Hans-W.
27.08.2007, 18:30
Hallo Andrea,
So ein Driss, das hört man gar nicht gerne. Ob Cyproteronacetat oder Casodex wird wahrscheinlich keine Rolle spielen wenn, wie ich im Profil sehe, der Testo Wert noch im Kastrationsbereich liegt und die PSA Werte steigen trotzdem. Wäre der Testo Wert gestiegen wäre der PSA Anstieg einfach zu erklären gewesen. Es könnte sein, dass die Krebszellen gelernt haben, mit weniger Testo auszukommen und effizienter geworden sind. Wenn Cyproteronacetat das Dihydrotestosteron noch drücken kann, könnte der PSA Wert wieder fallen. Es kommt auf einen Versuch an. Ich als Eifeler Yeti drücke deinem Kölschen Jung beide Daumen.
Beste Grüße,
Hans-W.

Harro
27.08.2007, 19:24
Dihydrotestosteron

Hallo Tinka, hallo Hans, um Dihydrotestosteron, das ja die Prostata selbst von Testosteron zu DHT umwandelt, zu minimieren, sollte man noch Proscar oder Avodart berücksichtigen. Außerdem würde ich unbedingt auf Casodex bestehen.

"Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel"
((Konfuzius - chinesischer Philosoph)

Gruß Hutschi

Berntt
27.08.2007, 19:48
Hallo,
ich hatte mit Ciproteronacetat einen PSA Nadir von zuletzt 0,7 errreicht, der dann unter Ciproteronacetat auf ca. 1 angestiegen. Dann wurde auf Casodex gewechselt und PSA ging auf einen Nadir von 0,18. Casodex hat bei mir also deutlich besser gewirkt.

Gruss Berntt

Günter Feick
27.08.2007, 20:22
Hallo Andrea,

bezüglich der komplementären Mittel, schlage ich Deinem Ehemann vor -

das Mistelpräparat sogleich abzusetzen. Begründung - es gibt einige Laborexperimente, die darauf hinweisen, dass Tumorzellen unter Mistel wachsen können. Aktuell ereignete sich das bei einem Mitpatienten, dessen PSA Wert sich nach Beginn einer Mistelbehandlung verdoppelte, innerhalb kurzer Zeit.

die Vitamin D3 Dosis auf 3.000 I. E. pro Tag zu erhöhen und den Calcidiol als auch den Calcitriol Spiegel messen zu lassen.

Calcium nicht zusätzlich zur Nahrung zuzuführen. Begründung - unter Einnahme von Vit D kann sich der Kalziumspiegel erhöhen und erhöhte Kalziumspiegel werden in Studien als kontraproduktiv bei PCa eingeschätzt.

Bezüglich der Hormonblockade schlage ich Deinem Mann vor -

Trenantone durch Eligard zu ersetzen, welches eine größere Wirkstoffmenge hat. Das Antiandrogen ist wichtig und hätte durchgängig verordnet werden sollen, wenn die Kontrolle des Tumor durch eine konsequente Hormonblockade das Ziel gewesen sein sollte. Mit diesen Medikamenten werden jedoch die Testosteron Vorläufer aus den Nebennieren nicht unterdrückt, welche evtl. 15% des Dihydrotestosterons bilden werden - die Hormonblockade ist nicht komplett.

Eine 2 fache Hormonblockade sollte für eine gewisse Zeit die hormonsensiblen Zellen am Wachstum hindern. Aber leider werden die nicht hormonsensiblen Zellen damit nicht erreicht und das könnte sich als das eigentliche Problem herausstellen. Deshalb ist grundsätzlich zu fragen, ob jegliche Hormonblockade weiterhelfen kann, oder nimmt man jetzt an einer PSA show teil - PSA auf niedrigem Niveau bei evtl. gleichzeitigen klinischen Progress?

Um das zu wissen und danach zu handeln, bedarf es weiterer Diagnostik, konkret eine Bestimmung der Ploidie des Tumors und Ermittlung des Rezeptorstatus. Je nach Ergebnissen, wären dann andere Mittel als die jetzt verordneten die zu treffende Wahl, inklusive eventueller Tumorlastreduzierung durch Bestrahlung, HIFU oder Operation.

