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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DGU-Kongress in Berlin vom 26.-29.9.



RuStra
29.08.2007, 12:08
hallo Männer,

wer geht auf den DGU-Kongress?

Ich bin gestern darauf gestossen worden, als ich mal das Programm (http://www.dgu-kongress.de/uploads/media/dgu_berlin_01.pdf) (Vorsicht, 10 Mega) durchgesucht habe nach "Testosteron"
Da gibts soviel Hochinteressantes, dass ich mich jetzt brennend interessiere, z.B. diese Plenarsitzung:

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Samstag, 29.09.2007

Plenarsitzung 7

ANDROLOG IE

Moderation:
Weidner, Wolfgang, Gießen; Kurth, Karlheinz, Amsterdam; Behre, Herrmann, Halle

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft
an Prof. Dr. med. Dr. h.c. Eberhard Nieschlag, FRC P, Münster
Hertle, Lothar, Münster 5 Min

Zeitzeugen: Die Geschichte des Testosterons
Nieschlag, Eberhard, Münster 30 Min

Moderne Testosterontherapie 2007
Behre, Hermann M., Halle 15 Min

Gesund altern – Der Stellenwert der Urologie
beim älter werdenden Mann
Plas, Eugen, Wien 15 Min

Rundtischgespräch:
Testosteronsubstitution: Typische und schwierige Fälle
Behre, Hermann M., Halle; Plas, Eugen, Wien; Nieschlag, Eberhard, Münster; Weidner, Wolfgang, Gießen; Kurth, Karlheinz, Amsterdam 25 Min
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vor allem dieser Endokrinologe aus Münster hats mir angetan
Von ihm ist dieser Band herausgegeben:

Testosterone: Action, Deficiency, Substitution

Und in diesem Band befindet sich ein Beitrag von Isaacs über die Biochemie der Androgene, den ich supergern im Volltext hätte ...


grüsse,
Rudolf

RuStra
29.08.2007, 12:32
vor allem dieser Endokrinologe aus Münster hats mir angetan
Von ihm ist dieser Band herausgegeben:

Testosterone: Action, Deficiency, Substitution

Und in diesem Band befindet sich ein Beitrag von Isaacs über die Biochemie der Androgene, den ich supergern im Volltext hätte ...


Nun hab ich auch die Stelle wiedergefunden, wo ich auf diesen Band von Prof.Nieschlag gestossen bin:

European Urology Supplements 4:6 (2005) 16-23 (Übersetzung): 19-27

Testosteronsubstitution und Prostata

E. David Crawford
University of Colorado Health Science Center, 1665 N. Ursula Street, Suite 1004, Aurora, CO 80010, USA

In diesem Artikel gibts den Abschnitt "Androgene und Prostata"
Dort las ich dann Samstag folgendes, was mir mal wieder einen Glauben raubte, nämlich den, dass DHT der böse Bube ist:

"Im Prostatagewebe katalysiert das Enzym 5-alpha-Reduktase die Umwandlung des Testosteronn in den den aktiven Metaboliten 5-alpha-Dihydrotestosteron (DHT). Das entstandende DHT kann sich reversibel an den Androgenrezeptor binden und auf diese Weise Proliferation und Überleben der Prostatazelolen regulieren. DHT kann jedoch auch einer weiteren Metabolisierung in diversen anderen Stoffwechselwegen unterliegen (Abb.1). Einer dieser metabolischen Prozesse führt zur Entstehung des endogenen Östrogens 3-beta-diol, das im Gegensatz zu DHT Östrogenrezeptor-vermittelte hemmende Wirkungen auf die Proliferation der Prostatazellen ausübt [7]. Man nimmt an, dass unter normalen Bedingungen der DHT-Spiegel im Prostatagewebe konstant bleibt, obwohl die Serumkonzentrationen sowohl des freien als auch des Gesamt-Testosteron tageszeitliche und episodische Schwankungen zeigen [7].
Das im Prostatagewebe enthaltene DHT und die Bindung von DHT an Androgenrezeptoren führen zu einer direkten Hochregulation der Expression von prostataspezifischen Differenzierungsmarkern, wie beispielsweise PSA, und von lokal aktiven Wachstumsfaktoren, den Andromedinen. Diese Andromedine stimulieren im Prostatagewebe die Proliferation sogeanannter transitamplifizierender (TA-)Zellen; darüber hinaus gewährleisten sie das Überleben dieser TA-Zellen sowie von Intermediärzellen und sekretorischen Luminalzellen innerhalb des Prostatagewebes. Es wird spekuliert, dass Testosteron und DHT bei malignen Prostataerkrankungen eine permissive oder induktive Rolle spielen könnten uind dass dem DHT möglicherweise eine Schlüsselfunktion bei der Kontrolle und dem Management bestimmter neoplastischer Veränderungen zukommt, die mit Erkrankungen der Prostata assoziiert sind [4,5,7]."