Alles Gute wünsche ich Deinem Mann

Günter

RuStra
27.08.2007, 20:41
schlage ich Deinem Ehemann vor -

das Mistelpräparat sogleich abzusetzen. Begründung - es gibt einige Laborexperimente, die darauf hinweisen, dass Tumorzellen unter Mistel wachsen können. Aktuell ereignete sich das bei einem Mitpatienten, dessen PSA Wert sich nach Beginn einer Mistelbehandlung verdoppelte, innerhalb kurzer Zeit.


ALLE TUMORZELLEN wachsen lustig drauflos mit MISTEL oder anderen Immunstimulantien, WENN das Immunsystem auf SUPPRESSION geschaltet ist !!!

CD4-reg - regulatorische CD4-Zellen- bewirken Immunsuppression - wenn die hochgeschaltet sind, stimuliert ein Immun-Stimulanz die Immun-Suppresssion, s. Dr.Bach, s. Dr.Briken, s. Dr. sowieso , s. Artikel Spektrum der Wissenschaft

Auch das ein mittlerweile UNVERZICHTBARER Labor-Parameter - es ist genauso sträflich, ihn NICHT zu messen, aber entsprechende Therapien zu verabreichen, die ins Auge gehen können,
wie es sträflich ist, Testosteron NICHT zu messen, wenn man ein HB macht,
oder den HB-Wert nicht zu messen usw.

Es gibt einfach so viele Alltags-Schlampereien, dass wir eine Hotline einrichten sollten, wo wir täglich die entsprechenden Ärzte anrufen und eine telefonische gelbe Zitrone androhen sollten.

grüsse,
Rudolf

Tochter75
28.08.2007, 09:56
Hallo Andrea,
ich habe zwar nicht die große Erfahrung wie die "alten Hasen", aber mir ist an dem Profil aufgefallen, dass auch das Testosteron etwas höher ist als bei der Untersuchung davor. Vielleicht gibt es ja einen Zusammenhabg und es ist noch gar kein Beginn einer hormonrefraktären Entwicklung, sondern lässt sich ganz anders erklären?
Ich hoffe, deinem Mann geht es körperlich immer noch gut und wünsche euch die seelische Kraft, die Laborwerte gut zu verarbeiten. Ein Laborwert mag wichtig sein, aber noch wichtiger ist es, wie es dem Betroffenen geht.

Gruß, Melanie

Tinka
28.08.2007, 10:19
Liebe Alle,

danke für Eure Antworten.

Wir haben nun einen Termin bei Heidenreich, leider erst am 17.9.

Meinem Mann geht es GUT. Er fühlt sich körperlich so gut wie schon lange nicht mehr. Daher gehen wir nach dem Prinzip Hoffnung davon aus, dass der Tumor noch nicht hormonrefraktär ist, dass es ein Ausrutscher ist. Wenn der Wert nun bei 13 stehenbleibt, soll es uns recht sein.

Lieben Gruß
Andrea

Tochter75
28.08.2007, 10:32
Meinem Mann geht es GUT. Er fühlt sich körperlich so gut wie schon lange nicht mehr. Daher gehen wir nach dem Prinzip Hoffnung davon aus, dass der Tumor noch nicht hormonrefraktär ist, dass es ein Ausrutscher ist. Wenn der Wert nun bei 13 stehenbleibt, soll es uns recht sein.

Das ist schon mal die richtige Einstellung. Man behandelt den Menschen, nicht seine Laborwerte (die immer mal falsch sein können).

Gruß, Melanie

WinfriedW
28.08.2007, 12:02
Das ist schon mal die richtige Einstellung. Man behandelt den Menschen, nicht seine Laborwerte (die immer mal falsch sein können).

Gruß, MelanieWeiß nicht, Melanie; Michael hat nach meiner Überzeugung erstens einen sehr progredienten Tumor, der zweitens angesichts des Ausgangs-PSA-Wertes > 3000 mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr schnell hormonrefraktär wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass sein PSA-Wert am 17.9 > 40 ng/ml ist, ist ohne zusätzliche Maßnahmen größer als umgekehrt. Vor dem Hintergrund meines eigenen Kampfes halte ich, ohne jetzt Panik verbreiten zu wollen, die Situation für äußerst brisant! Ich würde an Michaels Stelle jetzt sofort alle Register ziehen, um die Hormontherapie zu optimieren! Dazu gehört m. E. Casodex u. Avodart (Achtung Avodart maskiert den PSA-Wert) und wenn das nicht sehr schnell greift, Ketoconazol.

Ich würde an seiner Stelle, in der Hoffnung, dass uns Hans(GL) heute noch berichtet, auch mal hierhin schauen (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showpost.php?p=14919), oder Hans(GL) direkt ansprechen.

Ich drücke Michael und seiner jungen Familie alle Daumen.

Winfried

Tochter75
28.08.2007, 14:22
Hallo Winfried,
du hast mich missverstanden. Selbstverständlich soll man alles tun und schnell angemessen handeln. Aber trotzdem sollte man sich die Hoffnung erhalten und die Lebensqualität in den Vordergrund stellen. Was vergebe ich mir, wenn ich alle Möglichkeiten ausschöpfe, mich also sachlich darauf vorbereite, die nächsten Schritte einzuleiten, aber gleichzeitig die Hoffnung bewahre? Und es ist meine unumstößliche Meinung, dass Lebensqualität das größte Gut ist, wenn eine Erkrankung nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung nicht heilbar ist. Am Beispiel meines Vaters sehe ich, dass ein guter psychischer Umgang mit der Erkrankung, also sie ernst nehmen und alles tun, was man tun kann, aber gleichzeitig fest davon überzeugt sein, dass man zu denjenigen gehört, die damit lange überleben werden, viel besser lebt, als wenn man sich weinend in die Ecke sitzt und darauf wartet, dass alles nur viel schlimmer wird. Realitäten holen uns früh genug ein, solange es dem Betroffenen körperlich gut geht, würde ich es genießen und mir nicht die Hoffnung nehmen lassen.

Gruß, Melanie

HansiB
28.08.2007, 17:18
Hallo Andrea,

ich versehe die PSA Schwankungen nicht. Bei mr ging es immer, entweder rauf oder runter, ganz konstant, unabhängig vom Labor.

Gruß und viel Glück, Hans

PS. Wenn es deinem Mann mal schlecht geht, ich mache gerade eine Sauerstoff-Ozon-Therapie und fühle mich noch besser.

Tinka
28.08.2007, 18:38
Realitäten holen uns früh genug ein, solange es dem Betroffenen körperlich gut geht, würde ich es genießen und mir nicht die Hoffnung nehmen lassen.

Das sind weise Worte, liebe Melanie, und so in der Art stehen sie auch auf unserer Fahne, wenn wir uns nicht gerade von einer blöden Zahl total runterziehen lassen. Noch vor wenigen Wochen haben wir uns über eine 13 gefreut, das ist alles so bescheuert.

Aber ich merke schon, dass es wieder besser wird, der Kampfgeist besiegt die Angst zunehmend. Es ist immer so, und immer wieder vergesse ich es und fühle mich hundeelend, wenn wir mittendrin sind. Aber das Fallenlassen in dunkle Ängste gehört wohl genau so dazu, denn wer am Boden ist, kann auch wieder aufstehen.

Lieben Gruß
Andrea

WinfriedW
28.08.2007, 18:48
...,ich versehe die PSA Schwankungen nicht. ...Ähm, wo siehst du Schwankungen, HansiB? Heute schon roten Wein getrunken :rolleyes:?


Blutwerte

PSA (ng/ml)

23.03.07 2.836,40
30.03.07 3.565,00
10.05.07 64,03
30.05.07 35,45
20.06.07 11,87
13.07.07 6,45
23.08.07 13,02Am 23.03. hat man PSA gemacht und sich die Augen gerieben. Man wollte nicht glauben.

Die Kontrolluntersuchung brachte einen ungleich höheren Wert, PSAVZ 21 Tage. Ich kenne mich aus mit solchen Verdoppelungszeiten. Das ist nichts für schwache Nerven!