Hier die Lit-Angaben:

[4] Morales A. Androgen replacement therapy and prostate safety. Eur Urol 2002;41:113-20

[5] Basaria S, Dobs AS. Risks versus benefits of testosterone therapy in elderly men. Drugs & Aging 1999;15:131-42.

[7] Isaacs JT. Testosterone and the prostate. In: Nieschlag E, Behre HM, editors. Testosterone: action, deficiency, substitution, 3rd ed. Cambridge University Press:2004;p.347-374

Uff!
Rudolf

Hans-J.
29.03.2010, 17:35
Hallo, an alle die Testosteron als Treibmittel bei PCA ansehen,


Es wird spekuliert, dass Testosteron und DHT bei malignen Prostataerkrankungen eine permissive oder induktive Rolle spielen könnten uind dass dem DHT möglicherweise eine Schlüsselfunktion bei der Kontrolle und dem Management bestimmter neoplastischer Veränderungen zukommt, die mit Erkrankungen der Prostata assoziiert sind [4,5,7]."


Gerade aber diese These - wird doch nun zunehmend in Frage gestellt.
Selbst vor dem Hintergrund, dass Hodgins durch Kastration den Nachweis einer Lebensverlängerung bei PCA Betroffene sah, welche durch Blockung von Testosteron zu sehen war, wissen wir heute, dass das wesentlich stärkere DHT die Hauptverursachung ist.
Aber auch die Nebennieren sind in der Lage Testosteron zu produzieren.

Aber warum ist bei jungen Menschen sowohl ein hoher Testosteron und die PCA Erkrankungsrate so gering?
Warum beobachtet Strum ein gravierender PSA Rückgang in Verbindung mit Testosterongabe bei fortgeschrittenen PCA Erkrankten?

Fragen, die erst in jüngster Zeit auch Onkologen sehr nachdenklich machen.
Aber eine zielführende Antwort dürfte es in absehbarer Zeit nicht geben, dafür ist der palliative Ansatz offenbar nicht gedacht.
Oder würden bei kurativen Aussichten eher Studien und zielführende Forschung zu erwarten sein?

Viele Fragen, wenige Antworten, was bleibt ist "learning by doing" von Betroffenen.

Grüsse
Hans-J.

Pinguin
29.03.2010, 18:14
Lieber Hans-J, schön dass Du den Link, den ich vor einigen Tagen noch einmal ausgegraben hatte, hier noch einmal einstellst. Es wäre in der Tat ein Segen, wenn diese widersprüchlichen Erfahrenswerte noch erschöpfend zum Segen aller vom PK Betroffenen auf einen Nenner gebracht werden könnten. Meines Wissens ist wohl Dr. Eichhorn in Deutschland bislang wirklich der einzige Onkologe, der mit zusätzlicher Testosterongabe Behandlungen durchgeführt hat. Leider erfährt man jedoch nie Genaueres über möglicherweise damit erzielte Erfolge. Oder ist mir da etwas entgangen?

RalfDm
30.03.2010, 01:03
Hier (http://www.compassionateoncology.org/pdfs/TRTcase_reports-05-09.pdf) gibt es zahlreiche TRT-Fallberichte von Dr. Leibowitz und hier (http://www.compassionateoncology.org/pdfs/HDTestUpdate.pdf) das Update vom September 2009 seines früheren Artikels (http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/Testosteron.pdf) zu dem Thema (alles auf Englisch natürlich).
Zu beachten ist, dass in USA der Testosteron-Wert im allgemeinen in ng/dl angegeben wird. Der Zahlenwert ist also hundertmal so groß wie die bei uns üblichen ng/ml.

Ralf

Pinguin
30.03.2010, 09:54
Moin Ralf,
vielen Dank für die obigen Links. Die Version des von Dir übersetzten Artikels von Doc Bob Leibowitz habe ich mir schon vor Jahren ausgedruckt. Was mit unter dem Protokoll Nr. 8 (Fred) besonders auffiel, war der Hinweis auf Finasterid "Maintenance-therapy" siehe auch hier (http://en.wikipedia.org/wiki/Maintenance_therapy): und zusätzlich noch Dutasterid. Es ist aber doch bemerkenswert, wie sich hier deutlich abzeichnet, welche Erfolge mit Testosterongabe zu erzielen sind.
Gerade deshalb wäre es doch hilfreich, auch mal von Dr. Eichhorn zu diesem Thema etwas erfahren zu können. Vielleicht meldet sich ja ein mit dieser Therapie behandelter Forumsbenutzer hierzu.


"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert"
(Aldous Huxley)