Danach greift die antiandrogene Therapie und jetzt zuletzt am 23.08 kommt's langsam aber heftig zum Therapieversagen, befürchte ich.

Hier muss nach meiner Überzeugung schnell gehandelt werden!

WW

Tochter75
29.08.2007, 08:34
Aber ich merke schon, dass es wieder besser wird, der Kampfgeist besiegt die Angst zunehmend. Es ist immer so, und immer wieder vergesse ich es und fühle mich hundeelend, wenn wir mittendrin sind. Aber das Fallenlassen in dunkle Ängste gehört wohl genau so dazu, denn wer am Boden ist, kann auch wieder aufstehen.

Liebe Andrea,
es gibt eben doch zwei Ebenen und ich finde es bewundernswert, wenn ihr die Kraft findet, die Hoffnung zu behalten. Letztendlich weiß ja sowieso kein Mensch, was kommt. Ein Kerngesunder kann morgen schon einen tödlichen Autounfall haben, ein Schwerkranker plötzlich eine hilfreiche Therapie finden. Bitte versteh mich nicht falsch, natürlich muss man rechtzeitig handeln und genau das tut ihr ja auch, Laborwerte sind wichtig und geben wichtige Hinweise, aber ich denke immer wieder, dass Laborwerte eben auch nicht alles sind, sondern dass das wichtigste das Befinden ist. Oft genug korreliert es natürlich mit schlechten Werten, aber unsere Angehörigen werden nicht durch den Prostatakrebs selbst gefährdet, sondern durch das, was die Metastasen anrichten (oder wie bei meinem Vater eben der plötzliche Harnverhalt mit postrenalem Nierenversagen, ihm gehts im Moment für die Verhältnisse sehr gut).

So traurig das alles ist, ich genieße jeden Tag, seit mein Vater den lebensgefährlichen Zustand überstanden hat und vielleicht geht es euch ja ähnlich, dass eure Familie die Zeiten genießen kann, wenn es dem Papa gut geht, so dass eure Söhne etwas von ihm haben. Außerdem weiß ja kein Mensch, was kommt. Vor wenigen Jahren war Zometa noch keine Standardtherapie, wer weiß, was in den nächsten Monaten/Jahren erforscht wird. Vielleicht ist dann auch das fortgeschrittene Karzinom heilbar. Und solange sich dein Mann körperlich wohl fühlt, hat er auch die Kraft, darauf zu warten (natürlich bis dahin mit aller möglichen medizinischen Unterstützung).

Gruß, Melanie

Tinka
29.08.2007, 09:35
Liebe Leute,

da ich an der Sekretärin von Heidenreich am Telefon nicht "vorbeikam", habe ich nun sämtliche Daten und Befunde von Michael kopiert, einen Therapieplan gebastelt und das alles schon mal vorab an Heidenreich per Post geschickt. Der wird sich wohl melden, wenn er es als daramatisch ansieht, oder was meint Ihr?

Lieben Gruß
Andrea

WinfriedW
29.08.2007, 13:48
... schon mal vorab an Heidenreich per Post geschickt. ...Der Mann hat natürlich auch ein Fax. Dein Brief liegt heute irgendwo im Briefkasten, die nächsten 3 Tage im hausinternen Verteiler des Klinikums, dann bei der Sekretärin ...etc. pp.


... Der wird sich wohl melden, wenn er es als daramatisch ansieht, oder was meint Ihr?Weiß nicht! Der Mann ist zwar willig aber auch vielbeschäftigt und auch nicht immer in Köln.

Micha machte bisher Hormonblockade mit Trenantone, ein Antiandrogen nahm er zuletzt nicht. Ich hätte von Anfang an für eine mehrfache Hormonblockade unter Hinzunahme eines Antiandrogens plädiert. Ich würde in dieser Situation auch für die Hinzunahme von Avodart (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_avodart.html) oder Proscar (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_proscar.html) plädieren, obwohl ich mir nicht sicher bin, dass ein 5-alpha-Reduktasehemmer wirklich in dieser Situation einen Benefit bringen. Ich habe mich damals mit meinem Urologen so geeinigt, dass es jedenfalls nicht schadet. Drum habe ich's genommen. Allerdings sind die 5-alpha-Reduktasehemmer nicht bei PK zugelassen. Das macht die Diskussion mit dem Urologen schwieriger.

Micha wird ab jetzt ein Antiandrogen nehmen. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen befristeten Zeitraum greifen. Euer Urologe hat euch jetzt das steroidale Antiandrogen Cyproteronazetat(Androcur®) (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_androcur.html) verschrieben. Ich würde z. B. aus diesem Grunde (http://www.aerztezeitung.de/docs/2006/06/28/117a1402.asp?cat=/medizin/krebs/prostatakrebs) auf das nicht steroidale Antiandrogen Bicalutamid(Casodex®) (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_casodex.html) bestehen. Vielleicht ist das Ganze nur ein Marketing-Gag, aber Casodex soll außerdem nebenwirkungsärmer sein als Androcur. Androcur ist sehr viel länger auf dem Markt und wesentlich billiger als Casodex. Ärzte, die vorrangig auf die Preise schauen, könnt ihr jetzt gar nicht gebrauchen.

Mein Urologe setzt Cyproteronazetat(Androcur®) (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_androcur.html) eigentlich überhaupt nicht mehr ein, allenfalls als Zweitlinientherapie nach Versagen von Bicalutamid(Casodex®) (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_casodex.html) (und Flutamid (http://http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_flutamid.html)). Hierzu auch diese (http://www.prostatakrebs-bps.de/index.php?option=com_content&task=view&id=304&Itemid=149) und diese Uraltveröffentlichung (http://http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=8719) aus der Vor-Casodex-Zeit.

Heidenreich, den ich sehr schätze und den ich auch schon mehrfach besucht habe, ist zunächst Urologe und erst in zweiter Linie Onkologe. Die Urologie ist ein chirurgisches Fachgebiet. Das braucht ihr vermutlich jetzt nicht. Natürlich macht auch Heidenreich einen Lernprozess durch, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er, spätestens nach Eintreten einer hormonrefraktären Situation, euch Docetaxel (Taxotere®) (http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/medi_taxotere.html) (evtl. in Kombination mit ...) empfehlen. Alles andere als Taxotere wäre experimentell.

Taxotere hat hohe Nebenwirkungen und es gibt mehr als 50% Therapieversager. Meine ernste Sorge ist, dass ihr in eine solche Situation (http://forum.prostatakrebs-bps.de/member.php?u=361) geraten könntet. Michael hat zwar einen niedrigeren Gleason Score, aber eine ungleich höhere Tumorlast. In diesem Falle müsst ihr handlungsfähig sein. Ketoconazol und viele andere Dinge, vermutlich gilt das auch für Taxotere, wirken vermutlich nur bei niedrigen PSA-Werten einigermaßen gut. Wenn der PSA-Wert erst rasant 'gen Süden geht, dann gibt es u. U. kein Halten mehr. Ich würde mich deshalb an eurer Stelle nicht nur auf Heidenreich verlassen!

Ich drücke Euch die Daumen.

WW

Tinka
29.08.2007, 17:01
Ok, ich glaube, ich habe das verstanden.

Falls unser Uro sich morgen als nicht der Arzt entpuppen sollte, den wir eigentlich brauchen: Hat jemand im Raum Köln einen Tip? Kennt jemand die Ärzte aus dem Westdeutschen Prostatazentrum (http://www.westdeutschesprostatazentrum.de/)?

Ich danke Euch allen!
Andrea

christinew
30.08.2007, 07:59
Hallo, Andrea, das westdeutsche Prostatazentrum in Köln hat einen ausgezeichneten Ruf, allerdings nur für Privatpatienten, deshalb sind wir dort gescheitert. Ob Ihr dort die richtige Behandlung bzw. Therapie erhaltet wirst Du schon im 1. Gespräch feststellen, dann nämlich , wenn sie andere Wege als der jetzige Uro vorschlagen.
Viel Glück Christine

Tinka
30.08.2007, 08:31
Also,

klar ist, dass unser Uro mich jetzt für immer hasst ;)

Ich habe eben mit ihm telefoniert und erklärt, dass wir die 3HB versuchen wollen, ohne vorher darüber mit Heidenreich zu reden, weil es einfach zu lange bis zu dem Termin dauert. Habe Studien angeführt und mit ihm über PSA-Kosmetik diskutiert und whatnot.

Michael bekommt also nun Casodex und Proscar, ich hole das Rp und die Packungen gleich ab. Avodart kann er uns nicht rezeptieren. Warum? Hab ich vergessen zu fragen.

Bleibt die Hoffnung, dass es funktioniert. Im Augenblick fühlen wir uns jedenfalls ganz stark und sind stolz, dass wir das selber in die Hand genommen haben. Meine Aufregung, die ich vor dem Telefonat hatte (fühlte sich an wie vor einer Klausur) läßt auch langsam nach. Nun felht nur noch der passende Arzt, der auch Ahnung von dem ganzen Kram hat.

Danke Euch, Ihr habt so geholfen. Vor allem noch mal Dank an Winfried für all die hilfreichen Mails.

Liebste Grüße
Andrea

Tinka
30.08.2007, 10:12
Ich bin's schon wieder, zurück vom Uro mit einem Rezept und einer Tüte voll mit Finasterid-Päckchen plus einer Überweisung für eine urologische Zweitmeinung, von Dr. S. Machtens im Marienkrankenhaus in Bergisch Gladbach, wo wir am 6.9. einen Termin haben. Dieser Arzt (CA der dortigen Urologie) wurde uns von Manfred Focke von der Prostata-SHG Köln-Süd empfohlen, der so sehr freundlich war am Telefon.

Da unser Uro es vermieden hat, mit mir persönlich bei der Abholung aller Sachen ein Wort zu wechseln, muss ich hier fragen:

Das Casodex bekommen wir erst heute Abend. Michael hat heute morgen schon 100 mg Cypro eingenommen. Geht es, dass er heute weiter Cypro nimmt (2 x 100 mg) und ab morgen früh dann die drei Casodex 50 mg?

Und wie dosiert man das Finasterid 5 mg? Nur eine Tablette pro Tag? Oder eine morgens und eine abends?

Jetzt, wo ich hier nach all der Telefoniererei und Rennerei sitze, das alles passierte binnen zwei Stunden, frage ich mich, ob ich eigentlich im falschen Film bin. Muss ICH gute Therapien finden? Ist das MEIN Job? Was hab ich da gemacht? War das richtig? Oder der größte Käse der Welt? Können wir für das Zometa nun weiter zu unserem Uro gehen oder hasst er nun nicht nur mich, sondern auch meinen Mann? Und sollte uns das herzlich egal sein?

Verwirrte, aber doch irgendwie glückliche Grüße
Andrea

WinfriedW
30.08.2007, 11:15
..., klar ist, dass unser Uro mich jetzt für immer hasst ;) Nein, warum sollte er?

Ihr werdet eher früher als später in eine hormonrefraktäre Situation geraten. Spätestens dann wirst du erleben, wie hilflos viele Ärzte dreinschauen. Die sind dann u. U. froh, wenn der Patient einen Vorschlag macht.

Ich habe verschiedentlich schon den Rat bekommen, gar nichts mehr zu unternehmen, weil's eh keinen Zweck hat. Am besten - Vogel-Strauß-Taktik - auch kein PSA mehr zu bestimmen. Dem mag ich mich nicht anschließen.


Avodart kann er uns nicht rezeptieren. Warum?Weiß nicht! Avodart ist etwas teurer als Proscar. Nach Casodex wäre das auch nicht mehr die Masse und vor Taxotere ist es geradezu lächerlich.


Das Casodex bekommen wir erst heute Abend. Michael hat heute morgen schon 100 mg Cypro eingenommen. Geht es, dass er heute weiter Cypro nimmt (2 x 100 mg) und ab morgen früh dann die drei Casodex 50 mg?Wie auch immer. Ich denke, dass es darauf auch nicht mehr ankommt. 150mg Casodex kann man auch auf einmal nehmen, z. B. heute Abend. Casodex hat eine relativ lange Halbwertszeit.


Und wie dosiert man das Finasterid 5 mg? Nur eine Tablette pro Tag? Oder eine morgens und eine abends?Eigentlich eine pro Tag. Manche Mitstreiter nehmen auch morgens und abends eine. Wenn er 150mg Casodex nimmt, würde ich persönlich es bei einer belassen um mich nicht allzusehr mit Medikamenten zuzudröhnen.


... Muss ICH gute Therapien finden? Ist das MEIN Job? ...Ja, wenn Michael es nicht selbst in die Hand nimmt. Das wird sich in Zukunft verschärfen, glaub mir das!

Gruß Winfried

Tinka
30.08.2007, 11:36
Ja, wenn Michael es nicht selbst in die Hand nimmt.

So meinte ich das natürlich nicht, es ging mir um die Ärzte. Wenn es um meine Familie geht, mutiere ich gerne mal zur Löwin, wenn auch manchmal etwas verspätet ...

Harro
30.08.2007, 11:55
Entscheidung macht frei

Hallo Andrea, Winfried hat alles gesagt, was es in der augenblicklichen Situation zu sagen gibt. Finasterid (Proscar) würde ich nur 1 x am Tag nehmen. Um einen gewissen Rhythmus bei der Medikamentengabe einzuhalten, würde ich Proscar vor dem Frühstück und die 3 Casodex zu je 50 mg auf einmal nach dem Frühstück schlucken. Also ich würde komplett morgen früh mit den neuen Medikamenten beginnen. Ich beglückwünsche Euch, ganz besonderns natürlich Dich als kämpfende Löwin zu Eurer mutigen Entscheidung, nicht erst bis zum Arzt-Termin im September zu warten. Ich bin ganz fest davon überzeugt, daß Ihr Erfolg und einen nicht unerheblichen Zeitgewinn haben werdet.

"Das Leben ist eine Art Waldspaziergang - man muss nur ein bisschen auf den Weg achten, und kann bedenkenlos die Schönheit genießen"
(Henning Pohlmann)

Gruß Hutschi

christinew
30.08.2007, 18:32
Hallo, Andrea, Gratuliere, Du machst es richtig, schließlich kämpfst Du um das Leben Deines Mannes, leider Gottes sehen manche Ärzte das völlig anders, sie laufen gerne den "Standardrichtlinien" hinterher, wir haben auch etwas Zeit gebraucht, uns von dem vom Urologen angepriesenen "Goldstandart" nicht mehr beeindrucken zu lassen und einen eigenen Weg zu gehen. Auch ich habe damals gedacht, warum hilft mir niemand, warum muss ich selber alles heraus finden, und vor allen Dingen, machen wir es dann auch richtig? Ob es richtig ist, wird man am Tag X erkennen, aber mein Mann steht 1000%ig hinter allem, was ich hier heraus finde. Über den Standardweg bei einem Freund hatte ich schon mal an anderer Stelle berichtet. (im Zusammenhang mit Wunderling, Winfried, ich weiß nicht , wie das geht mit dem Zitieren und alte Beiträge aufrufen).
Andrea, dieses Forum ist eine unschätzbare Hilfe, Ihr seid jetzt mündige Patienten, leider Gottes nicht immer beliebt, aber das macht nichts. mach weiter so.
Für Dich und Michael und Eure Pänz alles Gute, Christine

WinfriedW
30.08.2007, 22:11
..., Winfried, ich weiß nicht , wie das geht mit dem Zitieren und alte Beiträge aufrufen).Meintest du diesen (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=15040) oder diesen (http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?p=14250), Christine? :)

WW

christinew
31.08.2007, 11:09
Hallo, Winfried, ich meinte beides, Danke, das zweite werde ich dann demnächst hoffentlich auch mal können.
Christine

WinfriedW
02.09.2007, 12:41
..., das zweite werde ich dann demnächst hoffentlich auch mal können.Klar, das schaffst du! Das hält dich geistig fit. Wir wollen uns doch hier nicht vor der Jugend blamieren.

WW